XXL-TEST: Marantz 9.2-Kanal-AV-Receiver SR7012 mit Vergleich Dolby Atmos/dts:X/Auro-3D inklusive Audio-Upscalern

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Hochwertige AV-Receiver sind für akustisch anspruchsvolle Mehrkanal-Liebhaber nach wie vor der wichtigste Bestandteil hochklassigen Home-Entertainments. Die Hersteller, die in diesem Segment unterwegs sind, versuchen daher, mit jeder neuen Generation noch mehr Feinschliff in diese umfangreich ausgestatteten Kommandozentralen zu bringen – das gilt auch für den wahlweise in schwarzer oder silber-goldener Farbvariante lieferbaren 9.2-Kana-AV-Reciever Marantz SR-7012, inklusive HEOS-Modul und umfangreicher HDMI-Beschaltung für 1.799 EUR. Große Revolutionen sucht man derzeit vergeblich, nachdem die objektbasierten Audioformate dts:X, Dolby Atmos und Auro-3D vor einigen Jahren hinzugekommen sind.

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SR7012 von hinten

Neu ist aber, dass das bislang bei Denon & Marantz aufpreispflichtige Auro-3D (150 EUR bisher) nun serienmäßig an Bord ist. Mit 200 Watt pro Kanal antretend, empfiehlt sich der SR7012 auch fürs dedizierte Heimkino und ist durchaus in der Lage, auch hohe Pegelansprüche zu bedienen. Nach wie vor überlässt Marantz der anderen Sound United/D&M-Brand Denon den Bau von 11-Kanal-AV-Receiver, daher, wie schon eingangs erwähnt, belässt es der SR7012 bei 9 eingebauten Kanälen.

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„Bullauge“

Wer doch eine 11.2 Konfiguration betreiben möchte, kann dies trotzdem tun. Denn die Vorstufe des SR7012 ermöglicht auch 11.2 Processing, man braucht dann zusätzlich einfach eine Stereo-Endstufe. 

Marantz legt großen Wert auf ein hochwertiges Innenleben und entsprechend leistungsstarke Endstufen. Gut gefallen uns die passiven Kühlelemente aus Aluminium, leider aber gibt es an Bord keinen Ringkerntrafo, auch fehlen weitere Chassisverstrebungen. 

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Innenleben komplett

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Aluminium-Kühlkörper

Die Verstärkersektion ist mit typischen Marantz Baugruppen ausgestattet. Der SR7012 unterstützt die von Marantz entwickelte HDAM-Technologie (Hyper Dynamic Amplifier Module). Die HDAM Module bieten im Vergleich zu herkömmlichen Operationsverstärker-ICs eine optimierte Breitbandleistung mit geringerem Rauschen in einer vollständig diskreten Konfiguration. Klingt kompliziert, wirkt sich aber in Form eines besonders reinen Klangs aus – wir haben das besonders bei der Stereo-Wiedergabe in der Vergangenheit heraushören können. Des Weiteren überzeugt die Technologie durch eine extrem hohe Slew-Rate für einen echten Breitband-Frequenzgang und einen maximalen Dynamikbereich, so dass moderne hochauflösende Audioformate in hervorragender Klangqualität wiedergegeben werden.

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Platinenlayout

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Transformator

Zusätzlich zur HDAM-Technologie, verfügt der SR7012 über Current Feedback anstelle der typischen Spannungs-Gegenkopplung. Eine Technik, die Marantz bereits vor über 60 Jahren bei den ersten audiophilen Verstärkern vorgestellt hat. Die Current Feedback-Technologie bietet eine hohe Bandbreite und ist sehr schnell für eine authentische und absolut impulstreue Wiedergabe von allen Audioquellen. Für beste Qualität und höchste Dynamik mit geringsten Verzerrungen wurde der SR7012 mit 32-Bit D/A-Wandlern von AKM ausgestattet.

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Lautstärke-Drehregler

Der SR7012 ist sauber verarbeitet, traditionell aber findet sich im Hinblick auf die Materialqualität auch ein kleiner Nachteil, der manchen Anwender mit höherem Anspruch an die Güte der verwendeten Materialien stören dürfte. Die Front besteht aus drei Teilstücken, den beiden angeschrägten Seitenteilen und einem geraden, zentralen Element, und nur dieser zuletzt genannte Teil der Frontblende ist aus Metall. Die beiden links und rechts vom zentralen Element angebrachten Teilstücke bestehen aus Kunststoff, das ist nicht perfekt. Die beiden großen Drehregler für Quellwahl und Lautstärke sind optisch schön gestaltet, allerdings eiern sie leicht. Zudem würden wir uns wünschen, dass nicht nur der Regler für die Wahl der Quelle, sondern auch der Regler für die Lautstärke gerastert ist.

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Drehrad für die Wahl der Quelle

So macht es keine wirkliche Freude, die Lautstärke am Gerät einzustellen, denn zusätzlich erweist sich das Drehrad auch noch als relativ schwergängig. Sehr gut gefällt uns das akkurat eingearbeitete „Bullauge“ als Display. Klappt man die ordentlich gelagerte Klappe im unteren mittleren Bereich der Gerätefront herunter, eröffnet sich der Blick auf ein zweites, zweizeiliges und größeres Display. Auch zahlreiche akkurat eingepasste Anschlüsse und weitere Bedienelemente befinden sich unter dieser Klappe. 

Hier die Übersicht über weitere wichtige Merkmale:

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HDMI-Sektion hinten

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Auch klassische analoge Video-Anschlüsse der Standards FBAS und YUV finden sich rückseitig, ebenso wie ein Phono-Eingang und ein 11.2 Kanal Pre-Out

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Weiterer HDMI-Input vorne

  • 4K/60 Hz Full-Rate-Passthrough, 4:4:4 Farbauflösung, HDR, BT.2020 , Dolby Vision und HLG (Hybrid Log Gamma) Passthrough
  • 8 HDMI-Eingänge (einer davon vorn) mit voller HDCP 2.2-Unterstützung, 3 HDMI-Ausgänge (2+1 Zone). Dadurch ergeben sich erweiterte Verbindungsmöglichkeiten: Fernseher und Beamer können parallel angesteuert werden und sogar ein Bildschirm im zweiten Raum
  • eARC (Enhanced Audio Return Channel) Unterstützung (über Firmware-Update). Das neue Format eARC unterstützt die Übertragung von HD- und 3D-Audio-Formaten über den Audio Return Channel mit kompatiblen TVs
  • Analog zu HDMI-Konvertierung und SD/HD Upscaling auf 4K. Wie gewohnt setzt auch Marantz, wie Denon, auf eine vollwertige Videosektion mit hochwertigem Bild-Processing. Daraus resultiert: Tadellose Bildqualität mit bestehenden DVDs und Analogquellen
  • Dolby Atmos und DTS:X (bis 7.1.4 mit einem externen 2-Kanal-Verstärker) und Auro-3D integriert. Marantz und Denon sind die einzigen Anbieter, die neben Dolby Atmos und dts:X auch Auro-3D integrieren. 

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Antenne hinten, auf jeder Seite eine

  • WLAN integriert mit 2,4 GHz / 5 GHz Dual Band-Unterstützung. Verbesserte Netzwerkstabilität, insbesondere bei hoher WLAN-Dichte
  • Drahtlose HEOS Musikstreaming-Technologie. Umfangreiche Streaming-Optionen und einfache Verbindung mit anderen HEOS Komponenten für Multi Room Audio im gesamten Haus

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Umfassende Streaming-Möglichkeiten, hier Tune In

  • AirPlay, Bluetooth, Tune In Internetradio, Spotify Connect, TIDAL, Deezer und mehr – Zugriff auf nahezu alle Online-Musikquellen 
  • Unterstützung für DSD (2,8 / 5,6 MHz), FLAC, ALAC und WAV > High-Resolution-Audiostreaming, auch mit lückenloser Wiedergabe. Laut Werksangaben kein Support für Quad-DSD (11,2 MHz), das bieten verschiedene Pioneer Mehrkanal-Receiver z.B.
  • Audyssey MultEQ XT32, LFC, Sub EQ HT, Dynamic Volume und Dynamic EQ. Aufwändige und effektive Raumakustikkorrektur

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Farbcodierte Lautsprecherkabel-Anschlüsse

  • Farbcodierte Lautsprecheranschlüsse, Setup-Assistent, Marantz 2016 AVR Remote App, HEOS App. Schnelle und einfache Installation, Einrichtung und Bedienung, wie wir es von Marantz & Denon gewohnt sind.
  • Intelligenter Eco-Modus mit drei Einstellungen (Ein/Aus/Automatik).
  • Erweiterte Multiroom-Optionen, 11.2-Kanal-Vorverstärkerausgang, RS232-Steuerung, Crestron Connected. Audio und Video in mehreren Räumen, vorbereitet für Heimautomatisierungstechnik von Drittanbietern.

Natürlich fehlt der allseits beliebte Assistent nicht, der auch beim SR7012 für die erste Systemeinrichtung bereitsteht. Mit klaren Hilfetexten und Grafiken  macht es der Marantz-Receiver seinem neuen Besitzer leicht, ihn fertig für den Betrieb zu machen. Hier einige Screenshots:

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Sprachauswahl

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Erläuterungen zum Einrichtungsassistenten

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Übersicht über alles, was benötigt wird

 

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Lautsprecher-Einstellungen – los geht’s

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Erklärungen zu den Lautsprecher-Einstellungen

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Nun geht es um die Höhen-Lautsprecher

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Dolby Atmos Lautsprecher-Layout

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Lautsprecher-Kalibrierung mittels Audyssey

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Überprüfung des Kanalpegels

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Konfiguration

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Abstände

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Netzwerkeinrichtung

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Empfehlung zum Download der Marantz AVR App und der Heos App

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Jederzeit aufrufbares Einrichtungsmenü

Keine Überraschungen beim OSD: Nur in Details überarbeitet, nach wie vor klar und übersichtlich. Hier ist nur Lob angebracht. Auch im täglichen Betrieb kann die grafische Benutzeroberfläche komfortabel verwendet werden.

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Video-Basismenü

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4K Signal-Format

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Neben der automatischen Audyssey-Einmessung ist es auch möglich, die Lautsprechereinstellungen manuell vorzunehmen

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Endstufen-Zuweisung

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Immer noch der einfachste Weg : Kabelbasierte Netzwerkverbindung

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Man kann sich mit einem bestehenden Heos-Konto anmelden oder ein neues Heos-Konto erstellen

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Menü „Allgemein“

Marantz-SR7012-Fernbedienung

bekannte, gute Fernbedienung

Im Lieferumfang enthalten ist eine tadellos in der Hand liegende Fernbedienung mit kompletter Beleuchtung (Taste für die Aktivierung ist seitlich untergebracht). Nicht zu viele Tasten, und nur im unteren Bereich etwas kleine Buttons – die Remote gefällt ausnahmslos. Trotzdem gibt es natürlich alternative Steuerungsmöglichkeiten.

Der SR7012 kann mit der Marantz AVR-App bedient , der Übergang zur Heos-App für die Verwendung der Streaming- und Multiroom Audio-Funktionen erfolgt nahtlos und somit sehr gelungen. Hier einige Screenshots:

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Die App startet

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Gerade nutzen wir Heos Music

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Menü

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Verwendung der App als Ersatz für die Fernbedienung

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Surround-Parameter

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Audio-Menü der App

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Video-Justagen

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Nun greift die Heos-App ein

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Üppige Auswahl an Diensten, neu hinzugekommen ist Amazon Music

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Wiedergabe eines Musikstücks von Spotify

Exkurs: Audyssey beim SR7012

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Audyssey-Einmessmikrofon im bekannten Design

Der zuvor erfolgte, völlig problemlose Audyssey-Einmessvorgang fördert ebenfalls nur Erfreuliches zutage: Audyssey arbeitet präzise, sorgt für eine ausgewogene Front-Surround-Balance und „beschneidet“ die Lautsprecher weder im Hochton- noch im Bassbereich. Wie sieht das Audyssey-Package beim SR7012 aus?

Der SR7012 ist mit der aktuell umfassendsten Audyssey-Suite, die enorm leistungsstarke DSP-Algorithmen beinhaltet, ausgestattet:

  • Dazu gehört im Kern natürlich die Raumakustikkorrektur Audyssey MultEQ XT32. Mit dem mitgelieferten Messmikrofon analysiert MultEQ XT32 die Wiedergabemerkmale der einzelnen Lautsprecher (einschließlich der Subwoofer) an bis zu 8 Messpunkten und erstellt exakt gesetzte digitale Filter, mit denen für die einzelnen Kanäle geeignete Frequenzgänge und Zeiteinstellungen optimiert werden.
  • Mit Audyssey Dynamic Volume werden störende Lautstärkesprünge korrigiert, die zum Beispiel bei Werbeblöcken im Fernsehen auftreten.
  • Audyssey Dynamic EQ sorgt für präzise Klangabstimmung und höchste Klarheit bei allen Lautstärkestufen.
  • Bei Audyssey Low Frequency Containment kommen leistungsstarke psychoakustische Algorithmen zum Einsatz, um im gesamten Frequenzbereich für einen ausgewogenen Klang zu sorgen, auch bei den tiefen Bässen. Gleichzeitig wird gewährleistet, dass direkt angrenzende Nachbarn und Familienmitglieder in Zimmern nebenan nicht gestört werden. Über einen mehrstufigen Einrichtungsprozess ist es möglich, die jeweils gewünschte Containment-Stufe anpassen.
  • Audyssey Sub EQ HT ermöglicht bei Konfigurationen mit zwei Subwoofern eine individuelle DSP-Abstimmung der einzelnen Subwoofer. Im Vergleich zu Konfigurationen mit einem einzelnen Subwoofer lassen sich auf diese Weise tiefere und klarer definierte Bässe erreichen.

In der jüngsten Vergangenheit zeichnete sich die größte Audyssey MultEQ XT Variante durch eine verbesserte, weil feinere und genauer ausbalancierte Gesamtwirkung und durch eine hohe Betriebssicherheit aus. Das beweist die Einmessung beim SR7012 aufs Neue. 

Wer noch weiter gehen möchte in der Optimierung durch Audyssey, dem bietet Marantz eine zusätzliche Möglichkeit.

Mit der Audyssey MultEQ Editor-App kann man die Einstellungen, die über die automatisch durchgeführte Einmessung erfolgen, in der Audyssey MultEQ Editor-App überprüfen und anpassen. Auf diese Weise lässt sich die Leistung noch präziser abstimmen, um alle spezifischen Probleme im Raum zu lösen und das Surround-Erlebnis ganz nach Ihren persönlichen Vorlieben maßzuschneidern, und zwar in folgenden Punkten:

  • Betrachten der Ergebnisse der Audyssey MultEQ-Lautsprechererkennung, um die Konfiguration zu prüfen.
  • Betrachten der Ergebnisse vor und nach der Audyssey-Kalibrierung, wodurch es ein Leichtes ist, Raumprobleme zu identifizieren.
  • Individuelle Anpassung der Audyssey-Zielkurve für jedes Kanalpaar
  • Anpassung des Gesamt EQ-Frequenz-Rolloff für jedes Kanalpaar
  • Mögliches Umschalten zwischen zwei Hochfrequenz-Rolloff-Zielkurven
  • Aktivieren/deaktivieren der Midrange-Kompensation 
  • Speicherung und Wiederherstellung von Kalibrierungs-Einstellungen

Die kostenpflichtige Audyssey MultEQ Editor-App ist für iOS und Android verfügbar und kann im Apple AppStore sowie Google Play Store erworben werden. Mit 21.99 EUR ist sie nicht eben günstig, für den sehr erfahrenen Anwender kann es sich aber lohnen, diese App zu erwerben. 

Klang: Aufpolieren von Spotify-Tracks mittels Dolby Surround, Auromatic und dts Neural:X

Wir starten, indem wir etwas machen, was der anspruchsvolle Hörer niemals tun würde: Wir polieren Spotify-Tracks mittels Dolby Surround auf 5.1.4 auf. Ohje, wird mancher nun entsetzt ausrufen. Doch der leistungsstarke SR7012 liefert eine tolle Performance ab. Bei „Lonely Together“ von Avicii featuring Rita Ora beeeindruckt uns der SR7012 durch einen fundierten Bass, und zwar auch dann, wenn man ein 5.0.4 Setup ohne aktiven Subwoofer betreibt. Nimmt man einen leistungsstarken aktiven Basslautsprecher hinzu, sind die Ergebnisse natürlich noch beeindruckender. Es sollte sich aber um einen aktiven Subwoofer handeln, der der Leistungsstärke des SR7102 angemessen ist, wie zum Beispiel der Nubert nuLine AW-990.

Der Dolby Surround-Algorithmus, das haben wir bereits in anderen Testreihen herausgefunden, arbeitet selbst beim Aufpolieren von Stereo-Tracks mit natürlicher, echt wirkender Räumlichkeit. Klar, der Präzisions-Liebhaber wird sich mit dem Ergebnis nicht anfreunden können. Zu wenig klar können kleinere musikalische Einzelheiten geortet werden. Bei niedrigen Lautstärken ist zudem ein leichter Hall zu vernehmen. Dass es aber für das Quellmaterial richtig gut ist, wenn man einfach Spaß am Hören haben möchte, belegt auch Chers Klassiker „Believe“: Der Rhythmus kommt sauber zur Geltung, die gewollte Stimm-Verzerrung, die damals einen  neuen Trend auslöste, wird prima herausgearbeitet.

Die neue 2017er Variante des Snap-Klassikers „Rhythm is a Dancer“ von U96-Founder Alex Christensen zusammen mit dem „Berlin Orchestra“ aufgelegt, gefällt uns besonders gut. Der SR7012 entpuppt sich als sehr schnell reagierend, keine Spur mehr von den trägen, üppig auftragenden Reaktionen mancher älterer Marantz AV-Receiver. Zugleich aber klingt der SR7012 sehr homogen, schlüssig, einfach komplett. Selbst bei diesem Audio-Upscaling mittels Dolby Surround arbeitet er die Höhen-Lautsprecher stimmig ein, nicht übertrieben, aber spürbar.

Neben Dolby Surround ist auch der Auro-Audioupscaler eine sehr gute Wahl. Er produziert praktisch keinen störenden Hall und bindet die Height-Lautsprecher fließend und authentisch ein. Wir hören „Scream“ von Tiesto und John Christian und sind überrascht, wie lebendig alle Audio-Effekte über die 9.1 Konfiguration verteilt werden. Spielerisch erreicht der SR7012 enorme Pegel, der Bass ist präzise und knackig. „The Spectre“ von Alan Walker klingt, von Auro aufpoliert, ebenfalls ausgesprochen überzeugend. Ungemein dicht, was Weitläufigkeit und räumliche Tiefe angeht, werden selbst Hörer, die ein Aufpolieren von 2-Kanal-Material bislang kategorisch ablehnten, zumindest mal länger als eine Minute hinhören. Und es lohnt sich – man fühlt sich wie inmitten eines plastischen Klangfelds, das nicht „künstlich aufgeblasen“ erscheint, sondern klar und natürlich auftritt. 

Deutlich besser als bei vergangenen Tests mit anderen AV-Receivern schlägt sich dts Neural:X. So gut dts Neural:X in der Vergangenheit für 5.1 oder 7.1 Filmtonspuren war, so schlecht klang der Audio-Upscaler bei Stereo-Material. Das ist nun deutlich besser, wenngleich wir insbesondere Auromatic, aber auch Dolby Surround deutlich vorziehen würden. Der harte, nicht hallige Bass ist nun aber auch kennzeichnend für dts Neural:X. 

Klang: Audio-Upscaling von Auromatic, dts Neural:X und Dolby Surround bei einer nativen Filmtonspur in dts-HD Master Audio

Hier haben wir die Start-Sequenz des 007-Films „Ein Quantum Trost“ beim Audio-Upscaling mit Auromatic, dts Neural:X und Dolby Surround miteinander verglichen: 

  • Auromatic: Sehr homogen, glaubhafte Räumlichkeit, nicht nur beim Hochdrehen des Motors von James Bonds Aston Martin DBS sehr gutes Auflösungsvermögen. 
  • Neural:X: Extrem dynamisch, sehr kraftvoll erfolgen die Bass-Schläge am Anfang. Als der plötzliche Dynamiksprung – nach dem musikalischen Spannungsbogen ist man inmitten der Verfolgungsjagd – ansteht, sehr spontan und nachdrücklich
  • Dolby Surround: Die dichteste Räumlichkeit in allen Sound-Ebenen, etwas verhaltener antretend als dts Neural:X, nicht ganz so feinauflösend wie Auromatic

Wie deutlich erkennbar ist, hat jeder der drei Algorithmen andere Schwerpunkte, je nach Gusto des Anwenders empfiehlt sich auch die Verwendung eines anderen Audio-Upscalers. Dadurch machen alle drei Systeme Sinn. 

Klang: Dolby Atmos nativ

Nun folgt ein „Klassiker“ der Redaktion in Dolby Atmos: „Mission Impossible – Rogue Nation“ in der englischen Original-Tonspur. Wie üblich hören wir uns die Sequenz des Films an, die in Wien spielt. Schon bei der klassischen Musik, die zu Bildern des nächtlichen Wiens gespielt wird, beeindruckt uns der SR7012 durch Dynamik und Weitläufigkeit. Noch ist es viel zu früh, Vergleiche anzustellen mit anderen Modellen, daher hören wir weiter.

Die Geräusche, als Benjamin aus dem U-Bahn-Zug steigt, werden authentisch erfasst: Der aus der Station fahrende Zug, das Gemurmel der Menschenmenge. Als Benji einen Umschlag zugesteckt bekommt und er diesen öffnet, scannt die darin enthaltene Brille sein Gesicht, um zu überprüfen, ob er der „Richtige“ ist – auch solche kleinen Effekte arbeitet der Marantz sorgsam heraus. In der kurzen Szene in der U-Bahn-Station erfreut überdies die genau ausbalancierte Einarbeitung der Top Firing-Module für 3D-Sound. 

Anschließend trifft vor der Wiener Oper der österreichische Bundeskanzler nebst Ehefrau in seinem Dienst-Maybach ein. Viele Pressefotografen empfangen ihn. Das Blitzlicht-Gewitter gibt der SR7012 exakt und mit überragender räumlicher Einarbeitung wieder. 

Kurzer Sprung, nun startet Puccinis „Turandot“ im Opernsaal. Ganz gleich, ob kurze orchestrale Einlagen oder der Einsatz der Opernsängerinnen und Opernsänger – der SR7012 erfreut uns durch eine ausgewogene tonale Balance und ein hohes Maß an Realismus. Dass es sich um einen hohen Saal handelt, stellt der AV-Receiver klar heraus. Hier hört man immer wieder, und im Falle des SR7012 besonders überzeugend, wozu die objektbasierten Audioformate gut sind. Alles wirkt noch echter, der Zuhörer wird 360 Grad in allen Dimensionen eingehüllt. Die Sänger auf der Bühne sind präzise zu orten, auch die Position des Orchesters im Orchestergraben wird akkurat berücksichtigt. Auffällig – Stimmen, ganz gleich, ob sie sprechen oder singen, werden ungemein fließend in den akustischen Gesamtzusammenhang eingearbeitet, gleichzeitig erscheinen sie sehr detailliert. 

Klang dts:X nativ

Wir hören uns das neunte Kapitel von „Independence Day“ (Ultra HD-BD) in dts:X an. Es gibt nach wie vor nur wenige Ultra HD-Blu-rays und Blu-rays mit dts:X Tonspur, schade eigentlich, denn wir sind schon beeindruckt vom hohen dynamischen Spektrum der eigentlich schon alten (ID4, Teil 1, kam 1996 in die deutschen Kinos) Tonspur. Vielschichtig auch in ruhigeren Sequenzen, mit glaubwürdiger und nicht übertriebener Einarbeitung der vier Height-Lautsprecher. Dynamisch und homogen, mit nahtlosen Übergängen zwischen allen Effekt-Ebenen, kann sich der SR7012 hier exzellent in Szene setzen. Stimmen gibt er klar umrissen und charismatisch wieder, gleichzeitig arbeitet er sie gelungen ins tonale Gesamtgefüge ein.  Mächtige Effekte stellt der Marantz raumfüllend und auch bei hohem Pegel exakt dar. 

Klang: Auro-3D nativ

Auro-3D-Wiedergabe, „Lichtmond – Days Of Eternity“ – Auro-3D 9.1

Bei den Stücken „Nightflight To Chronos Part 1“ und „Nightflight To Chronos Part 2“ kann man genau hören, wie mächtig, wie umfassend und wie gleichzeitig feinauflösend die Wiedergabe objektbasierter Audioformate sein kann. Besonders gut gefällt uns, wie nachdrücklich sich der SR7012 um abrupte Dynamik-Sprünge kümmert. Man fühlt sich von Klang umgeben, taucht so tief ins Geschehen ein, dass selbst eine gute 5.1 Tonspur altbacken wirkt. In allen Dimensionen liefert der Marantz eine Vielzahl an plastischen Effekten, die den ganzen Hörraum beleben. Pegelfest und souverän, meistern die analogen Endstufen den hohen Anspruch. Erfreulicherweise liegt die Erwärmung des SR7012 bei unseren ca. 2,5 stündigen Testreihen absolut im moderaten Bereich, auch bei rund 80 Prozent des maximal möglichen Pegels. Trotzdem sollte man den SR7012 im Idealfall frei aufstellen und nur dann in ein Rack stellen, wenn nach oben mindestens 10, besser 15 cm frei sind. 

Auro-3D-Wiedergabe, Auro-3D 9.1, Trondheim Solistene, „Ved en Ung Kunstners Baare“ von Carl Nielsen:

Die Art der Musik ist Geschmackssache – aber die Wiedergabequalität ist exzellent. Extrem dreidimensional und gleichzeitig präzise, beweist sich Auro-3D als hochauflösender 3D-Klangstandard für klassische Musik. Feine dynamische Differenzen kommen sehr gut heraus, die Streicher sind facettenreich eingearbeitet. Bedingt durch die harmonische Auslegung des SR7012, wird die Darstellung auch bei forciertem Pegel nicht zu scharf. 

Auch beim Flötenkonzert Nr. 2, „Mrala“ von Flint Juventino Beppe, legt sich der Marantz im nativen Auro 3D-Betrieb mächtig ins Zeug. Eine Gesamtdynamik, die nur noch  knapp unter Pioneer SC-LX-Level liegt, dabei aber gleichzeitig eine mustergültige Homogenität beim Ineinandergreifen der zahlreichen Effekt-Ebenen – der SR7012 lässt aus klanglicher Sicht praktisch keine Wünsche offen. Der hohe Feinschliff zeigt sich auch anhand der exzellenten Auflösung im Hochtonbereich, das hört man sehr gut bei den Solo-Parts der Flöte. Charismatisch schalten sich die Blech-Bläser hinzu. 

Taugt Auro-3D auch für die Filmtonwiedergabe beim Marantz SE7012? Wir schauen uns einen Ausschnitt aus „Turbo“ (Auro-3D 10.1, die „Voice Of God“, der an der Decke hängende und nach unten abstrahlende Lautsprehcer fehlt in unserem Setup) an und sehen die bewegende Geschichte der kleinen Schnecke, die verrückt ist nach Geschwindigkeit. Der mächtige Truck, der über sie hinwegdonnert, und der Fall von Turbo über Äste etc. mit hartem Aufprall beweist: Subtile Räumlichkeit, kraftvolle Bässe, Effekte, die den Zuhörer 360 Grad in allen Dimensionen umgeben: Die 2014er Auro-3D Demo-Disc ist nach wie vor eine hervorragende Wahl, um die Fähigkeiten von Auro-3D in nativer Form zu beweisen. Nahtlose Übergänge zwischen allen Boxen, die kraftvoll anschiebenden neun Endstufen des SR7012 und die sehr gute Trennung einzelner akustischer Ereignisse sorgen hier für große Freude. 

Wer es Ernst meint mit Auro-3D, der montiert vorn und hinten vier kleine Regallautsprecher oberhalb der Frontboxen,  diese Konfiguration passt auch für die dts:X-Wiedergabe, da dts:X sich flexibel aufs Lautsprechersystem einstellt. Für Dolby Atmos müssen dann zusätzlich noch vier Top Firing-Module oder vier Speaker an der Decke her, also ein beträchtlicher Aufwand. 

Bewertung: Lohnen sich drei Decoder – Auro-3D, dts:X und Dolby Atmos – inklusive Audio-Upscalern?

Manch einer mag denken: Welch ein technischer Overkill, also ob dts:X und Dolby Atmos noch nicht genug wären, packt Marantz nun auch noch Auro-3D serienmäßig dazu in die 2017er Top AV-Receiver und AV-Vorstufen. Dabei ist das Angebot an Software, die Auro-3D oder dts:X unterstützen, nach wie vor eher klein. Trotzdem finden wir das Angebot hervorragend, denn gerade für das Audio-Upscaling eignet sich Auromatic extrem gut, und die wenigen nativen Auro-3D  Aufnahmen gerade im musikalischen Bereich sind, was Auflösungsvermögen und authentische Räumlichkeit angeht, überragend. Ehrlich gesagt können wir an dts:X derzeit am wenigsten Nutzen finden. Einziger Vorteil ist hier die Flexibilität beim verwendeten Lautsprechersystem, dts:X freundet sich mit einem Auro-3D Setup ebenso an wie mit einem Dolby Atmos-Setup. 

Stereoklang

Bei verschiedenen Hi-Res-Audiodateien im Flac-Format zeigt sich der SR7012 sehr gut in Form. In 96 kHz/24-Bit hören wir uns „Flowers Of Sendai“ vom Jan Lundgren Trio an. Klar strukturiert, gefällt das Klavier auch durch die tadellose Herausarbeitung der Anschlagdynamik. Die Räumlichkeit überzeugt uns auch bei der Stereo-Wiedergabe. „The Good Life“ (96/24) von Till Broenner stellt ebenfalls klar, wieso sich der Marantz auch für Stereo-Liebhaber nachdrücklich in Erinnerung ruft: Fein erfolgt die Ausarbeitung aller Instrumente, der straffe, lebendige Bass und die realistischen räumlichen Strukturen vervollständigen das akustische Bild. „Mighty Man“ (192 KHz/24-Bit) von Mark Knopfler fällt schon durch den sensiblen Aufbau des Intros sehr gut an. Schon bei den beiden anderen Stücken zuvor konnten wir die Räumlichkeit loben, dieses Lob sprechen wir bei diesem Stück ein weiteres Mal aus. Wie gut das Anzupfen der Saiten der Gitarre herausgestellt wird,  ist ebenso beeindruckend. Marks Stimme steht stabil und ist tonal authentisch. 

Videosektion 

Eine reife Leistung beim Video-Upscaling von 1.080p auf 2.160p: Scharf und klar wird das Programmheft von „Turandot“ in der U-Bahn-Station wiedergegeben, als Benji den Umschlag öffnet. Benjis Bart, seine Frisur und seine Brille sowie die Wandtäfelung in Holz-Optik, als die Rolltreppe aus der U-Bahn-Station führt, beweisen: Der SR70102 hat ein äußerst sauberes Upscaling mit nur geringer Rauschneigung. Kein Wunder, schließlich ist Qualität verbaut: „NatureVue“ des renommierten Herstellers Analog Devices ist für die Upconversion zuständig. Hinzu kommen sehr gute vorprogrammierte Video-Modi wie „ISF Day“. Bei etwas externem Lichteinfall sieht das Bild authentisch und lebendig aus. Die Polizistin, die diejenigen kontrolliert, die in die Oper möchten, kommt hervorragend zur Geltung, man sieht auch den Glanz in den Augen und Details an der Uniform. Den Sensor, den Benji mit dem Programmheft verbindet, zeigt uns unser LG OLED55C7D nach Upscaling durch den SR7012 in allen Einzelheiten. Selbst, als es recht dunkel auf dem Screen zugeht (Blick vor Beginn von Turandot in den Orchestergraben), schafft der SR7012 klare visuelle Strukturen, ohne dass das Bild wie künstlich aufgehellt wirkt – eine Top-Leistung. 

Konkurrenzvergleich

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Marantz SR6011 aus 2016: „Keine Revolution, sondern stetige Evolution“, das haben wir auch im Jahre 2016 geschrieben. Stetige, sorgfältige Entwicklungsarbeit ist gefragt. Der SR6011 ist derzeit ein echtes Schnäppchen, seriöse Online-Händler bieten ihn für gut 1.050 EUR aus. Der Neupreis lag mit 1.399 EUR ungleich höher. Auch der SR6011 ist ein 9.2 Kanal AV-Netzwerk-Receiver, allerdings noch ohne Heos-Modul. Er tritt etwas weniger opulent auf, ihm fehlt das zweite Display vorn unter der ebenfalls vorhandenen Klappe. Was das Innenleben angeht, weist der 6011 den praktisch identischen Standard im Vergleich zum 7012 auf. Auch Audyssey-Mikrofon und Fernbedienung ähneln sich stark,, die Fernbedienung weist aber weniger Bedienelemente auf als beim SR7012. Klanglich entpuppte sich der SR6011 damals als echtes Stereotalent, und daran hat sich nichts geändert. Der SR7012 bringt im Detail noch etwas mehr Finesse im Hochtonbereich zustande, das trifft im Übrigen auch auf die Mehrkanalwiedergabe zu. Dynamisch und sogar noch eine Idee homogener, offeriert der SR7012 ein akustisches Niveau, das nochmals ein Stück über dem des SR6011 liegt. Was die Pegelfestigkeit angeht, setzt sich der SR7012 erwartungsgemäß noch etwas souveräner in Szene. Gratis gibt es beim 7012 Auro-3D, was beim 6011 noch 150 EUR extra gekostet hat. Unser Fazit: Der SR6011 ist zum aktuellen Kurs ein heißer Tipp, zumal Marantz dank eines Updates auch die HDMI-Sektion des 6011 fit für Dolby Vision machen wird. Wer absolute Höchstleistung in der Liga bis 2.000 EUR verlangt, greift zum 2017er Modell SR7012.

Denon AVR-X4300H Front Seitlich2

Denon AVR-X4300H aus 2016: Vor ziemlich genau einem Jahr testeten wir den AVR-X4300H aus dem Hause Denon. Mittlerweile ist der einst 1.599 EUR teure 9.2-Kanal Heos-Receiver für knapp 1.100 EUR zu haben. Dafür gibt es einen runden Klang, eine komplette Ausstattung und eine sehr gute Videosektion. Lohnt hier die Mehrausgabe für den SR7012? Der 7012 klingt im Stereobetrieb noch feiner, bietet bei räumlichen Details bei der Mehrkanal-Wiedergabe etwas mehr Struktur und offeriert ein stabiles und nochmals rauschärmeres Video-Processing – hinzu kommt noch, dass Auro-3D beim 7012 serienmäßig ist. Dolby Vision in der HDMI-Sektion gibt es per Update auch beim 4300H. 

Pioneer SC-LX801 Front Seitlich1

Pioneer SC-LX801 aus 2016: Den laut UVP 2.199 EUR kostenden 9.2 Kanal-Netzwerkreceiver mit Fire Connect, Google Chromecast und dts Play-Fi bekommt man mittlerweile online bei seriösen Händlern für rund 1.800 EUR. Demnach also zum gleichen Preis, zu dem laut UVP der brandneue SR7012 angeboten wird. Mit extrem leistungsstarken „Direct Energy HD“ Digital-Endstufen und dem MCACC Pro Highend-Lautsprechereinmesssystem wirft der 801 gewichtige Argumente in die Waagschale. Er ist von den Londoner Air Studios klanglich optimiert und bietet ein großes Paket an Streaming- und Multiroom-Optionen. Kann der SR7012 gegen diesen Tausendsassa punkten? Aber klar – hier einige Beispiele. Der Marantz hat Auro-3D serienmäßig als drittes obektbasiertes Audioformat an Bord. Zudem besitzt der SR7012 eine komplette Videosektion. Der Pioneer SC-LX801 skaliert nur Full HD-Signale auf 4K hoch und bringt keine weiteren Funktionen mit. Akustisch bietet der Pioneer, markentypisch, mehr Grobdynamik und ist nochmals etwas pegelfester. Der SR701 klingt etwas homogener und runder – also eine Frage des persönlichen Geschmacks. 

Fazit

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Der Marantz SR7012 betreibt höchst erfolgreich Evolution in allen Belangen. Mit nunmehr drei objektbasierten Audioformanten antretend, bietet er, wie auch andere Top-Devices von Marantz und Denon aus dem Jahrgang 2017, eine beispiellose Flexibilität. Nochmals geschärft bei Feinauflösung, Antrittsverhalten und Pegelfestigkeit, sorgen die neun eingebauten Endstufen für Freude bei der Musik- und der Filmtonwiedergabe. Auch für Stereo-Liebhaber ist der SR7012 ein empfehlenswerter AV-Receiver. Detailreich und fundiert agiert er, zudem ist der Klang in jeder Betriebsart, ganz gleich, ob 2.0 oder 5.1.4, angenehm und homogen. Das Audyssey Lautsprechereinmess-System mit Room EQ arbeitet exzellent, erweist sich als betriebssicher und mit sicherem Händchen bei der Abstimmung des jeweiligen Lautsprecher-Setups auf den Hörraum. Mit kompletter Ausstattung, die auch eine leistungsstarke Video-Sektion mit Analog Devices Hochleistungs-Bauteilen umfasst, sowie einer einfachen, durchdachten Bedienung kann der SR7012 ebenfalls punkten. Somit ist das Testergebnis erstklassig, in vielem setzt der SR7012 aktuell die Maßstäbe. Nachteile lassen sich nur wenige ausmachen und betreffen in erster Linie Details bei Verarbeitung und Materialqualität. 

Fast perfekte Schaltzentrale: Der Marantz SR7012 erweist sich als extrem klangstark, hoch flexibel und leicht bedienbar
preisklassenreferenz
AV-Receiver bis 2.000 EUR
Test 06. Oktober 2017

Test: Carsten Rampacher
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 06. Oktober 2017




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