TEST: JBL Go – ultrakompakter Bluetooth-Lautsprecher mit Freisprecheinrichtung für unter 30 EUR

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Ultrakompakte Bluetooth-Lautsprecher liegen nach wie vor im Trend – und für die Jugend sind sie besonders interessant. Man kann die Musik vom Smartphone oder vom Tablet überall wiedergeben, ganz gleich, wo man sich mit den Freunden trifft. Natürlich sollte der Bluetooth-Speaker ins Budget passen und nicht zu kostspielig sein. Mit exakt 29,99 EUR trifft der JBL Go, der in Blau, Grün, Pink, Schwarz, Orange, Grau, Rot und Gelb lieferbar ist, genau den Geschmack der eben umrissenen Klientel. Er bringt einen Akku (3,7 V 600 mAH Lithium-Ionen-Polymer) mit einer Laufzeit von bis zu 5 Stunden und einer Ladezeit von 1,5 Stunden mit und verfügt sogar über ein integriertes Mikrofon mit Geräuschunterdrückung. So gerüstet, kann man den JBL Go als Freisprecheinrichtung verwenden. In unseren Testreihen funktionierte dies sogar sehr gut, beide Gesprächsteilnehmer konnten sich einwandfrei verstehen, und die Rauschneigung ist erfreulich gering. Nur etwas Hall störte, insgesamt aber ist die Freisprecheinrichtung des günstigen JBL Go sogar besser als die in deutlich teureren Bluetooth-Lautsprechern. 

JBL Go_Anschluesse

3,5 mm Miniklinkenanschluss, Micro-USB-Terminal fürs Ladekabel

JBL Go_Bedienelemente

Bedienelemente: Standby-Schalter, Bluetooth-Kopplung, Lautstärkeregelung, Rufannahme

JBL Go_detail

Gute Verarbeitungs- und Materialqualität

Der Go verfügt über Bluetooth 4.1, also einer modernen Version, die beim Koppeln, welches schnell und zuverlässig funktioniert, nicht mehr so viel Energie verbraucht wie frühere BT-Versionen wie z.B. 2.1. Ein 40 mm Vollbereichstreiber ist installiert, die Leistung des Go beträgt 3 Watt. Nur 130 Gramm wiegend, findet der sauber verarbeitete Bluetooth-Aktivlautsprecher praktisch überall Platz. Er ist 68,3 mm hoch, 82,7 mm breit und 30,8 mm tief. Frequenzen zwischen 180 Hz und 20 kHz werden wiedergegeben. Das Design des Go ist schlicht, zeitlos und attraktiv, das leicht gummierte Gehäuse präsentiert sich als haptisch angenehm. Im Lieferumfang enthalten ist ein orangefarbenes USB-Ladekabel. Dank eines 3,5 mm Miniklinken-Audioeingangs kann der JBL Go auch mit älteren mobilen MP3-Playern ohne BT-Funktion zusammen verwendet werden. 

Klang

Eines sollte von vorneherein klar sein – von einem Bluetooth-Lautsprecher mit 30 EUR Kaufpreis dürften keine klanglichen Wunder erwartet werden. Ist man sich darüber im Klaren, kann man sich mit dem JBL Go sehr gut anfreunden, denn der Sound ist recht klar und lebendig. Aufgrund des kleinen Gehäusevolumens tut sich im Bassbereich nicht richtig viel, trotzdem sind Bässe durchaus wahrzunehmen. Für Preisklasse und kompakte Abmessungen schlägt sich der JBL Go auf jeden Fall wacker. Bei „Out Of The Blue“ von System F liefert der Go eine gute Vorstellung ab. Die Dynamik geht für einen kleinen BT-Speaker absolut in Ordnung, und der Beat wird ordentlich herausgearbeitet. Der Bass wird, wenn man mit dem Pegel übertreibt, etwas „hohl“, es kommt aber nicht zu größeren Verzerrungen. Recht sauber kann man den Aufbau des Trance-Tracks nachvollziehen. Wechsel im Rhythmus kommen erstaunlich impulstreu heraus. Bei DJ Quicksilvers “ I Have A Dream“ blamiert sich die kleine Box auch nicht wirklich, wenngleich sie hier mit dem recht harten Bass doch etwas überfordert ist. Hier heißt es, den Pegel zurückzunehmen. Die Vocals kommen prima heraus, auch herrscht um den JBL Go herum sogar so etwas wie Räumlichkeit vor. Für den Einsatz unterwegs, z.B. im Urlaub, eignet sich der kleine Go jedenfalls sehr gut. Das beweist auch die Wiedergabe des Trance-Klassikers „Outside World“ von Sunbeam in der Maydy-Originalversion aus den 90er Jahren. Der JBL Go schafft sogar so etwas wie Atmosphäre und  baut den Track von Beginn an gut auf. Hier ist sogar der Bassbereich ordentlich heraushörbar und bietet mehr Dynamik, als man dem kleinen Bluetooth-Lautsprecher eigentlich zutrauen würde. 

„License To Kill“ von Gladys Knight, bekannt als Titelsong des gleichnamigen 007-Films mit Timothy Dalton der Rolle des Doppelnullagenten, kommt überraschend gut heraus. Hier ist besonders die fundierte Stimmwiedergabe lobend zu erwähnen, auch die Trennung von Stimmen und Instrumenten funktioniert sehr gut. „Moonraker“ von Shirley Bassey gefällt uns ebenfalls richtig gut. Auch hier ist es die Stimmwiedergabe, die im Positiven überrascht, und der relativ frei aufspielende Hochtonbereich. Zwar ist der Bassbereich nicht absolut gelungen, doch das kann man bei einem so kompakten Bluetooth-Lautsprecher, wie schon mehrmals erwähnt, schlichtweg nicht erwarten. „Live And Let Die“ von Paul McCartney & Wings punktet mit der soliden Darstellung von Stimme und Piano direkt zu Beginn. Die verschiedenen Dynamiksprünge innerhalb des Songs kommen ordentlich heraus. Natürlich fehlt es an Verve, aber zaubern kann JBL bei einem knapp 30 EUR kostenden Produkt verständlicherweise auch nicht. 

„Sometimes“ von Erasure war in den 80er Jahren ein großer Hit. Das Flair dieses Songs präsentiert der JBL Go recht überzeugend. Für den 80er Jahre-Fan, der einen kleinen und zuverlässigen akustischen Begleiter für alle Lebenslagen sucht, eignet sich der JBL Go auf jeden Fall. Er punktet mit der klaren Stimmwiedergabe und der akkuraten Herausarbeitung des Synthesizer-Sounds. „Left To My Own Devices“ von den Pet Shop Boys entstammt grob der selben Ära – und auch dieser Song liegt dem JBL Go. Mit Schwung und guter Räumlichkeit macht er sich hier an die Wiedergabe und trifft den Rhythmus relativ sicher. Die vorderen akustischen Ebenen werden gekonnt voneinander getrennt, bei klanglichen Einzelheiten darf man natürlich keine optimale Betonung erwarten – hier ist die verbaute Technik einfach zu simpel. „Tarzan Boy“ von Baltimora gehörte zu den Italo Disco-Hits, die in ganz Europa zur Legende wurden. Grund genug, auch diesen Track mit dem JBL Go abzuspielen. Nach den sehr respektablen Ergebnissen der ersten beiden Klangbeispiele fügt sich der Dschungelkönig nahtlos in dieses akustische Gesamtbild ein. Gute Stimmwiedergabe, um den Lautsprecher herum eine wahrnehmbare Räumlichkeit und eine für eine solche Konstruktion lobenswerte Dynamik sind die Kennzeichen. 

Konkurrenzvergleich
  • Youga Berlin für 50 EUR:  Gut verarbeitet, schick und mit gutem Klang versehen, tritt der Youga Berlin an. Akustisch rechtfertigt er seinen Mehrpreis zum JBL Go aber nicht, im Gegenteil: Der Go entfaltet mehr Räumlichkeit und bietet insgesamt die bessere Dynamik. Zudem gefällt die sehr gute Freisprecheinrichtung des JBL-Speakers. 
  • Auna Rocketbox 2.0 für 45 EUR: Die Rocketbox mit Metallgehäuse und Display ist sehr gut ausgestattet und verfügt sogar über ein analoges Radio mit allerdings wenig ansprechenden Eigenschaften- Der Klang ist ordentlich, der Akku hält 5 bis 6 Stunden lang. Optisch gefällt die edle Rocketbox sehr gut. 
  • Grundig GSB 110 für 40 EUR:  Der solide verarbeitete und optisch ansprechende Grundig-Lautsprecher klingt sehr ausgewogen und bietet eine prima Räumlichkeit sowie wahrnehmbare Bässe. Insgesamt auf einem Level mit dem JBL Go, aber trotz günstigem Marktpreis 10 EUR teurer. Dafür entschädigen optische hochwertige Details. 
Fazit

JBL Go_2

Der JBL Go ist ein ultrakompakter, preiswerter und solide verarbeiteter Bluetooth-Lautsprecher, dem man nur wenig Negatives nachsagen kann. Sicherlich darf man keine überbordende Dynamik und massive Bassenergie erwarten, ebensowenig Höhenflüge hinsichtlich der gebotenen Detaillierung. Aber eine runde, gefällige und klare Wiedergabe wird gewährleistet, zudem ist die Freisprecheinrichtung sehr gut zu gebrauchen. Insgesamt eine ausgezeichnete Leistung für 30 EUR Kaufpreis. 

Sehr kompakt, klar klingend, solide und preiswert – der JBL Go trifft ins Schwarze
ausgezeichnet
Bluetooth-Lautsprecher Einstiegsklasse
Test 15. Dezember 2015

+ Klarer Klang
+ Stabile Bluetooth-Verbindung
+ In 8 Farben lieferbar
+ Gute Verarbeitung
+ Preiswert
+ Gute Freisprecheinrichtung
+ Bluetooth 4.1

– Kein aptX-Support

Test und Fotos: Carsten Rampacher
Datum: 15. Dezember 2015




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