TEST: Saxx CX 25 – ultraflacher Lautsprecher für alle akustischen Aufgaben?

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Nun hat auch Saxx einen flexibel einzusetzenden, flachen Lautsprecher im Angebot: Der coolSOUND CX 25 kommt auf faire 299 EUR Stückpreis und ist wahlweise in hochglänzendem Schwarz oder hochglänzendem Weiß im Angebot. Damit wird der im Markt verstärkten Nachfrage nach Boxen, die sich in nahezu jede Wohnumgebung perfekt integrieren lassen, Rechnung getragen. 

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CX 25 offen

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CX 25 Rückseite

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Standfuß von vorn

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Standfuß von hinten

Die sehr gute Verarbeitung – ganz gleich, ob Oberflächengüte oder Kantenverarbeitung – spricht für die CX 25. Ordentliche Lautsprecherkabel-Anschlussterminals und ein eleganter Standfuß, wenn man die 2-Wege-Box nicht an der Wand montieren möchte, sind nicht zu unterschätzende Vorzüge. Sehr gut: Die magnetisch haftenden und tadellos verarbeiteten Stoff-Abdeckungen für die CX 25. 5,7 kg wiegt eine CX 25, sie ist (Werte gelten bei vertikaler Aufstellung) 470 mm hoch, 192 mm breit und nur 110 mm tief. 

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13 cm Membran aus beschichtetem Papier

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Typisch Saxx, Teil 1: AMT-Hochtöner für enorme Impulstreue
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Typisch Saxx, Teil 2: „Firmen-Wimpelchen“ an der Stoff-Abdeckung

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Anschlussterminal mit Wahlschalter für die Aufstellung

Man kann die CX 25 in einem 2.0 oder einem 2.1 Setup betreiben, genauso denkbar ist ein Mehrkanal-Set nur aus CX 25. Auch an der Decke kann man den schicken Lautsprecher befestigen, möchte man ein dts:X oder Dolby Atmos-Setup einsetzen. 

Der Lautsprecher ist mit einem Bändchen-Hochtöner (AMT) in der Größe 3,3 x 2,6 cm bestückt und verfügt überdies über einen aktiven 13 cm Tiefmitteltöner, beide mit Membranen aus beschichtetem Papier. Für bessere Bass-Performance ist ein zweites passives 13 cm Chassis an Bord. Die 4-Ohm-Konstruktion weist eine durchschnittliche Empfindlichkeit von 83 dB auf und stellt Frequenzen zwischen 52 Hz und 31 kHz dar. Die für diese Preisklasse hoch liegende obere Grenzfrequenz ist ein Vorzug des extrem leichten, somit schnellen und impulstreuen AMT-Hochtöners, der die CX 25 in ihrer Preisklasse beinahe einzigartig macht. 

Klang

Wir starten mit „Desperado“ in der Variante von Diana Krall (Album „Wallflower“) in Flac 48 kHz/24-Bit Stereo. Und hier hinterlassen die beiden CX 25 Lautsprecher einen rundherum gelungenen Eindruck. Das Piano wird mit guter Balance wiedergegeben, und die Trennung von der Stimme Dianas gelingt souverän. Die Stimme selbst wirkt erstaunlich plastisch, auch die Tiefenwirkung der gesamten akustischen Vorstellung ist gegeben. Die tonale Gesamt-Charakteristik ist angenehm, und höheren Pegeln gegenüber fühlen sich die Saxx-Lautsprecher durchaus zugetan. Eine Dauerbelastbarkeit von 60 und eine kurzzeitige Belastbarkeit von 100 Watt sind tadellose Werte, die, wie unsere Erfahrungen zeigen, nicht nur auf dem bekanntermaßen geduldigen Papier Bestand haben. 

Auch bei „Don’t Dream It’s Over“ (vom gleichen Album) schlagen sich die CX 25 ausgezeichnet. Selbst die filigrane Harfe wird ansprechend herausgearbeitet. Wiederum kann die Stimmwiedergabe Pluspunkte sammeln. Die Stimme Dianas löst sich überdies gut von den Lautsprechern und verteilt sich sauber ausbalanciert im Hörraum. Die Streichinstrumente werden ebenfalls ohne Beanstandungen eingearbeitet. Im Tiefbassbereich tut sich erwartungsgemäß nicht wirklich viel. Ein Frequenzbereich von 52 Hz bis 31 kHz wird angegeben, das ist ordentlich, aber man merkt: Wer erhöhte Ansprüche im Bassbereich hat, sollte zusätzlich einen aktiven Subwoofer einsetzen. Mit dem deepSOUND DS-10 hat Saxx gleich den entsprechend kompakten und leistungsstarken aktiven Bass im Angebot. Für größere Set-Ups, also nicht 2.1, sondern 5.1 oder 5.1.2, im größeren Hörraum kann man auch auf den deepSOUND DS-12 zurückgreifen.  

„Diamante“ von Alessi liegt in Flac 96 kHz/24-Bit Stereo vor. Italienisches Flair wird von in Niedersachsen konzipierten Boxen wiedergegeben – klappt diese exotische Mischung? Klare Antwort: Auf jeden Fall. Denn er AMT-Hochtöner, der uns schon in anderen coolSOUND-Lautsprechern absolut überzeugt hat, leistet auch in der CX 25 ganze Arbeit. Gut gelungen ist die bei Bändchen-Hochtönern nicht einfach Anbindung an den Mitteltonbereich. Feine, kaum spürbare Übergänge sprechen für das Können der Saxx-Akustiker. Ganz gleich, ob die weibliche oder die männliche Stimme, die Herausarbeitung gelingt auf beachtlichem Level. Gerade, wenn man bedenkt, dass Pro CX 25 lediglich knapp 300 EUR den Besitzer wechseln, kann man äußerst zufrieden sein mit den klanglichen Ergebnissen.

Für hohe klangliches Vergnügen sorgt die Doppel-Bestückung mit 13 cm Tiefmitteltönern (1 x aktiv, 1 x passiv), in deren Mitte ist der Hochtöner eingeschlossen. Das solide Gehäuse aus MDF mit hoher Wandstärke erlaubt sich auch bei höherer Lautstärke keine störenden Gehäusegeräusche. Mit nur 110 mm Tiefe, 192 mm Breite (bei vertikaler Aufstellung) und 470 mm Höhe (bei vertikaler Aufstellung) lässt sich der Lautsprecher ohne größere Schwierigkeiten in beinahe jeder Hörumgebung unterbringen. Wer die CX-25 im Übrigen nicht an der Wand befestigten möchte, kann sie auch auf schicken und optisch gefällig integrierten Standfüßen unterbringen.

„River Towns“ von Mark Knopfler hören wir uns in 192 kHz/24-Bit Flac Stereo an. Etwas Punch im Bassbereich fehlt schon, das merken wir auch bei diesem recht beschaulichen Stück. Aber schlecht ist die Bassdarstellung nicht, wenn man das flache Gehäuse mit ins Kalkül zieht. Der Bass ist straff und präzise, das ist auf jeden Fall loben festzuhalten. Marks Stimme wird charismatisch und klar wiedergegeben, die Loslösung des Klangs von den Lautsprecher-Chassis gelingt auch diesmal wieder tadellos. Die einzelnen Instrumente werden ohne Fehl und Tadel voneinander getrennt. Dass die Detailauflösung bei teureren Boxen nochmals deutlich besser ist, dürfte klar sein – aber selbst für etwas gehobene Ansprüche reicht das aus, was die CX 25 in der Lage sind, aufzubieten. 

Richtig gut wird „Freedom Every Day“ von Torsten Goods (Flac, Stereo, 88,2 kHz/24-Bit) dargestellt. Hier ist sogar ansatzweise ein gutes Volumen herauszuhören, die Lebendigkeit überzeugt. Mit Esprit und Elan wird das Stück präsentiert – so schaffen die CX 25 eine ansprechende akustische Gesamt-Atmosphäre, die auch diesmal wesentlich von der gefälligen sowie authentischen Stimmwiedergabe mit getragen wird. Die Trennung der Stimme von den Instrumenten ist ausgezeichnet, überzeugend ist überdies die Weitläufigkeit der Präsentation. Gerade für kleinere Lokalitäten um die 15 Quadratmeter kann man die CX-25 ohne weiteres im 2.0 Layout verwenden. Nur, wer im Bassbereich auf „viel Bewegung“ Wert legt, sollte sich einen separaten aktiven Subwoofer zusätzlich anschaffen. 

Nun kommen wir zu Club-Tracks wie „Rise Up“ von Yves Larock in CD-Qualität (16-Bit/44,2 kHz) – und wir staunen nicht schlecht: Dynamisch, schwungvoll, mit durchaus wahrnehmbaren Bassbereich: Die CX 25 blamieren sich keinesfalls. Wir hatten eine weniger impulsive, weniger nachdrückliche Wiedergabe erwartet und staunten nicht schlecht, was aus den flachen Gehäusen an Energie entweicht. Pegelfest sind die schicken „Flachmänner“ auch – eine überragende Vorstellung der CX 25. Etwas schwieriger wird es nur beim Trance-Klassiker „Storm“ (von der Compilation „Mayday – The Complete Rave Generation“) mit dem enorm diffizil darstellbaren Bassbereich. Hier könnte etwas mehr Nachdruck nicht schaden, das akustische Ergebnis wirkt bei diesem Track, der wesentlich vom Bass lebt, etwas fade. Sehr viel besser gefällt uns Armin van Buurens „Save My Night“. Der Bass ist richtig schön trocken und erstaunlich hart, die Verteilung der elektronischen Effekte gelingt hervorragend. Impulstreu, wirklich schnell, und mit ordentlichem Nachdruck agieren die beiden CX 25, beeindruckend, wie lebendig die vokalen Anteile präsentiert werden. Die Vocals lösen sich überragend von den Lautsprechern. 

Konkurrenzvergleich

Nubert nuLine Set 2016 nuLine RS-54 Front Seitlich3

Die Nubert nuLine RS-54 sind harte Konkurrenz – wenn auch mit etwas anderer Ausrichtung. Eigentlich Aufsatz-Module, können die schwäbischen Hightech-Boxen auch an der Wand befestigt werden. Bei Nubert heißt dies „Dolby Atmos Multifunktionsbox“, und diese Bezeichnung trifft voll ins Schwarze. Hochwertige Verarbeitung und ein neutraler, dynamischer Klang sind generelle Vorzüge der nuLine-Lautsprecher von der Ostalb. Doch was die klangliche Auslegung angeht, so kann man die Saxx CS 25 als beinahe ebenso gelungen bezeichnen. Der Newcomer – lang ist Saxx noch nicht am Markt – hat schon zu einer beeindruckenden Leistungsstärke gefunden, und auch was High-Tech-Merkmale betrifft, wird dank AMT-Tweeter nicht gegeizt. Demnach also hat es Saxx in Rekordzeit geschafft, die Spitzenreiter des Establishments direkt und erfolgreich anzugreifen. 

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Natürlich hinkt dieser Vergleich gewaltig, denn die exzellente Elac WS 1665 kommt auf 1.000 EUR/Stückpreis. Doch mit Bändchenhochtöner, der von 2 Tiefmitteltönern eingeschlossen ist, verfolgt die WS 1665 ähnliche konstruktive Prinzipien wie die Saxx CS 25. Und selbst der Vergleich mit dem teuren Klang-Könner aus Kiel zeigt: Für nicht einmal 300 EUR das Stück leistet die CX 25 wirklich Hervorragendes. Die Auflösung des Saxx-Hochtöners erreicht natürlich nicht das Niveau eines der besten Hochtöners der Welt (Elac JET5), aber ist doch so gut, dass man nur verblüfft den Hut ziehen kann. Auch die akustische Gesamtauslegung ist in beiden Fällen homogen und schlüssig. 

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Echter Preisbrecher aus Schweden: Die XTZ Spirit 2 ist ein flacher, schicker, sehr gut verarbeiteter Lautsprecher für schmale 395 EUR Paarpreis. Fürs investierte Geld kann man nicht mehr erwarten: Sauberer, klarer Klang und eine tadellose akustische Homogenität. Dank des AMT-Bändchenhochtöners erzielen die CX 25 eine höhere Auflösung, zudem ist das Gesamt-Klangbild räumlich dichter und weitläufiger. Die CX 25 rechtfertigt den Mehrpreis somit ohne jeden Zweifel. 

Fazit

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„Was können die eigentlich nicht“, sollte man sich fragen, wenn man sich anschaut, was Saxx in kürzester Zeit an wirklich beachtlichen Lautsprechern auf den Markt gebracht hat. Es fehlte noch ein flacher, universell einsetzbarer Schallwandler, doch genau diesen brachten die Niedersachsen nun in Form des flachen, schicken und sehr gut verarbeiteten CX 25 auf den Markt. Klarer Klang, der famose AMT-Hochtöner und eine tolle Stimmwiedergabe und Räumlichkeit zeichnen die Box aus. Ganz gleich, ob im Stereo-Einsatz, in einem Mehrkanal-Setup oder als Deckenlautsprecher für die Wiedergabe von dts:X und Dolby Atmos – den Einsatzmöglichkeiten sind kaum Grenzen gesetzt. Der CX 25 klingt immer angenehm, ist pegelfest und sogar im für flache Lautsprecher kritischen Bassbereich zeigt er sich geschmeidig. 

Go, Saxx: Die nächste niedersächsische Ohrfeige fürs Establishment kommt in Form des flachen und klangstarken coolSOUND CX 25
ueberragend
Lautsprecher bis 300 EUR/Stück
Test 22. März 2017

Test: Carsten Rampacher
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 22. März 2017

 




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