Nubert XXL-Special: Die Musterwohnung in Schwäbisch-Gmünd im Detail plus Interview mit Claudia List (E-Commerce) und Martin Bühler (Marketing/Vertrieb)

Herausforderndes Projekt:Nubert nuGo! ONE

„Herausforderungen“ – das ist hier das Stichwort. Denn mit dem neuen nuGo! ONE hat sich Nubert in ein Haifischbecken gestürzt. Der Markt an Bluetooth-Lautsprechern ist üppig bestückt, und selbst dann, wenn man den nuGO! ONE als hochwertiges DAB/FM-Radio mit Bluetooth-Funktion sieht, ist das Marktsegment noch gut bestückt. Kommt das Nubert Produkt beim Publikum an?  Es war, so erfahren wir, kein einfacher Weg für Nubert, den nuGo! ONE zur Serienreife zu bringen und letzten Endes auf dem Markt einzuführen. Es gibt nun eine zweite Revision, nach der sich das Produkt deutlich verbessert hat. „Und langsam bekommen wir die Selbstsicherheit, dass dieses Produkt genau das richtige Nubert-Produkt für den Markt ist“, zeigt sich Martin Bühler erleichtert von der jetzigen Situation.

Der erstaunlich räumliche Klang, die homogene akustische Abstimmung, die Möglichkeiten zur akustischen Anpassung nach dem Update – all das sind Faktoren, die den Erfolg bestimmen. Bühler gibt zu: „Zunächst sind wir durch die bewusst lineare Abstimmung des nuGo! ONE in eine Falle getappt.“ Die Abstimmung, exakt so, wie man es von Nuberts klassischen HiFi-Lautsprechern her kennt, entsprach nicht dem, was wiederum viele Käufer von Bluetooth-Speakern möchten. Nubert bekam Rückmeldungen, dass zahlreiche Konkurrenzprodukte etablierter Hersteller mehr Frische in den Höhen und mehr Nachdruck im Bassbereich offerieren würden. Daraufhin hat Nubert dann den Markt präzise analysiert, mit dem Ergebnis, dass die meisten Bluetooth-Speaker, die es auf dem Markt gibt, eben nicht linear abgestimmt sind. „Gerade, weil auch eher jüngere Kunden angesprochen werden, sind bei einem Bluetooth-Lautsprecher die Rahmenbedingungen anders“, erklärt uns Bühler. Nun kann Nubert dies übers Klangmanagement nachliefern.

nuGo! ONE auch mit hochwertigem Display

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Insgesamt, da ist sich Bühler sicher, passt der nuGo! ONE perfekt zu Nubert, seines Zeichens drittgrößter deutscher Lautsprecherhersteller und Europa.  Allerdings sieht Bühler ein Problem: Nubert-Lautsprecher stehen zwar in vielen Wohnzimmern und Heimkinos, allerdings kennt ansonsten kaum jemand Nubert. Bang & Olufsen, so argumentiert der Vertriebs- und Marketingfachmann, kennt praktisch jeder, aber kaum einer hat die Produkte zuhause im Einsatz.“ Ein Bluetooth-Lautsprecher, so hoffen die Nubert Marketingexperten, führt dazu, dass das Brand Building besser funktioniert, da ein größerer und zudem auch anderer Markt bedient wird.

Interessant: Die Stellungnahme von Claudia List und Martin Bühler zum Thema Kopfhörer

„Brand Building“ – das nächste Stichwort. Viele Konkurrenten von Nubert sind, um das Brand Building zu optimieren, in den Kopfhörermarkt eingestiegen, beispielsweise Dali und Wharfedale. Auch Unternehmen wie Bowers & Wilkins, KEF oder Technics sind auf diesem Gebiet rege aktiv. Wie sieht hier die Situation bei Nubert aus? Bestünde Nachfrage nach Kopfhörer-Modellen aus Schwäbisch-Gmünd?

Der Markt ist sehr stark gesättigt, die Rahmenbedingungen wären schwer. Trotzdem eine Option? Claudia List spricht über eine Analyse, die aufgrund ermittelter Daten aus dem neuen Nubert-Shop erstellt werden konnte. „Wir haben unsere Suche analysiert, und recht viele Nutzer suchen nach dem Keyword ‚Kopfhörer‘, da würde man sich aus E-Commerce-Sicht natürlich gern ein passendes Nubert-Produkt wünschen, denn aktuell gibt es kein Suchergebnis.“

Bühler dazu: „Da schlagen zwei Herzen in der Nubert-Brust. Vor circa vier Jahren sah die Situation ganz anders aus,  da war ich massiver Befürworter eines Kopfhörer-Konzepts, und es liefen sogar Verhandlungen mit verschiedenen Firmen über den Bau eines Nubert-Kopfhörers“. Nubert selbst hat, so der Vertriebsspezialist, nicht das Know-How im Hause. Daher hätte Nubert einen Hersteller gebeten, einen Kopfhörer nach Nubert-Vorgaben zu entwickeln, wie sich Nubert also einen Kopfhörer wünschen würde. Die genaue klangliche Abstimmung wäre von Nubert übernommen worden.

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Diese Ansichten aber haben sich geändert, und Stand heute weiß man, dass der Markt übersättigt ist. Bühler: „Die Zahlen gehen zwar noch nicht zurück, aber dadurch, dass immer mehr Firmen im Marktsegment der Kopfhörer Präsenz zeigen, handelt es sich nur noch um einen reinen Verdrängungswettbewerb.“  Firmengründer und Firmenchef Günther Nubert lehnte zudem auch unter damaligen Bedingungen den Bau eines Kopfhörers unter dem Nubert-Markennamen ab.

Klare Strukturen im Shop

Nun möchten wir noch von Claudia List wissen, die in weiten Zügen verantwortlich ist für den Launch der neuen Nubert-Website und des neuen Shops letztes Jahr, ob man zufrieden ist, wie das Konzept in der Praxis funktioniert. Wir von areadvd sind sehr angetan, Optik, Schnelligkeit, Usability – alles unserer Meinung nach sehr gelungen.  Was aber sagen die Nubert-Kunden?

Claudia List erläutert: „Es gab viel Feedback, besonders auch von den Stammkunden. Per Mail oder über unsere Social Media-Kanäle – sehr sehr viel positives Feedback, da die Seite viel moderner, heller und aufgeräumter wirkt, natürlich aber auch mal negatives Feedback, weil einige Inhalte, die auf der vorherigen Website abrufbar waren, auf der neuen Website noch fehlen.“

Alle Informationen schnell erreichbar

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Hauptsächlich betrifft dies aber nicht die Produktseiten, sondern um Faktoren wie die Nubert-Markenwelt und Nubert-Geschichte. Bühler ergänzt: „Für einige ist das nicht ganz klar, aber es gibt zwei Definitionen von Darstellungen dieser Art. Das eine ist die Website, und das andere ist ein Shop. Die Firma Nubert hatte vor dem Relaunch eine klassische Website, auf der sehr detailliert über die Firma Nubert berichtet wurde, und dazwischen gab es die Möglichkeit, Lautsprecher sowie Elektronik von Nubert zu kaufen. Heute, da wir eben im Direktvertrieb arbeiten, muss der Shop-Gedanke in den Vordergrund rücken. Daher haben wir jetzt einen sehr modernen, angenehm zu bedienenden Shop mit einem perfekten Back-End“.

Claudia List und Martin Bühler gehen mit Zuversicht ins weitere Jahr 2023. „Wir gehen zwar kleinere Schritte, aber trauen uns trotzdem was“, resümiert Claudia List. „Wir müssen natürlich bei Trends mitziehen, aber auch nicht bei allen Themen.“ Martin Bühler ergänzt: „Bei der Firma Nubert ist das Thema Digitalisierung immer noch eine Herausforderung. Wir möchten niemanden durch fortschreitende Digitalisierung einsparen – ganz im Gegenteil. Jeder soll genau da eingesetzt werden, wo die persönlichen Stärken liegen, wo die Mitarbeiter Spaß daran haben. Bestimmte Prozesse müssen dringend digitalisiert werden, das sind unsere Herausforderungen. Ein Chatbot, der einfache Dinge auf der Website erklären soll, aber nicht mit KI, sondern mit der Kompetenz der Berater im Hintergrund.

Unser Fazit: Nubert ist modern und flexibel aufgestellt. Mit Musterwohnung für die Erprobung von Nubert-Equipment in einer normalen Wohnumgebung, einem hoch modernen Shop und einer Produktpalette, die klassische Nubert-DNA ebenso beinhaltet wie im Trend liegende Lautsprecher- und Elektronik-Lösungen, ist man für die nicht einfach Zukunft – das betrifft die gesamte Branche – gewappnet.

Special: Carsten Rampacher
Fotos: Oksana Fritz
Datum: 06. März 2023

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