VERGLEICHSTEST: Ultra HD-TVs Samsung 55QN70F, Hisense 55U7Q Pro und TCL 55C7K
Bildqualität
Hier haben wir uns entschlossen, bei allen drei Quellen (Ultra HD, Blu-ray, TV-Tuner) verschiedene einzelne Parameter zu überprüfen:
- Auswahl des geeigneten Bildmodus und Bewertung der jeweiligen KI-Funktion
- Bild- und Detailschärfe
- Gesamt- und Detailkontrast
- Helligkeitsverteilung und Schwarzwert:
- Farbwiedergabe
- Bewegungsschärfe und 24p-Stabilität (mit und ohne aktivierte Zwischenbildberechnung)
- Blickwinkelstabilität
- Rauschverhalten
- Bei Blu-ray und TV-Tuner: Upscaling-Qualität
Ultra HD Blu-ray "Mord im Orientexpress", Eröffnungssequenz
Bei der Ultra HD Blu-ray von "Mord im Orientexpress" haben wir eine besonders ausführliche Bild-Bewertung angefertigt, um die Grundeigenschaften der drei Smart-TVs möglichst direkt vergleichbar zu gestalten.
Samsung 55QN70F
- Auswahl des geeigneten Bildmodus und Bewertung der jeweiligen KI-Funktion: Wir setzen auf den authentischen Filmmaker Mode, lassen wir im Vergleich dazu das Bild KI-optimieren, ist die Bildschärfe überzogen, auch die Farben sind nicht authentisch, zudem ist die Zwischenbildberechnung auf hoher Stufe aktiviert, sodass bei Bewegungen und Kamerafahrten im Bild Artefakte sowie zitternde Kanten entstehen.
- Bild- und Detailschärfe: Beides liegt sehr hoch, beispielsweise werden Feinheiten an der Kleidung der Protagonisten und auch an den Kulissen nicht nur scharf, sondern sauber und strukturiert dargestellt. Die Einarbeitung feiner, kleiner hochfrequenter Bilddetails gelingt überragend, was man sehr gut sieht, wenn zum Beispiel einer der Akteure in Großaufnahme zu sehen ist. Die hinteren Bildebenen wirken nicht ganz so fein durchzeichnet, für die Preisklasse aber sprechen wir bilanzierend von einer wirklich guten Performance.
- Gesamt- und Detailkontrast: Für die Preisklasse sind Gesamtkontrast sowie Plastizität sehr ausgeprägt, und zwar sowohl in hellen bis sehr hellen als auch in dunkleren Bereichen. Nahe beieinander liegende dunkle Grautöne lassen sich noch problemlos differenzieren, in dunkelsten Bereichen wird vielleicht nicht jede feinste Nuance herausgearbeitet, trotzdem eine realistische sowie glaubwürdige gesamte Abbildung. Der hoch liegende Gesamtkontrast führt dann auch zu einer authentischen Bildtiefe, die in ihren verschiedenen Ebenen tadellos gestaffelt ist.
- Helligkeitsverteilung und Schwarzwert: Der Samsung bietet eine ausgezeichnete Helligkeitsverteilung, lediglich in der linken unteren Ecke ist eine leichte Erhellung eines kleinen Bereichs festzustellen. Wirklich störende Hot Spots gibt es nicht. Auch der Schwarzwert fällt für einen LCD-TV tief aus. Gerade im abgedunkelten Raum wirkt das Schwarz nicht grau, selbst die schwarzen Balken bei Cinemascope-Filmen wirken nicht aufgehellt. In Kombination mit der hohen Helligkeit wird das vorhin angesprochene plastische Bild realisiert.
- Farbwiedergabe: Samsung-typisch sehr gut gesättigt, trotzdem mit natürlicher, direkter Wirkung. Auch feine Farbunterschiede und feine Farbnuancen werden gut herausgearbeitet, und gerade auch Hauttöne gelingen dem Samsung-TV ausgezeichnet. Farbverläufe und Farbsäume sind sauber durchzeichnet.
- Bewegungsschärfe und 24p-Stabilität (mit und ohne aktivierte Zwischenbildberechnung): Beim Filmmaker Mode schauen wir uns das Bild zunächst nativ und ohne Zwischenbildberechnung an. Im Vergleich zu teureren Samsung TVs kann man den 24p Judder bei diesem günstigeren Modell etwas deutlicher wahrgenehmen, insgesamt aber ist die 24p-Stabilität auf einem hohen Level, und man kann ein angenehmes, weitgehend stabiles Bild genießen. Bei vielen bewegten Objekten im Bild und/oder bei schnellen Bewegungen/Kameraschwenks kann man schon vereinzelt leicht zitternde Kanten und das ein oder andere Ghosting-Artefakt ausmachen. Nun aktivieren wir die Zwischenbildberechnung. Nehmen wir die Automatikfunktion, erhalten wir ein sehr glattes und geschmeidiges Bild, das zwar noch verhältnismäßig Kino-mäßig auftritt, aber es werden schon Artefakte von der Frame Interpolation, vor allem an Objektkanten und bei schnellen Bewegungen, sichtbar. Empfehlenswert ist hier die Einstellung "Benutzerdefiniert", hier sollte man die Unschärfeminderung zumindest um die Hälfte reduzieren, was dann zu einer geschmeidigen, zugleich aber kaum von Artefakten belasteten Bildwiedergabe führt. Zudem wirkt das Bild definitiv Kino-gemäß und nicht unschön synthetisch.
- Blickwinkelstabilität: Diese würden wir als sehr gut bezeichnen. In extrem ungünstigen Winkeln zum Bild wirkt es sich schon negativ auf die Farbintensität und den Kontrast aus, aber das sind wirklich extreme Winkel, die in der Praxis auch dann kaum vorkommen, wenn man mit mehreren Personen von der großen Couch aus Inhalte betrachtet.
- Rauschverhalten: Der Samsung zeigt lediglich ein leichtes Rauschen im Bild, das sich in dunklen Bildbereichen nicht stärker ausprägt, und auch nicht gravierend negativ in die gesamte Bildwiedergabe eingreift. Es fällt nur dann auf, wenn das geschulte Auge bei Bilddetails genau hinsieht.
Hisense 55U7QPRO
- Auswahl des geeigneten Bildmodus und Bewertung der jeweiligen KI-Funktion: Sowohl der Filmmaker Mode als HDR Kino sowie die Betriebsart Bild- und Klangverbesserung bieten allesamt einen authentischen, sehr ähnlich ausgeprägten Bildeindruck. Das heißt: Möchte man eine "pure" Wiedergabe, verwendet man den Filmmaker Mode, wer lieber mit einigen definierten Bildverbessern Inhalte betrachten möchte, fährt auch mit den anderen beiden Betriebsarten gut. Wir empfehlen nicht, die KI-Bildoptimierung zu aktivieren. Das Blld wirkt zwar subjektiv etwas schärfer sowie sauberer, allerdings ist die Farbgebung nicht mehr so natürlich, und auch der Kontrast wird etwas in Mitleidenschaft gezogen. Die KI-Bildoptimierung greift aber nicht allzu intensiv ins Bildgeschehen ein, deshalb sind die Auswirkungen auch nicht extrem negativ. Trotzdem wirkt das Bild ohne die KI-Bildoptimierung Kino-gerechter, heller und natürlicher. Wir setzen auf jeden Fall daher auf den Filmmaker Modus ohne KI-Unterstützung. Interessant ist hier noch, dass im Filmmaker Modus werksseitig die Bewegungskompensation (Zwischenbildberechnung) auf das Programm "Film" eingestellt und nicht deaktiviert ist. Wir schalten zunächst die Frame Interpolation aus und dann später wieder zu.
- Bild- und Detailschärfe: Die Gesamtschärfe und die Detailschärfe befinden sich auf einem hohen Level. Sowohl an Gegenständen und Objekten in der Umgebung als auch an der Kleidung und den Gesichtszügen der Protagonisten werden Details grundsätzlich sauber herausgearbeitet, das gelingt auch im hochfrequenten Bildbereich. Selbst Muster und Strukturen im Bildhintergrund werden noch solide berücksichtigt.
- Gesamt- und Detailkontrast: Auch hier leistet sich der Hisense keine größeren Schwächen, in etwas dunkleren Szenen erscheint das Bild in Nuancen schwächer differenziert im Verhältnis zum Samsung, was beim direkten Vergleich auffällt. In der Praxis aber ist auch die Leistung des Hisense als tadellos zu bewerten.
- Helligkeitsverteilung und Schwarzwert: Bei der Helligkeitsverteilung zeigt der Hisense keine punktuelle Erhellung, aber der Bereich am linken Rand ist im Gegensatz zum restlichen Bildschirm leicht aufgehellt, was im Betrieb leider etwas auffällt. Gerade in dunkler Umgebung und natürlich gerade bei Cinemascope-Filmen erkennt man, dass die schwarzen Balken in diesem Bereich etwas aufgehellt sind, es wirkt sich allerdings auch aufs Bild selbst in geringem Maße negativ aus. Von der nicht ganz homogenen Helligkeitsverteilung abgesehen, offeriert der Hisense einen absolut soliden Schwarzwert.
- Farbwiedergabe: Ohne den direkten Vergleich mit dem Samsung würde man hier wenig vermissen. Das Bild bietet grundsätzlich natürliche, Kino-gerechte Farben. Kleinere Schwächen finden sich zum Beispiel bei der Darstellung von Hauttönen. Farben haben nicht so viel Punch, was zu einem etwas weniger dynamischen Gesamt-Bildeindruck führt. Die Farbtemperatur hält eine sehr gelungene Balance: Angenehm warme, aber nicht zu warme Farben.
- Bewegungsschärfe und 24p-Stabilität (mit und ohne aktivierte Zwischenbildberechnung): Bei der nativen 24p-Wiedergabe liegen Samsung und Hisense nahezu gleichauf. Es wird ein angenehmes und grundsätzlich sehr stabiles Bild geboten, identisch zum Samsung fallen nur bei schnellen Bewegungen oder dann, wenn viele bewegte Objekte im Bild zu sehen sind, leichte Unzulänglichkeiten wie minimalen Zittern oder Unschärfen auf. Aber alles im Rahmen des normalen Verhaltens bei nativer 24p-Wiedergabe. Jetzt nehmen wir die Zwischenbildberechnung in Betrieb, wir setzen auf den Film-Modus. Die Bewegungskompensation in der Betriebsart Film greift subtil und gezielt ein, übertreibt es aber nicht: Bewegungsabläufe wirken glatter sowie sauberer, der typische Film-Look bleibt erhalten. Empfindliche Naturen werden hier zwar noch den ein oder anderen Makel erkennen (leichter 24p Judder bleibt übrig), dafür ist das Bild nahezu artefaktefrei und immer noch authentisch - für uns ein sehr gelungener Kompromiss zwischen hoher Bewegungsschärfe und Stabilität sowie einem realistischen Film-Look.
- Blickwinkelstabilität: Der ideale Blickwinkel ist im Vergleich zum Samsung nicht ganz so breit, dafür sind die negativen Auswirkungen hinsichtlich Farbgebung und Bildhelligkeit auch bei extremen Winkeln überschaubar.
- Rauschverhalten: Auch der Hisense rauscht nur geringfügig und liegt auf dem Level des Samsung. Auch bei schwierigen Aufnahmen wie zum Beispiel von der stark strukturierten Klagemauer schafft der Hisense ein sehr rauscharmes Bild.
TCL 55C7K
- Auswahl des geeigneten Bildmodus und Bewertung der jeweiligen KI-Funktion: Es verhält sich beim TCL ähnlich wie beim Hisense. Der Filmmaker Mode oder der Bildmodus "Kino" sind sich extrem ähnlich (z.B. bei Farbtemperatur, Kontrast, Helligkeit, Bildschärfe). Die übrigen Bildfelder sind allesamt zu kühl und nicht für den Filmfan geeignet. Wenn man auf die KI setzen möchte, muss man den Bildmodus "Intelligent" verwenden. Hier stellt sich eine etwas zu kühle Farbtemperatur ein, die Schärfe wird etwas angezogen und das Bild wirkt heller. Außerdem sind zahlreiche dynamische Bildverbesserter aktiviert, darunter auch die Zwischenbildberechnung. Insgesamt tritt das Bild zwar sehr lebendig auf, weist aber keinen authentischen Kino-Look auf. Darum setzen wir auch hier auf dem Filmmaker Mode. Beim TCL ist die Zwischenbildberechnung hier ab Werk, wie beim Samsung, deaktiviert.
- Bild- und Detailschärfe: Der TCL eine durchaus ordentliche Gesamtbildschärfe auf, muss sich aber hinter den beiden Konkurrenten von Samsung und Hisense einordnen. Feine Nuancen, besonders bei Nahaufnahmen von Gesichtern oder die Kleidung der Protagonisten werden nicht ganz so klar herausgearbeitet, das Bild wirkt aber trotzdem keinesfalls zu weich gezeichnet, sondern bringt eine grunsolide Schärfe mit.
- Gesamt- und Detailkontrast: Bilanzierend ein guter Gesamt- und Detailkontrast, aber das Bild weist nicht ganz die Plastizität der beiden Konkurrenten auf. Gerade bei Panoramaaufnahmen mit vielen Objekten im Hintergrund tritt die Bildtiefe nicht ganz so ausgeprägt in Erscheinung. Im Detail arbeitet der TCL jedoch überzeugend und differenziert verschiedene Grautöne im dunklen Bereich sowie auch hellere Bereiche sauber auseinander. Nur sehr dunkle Grau- und Schwarztöne wirken nicht so akkurat differenziert wie bei Samsung und Hisense.
- Helligkeitsverteilung und Schwarzwert: Der TCL verfügt, besonders in Anbetracht seines günstigen Marktpreises, über eine sehr homogene Helligkeitsverteilung und zeigt nur eine leichte Erhellung in der linken unteren Ecke. Diese ist aber lediglich geringfügig ausgeprägt, bei Cinemscope-Filmen in den schwarzen Balken sichtbar, im eigentlichen Bild aber praktisch nicht nachvollziehbar. Der Schwarzwert ist identisch zur Helligkeitsverteilung: Nämlich auf erstaunlich gutem Level, gerade, das müssen wir auch hier hinzufügen, in Anbetracht der Preisklasse. Er ist nicht tiefer als beim Samsung oder beim Hisense, vielmehr bieten alle drei Kandidaten für die jeweilige Liga ein tadelloses Ergebnis.
- Farbwiedergabe: Hier liegen Hisense und TCL auf identischem Level. Das Bild wirkt grundsätzlich natürlich sowie angenehm mit realistischer Farbgebung, aber beide Samsung-Konkurrenten kommen nicht an die ausgeprägte Farbdynamik und an den knackigen Punch des Samsung heran. Hauttöne gelingen dem TCL sehr gut (ein Hauch besser als beim Hisense), allerdings fehlt es dem TCL ein wenig an Nuancierung bei Farbübergängen. Insgesamt führt es zu einem Film-gerechten, authentischen Gesamteindruck, der aber selbst beim großen Farbraum eher zurückhaltend auftritt,
- Bewegungsschärfe und 24p-Stabilität (mit und ohne aktivierte Zwischenbildberechnung): Der TCL bietet eine gute 24p-Stabilität, zeigt aber bei der schwierigen Sequenz, als die Kamera bei der Klagemauer nach unten schwenkt und die vielen Gläubigen zu sehen sind, etwas ausgeprägteren 24p-Judder als Hisense und Samsung. Hier kann man an den Mauerfugen und an den Objektkanten der sich dort bewegenden Personen das 24p Ruckeln eher ausmachen. Als der Junge, der Hercules Frühstückseier transportiert, durchs Bild läuft, arbeitet auch der TCL recht sauber und fällt nicht durch stärkere Nachzieheffekte auf. Schalten wir die Frame Interpolation ein (Stufe: Mittel), wirkt sich die Zwischenbildberechnung nicht negativ auf die Farbdarstellung aus, und auch der Film-Look wird nur in geringem Maße negativ beeinflusst. Allerdings sind hier Artefakte, die durch die Frame Interpolation entstehen, schon deutlich sichtbar. Das lässt sich insbesondere an Ghosting-Effekten an Kanten erkennen und schnelle Bewegungen wirken dadurch vereinzelt auch leicht unscharf.
- Blickwinkelstabilität: Leider muss sich der TCL hier hinter seinen beiden Kontrahenten einordnen, denn schon ab circa 30 ab 40 Grad abseits des Zentrums machen sich hinsichtlich ihrer Intensität abgeschwächte Farben und geringerer Kontrast bemerkbar.
- Rauschverhalten: Beim Bildrauschen gibt sich auch der günstigste Fernseher dieses Vergleichs keine Blöße, leichtes Hintergrundrauschen ist auch hier sowohl in hellen als auch in dunklen Bildbereichen erkennbar, aber nicht in wirklich störendem Maße.
Blu-ray, Skyfall, Upscaling von 1080p FullHD auf 4K / UltraHD
Der Samsung QN70F startet durch und zeigt ein wirklich erstklassig scharfes, sauber hochskaliertes Bild in den ersten Sequenzen der Skyfall Blu-ray mit einer Abbildung, die einem echten 4K-Bild nahekommt. Natürlich ist hier auch die Skyfall Blu-ray eine solide, hochwertig produzierte Vorlage, insgesamt ist der Bildeindruck samt Detailschärfe aber wirklich exzellent.
Die sonstigen Bildeigenschaften stimmen mit der nativen Ultra HD-Wiedergabe praktisch 1:1 überein. Leichtes Rauschen im Bild, gerade in der dunklen Umgebung des Eingangsbereiches und dem schwach beleuchteten Appartement, ist sichtbar, zusätzlich eklatantes Scalingrauschen bleibt aber aus. Die Farben gelingen dem Samsung Neo QLED TV wieder ganz hervorragend. Dynamisch, kräftig, aber sehr natürlich und mit tadellos akkurater Farbtemperatur. Als man Bond in Nahaufnahme sieht, begeistert auch direkt wieder die Feinzeichnung im Gesicht sowie die klare Struktur am maßgeschneiderten Anzug.
Der zusätzliche Scalingaufwand ist für den leistungsstarken Prozessor kein Problem. Die Bewegungswiedergabe zeigt sich auf identisch hohem Niveau wie bei der Ultra HD Blu-ray. Der 24p-Judder ist für empfindliche Zuschauer erkennbar, aber nicht enorm ausgeprägt. Insgesamt wirkt das Bild sehr stabil und auch bei schnellen Bewegungen im Bild oder langen Kameraschwenks wird eine hohe Schärfe realisiert.
Wir wechseln auf den TCL 55C7K, der sich hier ebenfalls sehr gut schlägt. Wir verwenden natürlich die identische Filmsequenz und erkennen auch hier ein Bild mit sehr hoher Gesamt- und Detailschärfe. Das Rauschverhalten ist praktisch identisch - wir verwenden wieder den Filmmaker Mode, um den Eingriff jeglicher dynamischer Bildverbesserer zu verhindern. In dunklen Bereichen sowie Farbverläufen kann man in der Praxis schon etwas Bildrauschen nachvollziehen, wirklich störend ist es aber auch hier nicht. Der Kontrast wirkt hier insgesamt etwas schwächer. Man muss aber schon darauf achten und den QN70F im direkten Vergleich heranziehen. Dann erkennt man an der Holzvertäfelung des dunklen Ganges sowie der Tür zum Appartement eine etwas schwächere Durchzeichnung in hochfrequenten Bereichen. Etwas eindeutiger fällt die Differenz zur Farbwiedergabe aus. Zwar bietet auch der TCL TV im Filmmaker Mode eine weitgehend authentische Darbeitung, der Samsung wirkt aber nochmals einen Tick natürlicher und übertrumpft insbesondere bei der Abbildung der Hauttöne den Konkurrenten. Hell ist der TCL in jedem Fall und zeigt auch in hohen Helligkeitsbereichen sehr gute Struktur.
Draußen auf der Straße wird ebenfalls wieder sowohl hohe Gesamt- als auch Detailschärfe realisiert. Die Kanten der Fahrzeuge und der Personen sind klar, aber auch die Detaillierung in den Gesichtern der Protagonisten ist nicht zu kritisieren. Die 24p-Wiedergabe wirkt ebenfalls stabil und auch bei der flotten Verfolgungsjagd leistet sich der TCL 55C7K keine Blöße.
Schließlich ist noch der Hisense 55-Zöller an der Reihe und wir wählen auch hier den Filmmaker Mode aus. Wie bereits erwähnt, werden hier leider nicht alle Optimierer deaktiviert bzw. läuft immer noch die Zwischenbildberechnung, die wir noch nachträglich ausschalten müssen.
Was den ersten Eindruck der Bildschärfe und Upscaling-Qualitäten betrifft, so spielt der Hisense auf hohem Niveau und zeigt ebenfalls ein sehr sauberes Bild mit glatten Kanten und ohne sichtbare Upscaling-Artefakte. Der Hisense platziert sich, nimmt man alle Bildparamter zusammen, zwischen der Performance des Samsung QN70F und des TCL TVs. Auch letzterer ist nicht schlecht, allerdings wirkt die Farbgebung beim Hisense einen Tick natürlicher und angenehmer als beim C7K. Kontrast und Schwarzwert sind einen Hauch besser als beim TCL-Konkurrenten, was in Kombination mit den etwas knackigeren Farben ein insgesamt dynamischeres Bild herbeiführt.
Dafür wirkt die 24p-Stabilität marginal besser beim TCL sowie auch beim Samsung-Gerät. Auch hier muss man die Geräte aber im Vergleich betrachten, auch das Bild des Hisense ist angenehm und weitgehend ruhig mit stabiler Wiedergabe. Bei sehr schnellen Bewegungen, z.B. während des Schusswechsels mit dem Killer oder der Verfolgungsjagd auf den Motorrädern, ist das Bild etwas mehr von Unschärfe an den Kanten geprägt. Klar punkten kann der 55U7Q Pro, und ist nahezu gleichauf mit dem Samsung, bei der Lebendigkeit des Bildes, mit sattem Farb-Punch, der aber auch nicht extrem überzogen wirkt. Als man M in der Großaufnahme im MI5-Hauptgebäude sieht, zeigt der Hisense auch nochmal seine Stärke in der Detailschärfe und kann hier sehr überzeugen.
Der Samsung QN70F ist hier das beste Rundum-Paket und zeigt im Durchschnitt bei allen geprüften Parametern das überzeugendste Gesamtergebnis. Auch der Hisense ist aber erstaunlich gut und gefällt mit ausgezeichneter Bilddynamik, authentischen Farben und nur geringfügig schwächerer Bewegungsstabilität. Hier ist der TCL sogar einen Tick besser, kann aber bei der Farbwiedergabe und beim Kontrast, was sich auch auf die Bilddynamik auswirkt, nicht ganz mithalten.
Tuner
Werfen wir noch einen Blick auf die integrierten Tuner der drei Konkurrenten. Alle bringen einen Triple Tuner mit und erlauben die TV-Empfangsarten DVB-T2 HD, DVB-C und DVB-S2 - man kann also terrestrisch, über Kabel oder via Satellit TV-Signale empfangen. Außerdem bieten alle einen CI+ Slot für Pay TV. Es ist allerdings nirgends ein Twin-Tuner verbaut, was in der Preisklasse auch nicht unbedingt zu erwarten ist. Man kann also nicht gleichzeitig ein TV-Programm aufnehmen und ein anderes ansehen. Zusätzlich gibt es bei Samsung z.B. noch Samsung TV Plus, einen werbefinanzierten kostenlosen Streamingdienst mit einer Auswahl von über 100 Live-TV-Kanälen.
Alle TVs im Test erledigen den Sendersuchlauf direkt bei der Ersteinrichtung. Der Samsung gefällt mit wirklich sehr flinken Umschaltzeiten, insbesondere beim Kabelfernsehen. Was die Qualität betrifft, so werden beim QN70F sehr gute Ergebnisse erzielt. Hier kommt es natürlich auch stark darauf an, ob man schwach oder sehr hochwertig produzierte Inhalte genießt. SD-Programme wirken auch auf dem 55-Zöller schon recht weich gezeichnet und sind mit den typischen Artefakten versehen, das ist aber nicht dem Samsung anzulasten, sondern bedingt durch die wirklich äußerst niedrige Auflösung des SD-Signals. HD-Sender wirken scharf, detailliert und mit sehr guter Farbwiedergabe. Inhalte mit guten Grundvoraussetzungen liefern scharfe Kanten und auch sehr gute Detailschärfe. Erfreulich ist das dynamische Bild mit knackigen, aber nicht überzogenen Farben auch beim Tuner.
Um beim Samsung TV die Senderliste zu bearbeiten, hält man die Taste Senderwechsel oben/unten gedrückt und kann dann unserer Meinung nach sehr komfortabel die einzelnen Sender für die jeweilige Empfangsart sortieren oder auch entfernen sowie Favoriten festlegen. Das EPG ruft man mit einem kurzen Druck auf die Kanal oben/unten Taste auf.
Betrachtet man die Eigenschaften der drei Fernseher, kristallisieren sich auch bei der Bildqualität des TV-Tuners die bereits erkannten Eigenschaften bei der Wiedergabe hochauflösender Blu-ray Discs und Ultra HD Blu-rays in den meisten Fällen heraus. Der Hisense zeigt ebenfalls ein kontraststarkes Bild mit insgesamt sehr guter Kanten- und Detailschärfe und stabilen Bewegungsabläufen. Auch störende Artefakte, wie Treppenstufen oder zitternde Kanten, sehen wir praktisch nirgends. Die Farben wirken auch hier recht dynamisch, kommen aber nicht ganz an die Lebendigkeit des Samsungs heran, der auch dann nicht unnatürlich wirkt. Subjektiv sehen wir beim U7Q Pro etwas mehr Rauschen bei identischem Inhalt und eine ganz marginal weicher gezeichnete Darstellung. Insgesamt gesehen aber ist auch das Bild hier dem Ursprungssignal entsprechend und einem entspannten TV-Erlebnis mit gutem Bild steht nichts im Weg. Gegenüber dem Samsung QN70F benötigt der Hisense TV aber beim Umschalten ein wenig länger. Nicht eklatant, aber im direkten Vergleich erkennbar.
Das EPG ruft man direkt mit der Guide-Taste auf und sieht eine sehr gute Übersicht, die nochmal in Kategorien unterteilt werden sowie auch durchsucht werden kann. Beim Hisense muss man, im Gegensatz zum QN70F, keine Tasten der Fernbedienung gedrückt halten, sondern findet im Menü den Unterpunkt "Sender" und dann "Sender berarbeiten", um die Senderliste nach eigenen Wünschen zu gestalten. Hier wählt man dann zunächst aus, ob man die Liste des TV-Anbieters (z.B. Vodafone bei Kabel) individualisieren oder eine eigene Favoritenliste anlegen möchte. In der Liste selbst kann man dann ebenfalls unkompliziert Sender an eine andere Position verfrachten oder diese aus der Liste löschen.
Auch der TCL C7K erledigt den Sendersuchlauf, in unserem Fall DVB-C, zuverlässig und flink. Allerdings müssen wir schon festhalten, dass sich hier ab und zu einmal ein Bildfehler (Streifen im Bild, falsche Farbwiedergabe) eingeschlichen hat. Trotz identischer Signalzuführung bei allen drei TV-Geräten, konnten wir das bei den Modellen von Hisense und Samsung nicht feststellen - es ist allerdings auch beim TCL während des Testbetriebes nur einmal wirklich aufgefallen, vielleicht hatte der integrierte Tuner hier nur einen schwachen Moment.
Beim Umschalten ist er allerdings auch der langsamste. Der Samsung ist klar am flinkesten, der Hisense ein wenig langsamer und der TCL wiederum nochmal einen kleinen Moment langsamer als der Hisense TV. In den Standardeinstellungen, die wir hier beim Live-TV für alle drei Geräte verwendet haben, zieht der TCL C7K die Schärfe ein wenig zu stark an. Das führt z.B. beim ZDF-Logo zu einer nicht perfekten Darstellung. Gleichzeitig wirkt das Bild aber weniger detailliert und weicher gezeichnet als bei den Konkurrenzmodellen. Die Farben sind gut, ausdrucksstark, aber nicht ganz so natürlich. Die Bewegungswiedergabe ist stabil, die Bildruhe ist aber nicht so gut wie bei den Konkurrenten und auch Rauschen ist etwas verstärkt sichtbar. In Kombination mit der weicheren Gesamtdarstellung müssen wir den TCL hier leider auf Platz 3 verweisen.
Kurz-Fazit Bildqualität
Lassen wir unsere Eindrücke aus UHD-Darstellung, Blu-ray Disc-Upscaling und Tuner Revue passieren, zeichnet sich eine Rangordnung schon recht klar ab. Erstaunlich finden wir, wie nahe der Samsung QN70F und der Hisense U7Q Pro beieinander liegen. Bei genauer Betrachtung im direkten Vergleich liefert das Samsung-Modell nochmals dynamischere, trotzdem sehr natürliche und authentische Farben und einen wirklich für einen LCD-Flachbildschirm ein lebendiges, kontrastreiches Bild. Weit entfernt ist der Hisense TV davon aber nicht, auch hier kann man sich im Film verlieren und ein solide tiefengestaffeltes, lebhaftes Bild erleben. Mit Nuancen setzt sich der Samsung hier an Position 1 und zeigt aber schon über das gesamte Spektrum an Auflösungen und Medien die insgesamt beste Performance. Der TCL mit etwas schwächerer Bilddynamik und nicht ganz so ausgeprägter Bildschärfe ist hier auf Platz 3, wenn er auch bei der Bewegungswiedergabe beim Upscaling vor dem Hisense landet. Außerdem punktet er für den inzwischen wirklich geringen Marktpreis ebenfalls mit einer überzeugenden Darstellung bei Blu-ray Disc-Upscaling und nativer UHD-Wiedergabe, der Tuner hält nicht ganz mit.
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Tags: 4K TV • Fernseher • Hisense • Samsung • TCL • Ultra HD







