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H.265/HEVC wird neuer ITU-Video-Standard

27.01.2013 (Karsten Serck)

Die "International Telecommunication Union" (ITU) hat den neuen Video-Codec H.265 als neuen Video-Standard verabschiedet. Das "High Efficiency Video Coding" (HEVC) soll die erforderliche Bandbreite gegenüber dem heute gebräuchlichen H.264 bei gleichbleibender Qualität halbieren. Das ist vor allem für Anbieter von Video-Diensten interessant, die dadurch bares Geld sparen können. So wird auch der Einsatz von H.265 zunächst vor allem bei Online-Angeboten erwartet.

HEVC unterstützt Auflösungen bis 7680 x 4320 Pixeln und soll für UHDTV um die Technologie "Scalable Video Coding" erweitert werden, die durch eine Layer-Struktur die Möglichkeit bieten wird, einen Video-Stream anzubieten, der mehrere Auflösungen beinhaltet. Ausserdem wird auch noch an einer Erweiterung für 3D-Video gearbeitet.

Sollte es irgendwann einen neuen Blu-ray Disc-Standard für 4k-Video geben, hat H.265 gute Chancen, auch dort zum Einsatz zu kommen. Die Blu-ray Disc Association hat kürzlich bereits eine Arbeitsgruppe gegründet, die die Möglichkeiten für 4k-Video untersuchen soll.

Zum Einsatz beim klassischen Fernsehen ist auch eine DVB-Standardisierung erforderlich und da die hier die Zyklen wesentlich länger sind und Rücksicht auf heutiges Equipment für eine längere Übergangszeit einen Simulcast mit den alten und neuen Video-Codecs erfordert, wird beim Fernsehen in der Gesamtheit zunächst keine Bandbreite gespart. Pay TV-Anbieter, die ohnehin ihren Kunden nur eigene Hardware anbieten, haben es da wesentlich leichter – aber bei einem Wechsel auf neue Geräte auch hohe Kosten, die vielfach aber ohnehin durch monatliche Receiver-Mieten mehr oder weniger vom Kunden refinanziert werden.

Die langsame technische Entwicklung der Medienlandschaft in Deutschland bringt H.265 hierzulande auch als idealen Kandidaten für den Einsatz bei DVB-T2 ins Spiel. Derzeit ist allerdings noch nicht einmal klar, ob DVB-T2 in Deutschland überhaupt kommt, nachdem RTL bereits angekündigt hat, die DVB-T-Ausstrahlung in Deutschland komplett einzustellen.

Für eine effiziente HEVC-Wiedergabe sind grundsätzlich neue Hardware-Decoder-Chips für Wiedergabegeräte und GPUs für Computer und Smartphones/Tablets erforderlich, die bislang noch nicht auf dem Markt erhältlich sind. Mehrere Chiphersteller haben aber bereits Decoder- und Encoder-Chips für H.265 angekündigt, die voraussichtlich bis 2014 erhältlich sein werden.

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