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XXL-TEST: Leak Stereo 130 & Leak CDT – Amp-Player-Kombo im Retro-Look mit präzisem Sound

Alteingessenen Hifi-Enthusiasten wird der Firmenname „Leak“ noch ein Begriff sein. Der britische Hersteller möchte nun mit zwei neuen Produkten ein Comeback feiern. Dabei lautet die Devise: Retro ist immer in Mode! Der in ganz klassischem Oldschool-Look gehaltene Stereo-Verstärker Stereo 130 und der gerne in Kombination dazu verwendete CD-Player CDT sollen aber nicht nur durch ihr Design inspirieren, sondern auch ein hochklassiges Klangerlebnis und zeitgemäße Funktionen bieten. Erreicht werden soll dies insbesondere mit den Funktionalitäten des Stereo 130, der sowohl Streaming über Bluetooth mit aptX- und AAC-Codec für den besten Klang, als auch Playback über foobar2000 unterstützt, indem man ihn via USB mit einem Computer verbindet. Über Letzteres lassen sich dann auch Formate mit Abtastraten von bis zu 384kHz wiedergeben, sodass auch verlustfreie Quellen wie PCM und DSD nicht auf der Strecke bleiben. Ganz im Stile des Retro-Looks ist neben verschiedener üblicher Eingänge auch ein Moving Magnet Phono-Verstärker für den Betrieb mit einem Plattenspieler im Paket. Außerdem kann man - über einen analogen Pre-Output - den Stereo 130 als Vorstufe verwenden.

Ebenfalls aus Großbritannien erreicht hat uns der Leak CDT, ein neuer CD-Player, der aber ebenfalls Musikdateien über einen FAT12, FAT16 oder FAT32-Datenträger, dann mit 48kHz Abtastrate, abspielen kann. Unterstützt werden hierbei WMA, MP3, AAC und WAV-Dateien. Der CDT lässt sich weiterhin über die an der Rückseite angebrachten 12V „Trigger“-Anschlüsse gut mit dem Stereo 130 und anderen Geräten verwenden, die über jene Anschlüsse verfügen, da hiermit gleich mehrere Geräte gleichzeitig angesteuert werden können.

Im Folgenden wollen wir die beiden Geräte ob ihrer Features und Verarbeitung untersuchen und insbesondere den Stereo 130, eben in Betrieb mit dem CDT, auf seine klanglichen Fähigkeiten prüfen. Erhältlich ist der Stereo 130 in der UVP von 778 EUR in Silber und 876 EUR im Walnussgehäuse, während der CDT 535 EUR in Silber und 632 EUR im Walnussgehäuse kostet. 

Verarbeitung

Die stilechten Bedienungsanleitungen des CDT und des Stereo 130 mit USB/DSD Setup Guide

Frontansicht des Stereo 130

Metallenes Belüftungsgitter oben

Schickes Walnussgehäuse mit robust wirkenden Kanten

Als wir zum Auspacken der beiden Komponenten schreiten, werden wir zuerst passend mit einer Gebrauchsanweisung in altmodisch gelblichem Papier begrüßt. Da kommt gleich Retrostimmung auf. Beim Entfernen des Verpackungsmaterials offenbaren sich uns die Geräte in ihrem Gehäuse aus mittelbraunem Walnussholz, die eine im wörtlichen Sinne klassische und wirklich noble Stimmung vermitteln, was in der doch noch bürgerlichen Preisklasse, in der sich beide Leak-Bausteine befinden, extra lobenswert zu erwähnen ist.

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Sofern es farblich passt, würden sich die beiden in jedem Wohnzimmer wohl fühlen und einfügen können. Schön ist vor allem die Kompaktheit, gerade im Vergleich zu vielen anderen Verstärkern. Mit seinen Abmessungen von 326x146x276mm (aber dennoch etwas über 8kg Gewicht) wird der Stereo 130 kein großes Problem haben, an seiner angedachten Position Platz zu finden. Auch die Verarbeitung des Gehäuses lässt nichts zu wünschen übrig. Das Walnussholz weist eine schöne Maserung mit spitz zulaufenden (aber exakt gearbeiteten) Kanten rundherum auf und hat ein sehr sauberes Finish beim Übergang vom Holz zur Metallplatte an der Front, wo sich die Drehregler befinden. Auch das metallene Belüftungsgitter an der Oberseite des Stereo 130 zeigt, dass wir es hier mit einem sehr hochwertigen Verstärker zu tun haben.

Input-Regler und sauberer Übergang vom Gehäuse zur Frontplatte

Sehr solide verarbeitete Drehregler

Weiteres Belüftungsgitter an der Unterseite des Stereo 130

Einer der vier Standfüße im Detail

Bei der Betrachtung der Vorderseite mit den Bedienelementen geht die Begeisterung gleich weiter, denn auch diese wirken qualitativ sehr ansprechend, zumal sie nicht nur ausgezeichnet ins Gehäuse eingefasst sind, sondern sich auch leichtgängig, aber stabil bedienen lassen. Sowohl die kleinen Drehregler zur Regelung der Höhen und Tiefen und der Lautsprecher-Balance, als auch die großen zum Wechseln des Inputs und Verändern der Lautstärke sitzen fest, laufen nicht unrund und können mit einem angenehmen Grad an Widerstand gedreht werden. Einzig die Power- und Direct-Knöpfe profilieren sich als nicht so hochwertig wie der Rest des Verstärkers, da sie beim Betätigen recht laut klicken, aber auch diese lassen sich nutzerfreundlich betätigen und sind ordentlich im Gerät verbaut. Erwähnt werden soll hier natürlich auch noch der 6,25mm-Kopfhöreranschluss und die kleine Power LED links neben dem Power-Knopf. An der Unterseite befinden sich ein weiteres Belüftungsgitter und außerdem vier großzügig bemessene, gummierte Standfüße, auf denen der Stereo 130 fest stehen kann.


Front des Leak CDT

Display mit den zu erwartenden Bedienelementen eines CD-Players

Ebenfalls saubere Verarbeitungsqualität beim Gehäuse des CDT

Beim CDT sehen wir keine Belüftungsgitter, allerdings das identische Maß an hochwertiger Verarbeitung. Vorne sind die für einen CD-Player üblichen Bedienelemente und ein USB-Slot für das Abspielen von einem USB-Datenträger angebracht. Hierbei lässt sich sogar eine Playliste aus den vorhandenen Musikdateien erstellen, sodass der Player die Titel nicht einfach nur nach Alphabet sortiert abspielt, und zwar, indem man auf der Fernbedienung den „PROG“-Knopf drückt, dann zum gewünschten Lied scrollt und anschließend die „Store“-Taste drückt.

Apropos Fernbedienung: Es befindet sich sowohl beim Stereo 130 als auch beim CDT eine Remote im Lieferumfang, aufgrund der europäischen Lieferbestimmungen sind allerdings keine Batterien enthalten. Für unseren Betrieb benötigen wir nur eine der Fernbedienungen, denn mit den untersten beiden Tasten können wir auswählen, ob wir den Verstärker oder den CD-Player damit steuern wollen. Über die Fernbedienung selbst können wir nichts weiter Besonderes berichten. In der Mitte sind, radial angeordnet, die Tasten zur Veränderung der Lautstärke und zum Wechseln des Tracks, darüber können wir über die Zahlentasten einen spezifischen Track anwählen und insgesamt die Wiedergabe steuern. Darunter lässt sich das aktuell laufende Lied spulen und die Disc auswerfen, und hier befinden sich auch die wesentlichen Bedienelemente für den Stereo 130, wie Input auswählen, Direct Output etc. Die Fernbedienung zeugt zwar nicht von der erstaunlich hochwertigen Verarbeitungsqualität, mit der die Hauptgeräte versehen sind, die Tasten sind aber sinnvoll angeordnet und lassen sich angenehm und mit gutem Druckpunkt bedienen. Auch an dieser Stelle haben wir also nichts Großes zu bemängeln.

Nicht ganz so hochwertige, aber ordentliche Fernbedienung für den Stereo 130 und den CDT

Die obere Hälfte der Fernbedienung zur Steuerung des CDT

Insgesamt können wir nur Gutes über die Verarbeitung der Leak-Komponenten berichten. Klar, rund 800 EUR sind auch nicht wenig Geld, dennoch sind wir für einen Verstärker dieser Preisklasse von der Liebe zur Qualität wirklich begeistert. Hochwertige Baumaterialien, absolut saubere Übergänge an den relevanten Stellen und angenehme Bedienung. Was will man mehr?

Anschlüsse

Metallplatte an der Rückseite des Stereo 130 mit hochwertigen Anschlüssen

Wenn wir uns die Rückseite des Stereo 130 anschauen, können wir die vorhandenen Anschlüsse begutachten. Auch hier sei lobend die Aluminiumplatte erwähnt, in die die Anschlüsse schön stabil und fest verankert sind. Über welche Anschlüsse genau verfügt der Stereo 130 also? Nun, ganz links finden wir drei analoge Cinch-Eingänge sowie rechts davon den Pre-Output, um den Verstärker als Vorstufe zu verwenden. Der Phono-Input ist dabei wie üblich für Plattenspieler gedacht, da dieser sich des eingebauten Moving-Magnet-Phono-Vorverstärkers bedient. Wer einen Plattenspieler mit Moving Coil (MC) System verwendet, braucht einen extra Phono-Vorverstärker. Rechts darüber können wir ganz gewöhnlich die Stereo-Lautsprecher verbinden. Für die Verwendung mit dem CDT oder auch anderen kompatiblen Geräten befinden sich außerdem die 12V Trigger-Outs an der Rückseite. Diese können über ein 3,5mm-Klinkenkabel mit einem anderen Gerät verbunden werden, sodass dieses dann ebenfalls mit ein und derselben Fernbedienung aktiviert werden kann. Weiter rechts haben wir dann die digitalen Anschlüsse, darunter einen koaxialen und SPDIF-Ausgang, einen coaxialen und zwei SPDIF-Eingänge sowie einen USB-Typ-B-Eingang, um einen Computer mit dem Verstärker zu verbinden. Hierüber können dank des eingebauten ESS Sabre32 Reference ES9018K2M D/A-Wandlers auch Abtastraten von bis zu 384kHz in verlustfreiem PCM oder dem SACD-Format DSD64, DSD128 oder DSD256 wiedergegeben werden. Abschließend sehen wir rechts dann noch einen USB-Slot, um die Firmware des Leak Stereo 130 zu updaten, den Stromanschluss und darüber den Stromschalter. Der Verstärker kann dabei mit einem ganz gewöhnlichen Kaltgerätekabel betrieben werden. An dieser Stelle sei noch positiv angemerkt, dass die Anschlüsse durch ihre Vergoldung einen hochwertigen Eindruck machen. Auch hier hat man also nicht am Material gespart und aufs Detail geachtet.

Um noch einmal auf die USB-Verbindung zum Computer zu sprechen zu kommen: Diese wollten wir nämlich auch gleich ausprobieren. Nachdem wir unseren Laptop mit dem Stereo 130 verbunden hatten, mussten wir zunächst einen Treiber für die Benutzung über USB installieren. Im „USB & DSD Setup Guide“, der neben der Bedienungsanleitung natürlich mitgeliefert wird, wird man hierauf auch hingewiesen und Schritt für Schritt durch die Einrichtung geführt. Der Treiber ist auf der Herstellerhomepage unter „Downloads“ und dann „Firmware“ auch zu finden und lässt sich ganz einfach, den Anweisungen des Setups folgend, installieren. Danach kann man im IUSB Audio Control Panel auch ablesen, ob die Verbindung funktioniert hat und außerdem die aktuelle Abtastrate überprüfen. Diese Abtastrate, so wird man von der Anleitung auch veranlasst, muss man in den Windows-Einstellungen der angeschlossenen Wiedergabegeräte noch auf die gewünschte Einstellung ändern. Unsere höchste Auswahlmöglichkeit war hierbei „24-Bit, 192000Hz (Studioqualität)“. Nach diesen Einstellmöglichkeiten können wir dann problemlos über den Player unserer Wahl Musik von unserem Laptop über den Stereo 130 ausgeben, empfohlen wird jedoch die Wiedergabe über foobar2000, da sich hiermit mit dem entsprechenden Plugin auch das SACD-Format DSD wiedergeben lässt.

Rückansicht des CDT

Optischer und digitaler Out sowie die 12V-Trigger-Outs beim CDT

Die Rückseite des Leak CDT ist wiederum schnell erledigt. Ganz links sehen wir einen koaxialen und einen optischen Ausgang, wobei wir ersteren gleich mit dem Stereo 130 verbinden können, um schon einmal den Klangtest vorzubereiten. Rechts davon dann die oben bereits angesprochenen 12V Trigger-Anschlüsse und ganz rechts finden wir wieder den Kaltgerätekabel-Anschluss und den Stromschalter. Auch interessant: Die rote Anzeige links vom Stromschalter gibt an, unter welcher Spannung das Gerät aktuell operiert. Hierbei empfiehlt es sich, so auch in der Bedienungsanleitung angemerkt, noch einmal zu überprüfen, ob die Netzspannung des Geräts mit der benötigten übereinstimmt.

Klang

Wir starten unseren Klangtest aus Bequemlichkeit gleich mit einer besonders komfortablen drahtlosen Verbindungsvariante, indem wir dem Stereo 130 über Bluetooth Musik zuspielen. Zunächst mit „The Offering“ von Sied van Riel und Betsie Larkin. Als erstes fällt uns auf, dass der Stereo 130 gekonnt balanciert, aber kräftig die Bässe präsentiert. Sie ertönen stark, sorgen aber nicht dafür, dass irgendwelche anderen Frequenzen, wie die Synthesizer-Sounds oder Betsies Vocals in den Hintergrund gelangen. Das Gleiche bestätigt sich auch bei „We Can Make The World Stop“ von The Glitch Mob, welches neben dem Kickbass allgemein eine sehr tiefe, dröhnende Klangkulisse benötigt. Wir drehen mal noch etwas lauter auf und gerade jetzt kann der Stereo 130 seine Power wirklich beweisen. Kraftvoll und präzise, ohne auch nur im Ansatz das Detail des Synthesizers außer Acht zu lassen, wird das Zusammenspiel der verschiedenen Klangebenen im Track in Szene gesetzt. Auch das Keyboard später erklingt deutlich aus unseren Canton Vento 886.2 DC, mit denen wir diesen Klangtest durchführen und die der Stereo 130 gekonnt mit Nachdruck befeuert. Wenn man den doch recht kleinen Kasten im Regal stehen sieht, würde man diesen Grad an Tiefenpräsentation wohl eher nicht erwarten, aber die Endstufe aus Großbritannien weiß, wie man in unserem Büro mit starken Bässen für Stimmung sorgt.

Machen wir weiter mit „Lady Marmalade“ aus dem Musical „Moulin Rouge“ in der Version von Christina Aguilera, Lil‘ Kim und Madonna, diesmal allerdings mit unserem Laptop per USB an den Stereo 130 angeschlossen. Unsere Testbeispiele sind dabei verlustfrei komprimierte Musikdateien, wir wollen dem Verstärker schließlich keine minderwertigen Quellen vorsetzen. „Lady Marmalade“ wird performt von drei erstklassigen Sängerinnen, deren Stimmorgane mit Finesse und vokaler Brillanz in Szene gesetzt werden wollen. Der Stereo 130 beweist aber auch hier sein Können. Die Gesangseinlagen unserer Pop Queens erklingen klar und deutlich aus unseren Cantons und fügen sich auch harmonisch zusammen, sodass keine der Stimmen zu kurz kommt. Auch nicht zu verachten ist dabei die Differenzierung der Vocals mit dem Big Band Sound des Tracks, der schön voneinander gelöst aufbereitet wird. Die organische Präsentation zeigt sich also nicht nur beim Gesang, sondern auch für mehrschichtige instrumentale Darbietungen ist sich der Amp nicht zu schade.

Diese brillant direkte Klangdarstellung hat häufig allerdings einen Nachteil, nämlich dass höhere Frequenzen gerne einmal etwas hart klingen und für zimperliche Gehöre unangenehm werden, wenn man lauter aufdreht. Insbesondere fällt uns dies hier auf, wenn eine der drei Damen sich richtig in ihre Performance hineinsteigert und laut singt. Details gehen zwar auch bei steigender Lautstärke nicht verloren, jedoch würden wir die Darbietung dieser höheren Frequenzen nicht als samtig weich bezeichnen, sondern eher als direkt und hart, was in unseren Ohren etwas spitz und unangenehm wurde. Man muss allerdings betonen, dass dies erst bei wirklich hohen Lautstärken auftritt, denn bei, sagen wir mal, humanerem Pegel sind solche Erscheinungen dann absolut kein Problem mehr und es zeigt sich eher das Gegenteil, nämlich eine detaillierte, sehr schön aufgelöste Klangperformance. Diese können wir auch beim Klassiker „Dirty Old Town“ von The Pogues bewundern, wo der Stereo 130 die Mundharmonika und die Gitarre am Anfang und die mehreren Instrumente im Solo in der Mitte des Stücks super voneinander trennt und detailliert präsentiert. Schön harmonisch dazu fügt sich auch die Stimme von Shane MacGowan ein und rundet das Lagerfeuer-Feeling im Wohnzimmer wunderbar ab. Zusammenfassend also, auch wenn wir bei „Lady Marmalade“ den hohen Frequenzbereich bei hohem Pegel etwas kritisiert hatten, sind wir insgesamt schwer beeindruckt von der präzisen Darstellung der verschiedenen Klangebenen, und dass auch bei komplexeren Stücken der Stereo 130 seine Genauigkeit nicht verliert.

Als letztes schließen wir den CDT an den Stereo 130 an und überprüfen, wie dieser sich mit einer CD als Quelle verhält. Dabei starten wir mit „Wheel of Fortune“ von Hans Zimmer aus Fluch der Karibik 2. Insbesondere gefällt uns hier die räumliche Auflösung des gesamten Orchesters. Klar, wir sind hier im Stereo-Betrieb unterwegs, aber dennoch fühlen wir uns ungemein in den Bann des Stückes gezogen, weil durch die klare Differenzierung der verschiedenen Instrumente uns eine unglaublich authentische Klangatmosphäre geboten wird, bei der man sich fast schon so vorkommt, als würde sich das Orchester direkt vor uns befinden. Besonders deutlich wird dies vor allem in den schnelleren Sequenzen, in denen die verschiedenen Streichinstrumente und die Pauken eine sehr einhüllende und mitreißende Soundkulisse erzeugen, bei der aber die leiseren Klänge im Hintergrund noch schön herauszuhören sind. Auch die Präzision in den mittleren und höheren Frequenzen, die wir im vorigen Klangbeispiel gelobt haben, wird hier nicht vergessen, sondern die Geigen werden klar und deutlich aufgelöst. Im weiteren Verlauf kommen dann noch die Fanfaren dazu und ertönen in der Tiefe mächtig, aber nicht zu aufdringlich.

Für einen guten Abschluss gönnen wir uns die Titelmelodie des James-Bond-Klassikers „Goldfinger“, bei der wir eine ähnliche orchestrale Raffinesse bewundern können. Besonders gefällt uns hier die kraftvolle, aber stimmungsvolle Darstellung der Bläser, die allerdings zugleich die Streicher nicht aus dem Rampenlicht befördert, sondern sie eher im Einklang mit diesen ertönen lässt. Dadurch entsteht wieder eine sehr organische Soundkulisse, welche ob ihrer klanglichen Brillanz und detaillierten Darstellung keine Wünsche offen lässt.

Konkurrenzvergleich

Schauen wir vor dem Fazit noch, was die Konkurrenz treibt. Wir sind uns natürlich bewusst, dass Leak beim Stereo 130 durch seine Retro-Ästhetik auf eine bestimmte Zielgruppe aus ist, bei der die klanglichen Fähigkeiten und die Feature-Vielfalt nicht zwangsläufig die primären Kriterien sind, aber man muss selbstverständlich trotzdem ein Verständnis davon haben, wie sich der Leak in der Relation am Markt schlägt.

Zu einem etwas höheren Preis von 1150EUR erhält man von Marantz den PM8006, der uns in unserem Test auch durch seinen detailreichen Sound und seine tolle Verarbeitung überzeugt hat und außerdem durch seine exklusiv analogen Anschlüsse mit Moving Magnet Phono-Verstärker ebenfalls eher auf den traditionellen Audiophil-Markt abzielt. Dabei verzichtet der Marantz auch auf Bluetooth-Funktionalität, was sich beim Stereo 130 wiederum im Paket befindet. Für den einen macht das den Leak weniger retro, für den anderen ist es auch bei einem Traditionsgerät ein Muss. Und natürlich punktet der Leak in diesem Aspekt eben auch mit seinem unverkennbaren Design und mit der hochwertigen Verarbeitung.

Für einen sehr ähnlichen Preis von 799 EUR UVP findet man mit dem NAD D 3045 einen sauber, aber nicht ganz so vor Materialqualität strotzend verarbeiteten Stereo-Verstärker, der allerdings neben den klassischen Anschlussmöglichkeiten wie coaxial oder SPDIF und Phono auch einen HDMI ARC-Anschluss in petto hat. Auch die Verbindung über USB mit dem PC kann hier vorgenommen werden. Hier kommt es also primär darauf an, wie wichtig die HDMI-Schnittstelle in der Ausstattung ist und inwiefern man Einbußen in der Verarbeitungsqualität hinnehmen möchte, denn auf diesem Gebiet siegt der Stereo 130 eindeutig. Die klanglichen Fähigkeiten des D 3045, insbesondere die Räumlichkeit und Stimmwiedergabe sind aber keineswegs zu verachten.

Wem die rund 800 EUR für den Leak etwas zu viel sind, der könnte beim Stereo-Receiver Cambridge Audio AXR100D für 599 EUR fündig werden. Dieser erweckt mit seinem Design ebenfalls Retro-Erinnerungen, bietet aber, ebenso wie der Stereo 130, die Möglichkeit, das Smartphone per Bluetooth zu verbinden und trumpft mit seiner Ausgangsleistung von 100 Watt pro Kanal ordentlich auf. Auch ein DAB+-Tuner ist mit am Start und der AXR100D unterstützt über seinen Sub Out 2.1-Systeme, was ihm wohl einen kleinen Vorteil im Bereich der Funktionalität verschafft. Klanglich wusste der Cambridge ebenfalls zu überzeugen, insbesondere durch eine sehr lebendige und räumliche Wiedergabe, der Stereo 130 spielt allerdings eine kleine Stufe präziser auf. Die Verbindung per USB mit dem PC ist beim Cambridge leider nicht möglich.

Fazit

Unkraut vergeht nicht – das war wahrscheinlich das Motto, als die Altmeister aus Großbritannien diese Verstärker-CD-Player-Kombo konzipierten. Denn mit dem Stereo 130 und dem CDT erhält man ein Gesamtpaket, das in dieser Preisklasse nicht selbstverständlich ist. Mal abgesehen von der zugegeben eher gewöhnlichen Fernbedienung  trumpft Leak auf mit kompromissloser Verarbeitungsqualität und einem tollen Retro-Design auf, an dem sich alteingesessene Hifi-Freunde nur freuen können. Dabei wurden aber eben einige modernere Funktionen, die heutzutage einfach zum Fundus gehören, nicht vergessen. Das alles wäre für den Kaufpreis von 700-800 EUR, je nach Version, bereits eine gute Ausbeute, aber auch klanglich weiß der Verstärker durch seine kraftvolle und präzise Soundkulisse zu begeistern. Gerade mit dem Stereo 130 ist Leak hier ein grandioses Produkt gelungen, das aus der Konkurrenz durch seine qualitativen Vorzüge in allen Bereichen heraussticht.

Leak Stereo 130:
Rundherum hervorragender, exzellent klingender Verstärker mit erstklassiger Verarbeitung

Stereo-Verstärker bis 1.000 EUR
Test: 31. März 2021
LEAK CDT:
reiner CD-Transport mit USB-Funktionalität und hochwertiger Technik zum fairen Preis

CD-Player bis 1.000 EUR
Test 02. April 2021

 

Test & Fotos: Michael Kind
Redaktion: Carsten Rampacher
Datum: 02. April 2021

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