XXL-TEST: Beyerdynamic Free Byrd - True Wireless Hörer der neuesten Generation mit aktivem Noise-Cancelling
Ersteinrichtung und App-Konnektivität
Für die Inbetriebnahme benötigt man erfreulicherweise keinerlei Apps. Der Free-Byrd kann mit dem Smartdevice sehr komfortabel im Bluetooth-Menü des Smartdevice ausgewählt und verbunden werden.
Um aber in den Genuss der ganzen technischen Finessen von beyerdynamic zu kommen, muss die App "MIY" (Make It Yours) auf das Smartdevice geladen werden. In der App erhalten wir Zugriff auf die "MOSAYC - Attention to Detail with Mimi Sound Personalization" Technologie. Beim MOSAYC handelt es sich um einen Hörtest, bei dem zahlreiche individuelle Eigenschaften des Gehörs sowie das Alter des Nutzers bei der akustischen Abstimmung des Free Byrd berücksichtigt werden. Er wird für jedes Ohr einzeln durchgeführt. Anschließend wird der Free Byrd optimal aufs Gehör des jeweiligen Trägers abgestimmt. Wie stark der Effekt der nach der Messung durchgeführten Abstimmung ausfallen soll, kann man mittels eines virtuellen Schiebereglers innerhalb der App einstellen. Natürlich haben wir wieder einige Screenshots von der App erstellt:

Zunächst fordert uns die MIY App auf, Bluetooth auf unserem Smartphone zu aktivieren

Unsere Free BYRD werden sofort gefunden und können verbunden werden

Das Menü der Free BYRD in der Übersicht
Im Menü finden wir die Regler für den Transparency Modus sowie für die aktive Geräuschunterdrückung. Neu beim Free BYRD ist der Low Latency Modus, der gerade für Gamer interessant ist

Wir beginnen mit dem Hörtest der "MOSAYC - Attention to Detail with Mimi Sound Personalization" Technologie

Und los geht es

Zunächst sollen wir für Ruhe sorgen

In diesem Punkt müssen wir unser Geburtsjahr auswählen

Damit wir beim Hörtest nicht gestört werden, sollen wir Anrufe vorerst blockieren und den ANC-Modus des Free BYRD deaktivieren

Nun muss die Lautstärke der Free BYRD eingestellt werden. Relativ laut, aber nicht störend

Bevor der Hörtest starten, ist es möglich, einen Probelauf durchführen

Jetzt startet der eigentliche Hörtest
Beim Hörtest wird jedes Ohr separat eingemessen. Während des Tests werden verschiedene Testtöne ausgegeben, in alternierender Abfolge, der Träger muss den Button drücken, wenn der Testton zu hören ist und wieder loslassen, wenn er wieder verschwindet.

So sieht die personalisierte Klangkurve des Testers aus

Erläuterung des Personalisierung-Diagramm

Mittels Schieberegler kann die Wirkung der Personalisierung verändert werden

Auch verschiedene Equalizer Presets sind in der MIY App verfügbar
Zusätzlich gibt es verschiedene EQ-Modi. Mit diesen kann man die Klangeigenschaften bei der Wiedergabe anpassen. Wir finden hier die EQ-Kurven "Original", "Bass Boost", "Warm", "Smooth Treble", "V-Shape", "Speech" sowie "Brilliance."

Eine Kopfhörer-Nutzungsstatistik ist in der App ebenfalls abrufbar

In diesem Punkt kann der Sprachassistent aktiviert bzw. deaktiviert werden

Auswahl der Sprache bei Sprachansagen des Free BYRD

Erklärung der Wiedergabesteuerung der Free BYRD
Insgesamt bietet kaum ein anderer TWS-Hörer so wirksame und umfangreiche akustische Optimierungsmöglichkeiten. Dieses Maß an individueller Abstimmung auf den jeweiligen Träger ist ausgezeichnet und bringt dem Free Byrd Bestnoten ein
Klang
Zuallerst checken wir die ANC-Qualität. Hier ist zu bemerken, dass auch bei aktiviertem ANC der Klang angenehm bleibt, zudem auch filigran, sofern erforderlich. Zugleich aber ist die aktive Geräuschunterdrückung äußerst wirksam, und auch, wenn es um einen herum durchaus belebt zugeht, kann man sich konzentriert der Musik, dem Film oder dem Hörspiel widmen. Der Transparenz-Modus lässt gezielt Umgebungsgeräusche durch, besonders im Präsenztonbereich. Stimmen kann man bei aktiviertem Transparenz-Modus gut wahrnehmen. So verpasst man die aktuellsten Durchsagen zum Beispiel am Flughafen oder am Bahnhof nicht.
Wir beginnen unsere Klangtestreihen zu Beginn gleich herausfordernd. Als EQ-Klangkurve haben wir uns für "Original" entschieden. Als ersten Titel haben wir "Shallow" von Bradley Cooper und Lady Gaga ausgesucht. Der Song startet mit einem Gitarrensolo von Bradley, welches überzeugend - sehr natürlich und homogen - wiedergeben wird. Als Bradley dann mit seinem gefühlvollen Gesang einsetzt, können wir einen deutlichen Wiedererkennungswert der Stimmfarbe feststellen, nicht unbedingt typisch für viele TWS, die zwar eine angenehme, oft aber eine wenig charismatische vokale Präsentation anbieten.
Ebenfalls als sehr gut zu bezeichnen ist die Wiedergabe von Lady Gaga durchaus komplex darzustellender Stimme. Sie klingt lebendig und angenehme, was uns aber etwas fehlt, sind feinste Nuancen, die Lady Gagas Stimme so prägen und uns auch berühren. Allerdings ist die Gesamtwiedergabe trotz dieser minimalen Einschränkungen als sehr gut zu bezeichnen.
24 Jahre mussten vergehen, damit "Frozen" von Madonna wieder in den Charts zu finden ist. Der kanadischen DJ/Producer Sickick verwandelt "Frozen" in einen Chill-Trap-Remix. Auch bei diesem Titel begeistert der Free BYRD mit einer gut gestaffelten und von der Tonalität her natürlichen Stimmwiedergabe. Die schwierigen langgezogenen Basspassagen meistert der True Wireless Hörer überragend, ohne dabei unpassende Überbetonungen vorzunehmen oder überfordert zu wirken. Der verwendete Synthesizer ist klar und sauber strukturiert wahrnehmbar. Insgesamt punktet der Free Byrd ebenfalls mit einer erstaunlich guten und vor allem realistischen Räumlichkeit, der Klang "klebt" nicht im Gehörgang, sondern verteilt sich harmonisch und luftig.
Etwas langsamer geht es beim nächsten Titel zu. Wir haben uns für den Ausnahmekünstler Corey Taylor entschieden. Corey bietet ein breites Spektrum an unterschiedlichen Gesängen und ist dabei als Sänger von Bands wie z.B. Slipknot oder auch Stone Sour im Einsatz. Wir haben uns für diesen Test für "Wicked Game" von Stone Sour entschieden, und zwar in einer Acoustic Version. Der Titel startet mit einer Akkustikgitarre, die die Beyerdynamic Free BYRD erstklassig herausarbeitet: Das Zupfen der Saiten, die gesamte Ausprägung akustischer Einzelheiten sind schon auf richtig gutem Level. Begeistern kann uns zudem die erstklassige Herausarbeitung von Coreys vokaler Präsenz, mit einem Großteil der Facetten, die Corey in diesem Titel anbietet. Selten haben wir diesen Titel so gefühlvoll und dennoch kräftig gehört - da erscheint der auf den ersten Blick deftige Preis der Free Byrd in einem etwas anderen Licht.
Wir wechseln das Genre und starten die Wiedergabe von "Just Can't Enough" von den Black Eyed Peas. Wir bemerken umgehend bei den ersten Tönen, dass dieser Titel den Beyerdynamic Free BYRD ungemein "in die Karten spielt". Fergies Stimme erklingt überragend und die Basswiedergabe glänzt durch Substanz und Präzision. Ein tiefer und satter Bass ist zu vernehmen, ohne überladen oder unstrukturiert zu wirken und das Zusammenspiel mit der zarten Stimme von Fergie funktioniert wunderbar. Insgesamt beeindruckt uns der Free Byrd mit enormer akustischer Harmonie und einer genau ausbalancierten Feindynamik. Hier merkt man die große Erfahrung von beyerdynamic hinsichtlich des Abstimmens von Kopfhörern.
Weiter geht es mit dem Hit von Zoe Wees "Girls Like Us". Auch Song dieser Künstlerin verwenden wir gerne, da ihre Stimme ein sehr breites Facettenspektrum bietet - und der Free Byrd zeigt ein weiteres Mal seine Talente bei der akkuraten vokalen Darstellung. Zoes sehr fordernde Stimme kommt in vielen Einzelheiten sauber heraus, die Trennung der vokalen Elemente vom Rest des Songs ist überragend. Ebenfalls erwähnen möchten wir den exzellenten Dynamikbereich und die nahtlosen Übergänge zwischen den einzelnen Teilen des Frequenzspektrums. Das Zusammenspiel aus Hochton-, Mittelton- und Tieftonbereich klappt hier erstklassig und ergibt in der Summe ein sehr stimmiges Gesamtbild.
Zum Abschluss unserer Klangtestreihen möchten wir wissen, wie gut die integrierte Freisprecheinrichtung funktioniert. Und der Free Byrd punktet weiter: Wir verstehen den Angerufenen klar und deutlich, komplett ohne Hall und Störeffekte. Auch der Angerufenen nahm unser Gespräch als klar und deutlich wahr, ebenfalls ohne Hall.
Konkurrenzvergleich

- JBL Live Pro+ TWS : Die JBL Live Pro+ TWS sind in verschiedenen Farben erhältlich und besitzen adaptives Noise Cancelling mit einer "Smart Ambient" Funktion. Um die TWS-Hörer effektiv vor Umwelteinflüsse zu schützen, gibt es eine IPX4 Zertifizierung. Dadurch sind die In-Ear Hörer gegen allseitiges Spritzwasser immun. Mit einer Wiedergabezeit von rund 7 Stunden setzen die JBL Hörer keine Bestmarke. Wenn das mitgelieferte Ladecase voll geladen ist, sind bis zu 21 Stunden Wiedergabezeit möglich. Die Beyerdynamic Free Byrd bieten eine Wiedergabezeit von bis zu 30 Stunden. Beim Thema Klang gefiel uns der Beyerdynamic Free Byrd besser, spielte dieser sehr natürlich und kraftvoll auf - authentisch, feindynamisch hervorragend und mit echt wirkender Räumlichkeit.

- LG Tone Free DFP9 : Die LG Tone Free DFP9 sind derzeit für knapp 150 EUR bei Amazon zu ergattern. Auch sie besitzen eine aktive Geräuschunterdrückung und als besonderen Clou, eine Integration der "UVnano"-Technologie. Durch eine UV-Reinigung werden ca. 99,9 Prozent der Staphylococcus Aureus-Bakterien eliminiert. Mit einer Wiedergabezeit von rund 10 Stunden (ANC aus) und rund 6 Stunden mit ANC, muss sich der LG Tone Free DFP 9 ebenfalls hinter dem Beyerdynamic Free Byrd einreihen, da dieser längere Wiedergabezeiten bietet. Die aktive Geräuschunterdrückung der DFP9 arbeitet absolut überragend und gehört unserer Meinung nach, zum Besten was man derzeit bekommen kann. Akustisch punktete die exzellente Performance im Bassbereich. Gerade für Techno- oder House-Musik eignet sich der DFP 9 ausgezeichnet. Rock oder Klassik ist mit den DFP9 auch möglich, hier aber wirken Stimmen nicht ganz so präsent und fein durchzeichnet.
Fazit

Für 229 EUR Kaufpreis erhält der Käufer einen sehr schicken, aber gleichzeitg angenehm zeitlos-schlichten TWS-Hörer mit einer effektiven aktiven Geräuschunterdrückung, die sich im Spitzenfeld der Konkurrenz bewegt. Für Reisende ist zudem der tadellos funktionierende Transparency Mode sehr interessant, bei dem Umgebungsgeräusche gut wahrnehmbar eingeblendet werden. So lassen sich am Bahnhof z.B. Durchsagen problemlos wahrnehmen. Weitere Pluspunkte finden wir in Form der Akkulaufzeit von bis zu 11 Stunden bei der Musikwiedergabe mit ANC.
Dank der integrierten Schnellladefunktion genügen 10 Minuten Ladezeit für ca. 70 Minuten Musikwiedergabe. Sind die Akkus und das Ladecase beide vollständig geladen, sind bis zu 30 Stunden Wiedergabezeit möglich. Diese Werte sind beachtlich, betrachtet man vergleichsweise die TWS-Hörer von anderen Herstellern. Erstklassige Resultate lieferte der Beyerdynamic bei unseren Klangtestreihen ab. Schon die Möglichkeit, die Akustik individuell aufs Gehör des Trägers abzustimmen, sorgt für Freude in der Redaktion. Die Wiedergabe der Tracks erfolgte mit einer Stimmwiedergabe, die ihresgleichen sucht.
Richtig gut hat uns auch die Tiefenstaffelung der Tracks gefallen, die mit einem tollen Mitteltonbereich abgerundet werden. Auch beim Thema Tiefgang liefert der Free BYRD kompromisslose Ergebnisse ab. So liefern die TWS Hörer einen satten Bass, der klar und strukturiert ist, ohne dabei aufdringlich oder überladen zu wirken. Zusätzlich erwähnenswert bei den Beyerdynamic Free BYRD ist die fabelhaft funktionierende Freisprecheinrichtung.
beyerdynamics erste TWS-Hörer beeindrucken mit MIY-Funktionalität, exzellentem Klang und langen Akkulaufzeiten

TWS-In-Ears mit ANC bis 250 EUR
Test: 07. Juli 2022
Test und Bilder: Sven Wunderlich
Redaktion: Carsten Rampacher
Datum: 07. Juli 2022
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Tags: ANC-Kopfhörer • Beyerdynamic • In-Ear • In-Ear-Kopfhörer






