VERGLEICHSTEST: Ultra HD-TVs Samsung 55QN70F, Hisense 55U7Q Pro und TCL 55C7K
Real QLED und Zertifizierungen
Der Samsung 55QN70F als Teil der Neo QLED 4K-Fernseher von Samsung wurde auch von unabhängigen Stellen umfassend zertifiziert. Da Samsung anscheinend um die eigene Performance weiß, hat man ein breites Spektrum des TV-Sortiments zur Verfügung gestellt und verfügt daher über zahlreiche Zertifizierungen. Das beginnt beim CO2-Fußabdruck und der "Product Carbon Reduction", also der Reduktion des notwendigen CO2-Ausstoßes gegenüber dem Vorgänger und "Low Vision Care" für eine verbesserte Bildwahrnehmung, wenn man Sehtechnisch beeinträchtigt ist - beides vom TÜV Rheinland über Zertifikate bezüglich der Energieeffizienz bis hin zu "Real Quantum Dot Display", ebenfalls vom TÜV Rheinland.
Der TÜV hat damit bestätigt, dass die neuesten Samsung Fernseher und darunter auch der QN70F dem weltweiten Standard für Quantum Dot Displays entsprechen. Die Zertifizierung basiert auf der Einhaltung des internationalen Standards IEC 62595-1-6. Dieser beschreibt den Aufbau und die Funktionsweise von Quantum Dot Lichteinheiten mit blauen Lichtquellen. Der TÜV Rheinland hat im Prüfverfahren das von den QLED Panels erzeugte Lichtspektrum analysiert und die klare Trennung von Rot, Grün und Blau bestätigt. Somit zeigen sich im Vergleich zu Displays mit alternativen Technologien weniger Farbüberlagerungen oder Unschärfen.
Darüber hinaus hat die globale Prüfgesellschaft SGS (Société Générale de Surveillance) getestet und bestätigt, dass die Quantum Dot Technologie von Samsung kein Cadmium enthält. Samsung verzichtet bewusst auf das toxische Schwermetall.
Das ist auch deshalb interessant, da Ende September einige Stimmen laut wurden, dass die QLED-Fernseher von TCL vielleicht gar keine Quantum Dots enthalten. TCL hat diesen Vorwürfen allerdings widersprochen. Vom TÜV Rheinland wurde dem 55C7K Augenfreundlichkeit bestätigt ("Low Blue Light"). Hisense gibt sich beim 55U7Q Pro zurückhaltender und wirbt nirgendwo mit Zertifikaten, seien es unabhängige Bestätigungen vom TÜV Rheinland oder dem VDE. Nur die Pantone-Validierung hinsichtlich maximaler Farbtreue nennt Hisense.
Menü

Home Menü Samsung 55QN70F

Home Menü Hisense 55U7Q Pro

Home Menü TCL 55C7K
Was die Reaktionsgeschwindigkeit und die Zuverlässigkeit betrifft, bieten alle drei TV-Modelle eine absolut solide Performance. Aus dem Standby heraus ist der Samsung der schnellste, aber der Hisense und auch der TCL sind hier wirklich dicht dran. In der Praxis ist der zeitliche Unterschied nicht relevant. Alle Geräte bringen zudem einen Einrichtungsassistenten mit, der den typischen Umfang bietet. Man legt die Sprache fest, führt den Sendersuchlauf durch, stellt die Netzwerk- und Internetverbindung her und kann zusätzliche Apps installieren und AirPlay und ggfs. HomeKit aktivieren sowie eine Sprachsteuerung (z.B. Amazon Alexa, Google Assistant oder Samsung Bixby) aktivieren. Bei Samsung und Hisense kann man zusätzlich die Klangwiedergabe an die räumliche Umgebung direkt bei der Erstinstallation anpassen. Der TV lässt sich auch über eine App einrichten, Samsung z.B. bietet hier die wirklich umfängliche SmartThings App an, die ein breites Anwendungsspektrum abdeckt und auch für Smart Home-Lösungen und IoT-Geräte eine zentrale Anlaufstelle ist.

Umfangreiche Samsung Smart Things App
Außerdem kann man einmal festgelegte Parameter abspeichern, und wenn man den Samsung TV einmal gegen einen neueren Samsung-Fernseher austauscht, wird hier bereits vieles übernommen. Der im Samsung TV integrierte Smart Hub führt alle kompatiblen Geräte, auch Matter und HCA-Standard sind möglich, in einer Zentrale zusammen und kann diese auch verbinden und steuern. Am Fernseher werden dann ggfs. Informationen über den aktuellen Status sowie Benachrichtungen angezeigt.
Natürlich bieten auch alle drei Geräte zum einen einen übersichtlichen Home-Screen, auf dem man, teils in unterschiedliche Kategorien unterteilt, auf sämtliche Entertainment-Inhalte samt Videostreamingdiensten, Mediatheken, und sonstige Apps zugreifen kann, zum anderen ein typisches Options- bzw. Einstellungsmenü. Bei letzterem finden wir die Modelle von Hisense und Samsung am übersichtlichsten. Bei TCL, und das muss nichts Schlechtes sein, ist die Google TV-Herkunft unübersehbar und man greift hier praktisch auf das konventionelle Android-Menü zurück. Auch hier ist alles Relevante vorhanden, allerdings findet man beim 55C7K ein paar Schnitzer in der Übersetzung. Möchte man z.B. eine Einstellung deaktivieren bzw. auf "Aus" stellen, muss man hier "Schliessen" auswählen. Alle drei Modelle haben auch eine elektronische Bedienungsanleitung integriert und ermöglichen typische Funktionen, wie z.B. ein Firmware-Update. Zügig und direkt reagieren im Übrigen alle drei TVs auf Eingaben der Fernbedienung.

Schnelleinstellungen beim TCL
Möchte man nicht gleich ins umfängliche Menü aller System-, Ton- und Bildeinstellungen, bieten alle drei Modelle auch kompaktere Schnelleinstellungen an. Hier kann man flink den Tonmodus, das Bild-Preset und weitere Einstellungen vornehmen, bei Samsung z.B. lässt sich auch der AI-Modus direkt aktivieren. Außerdem weitere Bildparameter und sonstige Optionen und man gelangt, auf Wunsch, natürlich auch ins normale Menü. Samsung und auch TCLs Google TV lösen das Ganze mit einem quaderförmigen Popup-Menü, der Hisense präsentiert eine Leiste, ebenfalls mit Einstellungen für Bild- und Tonmodus, weiteren Systemeinstellungen sowie dem aktuellen Inhalt angepassten Parametern. Bei Live-TV z.B. kann man direkt einen Kanal suchen oder die Senderliste bearbeiten.

Komfortable Suchfunktion beim Samsung QN70F

Hisense mit benutzerdefinierter Taste, die man selbst belegen kann

TCL mit Android TV
Der Home-Screen unterscheidet sich bei den drei Kontrahenten zwar bezüglich des Designs, weniger aber vom Layout, wenngleich Samsung den Home-Screen selbst nochmal in die drei Kategorien "Für Sie", "Live" und "Apps" unterteilt. Natürlich gibt es neben dem Zugriff auf alle installierten VoD-Dienste, Mediatheken, Apps, etc. auch zahlreiche personalisierte Empfehlungen auf Basis der Inhalte, die man bereits konsumiert hab. Bei allen drei Modellen identisch ist, dass man ganz oben ein großes Banner mit Entertainment-Vorschlägen findet, direkt darunter dann sind kürzlich verwendete Eingänge oder Quellen sowie populäre Suchanfragen oder Empfehlungen zu sehen. Danach folgt die App-Leiste und scrollt man dann weiter nach unten folgen zahlreiche, kategorisierte Inhaltsvorschläge. Im Bedienkonzept ist man sich also grundsätzlich ähnlich, wenngleich im Detail natürlich Unterschiede zu finden sind. Auch Gaming ist bei allen Geräten prominent gefeatured.
Im Samsung Gaming Hub gibt es Cloud-Gaming-Dienste sowie personalisierte Gaming-Empfehlungen und man kann Anpassungen beim Gaming über die Game Bar vornehmen. Wie sieht es grundsätzlich beim Gaming aus? Obligatorisch findet man bei allen drei TV-Geräten HDMI 2.1-Anschlüsse vor, VRR und ALLM wird unterstützt und 4K mit 120 Bilder pro Sekunde ist problemlos möglich. Alle drei Modelle sind AMD FreeSync Premium Pro zertifiziert, Samsung sowie auch der TCL sind zusätzlich G-SYNC compatible. Extreme Unterscheidungen hinsichtlich der zeitlichen Eingabeverzögerung (Input Lag) gibt es allerdings nicht, alle liegen hier zumindest auf ähnlichem Niveau und bieten flüssiges Zocken auch in HDR. Bei den Komfortfunktionen gibt es natürlich Differenzen, wie erwähnt gibt es bei Samsung die Game Bar 3.0 mit verschiedenen Funktionen, auf die man direkt zugreifen kann. Der TCL hat den Game Accelerator 240 (Frame-Interpolation auf 240 Hz) an Bord, Samsung Game Motion Plus und "Spielereien" wie Mini-Map-Zoom. Hisense hat das am wenigsten ausgefeilte Gaming-User-Interface. Insgesamt soll dies hier aber nicht ausschlaggebend sein, zumal man mit allen drei Modellen als Gelegenheits-Spieler ein wirklich mehr als solides Ergebnis erzielt und keine wirklich negativen Aspekte auffallen.
Insgesamt gesehen lassen sich alle drei Modelle komfortabel und intuitiv bedienen. Wirkliche Faux-Pas leistet sich keiner, wenn auch die Übersetzung bei TCL ein Schwachpunkt ist. Samsung bietet gute Möglichkeiten zur individuellen Menü-Anpassung und bietet umfangreiche AI-Funktionen zur Optimierung von Bild und Ton. Im Klaren muss man sich sein, dass für den Kino- und Filmenthusiasten bezüglich KI hier noch nicht das Optimum gegeben ist, aber da steht Samsung nicht alleine da, im Gegenteil.

Samsung mit intelligenter Bildkalibrierung
Umfangreiche Einstellungsmöglichkeiten, insbesondere was die Bildeinstellungen betrifft, offeriert vor allem der Samsung TV. Zwar gibt es Farbmanagement und Weißabgleich auch bei Hisense und TCL, der QN70F aber bietet, wie viele andere Samsung TV-Modelle, eine automatische Kalibrierung an. Diese ist, sofern man über ein kompatibles Samsung Galaxy-Smartphone oder ein aktuelles iPhone verfügt, schnell erledigt und auch für unerfahrene Anwender kein Problem.
Was die Streaming-Vielfalt betrifft, ist man sehr gut aufgestellt. Google TV im 55C7K bietet hier mit enormer App-Vielfalt vielleicht noch mehr Auswahl, wirklich fehlen tut uns beim Samsung OS aber nichts. VIDAA begeistert durch Schnelligkeit und ebenfalls ein aufgeräumtes Menü. Es wirkt etwas klassischer als die anderen beiden Lösungen, zeigt sich aber stets zuverlässig und ist schnell durchschaut. Früher musste man bei Hisense auf Dienste wie Apple TV+ oder Disney+ verzichten, diese Zeiten sind aber vorbei. Der TCL Fernseher profitiert mit Google TV von Android-Kompatibilität, auch im Smart Home-Bereich.
Fernbedienung

Alle drei Fernbedienungen in der Übersicht: Links TCL, mittig Samsung, rechts Hisense
Bei der Fernbedienung liegen die Konzepte etwas weiter auseinander. Zunächst einmal liegt dem Samsung QN70F eine sehr kompakte Remote mit wenigen Tasten bei. Diese liegt exzellent in der Hand und die Tasten weisen einen ausgezeichneten Druckpunkt auf. Die sehr flache Fernbedienung benötigt keine Batterien und wird mit der Solarzelle auf der Rückseite geladen.

Die smarte Samsung-Remote ist die kleinste der drei Fernbedienungen

Solarzellen rückseitig
Der kompakte Faktor hat natürlich zur Folge, dass es weniger Direktzugriffstasten gibt und man meist zur "123/Zahnrad"-Taste greift, um dann weiterführende Menüpunkte zu erreichen. Zusätzlich belegt Samsung dann die Lautstärkeregelung und die Kanalwechsel-Tasten mit Funktionen. Ein kurzer Druck auf die Lautstärketasten schaltet das Gerät stumm, bei Kanal oben/unten öffnet ein kurzer Druck das EPG, mit einem langen Druck öffnet sich die Senderliste mit Bearbeitungsfunktion. Die Remote wirkt optisch gut und bietet auch eine gute Haptik, besteht aber komplett aus Kunststoff.

Hisense-Fernbedienung mit einem Solar-Paneel vorne
Hisense setzt ebenfalls auf Solarzellen für die Akkuladung, allerdings auf eine eher konventionelle, große Fernbedienung mit zahlreichen Tasten. Sie ist natürlich nicht so einfach mit einer Hand bedienbar, dafür gibt es viele Direktzugriffstasten und sogar 0-9 Zifferntasten. Auch hier, wie auch bei TCL, setzt man auf Kunststoff und gummierte Tasten. Optisch wirkt die Remote grundsätzlich gut, auch der Akzent der silbernen Tasten und dem silbernen Navigationskreuz auf schwarzem Untergrund gefällt, die Solarzellen unten vorne sehen dann aber doch etwas altbacken aus und zerstören ein wenig den positiven Eindruck.

Klassisch gestaltete TCL-Fernbedienung
Bei TCL kommen konventionelle AAA-Batterien zum Einsatz, die Fernbedienung entspricht aber auch der Form eines klassischen "Riegels" mit Zifferntasten und Direktzugriff für wichtige Streamingdienste und Apps. Alle eignen sich zur problemlosen Bedienung der drei TV-Modelle und sind sich auch bezüglich ihrer Verarbeitungs- und Materialqualität ähnlich.
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