TEST: Saxx airSound AS 30 – der Aktivlautsprecher-Geheimtipp mit USB-DAC und Bluetooth

Saxx airSound AS 30 Gruppenbild3

Saxx hat sich mittlerweile sehr gut auf dem deutschen Mark etabliert. Lautsprecher wie der coolSound CX 90 beweisen, wie hoch die Kompetenz des Anbieters aus Niedersachsen ist. Demnach spricht also nichts dagegen, wenn Saxx nun sein Sortiment erweitert und mit den ultrakompakten (nur 125 x 180 x 190 mm, 2,5 Liter Innenvolumen) airSound AS 30 in den Markt der Bluetooth-Lautsprecher einsteigt. Doch mit der Bluetooth-Version 4.0 ist es Saxx-Chef Benjamin Wilke beileibe nicht getan: Für schmale 199 EUR Paarpreis integrieren seine Entwickler auch noch eine USB-DAC, der zwar kein HiRes kann (bis 48 kHz/16-Bit), aber viele Konkurrenzprodukte haben in dieser Liga gar keinen USB-DAC. Und: Weder am Windows-basierten PC noch am Mac ist eine Treiberinstallation notwendig. Stets werden die Lautsprecher automatisch erkannt. Auf unserem Apple MacBook Pro haben wir den sehr guten Audirvana Software-Player installiert, daher wissen wir auch, dass die airSound AS 30 bis 48 kHz/16-Bit darstellen können.

Saxx airSound AS 30 Master Front Seitlich

Elegantes Design, Unibody-Gehäuse

Saxx airSound AS 30 Slave Rueckseite

Slave-Box von hinten

Saxx airSound AS 30 Slave Anschluesse

Hochwertige, vergoldete Lautsprecherkabel-Schraubterminals

Saxx airSound AS 30 Master Rueckseite

Master-Box von hinten

Saxx airSound AS 30 Master Anschluesse

Alles da: USB-Terminal, optischer Digitalausgang, Cinch-Ausgang, Cinch-Subwoofer-Pre-Out, 3,5  mm Miniklinke

Saxx airSound AS 30 Master Innenleben

Ordentlich aufgebaute Elektronik, tadellos für die Preisklasse

Zurück zu den in schmuckem matten Schwarz (alternativ ist auch eine weiße Ausführung im Angebot) sorgfältig lackierten Lautsprechern, die über ein solides MDF-Gehäuse verfügen. Saxx-typisch gibt es keine separate Schallwand, sondern ein hübsches Unibody-Gehäuse. Die Elektronik im Inneren der Master-Box zeigt einen sehr ordentlichen Aufbau, hier kann man in Anbetracht der Preisklasse keine Kritik üben. Überhaupt: es gibt viele deutlich teurere Alternativen, die nicht den qualitativen Standard offerieren, den Saxx hier abliefert. Ein großes Lob nach Niedersachsen.

Saxx airSound AS 30 Master Hochtoener

Hochtöner mit Seiden-Membran

Saxx airSound AS 30 Master Tieftoener

Tieftöner mit Polypropylen-Membran

Der darstellbare Frequenzbereich geht von 60 Hz bis 20 kHz, ein 2,6 cm Seiden-Hochtöner wird flankiert von einem 8,5 cm Tief-/Mitteltöner mit Polypropylen-Membran. Analoge Cinch-Anschlüsse, ein Subwoofer-Pre-Out sowie 1 x 3,5 mm Miniklinke fehlen ebenso wenig wie ein optischer Digitalausgang. Das zeigt, dass man bei Saxx mitgedacht hat und die beiden kleinen 2-Wege-Bassreflex-Lautsprecher tatsächlich als Universalisten sieht. Die eine Box beherbergt die komplette Elektronik und ist daher der Master-Lautsprecher. Die Leistung wird mit 2 x 30 Watt (Dauerleistung) beziehungsweise 2 x 50 Watt (Impulsleistung) angegeben. Mit handelsüblichem Lautsprecherkabel (bis zu 1,5 mm Kabel-Querschnitt) wird dann die Master-Box mit dem Slave-Schallwandler verbunden. Dadurch, dass es keine unsinnigen Systemkabel gibt, kann man die Länge der Verbindung genau auf die jeweiligen Bedürfnisse anpassen. Der Tiefpassfilter ist im Übrigen fix auf 120 Hz eingestellt. 

Saxx airSound AS 30 Fernbedienung

Ferrnbedienung

Im Lieferumfang enthalten ist auch eine einfache Scheckkarten-Fernbedienung. Diese gefällt uns nicht, aber auch wir sehen ein, dass Saxx für knapp 200 EUR nicht zaubern kann. Immerhin heben sich die silbernen Tasten gut vom schwarzen Gehäuse der Remote ab, und die „Power“-Standby-Taste ist durch ihre signalrote Farbgebung gleich zu orten. 

Pro & Contra:

+ Sehr günstiger Kaufpreis
+ Fürs Geld recht üppige Leistung des eingebauten Verstärkers
+ USB-DAC an Bord
+ Sehr gute Verarbeitung, innen wie außen
+ Sehr elegante Optik dank Unibody-Gehäuse
+ Ausgezeichnete Anschlussbestückung inklusive Subwoofer-Pre-Out

– Einfache Fernbedienung

Klang

USB:

Und wie sieht es mit der gebotenen Klangqualität aus? Bislang sind wir von Saxx-Lautsprechern hier nie enttäuscht worden. Und auch die AS 30 tun alles, um dies zu verhindern. Wir beginnen unsere Klangtestreihen mit einem 96/24-Stück, das dann intern auf 48/16 herunterkonvertiert wird: Wolfgang Amadeus Mozarts Violinenkonzert Nr. 4, Köchelverzeichnis 218, erstes Allegro: Wir sind erstaunt, wie angenehm und zugleich lebendig hier die Wiedergabequalität ist. Sicher darf man nicht erwarten, dass gerade in den hinteren musikalischen Ebenen eine vorbildliche Detaillierung an den Tag gelegt wird. Aber wie engagiert sich die kleinen Boxen ans Werk machen, überrascht uns auf jeden Fall positiv. Die Streocher-Soli ertönen sogar, was die Auflösung anbetrifft, für die Preisklasse der airSound-Lautsprecher, in überragender Wiedergabequalität. Alles wirkt nie simpel und oberflächlich, die beiden kleinen Schallwandler formen klare Konturen und überzeugen durch die natürliche Räumlichkeit. Gerade als hochwertige PC-Lautsprecher eignen sie sich sehr gut. 

Wie schlagen sich die Saxx-Lautsprecher bei „Diamante“ von Sandra & Tony Alessi ? Auch dieses Stück liegt in 96/24 vor, und auch hier zeigen die beiden Lautsprecher ihr Können. Vor allem gefällt uns auch hier wieder, wie harmonisch der Klang ist. Nichts Schneidendes, nichts zu Prägnantes, sondern einfach eine gefällige, trotzdem lebendige Wiedergabe. Dabei kann man ruhig auch lauter hören. Die Klangcharakteristik verändern sich praktisch nicht, und sowohl die männliche als auch die weibliche Stimme werden mit recht glaubwürdigen Konturen präsentiert. Die Trennung der Stimmen von den Instrumenten gelingt ebenfalls sehr gut. 

„Freedom Every Day“ von Torsten Goods ist ebenfalls Material, welches den Saxx-Lautsprechern liegt. Das Enspannte, Relaxte dieses Tracks wird ansprechend herausgearbeitet. Beachtlich gut löst sich die Stimme von den doch recht kleinen Boxengehäusen. Hier wird ohne Zweifel gerade im Nahfeld, also z.B. im PC-Einsatz, aber auch in kleineren Lokalitäten ein komplettes, lebendiges und angenehmes Klangbild geboten. Die einzelnen Instrumente wirken in ihrer Charakteristik natürlich, nicht monoton oder oberflächlich. Insgesamt eine erneut reife Leistung. Die AS 30 sind demnach keien „Fun-Boxen“ für junge Hörer, sondern absolut ernst zu nehmen und trumpfen mit universellen musikalischen Qualitäten auf.

Gehen aber auch basslastige, sehr kraftvolle Tracks? Hier checken wir in CD-Qualität das Westbam-Remix des Moby-Klassikers „Feeling So Real“. Und die beiden kompakten Schallwandler legen sich mit erstaunlichem Nachdruck ins Zeug. Minimal hört man schon heraus, dass es dem Bass unten herum etwas an „Drive“ fehlt, und bei hohem Pegel schlagen die Membranen dann doch an. Aber eine lange Zeit wird eine souveräne und schwungvolle Wiedergabe präsentiert, und uns gefällt besonders gut, dass die AS 30 im Bassbereich keinesfalls ein „großes schwarzes Loch“ präsentiert, sondern mit Elan dabei ist. Dass diese beiden kleinen Lautsprecher so komplette Wiedergabequalitäten aufweisen, das ist gerade, wenn man noch den Kaufpreis mit ins Kalkül zieht, höchst beachtlich.

Bluetooth:

Die AS 30 muss jetzt beweisen, dass sie auch bei drahtloser Bluetooth-Kopplung ausgezeichnet aufspielt. Die Kopplung – man drückt die BT-Taste auf der Fernbedienung etwas länger, schon ist die Master-Box zur Kopplung bereit – vollzieht sich vollkommen problemlos in Verbindung mit einem Apple iPhone 6S Plus.“I Belong To You“ (Eros Ramazzotti & Anastacia) geben die beiden Sound-Spezialisten aus Niedersachsen mit einer ein weiteres Mal sehr guten Stommwiedergabe zum besten. Dem Bass fehlt es nur etwas an Nachdruck, dafür ist er recht gut ins akustische Gesamtgefüge eingearbeitet. „Supergirl“ von Reamonn kann schon mit einer sauberen instrumentalen Differenzierung gleich von Anfang an punkten. Überhaupt, dieser Song liegt den airSound AS 30 ungemein. Hier stimmt auch der Bassbereich, es ist, man mag es wegen der kleinen Gehäuse kaum glauben, richtig „Punch“ vorhanden. Der Rhythmus wird impulstreu wiedergegeben, nur eine kleine Neigung vom Dröhnen bei deutlich gehobenem Pegel ist als Kritikpunkt zu verzeichnen. 

Und auch mit Trance-Beats haben die AS 30 keine klanglichen Berührungsängste: „Raptor“ von Digital X wird mit Verve und einer soliden Effekt-Abstufung vorgetragen. Die Basswiedergabe ist auch hier besser als erwartet, vor allem ist den Boxen eine gewisse Dynamik im tieffrequenten Bereich nicht abzusprechen. Der Aufbau des Songs kann auf jeden Fall klar nachvollzogen werden, und die maximal erzielbaren Pegel sind überdurchschnittlich hoch. Viele Punkte gehen auch hier aufs Konto der Saxx-Schallwandler – eine sehr überzeugende Leistung auch bei der Bluetooth-Verbindung, die überdies sehr stabil ist, auch wenn man sich mit dem Smartphone oder dem Tablet einige Meter von den AS 30 entfernt. Aussetzer oder Artefakte schleichen sich erst dann ein, wenn man sich den 10 Metern maximaler Reichweite (generell bei normalen BT-Devices) nähert. 

Klang Pro & Contra:

+ Erstaunlich gute Dynamik
+ Angenehmer Klang
+ tadellose Pegelfestigkeit
+ Ordentliche Trennung von Stimmen und Instrumenten
+ Für die kompakten Abmessungen erstaunliche Räumlichkeit

– Durch kleines Gehäusevolumen Beschränkungen im Tiefbassbereich

Konkurrenzvergleich

Die optisch sehr schicken Teufel Motiv B (249 EUR) sind nicht mehr erhältlich. Damals noch top, hätten sie heute nur noch ein „ausgezeichnet“ und kein „überragend“ mehr als Test-Logo bekommen. „Schuld“ daran tragen die Saxx airSound AS 30, die für weniger Geld genauso überzeugend klingen, zusätzlich aber eine bessere Ausstattung inklusive USB-DAC mitbringen. 

Schon geraume Zeit her ist der Test des Bluetooth-Lautsprecher-Paares Advance Acoustic AIR 50. 399 EUR kostet hier ein Paar, und wie bei Teufel und Saxx handelt es sich auch hier um eine Master- und eine Slave-Box. Klanglich durchaus detailliert und angenehm aufspielend, sind die französischen Lautsprecher bei schneller Musik (z.B. Heavy Metal oder Trance) nicht ganz in ihrem Element. Die Saxx-Boxen sind hier nicht schlechter, obwohl sie nur die Hälfte kosten. Überhaupt sind wir überrascht, wie nah die günstigen Newcomer an den AIR 50 aus klanglicher Sicht „dran“ sind. Die AIR 50 bringen überdies keinen USB-Eingang und folglich auch keinen USB-DAC mit. 

Der Grundig GSB 600 mit Bluetooth 3.0 und NFC ist ein Single-Lautsprecher, der dank des eingebauten Akkus auch mobil einzusetzen ist. Mit einer unverbindlichen Preisempfehlung von knapp 200 EUR hält er sich im Gefilde der AS 30 auf. Und der Grundig weiß durchaus zu überzeugen, mit harmonischem Klang, der parallel möglichen Kopplung von zwei BT-Zuspielern und mit dem überraschend guten Auflösungsvermögen. Da es sich um 2 einzelne Boxen handelt, weisen die Saxx airSound natürlich die bessere Stereobühne und auch die räumlich authentischere Wiedergabe auf. Sie sind nicht für den portablen Betrieb ausgelegt und verfügen noch über eine Vielzahl anderer Anschlussformen, wenn man etwas anderes als Bluetooth bevorzugt. 

Fazit

Saxx airSound AS 30 Gruppenbild2

Die Saxx airSound AS 30 sind ein weitere Beweis dafür, dass der niedersächsische Hersteller anscheinend oft ins Schwarze trifft. Der sehr günstige Kaufpreis lässt eigentlich nicht auf eine überzeugende Produktqualität hoffen, aber das sehr gut verarbeitete Master/Slave-Lautsprecherpaar belehrt uns eines Besseren: Ein homogener, gefälliger und dynamischer Klang, eine tadellose Pegelfestigkeit und eine überraschend gute Räumlichkeit notieren wir während der Test-Prozedur. Ganz gleich, ob USB oder Bluetooth – die AS 30 sind immer rasch spielfertig und nerven nicht durch Störungen bei der Betriebssicherheit. Die hervorragende Anschlussbestückung ist ein weiterer Vorteil der airSound-Schallwandler. 

Klangstarke, optisch attraktive und sehr gut ausgestattete Aktivlautsprecher zum günstigen Preis
ueberragend
Aktivlautsprecher bis 400 EUR Paarpreis
Test 11. April 2016

Test: Carsten Rampacher
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 11. April 2016




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