TEST: 2017er 4K-HDR-TV Sony KD-65XE9305 – Referenz-Bild für 3.699 EUR?

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Für 3.699 EUR kommt der mit „Slim Backlight Drive+“ und Triluminos-Display ausgestattete KD-65XE9305 zum Kunden. Das sind 200 EUR mehr (bezogen auf den Listenpreis), als 2016 für den KD-65XD9305 aufgerufen wurden. Der Ultra HD HDR-LCD-TV mit Doppeltuner für DVB-T2/DVB-S2/DVB-C setzt auf Sonys erstmals vergangenes Jahr in der Top LCD-Serie ZD9 eingeführten 4K HDR Bild-Prozessor „X1 Extreme“. Der XE93 unterstützt derzeit die HDR-Standards HDR10 und Hybrid Log Gamma (HLG), der Support für Dolby Vision soll per Firmware-Update dazu kommen. Ein genauer Termin steht derzeit noch nicht fest. Slim Backlight Drive+ ist ein weiter entwickeltes Edge LED-Backlight, das einen sehr guten Detailkontrast mit einer äußerst flachen Bauform verbinden soll.

Zur Kontrastoptimierung des Bildes stehen eine dynamische Kontrastverbesserung, eine objektbasierte HDR-Überarbeitung für jedes Quellmaterial sowie X-tended Dynamic Range Pro für ein exzellentes Kontrastverhältnis zur Verfügung. Auch zur Verbesserung der Farbdarstellung setzt Sony beim XE93 zahlreiche Technologien ein. So die „Live Colour“ Technologie, ein besonders präzises Farb-Mapping, das „Super Bit Mapping 4K HDR“ und das Triluminos-Display in 2017er Spezifikation, das sich durch ein erweitertes darstellbares Farbspektrum auszeichnet. Als Frame Interpolation mit verschiedenen Programmen (z.B. Standard, Echtes Kino oder Klar, zudem kann der Anwender selber eingreifen) kommt Motion Flow XR 1000 zum Einsatz. Um die Bilddetails ansprechend hervorzuheben, greift der XE93 auf 4 X-Reality Pro zurück. 

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Android-Benutzeroberfläche

Wie schon seit zwei Jahren üblich, läuft auch der XE93 unter Android, in unserem Falle unter Android 6 „Marshmellow“. Wer sich einmal mit der Benutzeroberfläche vertraut gemacht hat, wird kaum noch Probleme während des Bedienprozesses haben. 

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Fernbedienung

Sony liefert, das hat sich gegenüber 2016 nicht geändert, eine Fernbedienung mit, deren klassisches Layout keine Bedien-Rätsel aufgibt. Die Remote ist tadellos verarbeitet, integriert ist auch ein Mikrofon für die Sprachsteuerung. Auf der Fernbedienung finden sich Direktzugriffstasten für Google Play und für Netflix. Die leicht gummierte Oberfläche der Vorderseite fasst sich angenehm an. Die Rückseite der Fernbedienung besteht aus Hartplastik mit griffiger Oberflächenstruktur. Der TV selbst beeindruckt durch seine enorm edle Optik.

Die Detailverarbeitung des sehr dünnen Rahmens kann bei unserem Testgerät aber nicht vollends überzeugen. Auch, dass die Rückseite komplett aus Kunststoff ist, füllt das Punkte-Konto des XE93 nicht weiter an. Gratis bekommt der Sony-Kunde ein Puzzle mitgeliefert – hinter diversen Abdeckungen befinden sich die Anschlüsse des Ultra HD-TVs. Sinnvoller wäre es vielleicht, die Anschlüsse zentral an einem Platz unter einer Abdeckung unterzubringen. Auch das Abnehmen und Anbringen der recht einfach verarbeiteten Abdeckungen erfordert etwas Geduld, da sich die Passungen als nicht perfekt erweisen. Übrigens, im Gegensatz zum 2016er Modell XD93 ist kein externes Netzteil mehr dabei, sondern das Netzteil befindet sich beim XE93 im Inneren des TV-Gerätes. 

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Rückseite geschlossen

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Rückseite offen

Sony-KD-65XE9305-Verarbeitung

Sehr dünner Rahmen, hinten mit zwei Alu-Balken. Die eigentliche Rückseite ist aus Kunststoff

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Standfuß in klassischer Optik, wie beim Top LCD-Modell ZD9

Der Sony bringt folgende Anschlüsse mit:

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2 x USB 2.0 seitlich, unten dann einmal USB 3.0. An der Seite 1 x HDMI plus Komponenten-Video, auch vorhanden: Optischer Digitalausgang

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LAN-Anschluss, Antennenanschlüsse für den Doppeltuner, 3 x HDMI, USB 3.0

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Bedienelemente an der Rückseite

Die Verarbeitung überzeugt nicht restlos, die Anschlussbestückung erweist sich als gut – wie sieht es mit der Erstinstallation des XE93 aus?

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Willkommensbildschirm mit Sprachwahl

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Sind schon andere Android-basierte Devices vorhanden, gestaltet sich die Einrichtung einfacher

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Auswahl des WLAN-Netzwerks

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Verbinden mit Google

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Wahl des Landes

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Festlegen der Kindersicherung

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Start des automatischen Sendersuchlaufs

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Auswahl des Satelliten-Tuner-Modus (DVB-S2)

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Sind für die Nutzung des Doppeltuners 2 getrennte Zuleitungen vorhanden?

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Anbieterliste

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Digitaler Satellitensuchlauf

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Übersicht nach der Suche
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Wo steht der TV?

Die Ersteinrichtung erweist sich, wie wir es mittlerweile von nahezu jedem Marken-TV gewohnt sind, als relativ komfortabel. Einbindung ins Heimnetzwerk sowie der automatische Sendersuchlauf funktionieren tadellos.

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Typische Google-Benutzeroberfläche

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Einstellungen Anzeige

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Bild-Einstellungen in der Übersicht. Die Bild-Modi Cinema Pro und Cinema Home sind besonders empfehlenswert

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Erweiterte Einstellungen

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Alles Relevante ist vorhanden

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Toneinstellungen

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Netzwerkkonfiguration: Einfach oder Experte

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Systemeinstellungen

Keine größeren Überraschungen gibt es beim Bediensystem. Der XE93 läuft unter Android 6.0, installiert sind überdies 16 GB Speicher. Die Kommunikation mit der Fernbedienung funktioniert sehr gut, wie schon beim letzten Jahrgang laufen Bedienprozesse aller Art flüssig ab. Abstürze im Betrieb sind bei unserem Testgerät nicht zu verzeichnen. Die Video-EQ-Einstellungen sind relativ umfangreich, THX- oder ISF-Bildmodi finden sich nicht. Das ist aber nicht weiter dramatisch, da der „Cinema Home“ Modus eine sehr ausgewogene Bildgüte realisiert. 

Immer noch praktisch – das „Action Menu“. Die entsprechende Taste auf der Fernbedienung schaltet einen Menü-Balken, im oberen Bereich des Screens sichtbar, frei, so kann man schnell zum Beispiel den Bild- oder Ton-Modus ändern oder auch den (allerdings ziemlich überflüssigen) Live-Fußballmodus verwenden. Ebenso ist es beispielsweise möglich, eine PVR-Aufnahme zu beginnen oder sich Tweets zur aktuell laufenden TV-Sendung anzusehen. 

Wer ein Android Smartphone oder Tablet sein Eigen nennt, kann sich über folgende Vernetzungs-Features freuen:

  • Bildschirmspiegelung (Miracast™)
  • Google™ Cast
  • Photo Sharing Plus
  • Video & TV SideView (iOS/Android)

Folgende Codecs unterstützt der XE93 bei der Wiedergabe über USB: 

  • MPEG1: MPEG1/ MPEG2PS: MPEG2/ MPEG2TS (HDV, AVCHD): MPEG2,AVC/ MP4 (XAVC S): AVC, MPEG4, HEVC/AVI: Xvid, MotionJpeg/ ASF(WMV): VC1/ MOV: AVC, MPEG4, MotionJpeg/MKV: Xvid, AVC, MPEG4, VP8.HEVC/ WEBM: VP8/ 3GPP: MPEG4, AVC/ MP3/ ASF(WMA)/ WAV/ MP4AAC/ FLAC/ JPEG

Eingebaut in den XE93 ist ein 3-Wege-Lautsprechersystem mit 60 Watt Gesamtleistung. Dolby Digital, Dolby Digital Plus sowie Dolby Pulse werden unterstützt, ebenso dts Digital Surround. Für bessere Akustik sorgt ClearAudio+, S-Force Front Surround kommt für virtuellen Surround-Sound zum Einsatz. 

Bild

Bei der Bildqualität lassen sich Unterschiede zur 2016er Generation ausfindig machen. Man muss allerdings der Fairness halber direkt hinzufügen, dass derjenige, der sich vergangenes Jahr einen neuen HDR-Ultra HD-TV gekauft hat, nun keinesfalls traurig sein muss – Differenzen finden sich nur im Detail, es lohnt, zumindest den ersten Eindrücken nach, nicht, einen guten 2016er Ultra HD-TV mit HDR in ein 2017er Gerät umzutauschen. 

Wir verwenden den Bildmodus „Cinema Home“ mit authentischer Farbgebung und betrachten das Bild in 720p beim „ARD Mittagsmagazin“. Das Bild überzeugt mit einer natürlichen Bildschärfe und geringer Rauschneigung, selbst dann, wenn man nur 1 Meter vom TV-Gerät entfernt sitzt. Die solide Bewegungswiedergabe und der insgesamt ausgezeichnete Bildstand sprechen ebenfalls für den Sony. Aber, Hand aufs Herz: Das hat schon bei den 2016er Modellen alles gut funktioniert. Nur die Rauschneigung des TV-Tuners scheint nochmals verringert worden zu sein.

Selbst Flächenrauschen kommt kaum vor. Scalingrauschen ebenfalls nicht – wie hochwertig das Upscaling auf die native Auflösung des XE93 ausfällt, zeigt auch die überragende Bildruhe bei Details im hochfrequenten Bereich. Die Einzelheiten kommen klar und deutlich heraus, und sie sind plastisch eingearbeitet. Muster, wie z.B. der Parkettboden der Frankfurter Börse, weisen eine gelungene Bildschärfe auf, nur selten tritt leichtes Rauschen bei Kameraschwenks auf. Dass nun 2017 der X1 Xtreme Bildprozessor aus dem ZD9 und nicht mehr der normale X1 Bildprozessor im XE93 seinen Dienst verrichtet, sieht man im etwas exakteren, noch etwas detailreicheren Upscaling. 

Wie sieht die Bildqualität bei Ultra HD Blu-rays mit HDR auf? Wir schauen ab Filmbeginn „The Legends Of Tarzan“ und verwenden den Bildmodus „Cinema Home“. Motion Flow als Frame Interpolation steht auf „echtes Kino“, „Reality Creation“ auf „automatisch“. Ein klener Wermutstropfen wird sichtbar, als die weiße Schrift vor schwarzem Hintergrund erscheint: Perfekt ist die Homogenität des Backlights nicht. Hier und da sind Hot Spots zu sehen. Im Vergleich zu früheren „Slim Backlight Drive“ Generationen zwar schon reduziert, aber noch erkennbar.

Als dann der Dschungel im Nebel und mit interessant gezeichnetem Himmel erscheint, beweist uns der Sony, dass er ein plastisches, vielschichtiges Bild präsentieren kann. Die langsamere Kamerafahrt über den Fluß im Kongo gelingt sehr gut, während der Kamerafahrt nimmt die Bildschärfe in den hinteren Bildebenen leicht ab. Nun kommen die Militärs, die auf steinigem Untergrund stehen. Als die Soldaten die Gewehre anlegen, kommen die Holz- und die Metallteile der Waffen sehr detailliert zur Geltung. Auch die Steine auf dem Boden, in zahlreichen Größen vorhanden, modelliert der XE93 akkurat heraus. 

Im 2. Kapitel dann wird London zu Beginn des 19. Jahrhunderts gezeigt. Mit erneut überzeugender Detailtreue arbeitet der XE93 Details an den Fassaden der Häuser heraus. Auch die Gesichter von Samuel L. Jackson und Alexander Skarsgard zeigen, wo die Stärken des Sony UHD-TVs liegen: In der scharfen, aber zugleich natürlichen Einarbeitung von Details. Als sich Tarzan an sein Leben im Dschungel erinnert, werden diese Erinnerungen vom XE93 mit enormem Kontrastumfang, auch im Detail, herausgearbeitet.

Der gigantische Gorilla hebt sich dreidimensional von der Flora im Hintergrund ab, ebenso scharf und exakt modelliert der TV die Szenerie heraus, als die Affenfamilie das Neugeborene betrachtet. Zurück in London. Kinder sitzen in einem Saal auf dem Fußboden, und als der Zuschauer einen ersten Blick in das Zimmer bekommt, fällt auf, wie plastisch auch in dieser Kameraeinstellung der Bildeindruck ist. Dieses hohe Maß an visueller Natürlichkeit haben wir schon 2016 gesehen, 2017 wurde es im Detail optimiert. Den hohen Kontrastumfang des HDR10 Materials der Ultra HD Blu-ray arbeitet der Sony exzellent heraus, er bietet eine sehr gute Spitzenhelligkeit, die aber nicht so aggressiv ist, dass es schon beinahe unangenehm sein könnte, über längere Zeit Bildinhalte zu betrachten. Ein natürliches, homogenes Bild ist daher offensichtlich festes Ziel des XE93, und dieses Ziel wird erreicht. 

Die „Mad Max – Fury Road“ Ultra HD Blu-ray ist schon fast ein Klassiker mittlerweile. 2016 war dieser Film einer der ersten, der in HDR10 Qualität auf Ultra HD Blu-ray erschien. Wir wollen nun überprüfen, was der Sony hier leistet. Mad Max steht mit seinem alten Ford Falcon  auf einer Anhöhe und blickt ins Land. Er erinnert sich, was in seiner Vergangenheit geschah. Die rötlichen Farbtöne werden glaubwürdig dargestellt, der steinige Unterboden kommt detailreich heraus. Max flüchtet nun vor den Warboys, die ihn aber nach kurzer Jagd stellen. Der XE93 offeriert wieder ein sehr vielschichtiges Bild, das ungemein plastisch bis in die hinterste Bildebene erscheint.

Das Innere der Zitadelle beweist, wie gut moderne HDR-TVs sind: Kontrastdifferenzen, auch wenn sie sehr fein sind, werden einwandfrei herausgearbeitet, und auch in dunklen Sequenzen sind fast alle Details erkennbar. Vorzüge zur Generation 2016? Etwas mehr Homogenität im Bild, etwas höhere Spitzenhelligkeit, Schwarzwert leicht verbessert – alles schön, und wer 2017 einen neuen TV braucht, kann sich über ein hervorragendes Bild freuen. Aber – wer den XD93 vergangenes Jahr kaufte, braucht 2017 nicht wieder einen neuen UHD-TV, dazu sind die Differenzen zu gering. 

Und was zaubert der XE93 aus dem 1.080p Material einer Blu-ray? Das vierte Kapitel von „Mission Impossible – Rogue Nation“ soll darüber Auskunft geben. Scharf wird die Rolltreppe an der U-Bahn-Station vor der Wiener Oper von oben abgebildet. Als dann Abends das Opernhaus zu sehen ist und der österreichische Bundeskanzler mit seinem Dienst-Maybach vorfährt, und im Blitzlichtgewitter der Pressefotografen steht, überzeugt uns der XE93 voll und ganz. Dank des hochwertigen Prozessors gelingt dem Sony ein erstklassiges Upscaling, selbst in dunklen Bildsequenzen hält sich Rauschen in Grenzen. Das prächtige Innere des Opernhauses mit den goldenen Verzierungen im Treppenhaus sowie die Mischpulte und Monitore im Kontrollraum untermauern, dass der Sony immer erfolgreich darum bemüht ist, alle visuellen Facetten bestmöglich herauszuarbeiten.

In den dunklen Sequenzen im Zuschauerraum und oberhalb der Bühne, als sich Ethan mit dem Killer beharkt, zeigen sich zwei Dinge: Zum einen, wie gut auch bei einem LCD-TV der Schwarzwert geworden ist, zum anderen, dass Sony das schon beim XD93 von 2016 sehr gut beherrschte. Der XD94 bietet minimal mehr Homogenität im Schwarz, aber absolut gesehen ist der Black Level nicht nochmals perfektioniert worden. Man merkt überdies, dass eine Blu-ray gegenüber einer Ultra HD Blu-ray mit HDR-Inhalt schon veraltet wirkt. Obwohl der XE93 auch bei konventionellem Material mit solidem Kontrast glänzen kann, bemerkt man sofort, dass ein deutlicher Unterschied zu sehen ist. Bis auf den „Cinema Pro“ Modus soll im Übrigen bei Sony stets ein spezieller Algorithmus („Object Based HDR Re-Master“) aktiv sein, der auch aus SDR-Inhalten ein Optimum herausholt. Das ist auch durchaus positiv zu bemerken, aber an natives HDR kommt die Bildgüte trotzdem nicht ganz heran. 

Klang

Der XE93 klingt gar nicht schlecht – wir haben bei „Rogue Nation“ den Modus „Kino“ ausprobiert und waren von der ordentlichen Räumlichkeit und vom tonal angenehmen Klang überrascht. Es können, dreht man den Lautstärkeregler auf, recht anständige Pegel erreicht werden – richtig „laut“ wird es aber nicht. Wer höhere Pegel wünscht, muss auf eine externe Soundbar setzen. Gut stellt der XE93 parallel stattfindende akustisch Ereignisse dar. Als sich Ethan mit dem Killer hoch über der Bühne prügelt und parallel eine emotionale Arie auf der Bühne stattfindet, differenziert der XE93 diese unterschiedlichen Klang-Ereignisse gut auseinander. Nun folgt die legendäre Arie „Nessun Dorma“, während es bei Hunt und seinem Gegner weiterhin rustikal zugeht. Schreie und Faustschläge stellen hier das Korsett der Handlung dar. Der Sony TV blamiert sich auch bei der Arie nicht, stellt die Stimme fokussiert sowie klar dar, gleichzeitig geht er voll beim Faustkampf mit. Auch Benjis Stimme, die plötzlich aufgeregt weitere Gangster am Lichtpult ausfindig gemacht hat, arbeitet der XE93 verlässlich ein. Somit leistet sich der Sony keinen akustischen Flop. „Clear Audio+“ kann zusätzlich aktiviert werden und sichert etwas mehr Detailtreue und Brillanz. In den „erweiterten Einstellungen“ beim Ton hat der XE93 eine Intensitätsregelung für den Raumklangeffekt und zudem einen grafischen EQ anzubieten. 125 Hz, 250 Hz, 500 Hz, 1 kHz, 2 kHz, 4 kHz sowie 8 kHz lauten die einzelnen Bänder. 

Konkurrenzvergleich

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  • Sony KD-65XD9305 von 2016: Der immer noch erstklassige XD93 wird im 65-Zoll-Format bei seriösen Händlern für knapp 2.800 EUR verkauft. Das sind 900 EUR weniger, als ein 2017er XE93 kostet. Hand aufs Herz: Wer auf noch mehr Detailtreue und eine etwas höhere Spitzenhelligkeit enormen Wert legt und bereit ist, dafür 900 EUR mehr in die Hand zu nehmen, kauft den neuen XE93. Alle anderen Anwender sind mit dem nach wie vor sehr guten und überdies auch zuverlässigen XD93 ebenso gut bedient. Der einzige Schwachpunkt des XD93, die „Halos“ des Backlights, konnten auch beim XE93 nicht komplett ausgemerzt werden, überdies ist der Schwarzwert des 2017er Modells nicht entschieden besser.

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  • Philips 65PUS7601: Philips hat nach langer Zeit zurück zu alter Stärke gefunden, das beweist gerade der 65PUS7601 sehr gut. Er legt weniger Wert auf maximale Spitzenhelligkeit („nur“ 700 Nit), dafür aber auf eine homogene Helligkeitsverteilung des Backlights. Kaum Hot Spots, dazu ein Top-Schwarzwert: Der Philips lässt sich nichts vormachen. Wer aber häufig HDR-Inhalte auch bei Tageslicht betrachten möchte, fährt mit dem XE93 mit höherer Maximalhelligkeit besser. Im abgedunkelten Raum kehrt sich das Bild dann um, hier zieht der Philips aufgrund weniger „Halos“ vorbei. Für den Philips sprechen auch die sehr gut abgestimmten speziellen Bildprogramme für HDR sowie für den, der es mag, Ambilight. Der Sony kontert mit noch schnelleren Reaktionen auf Bedienbefehle. Beide Fernbedienungen überzeugen, für die des Philips spricht, dass auf der Rückseite eine komplette Tastatur vorhanden ist. Der 65PUS7601 ist bereits für rund 2.600 EUR bei seriösen Anbietern erhältlich, das ist relativ wenig für die gebotene Qualität. 

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  • Panasonic TX-65DXW784 (2016er-Modell): Für rund 2.000 bis 2.200 EUR bei seriösen Anbietern zu haben, bietet der Panasonic mit Twin HD-Tuner plus TV>IP (Panasonic nennt dies „Quattro Tuner“) eine reichhaltige Ausstattung. Solide Leistungen in allen Disziplinen gibt es zum günstigen Preis. Das Bild ist angenehm, der XE93, auch deutlich teurer, rechtfertigt seinen Mehrpreis aber durch noch mehr Facettenreichtum in den hinteren Bildebenen und nochmals feinere Farbübergänge. 
Fazit

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Der Sony KD-65XE9305 begeistert im Testbetrieb durch sein sehr hochwertiges Upscaling sowie durch das enorm plastische und facettenreiche Bild, selbst auch dann, wenn man keine Ultra HD-Nativsignale, sondern 720p oder 1.080p Material zuführt. Das Panel rauscht ebenso wenig wie der talentierte Tuner, zudem ist der Schwarzwert ordentlich. Bedienen lässt sich der XE93 einfach, das Gerät war im Testbetrieb überdies ausgesprochen zuverlässig und leistete sich keine Betriebsstörung. Nicht perfekt ist die Detailverarbeitung (kleine Differenzen in den Spaltmaßen am Rahmen). Auch der billige, farblich unschön graue Kunststoff der TV-Rückseite gefällt nicht. Auf volle Zustimmung stößt die mitgelieferte Fernbedienung, die tadellos in der Hand liegt und sauber verarbeitet ist. Das Anschlussangebot ist gut, alle für die 4K Ära relevanten Merkmale unterstützen aber von den vier HDMI-Slots nur die Nummern 2 und 3. USB 3.0 ist vorhanden, zudem 2 x USB 2.0. Hier gibt es keinen Anlass zur Kritik. Gut auch, dass das Netzteil nach kurzem „externem Ausflug“ 2016 wieder intern untergebracht ist. Der Klang ist für einen Flatscreen tadellos. Problem des XE93 dürfte aber unter Umständen sein, dass das 2016er Modell XD93 damals so unverschämt gut geraten ist. Da der Preisunterschied zwischen dem brandneuen XE93 und dem aus 2016 stammenden XD93 beim 65-Zöller rund 900 EUR beträgt, dürfte das schon den ein oder anderen vor dem Kauf beschäftigen, da die Unterschiede hinsichtlich der Bildgüte marginal sind. 

Recht teurer, aber enorm leistungsstarker, sehr gut ausgestatteter Ultra HD-TV mit HDR10 und HLG-Support
ueberragend
65-Zoll LCD-Ultra HD/HDR-TV Oberklasse
Test 15. März 2017

Test: Carsten Rampacher
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 15. März 2017 




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