XXL-TEST: LG 2023er Soundbar-System DSC9S in 3.1.3-Konfiguration
Klang
Nun wenden wir uns der entscheidenden Frage zu - wie klingt denn das DSC9S-System? Um dies zu erfahren, widmen wir uns zunächst der Filmtonwiedergabe (unter Verwendung des Cinema-DSPs) zu und setzen dabei auf Bewährtes: Mission Impossible, Rogue Nation, in Dolby Atmos (englische Tonspur). Hier setzen wir zunächst auf den Filmbeginn und hören uns an, wie Ethan Hunt verzweifelt versucht, an Bord eines Militär-Airbus A400 zu gelangen, der eine außerordentlich gefährliche Fracht transportiert. Hier dröhnen die Triebwerke vernehmlich, der aktive Subwoofer liefert ein kräftiges und zugleich exaktes Fundament. Auch Details, wie Warnleuchten im Cockpit des Frachflugzeugs, arbeitet die LG Soundbar erstaunlich gut ein. Zu loben ist eine enorm dichte räumliche Darstellung, was die Front-Klangkulisse angeht, finden sich kaum Lücken. Da im Test des DSC9S-Systems keine optionalen Wireless Rears mit dabei waren, fehlt hinten natürlich das gewisse Etwas - aber das bemerkt man in erster Linie dann, wenn man normalerweise immer gewöhnt daran ist, mit Rear-Lautsprechern zu hören. Für sich betrachtet, hüllt das DSC9S-System das Auditorium überzeugend ein - nicht nur vor, auch neben einem spürt man die Präsenz akustischer Elemente. Ethans verzweifelter Wunsch, durch entsprechendes Agieren Benjis endlich ins Innere des Flugzeugs zu gelangen, arbeitet unser Testkandidat ebenfalls stimmig heraus. Den heftigen Wind in luftiger Höhe gibt das Soundbar-/Subwoofer-System mit dem nötigen Nachdruck wieder.
Fahren wir fort mit der Wien-Sequenz des Action-Blockbusters. Hier befindet sich Benji nun vor der Wiener Staatsoper, und gerade kommt der Österreichische Bundeskanzler mit seiner Ehefrau an. Das heftige Blitzlichtgewitter der Pressefotografen gibt unser LG-System gut wieder, wenngleich es hier natürlich im Vergleich zu viel teureren dedizierten Mehrkanal-Aufbauten, bestehend aus AV-Verstärker und Lautsprechersystem, an Detailschärfe fehlt. Die Geräuschkulisse im Inneren des Opernhauses kurz vor Beginn von Puccinis Oper "Turandot" wird solide herausgearbeitet, die kurzen Dialoge im Technikraum oder auch die Geräusche der Sicherheitseinrichtungen beim Check des Equipments der Musiker können klar wahrgenommen werden. Nun beginnt die Oper, und hier sind wir erstaunt, was für eine breite Klangbühne das DSC9S-System schafft, ohne ins Unpräzise-Überzogene abzudriften. Die Stimmen der Opernsängerinnen und Opernsänger arbeitet das DSC9S-System ebenfalls prima heraus, vokale Konturen sind erkennbar, die Dynamik innerhalb der jeweiligen Stimme wirkt echt. Parallel zum Geschehen auf der Bühne liefert sich Ethan in schwindelerregenden Höhen eine Schlägerei mit seinem renitenten Widersacher. Die harten Faustschläge ertönen realistisch, und LGs Soundbar-/Subwoofer-Paket vergisst es auch nicht, die akustischen Ereignisse, die die Oper an sich betreffen, weiter konsequent zu verfolgen. Später dann erfolgt das Attentat auf den Österreichischen Bundeskanzler, mit viel Chaos und Hektik im Anschluss, und mit einer wilden Auto-Jagd durch Wien. Hier präsentiert sich der aktive Subwoofer als überraschend standfest und lässt die Bässe durch den Hörraum donnern - nur bei richtig hohem Pegel (ab circa 75 Prozent der maximal möglichen Lautstärke) machen sich leichte Verzerrungen im Bassbereich bemerkbar. Die Soundbar schafft es, zahlreiche klangliche Ebenen überzeugend voneinander zu differenzieren, und setzt ebenfalls eine plastisch wahrnehmbare Überkopf-Ebene frei, die zum umfassenden Klangeindruck beiträgt.
Wie sieht es mit Musik in Dolby Atmos aus? Hier haben wir unsere Lichtmond-Blu-ray "The Journey" und den DSP-Modus "Music" an den Start gebracht. Wir haben uns hier verschiedene Stücke angehört: The Journey 1 und 2 sowie die Tracks "Flowing Like A River" sowie "Nothing But Change". Eigentlich ist diese akustisch gewaltige, enorm nachdrückliche Darbietung mit vielen dynanischen Wechseln nicht unbedingt geeignet für ein Soundbar-/Subwoofer-System. Dadurch bedingt, waenr unsere Erwatungen eher verhalten. Dann aber legte das LG-System so gehaltvoll los, dass wir schnell an unserem Meinungsbild arbeiten mussten: Viel intensiv erlebbare Räumlichkeit, ein vehement zupackender aktiver Subwoofer - aber auch die Erkenntnis, dass bei einer solchen Blu-ray Rear-Lautsprecher schon eine sehr verheißungsvolle Option sind. Mit einer untadeligen Pegelfestigkeit und einer sauberen Präsentation der weiblichen Gesangsstimme setzt das DSC9S-System durchaus Glanzpunkte. Klar - wer große Surround-Konfigurationen gewöhnt ist, findet das Gebotene etwas fade, das zutiefes Beeindruckende fehlt. Aber für ein 3.1.3-System, das keine 1.000 EUR kostet, liefert das LG-Ensemble eine hervorragende Leistung ab.
Streamen wir nun Musik über Bluetooth. Paul Kalkbrenners "Sky and Sand" ist eine Herausforderung, der sich das LG-System souverön stellt. Der Bass reicht tief nach unten, wenn man bedenkt, wie zierlich der aktive Subwoofer ist. Auch der Nachdruck stimmt. Zugleich lassen wir LGs Audio-Upscaling aktiv werden, die DSC9S sorgt für eine lebhafte Surround-Klangkulisse ohne störende Unpräzision.
Be der Disturbed-Coverversion "Land Od Confusion" schlägt sich das "Team LG" wacker, lässt aber Luft nach oben. Es fehlt der enorme Punch, die enorme Durchschlagskraft, die wir an diesem Song schätzen. Aber immerhin, dafür wird das akustische Gesamterlebnis nie zu harsch oder zu aggressiv, und die Räumlichkeit ist sehr ansprechend.
Diana Kralls "The Look Of Love" wird überraschend gut präsentiert. Der instrumentale Beginn überzeugt uns mit realistischer räumlicher Ausprägung, und Dianas Stimme hat sauber gezeichnete Konturen. Insgesamt würde der Musik-Kenner zwar von einer "weichgespülten" Vorstellung sprechen, da er sich mehr Prägnanz un Trennschärfe zwischen den musikalischen Ebenen wünscht - für eine solche Klientel ist eine Soundbar allerdings auch nicht das richtige Werkzeug zum Ausüben des Hobbies. In Anbetracht des systembedingten Rahmens macht das DSC9S-System einen guten Job und entfaltet auch erneut eine tadellos dosierte Räumlichkeit.
Konkurrenzvergleich

Nubert nuPro AS-3500: Für 995 EUR wird hier solide Hausmannskost im besten Sinen serviert. Hochwertige Chassis, präzise Verarbeitung - mit 160 Watt Dauerleistung allerdings keine besonders respektheischende Leistungsangaben. In der Praxis reicht das gebotene allerdings trotzdem meist aus. Features wie Dolby Atmos/DTS:X oder Chromecast bulit-in sucht man hier vergeblich. Bluetooth ist allerdings an Bord. Das robuste Gehäuse spielt qualitativ in einer eigenen Liga.

Teufel Cinebar Lux: Aktuell für knapp 600 EUR anstatt für 900 EUR wird die Cinebar Lux angeboten. Möchte man ein Set mit einem aktiven Subwoofer kaufen, liegt man bei aktuell rund 750 EUR - fair kalkuliert. Die Preisangaben beziehen sich auf den Stand Ende Juli 2023. Die Cinebar Lux ist schon lange im Teufel-Progeamm und setzt auf einen von Teufel selbst entwickelten 3D-Audio-Modus. Natives Dolby Atmos oder natives DTS:X werden nicht unterstützt. Das ist nicht mehr zeitgemäß, dafür aber ist der Preis für die sehr elegante und hochwertige Soundbar derzeit konkurrenzlos niedrig, sogar mit potentem, gut verarbeiteten aktiven Subwoofer.

Bluesound Pulse Soundbar+ und aktiver Wireless-Subwoofer Pulse Sub+: Einzeln kommt die Pulse Soundbar+ auf 1.098 EUR, im Paket mit dem Pulse Sub+ auf recht happig bemessene 1.947 EUR. Preiswert waren Bluesound-Komponenten noch nie, das ist aber auch durchaus so gewollt. Mit extravagantem Design, exzellentem Klang und überragendem, weil enorm flexiblen Streaming-Modul setzt die Pulse Soundbar+ Maßstäbe. Der ebenfalls progressiv gestaltete aktive Wireless-Subwoofer hat viel Kraft und macht sich zugleich präzise ans Werk. Eine Premium-Kombination, die aber auch, wie erwähnt, ihren Preis hat.
Fazit

Das LG Soundbar-/Subwoofer-System DSC9S präsentiert sich als rundherum gelungener Wurf. Optisch zeitlos gehalten, fügt sich unser Test-Ensemble in nahezu jedes Wohnambiente ein und ist zudem die optimale Ergänzung zu LGs OLED evo-TVs der Serien C2 und C3. Features wie WOW Orchestra, WOWCAST oder das WOW Interface ermöglichen die technisch nahtlose Zusammenarbeit mit entsprechend kompatiblen LG-TVs. Legt man auf diese Merkmale besonderen Wert und ist der LG-TV schon vorhanden, sollte man sich vor dem Kauf informieren, ob die Kompatibilität auch gegeben ist.
Die gesamte Soundbar lässt sich bequem nicht nur per mitgelieferter Fernbedienung, soindern auch mittels App steuern. Innerhalb der App bieten sich umfassende Optionen. Diese beinhalten zum Beispiel die gut arbeitende AI-Raumkalibrierung, die Wahl verschiedener DSP-Modi oder aber auch einfache Dinge wie eine Bass- und Höhenregelung sowie die Eingangswahl. Dank Chromecast-built-in ist das DSC9S-System flexibel und modern, was Streaming-Optionen angeht. HiRes-Audio inklusive MQA werden ebenfalls unterstützt.
Klanglich geht LG mit dem dritten Top Firing-Modul oben in der Mitte einen eigenen Weg und konstruierte auch gleich die passende akustische Engine dazu, um virtuell noch mehr Immersivität anbieten zu können. Gerade bei der Filmtonwiedergabe funktioniert das überzeugend. Insgesamt leidet die Gesamtpräzision minimal, aber deutlich weniger, als wir erwartet hätten. Mit seinem satten, räumlich dichten, angenehmen Klang hat uns das DSC9S-System im Testbetrieb auf jeden Fall abgeholt. So bleibt festzuhalten, dass es sich hier um ein modernes, sinnvoll ausgestattetes, sauber verarbeitetes und klangstarkes Paket handelt.
Optisch zurückhaltendes, akustisch stark auftretendes 3.1.3-Soundbar-/Subwoofer-System mit Vollausstattung

Soundbar-/Subwoofer-Systeme bis 1.000 EUR
Test 31. Juli 2023
Test: Carsten Rampacher
Bilder und Redaktion: Sven Wunderlich
Datum: 31. Juli 2023
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Tags: Lautsprecher • LG • Soundbar







