TEST: Yamaha RX-3040 – Dolby Atmos-Powerhouse zum fairen Preis

Yamaha RX-A3040 Front Seitlich3

High-End-Heimkino mit Dolby Atmos – dafür steht Yamahas AVENTAGE AV-Receiver RX-A3040. Zumindest nach dem Firmware-Update, dass bereits Ende 2014 live ging und dem AV-Receiver den notwendigen Atmos-Support lieferte. Doch auch ohne zusätzliche Lautsprecher zu befeuern, präsentiert sich der Yamaha in bestem Gewand. Wie üblich bei hochwertigen Yamaha-Receivern ist ein hochwertiger, vibrationsdämpfender Aufbau gegeben, außerdem die uns bestens bekannten ESS SABRE32 Ultra Digital/Analog-Wandler und volle HDMI 2.0-Bestückung.

Auch an Leistung mangelt es nicht: 230 Watt pro Kanal an 4 Ohm, bei einem angesteuerten Kanal (1 kHz) und 0,9 % THD – prinzipiell stehen diskrete 9.2 Kanäle zur Verfügung, bei Bedarf kann man auf bis zu 11 Kanäle aufrüsten. Obligatorisch beschränkt sich die Wiedergabe nicht nur auf Dolby TrueHD und DTS-HD MA, auch hochauflösendes Audiomaterial steht im Fokus. Dazu gehört FLAC und WAV in bis zu 192 kHz/24-Bit und Apple Lossless 96 kHz/24-Bit. Außerdem stehen AirPlay, Napster, Spotify, JUKE und HTC Connect zur Verfügung. WiFi ist integriert, auch ohne Netzwerk-Kabel kann man also sämtliche Multimedia-Features genießen.

Auch auf Bedienkomfort legt Yamaha sehr großen Wert und offeriert zusätzlich zur übersichtlichen, sauber übersetzten grafischen Benutzeroberfläche eine AV Controller App für mobile Endgeräte. Auch bei der Installation geht man dem Anwender zur Hand, so erkennt Yamahas automatisches Einmess-System YPAO sämtliche Lautsprecher selbst und weist ihnen entsprechende Parameter zu – im Gegensatz zu manchem Konkurrenten werden auch Dolby Atmos Decken- oder Top-Firing-Lautsprecher als solche erkannt.

Die UVP des Yamaha RX-A3040 beträgt 2.099 EUR.

Yamaha RX-A3040 Bedienelemente Front1

Der RX-A3040 in typischer Yamaha-Manier

Yamaha RX-A3040 Bedienelemente Front2

Die Quelle wird mit einem soliden, gerasteren Regler ausgewählt

Yamaha RX-A3040 Display

Punktmatrix-Display

Yamaha RX-A3040 Bedienelemente Frontklappe

Weitere Bedienelemente unter der Frontklappe

Yamaha RX-A3040 Fernbedienung

Mitgelieferte Fernbedienung

Keine Experimente! Jedenfalls bei der Optik dieser Modell-Generation – eindeutig stecken die Gene des RX-A3030 im aktuellen AV-Receiver. Das ist jedoch nichts schlechtes, denn auch hier gefallen die akkurate Verarbeitungsqualität und das solide, hochwertige Material. Das Frontpanel ist aus Aluminium gefertigt, seitlich sind Drehregler mit sauberem Lauf integriert. Yamaha gibt auch akustische Vorteile durch die Alu-Front an, es soll die internen Schaltkreise vor störenden Funkstrahlen abschirmen. Zudem wirkt die Kombination aus Silber und der schwarzen Hochglanz-Front im oberen Bereich sehr elegant. Ebenfalls zum hochwertigen Eindruck trägt die massiv erscheinende Frontklappe bei, hinter der sich sehr gut eingepasste Bedienelemente mit ausgezeichnetem Druckpunkt befinden. Das Punktmatrix-Display ist mittig untergebracht und bietet ausreichend Platz für relevante Informationen.

Mit den stationären Bedienelementen unter der Frontklappe lässt sich der Yamaha Receiver dank Navigationskreuz und Scene-Tasten (für Macro-Funktionsketten) im Notfall recht gut bedienen, auch ein weiterer USB- und HDMI-Slot sowie der Anschluss für das YPAO-Einmessmikrofon und den Kopfhörer sind dort zu finden. Der USB-Slot dient zum Anschluss von iOS-Geräten, um die recht schwachen Digital-/Analog-Wandler der Geräte zu umgehen. Außerdem können die Geräte, und dazu gehören auch Tablets, geladen werden. Komfortabler ist natürlich die Bedienung mit der App oder der mitgelieferten Fernbedienung. Die Fernbedienung ist recht großformatig und bietet einer Vielzahl an direkten Zugriffstasten Platz. Mittig finden sich die elementaren Lautstärkereglertasten sowie das Navigationskreuz. Im Gegensatz zum RX-A3030 spart man beim aktuellen Modell das LC-Display, insgesamt fanden wir die Fernbedienung des Vorgängers etwas schicker.

Yamaha RX-A3040 Innenleben Gesamt

Der RX-A3040 lässt die Hüllen fallen

Yamaha RX-A3040 Innenleben1

Transformator

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Leistungsfähige Elkos

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System-Board mit digitaler Audio-Verarbeitung etc.

Auf dem ersten, geöffneten Bild des Yamaha-Receivers erkennt man sehr schön zwei essentielle Bestandteile des typischen Aufbaus der Japaner. Zunächst ist das der H-förmige Gehäuseaufbau. Die Verstrebungen garantieren dabei ein unelastisches und stabiles Gehäuse, wodurch Vibrationen des Chassis nahezu eliminiert werden. Dazu kommt der zusätzliche, „fünfte“ Fuß auf der Unterseite. Die „Anti Resonance Technology“ (A.R.T) reduziert weiter Vibrationen von Leistungstransistoren und des Transformers. Das zweite ist der symmetrische Verstärkeraufbau. Dabei werden linke und rechte Kanäle physikalisch und elektrisch isoliert, um maximale akustische Qualität zu erreichen. Das Innenleben wirkt sauber konzipiert und durchdacht.

Yamaha RX-A3040 Rueckseite Seitlich

Rückseite gesamt

Yamaha RX-A3040 Anschluesse Rueckseite3

HDMI-Sektion

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Vielzahl an digitalen und analogen Anschlüssen

Yamaha RX-A3040 Anschluesse Rueckseite1

Solide, gekapselte Lautsprecheranschlüsse

Insgesamt offeriert der RX-A3040 acht HDMI-Eingänge, darunter ein Front-Eingang mit MHL-Support, außerdem zwei Ausgänge, die Zone 2/4 zugewiesen werden können. Alle Anschlüsse sind kompatibel mit der 4K/UltraHD-Auflösung und können diese mit bis zu 50 bzw. 60 Bildern pro Sekunde verarbeiten. Hinzu kommt ein 11.2 Kanal Vorverstärker-Ausgang sowie 8 Kanäle Multikanal-Input. An digitalen Audio-Eingängen stehen außerdem drei koaxiale und drei optische Eingänge zur Verfügung, auch an analogen Stereo Cinch-Eingängen herrscht keinesfalls Mangel.

Für eine kabelbasierte Netzwerkeinbindung ist ein Ethernet-Slot vorhanden. Allerdings kann der RX-A3040 auch, wie bereits erwähnt, per WLAN eingebunden werden. Selbst wenn kein WLAN-Router verwendet wird, kann man per Wireless Direct Musik vom Smartphone/Tablet streamen und die AV Controller-App nutzen.

Yamaha RX-A3040 Mikro

YPAO Einmess-Mikrofon

Bevor wir uns mit der graphischen Benutzeroberfläche von Yamaha näher befassen, nimmt YPAO für uns die Konfiguration und Einmessung unserer Lautsprecher vor. Dafür verwenden wir das mitgelieferte Mikrofon und das Mess-Dreieck für die Winkeleinmessung. Damit wird dann nicht nur eine Mehrpunkt-Einmessung an bis zu 8 Messpunkten ermöglicht, sondern auch Reflexionen des Raumes erfasst, die durch Anpassung der Audioparameter optimiert werden können.

Auch auf die DSP-Effekte nimmt die Einmessung Einfluss, um eine optimale Cinema DSP Klangwiedergabe zu realisieren. YPAO erkennt sämtliche Lautsprecher und liegt auch bei Abstand, Größe und Pegel meist absolut richtig. Ein besonderer Benefit des Yamaha-Systems ist, dass Dolby Atmos-Lautsprecher ebenfalls automatisch erkannt und zugeordnet werden – das gilt sowohl für in die Decke fest eingebaute Lautsprecher als auch Top-Firing-Module. Außerdem wartet YPAO mit weiteren Vorzügen auf, mit YPAO Volume z.B. wird die geringere Empfindsamkeit des menschlichen Ohres durch eine Anpassung einzelner Frequenzpegel ausgeglichen. Auch bei niedrigen Lautstärken kann man dann einen fesselnden „Blockbuster“ entsprechend genießen.

Den „Dialogue Lift“ und das „Dialogue Level Adjustment“ für exzellente Sprachverständlichkeit auch bei sehr komplexem akustischen Geschehen werden manche schon kennen, bei Yamahas Neuentwicklung sollen die Dialoge aber absolut zentral und mittig im Bild stehen und perfekte Verständlichkeit bieten. Außerdem gibt es neu „Extra Bass“, womit auch bei kompakten Lautsprechern eine kraftvolle Basswiedergabe möglich sein soll. Die Experten im Bereich DSP trumpfen beim RX-A3040 also wieder voll auf – mit Virtual CINEMA FRONT soll ein virtueller 7-Kanal Surround Sound mit hoher Qualität und Auflösung möglich sein. Die hinteren Schallwandler werden dabei vorne zwischen Front- und Center-Lautsprecher platziert. Mit CINEMA DSP HD3 kann mit zusätzlichen Front Height und Rear Height Lautsprechern die Klangkulisse in der Vertikalen erweitert werden. Aufgrund der langen Erfahrung von Yamaha mit sehr üppigen Lautsprecher-Konfigurationen, hoffen wir auf ein exzellentes Atmos-Erlebnis.

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Bekanntes On-Screen-Menü von Yamaha

Yamaha RX-A3040 Screenshot 2

Sowohl YPAO-Einmessung als auch manuelle Einrichtung ist möglich

Yamaha RX-A3040 Screenshot 4

Messung mithilfe des Mikrofonständers

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9.1 Konfiguration

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Pegel einstellen

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Abstand der Lautsprecher zur Hörposition

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Toneinstellungen

Yamaha RX-A3040 Screenshot 11

Netzwerk

Yamaha RX-A3040 Screenshot 13

Szene festlegen

Das eigentliche On-Screen-Menü bzw. die graphische Benutzeroberfläche des Yamaha überrascht niemanden mehr. Bereits seit einigen Modell-Generationen kommt es in dieser Form daher. Es ist zwar recht übersichtlich und nach kurzer Eingewöhnungszeit finden sich auch weniger versierte Anwender schnell zurecht, allerdings finden wir schon, dass man hier mal etwas frischen Wind vertragen könnte. Gerade, wenn ein UltraHD-Bildwiedergabegerät angeschlossen ist, lässt die optische Wirkung nach. Das Lautsprecher-Management ist problemlos durchschaubar und absolut verständlich. Man muss lediglich beachten, dass man, wenn man einen Pegelabgleich vornehmen möchte, den Testton vorher aktivieren muss.

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Yamah Webcontrol Startseite

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Eingang und Surround-Modus wählen (inkl. sämtlicher DSPs)

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Netzwerk-Einstellungen

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Backup & Recovery

Den gibt es, zumindest im Ansatz, durch Yamaha Webcontrol. Hier kann man zwar bei weitem nicht auf alle Funktionen zugreifen – das Lautsprecher-Management z.B. wäre wünschenswert -, einige Features aber lassen sich nutzen, so kann man den Eingang und den gewünschten Sound-Modus komfortabel auswählen etc. Zudem lässt sich das Steuerungsmenü in gewissem Rahmen indvidualisieren. Am besten aus allen Varianten gefällt uns die AV Controller App von Yamaha. Wer über mehrere, verschiedene Geräte verfügt, kann sich auch das Yamaha „AV APP NAVI“ mal ansehen – aus der App wird entsprechend dem jeweiligen Gerät automatisch die korrekte Steuerungsapp dazu geöffnet.

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Komponenten-Auswahl nach Start der App

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Startbildschirm mit Lautstärkeregelung, Sound-Modus- und Eingangswahl

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Zur Verfügung stehende DSPs

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Quelle wählen

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Einzelne Quellen können frei umbenannt werden

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Optionen

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Direktzugriff auf verschiedene Klangoptimierungen

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Weitere Systemeinstellungen

Die Yamaha AV Controller App ist eine sehr komfortable Möglichkeit, den RX-A3040 zu steuern. Startet man die Applikation, wird das Netzwerk automatisch nach vorhandenen Yamaha AV-Receivern durchsucht. Wählt man den RX-A3040 aus, kann man direkt die Quelle, den Surround-Dekodiermodus wählen und die Lautstärke regulieren. Auch der Zugriff auf Einstellungen wie Klangoptimierungen etc. ist möglich.

Yamaha AV Setup Guide 1

Yamaha AV Setup Guide iPad-App

Yamaha AV Setup Guide 2

Auswahl des Modells

Yamaha AV Setup Guide 3

Danach werden die entsprechenden Daten heruntergeladen

Yamaha AV Setup Guide 4

Startseite in Kombination mit dem RX-A3040

Yamaha AV Setup Guide 5

Übersicht über die vorhandenen Funktionen

Yamaha AV Setup Guide 6

Wie sieht die eigene Lautsprecher-Konfiguration aus?

Yamaha AV Setup Guide 7

Erfolgt der Anschluss via HDMI?

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Wird der TV-Ton über die Anlage wiedergegeben?

Yamaha AV Setup Guide 10

Wie viele und welche Geräte werden an den TV angeschlossen?

Yamaha AV Setup Guide 11

Auch hier die Frage nach der Anschlusswahl

Yamaha AV Setup Guide 12

Schritt- für Schritt-Anleitung

Yamaha AV Setup Guide 13

Präzise Beschreibung des Anschlusses von Lautsprechern

Yamaha AV Setup Guide 14

Die LS werden genau den Anschlüssen am AVR zugeordnet

Yamaha AV Setup Guide 16

Netzwerk-Anschluss

Yamaha AV Setup Guide 20

Starten des YPAO Einmess-Systems

Yamaha AV Setup Guide 21

Abschluss der Einrichtung

Zudem gibt es nun eine Installationshilfe als App, den „Yamaha AV Setup Guide“. Die Applikation ist allerdings nur für das iPad, und nicht für das iPhone, erhältlich. Zuerst wird dabei das Modell ausgewählt, die App lädt dann notwendige Informationen direkt auf das iPad. Unter „Anschluss-Hilfe“ wird man dann Schritt für Schritt durch die Konfiguration des Yamaha-Receivers geführt. Dazu gehören die Netzwerk-Einstellungen, das komplette Lautsprecher-Setup sowie der Anschluss an das Bildwiedergabegerät und weitere Audio-/Video-Komponenten. Der RX-A3040 wird dann lokalisiert und die Einstellungen übertragen. Wer schon mal einen AV-Receiver angeschlossen hat, sei es von Yamaha oder einem anderen Hersteller, der wird die App nicht unbedingt benötigen. Das Programm umfasst wirklich jeden notwendigen Punkt und erklärt diesen ausführlich. Komfortabel ist dann auch für absolut unerfahrene Nutzer ein korrekter Anschluss und eine frustfreie Inbetriebnahme des derart komplexen Gerätes möglich.

Multimedia & Klang

Yamaha RX-A3040 Screenshot 17

Vorhandene DLNA-Server im Netzwerk

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Streaming via DLNA

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Internet-Radio

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JUKE ist an Bord

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Der RX-A3040 bietet Spotify Connect

Nachdem wir nun ohnehin schon komplett „vernetzwerkt“ sind und mit dem AV-Receiver via LAN/WLAN kommunizieren, nehmen wir die Multimedia-Features direkt etwas genauer unter die Lupe. Durch mehrmaliges Drücken der „NET“-Taste auf der Fernbedienung schalten wir die verschiedenen Features wie DLNA-Streaming, AirPlay, Spotify, etc. einfach durch und wählen das gewünschte aus. Noch komfortabler gelingt dies mit der AV Controller App, bei der man direkt das jeweilige Medium auswählt.

Unter werden stehen sämtliche, im Netzwerk verfügbare, DLNA-Server aufgelistet und können nach kompatiblen Datei-Typen durchsucht werden. Dabei handelt es sich beim Yamaha AV-Receiver natürlich vorrangig um Musik-Dateien. Die Auswahl ist groß, denn der Yamaha spielt FLAC, ALAC, WAV und natürlich auch MP3- und AAC-Dateien ab. Lediglich DSD verweigert der RX-A3040. Hochauflösende Audio-Dateien stellen bis hin zu 192 kHz/24-Bit kein Problem dar.

Der Yamaha darf sich hier direkt im Stereo-Betrieb beweisen und arbeitet dabei mit den große ELAC „“ Frontlautsprechern zusammen. Bei einer hochqualitativen Aufnahme des HOFF Ensembles von 2L wird eine überragende Bühne geboten. Der Yamaha präsentiert ein geschlossenes und harmonisches Bühnenbild, das klar strukturiert und definiert ist. Kraftvoll tritt er untenrum auf. Seine neutralen Gene früherer Generationen sind ihm weitgehend erhalten geblieben, wenn er auch in den oberen Mitten und im Hochtonbereich ein wenig Wärme versprüht. Auch bei Mark Knopflers Neuveröffentlichung, die uns großzügigerweise von www.highresaudio.com zur Verfügung gestellt wurde, gibt sich der Yamaha keine Blöße. Lebendig und dynamisch wird aufgespielt, die Bass-Töne exzellent erfasst und harmonisch integriert. Sanft ziehen einen die Gitarrenklänge und die authentische Stimmcharakteristik bei „Heart of Oak“ in ihren Bann, komplexer wird es bei „Laughs and Jokes and Drinks and Smokes“, und auch hier fällt es dem Yamaha leicht, die einzelnen Instrumente sauber abzubilden, so dass eine Ortung auf der Stereobühne problemlos möglich ist. Wie bereits angedeutet, ist der Yamaha untenrum recht großzügig, bietet aber stets Struktur und arbeitet die einzelnen Ebenen im Tieffrequenzbereich sauber heraus. Ein Genuß bei „The Mark“ von Simon Viklund. Ohne Kompromisse liefert der Yamaha Power satt. Sowohl der Beginn mit dem ausladenden und breitflächig angelegten Tieftonfundament als auch die folgenden, staubtrockenen Bass-Schläge kommen mit Struktur und Wucht und bieten höchste Impulstreue. Auch als beide Ebenen zum Ganzen kulminieren, zeigt der RX-A3040 keine Schwäche sondern verbindet das Gesamtgeschehen zu einem mitreißenden Clubbing-Sound, der – sofern vorhanden – auf die Tanzfläche lädt.

Wer Yamaha-Geräte kennt und diese vielleicht aufgrund der zahlreichen und sehr hochwertigen DSP-Funktionen sehr schätzt, wird natürlich auch beim RX-A3040 fündig. Die exakt vermessenen Konzerthallen aus München und Wien sind natürlich an Bord, außerdem Amsterdam, Freiburg und eine Kirche in Royaumont. Zudem stehen viele weitere, mehr abstrakte Möglichkeiten zur Verfügung. Einzelne DSPs können zudem nochmal feinjustiert und den individuellen Wünschen bzw. dem Raum angepasst werden.

Eine besonders praktische Funktion, neben AirPlay, die der Yamaha bietet, ist Spotify Connect. So kann man den AV-Receiver direkt aus der Spotify App als Wiedergabegerät auswählen. Allerdings benötigt man hierzu einen Premium-Account, der für knapp 10 EUR im Monat erhältlich ist. Via AirPlay ist die Wiedergabe mit einem iOS-Gerät natürlich ebenfalls sehr komfortabel. Außerdem steht mit JUKE ein zusätzlicher, leistungsfähiger Musik-Streaming-Dienst zur Verfügung. NET Radio gibt Zugriff auf vTuner Internetradio.

Auch bei komprimierten Dateitypen liefert der Yamaha eine mehr als solide Performance im Musik-Stereobetrieb ab. „All We Are“ von Jonah erklingt mit exzellenter Räumlichkeit, zentraler und charakteristischer Stimme und einer insgesamt sehr transparenten und weiten Bühne. Besonders mit dem integrierten „Enhancer“, der auch bequem mit der App aktiviert werden kann, bietet der RX-A3040 ein dynamisches, lebendiges und geschlossenes Klangbild. Kraftvoll und deutlich wird das Schlagwerk umgesetzt, selbst das Klavier gefällt. Keines der Instrumente gerät zu stark in den Hintergrund oder wird von der Stimme übertönt. Trotz des komplexen Geschehens gegen Ende des Liedes liefert der AV-Receiver eine durchhörbare und problemlos differenzierbare Kulisse.

Wir entfernen uns jetzt aber von den Multimedia-Features und damit auch dem Stereo-Betrieb und widmen uns dem Multikanal-Sound, der eigentlichen Paradedisziplin eines modernen AV-Receivers. Ende 2014 wurde der RX-A3040 mit einem Update für die Dolby Atmos-Wiedergabe ausgestattet, in Kombination mit unserem ELAC-Set wollen wir auch das brandaktuelle Tonformat prüfen. Zunächst bleiben wir aber bei den verlustfrei komprimierten Tonformaten Dolby TrueHD und DTS-HD MA.

Den Anfang macht eine Konzertaufnahme der Farewell Tour der Eagles in Melbourne, die in DTS-HD MA vorliegt. DSPs bleiben aus und der Yamaha übernimmt die Dekodierung des Bitstreams in 5.1. Der Yamaha begeistert sogleich mit einer geschlossenen und breiten Bühne, die einen sofort in die erste Reihe vor die Altrocker transportiert. Prägnant und klar kommen bei „Heartache Tonight“ die Blechbläser raus. Sie gelingen mit präzise stimmender Schärfe, werden aber nie unangenehm oder gar bei höherem Pegel aggressiv. Bei „Life in the Fast Lane“ beobachten wir das Schlagwerk genauer und sind von der Präzision und Geschwindigkeit des RX-A3040 sehr positiv überrascht. Auf den Punkt kommen die schnellen Schlagzeug-Sequenzen, mit ordentlich Kraft und ausgeprägtem Volumen gelingen die Bass-Schläge. Überragend empfinden wir, wieviel Struktur der Yamaha AV-Receiver in das Bühnenbild imprägniert. Feine Details bleiben auch bei komplexen Geschehen erhalten und verleihen dem Gesamtgeschehen den nötigen Reiz. Auch bei hohen Geschwindigkeiten hat der AVR keinerlei Probleme und agiert dynamisch, impulstreu und mit hoher Lebendigkeit. Die kräftigen Tieftonelemente sorgen für keinerlei Dynamik-Probleme und kommen stets präzise und blitzschnell. Keinesfalls trägt der Yamaha zu dick auf, Bass-Fanatikern wird es aber ebenfalls an nichts mangeln – immer akkurat und pünktlich – aber voller Elan und Esprit.

Wir starten unser nächstes Sample, „Transformers – Age of Extinction“. Viele ahnen es schon, Dolby Atmos ist auf dieser Blu-ray Disc mit dabei. Zunächst aber wollen wir kurz die deutsche Synchronisation begutachten. Bereits hier kommt ein ausgezeichnetes Surround-Feeling auf. Aufgrund der zahlreichen technischen Effekte im 5.1-Mix fühlt man sich als Zuschauer schnell eingebunden und dank der dichten Atmosphäre, die der Yamaha bietet, angenehm umhüllt. Die startenden Mini-Drohnen und der Helikopter zu Beginn des dritten Kapitels können perfekt lokalisiert und in die Klangkulisse eingeordnet werden. Der Subwoofer ist sofort zur Stelle und wird auch im subsonischen Bereich sauber vom RX-A3040 angesteuert. Eine authentische und geschlossene Surround-Atmosphäre, die Lebendigkeit versprüht und die Filmkulisse stimmig unterstützt, ist bereits bei der nicht ganz so ausgeprägten Dynamik einer Dolby Digital-Tonspur gegeben. Die Atmos-Tonspur entwickelt dann noch eine zusätzliche vertikale Dimension und bietet insgesamt eine den Zuhörer noch kompletter umschließende Atmosphäre. Zugegeben, und das haben wir bereits anderweitig erwähnt, nach oben hin bietet Dolby Atmos noch deutlich mehr Potential, als bei Age of Extinction genutzt wird, allerdings liefert der Yamaha eine insgesamt deutlich mitreißendere Performance als bei der deutschen DD-Spur. Der gesamte Raum wirkt deutlich größer und weitläufiger, so dass man sich ins Kampfgeschehen zwischen Autobots und Menschen besser hineinversetzen kann. Zudem entwickelt der Subwoofer mehr Kraft und auch Feinheiten und Details in den Mitten und im Hochtonbereich wirken feiner ziseliert und ausgearbeitet. Der Yamaha zeigt in Kombination mit dem Dolby Atmos-Mix von Transformers Ansätze, wie das Kino zuhause zukünftig von den objektbasierten Abmischungen profitieren kann. Der Zuschauer fühlt sich noch mehr Teil des Geschehens und wird vom Sound wie vom Bild mitgenommen – und die nächsten Blu-rays mit Dolby Atmos, die vielleicht noch eine etwas fokussiertere Atmos-Abmischung aufweisen, stehen in den Startlöchern bzw. sind schon veröffentlicht.

Bei der Dolby Atmos Demonstration Disc wird das natürlich noch deutlicher, schließlich sind die einzelnen Trailer mit ihren Effekten spezifisch darauf ausgelegt, die Aufmerksamkeit auf die 3D-Umgebung der Klänge zu legen. Mit dem Yamaha ist dies kein Problem, man fühlt sich von vorne, hinten, seitlich und oben umhüllt und fühlt regelrecht die umschließende Atmosphäre. Seien es die eigentlichen Trailer oder die kurzen Film-Sequenzen, hier wird eine enorm einnehmende Surround-Atmosphäre geboten, die mit konventionell abgemischten Tonspuren, sei es verlustfrei komprimiertes Dolby TrueHD/DTS-HD MA oder Dolby Digital und DTS, schlichtweg nicht erreicht werden kann. Gerade bei den atmosphärischen Ausschnitten wie dem Napa Valley Time Lapse, wird man beim Zuschauen von der träumerischen Stimmung durch die Musik noch mehr eingefangen und verliert sich im offerierten Raum.

Video

Bei all den Klangtestreihen darf man die Video-Sektion nicht außer Acht lassen. Der Yamaha AVR skaliert niedrige Auflösungen via HDMI auf UltraHD hoch, ein entsprechendes Bildwiedergabegerät vorausgesetzt. Damit der Yamaha das zugespielte Signal auch hochskaliert, muss das in den Einstellungen festgelegt werden. Dazu startet man per Taste „On Screen“ die grafische Benutzeroberfläche und geht unter dem Punkt Setup auf Bild. Dort gibt es „Direkt“ oder „Verarbeitung“ zur Auswahl. Wählt man Direkt aus, wird eine unbearbeitete Weiterleitung des Quellsignals an das Bildwiedergabegerät sichergestellt. Unter Verarbeitung kann man dann die gewünschte Auflösung von 576p bis 4K und „Automatisch“ auswählen, außerdem das Seitenverhältnis.

Zudem gibt es den Punkt „Einstellung“, der als Video-Equalizer zu verstehen ist. Sechs Voreinstellungen lassen sich individuell justieren. Es stehen „Detailanreicherung“, „Randschärfe“, „Helligkeit“, „Kontrast“ und „Sättigung“ zur Verfügung. Spezifische vorgefertigte Bildmodi wie einen Kino- oder einen ISF-Modus gibt es nicht.

Zunächst sehen wir uns das Upscaling von hochwertigem 1080p-Material von Blu-ray an. Die 24p-Wiedergabe leitet der Yamaha korrekt an unser Panasonic Display weiter, der AVR kann aber auch 50 bzw. 60 Hz ausgeben. Leichtes 24p-Zittern ist noch zu sehen, davon abgesehen wird ein absolut ruhiges und angenehmes Bild geboten, dass mit authentischer, natürlicher Farbgebung unbearbeitet weitergereicht wird. Scaling-Artefakte sind nicht zu sehen und auch bei Bewegungen wird ein sauberes Bild geliefert. Der Schwarzwert ist satt und tief und auch beim Kontrast können wir keine negative Beeinflussung feststellen. Der leistungsfähige Chip sorgt für keine Probleme bei der Pixel-vervierfachung und garantiert ein artefaktefreies Bild. Selbst bei SD-Material gibt der Yamaha ein ausgezeichnetes Bild ab. Das Material der dritten Star Wars Episode von DVD wird sehr stabil und ruhig wiedergegeben. Bei der Laufschrift zu Beginn sind natürlich einige Treppenstufen zu sehen, die sich ab der hinteren Bildhälfte etwas verstärken, insgesamt aber wirkt das Bild sauber und scharf. Auch bei den Kampf-Szenen im Weltraum gibt sich der RX-A3040 keine Blöße und begeistert mit einem dynamischen und sehr angenehmem Bild, auch die Plastizität ist gut ausgeprägt. Natürlich fällt vereinzelt Bildrauschen auf, für die Skalierung von 576 Bildzeilen auf UltraHD wird hier eine top Performance geboten.

Konkurrenzvergleich

Was macht die Konkurrenz? Yamahas Flaggschiff ist wirklich fair kalkuliert und bewegt sich deutlich unterhalb der Top-Maschinen von Pioneer und Onkyo.  Onkyo TX-NR3030 und der Pioneer SC-LX88 sind die Speerspitzen, der RX-A304 0 ist deutlich günstiger! „Nur“ 2.099 EUR muss man für den Yamaha hinlegen – und erhält zwar nicht unbedingt identischen, aber ähnlichen Funktionsumfang. Vorteile haben sowohl der Pioneer als auch der Onkyo bei Anwendern, die auch DSD-Dateien über das Netzwerk streamen möchten, beim Yamaha begnügt man sich mit FLAC, WAV und ALAC. Der Pioneer bietet außerdem den asynchronen USB-Anschluss, um direkt einen PC anschließen zu können. Akustisch kann man die Komponenten nicht mehr so klar trennen, wie es noch bei früheren Generationen der Fall war. Der Yamaha ist zwar immer noch etwas neutraler ausgelegt als der Pioneer und besonders der Onkyo, insgesamt ist er aber ein wenig wärmer und spielfreudiger geworden. Ausreichend Leistung haben sie alle, der Pioneer kommt mit dem aussagekräftigsten Punch daher und der Onkyo bietet satte 11 Endstufen. Der Onkyo ist zudem mit vier Pre-Outs für aktive Subwoofer flexibler. Die Video-Sektion ist bei allen Geräten ausgezeichnet ausgefallen, der TX-NR3030 bietet sogar ISF-Modi. 

Der Yamaha konkurriert auch mit dem Marantz SR7009, der kompromisslose Decoder-Flexibilität auf seine Fahnenstangen geschrieben hat und, entsprechend aufpreispflichtiges Upgrade vorausgesetzt, sogar noch den gerade für Musikliebhaber interessanten Auro 3D-Tonstandard unterstützt – konkurrenzlos für den Preis von rund 1.750 EUR. Der Marantz SR7009 ist akustisch anders ausgelegt als der Yamaha, klingt etwas prägnanter und fordernder. Hier ist es eine Frage der persönlichen Präferenzen, welchen AVR man sich ins Haus holt. Verarbeitet sind beide Maschinen sehr gut, der Yamaha kann die sehr gute AV Setup Guide-App als Vorteil in die Waagschale werfen, da sie noch umfangreicher bei der Erstinstallation unterstützt als der ins GUI eingebaute Marantz-Erstinstallationsassistent. Dafür kann man den Marantz Assistenten eindach sofort und ohne zusätzliches Tablet nutzen, auch nicht schlecht. Punktevorteil Marantz – der SR7009 unterstützt DSD übers Netzwerk. Somit weisen beide AVRs eine Menge an handfesten Vorzügen aus, den DSD-Support gleicht der Yamaha durch die noch bessere Upconversion von Full HD-Material auf 4K aus – und natürlich durch die hervorragende DSP-Sektion sowie die noch höherwertigen D/A-Wandler, schließlich kostet der Yamaha auch ca. 350 EUR mehr. 

Von Pioneer gibt es für 1.599 EUR dann noch den Dolby Atmos 9.2 Mehrkanal-Receiver SC-LX58, der viel für sein Geld bietet und auch schon das fabelhafte MCACC Einmesssystem besitzt. Er klingt fürs Geld enorm kraftvoll und dynamisch, allerdings wirken die Menüs im Vergleich zu den Untermenüs z.B. für die Lautsprechereinstellungen beim RX-A3040 etwas angestaubt. Der Pioneer bringt dafür auch eine sehr gute App für die Steuerung (iControl AV5) und eine „AV Navigator App“ zur problemlosen Erstinstallation mit. Für den Aufpreis von 500 EUR klingt der RX-A3040 differenzierter, bietet eine konkurrenzlos gute DSP-Sektion und eine noch eine Idee kultiviertere Gesamtauslegung. 

Fazit

Yamaha RX-A3040 Front Seitlich3

Der Yamaha RX-A3040, wenn auch nicht unbedingt günstig, ist das „Schnäppchen“ unter den Dolby Atmos-Flaggschiffen der großen Hersteller. Dazu wartet er nicht nur mit hoher Betriebssicherheit sondern auch mit enormer Benutzerfreundlichkeit auf. Zugegeben, die graphische Benutzeroberfläche ist nicht mehr die jüngste, aber beim Einmessen legt er vor: Ob Decken-Lautsprecher oder Top-Firing-Module, ob Presence- oder Atmos-Lautsprecher, die Komponenten werden exakt erkannt und analysiert. Mit der jetzt erhältlichen AV Setup Guide-App ist die gesamte Einrichtung ein Kinderspiel. Akustisch spielt er in der obersten Liga locker mit, liefert eine geschlossene Klangkulisse mit exzellenter Räumlichkeit und atmosphärischer Dichte ab und ist sogar für audiophilen Stereo-Betrieb geeignet. Multimedial glänzt AirPlay, Spotify Connect, DLNA-Streaming und andere, exotischere Dienste. Andere bieten hier noch ein wenig mehr, Yamaha legt aber ein großzügiges Fundament. Die Videosektion ist exzellent und bietet sogar sechs Modi, die individualisiert werden können.

Mehr Informationen zu Dolby Atmos finden Sie im neuen eBook „Heimkino-Sound in 3D mit Dolby Atmos, DTS:X & Auro 3D: Die Surround-Systeme der neuen Generation“ welches bei amazon.de erhältlich ist.

Enorm leistungsfähiger Dolby Atmos AV-Receiver mit hervorragender Benutzerfreundlichkeit zum fairen Preis
referenz
AV-Receiver
20.03.2015

+ Integrierter Dolby Atmos-Support
+ Solide Material- und Verarbeitungsqualität
+ Hochwertiger Aufbau
+ Exzellente ESS Sabre32 Ultra D/A-Wandler
+ AirPlay und Spotify Connect sowie weitere Dienste
+ Einmess-System erkennt Atmos Decken- und Top-Firing-Lautsprecher
+ Ausgezeichnete Video-Sektion
+ Fairer Preis
+ AV Setup Guide für einfache Einrichtung

– Fernbedienung etwas einfacher ausgeführt als beim Vorgänger
– GUI könnte teilweise Modernisierung vertragen

 

Test: Philipp Kind
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 20.03.2015




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