XXL-TEST: Ultra HD OLED-TV Philips 55POS9002 – Top-Bildqualität und Ambilight für 2.000 EUR Marktpreis?

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Nun also folgt der Test zum Philips 55POS9002 Ultra HD-OLED-TV, und zwar immer noch unter Android Marshmellow (6.0) und noch nicht unter dem angekündigten Nougat (7.0).  Aber sei es drum, wir werden nun schauen, ob sich der elegante TV auch so tadellose Zensuren verdient. Zunächst zu einem wichtigen Punkt. OLED-Ultra HD-TVs stehen in dem Ruf, ziemlich teuer zu sein. Trifft das auch auf den 55POS9002 zu)  Aktuell bekommt man den Philips bei seriösen Händlern für rund 2.000 EUR, was zumindest nicht mehr so schrecklich klingt wie die Beträge, die noch vor einem Jahr für Ultra HD OLED-TVs im 55-Zoll-Format meist aufgerufen wurden. Von einem „Schnäppchen“ ist der Philips noch ein gutes Stück entfernt – ebenso von sensationell niedrigem Stromverbrauch:  Der Philips entspricht der Energie-Effizienzklasse B. Und da wir gerade bei den Kritikpunkten sind: Dass es keinen Doppeltuner gibt, verstehen wir nicht. Bei einem Gerät dieser preislichen Liga sollte dieser selbstverständlich an Bord sein.

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Rückseite

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Standfuß in schönem Design

Der Philips ist sauber verarbeitet und bringt einen sehr gut zum TV passenden, in silbern gehaltenen Standfuß mit. Um den schmalen Rahmen des 55POS9002 verläuft auch noch ein schmaler „Silberstreif“ – so wirkt die Optik zeitlos und gediegen. 

An Anschlüssen ist alles Relevante vorhanden:

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Hier zu erkennen: Zwei der insgesamt vier HDMI-Anschlüsse sowie 2 x USB 2.0 und einmal USB 3.0

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Die beiden anderen HDMI-Slots, Tuner-Anschlüsse. Der 55POS9002 hat keinen Twin Tuner, sondern einen Single-Tuner für DVB-T2/DVB-C/DVB-S2

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Anschluss-Übersicht

Neben 4 x HDMI und 2 x USB (2.0 und 3.0) findet sich natürlich auch ein Dualband WLAN-Modul an Bord. Integriert ist WiFi 11ac 2×2. Für eine solide Akustik soll ein 30 Watt-Soundsystem sorgen, das mit „Triple Ring“ Technologie ausgestattet ist. DTS-HD Premium Sound fehlt auch nicht.

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Subwoofer für eine gute Basswiedergabe

Der Philips läuft, wie eingangs erwähnt, derzeit noch unter Android 6.0 (Marshmallow) und bringt natürlich vorinstallierte Apps für Google Play Movies, Google Play Movies, und die Google-Suchfunktion mit. 16 GB beträgt die Größe des integrierten Speichers, der sich über USB-Speicher extern erweitern lässt. Selbstverständlich ist HbbTV am Start, und mittels einer angeschlossenen USB-HDD kann man dank USB-Recording auch Fernsehsendungen aufzeichnen. 

Wie gestaltet sich die Ersteinrichtung per On Screen Menü?

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Willkommens-Bildschirm

Zunächst wählt man die Sprache aus, anschließend geht es im schlicht gehaltenen Menü weiter.

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Nun geht es weiter

Wer schon ein Android-basiertes Smartphone oder Tablet besitzt, kann den Fernseher auf besonders komfortable Art und Weise einrichten.

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Google-Anmeldung

Man kann sich mittels Telefon oder Laptop anmelden, aber auch einfach im OSD des TVs die Daten zum (hoffentlich schon vorhandenen) Google-Konto eingeben.

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Wahl des Landes

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Sender und Schnelleinstellung

Kurz aufpassen sollte man beim hier gezeigten Step. Man muss nämlich die korrekte Wahl des Tuner-Signals tätigen. 

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Nun startet die Installation

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Jetzt erfolgt die Installation der TV-Sender

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Suche nach Sendern

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Installation der Sender abgeschlossen

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Jetzt kann man noch verschiedene Schnelleinstellungen hinzufügen

Der 55POS9002 bietet für Bild und Ton noch Schnelleinstellungen, zudem kann man in der Erstinstallation schon die bevorzugten Ambilight-Einstellungen vornehmen.

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Hier kann man komfortabel und leicht verständlich die Bildhelligkeit einstellen – sehr gut: Die Bildeinstellung sollte immer mit der Helligkeit beginnen

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Es folgt der Kontrast

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Und dann kommt das Feintuning der Farbwiedergabe

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Bildschärfe-Einstellung

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Toneinstellung

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Ambilight mit Auswahl der passenden Wandfarbe

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Nun erst erfolgt die finale Smart TV Netzwerkverbindung 

Die Erstinstallation stellt für weniger versierte Anwender nur eine Hürde: Man sollte ein Google-Konto haben. Sonst ist es nämlich ratsam, sich eines einzurichten, um die Funktionen der Smart TV-Abteilung des 55POS9002 nutzen zu können. Ansonsten ist die Ersteinrichtung sehr einfach und verständlich, überdies gibt es eine nützliche Schnelljustage für Bildeinstellungen und den Klang.

Extrem gut gefällt uns die mitgelieferte, ausgezeichnet verarbeitete Fernbedienung.

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Erste Seite der Fernbedienung

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Zweite Seite der Fernbedienung

Eigentlich geht die Bedienung, gerade für Anwender, die schon Google/Android-Devices und deren Bedienlogik kennen, leicht von der Hand. Nützlich ist es, wenn man z.B. vom Smartphone oder vom Tablet, schon ein Google-Konto besitzt. Nur im Detail gibt es leichte Punkt-Abzüge. Das Umschalten z.B. vom Blu-ray-Betrieb zum TV-Tuner-Betrieb dauert bestimmt gute 2 Sekunden. Das muss schneller gehen. Ansonsten erneut viel Lob für die Fernbedienung. 2017 erfolgt die Signalübertragung über Funk oder Infrarot. Wir halten, wie wir schon oft erwähnt haben, das Fernbedienungs-Konzept von Philips für außerordentlich gut, denn dank der kompletten Tastatur auf der zweiten Seite kann man auch komfortabel zum Beispiel die Adressen von Internet-Seiten eingeben. Die Menüs sehen gut aus, Philips ließ es sich natürlich nicht nehmen, grafisch noch an der Benutzeroberfläche zu feilen. Die gesamten TV-Einstellungen (Bild, Ton, Ambilight etc.) präsentieren sich im typischen Philips-Look.

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Philips-Look bei den Einstellungen

Dank der zweiten Seite der Fernbedienung macht beim 55POS9002 auch der Internet-Browser für den Zugang zum freien Internet Sinn. Web-Adressen können komfortabel und schnell mittels der Fernbedienung eingegeben werden. Das Laden von Internetseiten (natürlich auch von der jeweilig verfügbaren Internetverbindung abhängig) geht flott vonstatten.

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App-Galerie

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Internet-Browser

Direkt auf der Fernbedienung findet man auch einen Button zum Zugang zum VoD-Dienst Netflix. Man kann, drückt man z.B. während des Live TV-Empfangs die „Home“ Taste (mit dem Haus gekennzeichnet) auf der Fernbedienung, gleich in andere Applikationen ohne Zwischenmenü wechseln, wie das heute auch bei der Konkurrenz und auch bei anderen Betriebssystemen Standard ist. Schnell kann man so z.B. zu YouTube gelangen. Natürlich gibt es auch eine App-Galerie, in der man sich neue Apps herunterladen kann. 

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Natürlich mit Ambilight

Übrigens: Man muss sich schon sehr konzentrieren, um die volle Aufmerksamkeit der Remote und dem Betriebssystem zu widmen. Schuld daran trägt der intensive, umfassende Seh-Eindruck  durch das beim 55POS9002 verbaute 3-seitige Ambilight. Wählen wir z.B. bei einer Live-Wintersportübertragung im Ambilight-Menü „Video folgen“ und als Stil „Lebhaft“, kann man besonders tief in die gezeigten Inhalte eintauchen. Trotzdem ist es natürlich nicht „jedermanns Sache“, es dürfte genauso Anwender geben, die die Ambilight-Funktion sogleich deaktivieren.  Und: Die Ambilight-Zusatzfunktion soll natürlich nicht vom Wesentlichen ablenken. Und auf das „Wesentliche“, nämlich die Bildqualität, sind wir sehr gespannt: Schon auf der IFA haben wir das Zusammenspiel der neuen P5 Bild-Engine und ein leistungsstarker Quad Core Bildprozessor gelobt, und es steht für die Bildsignalverarbeitung und Bildsignaloptimierung wahrhaftig genug Leistung zur Verfügung. Die Maßnahmen, welche P5 durchführt, sind in 5 Hauptparameter unterteilt: Optimierung der Bildquelle, Optimierung der Bildschärfe, Farbverbesserung, Kontrast-Optimierung sowie Bewegungs-Optimierung. Nun lassen wir uns überraschen. 

Bild

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Bild-Modi

Der Philips verfügt über die Bild-Modi Persönlich, Lebhaft, Natürlich, Standard, Film, Spiel, ISF Tag sowie ISF Nacht. Die zwei ISF-Modi gefallen uns besonders gut.

Bild Ultra HD Blu-ray, „The Legend Of Tarzan“

Wir haben die Ultra HD Blu-ray von „The Legend Of Tarzan“ angeschaut, und zwar von Beginn an. Was für einen 2017er Ultra HD-TV selbstverständlich sein sollte, schafft der 55POS9002 natürlich auch – er erkennt sofort das HDR10 Signal der Ultra HD Blu-ray. Außer HDR10 unterstützt der Philips noch HLG, aber kein Dolby Vision. Direkt zu Beginn des Films kommt eine sehr schöne Aufnahme der Landschaft des Kongo, zu erkennen sind Berge, bewaldete Hügel sowie Wasser.

Der 55POS9002 ermöglicht bei Dunkelheit im ISF-Modus Nacht und bei Lichteinfall unter Verwendung des ISF-Modus Tag ein sehr authentisches Bild, das die Vorzüge des hohen Kontrast-Dynamikumfangs ausgezeichnet veranschaulicht. Das sieht man links im Bild an den bewaldeten Hügeln ebenso gut wie an der Oberflächen-Struktur des Wassers. Der Nebel im Bidhintergrund wirkt auch wie Nebel und nicht wie Bildrauschen. Apropos Rauschen: Während der 55POS901 noch etwas Panelrauschen aufwies und damit an Plasma-TVs erinnerte, rauscht beim 55POS9002 nichts mehr. 

Wenige Sekunden später, die Soldaten laufen durchs hohe Gras. Der 55POS9002 modelliert einzelne Grashalme plastisch heraus, selbst bei den Nahaufnahmen der Grashalme vergisst der 55POS9002 die gute Gesamt-Tiefenwirkung nicht. Bei Laufzeit 2:07 dann modelliert der OLED-TV die Struktur der Felsen plastisch heraus. Kleine Kontrastdetails stellt er einwandfrei dar. Dass der Schwarzwert erstklassig ist, verdankt der 55POS9002 der Tatsache, dass er auf die OLED-Technologie setzt. Insgesamt macht das Bild des 55POS9002 während der ersten Minuten des Films einen sehr ausgereiften, anspruchsvollen Eindruck.

Das sieht man bei Laufzeit 2:28 auch ausgesprochen überzeugend, bis ganz nach oben präsentiert der 55POS9002 ein gleichbleibend scharfes und detailreiches Bild. Als die Soldaten mit ihren Waffen und der Kanone Stellung beziehen, zeigt der Ultra HD-Fernseher bei Laufzeit 2:54 die Oberfläche des Kanonenrohrs in hoher Detaillierung. Die Kratzer und Gebrauchsspuren stellt der TV deutlich heraus. Die Bildschärfe erscheint angenehm, nicht extrem scharf, aber auch davon entfernt, verwaschen oder zu „soft“ zu wirken.

Kapitel 2, Laufzeit 10:59: Es regnet in London, und der Philips macht sich viel Mühe – mit Erfolg -, das Bild authentisch erscheinen zu lassen. Der nasse Asphalt, der Dreck am Rand der Straße, das Fell des Pferdes, das die Kutsche zieht: Man darf genau hinschauen und erlebt keine Enttäuschung. Der 55POS9002, das zeigen unsere Testreihen, kann souverän mit den Besten mithalten. Das stellt er auch bei Laufzeit 11:10 unter Beweis, die Gesichter der Akteure werden mit feiner Darstellung der Hautoberfläche wiedergegeben.

Unreinheiten der Haut verdeutlicht der Philips präzise. Das Bild gefällt durch die hohe Ausgewogenheit. Gibt es etwas zur Display-Helligkeit zu sagen? An einem regnerischen Tag, so viel können wir bislang beurteilen, kann man auch um 13:50 Mittags HDR-Inhalte in absolut ausreichender Gesamthelligkeit ertragen – nach unseren Eindrücken macht der viel teurere Panasonic EZW1004 aber erwartungsgemäß ein helleres Bild (Gerät stand im 1:1 Vergleich zur Verfügung). 

Bild Ultra HD Blu-ray, Independence Day, Die Wiederkehr, ab Filmstart

Wir verwenden wir den Modus  HDR-Film. Bei HRD-Material gibt es insgesamt die folgende Auswahl an Bildprogrammen: HDR-Persönlich, HDR-Lebendig,  HDR-Film, HDR-Spiel, ISF Tag, ISF Nacht. Und der Philips überzeugt uns von Beginn an. Die Tafel, auf dem die Namen der 1996 gefallenen Menschen stehen, sieht enorm echt aus. Der Flug des Hubschraubers kommt scharf und klar heraus. Farben stellt der 55POS9002 authentisch dar. Die Sättigung weist eine sehr gelungene Balance auf.

Kontrastunterschiede arbeitet der OLED-TV sorgfältig heraus, der Übergang von hellerem Tageslicht in einen Raum mit gedämpftem Licht kommt prima heraus. Ganz leicht rauscht das panel bei genauem Hinsehen – hier sind moderne LCD-basierte TVs etwas besser, immer noch. Aber: So angenehm, wie der Philips uns das Bild präsentiert, das macht schon Freude. Die Sequenzen im All verdeutlichen dies besonders gut. Nur links im Mondgestein ist minimale Bildunruhe, sonst stehen auch Details stabil, und das tiefe Schwarz verdeutlicht, warum ein OLED-TV gerade für Film-Fans eine besonders gute Wahl darstellt.

Das Innere des Kontrollraums der Mondstation wirkt sehr plastisch, und der waghalsige Flug des Raumfluggeräts, der außer Kontrolle zu geraten droht, wird ausgezeichnet wiedergeben. Auch bei mittlerem externen Lichteinfall, so etwas am frühen Nachmittag bei verhangenem Himmel draußen, reicht die Bildschirmhelligkeit des Philips aus, um den HDR-Inhalt der Ultra HD-Blu-ray mit sauberer Modellierung auch kleiner Kontrast-Differenzen wiederzugeben. 

Die Gesichter der Akteuerinnen und Akteure stellt der 55POS9002 vielschichtig dar, ob glatte Haut oder ein Bart – immer erfolgt die Wiedergabe präzise und mit guter, nicht überzogener Bildschärfe. Der Konvoi mit David Levinson an Bord, der durch die nächtliche Wüstenlandschaft fährt, wird in vielen Einzelheiten wiedergegeben. Die weißen Geländewagen sind scharf erkennbar, nur in den hintersten Bildebenen gibt es manchen (allerdings teureren ) Konkurrenten, der noch mehr Plastizität ins Bild bringen kann. 

Die nun folgenden Sequenzen zeigen wieder das, was wir bereits kennen: Ein Bild in natürlicher und nicht überzogener Bildschärfe mit sauberer Herausarbeitung kleiner Kontrastdifferenzen. Als David auf das gigantische Wrack des nun beleuchteten Alien-Raumschiffs zugeht, bringt der 55POS9002 viel Kontur ins Bild, auch als kurz darauf die Geländefahrzeugen heranrollen. Verschiedene Grau-Schwarz-Schattierungen genau auseinander zu differenzieren, das liegt dem Philips. Und er vergisst es auch unter schwierigen Bedingungen nicht, die Kleidung aller Protagonisten in vielen Details zu zeigen. Das beweist uns der 55-Zöller auch, als die Instrumente im Inneren des Raumschiffs in den Fokus rücken. Und die Gesichter von David und Catherine kommen, obwohl sie im Schatten stehen, hervorragend heraus. Insgesamt für einen 2.000 EUR-OLED eine äußerst respektable Performance.

Bild Blu-ray, Mission Impossible Rogue Nation, Kapitel 1 und 4

Zunächst bekommt der Philips Lob vpm Test-Team: Im Modus „Film“ (gefiel uns bei diesem Quellmaterial am besten) ist die Farbwiedergabe sehr natürlich. Die Grüntöne des Rasens wirken daher realistisch. Auch der Touchscreen von Benjis iPad kommt gut heraus. Ebenso stellt der 9002 den Asphalt der Startbahn und die Außenhaut des Airbus Militärflugzeugs klar heraus. Auch der Anzug, den AEthan Hunt trägt, wird vom Philips tadellos dargestellt, wie man in der Sequenz sieht, als der Agent sich endlich im Laderaum des Airbus befindet. Auch der Boden und die Ladung stellt der POS9002 ohne Mängel und in angenehmer Schärfe, nicht unangenehm überschärft, dar. Etwas Kritik müssen wir bei der Bewegungsdarstellung übeb: Wir haben den korrekten Modus „Film“ bei den Betriebsarten der Frame Interpolation gewählt, aber leichtes Ruckeln ist, z.B. als Ethan über die Tragfläche des Flugzeugs läuft, zu sehen. Auch gleich zu Beginn, auf der schon angesprochenen Wiese, ist minimales Scalingrauschen generell und leichte Artefaktebildung in den hintersten Bildebenen zu erkennen – nicht, dass es falsch verstanden wird: Das ist Meckern auf hohem Niveau. Der Philips macht wirklich einen guten Job, aber bei der enormen Leistungsdichte aller Markenhersteller muss man auf viele Einzelheiten eingehen. 

Der aus der U-Bahn-Station herausfahrende Zug, die Wände und der Boden in der U-Bahn-Station sowie Benjamin Dunns Smoking, als er seine Scan-Brille und die „speziellen Dokumente“ in Empfang nimmt, präsentiert uns der Philips sehr detailreich. Leicht e Abstriche gibt es gleich zu Beginn von Kapitel 4, als die nächtliche Skyline von Wien kurz zu sehen ist. Links im Bild der Turm zeigt leichtes Ruckeln bei der kleinen Kamerafahrt. Als in der Oper das Licht ausgeht, ist wieder ein minimales Bildruckeln zu sehen, hervorragend stellt der Philips, ganz OLED, das Orchester bei äußerst geringem Lichteinfall dar. Das Treppenhaus wird sehr exakt wiedergegeben, die Balance der Bildschärfe überzeugt vollauf. Als die Treppe in den Fokus rückt, wird der Teppich auf den Stufen sehr gut herausgearbeitet. Leichtes Bildzittern unten links ist zu beobachten, als Bewegung ins Bild kommt. Ethans Profil ist kurz zu sehen, und der POS9002 punktet wieder: Die Wiedergabe der Hautoberfläche gelingt exzellent. Auch, als Ethan hinter die Bühne läuft, hebt sich sein dunkler Anzug sehr gut von den grauschwarzen Wänden ab. Dass das Revers seines Jacketts aus zwei verschiedenen Stoffarten in zwei verschiedenen Farben besteht, verdeutlicht der Philips ausgezeichnet. 

Bild DVB-S2 Tuner

Wie gut ist der DVB-S2 Tuner? Wir sind begeistert: Farbecht, klar, rauscharm, das Upscaling von 720p auf 2.160p gelingt vorzüglich.  Nachrichtensendungen auf ARD oder ZDF, die in HD produziert werden, gefallen durch wenig Rauschen, eine natürliche Bildschärfe und eine ausgesprochen authentische Farbwiedergabe. Wir empfehlen entwender den Modus „Film“ oder aber einen der beiden ISF-Betriebsarten (je nach aktuellem externem Lichteinfall). Im Modus „ISF Day“  ist, da die Helligkeit natürlich höher eingestellt ist, das Rauschen etwas auffälliger.

Gesichter, z.B. von Moderatoren, Reportern oder Studiogästen, arbeitet der 55POS9002 ausgezeichnet heraus – die Hautoberfläche wird sehr exakt präsentiert, man sieht sogar problemlos, ob derjenige leicht geschminkt ist oder nicht. Zudem kann der Philips Hautfarben sehr fein abgestuft und farblich echt darstellen. Bewegungen werden im Wesentlichen stabil herausgestellt, nur selten tritt leichtes Ruckeln auf. In größeren einfarbigen Flächen kommt es zu leichtem Farbrauschen, das aber nur aus näherer Distanz zum Bildschirm sichtbar ist. 

RTL ohne HD+ Karte in 576i – selbst das ist zu ertragen. Etwas Distanz zum 55POS9002 sollte man aber schon haben. Bei der Formel 1 Live-Übertragung aus Abu Dhabi erzeugt der Philips ein erstaunlich klares und natürliches Bild, mit einer klaren, dynamischen Farbwiedergabe. Dass man Artefakte sowie auch Rauschen sieht, ist aufgrund des Quellmaterials klar, aber der Umfang ist wirklich recht gering. 

Klang

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Ton-Menü

Das Klang-Kapitel präsentiert uns nicht unbedingt die großen Stärken des 55POS9002. Etwas blechern und mit nur ausreichender Räumlichkeit, kennen wir hier aktuelle Ultra HD-TVs in vergleichbaren Preisklassen, die hörbar besser klingen. Wir haben uns im Modus „Film“ die beiden Movies „Mission Impossible – Rogue Nation“ und „Independence day – Die Wiederkehr“ angehört, und waren nicht vollkommen begeistert von den akustischen Fähigkeiten. Es klingt alles etwas oberflächlich, und der Klang löst sich nicht so gut vom TV. Stimmen aber gibt der 55POS9002 auch bei höherem Pegel recht klar dar, die Verständlichkeit ist immer gegeben. 

Konkurrenzvergleich

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  • Panasonic TX-58DW904: Das 2016er Panasonic LCD-Modell mit Direct LED-Hintergrundbeleuchtung in Bienenwabenstruktur ist ein äußerst unangenehmer Konkurrent, auch wenn es sich um einen LCD-basierten TV handelt. Für einen LCD hat der 904 einen sehr guten Schwarzwert, hier kann sich der 55POS9002 aber noch gut behaupten und bietet noch etwas mehr, auch wirken Farben beim Philips schon extrem angenehm. Die maximale Bildhelligkeit reicht schon beim Philips aus, noch mehr braucht man kaum. Hinzu kommt, dass der Philips dank Ambilight auf Wunsch ein besonders intensives Seh-Erlebnis offeriert. Der Panasonic aber bringt das bessere, weil akkuratere Upscaling von niedriger auflösenden Bildinhalten mit und bietet bei der nicht skalierten UHD Blu-ray-Wiedergabe etwas mehr Bildschärfe in den hinteren Bildebenen. Darüber hinaus sind THX- und ISF-Bildmodi an Bord. 

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  • Philips UHD-OLED-TV 55POS901: Ja, das ältere Modell war teurer, sank aber zum Schluss kräftig, was die Marktpreise anging. Zudem offeriert der 55POS901 ein deutlich besser klingendes Soundsystem in Form einer Dolby-zertifizierten kleinen Soundbar, die sich direkt unter dem TV befindet. Schwarzwert und Farbwiedergabe sind auf hohem Niveau, hier kann sich das neuere Modell nicht absetzen. Aber: Der 55POS9002 rauscht weniger, und der TV-Tuner bietet das ausgewogenere Bild. 

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  • LG OLED55C7D: Top-Bild, Top-Soundsystem, Top-Marktpreis: Am OLED55C7D kommt man derzeit kaum vorbei. 1.800 EUR Markpreis und praktisch keine Mängel. Trotzdem macht sich der Philip 55POS9002 sehr interessant: Wer auf spezielle hochwertige Merkmale viel Wert legt, findet eine sehr gute Alternative. Zu nennen wären Ambilight und die überragende Fernbedienung des Philips-TV. 
Fazit

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Der Philips 55POS9002 überzeugt mit schickem, schnörkellosem Design und einer sehr guten Bildqualität. Sinnvolle, ab Werk vorprogrammierte Bildfelder, eine insgesamt einfache Bedienung, deren Highlight die erstklassige Fernbedienung ist, und eine gute Anschlussauswahl zeichnen den Ultra HD-OLED-TV ebenfalls aus. OLED-typische Vorzüge wie das tiefe Schwarz und die authentischen Farben kombiniert der Philips mit einer tadellosen maximalen Displayhelligkeit. Das Upscaling niedriger auflösender Bildinhalte gelingt prima, nur selten tritt leichtes Ruckeln bei Bewegungen auf. Nicht so gut ist es um die Qualität des eigentlich recht aufwändigen eingebauten Lautsprechersystems bestellt. Der Klang ist etwas blechern, und nicht besonders ausdrucksvoll. Der TV-Tuner offeriert ein sehr gutes Bild, schade nur, dass er nicht als Doppeltuner (ein Programm anschauen und parallel ein anderes aufnehmen) ausgeführt ist. 

OLED Ultra HD-TV mit sehr ausgewogenem Bild, erstklassiger Fernbedienung und fairem Marktpreis
ueberragend
OLED Ultra HD-TVs 55 Zoll bis 2.000 EUR
Test 22. Dezember 2017

Test: Carsten Rampacher, Vincent Rampacher
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 22.12.2017

 




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