SPECIAL: Vorstellung und Klangeindrücke - Sonus Faber Olympica Nova 3
Klang

Der italienische Standlautsprecher sorgte für Begeisterung
Hier starten wir mit der legendären Ouvertüre als Beginn von Mozarts Oper "Figaros Hochzeit". Wir verwendeten eine legendäre Aufnahme aus dem Jahre 1962 (Berliner Philharmoniker unter Ferdinand Leitner) und waren von der ersten Sekunde an gefesselt: Wie intensiv, wie klar, wie plastisch die italienischen Stil-Ikonen hier akustisch vorgehen, ist grandios. Auch andere, günstigere wie teurere Speaker haben wir mit dieser Ouvertüre "gefüttert" - und natürlich hörten wir auch teilweise vorzügliche Ergebnisse. Aber wie leichtfüßig, zugleich sensibel die beiden Sonus Faber-Kandidaten hier agieren, das hat schon was und hebt sich vom "Einerlei" sehr deutlich ab. Feinsinnig, mit exakt der richtigen Balance, "lebt" die Ouvertüre hier. Nicht einfach eine "Wiedergabe", sondern die Schaffung einer akustischen Welt, in die der Klassikfan sofort bereit ist, einzutauchen, das ist hier die Maxime. Getragen auch von der exakten Herausarbeitung jedes einzelnen Instruments im Orchester, kann man sich nicht nur an der in sich schlüssigen Gesamtvorführung, sondern auch an der Detailtreue in jeder Sekunde erfreuen.
Klassik liegt den italienischen Schönheiten einfach, das belegt auch der "Frühling" aus Vivaldis Vier Jahreszeiten. Mit Elan & Esprit macht sich die Olympica Nova daran, auch filigrane Elemente der Streicher in beeindruckender akustischer Klarheit zu entschlüsseln. Der orchestrale Aufbau wird meisterlicht wiedergegeben, und auch kleine Impulse gehen nicht unter. Gerade dem versierten Klassikfan fällt sofort auf, dass der italienische Standlautsprecher mit Hingabe nach Details aller Art sucht und diese umgehend und präzise einarbeitet. Highlight sind klar die Streicher, wie brillant, transparent und trotzdem nie schneidend diese herauskommen, das ist wirklich überwältigend.
Bei der sehr kurzen, trotzdem sehr beeindruckenden insrumentalen Version von "Nothing Else Matters" (Jungle Cruise-Version) spielt die Nova 3 schlichtweg schön, wunderschön: Die Höhen kristallklar und sauber, aber nie hart, die Mitten schließen sich nahtlos an, und der Bassbereich agiert dezent, man spürt aber zu jeder Zeit, dass es ein durchaus massives Fundament gibt. Räumlichkeit wird intensiv erlebbar, und die unterschiedlichen musikalischen Ebenen werden einwandffrei herausgearbeitet.
Der 007-Titelsong "The World Is Not Enough" von Garbage geht der Olympica Nova 3 leicht von der Hand. Die Stimmfarbe der Sängerin wird auf den Punkt getroffen und wirkt sehr fein modelliert. Dynamische Differenzen werden impulstreu verarbeitet, und auch hier ist dieses Filigrane, Vielschichtige wieder das Aushängeschild der Box. Sie gibt nicht nur schlicht wieder, sie scheint den Esprit der Musik "zu spüren" und findet genau die feinen Zwischentöne, die in sonst durchaus überzeugenden Darbietungen anderer Lautsprecher untergehen. Eine besondere Box, ohne Zweifel, geschaffen für das Sensible, aber zugleich durchaus in der Lage, fundiert und lebendig aufzuspielen und auch hier Maßstäbe in ihrer Preisliga zu setzen.
Wie extrem authentisch die Olympica Nova 3 aufspielt, merkt man bei nahezu jedem Musikstil, auch beim Trance-Klassiker "Insomnia" von Faithless. Hier kombiniert der Standlautsprecher alle Effekte mit nahezu perfekter Balance miteinander, erfreut durch eine untadelige Präzision über den gesamten Frequenzbereich und ist auch höherem Pegel keinesfalls abgeneigt. Kein Aufdicken im Bassbereich, aber auch kein zu schlankler, wenig Freude bringender Auftritt bei der Darstellung tiefer Frequenzen: Die Olympica Nova hält schlichtweg eine überragende Balance und macht auch bei diesem Track nahezu alles richtig.
Unsere Bilanz

Die Olympica Nova 3 ist eine faszinierende Box, die zwar durchaus den Willen zu einer beträchtlichen Investition seitens des Käufers benötigt, dafür aber mit optisch-ästhetischen und akustisch-emotionalen Werten glänzt, die nur selten zu finden sind. Sie spielt schön & sensibel, und das bei praktisch jedem musikalischen Stil. Die außergewöhnlich edle Verarbeitung mit Liebe zum Detail spricht ebenfalls für sich.
Bericht und Fotos: Carsten Rampacher
Datum: 31.12.2023
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Tags: Lautsprecher • Sonus Faber






