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HDTV: DVB-T2-Start mit RTL HD-Sendern für 2016 geplant (Update)

Der Sendernetzbetreiber MEDIA BROADCAST hat mit RTL eine neue Vereinbarung zur terrestrischen TV-Verbreitung getroffen: MEDIA BROADCAST plant den Aufbau einer TV-Plattform im DVB-T2-Standard mit HEVC-Kompression, die es Programmveranstaltern ermöglichen soll, mehr Sender und auch in HDTV auszustrahlen. RTL strebt eine Verbreitung ihrer HD-Programme über diese Plattform im DVB-T2 Standard an. In der Übergangszeit bis zum Start der Plattform wird RTL die unverschlüsselte DVB-T-Verbreitung ihrer Programme für zunächst zwei weitere Jahre fortführen. Media Broadcast will möglichst schon 2016 mit der DVB-T2-Plattform inklusive HDTV-Sendern starten. ARD und ZDF planten bislang eine DVB-T2-Verbreitung ab 2017.

Andre Prahl, Bereichsleiter Programmverbreitung bei der Mediengruppe RTL Deutschland, erklärt zu den Plänen: „Die geplante Einführung von DVB-T2 eröffnet dem digitalen terrestrischen Fernsehen eine echte Zukunftsperspektive. Als privatwirtschaftlicher Fernsehanbieter können wir unter Kostengesichtspunkten unsere Verbreitung über die digitale Terrestrik nur dann fortsetzen, wenn es gelingt, diese mittelfristig wirtschaftlich profitabel zu gestalten. Mit der angestrebten Verbreitung unserer HD-Programme über eine DVB-T2 Plattform rückt diese Option in greifbare Nähe.“

Ähnlich wie bei DVB-T2 in Österreich, wo die RTL HD-Programme seit 2013 gegen Bezahlung über die simpli.tv-Plattform verbreitet werden, ist davon auszugehen, dass auch in Deutschland wie bereits via Kabel und Satellit die RTL HD-Sender auch via DVB-T2 verschlüsselt sein werden.

Media Broadcast fordert von der Politik Rahmenbedingungen für einen Umstieg von DVB-T auf DVB-T2. Dazu gehören vor allem eine Sicherung der Frequenzen im 700-MHz-Band zumindest bis zum Abschluss der DVB-T2-Umstellung und eine langfristige Planungssicherheit für das verbleibende Rundfunkspektrum, welches die Mobilfunkbetreiber viel lieber für Internetdienste nutzen würden.

Update: Zu den technischen Rahmenbedingungen und dem Preismodell der neuen DVB-T2-Plattform, über die die Privatsender ihre Programme verschlüsselt anbieten, liegen noch keine Informationen vor. Holger Meinzer, Leiter der Business Unit TV bei MEDIA BROADCAST erklärte dazu auf Anfrage: „Mit dem Start der DVB-T2 Plattform ist die Verbreitung des digital-terrestrischen Fernsehens im DVB-T2 Standard sowie im zukunftsweisenden Komprimierungsmodus HEVC geplant. Diese Kombination wird es ermöglichen, dem Zuschauer ein attraktives TV-Angebot zu bieten, d.h. ausgezeichnete Bildqualität in HD, mehr Programme, und dazu On-Demand-Angebote. Alles weiterhin kostengünstig, unkompliziert und mobil. Die Produkt- und Preisgestaltung ist gegenwärtig noch Gegenstand von Überlegungen. Es ist aber das Ziel von MEDIA BROADCAST, dass das terrestrische Fernsehen weiterhin einer der günstigsten, wenn nicht der günstigste TV-Empfangsweg bleibt.“

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