XXL-TEST: Stereo-Vollverstärker HiFi rose RA280 - der große Schock fürs Establishment
Zusammenspiel HiFi rose RA280 - HiFi rose RS250A
So nimmt der RA280 Kontakt mit dem RS250 Streamer/DAC/Vorverstärker auf, den wir als Zuspieler verwenden:

RoseAMPConnect App wird benötigt
Benötigt wird neben der rose Connect Premium-App die sogenannte RoseAMPConnect App, die man herunterladen und auf dem Smartphone installieren muss.

Freigabe erteilen
Zunächst muss man der App die Freigabe ertelen, dass sie Geräte im lokalen Netzwerk finden und eine Verbindung aufbauen darf.

RA280 zurücksetzen
Dann drückt man den Standby-Knopf am HiFi rose RA280 mehr als fünf Sekunden, um ihn zurückzusetzen und bereit zu machen, jetzt kann es losgehen.

Hier wird erklärt, wie man die HiFi rose Komponente für die Einbindung im WiFi-Setup des Smartphones findet
Im nächsten Screen taucht nun die Erklärung auf, dass man in die WiFi-Einstellungen des Smartphones wechseln und dort den "Roseamp" aussuchen muss.

ROSEAMP_DA86DC ist unser "Kandidat"

Nun erfolgt die Einbindung ins Office-Netzwerk

Passworteingabe zum ausgewählten WiFi-Netzwerk
Dies machen wir, und es wird eine direkte Verbindung zum RA280 aufgebaut. Jetzt wiederum wählt man das Smartphone aus, das an auf dem Smartphone normalerweise nutzt - also in unserem Falle eines unserer Office-Netzwerke - und gibt das zugehörige Passwort ein. Wichtig: Das Netzwerk des RA280 unterstützt kein Dualband, darum kann dieser Schritt nur funktionieren, wenn man kein 5 GHz WLAN aussucht.

Nun ist alles bereit

Der Verstärker findet sich nun in der Geräteübersicht
Nachdem das Passwort angenommen wurde, ist alles soweit eingerichtet, und wir stellen fest, dass der RA280 nun bei der Suchfunktion umgehend gefunden wird.

Amp-Menü

Informationen
Wir können auf den integrierten Stereoverstärker zugreifen und bekommen einen Screen mit verfügbaren Informationen & Einstelloptionen, wie die Regelung der Lautstärke oder die Mute-Funktion. In den Einstellungen finden sich detaillierte Infos zur Firmware, zur IP-Adresse, oder Einzelheiten zum aktuellen Status. Ferner kann der Ausgangsbereich des Verstärkers eingestellt werden, und es finden sich Einstellungen zum Standby-Modus und zum automatischen Herunterfahren.
Jetzt wechseln wir in die Connect Premium-App. Dort gibt es normalerweise bei der Verwendung der App als komplette Control-Unit für den RS250A diesen Screen:

Unten befindet sich die Funktion "Verstärker auswählen"

Bei der Option "Rose Amp anschließen" taucht in der Connect Premium App direkt der RA280 auf
Jetzt ist ja der RA280 eingerichtet worden, daher sieht der Übersichts-Screen nun folgendermaßen aus:

RS250A und RA280 arbeiten nun zusammen
Der RA280 taucht bei den Devices auf, und man kann nun die Lautstärkeregelung einstellen.
Klang

HiFi rose RS250A

PIEGA COAX 411
Wir haben, für die erstenn Testreihen, den HiFi rose RA280 sozusagen einen "familiären Bonus" gegeben. Als zuspielenden Streamer haben wir, wie schon weiter oben erwähnt, den RS250A verwendet, und als Lautsprecher die PIEGA COAX 411.

Musikwiedergabe von TIDAL. Oben in der Mitte das kleine "Wellensymbol" ist interessant. Drückt man es, bekommt man den Signalpfad angezeigt.

Signalpfad
Kommen wir nun zu unseren Klangbeispielen mit der PIEGA COAX 411.
Wir beginnen mit "Ain't No Sunshine" (Eva Cassidy). Und hier harmoniert der RA280 großartig mit den COAX 411. Nicht nur, dass die Stimme Evas mit einem höchst dynamischen Auftritt glänzt, der auch vokale Nuancen exzellent einarbeitet - auch der straffe, kräftige Bass ist herauszuhören. Die relativ kleinen Regallautsprecher nutzen die Power des HiFi rose Verstärkers richtig überzeugend aus, man hört, wie die Schweizer Lautsprecher aus dem Vollen schöpfen. Mit einer erneut weit überdurchschnittlichen Leistung managt der RA280 auch das Klavier und überzeugt hier durch eine sauber ausbalancierte Präsentation. Dass der RA280 auch mit wirklich hohen Lautstärken souverän umgeht, vervollständigt unsere Eindrücke. Zugegeben, 3.299 EUR Kaufpreis sind schon eine Ansage. Aber das er extravagant gestaltete Vollverstärker akustisch zu bieten hat, dürfte auch teureren Konkurrenten Angst machen.
"Till Tomorrow" (Till Brönner & Yello) mit einem exakt ausgearbeiteten Fundament und einer charismatisch zur Geltung kommenden Trompete macht richtig Spaß, wenn man den HiFi rose-Verstärker für die akustische Ausgestaltung einsetzt. Seine unaufgeregt - souveräne Art mögen wir sehr, denn man kann ohne störende Konsequenzen mit hohem Pegel hören. Das Klangbild verändert sich nicht, bleibt vielschichtig und lebendig, nie zu spitz, nie unausgewogen. Es ist diese saubere klangliche Balance, verbunden mit einer zielgerichteten Herausarbeitung auch feiner Einzelheiten, die den Reiz des RA280 wesentlich mitbestimmt. Man wähnt sich bei ihm "in guten Händen", er baut durch seine Gelassenheit Vertrauen auf, gleichzeitig aber kann man auch ganz genau hinhören und wird kaum einen Makel entdecken.
Mit hartem, substanzreichen Bass startet "No Goodbye" von Paul Kalkbrenner. Trotz des kraftvollen Basses gehen die weiblichen Vocals aber nicht unter. Dynamische Wechsel bringt der RA280 genau auf den Punkt, reagiert blitzschnell und stellt sofort das richtige Maß an Leistung zur Verfügung. Der dargebotene virtuelle Raum ist in Weite und Tiefe passend dimensioniert und präzise definiert. Tonal agiert der HiFi Rose-Vollverstärker stets homogen und angenehm, zugleich aber klar und natürlich. Eine sehr verlockenede Mischung, die die südkoreanischen Sound-Experten hier zusammenbekommen haben.
"San Francisco" (Darius & Finlay versus Tom Borijn - Coverversion) schiebt direkt vom Start weg mit Nachdruck an. Was hier an Energie freigesetzt wird, ist überragend, die beiden kompakten COAX 411 treffen den Bass, energiegeladen vom RA280 angeliefert, knallhart, was wieder zeigt, wie extrem gelungen die zwei edlen Regalboxen hinsichtlich ihrer klanglichen Fähigkeiten sind. Und der RA280 könnte nochmals mehr, in Verbindung mit Lautsprechern mit mehr Gehöusevolumen und größeren Basschassis wäre hier noch deutlich mehr Basskraft und Pegel drin. Es ist unglaublich, wie konsequent der südkoreanische HiFi-Verstärker nach vorn strebt, wie impulstreu, wie extrem dynamisch er ist. Auch bei diesem Club-Track ist er nicht nur voll auf der Höhe, sondern setzt gekonnt Akzente.
Und wieder ein Genre-Wechsel, nun gehen wir über zu "Land Of Confusion" in der Disturbed-Coverversion. Bei diesem Track machen viele HiFi-Verstärker einiges falsch. Zu harsch, zu metallisch, zu aggressiv, zugleich aber mit zu wenig Basskraft und Differenzierungsvermögen: Auch teure Kandidaten scheitern hier öfters. Wie gut dieser Titel funktionieren kann, beweist uns die rose x PIEGA Kombination. Mit Wucht, Kraft, Homogenität und enormer Dynamik wurde hier eine nahezu ideale Mischung gefunden, die auch die E-Gitarrenparts exakt richtig ausbalanciert, zudem wird die Stimme nicht zu stark in den Hintergrund gerückt, gleichzeitig aber wird sie nicht zu metallisch oder harsch. Das gewollte Maß an Aggressivität hingegen kommt beinahe vollumfänglich heraus.
Wenden wir uns jetzt den Klangbeispielen mit den Dali RUBICORE Cinema zu.
Wir starten mit "Conquest Of Paradise", gesungen von Startenor Jonas Kaufmann. Hier beweist der HiFi rose RA280 ein weiteres Mal, wie souverän er mit jedem Quellmaterial umgeht. Jonas' Stimme wird mit einem unglaublich breiten Spektrum präsentiert, und die klassischen Orchesterinstrumente überzeugen durch Klarheit und ein kräftiges, aber nie überzogenes Fundament. Auch mit den dänischen Lautsprechern funktioniert die Zusammenarbeit exzellent, die Kette punktet mit einem sehr kultivierten, zugleich authentisch-lebendigen Klang, der auch die verschiedenen akustischen Ebenen akkurat differenziert.
Wir setzen mit Diana Kralls "The Look Of Love" fort und befinden uns schon nach wenigen Sekunden in einer atmosphärisch dichten klanglichen Umgebung, die uns das restliche Umfeld vergessen lässt. Dank der intensiven Wiedergabe des RA280 fesselt die Akustik direkt, durch ihre Räumlichkeit, die feine vokale Präsentation und die absolut gelungene Herausarbeitung der einzelnen, am Titel beteiligten Instrumente. Auch, wenn wir den Pegel anheben, ändert sich die klangliche Ausrichtung nicht, sie bleibt immer fundiert und, wenn gefordert, auch filigran und auf subtile Nuancen ausgerichtet. Natürlich ist der Kaufpreis des RA280 nicht eben niedrig, aber er ist jeden Cent wert und verweist namhafte Kontrahenten auf die Plätze.
Nun wird es deutlich massiver, und zwar mit "Over The Hills And Far Away" in der Version von Nightwish. Der HiFi rose RA280 bleibt von den Herausforderungen gänzlich unbeeindruckt und schiebt mit einer Konsequenz und Kompromisslosigkeit an, die absolut überragend ist. Der Bass macht Druck, trotzdem aber kommt die weibliche Stimme ohne Einschränkungen heraus. Erneut gefällt uns die dichte Räumlichkeit, und auch die tonale Ausgewogenheit sorgt für höchste Zufriedenheit. Ohne den Song monoton oder zurückhaltend wirken zu lassen, vermeidet der RA280 geschickt Anflüge von übertriebener Härte besonders im Hochtonbereich.
Nun folgt "I Wish It Would Rain Down" von Phil Collins in einem Remaster von 2016. Dieses hat Schwächen, die selbst der auf Harmonie bedachte RA280 nicht gänzlich herausfiltern kann. Der leicht schrille Hochtonbereich ist defintiv ein Ärgernis, allerdings ist er bei unserem Testkandidaten zusammen mit den RUBIKORE so weit abgemildert, dass nur bei ziemlich hohem Pegel noch leichte Einschränkungen wahrgenommen werden. Phils Stimme steht klar und jederzeit lokalisierbar auf der virtuellen Bühne, und die begleitenden Instrumente ertönen mit enormer Plastizität. Der Bassbereich punktet auch bei diesem Track wieder voll, nie überzogen, aber immer mit einer hervorragenden Kraftentfaltung.
Aktuelle Trance- und Club-Traxx stellen für den RA280 ebenfalls keine Hürde dar, wie er bei "Submarine" von Oliver Heldens und HI-LO unter Beweis stellt. Der Bass ist hart und treffsicher, die Pegelfestigkeit dürften zahlreiche Besitzer des südkoreanischen Kraftpakets in der Praxis praktisch nie ausschöpfen. Die dynamischen Wechsel innerhalb des Songs werden blitzschnell erkannt und folgerichtig wiedergegeben. Alternierende elektronische Effekte kommen stets exakt heraus, und der Klang löst sich hervorragend von den Lautsprechern und verteilt sich überragend ausbalanciert im Hörraum.
Konkurrenzvergleich

NAD M33: Mit rund 5800 EUR ist der NAD M33 deutlich teurer, ist dafür aber auch Streamer und erstklassiger HiFi-Vollverstärker in einem. Zudem ist Dirac Lve an Bord, und die Anschlussbestückung inklusive HDMI ist mit die Beste, die man sich vorstellen kann. Überragend verarbeitet und unglaublich kraftvoll, setzt der NAD M33 über seine Preisklasse hinaus Maßstäbe und fegt so manches Verstärkermodell von Luxus-Herstellern gnadenlos weg. Er hat noch mehr Kraft als der RA280, was aber in Anbetracht des Preisunterschiedes auch nicht verwunderlich ist. Die opulente Verarbeitung des M33 ist auch noch zu erwähnen - so gelingt dem NAD M33 das, was der HiFi rose RA280 in niedrigen Preisklassen schafft: Er ist ganz oben an der Spitze zu finden.

Yamaha A-S2200: Der im edlen Retro-Design daherkommende Yamaha A-S2200 liegt aktuell im Handel bei rund 2.700 EUR. Der Yamaha ist ein klassisches, rein analoges Gerät ohne digitale Anschlüsse, demnach auch ohne DAC und mit traditionellen analogen Endstufen. Er klingt überaus angenehm und entfaltet eine hervorragende Räumlochkeit. Was die Schnelligkeit und die Vehemenz des Antritts angeht, muss der Japaner dem RA280 allerdings ebeno den Vortritt lassen wie bei der maximal möglichen Pegelfestigkeit.

Hegel H120: Für rund 2.500 EUR kommt der Vollverstärker aus Norwegen im nordisch-minimalischen Design daher und kann so gleich vor dem Anschalten schon punkten. Das Finish ist überragend, das gilt auch für den klaren, schnörkellosen Sound und die ausgezeichnete Pegelfreude. Die Streamingsektion wurde vor einiger Zeit um AirPlay 2 erweitert. Insgesamt ein wirklich feiner Vollverstärker, der aber nicht ganz so rund, homogen und mit etwas weniger Volumen an den Start geht, vergleichen wir mit dem RA280.
Fazit

Das ist ohne Zweifel ein absoluter Volltreffer: Der HiFi rose RA280 schafft ein sensationelles Testergebnis und erhält dafür völlig zurecht unser höchstes Testprädikat. Er fällt schon direkt nach dem Auspacken durch die charakteristische, sehr spezielle, zugleich enorm hochwertige Optik mit vielen liebevollen Details auf. Auch, wenn man sehr genau hinsieht, kann man zudem keinerlei Schwächen hinsichtlich des Finishs erkennen. Die Ausstattung ist praxisgerecht, und eine spezielle App sorgt für eine nahtlose Zusammenarbeit mit einem HiFi rose Streamer. Ist der RA280 in Aktion, muss sich das Establishment warm anziehen. Denn der Südkoreaner zieht buchstäblich alle Register: Er klingt enorm kraftvoll, zugleich extrem angenehm, er detailliert exzellent und darüber hinaus setzt das rund 3.300 EUR kostende Gerät Maßstäbe hinsichtlich der Pegelfestigkeit. Das alles sorgt dafür, dass der HiFi rose RA280 für seinen Kaufpreis eine rundherum erstklassige Okkasion darstellt - ein mehr als gelungener Einstantd für Verstärker aus der südkoreanischen Manufaktur.
Kompromissloser Champion: Der HiFi rose RA280 lehrt der Konkurrenz das Fürchten und feiert einen grandiosen Testerfolg

Stereo-Vollverstärker Oberklasse
Test 08. August 2024
Test: Carsten Rampacher
Fotos: Sven Wunderlich, Carsten Rampacher
Datum: 08. August 2024
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