TEST: KEF R3 Meta - Dreiwege-Regallautsprecher mit dem legendären UNI-Q-Chassis und Meta-Technologie
Klang
Bei Diana Kralls "Look Of Love" meistert der R3 Meta Regallautsprecher gleich den Anfang hervorragend. Sein großes Talent ist eine zeitrichtige, homogene, in sich komplett schlüssige Wiedergabe. Hier hört man einfach gerne, auch gerne einmal lauter, denn der R3 ändert seine im höchsten Maße ausgewogene Charakteristik nicht. Daians Stimme wirkt trotz aller Harmonie nie oberflächlich, sondern präsentiert sich feindynamisch ausgezeichnet. Enorm ist auch das Gesamtvolumen, dass KEFs Kompaktlautsprecher aus der R-Meta-Baureihe bereit hält. Hier könnte man spontan auf deutlich mehr Gehäusegröße tippen, wenn man mit geschlossenen Augen zuhört. Sehr gut gefällt uns auch die Einarbeitung des Klaviers. Hier wird feindynamisch eine hohe Qualität geboten, und ganz besonders die Darstellung der höheren Frequenzen kommt ausgesprochen überzeugend zur Geltung.
Setzen wir mit "Vivo Per Lei" von Andrea Bocelli und Georgia fort. Und wieder haben wir gleich am Anfang des Titels ein Klavier, und erneut punktet der R3 Meta mit einer äußerst sauberen Wiedergabe. Beide Stimmen, die von Andrea und die von Georgia, haben viel Charisma, und dynamische Differenzen innerhalb der vokalen Präsenz arbeitet der KEF Regallautsprecher mit sauberer Impulstreue heraus. Der Bass hat Substanz, Nachdruck, agiert zugleich aber mit untadeliger Präzision. Die Staffelung des ganzen Klangbilds gelingt den R3 Boxen exakt und authentisch, die Trennung der Stimmen von den Instrumenten ist auch bei deutlich gehobener Lautstärke nicht zu beanstanden.
"For Your Eye Only", 007-Titelsong von Sheen Easton, präsentiert sich von der Güte des Quellmaterials eigentlich nicht ganz auf der Höhe der Zeit. Die rund und harmonisch aufspielende R3 Meta aber macht die ansonsten durchaus hörbaren Dissonanzen vergessen: Die Stimme ertönt angenehm und klar, das Klavier gefällt uns auch bei diesem Stück besonders gut, und sogar die Dichte der Räumlichkeit ist ohne Einschränkungen tadellos.
"The Sun Always Shine On TV" von a-ha in einer ganz besonderen Version: Unplugged und gesungen von Ingrid Helene Havik und Morten Harket. Hier beweist der KEF Lautsprecher ein weiteres Mal, wie schnell und zugleich kultiviert er arbeitet, er bereitet die Stimmen sehr feinfühlig auf, schenkt ihnen aber auch ein gehöriges Maß an Dynamik, wenn beide Künstler die Stimmen mit Verve erheben. Die Instrumente werden passend um die vokalen Anteile gruppiert und weisen allzeit gut erkennbare Konturen auf. Erstaunlich ist einmal mehr der straffe und kräftige Bass, der zu jedem Zeitpunkt für einen soliden "Unterbau" des Titels sorgt.
"Don't You Want Me" von Human League liegt den KEF R3 Meta ebenfalls. Sehr klar, fundiert, mit erneut nahtlosen Übergängen und einer soliden Dynamik lässt sich der Schallwandler rein gar nichts vorwerfen. Die vokalen Elemente - weibliche und männliche Stimme - werden mit dem richtigen Maß an Ausdruckskraft eingearbeitet, und der Rhythmus wird allzeit impulstreu präsentiert. Die intensiv erlebte Räumlichkeit ist ein weiterer Punkt, der für KEFs Dreiwege-Regallautsprecher spricht. Und diese ist selbst in größeren Hörräumen, in denen man eher ein 2.1 System oder aber Stand- anstatt Regallautsprechern präferieren würde, noch in nahezu vollem Umfang erhalten.
"Land Of Confusion" in der Cover-Version von Disturbed kann sich ebenfalls "hören lassen". Hier stellt KEFs talentierter Regallautsprecher die vorhandene Energie, zum Beispiel bei der Stimme und bei der E-Gitarre, gekonnt heraus, schiebt das Maß an akustischer Aggressivität aber nicht unpassend in den roten Bereich. Hier passt alles, die klangliche Gesamtverteilung, der gebotene Raum und auch die Grobdynamik. Das Material ist durchaus schwierig, oft verkommt die Wiedergabe gerade bei höherem Pegel zu einem unkontrollierten Geschrei, das von überstilisiert harschen E-Gitarre und dumpfem Gewummer der tiefen Frequenzen begleitet wird. So ganz anders agiert die R3 Meta-Box - und sichert so hohen Hörgenuss, denn nie gibt der Lautsprecher die Kontrolle und die Gelassenheit aus der Hand.
Beim Trance-Track "Bonzai" (Oliver Heldens & HI-LO) beweist uns die KEF, dass harfte Trance-Beats ihr keinerlei Schwierigkeiten bereiten. Mit sattem Bass, klaren Konturen und einer weitläufigen Effektwiedergabe erfüllt sie hier nahezu jeden denkbaren Anspruch. Dass sie auch bei hohem Pegel im Bassbereich immer noch an Kraft und Härte zulegen kann, hätten wir in diesem Umfang nie gedacht. Auch nicht, dass sämtliche räumlichen Strukturen nach wie vor stabil bleiben und nicht aufweichen.
Die Vorzüge der Meta-Technologie kann man, konzentriert man sich, gut nachvollziehen Noch mehr Struktur und ein reinerer Klang - all dies, was KEF versprochen hat, bewahrheitet sich auch. Das heißt jetzt nicht, dass die Vorgänger-R3-Box zum "alten Eisen" gehört, nach wie vor handelt es sich hier um einen ausgezeichneten Lautsprecher
Konkurrenzvergleich
Für den Paarpreis von 2.200 EUR wird hier wirklich ein hoher Standard geboten - gut, wird sich mancher denken. Das liest man auf AREADVD ja von vielen Lautsprechern, ganz gleich, ob Regal- oder Standboxen. Was ist aber genau an der R3 so gut, und für welchen Hörer ist die KEF-Box genau die richtige Wahl?
Hier müssen wir etwas weiter ausholen. Denn tatsächlich ist der Standard, der schon in der Klasse ab 1.500 EUR Paarpreis vorherrscht, hoch, und natürlich drängen sich auch teurere Lösungen auf, deren Mehrpreis sich aber noch im Rahmen hält.

Mit einem Paarpreis von rund 3.200 EUR ist die Elac Vela BS 404 eine der teureren Alternativen, die sich in den Fokus spielt. Mit dem herausragend auflösenden JET 5 Hochtöner und einer ebenfalls sehr runden, zugleich klar-detailreichen Spielweise wird die Vela 404 zurecht viele Freunde finden. Hochklassig ist die Verarbeitung, hier aber rückt die R3 enorm nahe, denn auch sie verwöhnt mit überragender Verarbeitung. Akustisch löst die Vela im Hochtonbereich noch eine Idee besser auf, wirkt hier noch graziler, sensibler. Die R3 dafür ist schlichtweg eine der am gefälligsten spielenden Boxen, die wir kennen. Wie erwähnt, die teurere Elac glänzt auch mit enormer Harmonie, aber diese runden, nahtlosen Übergänge der R3 zeichnen sie ganz besonders aus.

Preislich in enger Nachbarschaft befindet sich die optisch klassisch gehaltene, ebenfalls sehr attraktive, kompakt bauende Quadral Aurum Galan 9. Rund 2.000 EUR bezahlt man hier fürs Paar, und bekommt einen überragenden Gegenwert dafür. Das äußerst impulstreue quSENSE-Bändchen brilliert im Hochtonbereich. Aber auch die Präzision im Bassbereich ist tadellos. Insgesamt spielt die R3 Meta nochmals runder auf, schafft noch etwas mehr Volumen, während die Galan noch einen Hauch Brillanz im Hochtonbereich oben draufsetzt. Ziehen wir hier ein Fazit, steht fest: Das Bessere ist des Sehr Guten Feind. Die R3 Meta spielt nämlich noch die höhere Pegelfestigkeit aus und die extrem hoch liegende Souveränität bei jeder Quelle.

Möcht man doch lieber einen Standlautsprecher? Dazu noch einen, der individuell aussieht und mit aufwändiger Technik bestückt ist? Hier würde sich die Q Acoustics Concept 50 zu einem Paarpreis von 2.600 EUR empfehlen. Klar gibt es aus dieser Serie auch Regallautsprecher, aber da die Standbox sehr schlank und elegant ausfällt, ist sie eine interessante, klangstarke Option mit einer überragenden Auflösung über den gesamten Frequenzbereich, einem präzisen Bass und einer wirklich guten, vielschichtigen Stimmwiedergabe.
Fazit

Der KEF R3 Meta ist ein erstklassiger Regallautsprecher, der von seinem neuen Besitzer keinerlei Kompromisse erwartet. Er kommt mit nahezu jedem Musikstil exzellent zurecht, er eignet sich aufgrund der runden, homogenen Auslegung perfekt für lange Hörsessions, ist pegelfest und hervorragend verarbeitet. Das Plus der Meta-Technologie manifestiert sich in mehr akustischer Klarheit und einem direkteren Klang, dem jegliches störendes Beiwerk fehlt. Der Schallwander liefert dank des Uni-Q-Treibers auch ein vom Timing her stimmiges akustisches Bild, in dem die musikalischen Ebenen einwandfrei auseinander differenziert werden. Mit 2.200 EUR Paarpreis ist die akustische und optische Schönheit der R3 Meta-Box nicht zu teuer bezahlt. Klares Fazit: Aktuell (Juli 2023) ist die R3 Meta der Maßstab ihrer Leistungsklasse, an der kein Konkurrent vorbeikommt.
Die KEF R3 Meta ist unter Berücksichtigung des Preis-/Leistungsverhältnisses derzeit der Maßstab ihrer Liga

Masterpiece Regallautsprecher
Test 06. Juli 2023
Test: Carsten Rampacher
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 06. Juli 2023
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Tags: KEF • Lautsprecher • Regallautsprecher






