TEST: JBL Bluetooth-Over-Ear-Headphone Synchros S400BT mit Touch-Control

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JBL Bluetooth Over-Ear-Kopfhörer Synchros S400BT für 229,95 EUR

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Gute Verarbeitung

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Praktisch – man kann den S400BT relativ klein in der mitgelieferten Transportbox falten

Wahlweise in schwarzer oder weißer Version liefert JBL den Over Ear-Bluetooth-Kopfhörer Synchros S400BT aus. Im Preis enthalten ist auch ein Etui, in dem sich der Hörer, relativ kompakt zusammengefaltet, problemlos und komfortabel transportieren lässt. Ausgestattet ist der Over Ear-Hörer nicht nur mit Bluetooth 3.0 mit aptX-Support, sondern auch mit Touch-Bedienelementen außen an den Ohrmuscheln.

Konventionell, mit kleinen Tasten, wird der  S400BT in den Kopplungsmodus versetzt. Hier fand unser iPhone 5S den JBL-Kopfhörer zügig. Wenn man ein Mobiltelefon mit NFC für besonders einfaches Koppeln besitzt – NFC hat der S400BT auch. An der rechten Ohrmuschel unten findet man auch den Ein-/Aus-Schalter. 

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NFC hat der S400BT, und eine Touch-Funktion der rechten Ohrmuschel (im Bild)

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An-/Aus-Knopf, Bluetooth-Paring-Button

Kommen wir zu den Touchpad-Funktionen außen an der rechten Ohrmuschel. Durch Ziehen des Fingers nach vorn wechselt das Smartphone oder andere per BT verbundene mobile Device zum nächsten Titel, zieht man den Finger nach hinten, springt das Device zum vorhergehenden Titel zurück. Einmal in der Mitte antippen – und schon pausiert der laufende Track. Erneut angetippt – die Wiedergabe wird fortgesetzt. Zieht man mit dem Finger einmal kurz nach oben, erhöht sich die Lautstärke etwas, zieht man kontinuierlich, erhöht sich die Lautstärke bis zum Maximalpegel.

Zieht man mit dem Finger einmal nach unten, senkt sich der Lautstärkepegel etwas, zieht man kontinuierlich nach unten, senkt sich der Pegel bis zum Minimum. Klingelt das Smartphone, kann man durch einmaliges Antippen den ankommenden Anruf annehmen und in guter Qualität dank des eingebauten Mikrofons mit dem Gesprächspartner kommunizieren. Hält man den Finger länger in der Mitte der Ohrmuschel, kann man einen Telefonanruf abweisen.

Nach kurzer Eingewöhnung funktioniert das alles recht problemlos, manchmal allerdings reagiert das Touch-Feld auch mal leicht verzögert. Auf jede Finger-Geste, die auf der Ohrmuschel zur Einstellung der Funktionen verwendet wird, folgt eine LED-Leuchtspur in die Richtung, in die man mit dem Finger gestrichen hat. 

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Solides Kopfband aus Metall

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Großer JBL-Schriftzug – das mag die junge Klientel

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40 mm Treiber

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Hochwertige Detailverarbeitung

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Ansicht von unten

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Transportbox

Der S400BT präsentiert sich in guter Verarbeitungsgüte, obwohl nicht einmal ein passives Noise Cancelling arbeitet, werden Außengeräusche gut vom Zuhörer ferngehalten. Das Kopfband aus rostfreiem Stahl ist solide und lässt sich gut auf die Kopfgröße des jeweiligen Trägers einstellen. Die Leder-Ohrpolster sind bequem, dass die Polsterung gerade bei den aktuell herrschenden Temperaturen etwas schweißtreibend ist, kommt auch bei Konkurrenten vor. Der Hörer sitzt nicht zu schwer auf dem Kopf (Gewicht 275 Gramm) und wird auch beim längeren Tragen nicht zur Last. 

Der eingebaute Akku ist so schnell nicht „klein zu kriegen“: Bei reiner Telefonie sind es 20 Stunden, bei Musikgenuss und Telefonie noch 15 Stunden Laufzeit. Aufgeladen wird der fest eingebaute Akku über ein Micro USB-Kabel. 

Für kraftvolle Musikwiedergabe sind die 40 mm Treiber zuständig. Der Frequenzbereich geht von 20 Hz bis 20 kHz, die maximale Eingangsleistung beträgt 30 mW. Der Wirkungsgrad: 115 dB SPL/V bei der maximalen Eingangsleistung. Hier ist demnach Vorsicht geboten, da zu lautes Hören, gerade mit dem Kopfhörer, unwiderruflich das Gehör schädigt. 

Und das könnte schneller passieren, als einem lieb ist – der Synchros S400BT begeistert nämlich durch seinen mitreißenden, intensiven Sound. So ertappt man sich immer wieder beim Hochregeln der Lautstärke – der belastbare, kräftig antretende Over Ear-Hörer managt auch hohe Pegel ohne massive Verzerrungen und ohne störende Artefakte. 

Wir hören zunächst „Summernights In Brasil“ – diese waren für Deutschland 2014 ja besonders schweißtreibend und vor allem wertvoll, weil sie mit dem Gewinn der Fußball-WM und der Erfüllung aller Träume der deutschen Nationalmannschaft endeten. In unserem Song singt allerdings weder Manuel Neuer noch Jogi Löw, sondern es handelt sich um ein Werk von Mr. Da-Nos feat. The Product G&B. Die typisch brasilianischen Klang-Anteile werden schwungvoll und lebendig eingearbeitet, der Beat kommt mit der nötigen Härte zum Ausdruck. Die Stimmen wirken sauber eingearbeitet, Wechsel im Rhythmus berücksichtigt der impulstreue S400BT sofort. 

Bei „Misfit“ von Darius&Finlay ergibt sich dasselbe akustische Bild: Kräftige Beats treffen auf saubere Stimmwiedergabe und hohe Gesamtdynamik. Elektronische Effekte im Hintergrund werden flott aufgebaut, der S400BT sorgt sofort für Stimmung beim stolzen Besitzer. Die BT-Verbindung zickt nicht, wie leider oft erlebt, häufig herum, sondern erweist sich als stabil. Nur, wenn man in seiner Begeisterung spontan an die rechte Ohrmuschel tippt, pausiert der Track – man muss seine Finger also etwas im Griff haben. 

Laune macht der Over Ear-Hörer auch bei mexikanischer Rockmusik von Juanes – „La Luz“ wird mit enormer Ausdruckskraft und einer tollen vokalen Präsenz wiedergegeben. Der JBL Synchros erweist sich in allen Situationen als echter Dynamiker – wer noch nicht lebensfroh ist, sollte sich diesen schmucken BT-Kopfhörer einmal überstülpen, seine Lieblingsmusik aktivieren – und schon tanzt man beschwingt mit. Nur sehr analytisch veranlage Hörer werden nicht vollends glücklich – sie vermissen etwas Zurückhaltung, und wünschten sich bei manchem feindynamischen Detail noch feinere Umrisse.

Das dürfte den Bon Jovi-Fan, der gerade in den ersten erfolgreichen Jahren der Heavy-Kombo schwelgt und sich „Living On A Prayer“ anhört, wenig stören. Vielmehr liegt hier im Fokus des Interesses, dass es ordentlich voran geht und die E-Gitarre fetzig und nachdrücklich zur Geltung kommt. Genau das gelingt – erwartungsgemäß – dem Synchros S400BT ausgezeichnet. Das „Feeling“ des Songs kommt bestens heraus, die Stimme trennt sich überdies tadellos von den Instrumenten.

It’s Bond Time – Gladys Knight trägt ihren Teil mit dem Titelsong zu „License To Kill“ bei. Diese Lizenz braucht man Gott sei Dank nicht für die JBL-Entwickler – wer so gute Kopfhörer baut, den lässt man lieber am Leben. Ausdrucksvoll ertönt die Stimme, der Bass hat Kraft, und die empfundene Räumlichkeit punktet mit hoher atmosphärischer Dichte.

Auch beim ruhigeren „You Only Live Twice“ von Nancy Sinatra legt sich der JBL voll ins Zeug. Hier wird aber der Analytiker und Hüter des natürlichen Klangs warnend den Zeigefinger heben – ja, wir haben verstanden. Der Bassbereich ist etwas vorlaut, was für diese Klientel nachteilhaft ist. Es finden sich aber genauso Anwender, die Freude an dieser Auslegung haben, daher kann man letzten Endes von „Geschmackssache“ sprechen. Selbst bei „L’Attesa“ von Andrea Bocelli blamiert sich der S400BT nicht, sondern schafft eine emotionale Atmosphäre – durch das sehr gute Volumen und die als intensiv, aber gut gestaffelt erfolgende Stimmwiedergabe. 

Wie sieht es mit der Konkurrenz aus?

Wer sich nicht am klassischen Kabel stört, dafür an seiner lauten Umgebung, findet im Harman Kardon NC Kopfhörer mit aktivem Noise Cancelling vielleicht seinen Favoriten. Mit einer UVP von knapp 300 EUR ist der edel aussehende und hervorragend verarbeitete Over-Ear-Hörer aber ein gutes Stück teurer. In der Praxis erweist sich der Nutzen des aktiven Noise Cancellings als befriedigend – hier geht mehr. Die enorme Transparenz und die fein dosierte Räumlichkeit sind akustische Vorzüge. Der JBL ist antrittsstärker und spielt intensiver auf. 

Absoluter Klang-Könner, allerdings mit Kabel, ist der JBL Synchros S500 mit Batterie-gestützter „Pure Bass“ Technologie. Er hat einen ungemein satten, präzisen Bassbereich, ist extrem pegelfest, nochmals dynamischer als unser Testkandidat, aber mit 299 EUR (UVP) auch teurer. 

„Andere Mütter haben auch schöne Töchter“, heißt es gern im Volksmund – und daher gehen wir von den zusammengehörigen Firmen Harman und JBL weg – hin zu den stylischen, modischen Kopfhörern von Monster. Für Freizeit-DJs und hippe Clubgänger, denen Beats-Kopfhörer schon zu sehr Mainstream sind, legen faire 180 EUR auf den Ladentisch und sacken den Monster NCredible NPulse OverEar-Hörer ein. Auch dieser ist zwar kabelgebunden, bietet aber viel Bass-Performance und Solidität fürs Geld. Stimmen und kleinere Effekte aber arbeitet der JBL Synchros S400BT besser heraus.

Und auch Onkyo baut sehr gute Kopfhörer – mit rund 180 EUR ist man beim ES-HF300 dabei. Der nobel wirkende Over-Ear-Hörer ist auch für HiFi-Hörer prima geeignet, denn er detailliert tadellos, wird nie aufdringlich und ist überdies sehr pegelfest. Der Synchros S400 rechtfertigt seinen Mehrpreis, der sich in Grenzen hält, durch die Bluetooth-Signalübertragung, das integrierte Mikrofon und die praktische Touchpad-Bedienung – und akustisch durch den noch intensiveren Klang. 

Fazit

JBL Synchros S400BT 9

Der JBL Synchros S400BT ist ein außergewöhnlich klangstarker, sehr hochwertiger Bluetooth-Over Ear-Kopfhörer, der mit nachdrücklichem Klang, sehr guter Räumlichkeit sowie Grobdynamik, cleverem Faltmechanismus und tadellosem Preis-/Leistungsverhältnis punkten kann.

Hervorragender Bluetooth-Kopfhörer mit erstklassigem Preis-/Leistungsverhältnis
ueberragend
Bluetooth-Kopfhörer bis 300 EUR
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+ Kraftvoller, räumlicher Klang
+ Impulstreu
+ Sehr gut verarbeitet
+ Stabile Bluetooth-Signalübertragung
+ Ausgezeichnete Verarbeitung
+ Fairer Kaufpreis

– Touch-Bedienelement reagiert ab und zu leicht verzögert

Test: Carsten Rampacher
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 24. Juli 2014




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