TEST: Cambridge Audio Melomania A100 - HiRes-fähige In-Ear Kopfhörer mit ANC und ausgezeichneter Klangqualität ?
Klangwertung
In diesem Abschnitt unseres Reviews möchten wir auf die klanglichen Eigenschaften des Cambridge Audio Melomania A100 genauer eingehen. Im ersten Schritt möchten wir die Freisprecheinrichtung sowie die aktive Geräuschunterdrückung checken. Die adaptive Geräuschunterdrückung des Cambridge Audio Melomania A100 arbeitet sehr effektiv und reduziert die Umgebungsgeräusche deutlich, blendet sie aber nicht vollständig aus. Der Transparenzmodus funktioniert ebenfalls sehr gut, und die geführten Dialoge und Umgebungsgeräusche wirken sehr präzise und klar definiert, sodass man nichts Wichtiges verpasst. Weiter geht es mit der Freisprecheinrichtung. Sie funktioniert ebenfalls auf beachtlichem Niveau wir verstehen den Angerufenen ohne Probleme, mit leichtem Hall. Der Angerufene versteht uns ebenfalls sehr gut, leicht gedämpft.
Im nächsten Schritt möchten wir nun wissen, wie es um die klanglichen Qualitäten des Cambridge Audio A100 bei der Musikwiedergabe bestellt ist. Als erstes Klangbeispiel haben wir uns für "Darker Still" von Parkway Drive entschieden. Nach einigen Hörversuchen haben wir uns entschieden, eine eigene EQ-Klangkurve zu kreieren. Hierfür haben wir die lineare Klangkurve hergenommen und den Hochtonbereich etwas angehoben. Der Titel startet mit einem Pfeifen sowie mit Gitarrenklängen, und beides meistert der Melomania A100 mit einer klaren Kontur und einer tadellos getroffenen Klangfarbe. Als Winston McCall, Frontmann der Band, mit seinem sehr tiefen und außergewöhnlichen Gesang in den Titel einsteigt, besitzt die Stimme einen deutlichen Wiedererkennungswert, und wir nehmen die Stimmfarbe so wahr, wie wir sie ansonsten nur von deutlich kostspieligeren Devices kennen. Das Zusammenspiel aus dynamischen E-Gitarren, sehr fordernden Gesang und harten Drums gelingt hervorragend. Als im weiteren Verlauf der Titel dann an Geschwindigkeit zunimmt, liefern die In-Ears ein sattes und zugleich präzises Bassfundament. Die teilweise bewusst aggressiv gespielten E-Gitarren werden trotzdem beinahe nie zu harsch oder aufdringlich, und als McCall förmlich ins Mikrofon brüllt, gelingt weiterhin eine klare Differenzierung und eine hervorragende Gesamtwiedergabe. Auch der gebotene Maximalpegel ist beachtlich, im positiven Sinne.
Sehr gerne verwenden wir derzeit die 2025 Version von "I Refuse" von Five Finger Death Punch. Für den neu aufgelegten Titel konnte sich die Band Maria Brink ins Boot holen, die Frontfrau von "In This Moment". Der Track beginnt mit einem Klavier, welches mit klarer Gesamtcharaksteristik und mit einer hervorragenden Struktur zum Ausdruck gebracht wird. Als nach wenigen Momenten Ivan Moody, Frontmann der Band, mit seiner sehr speziellen und aussagekräftigen Stimme in den Titel einsteigt, wird die Stimmfarbe tadellos getroffen und facettenreich umgesetzt. Als nach einigen Momentan dann Maria mit ihrer teilweise sehr kratzig, teilweise auch zerbrechlich wirkenden Stimme hinzukommt, schafft der A100 eine außergewöhnlich gute Präsentation der Stimmfarbe. So gefühlvoll und ergreifend, konnten wir die Stimme über TWS IN-Ears noch nicht wahrnehmen. Auch bei diesem Titel gelingt das Zusammenspiel aus dem mehrstimmigen Gesang, den E-Gitarren und den harten Drums auf hohem Level.
Weiter geht es in unserer Klangwertung mit der norwegischen Musikproduzentin und Sängerin Aurora und ihrem Titel "Runaway". Der leichte Chorgesang und die darauffolgenden harten Bässe, werden mit viel Feingefühl herausgearbeitet, während das Bassfundament ein beachtliches Volumen besitzt und mit exakter Kontur umgesetzt wird. Das leicht nasale Element, welches die Stimmfarbe von Aurora prägt, wird überraschend gut getroffen, und daher wird die vokale präsenzt von Aurora in vielen unterschiedlichen Facetten umgesetzt. Auch, als im weiteren Verlauf des Titels die Effekte zunehmen und Aurora in die höhere Stimmlage wechselt, können wir keine Auflösungsdefizite feststellen.
Im nächsten Schritt möchten wir wissen, wie sich die Melomania A100 bei der Wiedergabe von klassischer Musik schlagen. Hierfür haben wir uns für "The Kiss" von Trevor Jones entschieden. In „The Kiss“ spielt eine Geige eine übergeordnete Rolle in mehreren Durchgängen. In den ersten beiden Durchgängen hören wir nur die Geige und ein Schlagzeug, beide Instrumente werden mit einer hervorragenden Struktur in unseren Gehörgang transportiert. Im dritten Durchgang verstummen die Trommeln, und die sehr prägnante Geige wird von einem Cello begleitet, was die A100 für ihre bescheidene Preisklasse geradezu meisterhaft umsetzten können. Nach diesem Durchgang gesellen sich weitere Instrumente hinzu, die in vielen Einzelheiten und mit einer hervorragenden Tiefenstaffelung umgesetzt werden. Zu Beginn des sechsten Durchgangs setzen weitere Geigen mit einer Gegenmelodie ein und die sehr prägnante Geige rutscht etwas in den Hintergrund und auch dieses Facettenspiel gelingt mit Bravour.
Wir wechseln das Genre und kommen langsam ans Ende unserer Klangwertung. Als letztes Musikstück ist die Wahl auf "Sleepless Nights" von Armin van Buuren, Martin Garrix & Libby Whitehouse gefallen. Die zu Beginn des Titels erklingenden vokalen Elemente von Libby Whitehouse werden sehr klar, homogen und sauber gegliedert präsentiert. Als sich Synthesizer-Klänge hinzugesellen, ermöglicht unser Testkandidat eine in sich schlüssige Differenzierung der musikalischen Elemente. Als der Titel dann merklich an Fahrt und Effekten zunimmt, kann der Melomania A100 weiterhin auf ganzer Linie überzeugen. Die Gesamtwiedergabe wirkt einfach stimmig, mit einer hervorragenden Differenzierung, einen satten Bassbereich und einer auszeichneten Stimmwiedergabe und das alles, für einen günstigen Kaufpreis von 139 EUR.
Konkurrenzvergleich

- Teufel Airy TWS Pro: Wir starten unseren Konkurrenzvergleich mit den Teufel Airy TWS Pro. Diese sind derzeit für reduzierte 149,99 EUR direkt im Onlineshop oder in einen der zahlreichen Flagshipstores von Teufel erhältlich. Vor Umwelteinflüssen schützt die IPX4-Zertifizierung die True Wireless-Kopfhörer bestens. Bluetooth ist in der Version 5.2 an Board inklusive SBC, aptX Adaptive und AAC-Support) und die Airy TWS Pro verfügen über eine adaptive digitale Hybrid-Geräuschunterdrückung. Selbstverständlich gibt es einen Transparenzmodus und Multipoint und Google Fast Pair wird ebenfalls unterstützt. Der Akku der Teufel In-Ears liefert Wiedergabezeiten von bis zu 7:45 Std, bei ausgeschalteten ANC. 10 Minuten Schnellladen im Case sind für 53 Minuten Spielzeit gut. Inklusive Case stehen 32 Stunden Gesamtlaufzeit im Datenblatt. Weniger rosig sieht es aus, wenn die aktive Geräuschunterdrückung verwendet wird. Dann ist das Maximum bei 4:15 Stunden. Inklusive Case beträgt die maximal mögliche Akkulaufzeit 19 Stunden 15 Minuten. Das ist von "Weltklasse" ein gutes Stück entfernt. Die Verarbeitung hinterlässt einen routinierten Eindruck, das gilt fürs Case und für die Earbuds. Die Airy TWS Pro überzeugten mit einem fundierten, ausgewogenen und lebendigen Klang. Die meisten der ab Werk vorhandenen DSP-Modi sind passend und daher sehr gut in der Praxis einzusetzen. Die App ist übersichtlich und bietet alle wirklich relevanten Funktionen, inklusive einer integrierten Kurzanleitung. Die sehr wirkungsvolle ANC, die auch im automatischen, adaptiven Modus überzeugt, der ausgezeichnete Transparenzmodus und die sehr gute Freisprecheinrichtung sind weitere Pluspunkte.

- Beyerdynamic Free BYRD: Für derzeit knapp 130 EUR sind die Beyerdyanmic Free BYRD erhältlich, der ehemalige Kaufpreis liegt bei 229 EUR, eine sehr deutliche Preisreduktion. Fürs investierte Budget erhält der Käufer einen zeitlos-schlichten TWS-Hörer mit einer effektiven aktiven Geräuschunterdrückung, die sich 2022 im Spitzenfeld der Konkurrenz bewegte. Auch der Transparenz-Modus funktionierte beim Free Byrd tadellos. Weitere Pluspunkte des Free Byrd finden wir nach wie vor in Form der Akkulaufzeit von bis zu 11 Stunden bei der Musikwiedergabe mit ANC. Auch praktisch: Aufgrund der integrierten Schnellladefunktion genügen 10 Minuten Ladezeit für ca. 70 Minuten Musikwiedergabe. Sind die Akkus und das Ladecase beide vollständig geladen, sind bis zu 30 Stunden Wiedergabezeit möglich. Erstklassige Resultate lieferte der Beyerdynamic bei den Klangtestreihen ab. Schon die Möglichkeit, die Akustik individuell aufs Gehör des Trägers abzustimmen, sorgt für Freude in der Redaktion. Die Wiedergabe der Tracks erfolgte mit einer Stimmwiedergabe, die immer noch zum besten gehört, was man von TWS kennt. Überzeugt hat uns auch die Tiefenstaffelung der Tracks, die mit einem tollen Mitteltonbereich abgerundet werden. Zudem liefern die TWS Hörer einen satten Bass, der klar und strukturiert ist, ohne dabei aufdringlich zu wirken. Zusätzlich erwähnenswert bei den Beyerdynamic Free BYRD ist die fabelhaft funktionierende Freisprecheinrichtung, die nach wie vor zum Besten gehört, was wir kennen.

- Cambridge Audio Melomania M100: Abschließen möchten wir unseren Konkurrenzvergleich mit den Melomania M100, ebenfalls aus dem Hause Cambridge Audio. Erhältlich sind diese derzeit für 129 EUR (UVP 199 EUR) und leider hat man lediglich eine Farbvariante zur Auswahl, was aber gleichzeitig auch der größte Kritikpunkt der Komponenten ist. Sicher lässt sich die Freisprecheinrichtung im Detail noch optimieren und die aktive Geräuschunterdrückung ist nicht ganz auf Marktführer-Niveau, insgesamt wurden aber sehr solide Leistungen geboten. Das Hauptaugenmerk bzw. der Fokus der britischen Ingenieure liegt beim Melomania M100 ganz klar auf einer hochwertigen Klangperformance. Und dieses Ziel wurde erreicht. Ein kraftvoller, stets kontrollierter und harmonisch angenehmer Klang in Kombination mit einer sehr feindynamischen, nuancierten Ausarbeitung sämtlicher Details. Durchweg präzise, kultiviert, souverän auch bei sehr hohen Lautstärken, mit hoher Glaubwürdigkeit, aber auch mitreißendem Sound. Mit ein wenig Potential für den Feinschliff am ein oder anderen Feature, aber akustisch ein echter Volltreffer - das sind die neuen Cambridge Audio Melomania M100. Eine starke Akkulaufzeit gibt es ebenso dazu. Die Hauptunterschiede zwischen den A100 und den M100 sind folgende: Der A100 unterstützt die Bluetooth Version 5.4 (M100 nur 5.3) und die mögliche Wiedergabedauer beträgt beim A100 bis zu 39 Std. (M100 bis zu 52 Std.). Dank LDAC, kann der A100 hochauflösende Audiodateien (Hi-Res Audio) über Bluetooth übertragen und verfügt über einen DynamEQ. Die dynamische Klangregelung sorgt dafür, dass Musik bei jeder Lautstärke perfekt ausbalanciert wird.
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