TEST: Q Acoustics Standlautsprecher Concept 40 – Das Besondere zum Paarpreis von 1.400 EUR?

Q Acoustics Concept 40 Gruppenbild2

Die Concept 40 aus dem Hause Q Acoustics macht optisch einiges her – mit formschönem Standfuß mit Glas-Elementen, eleganter Form und nicht zu ausladenden Abmessungen (972 mm hoch, 170 mm Breite und 288 mm Tiefe) integriert sich die pro Stück 18,5 kg wiegende Box auch ins hochwertige Wohnambiente. Auf jeden Fall ist der 8 Ohm-Lautsprecher viel zu schade, um ihn in irgendeinem Nebenzimmer zu verstecken. Mit 90 dB wird die Empfindlichkeit angegeben, für Verstärker von 25 bis 150 Watt Kanalleistung ist die schicke Britin die richtige Partnerin. Frequenzen zwischen 53 Hz und 22 kHz können wiedergegeben werden. 

Q Acoustics Concept 40 Hochtoener

25 mm Hochtöner

Q Acoustics Concept 40 Tiefmitteltoener

 2 x 125 mm Tief-/Mitteltöner

Q Acoustics bedient eine eher preissensible Kundschaft. Daher markiert die Concept 40 für einen Stückpreis von 699 EUR die Spitze im Portfolio. Das „Gelcore“-Gehäuse soll die Fähigkeiten der darin verbauten Treiber optimal zur Geltung bringen. Wahlweise in hochglänzendem Weiß oder hochglänzendem Schwarz lieferbar, stören etwas die grundsätzlich schwarzen Lautsprecher-Schutzgitter.

Da die mit Stoff bezogenen Teile ohnehin billig wirken und nicht zur sonst tadellosen Anmutung der Concept 40 passen, raten wir ohnehin dazu, die Gitter nicht zu montieren, auch wenn dann die Vertiefungen für die Befestigungszapfen etwas stören. Die 2-Wege-Bassreflexbox ist mit zwei Tieftontreibern (2 x 125 mm) und einem Hochtontreiber (25 mm) ausgerüstet. 5 Jahre Garantie gibt Q Acoustics auf die Konstruktion, deren optischer Hauptgewinn in erster Linie durch den eingangs schon erwähnten Glas-/Metall-Standfuß mit Spikes erzielt wird. 

Q Acoustics Concept 40 Front Seitlich2

Besonders attraktiv ohne Schutzgitter

Q Acoustics Concept 40 Rueckseite Seitlich

 Rückseite

Aber auch das Design der Schallwand ist nicht ohne Reiz. Drei in der Mitte der Front von oben nach unten verlaufende Vertiefungen sorgen hier für hohen Wiedererkennungswert. Oben sind die drei Chassis in ein Aluminium-Paneel eingelassen, ohne Schrauben, was die Eleganz steigert. Am Gehäuse mit guter Oberflächenqualität finden sich keine Ecken, an denen man sich, beispielsweise bei der Aufstellung des Lautsprechers, verletzen könnte. Die Rundung der Kanten sorgt auch für eine aufgeräumtere, hochwertigere Optik.

Q Acoustics Concept 40 Standfuss

Standfuß aus Glas und Metall, unüblich edel für diese Preisklasse

Q Acoustics Concept 40 Bassreflexrohr

Bassreflexöffnung hinten

Q Acoustics Concept 40 Anschluesse

 Lautsprecherkabel-Anschlüsse

Unten auf der Schallwand ist, relativ dezent, das silberne Q Acoustics-Logo eingelassen. Rückseitig befindet sich die Bassreflexöffnung, dadurch sollte man die Concept 40 nicht direkt an der Wand aufstellen, sondern etwas Abstand halten. Die Anschlussterminals fürs Lautsprecher-Kabel sind Bananenstecker-geeignet und in Bi-Wiring-Form ausgeführt. Optisch überzeugt die Concept 40 bis auf die billigenn Stoff-Schutzgitter – kann sie auch akustisch Glanzpunkte setzen?

Klang

Wir starten gleich voll durch  mit der SACD „James Bond Themes“ – Titelmelodien aus 007-Filmen, vom Royal Philharmonic Orchestra instrumental dargeboten. Die Interpretation von „Live And Let Die“ wird sehr harmonisch von der Concept 40 wiedergegeben. Dem Lautsprecher ist es hörbar wichtiger, einen homogenen, gefälligen Gesamteindruck zu erzeugen, als Maßstäbe hinsichtlich der Brillanz im Hochtonbereich zu setzen. Nicht, dass ein falscher Eindruck aufkommt – die Hochtonwiedergabe ist durchaus als frei und lebendig zu bezeichnen. Allerdings bleibt die Concept 40 stets auf der „sicheren Seite“ und modelliert nicht so glasklar heraus, dass der Spagat zwischen Durchhörbarkeit und zu spitzem Auftritt schwierig gerät.

Beim Titelsong zum „Man With The Golden Gun“ sammeln wir die identischen Eindrücke. Als positiv bewerten wir den harmonisch integrierten, straffen Bass und die authentische Räumlichkeit. Und, da es eine britische Box ist, muten wir ihr mit „Nobody Does It Better“ noch einen dritten 007-Titelsong, diesmal aus „The Spy Who Loves Me“, zu. Mit der nötigen Sensibilität auch für die leiseren Töne ausgestattet, macht sich die Concept 40 richtig gut. Man hört ihr gern auch mit höherem Pegel und über längere Zeit zu. Der entspannte, aber nie langweilige Sound ist ein ausgezeichneter Begleiter durch den Tag. 

Ludwig van Beethovens 9. Symphonie „Ode an die Freude“ ist das nächste Hindernis, das wir der Concept 40 in den Weg zu einem Testerfolg stellen. Hier hören wir das „Allegro ma nontroppo, un poco maestoso“ und freuen uns über das gute Differenzierungsvermögen des Q Acoustics-Lautsprechers. Die Dynamikunterschiede, recht deutlich ausgeprägt bei diesem Allegro, werden sauber und impulstreu herausgearbeitet. Nur der sehr erfahrene Musikliebhaber wünscht sich noch etwas mehr Verve in dem Moment, als das gesamte Orchester einsteigt.

Dieses absolut Unmittelbare, Spontane, in all seiner Wucht, das geben teurere Boxen mit noch mehr Geschmeidigkeit und Nachdruck wieder. Die Concept 40 geht auch hier auf „Nummer Sicher“ und agiert lieber äußerst verbindlich, als den Hörer, der auf angenehme Art und Weise Musik genießen möchte, durch eine zu forsche Art zu verärgern. Die minimal warme Klangfarbe fördert den kultivierten, räumlich gelungenen Eindruck, den wir vom englischen Standlautsprecher bekommen haben. Die Streicher werden in homogener Art und Weise präsentiert und wirken in keinem Fall aggressiv. Unser Advance Aocustic X-i120 Stereo-Vollverstärker und der Pioneer BDP-LX88 Universalplayer gehen mit den preiswerten Lautsprechern eine gelungene Kombination ein. 

Wir „beamen“ uns von klassischem Material direkt in die 80er Jahre und spielen den Concept 40 die Extended Version des Pet Shop Boys-Hits „West End Girls“ zu. Und gleich punktet der britische Schallwandler mit dem gelungenen Bass, der den Hörraum trotz gut 25 Quadratmeter Größe gut unter Druck setzt. Wer eher Freund einer schlanken und zurückhaltenden Basswiedergabe ist, wird hier vielleicht nicht optimal bedient, wer aber Spaß beim Hören empfinden möchte, wird begeistert sein – nur wenige Boxen in dieser Preisliga, die uns bekannt sind, produzieren einen so vollen, kräftigen Bass, der zudem auch bei höherer Lautstärke noch souverän wirkt.

Die Stimme von Neil Tennant kommt sehr gut heraus, sie löst sich prima von den Chassis und verteilt sich tadellos ausbalanciert im Hörraum. „Let me go“ von  Heaven 17 ist ebenfalls ein Titel, der den Concept 40 offensichtlich liegt. Wie auch der vorherige Titel ist der Song der „so80s“ Sampler-Kollektion entnommen. Der druckvolle, kräftige Bass punktet erneut, außerdem ist festzustellen, dass die harsche Übersteuerung von oberem Mittelton- und Hochtonbereich, ziemliches Problem bei verschiedenen 80er Jahre-Songs, durch die in diesem Bereich etwas vorsichtige Auslegung der Concept 40 nicht besonders schlimm ins Gewicht fällt und man locker laut hören kann. 

Weiter geht es mit Symphonic Metal – „The Howling“ von Within Temptation steht auf dem Programm. Statt Experimental-Jazz oder Triangel-Soli, bei denen sich die Membranen langweilen würden, fordern wir erneut die englische Konstruktion auf der ganzen  Linie. Langeweile oder Ausruhen nicht erlaubt – Leistung ist gefragt. Und diese wird auch serviert. Der kraftvolle Bass, die fetzig eingearbeitete, aber nicht zu schrille E-Gitarre und die ordentlich integrierte Stimme der Sängerin sorgen für viel Horspaß. Der große Dynamiksprung nach dem kurzen, eher zurückhaltenden Intro wird akkurat herausgearbeitet.

„What Have You Done“ mit dem sehr speziellen Anfang kommt auch glaubwürdig heraus – durch die homogene Spielweise hinterlässt die Concept 40 einen schon fast lässigen Gesamteindruck, ihr scheinen auch hohe Pegel nichts auszumachen. Sie schiebt einfach weiter an, vorausgesetzt, der angeschlossene Verstärker liefert auch die erforderliche Leistung. Der Wirkungsgrad der Concept 40 ist gut, aber nicht exzellent. Demnach sollte schon ein Verstärker mit genug Potential angeschlossen werden und kein Gerät der 250 EUR Einsteigerliga. Mit dem Advance Acoustics X-i120 jedenfalls waren die Concept 40 keinesfalls überfordert.

Und ab auf den Dancefloor zu Beginn der 90er Jahre – mit „Oops Up“ von Snap. Hart und kraftvoll der Bass, fetzig der Rhythmus, gut löst sich die weibliche Gesangsstimme von den Lautsprechern. Die Concept 40 drückt auch hier mächtig, ohne ins Unpräzise abzudriften. Im Gegenteil – das oben schon angesprochene, lässige Wesen des Schallwandlers kommt sehr gut zur Geltung, auch als der männliche Rapper seinen Sprechgesang zum Besten gibt.

Wir springen ein paar Jahre nach vorn, bis ins Jahr 1994. „It’s my Life“ des rappenden und Euro-dancenden schwedisch-nigerianischen Zahnarztes Dr. Alban, war ein großer Erfolg. Das deutsche Dancefloor-Project Sash! hat sich mit einem entsprechenden Remix die Mühe gemacht, die Nachdrücklichkeit und die Beats per Minute hochzupumpen. Und die beiden Concept 40 blasen ein weiteres Mal zum Angriff, mit massivem Bass, der gleichzeitig schnell ist, werden auch gehobene Ansprüche erfüllt. Gleichzeitig ist die Räumlichkeit sehr gut, wie man anhand der in den Hörraum geschleuderten elektronischen Effekte merkt. 

Wie schlägt sich die Concept 40 im Vergleich zur Konkurrenz? Mit hervorragendem Nachdruck und einer tollen Pegelfestigkeit hat sich die Magnat Shadow 209 vor kurzem im entsprechenden Test in Szene gesetzt. Mit 1.000 EUR Paarpreis ist die Box deutlich günstiger und auch deutlich einfacher verarbeitet. Akustisch gibt sich die besonders hochwertig daherkommende Concept 40 hörbar verbindlicher, dafür ist die Grobdynamik bei der Shadow 209 noch ausgeprägter. Der lässige, kraftvolle Stil der Concept 40 dürfte Hörern, die oft und viel hören, aber exzellent am britischen Standlautsprecher gefallen.

Die Teufel Definion 3 kommt auf 1.799 EUR Paarpreis und bietet eine Menge Hightech-Merkmale wie Koaxtreiber oder Flachmembran-Basschassis. Akustisch liefert sie eine hervorragende Leistung mit straffem Bass, enormer Schnelligkeit und einer exzellenten Räumlichkeit ab. Von allem etwas mehr – das rechtfertigt die 400 EUR Mehrpreis. Die genauso hochwertig verarbeitete Q Acoustics Concept 40 bleibt – man höre und staune – aber erster, wenn es ums Preis-/Leistungsverhältnis geht. Edel-Optik und toller Klang für schlappe 1.400 EUR, da fällt eine passende Antwort schwer. 

Klanglich richtig „an“ macht die Klipsch RP-260F aus der Klipsch Reference Premiere Serie. Mit 600 EUR Stückpreis ist sie fair kalkuliert, die Basskraft und die enorme Grobdynamik sind zusammen mit der Pegelfestigkeit herausragende Tugenden. Optisch ist sie deutlich einfacher gemacht als die Concept 40 von Q Acoustics, zudem klingt der englische Lautsprecher verbindlicher. 

Fazit

Q Acoustics Concept 40 Front Seitlich1

Grandiose Leistung von Q Acoustics – eine richtig edle, optisch sehr schöne, klangstarke Box, die genau das gewisse „Etwas“ bietet, was sie aus der Masse heraushebt: Der hochwertige Standfuß und der sehr verbindliche, kraftvolle, gleichzeitig präzise Klang sind nicht selbstverständlich und müssen daher auch direkt eingangs des Fazits lobend Erwähnung finden. Die Concept 40 ist eine Box mit nahezu idealer Alltagstauglichkeit. Sie zeigt mit keinem Quellmateriall Berühungsängste und ist sehr stilsicher ausgelegt. Auch, wenn man sie den ganzen Tag hört, stört der harmonische Klang nie, und die weitläufige Räumlichkeit in Kombination mit der ordentlichen Präzision macht kultiviertes Hören zum günstigen Preis möglich. Daher – die Concept 40 ist nicht nur ein weiterer Lautsprecher der 700 EUR (Stückpreis) Liga, sondern ein extrem talentierter Schallwandler von dem man noch viel hören wird.

Erstklassig: Harmonischer und kraftvoller Sound, Oberklasse-Optik und günstiger Kaufpreis
preisklassenreferenz
Standlautsprecher bis 2.000 EUR Paarpreis
Test 24. April 2015

+ Sehr angenehmer, kultivierter Klang
+ Hervorragende Räumlichkeit
+ Ausgezeichnete Pegelfestigkeit
+ Elegante Optik
+ Hochwertige Verarbeitung
+ Günstiger Kaufpreis

– Billige Stoff-Schutzgitter
– Bassbereich für Liebhaber eines neutralen Sounds etwas zu voll

Test: Carsten Rampacher
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 24. April 2015 




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