TEST: Teufel LT 5 Complete – Mit DecoderStation 7 und AmpStation zum All-in-One-Spitzenreiter?

Teufel LT5 Complete Performance Gruppenbild2

Akustisch leistungsfähige Säulen-Systeme haben schon seit langer Zeit einen festen Platz im Teufel Lautsprecher-Portfolio. Die LT Aluminium-Säulenserie kombinierte stets exzellente Performance und ein schickes, schlankes Design für einfache Integration in die Wohnumgebung. Das große LT 7 musste weichen, das LT 5 stellt nun schon seit einiger Zeit die Speerspitze dieser Serie – und gerade ist Teufel mit einer Runderneuerung und neu entwickelten Komponenten an den Start gegangen. Dieser Testbericht soll sich aber nicht nur mit der neuen L-Variante des LT 5 (Säulen auch im Surround-Bereich), sondern mit dem „LT 5 Complete“ beschäftigen. „Complete“ deshalb, weil im Teufel-Paket auch die DecoderStation 7 als leistungsfähiger Vorverstärker sowie die brandneue AmpStation zum Einsatz kommt. Die Vor-/Endstufenkombination im Kompakt-Format sollen die ideale Elektronik zum neuen Säulen-Flaggschiff stellen – weitere Mitstreiter unerwünscht! Den Zuspieler ausgenommen, wird hier also das Rundum-Sorglos-Paket geboten, selbst HDMI- Lautsprecher-  und Cinch-Kabel sowie Subwoofer-Kabel sind mit dabei. Der Preis für top Heimkino-Sound in schickem Kleid im Wohnzimmer? 3.499 EUR!

Teufel LT5 Complete Performance FR Front Seitlich1

Eine der neuen LT 5-Säulen

Teufel LT5 Complete Performance FR Detail Front

Übergang Lautsprecher- und Säulengehäuse, Gitter aus Metall

Teufel LT5 Complete Performance FR Rueckseite Seitlich1

„Cleane“ Rückseite

Teufel LT5 Complete Performance FR Anschluesse

Die Anschlüsse sind bei den Säulen auf der Unterseite der Lautsprecher integriert

Teufel LT5 Complete Performance Center Front Seitlich3

Center-Lautsprecher

Teufel LT5 Complete Performance Center Rueckseite Seitlich

Rückseite des Centers

Teufel LT5 Complete Performance Center Anschluesse

Direkt in die Rückwand integrierte Terminals

Die grundsätzliche Formgebung des „alten“ LT 5 haben die Berliner Teufel beibehalten, im Detail wurde aber entschieden verändert und optimiert. Die hochglanzschwarze Lackierung weicht einer geschliffenen Aluminium-Oberfläche in mattschwarz-anthrazit. Ein moderner und elegant schlichter Look ist die Folge. Aus den transparenten Glas-Standfüßen wird ein Metallfuß, der zurückhaltend Anmut ausstrahlt und die Stoffgitter sind nun aus Metall gefertigt. Die Kombination zwischen den lackierten Metallgittern und der geschliffenen Alu-Oberfläche gelingt exzellent.

Die Lautsprecherkomponenten strahlen Wertigkeit und Chic aus, auch die Verarbeitung ist bis auf Kleinigkeiten im Detail, wie ein nicht 100% akkurat sitzendes Lautsprechergitter, hervorragend. Grobes Spaltmaß oder auffallend unsaubere Materialübergänge sind nicht zu entdecken. Auch die Seitenwangen am Center bzw. die Abdeckungen an den Säulen sind aus Metall, allerdings lackiert und nicht im geschliffenen Alu-Look. Die Lautsprecherterminals sind, abgesehen vom Center, auf der Unterseite der Lautsprecher angebracht. Durch die Sockelplatte und die darauf montierten Spikes ist aber selbst für die meisten Bananenstecker ausreichend Platz – wer die Lautsprecherkabel direkt anschließt, hat ohnehin keinerlei Probleme.

130mm Tieftöner, 80mm Mittelton-Konus und eine 25mm Gewebe-Hochtonkalotte kommen zum Einsatz. Die geschlossenen 3-Wege-Lautsprecher weisen eine Empfindlichkeit von 88 dB auf. Der Frequenzbereich ist mit 90 bis 22.000 Hz angegeben. Die Abmessungen betragen 16 x 126 x 14 cm (BxHxT) und ein Lautsprecher kommt auf ein Gewicht von knapp 20 kg.

Teufel LT5 Complete Performance US8112 Front Seitlich

Der US8112 Subwoofer

Teufel LT5 Complete Performance US8112 Front Seitlich2

Frontfiring-Prinzip

Teufel LT5 Complete Performance US8112 Tieftoener

30cm Woofer

Teufel LT5 Complete Performance US8112 Unterseite

Großzügig dimensionierte Standfüße

Teufel LT5 Complete Performance US8112 Rueckseite Seitlich

Rückseite des US 8112 Subwoofers

Teufel LT5 Complete Performance US8112 Bedienelemente

Einstellungsmöglichkeiten des Teufel-Subwoofers

Der Subwoofer im Lieferumfang des LT 5 Sets heißt US 8112 SW, arbeitet nach dem Frontfiring-Konzept – strahlt also nach vorne ab – und offeriert laut Angaben des Herstellers einen Frequenzbereich von 28 bis 200 Hz. An Sinus-Leistung bringt aktive Sub 250 Watt mit. Das Gehäuse ist foliert und, abgesehen von den vorderen Kanten am Übergang zur Schallwand, ist die Folie sauber und akkurat auf dem MDF-Material aufgetragen, auch die gerundeten Kanten an der Rückseite sind gelungen. Das 30cm Zellulose-Chassis ist exakt eingepasst und verschraubt. Auch das Lautsprechergitter, das ebenfalls an einer MDF-Konstruktion aufgebracht ist, macht einen sehr soliden und stabilen Eindruck. Die Füße sind sehr gut dimensioniert und sorgen für hohe Standfestigkeit des Subwoofers, gleichzeitig garantiert die ausreichende Bodenentkopplung genügend Freiraum für die Bassreflexöffnungen nach unten. Natürlich ist der Subwoofer nicht ganz so leicht im Wohnraum zu kaschieren, durch seine schlichte und klassische Form drängt er sich aber auch nicht zu stark in den Vordergrund.

Das nach hinten versetzte Anschlussfeld beherbergt verschiedene Einstellungsmöglichkeiten. Darunter natürlich die Pegel- und Phaseneinstellung, außerdem Auto-Level und HP-Filter. Da der Subwoofer über eine automatische Einschalt-Funktion verfügt, ist die Auto-Level Funktion sinnvoll. Diese regelt die Eingangsempfindlichkeit – High sollte man wählen, wenn sich der Subwoofer nicht automatisch einschaltet, in Richtung Low sollte man gehen, wenn sich der Subwoofer ungewollt einschaltet. Mit dem HP-Filter kann man das Dröhnen in kleineren Räumen verhindern, indem Frequenzen unterhalb der gewählten Einstellung abgeschwächt bzw. ausgeblendet werden.

Teufel LT5 Complete Performance Decoderstation7 Front Seitlich1

DecoderStation 7

Teufel LT5 Complete Performance Decoderstation7 Bedienelemente Front1

LS-Regler mit Drucktaste

Teufel LT5 Complete Performance Decoderstation7 Display

Display der DecoderStation 7

Teufel LT5 Complete Performance Decoderstation7 Bedienelemente Front2

Quellenwahl am Gerät

Teufel LT5 Complete Performance Decoderstation7 Anschluesse1

Anschlüsse an der Rückseite der DecoderStation 7

Teufel LT5 Complete Performance Decoderstation7 Fernbedienung

Mitgelieferte Fernbedienung

Die DecoderStation 7 kennen wir bereits aus dem Cubycon 2 Complete Test. Der kompakte Vorverstärker überzeugt durch eine hochwertige Haptik und seinen schicken Look. Integriert sind Dekoder für Dolby TrueHD und DTS-HD MA sowie die Möglichkeit, ProLogicII und DTS: Neo 6 zu nutzen.

Auf der Rückseite befindet sich der analoge Mehrkanalausgang für bis zu 7.1 Kanäle. Wird nur ein 5.1 Set verwendet, kann man die Anschlüsse für die Rear-Kanäle zur Nutzung eines Stereo-Setups in einer zweiten Zone nutzen. An Eingängen sind zwei analoge Cinch-Slots sowie zwei koaxiale und ein optischer Digitaleingang vorhanden. Die drei HDMI-Eingänge sowie der eine HDMI-Ausgang sind vom Standard 1.4a. Eingehende Signale werden weitergereicht, ein Upscaling oder eine Bearbeitung der Videosignale findet nicht statt. Die Stromzufuhr erfolgt über das mitgelieferte Netzteil.

Netzwerkfunktionen gibt es nicht, ein On-Screen-Menü mit System- und Lautsprechereinstellungen ist aber vorhanden. Bevor wir uns die Benutzeroberfläche und das Handling genauer ansehen, werfen wir einen Blick auf die neue AmpStation.

Teufel LT5 Complete Performance Ampstation Front Seitlich

Teufel AmpStation – Endstufe im Kompaktformat

Teufel LT5 Complete Performance Ampstation Display

VU-Meter an der Gerätefront

Teufel LT5 Complete Performance Ampstation Rueckseite Seitlich

Rückseite mit LS-Anschlüssen und 7.1 Analog-Eingang

Teufel LT5 Complete Performance Ampstation Anschluesse2

LS-Terminals im Detail

Die AmpStation passt vom Design her perfekt zur DecoderStation und stimmt auch, für perfekte Integration ins AV-Rack, beim Rastermaß mit dem Vorverstärker überein. Die Lüftungsschlitze sind ebenfalls so konzipiert, dass, auch wenn die DecoderStation auf der AmpStation steht, noch Luftzirkulation herrscht. Die LS-Anschlüsse der Rückseite müssen, schlichtweg aufgrund des Platzmangels, ein wenig einfacher ausgeführt sein, als die der LT 5 Lautsprecher. Die VU-Meter vorne sind ein netter Blickfang und die Kombination DecoderStation + AmpStation macht wirklich einen eleganten Eindruck trotz kompakter Form. Bei geringem Umgebungslicht ist der Ausschlagsmesser aber leider fast nicht zu erkennen.

Die kompakte Form und das stimmige, schlichte Design sind klare Stärken der Kombination aus DecoderStation und AmpStation. Wie sieht es leistungsmäßig aus? TAS5611 Class D Verstärker von Texas Instruments mit einem Frequenzgang von 40 kHz und einem Rauschabstand von -105 dB kommen zum Einsatz. Mit insgesamt acht Kanälen kann ein 5.1 System plus zwei zusätzliche Lautsprecher oder ein 7.1 System befeuert werden.

Erinnern wir uns an das Cubycon 2 Complete zurück, bei dem die Kabel zuerst zum Subwoofer geführt werden mussten, in dem dann die 6-Kanal Endstufe beheimatet war, so gefällt uns die Lösung mit der ausgelagerten AmpStation besser. Nicht nur, dass wir keine langen Kabel zum Subwoofer ziehen müssen, auch im Rack macht sich die Kombination sehr schick.

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Die graphische Benutzeroberfläche der DecoderStation 7 – hier Surround-Modus auswählen

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Mit verschiedenen Methoden kann man eingreifen

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weitere Klangeinstellungen

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Spezifischer Eingriff in den Frequenzgang einzelner Lautsprecher

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Pegeleinstellung

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Zuweisung verschiedener Eingänge

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Hier lohnt ein kurzer Blick in die Bedienungsanleitung

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Abstände der Lautsprecher festlegen

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Verschiedene Systemeinstellungen, u.a. System-Sprache, Reset, etc.

Die Benutzeroberfläche der DecoderStation 7 ist sowohl im Bezug auf die Optik als auch des Handlings sehr einfach gehalten. Das Menü gliedert sich in verschiedene Kategorien wie Lautsprecher, Klangsteuerung, Pegeljustierung, etc. und bietet dann weitere Sub-Menüs. Am wichtigsten zur korrekten Einstellung des LT 5 Complete ist natürlich das Lautsprecher-Setup. Unter LS-Konfiguration kann man neben der Phaseneinstellung des Subwoofers für alle drei HDMI-Eingänge ein Audio-Delay in 10 ms-Schritten von 0 bis 200 ms festlegen, außerdem die Lautsprechergröße, die Trennfrequenz und den Abstand der Komponenten.

Die Größeneinstellung ist ohne Zuhilfenahme der Bedienungsanleitung etwas undurchsichtig, so bedeutet etwa die Einstellung SSSS1, dass alle Lautsprecher klein und 1 Subwoofer vorhanden ist – ein Blick in die BDA genügt aber.

Die „System-Konfiguration“ lässt die Einstellung von HDMI CEC und den Audio Return Channel ARC zu, außerdem die automatische Abschaltfunktion, den gewünschten Einschaltpegel, die Festlegung ob es sich um ein 5.1 oder 7.1 Set handelt und einen System Reset zu. Außerdem kann man zwischen deutscher und englischer Sprache wählen.

Den HDMI-Eingängen kann man zudem andere Audio-Eingänge zuweisen, der Quellenpegel kann einzeln festgelegt werden und den Pegel der einzelnen Lautsprecher kann natürlich eingestellt werden. Ein Test-Ton darf hierbei natürlich nicht fehlen, der über die „TEST“-Taste auf der Fernbedienung gestartet wird. Der Equalizer umfasst folgende Bänder 60 Hz, 125 Hz, 250 Hz, 500 Hz, 1 kHz, 2 kHz, 4 kHz, 8 kHz und 16 kHz. Zur Sound-Anpassung steht ein Regler für Treble und Bass zur Verfügung.

Wie bereits beim damaligen Test im Cubycon 2 Complete angemerkt, sind wir von der Bedienfreundlichkeit der DecoderStation nicht vollends überzeugt. Natürlich bieten sich viele Einstellungsmöglichkeiten, ein automatisches Einmess-System wäre aber, gerade für weniger versierte Anwender, eine enorme Erleichterung – selbst, wenn es sich nicht um eine akustische Raumoptimierung sondern lediglich die essentiellen Lautsprechereinstellungen handelt. Auch multimediale Funktionen oder zumindest ein Bluetooth-Modul, damit man diese Funktionen per Smartphone abdecken kann, wären sehr sinnvoll.

Teufel LT5 Complete Performance Gruppenbild1

LT 5 Complete

Den Anfang unserer Klang-Testreihen übernimmt die 2L – The Nordic Sound Blu-ray mit ihren klassischen, aber auch experimentellen Klängen. Die Kombination aus LT 5 und der Teufel „Complete“ Elektronik offeriert einen eher hellen und klaren Sound, der von einer sehr dichten und geschlossenen Surround-Atmosphäre geprägt ist. Mit erstaunlichem Sinn fürs Detail werden feindynamische Segmente sehr gut herausgearbeitet und kommen in der transparenten Kulisse ausgezeichnet zum Tragen. Die Ausprägung der Aluminium-Säulen ist unverkennbar. Wir wollen den Klang nicht als fordernd bezeichnen, er lullt den Zuhörer aber auch nicht ein oder umschmeichelt das Gehör ausschließlich, sondern lädt zu gewissenhaftem Hören ein. Mit einer sauber gestaffelten Bühnenanordnung hat das Ensemble keinerlei Probleme, eine weite und tiefe Bühne wird präsentiert und auch die einzelnen Instrumente sind klar differenziert. Auch die einzelnen Geigen zu unterscheiden, stellt kein Problem dar. Der Subwoofer spielt hier präzise und exakt auf. Er greift – und so soll es hier auch sein – nur zurückhaltend ein.

Klar und ausdrucksstark gelingen auch die Klaviere bei Mozarts Sonate für zwei Pianos „Dena Piano Duo“. Die Teufel Komponenten agieren schnell und impulstreu. Auch der prägnante Charakter des Tasteninstrumentes wird gut erfasst. Im Zusammenspiel fällt die Differenzierung der beiden Tonerzeuger leicht. Leichtfüßig und spielerisch wird präsentiert, gleichzeitig mit einer klar definierten Bühnenstaffelung und Acht auf die Details. Etwa bei Minute drei des Duos fehlt uns ein wenig ein substantiellerer Auftritt, der kräftige Eindruck der massiven Instrumente, in den folgenden Sekunden profitiert der Zuhörer aber direkt wieder von der flinken Reaktion der Schallwandler und wird von der Dynamik, im feinen wie im groben, eingefangen. Die hervorragende Detailfreudigkeit erkennt man auch exzellent beim „Cikada Duo“ von Arne Bordheim, dass überbordend mit kleinen und blitzschnellen akustischen Elementen der Percussion-Instrumente gefüllt ist. Auch hier spielt eine hervorragende Dynamik eine große Rolle, und diese liefern die LT 5 Komponenten sofort und präzise. Der Sub wird hier etwas mehr gefordert und ist blitzschnell zur Stelle, wenn es darauf ankommt. Trotz des nicht allzu komplexen Geschehens fühlt man sich als Zuhörer von der geschlossenen und dichten Kulisse vereinnahmt.

Auch beim Konzert in Melbourne der Eagles der Farewell Tour – Track „Heartache Tonight“ spürt man sofort die dichte Atmosphäre und das harmonisch geschlossene Surround-Umfeld, dass die Säulen-Komponenten etablieren. Man fühlt sich als Konzertbesucher und nicht als Außenstehender. Sowohl die Vokalstimme als auch die Gitarren wirken sehr klar und stellen sich ein wenig in den Vordergrund. Die übrige Bühne wird aber kaum vernachlässigt, ist ausgezeichnet zu differenzieren, großzügig dimensioniert und sauber gestaffelt. Das Schlagzeug gefällt ebenfalls mit Ausdrucksstäkre und Kraft, bei auffallend höherem Pegel und komplexem Geschehen könnte der Sub noch einen Tick flinker agieren, das ist aber bereits „Meckern auf hohem Niveau“, denn zumeist wird präzise auf den Punkt und sauber agiert, ohne zu übertönen und zu stark in die oberen Frequenzbereiche einzugreifen. Auch Struktur ist vorhanden, wenn auch nicht 100% in allen Facetten ausgeprägt. Wie bereits erwähnt, fordern die LT 5 schon ein wenig zum gewissenhaften Hören, klingen etwas heller und brillianter als manch andere Teufel-Komponenten. Wirklich anstrengend oder gar unangenehm wird das Complete Set aber nicht, auch im hohen Pegel-Bereich. Der Vorteil ist zudem eine sehr definierte und sauber gestaffelte Bühne. Wer auf den satten Stahlsaiten-Sound steht, wird sich mit dem LT 5 bei „Hotel California“ pudelwohl fühlen. Als die Blechbläser einsetzen und das eindrucksvolle Ensemble komplettieren bleibt das Set absolut souverän, auch die harten Bass-Schläge kommen voluminös auf den Punkt.

Elektronisch flott legt Dj Tiesto bei seiner „Elements of Life“ Tour los. Die zweite Disc beherbergt mit „Traffic“ und „Back in Your Head“ schon zu Beginn zwei treibende, gleichzeitig melodisch ansprechende Titel, die das gesamte System und insbesondere den Subwoofer, zu Höchstleistungen herausfordert. Der US 8112 ist mit harten und voluminösen Bass-Schlägen sofort zur Stelle, wenn auch der Tiefgang und die subsonische Kraft noch Luft nach oben bietet. Die Präzision und Geschwindigkeit des mit einem 30cm Chassis arbeitenden LFE ist hoch, etwas mehr Durchschlagskraft in den unteren Grenzfrequzenen würde uns gefallen, allerdings wird schon jetzt für tolle Club-Atmosphäre gesorgt und auf das Tanzfeld geladen. Beim Übergang zu Back in Your Head liefert der Sub etwas mehr von dem, was wir uns schon vorher gewünscht hätten und produziert ein sattes, sehr tiefes Fundament, das in der Magengrube hängen bleibt. Das komplexe und schnelle Geschehen, das auch von Vokalstimmen begleitet wird, ist klar definiert. Auch die ausgewogene und dichte Surround-Kulisse umschließt den bzw. die Zuhörer wieder gekonnt. Bei Klaus Badelts „He’s a Pirate“ im Remix des niederländischen DJs und Musikproduzenten entwickelt das LT 5 ein enorm mitreißendes, dynamisches Erlebnis und definiert einzelne akustische Details hervorragend aus.

Bei den ganzen musikalischen Ausführungen darf natürlich auch der Filmton nicht unerwähnt bleiben. Der zweite Teil von Avengers naht – noch müssen wir aber noch auf die Veröffentlichung am Big Screen warten und uns mit dem ersten Teil der Vereinigung der Marvel-Helden begnügen. Wir erwarten gespannst „Loki’s Arrival“ im ersten Kapitel der Blu-ray Disc. Schon vorher zeigen die LT 5 Komponenten eine ausgewogene und harmonische Kulisse, die den Zuschauer auf die kommenden Action-Sequenzen einstimmt. Front- und Surround-Lautsprecher arbeiten exzellent zusammen und transportieren akustische Elemente nahtlos in alle notwendigen Richtungen. Als die „Tür zum anderen Ende des Universums“ ihre Pforte öffnet, entwickelt der Subwoofer enorme Kraft und stattet das akustische Gebilde mit einem tiefen und breitflächig angelegtem Fundament aus. Im zweiten Kapitel geht es noch actiongeladener zu und auch hier leistet der Subwoofer viel, bei den Autofahrten fählt uns ein wenig das charakteristische Motorenprofil, bei all den akustischen Elementen ist es aber nicht vollends ausgeprägt, Power und Volumen ist aber satt vorhanden. Die Säulen-Komponenten mit Center liefern eine absolut glaubwürdige und dicht gedrungene Kulisse, die den Heimkino-Besucher mit ins Geschehen nimmt, auch beim Helikopterabsturz zieht sowohl der Subwoofer als auch danach beim Absturz die Surround-Lautsprecher den Zuschauer direkt mit ein. Die Dialoge bleiben stets verständlich und überzeugen mit eigener Stimmcharakteristik der einzelnen Protagonisten.

Auch bei Inceptions stets präsenten Score und unausweichlich spannender Atmosphäre liefern die Teufel-Komponenten ein sehr eindrucksvolles Surround-Erlebnis. Sowohl die Front- und Surround-Komponenten als auch der Subwoofer arbeitet exzellent zusammen, so dass ein sehr authentischer, balancierter Sound-Teppich entsteht. Bei starken Explosionen ist der LFE sofort zur Stelle und liefert kraftvolle, voluminöse Effekte sowie ein tiefgründiges Fundament. Die helle, klare Ausprägung der Komponenten kommt hier nicht zu sehr zum Tragen, dafür profitieren die Teufel-Lautsprecher von der Brillianz und Feindynamik, die uns schon bei der Musikwiedergabe aufgefallen ist. Die Pegelfestigkeit des LT 5 bedarf keiner Kritik, selbst größere Wohnzimmer oder gar eine schick eingerichtete Heimkinohöhle kann beschallt werden, auch die Kraft des Subwoofers reicht problemlos aus. DecoderStation 7 und AmpStation stellen ein durchdachtes Konzept, dass mit den Leistungsanforderungen des geschlossenen Säulensystems keine Probleme hat.

Ein derart leistungsfähiges Komplett-System ist nicht nur in dieser Preisregion, sondern prinzipiell am Markt, sehr schwer zu finden. „Komplett-System“ möchten wir es gar nicht nennen, da man hier schnell in die Schublade der preisgünstigen und akustisch nicht unbedingt performanten „Plastik-Bomber“ der großen Konzerne. Komplett ist man bei Teufel in dem Sinne, dass man sich nicht um die Kombination von Lautsprecher und AV-Receiver/Verstärker kümmern muss und essentielle Kabel wie Cinch und HDMI beiliegen. In ähnlicher Preisliga, wenn auch nicht inklusive Elektronik, spielt das neue Heco Celan GT Set plus New Phalanx 302 Subwoofer. Die MDF-Gehäuse der Heco Lautsprecher sorgen natürlich für eine andere, etwas wärmere Auslegung. Die Hecos sind insgesamt etwas wärmer, werden aber bei höherem Pegel spitzer, während die etwas helleren Teufel-Säulen ihre Charakteristik auch im oberen Pegelbereich beibehalten. Das Heco Set begeistert besonders im Musikbetrieb, die Teufel liefern hier auch exzellente Performance und bieten gleichzeitig beim Filmton ein sehr homogenes Klangbild mit dichter und intimer Atmosphäre. Preislich höher liegt das kürzlich geteste XTZ Cinema 5.1 Set. Das Mehrkanal-System liefert besonders beim Filmton eine überragende Räumlichkeit und ebenfalls dichte Atmosphäre. Hier kommen hinten Dipole für ein sehr weiträumiges, eher diffuses Klangbild zum Einsatz. Bei Musik gefällt uns das Teufel Set sogar ein wenig besser, auch wenn die Front-Kulisse des XTZ sauber geschlossen und gut gestaffelt ist. Optisch muss einem das Cinema 5.1 Set gefallen. Es passt wohl insgesamt besser ins Heimkino, während die Teufel Säulen auch perfekt im Wohnzimmer Platz finden. Wie bereits ein erwähnt, fällt ein direkter Vergleich schwer, da das Complete System nicht nur einen definierten Einsatzbereich hat, sondern auch als All-In-One-Lösung mit überragender Performance begeistert.

Fazit

Teufel LT5 Complete Performance Gruppenbild2

Das LT 5 Complete ist ein Komplett-System! Das LT 5 Complete ist kein Komplett-System! Ja, es ist ein Komplett-System, weil es sowohl Lautsprecher-Komponenten und Elektronik sowie sämtliches, notwendiges Equipment dabei hat. Nein, es ist kein Komplett-System, da es akustisch klar in einer anderen Liga spielt, wie die meisten All-In-One-Lösungen.

Die Säulen-Lautsprecher aus Aluminium haben konstruktionsbedingt eine etwas hellere Ausprägung, sind aber nicht fordernd oder anstrengend und begeistern den Zuhörer mit detailvollem sowie sehr dynamischem Sound. Außerdem schaffen die Komponenten eine sehr ausgewogene Kulisse mit sehr dichter und fülliger Atmosphäre. Der Subwoofer agiert kräftig und voluminös. Die Verarbeitung ist solide und auch die Materialwahl gefällt haptisch wie optisch. Die Defizite der DecoderStation bleiben uns weiterhin erhalten, die dedizierte AmpStation gefällt uns aber, auch aus logistischen Gründen, besser als die Integration der Endstufen im Subwoofer. Schade nur, dass man den Ausschlag der VU-Messer selbst bei Licht nur rudimentär nachvollziehen kann. Das leistungsfähige System befeuert ein größeres Wohnzimmer oder ein etwas extravagantes Heimkino ohne Probleme und begeistert selbst anspruchsvollere Hörer mit ausgezeichneter akustischer Performance. Integrierte Multimedia-Features, ein automatisches Einmess-System und eine ansprechendere Benutzeroberfläche wären „das Pünktchen auf dem i“.

Schick, leistungsstark und einfach im Handling – Das LT 5 Complete ist die All-In-One System-Lösung für anspruchsvolle Hörer
ueberragend
31.03.2015

+ Hohe akustische Leistungsfähigkeit
+ Pegelfest und souverän
+ Dynamik und Räumlichkeit
+ Hohe atmosphärische Dichte
+ Geschlossene, ausgewogene Kulisse
+ Zueinander passende Komponenten
+ Schicke, elegante Optik

– DecoderStation 7 bietet Potential
– VU-Meter-Anzeige schwer nachvollziehbar

 

Test: Philipp Kind
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 31.03.2015




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