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Kino-Kritik: „Der Hobbit: Smaugs Einöde“ im „High Frame Rate“-Format

Der Hobbit - Smaugs Einöde

Bilbo Baggins und die Zwerge sind im zweiten Teil ihrer unerwarteten Reise weiterhin unterwegs zum „Einsamen Berg“, in dem der Drache Smaug einen riesigen Goldschatz bewacht. Nach der Bekanntschaft mit dem Hautwechsler Beorn geraten die Gefährten im Düsterwald in die Gefangenschaft eines Schwarms von Riesenspinnen, die erst den Anfang einer Reihe von Hindernissen auf dem Weg in „Smaugs Einöde“ bilden. Nicht nur die Orks wittern die Fährte der fremden Besucher sondern auch die Waldelben haben es auf die Zwergen-Truppe abgesehen und auch in der Seestadt müssen Bilbo & Co. wohl auf der Hut sein….

Wer sich „Der Hobbit – Smaugs Einöde“ anschaut, sollte möglichst über das Ende des ersten Teils noch im Bilde sein, da sich die Fortsetzung ohne große Einführung an die Handlung von „Eine unerwartete Reise“ anschließt. Mittlerweile dürften Hobbit-Fans wissen, dass Peter Jackson keine niedliche Inszenierung des Tolkien-Romans beabsichtigte sondern die „Herr der Ringe“-Verfilmung als stilistischer Maßstab gilt, die eine der erfolgreichsten Film-Trilogien der letzten Jahre war. „Smaugs Einöde“ wirkt noch eine Spur rauher als „Eine unerwartete Reise“ und dem teilweise etwas albernen Humor des ersten Teils begegnet man hier kaum noch. Blut gibt es zwar nicht zu sehen. Dennoch ist „Smaugs Einöde“ in der Darstellung alles andere als zimperlich und zeigt die meisten Gemetzel mit viel Detail. Die FSK war dennoch erstaunlich gnädig und gab den Film bereits ab 12 Jahren frei.

Der Großteil von „Smaugs Einöde“ besteht wieder aus langen Action-Szenen mit einer Choreographie, die so rasant ist, dass selbst bei „High Frame Rate“-Projektion mit 48 Bildern pro Sekunde teilweise Bewegungsunschärfen zu sehen sind. Viele virtuelle Kamerafahrten und eine kontrastreiche 3D-Optik mit gelungener Tiefenwirkung ziehen den Zuschauer immer wieder mitten ins Geschehen. Das mag manch einem Zuschauer schon fast zuviel sein, aber dank der flüssigen und nicht mehr ganz so hektischen Bewegungsabläufe wirkt HFR weniger angestrengt als noch beim ersten Teil und zeigt auch nur in einigen eher statischen Szenen am Anfang eine fürs Kino ungewohnte TV-Movie-Optik.

Tolkiens sehr kompakter „Hobbit“-Roman wurde auch im zweiten Teil um einige weitere Handlungselemente erweitert. Diese tragen aber nicht unbedingt zu mehr Spannung bei und die Mischung aus vielen Action-Szenen sowie ebenso häufigen bedeutungsschwanger langen Dialog-Sequenzen sorgen auch dafür, dass die Geschichte nur langsam voran kommt. Es gibt auch einige nicht sonderlich relevante neue Subplots, darunter z.B. mit LOST-Star Evangeline Lilly als flinke Elbenkämpferin Tauriel, die aber durch ihren Auftritt immerhin so beeindruckt, dass sie sich in den nächsten Jahren kaum über einen Mangel an Hollywood-Angeboten beklagen dürfte.

Die 161 Minuten Laufzeit hätte man sicherlich auch ohne große Lücken auf zwei Stunden reduzieren können. Die Handlung von „Smaugs Einöde“ wirkt dennoch insgesamt etwas weniger zäh als noch beim ersten Teil. Zum Highlight des Films werden allerdings erst die letzten 20 Minuten: Im Kampf mit dem Drachen entwickelt „Smaugs Einöde“ endlich das Erzähl-Tempo und die Spannung, die man sich für den ganzen Film gewünscht hätte. Doch während man in den ersten zwei Stunden den Eindruck hat, als ob dem Regisseur keine einzige Szene lang genug sein könnte, so hat es Peter Jackson mit seinem Cliffhanger dann auf einmal sehr eilig und lässt den Film quasi direkt in einem Szenenwechsel recht abrupt enden. Zumindest kann man somit schon halbwegs erahnen, womit der dritte Teil „Hin und Zurück“ sehr wahrscheinlich beginnen wird.

„Der Hobbit: Smaugs Einöde“ läuft seit dem 12.12.2013 in den deutschen Kinos und erscheint voraussichtlich im April/Mai 2014 auf Blu-ray Disc, Blu-ray 3D und DVD. Ebenso wie bei „Der Hobbit: Eine unerwartete Reise“ ist davon auszugehen, dass im Herbst 2014 und vor dem Kino-Start von „Der Hobbit: Hin und Zurück“ noch eine längere Fassung veröffentlicht wird.

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