TEST: Nubert Standlautsprecher nuBoxx B-60 - Pegelmeister mit hervorragender Gesamtdynamik

Über 25 Jahre stand der Name nuBox für das große Hörerlebnis zum fairen Preis beim schwäbischen Lautsprecherspezialisten Nubert. Mit der neuen nuBoxx-Baureihe blicken die Schwaben in die Zukunft - mit veränderter Optik und optimierter Technik.

Die nuBoxx-Baureihe umfasst neben dem Wandlautsprecher nuBoxx BF-10 den Regallautsprecher nuBoxx B-30, den Kompaktlautsprecher B-40, den Centerlautsprecher nuBoxx B-50 (Test), die beiden Standlautsprecher B-60 und B-70 sowie die nuBoxx Soundbar AS-425 max

Für diesen Einzeltest haben wir den kleineren Standlautsprecher, die nuBoxx B-60 in der Ausführung Graphit erhalten. Zudem sind die Lautsprecher noch in der eisgrauen Variante erhältlich. Beide Ausführungen kosten 488 EUR pro Stück, was einem Paarpreis von 976 EUR entspricht. Somit tritt die nuBoxx B-60 in der hart  umkämpften 1.000 EUR-Liga (bezogen auf den Paarpreis) an. 

Frontansicht mit Lautsprecherabdeckung

Der kompakte 2,5-Wege Standlautsprecher in Bassreflexbauweise ist vom Designaspekt her zeitlos gestaltet. Die nuBoxx B-60 besitzt ein MDF-Gehäuse mit präzise berechneten Innenverstrebungen, die nicht nur die Stabilität erhöhen, sondern gleichzeitig Resonanzen reduzieren sollen. Die aufgesetzte Schallwand ist, wie bereits zuvor erwähnt, wahlweise in Graphit oder Eisgrau seidenmatt lackiert, der Gehäusekorpus ist mit einer Dekorfolie in Schwarz oder Weiß veredelt. Als optischer Hingucker ist der Sockel unter dem Lautsprecher zudem in der Farbvariante der Schallwand lackiert. Die Folierung des Gehäuses ist sehr sauber aufgebracht, gerade in der Anbetracht der Preisklasse. Die Lackierung der Schallwand ist zudem tadellos aufgetragen.

Die Gesamtabmessungen der Schallwandler betragen 88,2 cm in der Höhe, 22,2 cm in der Breite inklusive Standfusssockel (17 cm ohne Sockel) 29,6 cm in der Tiefe. Eine nuBoxx B-60 bringt stolze 18,3 kg auf die Waage und die Schallwandler haben, gemäß Garantiebestimmungen, 5 Jahre Garantie. 

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Frontansicht ohne Abdeckung 

Um die Lautsprecherchassis vor Umgebungseinflüssen zu schützen, besitzen die Nubert Schallwandler Lautsprecherabdeckungen, die aus Holz gefertigt sind und mit einem grau meliertem Akustikstoff bespannt sind. Besonders erfreulich ist, dass die Abdeckgitter am Lautsprecher durch Magneten angebracht werden und dadurch sind keine störenden Löcher in der Schallwand nötig.

Nimmt man man die stylische Frontabdeckung ab, kommen die beiden 150-Millimeter-Tiefmitteltönern mit B2-Technologie sowie der nuOva B 26-Millimeter-Hochtöner zum Vorschein. Der nuOva Hochtöner besitzt eine Hochtonkalotte aus Seidengewebe. Ein mehrschichtig bedämpftes Rückkammervolumen hinter dem Schwingsystem ist für einen besonders harmonischen Frequenzübergang zum Tiefmitteltöner verantwortlich. Die Frontplatte mit Wide-Dispersion-Schallführung ist für die Abstrahlcharakteristik und die Feinzeichnung des Superhochtonbereichs oberhalb von 7 Kilohertz optimiert. Die beiden 150-Millimeter-Tiefmitteltöner mit Polypropylenmembran setzen auf einen reaktionsschnellen und starken Magnetantrieb. 

Der 26 mm messende nuOva B Hochtöner im Detail

Um auch mittelgroße Räume nachdrücklich beschallen zu können, besitzt die Nubert nuBoxx B-60 einen Nennbelastbarkeit von 220 Watt. Der Frequenzgang reicht von 35 - 24000 Hz (-3 dB) beziehungsweise von 31 Hz - 28000 Hz (-6 dB). 

Einer der beiden 150 mm großen Tiefmitteltöner im Detail

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Die Lautsprecherabdeckung wird magnetisch fixiert

Die Rückseite der nuBoxx B-60

In diesem Abschnitt möchten wir die Rückseite der Schallwandler etwas genauer ansehen. Die Rückseite ist wie die Seitenwangen mit schwarzer Folie beschichtet. Im unteren Teil der nuBoxx B-60 befindet sich das aufgesetzte und aus schwarzem Kunststoff gefertigte Bassreflexrohr. 

Das aufgesetzte Bassreflexrohr im Detail

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Unter dem Bassreflexrohr befinden sich die Anschlussterminals. Die in der Einsteigerklasse selten genutzte Bi-Wiring-Terminal wurden durch zwei hochwertige angewinkelte Schraubanschlüsse ersetzt und geben auch Bananensteckern einen sicheren Halt.

Aufgesetzte Schallwand und schwarze Folierung im Detail

Lackierter Standfusssockel

Für die nötige Standhaftigkeit auch bei härteren Basseinsätzen sorgt im Untergeschoß der nuBoxx B-60 ein rechteckiger Standsockel, der auf Gummifüssen ruht.

nuBoxx B-60 Schriftzug auf der Rückseite

Klang

Nachdem wir die optischen und technische Vorzüge uns der neuen Lautsprecher genauer angesehen haben, möchten wir in diesem Abschnitt nun feststellen, ob die nuBoxx B-60 auch unseren klanglichen Erwartungen entspricht. Wir haben die Nubert Lautsprecher einigen Stunden mit dem Audiolab 6000 A Play einspielen lassen und durften dabei feststellen, dass diese Kombo sehr gut zusammenpasst.  

Wir beginnen unsere Klangtestreihen sofort anspruchsvoll und spielen der nuBoxx B-60 den Titel "Keith Don't Go" von Nils Lofgren in der Live-Version zu - und schon der Beifall der Zuhörer kommt plastisch und klar heraus. Zu Beginn des Stück steht ein Akustikgitarren-Solo, welches die Nubert Schallwandler inklusive dem Zupfen an den Saiten überragend wiedergeben - klar und detailreich, und mit einer sehr gut nachvollziehbaren dynamischen Wirkung. Das Wechseln der Gitarrensaiten ist wahrnehmbar, als Nils dann auf seine Gitarre klopft, gefällt uns die direkte, ausgeprägte Natürlichkeit des Lautsprechers sehr gut. Ebenfalls punkten kann die sehr gute Wiedergabe der Vocals. Die Wiedergabe von Nils' Stimme hat den von uns erwarteten tadellosen Wiedererkennungswert und die nuBoxx B-60 bieten uns ein großes und breites Bühnenbild im Hörraum, ohne die Stimme aus dem Fokus zu rücken.

Weiter geht es mit "Nothing Else Matters" produziert und in die Geschichte eingegangen von Metallica. Anlässlich des 30. Jubiläum von Metallicas legendären, "The Black Album" genannten Longplayer, ist im September "The Metallica Blacklist erschienen" und ist eine Sammlung von 53 Coverversionen bekannter Künstler*innen. Wir haben uns für die Version des US-amerikanischen Singer/Songwriters und Gitarristen Chris Stapleton entschieden, der zudem gleich fünffacher Grammy-Preisträger ist. Der Titel startet mit einem Gitarrensolo, welches auf uns einen glaubwürdigen und akkurat gestaffelten Eindruck macht. Auch als der aus Kentucky stammenden Country-Sänger mit seiner charakteristischen Stimme in das Stück eingreift, sind wir begeistert von der sehr homogenen und facettenreichen Gesamtwiedergabe, für einen Schallwandler dieser Preisklasse hervorragend. Im Vergleich zu früheren nuBox-Standlautsprechern bemerken wir die höhere Detaillierung und die nochmals besseren Übergänge zwischen den einzelnen Teilen des Frequenzspektrums. Gerade der nahtlose Übergang vom Hochtonbereich in den Mitteltonbereich sticht heraus. Den sehr speziellen Gesang des Künstlers können die Schallwandler tadellos in den Hörraum abgeben. Natürlich geht da nochmals mehr, das ist uns und auch Nubert voll bewusst. Dann aber muss man sich hinsichtlich der Preisklasse höher orientieren, im Nubert-Universum stehen die Standlautsprecher der nuLine- und der nuVero-Serien bereit. Zurück zur nuBoxx B-60. Die beiden Tiefmitteltöner unterstützten den Mittel- sowie den Tieftonbereich hervorragend, tragen aber auch nicht zu dick auf, sodass man immer von einem sauber ausbalancierten Klangbild sprechen kann. 

Bevor wir das Genre wechseln, möchten wir wissen, wie die Nubert Lautsprecher sich bei "I Will Remember" von Toto schlagen. Der Titel ist nicht gerade einfach für einen Lautsprecher, da dieser gespickt mit Effekten sowie Instrumenten ist und facettenreich dargestellt werden muss, damit die Wirkung auch entfaltet werden kann. Der Titel beginnt mit einem Schlagzeugsolo und nach ein paar Sekunden erklingt der Chor der Sänger nebst instrumentaler Begleitung. Dies alles geben die nuBoxx B-60 mit sehr guter Räumlichkeit, tadellosen vokalen Konturen und Nachdruck bei den Drums wieder. Als dann der eigentliche Gesang einsetzt, sind wir begeistert, dass die Feinfühligkeit der Stimmen nicht unter dem Bass der Drums leidet. Auch die Hochtonwiedergabe empfinden als sehr gelungen und wirkt zu keinster Zeit aggressiv oder metallisch. Die schon zuvor geschilderte Ausgewogenheit der nuBoxx B-60 findet hier ihre Fortsetzung. 

Beim nächsten Track hält der Ausnahme-DJ Tiesto Einzug in den Hörraum. Wir haben uns für den Titel "The Motto" entschieden. Der Titel mit Ava Max zusammen aufgenommen und startet mit einer Gesangseinlage von Ava, die auf uns einen authentischen Eindruck macht: Wie schon zuvor festgestellt, sind Körper und Kontur der Stimme gut ausgeprägt und deutlich über dem Niveau der Preisklasse. Auch die verwendeten Synthesizer nehmen wir als glaubwürdig und realistisch wahr. Erstaunt sind wir, als der Titel an Fahrt aufnimmt uns die harten Kickbässe sprichwörtlich "um die Ohren fliegen". Dabei wirkt der Bass aber nicht unstrukturiert, sondern wird von den beiden Tiefmitteltönern sauber und präzise in den Hörraum transportiert. Bezüglich Detailarbeit und Räumlichkeit können wir gute bis sehr gute Zensuren vergeben. Hier liefern die beiden nuBoxxen ebenfalls eine Performance ab, die über dem Klassendurchschnitt liegt. 

Wir bleiben bei den momentan angesagten Titeln und machen weiter mit "Tell It To My Heart" von Meduza feat. Hozier. Dieser Titel startet dynamisch mit Gesang und Synthesizer-Passagen. Diese beiden akustischen Merkmale zeichnen die beiden Lautsprecher tadellos ab und als der der Bass dann einsetzt, bleiben der Mitteltonbereich absolut klar sowie konturenreich und auch der Gesang wird nicht "verwässert" - trotz des wuchtigen Basses. Das zeichnet die nuBoxx B-60 ohne Zweifel aus, sie treten unglaublich vehement bei der Wiedergabe tiefer Frequenzen an, ohne aber die Stimmwiedergabe negativ zu beeinflussen.  

Jetzt folgt "Habit" von Laurell, allerdings im Remix von Alle Farben. Hier ist wieder absolut krass, was an Pegel und Bassgewalt geht. Die nuBoxx B-60 schiebt mit einer Vehemenz voran, die wir dem doch eher schlanken kleinen Standlautsprecher niemals zugetraut hätten. Lebendig, klar und gut auf den Punkt erfolgt auch die Stimmwiedergabe. Die Räumlichkeit ist sehr gut, setzt bei diesem Track in der Preisliga keine neuen Maßstäbe.

Abschließen möchten wir unsere Klangtestreihen mit "A Little Bit Off" von Five Finger Death Punch. Die zu Beginn des Stücks verwendete Gitarre kommt mit einer authentischen Klarheit heraus, die uns erstaunt - das ist zweifelsohne Top-Niveau. Auch der sehr prägnante Gesang von Ivan Moody wird mit der nötigen Rauigkeit und Präsenz dargeboten, ohne dabei aber überladen zu wirken. Als der Titel dann an Gesamtdynamik zulegt, bleiben die schwäbischen Schallwandler absolut gelassen und wir müssen aufpassen, dass wir den Lautstärkeregler nicht zu weit aufdrehen. Erst bei richtigen massiven Pegeln ist ein Clipping der Lautsprecher wahrnehmbar. Hier bleibt sich Nubert den firmeneigenen Tugenden komplett treu, und die nuBoxx B-60 beeindruckt durch Basskraft, Dynamik und Pegelfestigkeit. 

Konkurrenzvergleich

  • Mission LX-6 MKII : Eine der größten Überraschungen der letzten Test-Session - solide verarbeitet, optisch attraktiv, klanglich stark. Die Mission LX-6 MKII begegnet der nuBoxx B-60 komplett auf Augenhöhe und ist zudem günstiger. 

  • Dali Oberon 7: Optisch anders, und akustisch auf enorme Ausgewogenheit bedacht: So präsentiert sich die Dali Oberon 7. Der attraktive Fuß, auf dem die solide verarbeitete und in zahlreichen Gehäusefarben lieferbare Box ruht, ist der  Eyecatcher. 

  • Cambridge Audio SX-80: Preiswert und gut, so könnte man die Performance der SX-80 zusammenfassen. Klar, die Nubert nuBoxx B-60 ist deutlich pefelfester, spielt noch dynamischer und kräftiger auf. Aber für den schmalen Kaufpreis verdient sich die SX-80 auf jeden Fall eine Empfehlung. 
Fazit

Die Nubert nuBoxx B-60 ist zwar eine Neuentwicklung, bleibt klassischen Nubert-Tugenden aber im besten Sinne treu und erweitert diese noch. Die exzellente Pegelfestigkeit, der nachdrückliche, zugleich präzise Bass und die authentische Stimmwiedergabe sind zu loben. Die hervorragende Gesamtdynamik und das tadellose Auflösungsvermögen über den gesamten Frequenzbereich ebenfalls. Die nuBoxx B-60 sieht zeitlos-schlicht aus und fügt sich harmonisch in viele Wohnumgebungen ein.

Die Nubert nuBoxx B-60 begeistert mit enormer Pegelfestigkeit, toller Dynamik und kraftvoller Gesamtwiedergabe

Standlautsprecher bis 1.000 EUR Paarpreis
Test 10. Januar 2022

Test: Sven Wunderlich
Fotos: Sven Wunderlich
Redaktion: Carsten Rampacher 
Datum: 10. Januar 2022

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