TEST: Dali Rubicon LCR + Subwoofer P-10 DSS – Der Maßstab im Wohnzimmer?

Dali Rubicon LCR Surround Gruppenbild3

Die fünf neuen Modelle der RUBICON-Serie von Dali wurden nach zwei Jahren Entwicklungszeit im Frühjahr 2014 auf der High End in München vorgestellt. In den, im Vergleich, preisgünstigeren Komponenten stecken wesentliche technologische Besonderheiten der EPICON-Serie . Dazu gehört vor allem der auf dem Werkstoff SMC basierende Antrieb „Linear Drive System“, der auch in der in der RUBICON-Serie zum Einsatz kommenden, abgeänderten Form, für geringste Verzerrungen sorgt. Nachdem wir im Herbst bereits die Rubicon 8 als Spitzenmodell der Serie testen konnten, sind nun eine Garde Rubicon LCR in der Redaktion eingetroffen. Trotz kompakter Abmessungen gelten die LCR-Komponenten als vielseitig und flexibel. Für Stereo oder dem Einsatz im Heimkino gleichermaßen geeignet, kann der nur 14 cm tiefe Lautsprecher an der Wand montiert oder im Regal aufgestellt werden, dank der drehbaren Hybrid-Hochtoneinheit kann er sogar horizontal und vertikal betrieben werden.

„Die besten Produkte in der jeweiligen Klasse anbieten“, eine Maxime, die sich der dänische Lautsprecher-Hersteller auf die Fahnen geschrieben hat. Mit dem Technologie-Transfer vom Epicon-Lautsprecher zur günstigeren Rubicon-Serie und hauseigener Fertigung der Chassis und des Antriebs ist der Weg geebnet. Ob die Komponenten auch im Praxisbetrieb überzeugen, klären wir im Testbericht. Die Rubicon LCR sind zur UVP von 999 EUR/Stück zu haben. Wir kombinieren die Lautsprecher mit dem leistungsstarken SUB P-10 DSS für 2199 EUR.

Dali Rubicon LCR Surround Speaker Front Seitlich1

RUBICON LCR

Dali Rubicon LCR Surround Speaker Front Seitlich3

Ohne LS-Gitter

Dali Rubicon LCR Surround Center Seitenansicht

Sehr solide Detailverarbeitung

Dali Rubicon LCR Surround Speaker Rueckseite Seitlich

Rückseite

Dali Rubicon LCR Surround Center Anschluesse

Hochwertige Schraubterminals

Dali Rubicon LCR Surround Center Wandhalter

Schlüsselloch-Wandhalterung

Optisch geht man bei Dali keine großen Risiken ein. Natürlich wirken die LCR-Lautsprecher aufgrund ihrer geringen Tiefe von 14 cm nicht so klassisch wie die traditionelle Formensprache einer Rubicon 8, dennoch versprühen die Komponenten eine schlichte Eleganz. Die Kanten des hochglanzschwarz lackierten Lautsprechers sind gerundet und die Lackierung wirkt tief sitzend und sauber. Nimmt man das Lautsprechergitter ab, kommen kleine, moderner wirkende Akzente zum Vorschein. Die Chassis sind absolut akkurat in der Schallwand integriert, aufgrund der Rundung des Gehäuses ragen sie links und rechts leicht darüber hinaus. Der Kontrast des schwarzen Gehäuses und dem matten Silber des Aluminiumkorbes verstärkt den edlen Eindruck. Das Lautsprechergitter ist in Ordnung, wird dem hochwertigen Anspruch aber nicht vollends gerecht und wird mit vier Kunststoffstiften am Lautsprecher befestigt.

Die Rückseite ist zum Teil aus Kunststoff, zum Teil aus Metall gefertigt. Zu den Elementen aus Metall zählen die beiden Schlüsselloch-Wandhalter, die eine solide Wandmontage garantieren. Die Lautsprecherterminals sind gekapselt, vergoldet und machen einen insgesamt sehr hochwertigen Eindruck, Kabel mit großzügigem Durchmesser oder Bananenstecker können natürlich verwendet werden. Wird der LCR nicht an der Wand befestigt, sorgen vier Gumminoppen an der Unterseite für festen Stand. Eine weitere Besonderheit der Rückseite sind die zwei Metallplatten im unteren Bereich des Schallwandlers. Es handelt sich bei den LCR nämlich nicht, wie man leicht vermuten könnte, um geschlossene Lautsprecher sondern um Bassreflex-Konstruktionen. Damit die Luftzirkulation bei einer Wandmontage nicht beeinträchtigt wird, leiten die Metallplatten die Luft der Bassreflex-Ports nach unten ab.

Neben unseren sehr klassischen – und für die Heimkino-Höhle prädestinierten – Modellen in hochglänzendem Schwarz sind die RUBICON LCR auch in Weiß sowie „Rosso Veneer“ und „Walnut Veneer“ erhältlich.

Dali Rubicon LCR Surround Center Hochtoener

Hybrid-Hochtoneinheit einzeln

Dali Rubicon LCR Surround Center Hochtoener Detail2

Bändchen-Hochtöner

Dali Rubicon LCR Surround Center Hochtoener Detail1

„Unterhalb“ agiert die Gewebekalotte

Dali Rubicon LCR Surround Center Hochtoener Ausgebaut

Rückseite der Hybrid-Hochtoneinheit

Dali Rubicon LCR Surround Center Tiefmitteltoener

Tiefmitteltöner der LCR

Dali Rubicon LCR Surround Center Tiefmitteltoener Ausgebaut2

Tiefmitteltöner mit SMC-Magnetantrieb

In allen Lautsprechern der RUBICON-Serie kommen Tiefmitteltöner mit DALIs SMC „Linear Drive System“ zum Einsatz. Durch den Einsatz des Werkstoffes SMC (Soft Magnetic Compound) werden Verzerrungen im Magnetantrieb erheblich reduziert. Das Material kombiniert eine hohe magnetische Leitfähigkeit bei gleichzeitig sehr geringer elektrischer Leitfähigkeit und realisiert so einen sehr leistungsfähigen Antrieb ohne Klangverfärbungen. Bisher war dieses spezifische Magnetsystem nur den höherpreisigen Schallwandlern im Dali-Sortiment vorbehalten und der Transfer in günstigere Lautsprecher erwies sich als sehr schwierig. Nach zahlreichen Versuchen stellte man fest, dass bereits bei der Verwendung eines aus SMC bestehenden Polstückes, das von einer Kupferkappe abgedeckt wird und in einem großen Ferritmagneten eingeschlossen ist, eine erhebliche Verbesserung der Klangqualität erfolgt. Der positive Effekt des SMC-Materials ließ sich so ohne überdurschnittlich gestiegene Kosten auf preisgünstigere Lautsprecher übertragen und kommt nun in den LCR zum Einsatz.

Eine Holzfaser-Konusmembran mit gewollt ungleichmäßiger Oberflächenstruktur zeichnet sich für die Schallwandlung verantwortlich. Der Konus ist von einer weichen Gummisicke eingefasst, damit sich die Membran ohne Energieverluste bewegen kann. Die Membran hat einen Durchmesser von 6,5 Zoll und spielt auf bis zu 59 Hz hinunter.

In dem Hybrid-Hochtonmodul wird eine 29mm Gewebekalotte mit einem 17x45mm Bändchen-Hochtöner kombiniert, was eine sehr detailreiche und gleichzeitig durchhörbare, räumliche Wiedergabe garantiert soll. Der Bändchen-Hochtöner, vier Bänder aus leitfähigem Material bilden hier die aktive Membran, übernimmt dabei den Frequenzbereich von 14-30 kHz, darunter agiert die Hochtonkalotte bereits ab 2,5 kHz. Neben der hohen Bandbreite wird dabei auch eine gleichmäßig horizontal und breite Abstrahlung sichergestellt.

Dali Rubicon LCR Surround Center Front Seitlich3

LCR mit um 90° gedrehter Hybrid-Hochtoneinheit für horizontalen Einsatz

Die RUBICON LCR-Lautsprecher stehen für Flexibilität. Obwohl sich fünf identische Komponenten exzellent für den Einsatz im Heimkino eignen, sollen die Schallwandler auch im HiFi-Setup als Stereopaar brillieren. Doch nicht nur beim Einsatzzweck sind die dänischen Komponenten vielseitig, auch die Aufstellung soll so einfach wie möglich gestaltet werden. Die LCR können vertikal und horizontal gestellt werden und bieten dabei identische akustische Qualität. Für den horizontalen Einsatz wird die Hybrid-Hochtoneinheit nach Lösung der vier Spax-Schrauben dabei einfach um 90° gedreht.

Das ist sehr praktisch, denn wenn ein Set aus fünf identischen Komponenten als Surround-System zum Einsatz kommt, ist eine horizontale Aufstellung des Centers häufig unumgänglich. Gerade weil die RUBICON LCR durchaus wohnraumfreundlich sind und womöglich nicht ausreichend Platz für eine vertikale Aufstellung unterhalb des TV-Gerätes oder der Leinwand vorhanden ist.

Dali Rubicon LCR Surround P-10 DSS Front Seitlich2

Dali SUB P-10 DSS

Dali Rubicon LCR Surround P-10 DSS Rueckseite Seitlich1

Downfire-Aktivsubwoofer mit Class D-Endstufe

Dali Rubicon LCR Surround P-10 DSS Tieftoener Seitlich

Seitlich zwei Passivmembranen

Dali Rubicon LCR Surround P-10 DSS Anschluesse Bedienelemente

Rückseite mit Anschluss-Sektion und Bedienelementen

Dali Rubicon LCR Surround P-10 DSS Innenleben

Innenelektronik

Wir haben uns für den SUB P-10 DSS zur Kombination mit unseren LCR-Komponenten entschieden. Der Dali-Subwoofer konnte uns in einem erfolgreichen Einzeltest bereits restlos überzeugen und eignet sich auch vom Formfaktor her als perfekter Partner für unsere Schallwandler. Das verwindungssteife MDF-Gehäuse ist in 10 Schichten hochglanzschwarz lackiert und bietet mit 370 x 340 x 340 mm extrem kompakte Abmessungen. Darin steckt ein Downfire-Woofer und zwei Passivmembranen mit identischem Durchmesser von 10 Zoll. Die Fertigungsqualität des Woofers ist exzellent und auch bei der akustischen Leistungsfähigkeit werden in dieser Kompaktheit Maßstäbe gesetzt. Im Inneren arbeitet ein massiver Ringkerntrafo sowie hochwertige Elektrolyt-Kondensatoren, die zum Abfangen von Spannungsspitzen bereit stehen. Die digitale Class D-Endstufe bietet 500 Watt Maximalbelastbarkeit und liefert im Dauerbetrieb immer noch satte 300 Watt. Genauere Informationen zum Aufbau und der Performance finden Sie im ausführlichen Test des Subwoofers: Klick!. Bilanzierend aber können wir festhalten, dass der SUB P-10 DSS extrem leistungsfähig ist und prazise gleichsam wie kraftvoll agiert. Trotz der kompakten Abmessungen wird exzellenter Tiefgang und ausgeprägtes Volumen erreicht.

Dali Rubicon LCR Surround Gruppenbild1

Dali RUBICON LCR + SUB P-10 DSS

Endlich darf sich das Dali RUBICON-Ensemble akustisch beweisen. Wir beginnen mit der Farewell-Tour der Eagles, Live aus Melbourne und dem Titel „Heartache Tonight“. Die ausgeprägte Räumlichkeit und homogene, dichte Atmosphäre springt innerhalb der ersten Minuten regelrecht ins Gehör. Gerade bei Musik sollen Standlautsprecher, auch im Heimkino-Einsatz, für einen klaren Benefit sorgen. Dies möchten wir gar nicht abstreiten, aber bei einer diskret abgemischten Tonspur mit dedizierten 5.1 Kanälen wird hier eine enorm authentische und geschlossene Bühne präsentiert, in dessen Konzertmitte sich der Zuhörer perfekt integriert fühlt. Zudem erzielen die Dali-„Satelliten“ einen sehr vollen und voluminösen Klang, decken also sehr selbstbewusst einen großen Frequenzbereich ab. Der SUB P-10 DSS unterstützt hier exzellent mit entsprechender Kraft und Substanz. Zudem greift der Subwoofer sehr präzise ein und integriert sich unaufdringlich und sauber in die Gesamtkulisse. Die Dynamik, die die Dali-Komponenten an den Tag legen, ist überdurchschnittlich, das akustische Gesamtgeschehen wird dadurch sehr lebendig und mitreißend – hier werden Emotionen geweckt. Besonders die Struktur und Detaillierung im Mitten- und Hochtonbereich ist exzellent. Das RUBICON-Set schafft die perfekte Mitte zwischen Brillianz und Klarheit und einem noch angenehmen Sound. Selbst wenn man gerne hohe Pegel fährt, wird das Set nie anstrengend. Auch die Instrumentaldifferenzierung ist hervorragend, feine akustische Elemente der einzelnen Gitarren und der sich dazu gesellenden Blasinstrumente werden klar akzentuiert und ausgearbeitet.

Auch beim Klassiker „Hotel California“ sind wir von Bühenaufbau und Gesamtkulisse beeindruckt. Das RUBICON-Set schafft eine absolut authentische Konzertatmosphäre und bietet enorme Feindynamik. Wir halten es für extrem unwahrscheinlich, dass es auch nur einen Musikliebhaber gibt, der von der Kombination der Eagles und des Dali RUBICON-Sets kalt gelassen wird. Hier wird auch wieder die Detailverliebtheit und klar gezeichnete Struktur deutlich. Die einzelnen Schlagzeug-Komponenten lassen sich sofort zuordnen und auch die einzelnen Gitarren sind problemlos differenzierbar. Als dann noch die Blechbläser dazukommen und sich ein sehr komplexes Klangbild entwickelt, steigt unsere Begeisterung nur weiter an. Trotz der hohen Komplexität arbeitet das Dali-Set sämtliche dynamischen Details heraus und trägt sie direkt und mit hoher Präzision an den Zuschauer. Die Einbindung des Subwoofers ist schlichtweg überragend, auf den Punkt genau kommen kraftvolle Bass-Schläge, die keinesfalls aufgedickt oder rund, sondern trocken und hart daherkommen. Als die Band zum finalen Part des Konzertes ansetzt, tritt lediglich das Piano ein wenig in den Hintergrund – klar, die Gitarren stehen hier im Fokus. Die Vokalstimmen sind sauber ins Geschehen integriert und auch die Stimmcharakteristik verdient Lob.

Auch wenn wir gerne das Eagles-Konzert einfach noch einmal von Beginn an starten würden, müssen wir nun das Genre wechseln. Klassisch geht es weiter, mit der 2L – The Nordic Sound Blu-ray und Aufnahmen von Marianne Thorsen und den Trondheim Solistene, die uns ein Violinkonzert von Mozart vortragen. Hier starten wir aber nicht mit der DTS-HD MA 5.1 Tonspur sondern mit PCM Stereo, denn die RUBICON-Komponenten sollen sich auch als HiFi-Lautsprecher im Stereo-Setup exzellent schlagen. Zweifellos bieten sie die überragende Feindynamik und den exzellenten Detailreichtum, der uns schon beim Eagles-Konzert präsentiert wurde. Im Gegensatz zu Vollbereichs-Lautsprechern fehlt uns ein wenig die geschlossene, füllige Atmosphäre. Das ist aber ein Meckern auf hohem Niveau. Die RUBICON LCR könnte problemlos als schlanker Standlautsprecher durchgehen, das abgedeckte Frequenzspektrum ist hier keineswegs geringer. Besonders gefällt uns wieder der sehr harmonische und angenehme Sound trotz brillianter Klarheit im Hochtonbereich. Diese Kombination gestaltet sich schwierig und ist auch eher selten zu finden. Häufig findet sich bei „High End“-Lautsprecher eine sehr stark auf Brillianz ausgelegte Tonalität, die spätestens bei höherem Pegel zu einem angestrengtem Hören führt. Nicht, dass die Komponenten gleich aggressiv werden, aber das Hören wird eben zu einer anspruchsvollen Aufgabe und nicht zu einem entstpannendem Genuß. Das DALI-Ensemble schafft diesen sehr schmalen Grat und verwöhnt unsere Ohren auch bei höherem Lautstärkepegel mit einem sehr transparenten und klar definierten Klang, ohne die angesprochenen negativen Aspekte. Der im Stereobetrieb sehr wichtige Bühnenaufbau wird ebenfalls ausgezeichnet gemeistert und die einzelnen Instrumente sind im Raum klar lokalisierbar.

Beeindruckend empfinden wir auch die Darbietung der zwei Pianos im folgenden Titel der Blu-ray. Dabei handelt es sich um eine Sonate für zwei Klaviere in D-Dur, ebenfalls von Mozart. Die sehr eigene Charakteristik der Tasteninstrumente wird komplett erfasst und beide Klaviere können trotz der hohen Geschwindigkeit exzellent voneinander getrennt werden. Einzelne Anschläge können direkt nachvollzogen werden und sorgen für ein sehr fein ziseliertes Klangbild. Wechseln wir auf die Surround-Tonspur, wird die Bühne noch etwas breiter und wirkt ein wenig voller. In diesem Fall gewinnt man aber nur wenig, da die PCM 2.0-Tonspur bereits überdurchschnittlich gut ist. Beim folgenden „Cikada Duo“ von Arne Nordheim, einem sehr experimentellen Instrumentalstück, ist der Unterschied ausgeprägter. Klar, hier wird mit vielen Effekten gearbeitet, die sehr breit im Raum verstreut sind. Dank identischer Komponenten rundherum ist nirgends auch nur im Ansatz eine Lücke zu erkennen. Die einzelnen akustischen Elemente können präzise in alle Richtungen nachverfolgt werden und sind strukturiert und detailliert ausgeformt.

Wir wechseln erneut die Musikrichtung und werden mit der „Elements of Life“ World Tour von DJ Tiesto, aufgenommen in Kopenhagen, elektronisch. Die Dali-Komponenten scheinen sich im schönen Dänemark zuhause zu fühlen, denn es wird flink und impulstreu agiert. Der geschlossenen und dichten Klangkulisse zum Dank verwandeln wir unsere Redaktion in eine Großhallendisco. Der vergleichsweise kompakte SUB P-10 DSS greift hier enorm kraftvoll und präzise ein. Auch der Tiefgang und die gebotene Struktur innerhalb des Tieftonfrequenzbereiches ist überragend. Neben dem kontinuierlichen Kickbass setzt nach etwa 12 Minuten der zweiten Disc, beim Wechsel auf Teagan & Saras „Back in Your Head“ ein sehr tiefgründiges Grollen ein, dass der Subwoofer perfekt an den Zuhörer transportiert. In das ohnehin schon komplexe Klanggeschehen werden die Gitarrenähnlichen Synthesizer-Elemente exzellent integriert und in vollem Umfang erfasst. Die Vokalstimme ist ebenfalls von Effekten geprägt und erklingt sehr räumlich. Das Geschehen löst sich hervorragend von den Dali-Lautsprechern. Durch die hohe Homogentität der gesamten Kulisse sucht man nicht mal nach einzelnen Lautsprechern sondern akzeptiert die Darbietung als geschlossenes Ganzes, was zur Konzertatmosphäre wiederum sehr positiv beiträgt. Das Ensemble ist darüber hinaus enorm pegelfest und verkraftet selbst Pegel, die jenseits häufiger Anwendung liegen, absolut problemlos. In extremen Bereichen wird das Set etwas spitzer, bleibt aber weiter souverän und dynamisch.

Im Filmbetrieb nehmen wir uns die 5.1 DTS-HD MA-Spur des mittlerweile schon in die Jahre gekommenen Blockbusters von James Cameron, „Avatar“, vor. Sofort begrüßt uns das RUBICON-Set mit einer geschlossenen und akustisch dichten Atmosphäre, die für ein mitreißendes Heimkino-Erlebnis als perfekte Ausgangsbasis dient. Die Geräusche der Helikopter-ähnlichen Flugobjekte wirken sehr authentisch und können im einzelnen unterschieden werden, ohne dass es sich zu einem undefinierbaren Rauschen entwickelt. Das vielschichtige Soundspektrum wird klar und differenziert abgebildet, dennoch fügt sich das Geschehen stets zu einem harmonischen und zugehörigem Ganzen zusammen. So fühlt sich der Zuschauer direkt mit in das Filmgeschehen einbezogen und sitzt nicht abseits vor einem Fenster, in welches er nur hineinblickt. Aus der überragenden Dynamik wird auch hier Profit geschlagen, einzelne leise Elemente sind in die Kulisse integriert und lokalisierbar, die sehr artenreiche Vielfalt der Oberfläche Pandoras kommt dadurch noch besser heraus. Auch als Jake Sully seine Finger nicht von den trompetenartigen Blumen lassen kann, wird die exzellente Räumlichkeit und die Integration einzelner akustischer Elemente ins Gesamtgeschehen perfekt inszeniert. Die Integration des Subwoofers gelingt lückenlos. Kraftvoll und voluminös, aber ohne dabei aufzudicken oder an Präzision zu verlieren, greift der SUB P-10 DSS ein. Als Jake sich auf der Flucht befindet und den Wasserfall hinabstürzt, sind die einzelnen Wassertropfen nachvollziehbar, die Feindynamik im Hochtonbereich schöpft hier aus dem Vollen. Auch als er unter Wasser abtauchen muss, kann man die umschließenden Wassermassen und gleichermaßen das Bedürfnis nach Luft sofort nachvollziehen. Die Dali-Komponenten liefern in allen Lebenslagen eine exzellente Performance und profitieren klar von identischen Surround-Komponenten. Aber die Rubicon LCR glänzen auch im Stereo-Betrieb und spielen ihre akustische Leistungsfähigkeit perfekt aus. Harmonisch, kraftvoll und besonders angenehm trotz brillianter Klarheit im Mitten- und Hochtonbereich überzeugen sie trotz ihrer kompakten Größe auch audiophile Anwender.

Wie schlägt sich das Dali-System im direkten Vergleich zur Konkurrenz. Im direkten preislichen Umfeld Pendants zu finden, ist gar nicht so einfach. Schließlich geht Dali bei den Rubicon LCR den Weg eines enorm leistungsfähigen und vollwertigen Surround-Systems, das aber dank relativ kompakter Abmessungen und klassisch elegantem Design auch exzellent ins Wohnzimmer integriert werden kann. Preislich auf ähnlichem Niveau ist mittlerweile das System 10 von Teufel für 7999 EUR. Von dezenter Wohnzimmer-Integration zu sprechen ist hier aber schlichtweg lächerlich. „Das einzige Bauwerk, das man aus dem Welltall hören kann“ tönt es selbstbewusst auf der Teufel-Homepage. Der Subwoofer ist allerdings auch ein Bauwerk, in dem man problemlos vier Kästen Bier stapeln könnte, ganz im Gegensatz zum zierlichen SUB P-10 DSS. Der Anwendungsbereich ist beim Teufel-System also eingeschränkter, allerdings wird hier fürs Geld ebenfalls extrem viel geboten. Durch das größere Volumen der Satelliten und natürlich des Subwoofers kann das Dali bezüglich der Kraft und der dichten Kulisse, die zwar beim LCR-Set dank identischer Komponenten ebenfalls schon ausgezeichnet ausgeprägt ist, nicht mithalten. Die Teufel-Komponenten setzen bei der Pegelfestigkeit schlichtweg Maßstäbe in dieser Preisklasse und beschallen auch sehr große Heimkinos mit überragender Grobdynamik. Die Auslegung und Tonalität gefällt dem Testautor bei den Dali-Komponenten besser, auch der Hochtonbereich ist feindynamischer und brillianter. Dennoch bleibt das Set angenehm, wobei beim System 10 die Höhen schon mal etwas fordernd klingen können. Für die Höhle bleibt das Teufel-Set DAS System, das Dali aber bietet etwas anders geartete, aber ähnlich überragende Qualitäten und kann sich zudem im Wohnzimmer sehen lassen.

Fazit

Dali Rubicon LCR Surround Gruppenbild1

Mit dem RUBICON LCR-Ensemble trifft der dänische Lautsprecherhersteller ins Schwarze! Mal wieder, könnte man fast sagen, denn die Produkte der Dänen scheinen im Regelfall bei uns hoch im Kurs zu stehen. Hier kombinieren die Dänen aber nicht nur eine sehr solide Verarbeitungs- und Materialqualität und akustische Top-Performance, sondern bringen auch den Faktor Flexibilität und Kompaktheit ins Spiel. Wer keine dedizierte Heimkino-Höhle sein Eigen nennt und somit für ein überzeugendes Surround-Erlebnis nur das Wohnzimmer zur Verfügung steht, kommt an den RUBICON LCR kaum vorbei. Die Komponenten sind neben schwarz auch noch in weiß und zwei anderen Varianten erhältlich und dank der geringen Bautiefe ideal, um sie auch im modern eingerichteten Loft unterzubringen. Selbst ein Stereo-Setup ist dank der exzellenten Eigenschaften absolut denkbar. Hier wartet Dali zwar innerhalb der RUBICON-Serie auch mit Standlautsprechern auf, für ihre Größe wird hier aber überdurchschnittlich viel geboten. Eine akustische Optimierung des Raumes lohnt sich dann aber definitiv, denn das Ensemble bringt ein unheimglich großes akustisches Leistungspotential mit. Auch die Investition in den überragenden SUB P-10 DSS lohnt sich, denn auch der Subwoofer vereint kompakte Abmessungen und ein ungeahntes audiophiles Leistungsvermögen, zudem passt er schlichtweg perfekt zu den RUBICON LCR-Komponenten. Der Gesamtpreis von insgesamt knapp 7200 EUR ist happig. Hat man das System aber einmal in Aktion erlebt, wird schnell klar, dass es jeden Cent wert ist.

Das RUBICON LCR-Ensemble mit SUB P-10 DSS bietet höchstes akustisches Leistungsvermögen trotz wohnraumfreundlicher Formensprache
referenz
Lautsprecher-Systeme
29.12.2014

+ Exzellente Räumlichkeit
+ Dichte akustische Atmosphäre
+ Brillianter, klarer Hochtonbereich
+ Angenehm bis in hohe Lautstärken
+ Sehr pegelfest
+ Überragende Instrumentaltrennung und Differenzierung
+ Enorm kraftvoller Subwoofer
+ Auch im Wohnzimmer schick
+ Hohes Leistungspotential in Relation zur Größe
+ In vier Farbvarianten erhältlich
+ Können vertikal oder horizontal verwendet werden

 

Test: Philipp Kind
Fotos: Sven Wunderlich




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