XXL-PREVIEW: Canton Reference GS - High End-Lautsprecher für 50.000 EUR Paarpreis
Klang
Die Kette besteht aus hochwertiger Audionet Vorstufe (Pre G 3) plus passenden Audionet Monoblöcken (AMP). Fürs Streaming verwendet wurde ein Cambridge Audio Edge 150.

Unser Setup
Diana Krall, Desperado, aus dem Album „Wallflower“:
Hier tritt das 50.000 EUR-Boxenpaar ungemein kultiviert und sensibel auf. Natürlich muss man stets bedenken: Für den Preis gibt es, sogar in der heutigen Zeit noch, einen ordentlichen Neuwagen, Verbrenner sowieso, aber auch E-Fans können sich hier bedienen. Da muss die Reference GS schon eine außergewöhnliche Leistungbereitschaft zeigen, um diesen Preis zu rechtfertigen. Diese Mission gelingt allerdings durch das faszinierende Raumgefühl, das mit einer Leichtigkeit aufgebaut wird, die ihresgleichen sucht. Sehr fein werden alle unterschiedlichen musikalischen Ebenen durchzeichnet, und die Impulstreue ist grandios. Jede Facette in der Stimme von Diana ist exakt dort, wo sie sein soll, und direkt vor dem Zuhörer entsteht eine präzise definierte, enorm klar modellierte virtuelle Bühne.
Nessun Dorma, aus Puccinis Turandot, gesungen von Jonas Kaufmann:
Bei diesem legendären Stück tut sich die Canton Reference GS so leicht, als gäbe es nichts einfacheres. Jonas‘ Stimme steht frei im Raum, wer die Augen schließt, wähnt den Tenor direkt vor sich. Jede noch so kleine Vibration, jeder noch so feine oder auch noch so gewaltige dynamische Sprung wird sofort und vollumfänglich erfasst. Mit einer unglaublichen Liebe zum Detail, einer unglaublich nahtlosen, filigranen Einbindung ins akustische Gesamtgeschehen. Der Chor im Hintergrund agiert mit glasklaren, jedoch nicht unschön überscharfen Konturen, und die Präzision bei den Instrumenten ist ungemein hoch, sodass jedes einzelne Instrument praktisch alle denkbaren charismatischen Merkmale aufweist.
Phil Collins, I Wish It Would Rain Down
Mit einer extrem dichten räumlichen Wirkung und einem auf höchste Präzision sowie Nachdrücklichkeit getrimmten Bassbereich macht sich die Reference GS bei diesem Stück ans Werk. Der gesamte Dynamikumfang ist exzellent, und hier wird ein deutlicher Unterschied zu Lautsprecherpaaren der Preisliga 15.000 bis 30.000 EUR Paarpreis offensichtlich. Wer nie die Reference GS gehört hat, das möchten wir gar nicht verschweigen, wird auch z.B. mit der Canton Reference 1 K, mittlerweile abgelöst von der neuen Reference-Baureihe, nach wie vor extrem glücklich sein. Hat man aber, wie wir, das große Glück, diese Urgewalt von einer Lautsprecherbox live erleben zu können, dann fällt auf, wieviel mehr „live“ das Hörgefühl nun ist, wieviel fesselnder und intensiver. Phils Stimme gliedert sich überwältigend kraftvoll und ausdrucksstark ein, und der diamantklare, reine Hochtonbereich entfaltet zudem eine ungemein breite, dadurch sehr einhüllende Wirkung.
Nothing Else Matters, Jungle Cruise Version Part 1
Nur sehr kurz, aber dafür enorm eindrucksvoll gestaltet sich dieser Titel. Der ganze Facettenreichtum wird übertragen, und man hört Zwischentöne, die einem von anderen, selbst hochklassigen Boxen verschwiegen wurden. Sehr eindringlich, trotzdem nie überzogen, nähert sich der Titel dem Auditorium, mit aller räumlichen Intensität, die dazu gehört. Klar dürfte sein, dass man dieses Stück auch mit beträchtlichem Pegel hören kann, ohne dass auch nur minimale Einbußen bei akustischer Reinheit und tonaler Präzision zu befürchten sind. Der ganze Reigen kleiner musikalischer Details bleibt ebenfalls komplett erhalten.
007 Spectre, Titelsong “Writings On The Wall”
Und eine erneute Glanzleistung der Reference GS – es ist wieder diese Mischung aus absoluter Detailverliebtheit und extremer Grobdynamik, die hier einfach ein anderes Niveau, zu hören, eröffnet. Es ist ein präzise definiertes Feuerwerk an räumlich dichter Musikalität, das auch bei eher nüchternen Zeitgenossen plötzliche Emotionen weckt, und selbst der vermeintliche „Buchhalter-Typ“ bekommt hier eine Gänsehaut. Die vokale Präsenz des Sängers ist allgegenwärtig, die enorme vokale Breite seiner Darbietung erfüllt den gesamten Hörraum und hüllt die Zuhörerschaft in einer Art und Weise an, dass man kaum glauben mag, dass „nur“ ein 2.0 Setup arbeitet.
Universal Nation, Push
Die legendäre Trance-Hymne „ersparen“ wir auch den edlen Reference GS nicht. Und es wäre, wie sich schnell herausstellt, auch zutiefst schade gewesen, diesen Track, der den Redakteur an seine bewegte Jugend erinnert, nicht gehört zu haben. Mit einer unglaublichen Wucht, gepaart mit einer Präzision auf absolutem Referenzniveau, schiebt die Reference GS hier voran. Das, was diese Box auszeichnet, macht sich ein weiteres Mal bemerkbar: Kraft, massiv, aber immer bis in den letzten Winkel exakt, kultiviert, und mit einer Räumlichkeit versehen, die einfach keine Wünsche mehr offen lässt. Alle elektronischen Effekte verteilen die beiden Luxus-Schallwandler mit traumwandlerischer Sicherheit im Hörraum, wohl dosiert, immer mit einer Plastizität, die dem, der solche Schallwandler noch nie gehört hat, die Augen oder besser die Ohren öffnet: Der Klang steht dreidimensional im Raum, und man hat das Gefühl, ihn „anfassen“ zu können.
Erstes Fazit

Die Canton Reference GS ist eine echte Bereicherung des Marktes überdurchschnittlich hochwertiger Schallwandler - das liegt nicht nur an der edlen, unverwechselbaren optischen Erscheinung, sondern auch an den zahlreichen innovativen Lösungen im Sinne eines über alle Maßen fesselnden, reinen Klangs. Souverän, und das bei praktisch jedem Pegel, fein abgestimmt bis in die letzte musikalische Einzelheit, mit einer so dichten Räumlichkeit, dass man sich immer wieder verdutzt die Augen reibt: Die Canton Reference GS hat ein unglaubliches Charisma, ist eine akustische Autorität, die dieser zugegebenermaßen auch von normalen Maßstäben weit entrückten Preisklasse absolut angemessen ist.
Preview: Carsten Rampacher
Fotos: Carsten Rampacher
Grafiken/Innenleben: Canton
Datum: 14. Dezember 2023
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