TEST: Aktivlautsprecher Nubert nuZeo 3 und Vorverstärker nuXinema preAV - drahtlose Performance-Lösung mit umfangreicher Ausstattung
Klangwertung

Cambridge Audio CXN100
Nachdem wir uns die technischen und optischen Vorzüge der nuZeo 3 Aktivlautsprecher und des nuXinema nuPreAV genauer angesehen haben, möchten wir in diesem Abschnitt des Reviews auf die klanglichen Eigenschaften unserer Testkombi genauer eingehen. Für die Zuspielung unserer digitalen Signale haben wir uns für den modernen Netzwerk-Streamer CXN100 von Cambridge Audio entschieden.
Wir starten unsere Klangwertung mit klassischer Musik und haben uns "The Prayer" von Josh Groban und Charlotte Church ausgesucht. Das zu Beginn des Titels erklingende Orchester, in dem Streicher eine wichtige Rolle einnehmen, wird sehr detailliert und präzise dargestellt. Als dann Charlotte Church mit ihrer äußerst feinfühligen, recht hohen, kristallklaren Stimmfarbe in den Titel einsteigt, gelingt eine grandiose und auf den Punkt getroffene Darbietung. Die gesamte Akustik löst sich überdies hervorragend von den nuZeo 3. Auch als Josh Groban mit seiner klassisch ausgebildeten Bariton-Stimme einsteigt, stellt unser Testaufbau eine hervorragende Gesamtwiedergabe mit einer ausgezeichneten Differenzierung bereit. Die Räumlichkeit ist exzellent, nie künstlich-übertrieben, aber immer sehr weitläufig mit einer sauberen Tiefenstaffelung.
Weiter geht es mit "In Your Arms" von der rumänisch-amerikanischen Sopranistin Laura Bretan. Dieser Titel startet mit Querflöten aus einem Orchester und kurz darauf erfolgen die Klänge eines Klaviers. Auch diese Facetten meistern die nuZeo 3 und der nuXinema preAV auf enorm hohem Level. Hervor stechen die hervorragend getroffene Temperatur des Klaviers, die enorme Gesamtharmonie und die feine Ausprägung akustischer Konturen. Als Laura Bretan, die eine außergewöhnliche Stimmfarbe und Gesangstechnik besitzt, dann loslegt, sind wir förmlich ergriffen, mit wieviel Gefühl und Aussagekraft die vokalen Elemente präsentiert werden. Richtig erstaunt sind wir auch hier wieder über die Räumlichkeit, die unser Testaufbau hier bieten kann. Als die Sängerin in sehr hoch angesiedelte Gesangspassagen übergeht, schaffen die Nubert-Komponenten weiterhin eine vielschichtige sowie plastische Darbietung der verschiedenen Nuancen.
Bevor wir das Genre wechseln, haben wir uns als nächstes Klangbeispiel für "I Believe in You (Je crois en toi)" von Il Divo feat. Céline Dion entschieden. Der Titel beginnt ebenfalls mit Querflöten, die natürlich und mit authentischen Konturen präsentiert werden. Bereits nach kurzer Zeit bringen sich Streicher aus dem Orchester in den Titel ein, und auch hier freuen wir uns über eine hervorragende Tiefenstaffelung der verschiedenen akustischen Elemente - gleichzeitig aber wird jedes Instrument mit feiner Ausprägung präsentiert. Als dann die ersten vokalen Elemente der Gesangsgruppe folgen, überzeugen uns die nuZeo 3 und der nuXinema preAV auf ganzer Linie. Die vokalen Elemente ergreifen uns ab den ersten Moment, mit einer exzellenten Aussagekraft und einem enorm dreidimensionalen Aufbau. Auch der Wechsel der verschiedenen Stimmfarben der Protagonisten klappt erstklassig. Als Céline dann mit ihrer unverwechselbaren Stimme einsteigt, "schmelzen" wir förmlich dahin: Die Stimme löst sich allzeit nachvollziehbar von den Lautsprechern, beinahe so, als würde die Dame "live und in Farbe" vor uns auf der Bühne stehen. Die tieffrequenden Elemente des Titels werden vom 148 mm messenden Tiefmitteltöner der nuZeo 3 hervorragend in Szene gesetzt. Für so kompakte aktive Boxen ist es schon beinahe unglaublich, wie komplett, kultiviert sowie fundiert hier vorgegangen wird.
Wir wechseln das Genre und möchten nun wissen, wie sich unser Testaufbau bei der Wiedergabe von elektronischer Musik schlägt. Hierfür haben wir uns für den sehr fordernden Techno Remix "Vois sur ton chemin" von Bennett entschieden. Der mehrstimmige Chorgesang, zu Beginn des Titels, wird exakt und klar gegliedert dargeboten. Nach wenigen Sekunden findet sich urplötzlich ein enormes Mehr an Dynamik mit sehr schnellen, harten Kickbässen und zusätzlich dem präsenten Chorgesang. Auch hier können wir die nuZeo 3 und den nuXinema preAV nicht aus der Komfortzone locken. Die harten und extrem schnellen Bässe werden eindrucksvoll dargeboten, und auch hier können die doch sehr kompakten nuZeo 3 mit hervorragender Kontur und Volumen punkten - das Ergebnis beeindruckt auch durch die schier unerschütterliche Souveränität. Das rasante Angebot an tieffrequenten Klanganteilen trifft genau den richtigen Punkt und wirkt nie unpassend schwammig. Das Zusammenspiel aus den zahlreichen Synthesizereffekten und den massiven tieffrequenten Anteilen gelingt auf Referenzniveau auch bei enorm hoher Lautstärke.
Weiter geht es mit dem KREAM-Remix von Chris Isaaks Klassiker "Wicked Game". Der Titel startet mit einer elektronisch aufpolierten Damenstimme, kurz darauf folgen harte Kickbässe. Die vokalen Elemente werden facettenreich präsentiert und lösen sich ebenfalls wieder plastisch von den Aktivlautsprechern. Für etwas Verblüffung in der Redaktion sorgt die Umsetzung der harten und schnellen Kickbässe. Denn hier liefern die nuZeo 3 wieder ein Bassfeuerwerk ab, das wir nur von deutlich größeren oder kostspieligeren Lautsprechern gewohnt sind. Die Bassgebilde präsentieren sich ebenfalls wieder trocken und äußerst präzise. Das Zusammenspiel aus der hochfrequenten Damenstimme, den sehr fordernden Syntheziser-Effekten und den harten Kickbässen gelingt zum wiederholten Male hervorragend.
Abschließen möchten wir unsere Klangwertung mit "Glitch" von Parkway Drive, einer australischen Metalcore-Band. Die zu Beginn des Titels erklingenden E-Gitarren, die aus dem Hintergrund agieren und sich dann in den Vordergrund schieben, meistern unsere Nubert-Komponenten mit Bravour. Als dann nach wenigen Momenten der Titel die volle Bandbreite vom Genre "Metalcore" erlebt, in Form von harten Drums und Gitarrenriffs, bleiben unsere Testkandidaten von diesem akustischen Spektakel unbeeindruckt. Die Riffs werden vielschichtig und mit einer akkuraten klanglichen Kontur umgesetzt, ohne dabei aggressiv oder harsch zu wirken. Auch hier verblüfft uns die Gesamtperformance der doch sehr kompakten Nubert nuZeo 3 erneut. Als der Frontmann von Parkway Drive, Winston McCall, dann mit seinem sehr fordernden und teilweise schreienden Gesang einsteigt, wird die Stimmfarbe punktgenau getroffen, und die unterschiedlichen Gesangsarten, die der Protagonist beherrscht, stimmig umgesetzt. Der Tiefmitteltöner liefert während des gesamten Titels einen kontrollierten und harten Punch.
Konkurrenzvergleich

- Canton Smart Townus 2: Wir beginnen unseren Konkurrenzvergleich mit der Canton Smart Townus 2. Das Aktivlautsprecher-Paar wird zum Preis von 1.600 EUR angeboten. Beide Boxen verfügen über eingebaute Verstärker, der eine Lautsprecher ist der Master, der andere der Slave - auf der Rückseite steht auch gleich, welcher Schallwandler welchen Job übernimmt, am Master gibt es zudem mehr Anschlussauswahl. Wie üblich bei Cantons "smarten" Aktivlautsprecher-Sets kommunizieren die recht kompakten Schallwandler (19 cm breit, 35 cm hoch, 28 cm tief) drahtlos miteinander, sodass man lediglich pro Box ein Netzkabel benötigt. Wer dann über die eingebaute Bluetooth-Schnittstelle Audiodaten an die Smart Townus 2 sendet, braucht tatsächlich gar keine weiteren Kabel mehr. Natürlich ist es aber ebenso möglich, weitere Zuspieler wie einen SACD-/CD-Player oder Streamer kabelbasiert anzuschließen. Ein HDMI-Terminal fehlt, mit dem TV-Gerät wird daher über einen optischen Digitalanschluss Kontakt aufgenommen. Wer eine komplette HDMI-Beschaltung und Netzwerk-Streaming-Optionen inklusive Apple AirPlay und Google Chromecast wünscht, kann sich für 649 EUR den Smart Connect 5.1 dazubestellen (Mehrkanal- und Stereovorstufe sowie Streamer). Dann kann man auch Mehrkanal-Setups aus Canton Smart-Komponenten flexibel bedienen. Mit zwei Smart-Lautsprecher-Paaren, z.B. zweimal der Smart Townus 2 für hinten und vorne, kann man auch ohne den Smart Connect 5.1 ein 4.0 Setup aufbauen, der Center wird dann dank der "Virtual Center" Funktion virtuell dargestellt. So kennen wir Canton: Die Smart Townus 2 präsentieren sich als typisches Produkt des Hauses, heißt extrem klangstark, sehr einfach in der Handhabung und ohne echte Schwächen. Die Verarbeitung und die Optik erfüllen hohe Ansprüche, der sehr fundierte, räumlich dichte und klare, homogene Klang ebenfalls. Die Pegelfestigkeit und die Basskraft sind für den Kaufpreis exzellent. Im direkten Vergleich zu den nuZeo 3 spielen die Smart Townus noch eine Idee runder, während die nuZeo 3 kleine Details noch etwas feinfühliger herausstellen können. Das sind aber Nuancen, und letzten Endes entscheidet der persönliche Geschmack.
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- DALI Rubicon 2C plus Dali Sound Hub: Weiter geht es im Konkurrenzumfeld mit einer interessanten DALI Kombination, bestehend aus der Rubicon 2C plus den Sound Hub. Die DALI Rubicon 2C ist ein Zweiwege-Bassreflex-Aktiv-Schallwandler, der zusammen mit dem DALI Sound Hub mit BluOS-Modul für knapp 3.300 EUR Marktpreis feilgeboten wird - hier spart man richtig in Bezug auf die Einzelpreise - man bekommt praktisch einen Regallautsprecher (Stückpreis 2.199 EUR) umsonst. Die technischen Merkmale der Rubicon 2C präsentieren sich hochwertig. So kommt das für Dali typische SMC-Magnetsystem zum Einsatz. Anstatt eines Hybrid-Hochtöners, bestehend aus Bändchen und Kalotte, setzt die kompakte Rubicon 2C ausschließlich auf eine große 29 mm-Gewebekalotte, die durch ihr geringes Gewicht und die damit verbundene exzellente Impulstreue auszeichnet - was wir im Testbetrieb allzeit heraushören konnten. Für den Tief- und Mitteltonbereich ist eine Holzfaser-Membran installiert. Der in Dänemark gefertigte 165 mm messende Tief-/Mitteltöner erfreut durch die besonders gleichmäßige, resonanzarme Wiedergabe. Der DALI Soundhub besitzt auf der Rückseite einen Bluetooth-Empfänger, (mit AAC plus aptX HD-Bluetooth-Streaming) einen koaxialen Digitaleingang, zwei optische Digitaleingänge, zwei analoge Eingänge (ein hochwertiger A/D-Wandler erstellt aus dem analogen Signal mit Hilfe der Masterclock des Systems ein 24-Bit/96 kHz Digitalsignal), einen Subwoofer-Ausgang und ein Vorverstärkerausgang (ermöglicht es, den Sound Hub als Vorverstärker für vorhandene Komponenten zu verwenden) und zwei Erweiterungs-Steckplätze. Die drahtlose Funkverbindung zwischen dem Sound Hub und den Lautsprechern erfolgt im 5,8 GHz Frequenzband (bis 96 kHz/24-Bit). Das BluOS Modul NPM-2i im Wert von € 499 ist im eingangs erwähnten Set für umfangreiche Streaming- sowie Multiroom-Optionen bereits enthalten. Kompatibel ist das BluOS-Modul unter anderem zu TIDAL Connect, Spotify Connect und AirPlay 2. In unserer Klangwertung lieferte die DALI-Kombination eine erstklassige Gesamtperformance ab: Ein fein detaillierter Klang, mit sensibler Stimmwiedergabe und ein satter Bassbereich konnten uns überzeugen. Im direkten Vergleich aber kommt die kleine nuZeo 3 den Rubicon Aktivboxen durchaus nahe, was mehr als erstaunlich ist schon allein aufgrund der besonders kompakten Abmessungen. Gerade bei Räumlichkeit und Plastizität des Klangbilds agieren die nuZeo 3 auf einem enorm hohen Level.

- Nubert nuZeo 4: Abschließen möchten wir unseren Konkurrenzvergleich mit dem großen Bruder der Nubert nuZeo 3, der Nubert nuZeo 4. Diese sind derzeit für einen Stückpreis von 1.400 EUR ebenfalls in einer schwarzen oder weißen Farbvariante direkt beim Hersteller oder im Onlineshop erhältlich. Die grundlegenden technischen Merkmale beider Regal-/Kompaktlautsprecher sind identisch. Demnach arbeiten beide aktiven Schallwandler-Paare mit drahtloser Signalübertragung untereinander. Leistungsstarke DSP- und DAC-Sektionen kennzeichnen auch die nuZeo 4. Steuerbar ist das gesamte System mit der Nubert X-Remote-App, in die auch die X-Room Calibration als Raumeinmessung für den Bassbereich integriert wurde. Dank dem Funkstandard Nubert X-Connect Surround sind die nuZeo 4 überdies erweiterbar, z.B. um passende Vorstufen oder auch mit weiteren nuZeo-Lautsprechern, sodass zusammen z.B. mit dem nuXinema preAV Vorstufe (835 EUR) ein nuZeo Mehrkanal-Set erschaffen werden kann. Der hochwertige Aktivlautsprecher ist 23,8 cm breit, 43,5 cm hoch und 36 cm tief. Wird der Traversenstandfuß montiert, ist er 34 cm breit, 47,7 cm hoch und 43,4 cm tief. Das Gewicht pro Box liegt bei beachtlichen 18,4 kg, was einen eindeutigen Hinweis auf ein sehr robustes, stabiles Gehäuse und hochwertige innere Komponenten gibt. Die Zweiwege-Bassreflexlautsprecher sind mit einem 26 mm Hochtöner aus Tetoron-Kunstseide und einem 203 mm messenden Tiefmitteltöner ausgestattet. Wie man auch optisch gut erkennen kann, handelt es sich um eine Carbonfasermembran - leicht, hoch belastbar, impulstreu - die für den Tief-/Mitteltonbereich verwendet wird. Die untere Grenzfrequenz (+/- 3dB) gibt Nubert mit 32 Hz an, bei +/- 6dB sind es gar 29 Hz. Die obere Grenzfrequenz (+/- 3B) liegt bei 22 kHz, bei +/- 6 dB sind es 22,5 kHz. Kraft ist auch mehr als genug vorhanden: 320 Watt Dauerleistung und 400 Watt Impulsleistung pro Lautsprecher sind üppig bemessen. Damit es nicht zu Beschädigungen durch Überlastung kommt, ist auch bei diesem Lautsprecher eine Soft-Clipping-Funktion integriert. Maximal verarbeitet werden 192 kHz/24-Bit. Die nuZeo 4 setzt akustische Maßstäbe in ihrer Preisklasse: Sie offeriert eine unglaubliche Dynamik, zugleich begeistert sie aber mit einer extrem homogenen, kultivierten akustischen Auslegung. Zudem ist der schwäbische Aktivlautsprecher außergewöhnlich pegelfest und eignet sich auch optimal für größere Hörräume bis rund 35 Quadratmeter. Das sind überragende Werte für einen Regallautsprecher. Bei den Klangtestreihen fiel überdies auf, dass die verbauten D/A-Wandler von hervorragender Qualität sind. Wir sind der Meinung: Wer einen kleineren Hörraum besitzt, sollte zur nuZeo 3 greifen - bis rund 25 Quadratmeter ist sie akustisch absolut souverän. Wer einen größeren Hörraum zwischen 25 und gut 30 Quadratmeter besitzt, sollte sich die Nubert nuZeo 4 gönnen.
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