TEST: Audiolab 6000A MKII - brandneuer Vollverstärker mit extrem hochwertiger Technik zum sehr fairen Kurs
Klangwertung

Netzwerk-Streamer Cambridge Audio CXN

Unsere Canton Vento 90 3-Wege Referenz-Schallwandler
In diesem Abschnitt unseres Reviews möchten wir nun genauer auf die klanglichen Eigenschaften des Audiolab 6000A MKII eingehen. Für die Zuspielung und Umsetzung unserer digitalen Audiosignale haben wir uns für den Cambridge Audio Netzwerkplayer CXN100 entschieden und nach einigen Hörversuchen ist die Wahl der Ausgabeorgane auf die Canton Vento 90 gefallen.
Wir starten unsere Klangwertung mit "Darker Still" von Parkway Drive. Los geht der Titel mit Pfeifen sowie mit einer Akustikgitarre, und die beiden akustischen Elemente präsentiert das Audiolab-Device sehr präzise sowie detailreich. Als nach wenigen Momenten Winston McCall, Frontmann der Band, zum Mikrofon greift, und mit seinem sehr tiefen und von der Stimmauslegung her außergewöhnlichen Gesang startet, sind wir absolut begeistert, wie der 6000A MKII die Stimmefarbe klar und luftig diese umsetzt. Das Zusammenspiel der unterschiedlichen musikalischen Elemente meistert der Vollverstärker mit Bravour. Die facettenreichen Gitarren werden grandios eingearbeitet, ohne dabei den sehr fordernden Gesang zu vernachlässigen. Überzeugt hat uns der sehr satte und trockene Bass, den der Audiolab 6000A MKII aus diesem eher langsameren Track herausholen kann, immer mit Substanz, immer exakt, aber nie übertrieben. Selbst das im Titel verwendete Streichinstrument kommt mit akkuraten Konturen zur Geltung. Als der Titel dann an Fahrt aufnimmt, gelingt weiterhin eine aussagekräftige Gesamtwiedergabe. Die aggressiv gespielten E-Gitarren können aber bei höherem Pegel etwas fordernd wirken, und als McCall förmlich ins Mikrofon brüllt, ermöglicht der 6000A MKII weiterhin eine sehr gute Differenzierung, und die Vocals bleiben in vollem Umfang erhalten.
Als nächstes akustisches Beispiel haben wir uns für die Coverversion von "Dust in The Wind" von Corey Taylor, Bad Omens und Aaron Gilhuis entschieden. Am Anfang des Songs steht eine Akustikgitarre, die grandios, weil sehr einprägsam und tadellos gestaffelt, vom Audiolab dargestellt wird. Selbst die im Hintergrund agierenden klassischen Instrumente, die noch nicht voll in Aktion treten, aber bereits präsent sind, können wir ausgezeichnet wahrnehmen. Als diese dann in den Vordergrund treten, liefert der 6000A MKII eine hervorragende Abstimmung und Detaillierung ab. Die mehrstimmigen Vocals werden ebenfalls mit allzeit sehr gut erkennbarer Struktur dargeboten. Punkten kann ebenfalls die Darbietung des klassischen Orchester mit Bläsern, Streichern sowie Violinen. Das Schlagen des eingesetzten Beckens wird mit dem nötigen Bassfundament dargestellt und dadurch gelingt einer komplette und glaubwürdige Gesamtwiedergabe.
Nicht einfacher für das Audiolab Device wird es beim nächsten Titel. Wir starten die Wiedergabe von "I Believe in You (Je crois en toi)" von Il Divo feat. Céline Dion. Die zu Beginn des Titels erklingenden Querflöten des Orchesters werden so feinfühlig und zugleich klar präsentiert, wie man es von einem Verstärker unterhalb der 1.000 EUR-Liga nicht erwartet hätte. Nach wenigen Momenten folgen weitere akustische Elemente, auch Vocals, und wir sind begeistert, mit wieviel Sensibilität und Aussagekraft alles umgesetzt wird. Der Wechsel der Stimmfarben der unterschiedlichen Protagonisten klappt hervorragend. Als dann Céline Dion mit ihrem sehr prägnanten Gesang mit in den Track einsteigt, werden unterschiedlichen vokalen Elemente präzise abgestuft und herausgearbeitet. Bei höheren Pegel kann allerdings der mehrstimmige Operngesang etwas fordernd wirken.
Weiter geht es in unserer Klangwertung mit "Turn So Cold" von der US-amerikanischen Rockband Drowning Pool. Der Titel beginnt mit einer aggressiven E-Gitarre, die fetzig und sauber auf den Punkt getroffen herauskommt. Nach wenigen Augenblicken legt Ryan McCombs, Sänger der Band, mit seinem feinfühligen und mystischen Gesang los. Auch hier gibt sich der 6000A keine Blöße und liefert eine ausgezeichnete Stimmwiedergabe, die sich sehr gut von unseren Schallwandlern lösen kann. Plötzlich erlebt der Titel einen deutlichen Dynamiksprung, inklusive mehrstimmigen Gesang, harten Drums und aggressiven E-Gitarren. Hier gelingt ebenfalls eine hervorragende Differenzierung der verschiedenen musikalischen Elemente. Bei höheren Lautstärkepegeln wird die Gesamtwiedergabe etwas fordernd und ein klare Differenzierung klappt gelingt nicht mehr in vollem Umfang - aber wir sprechen hier nicht über ein sündhaft teures Luxus-Device, sondern über einen Vollverstärker, der deutlich unter 1.000 EUR kostet, das muss man stets bedenken. Und fürs investierte Geld agiert der 6000A MKII herausragend.
Abschließen möchten wir unsere Klangwertung mit einem KREAM-Remix von Chris Isaaks Klassiker "Wicked Game". Der Titel beginnt mit einer elektronischen verzerrten Damenstimme sowie harten Kickbässen. Die Vocals werden facettenreich und zugleich luftig vom Audiolab umgesetzt, und die Stimme sich löst sich hervorragend von den uns eingesetzen Canton Vento 90. Dadurch einsteht ein in sich stimmiges Stereo-Bühnenbild. Erstaunt sind wir vom 6000A allerdings bei der Umsetzung der harten, schnellen Kickbässe - und wir notieren eine überragende Leistung: Die Bässe besitzen ein kraftvolles Fundament und sind gleichzeitig staubtrocken. Der Handshake zwischen fordernden Frauenstimme, Synthziser Effekten und dem harten Bassfeuerwerk gelingt hervorragend.
Konkurrenzvergleich

- ARCAM RADIA A5: Der Radia A5 Stereovollstärker ist für eine unverbindliche Preisempfehlung von 849 EUR und stellt den Einstieg in die Arcam Radia-Serie dar. Er setzt auf Class AB-Endstufen mit 2 x 50 Watt an 8 Ohm. Auf der Ausstattungsliste des A5 steht auch ein Bluetooth-Modul, das die Version 5.2 inklusive Qualcomm aptX Adaptive-Technologie unterstützt. Der Vollverstärker kann ebenfalls mit Bluetooth-Kopfhörern kommunizieren. Für tadellose Präzision bei der D/A-Wandlung sorgt der ESS ES9018 DAC, allerdings ist der im 6000A MK2 verbaute D/A-Wandler noch hochwertiger. Wie bei allen Arcam-Vollverstärkern legen die britischen Ingenieure auch beim A5 besonderes Augenmerk auf die eingebaute Phonostufe. Für externe Zuspieler verfügt der Radia A5 über drei analoge Audioeingänge sowie weitere Digitaleingänge, in Form von optisch sowie Cinch. In unserer Klangwertung überzeugte das ARCAM Device mit einem sehr lebendigen und pegelfesten Klang, der Audiolab tritt allerdings noch etwas entschlossener und dynamischer auf.

- Cambridge Audio CXA81 MKII: Für einen Kaufpreis von 1.199 EUR ist der Cambridge Audio-Stereovollverstärker CNA81 MkII ausschließlich in der von uns getesteten Farbvariante im Fachhandel oder im Onlineshop des Herstellers erhältlich. Als perfekter Zuspielpartner eignet sich der Streamer CXN100 oder der CXC CD-Player von Cambridge Audio. Im Inneren des CXA81 Mk II arbeiten Verstärker in einer klassischen Class-AB-Schaltung. In Kombination mit dem üppig dimensionierten Ringkerntrafo und dem audiophilen inneren Aufbau realisiert der Stereo-Vollverstärker 80 Watt Dauerleistung pro Kanal. Zudem wurden im CXA81 MkII über DACs vom Typ ESS ES9018K2M SABRE32 DAC verbaut. Bei der Designsprache des Stereovollverstärkers gehen die englischen Audiospezialisten keinerlei Kompromisse ein und setzen auf ein Design mit hohem Wiedererkennunswert. Der CXA81 MK2 besitzt ein Metallgehäuse mit schwarz-matter Beschichtung und das Frontpanel in Metalloptik ist im Farbton "Lunar Grey" gestaltet. In unserer Klangwertung punktete der englische Vollverstärker mit einer hervorragenden Räumlichkeit und einer ausgezeichneten Stimmwiedergabe, gerade bei mittleren Pegeln. Ebenso bot der CXA81 MkII ein sattes Bassfundament, dass nie überladen oder überzogen wirkte. Durch seine eher nüchterne Auslegung wurde bei höheren Pegeln und kritischen Stimmcharakteren die Hochtonwiedergabe leicht fordernd, wie wir es stellenweise auch beim 6000A MKII festgestellt haben.

- Denon PMA-1700NE: Für rund 1.399 EUR und damit deutlich unter der ehemaligen unverbindlichen Preisempfehlung von 1.799 EUR gibt es den sehr hochwertig aufgebauten Denon-Vollverstärker. Er offeriert ebenfalls exakt arbeitende D/A-Wandler und eine sehr hpchwertige MM/MC-Phono-Stufe. Gleich 2 Transformatoren sorgen für eine stets vorhandene Stromlieferfähigkeit, die ELKOs sind ebenfalsl großzügig dimensioniert und fangen so plötzliche dynamische Spitzen ab. Mit 140 Watt an 4 Ohm erweist sich der PAM-1700NE aus rechr kräftig und eignet sich auch für den größeren Hörraum. Denons hausintern entwickeltes Advanced AL32-Processing optimiert Audiomaterial bis hoch auf 384 kHz/32-Bit, zudem ist ein USB-DAX an Bord. Ein HDMI-Slot fehlt, dafür aber finden sich besonders hochwertige Lautsprecherkabel-/Bananenstecker-Anschlüsse auf der Rückseite. Klanglich agiert der Denon kultiviert und detailliert, für unseren Geschmack allerdings etwas nüchtern.

- Yamaha R-N800A: Für 1.099 EUR gibt es hier ein tolles Gerät, das kein reiner Vollverstärker, sondern ein Stereo-Receiver mit Netzwerkfunktionalität (MusicCast) und DAB+/FM-Tuner ist. Natürlich fehlen auch WLAN und Bluetooth nicht, während HDMI erst dem nächsthöheren Modell (R-N1000A) gegönnt wird. Die wirklich effektiv arbeitende Raumeinmessung YPAO ist jedoch auch beim R-N800A schon vorhanden und bietet einen echten Mehrwert. Der Yamaha kombiniert optisch geschickt Retro-Flair mit modernen Elementen (wie dem kleinen OLED-Display) und ist, was die Ausstattung angeht, wirklich ein "guter Fang". Klanglich spsielt er klar und realostisch auf, der Audiolab 6000A MKII tritt aber für unseren Geschmack noch leistungsbereiter und kraftvoller auf - letzten Endes aber wie immer auch eine Frage des persönlichen Geschmacks.
Fazit

Optisch kaum gegenüber dem Vorgänger verändert, wurde der Audiolab 6000A MKI technisch weiter aufgerüstet. Für seinen sehr fair kalkulierten Kaufpreis von 899 EUR offeriert das vom Design her durchaus individuell auftretende Gerät hervorragende Ausstattungsmerkmale. Zu diesen gehören sehr präzise agierende D/A-Konverter, die auch innerhalb der "Wandler-Hierarchie" im renommierten Hause ESS zu den besonders guten Optionen zählen. Auch das Bluetooth-Modul mit aptX-HD und die HDMI-ARC-Schnittstelle maximinieren den Gebrauchswert des flachen Vollverstärkers. Er kann durch die Pre-Outs auf der Rückseite zudem auch als Vorverstärker verwendet werden. Leider gibt es keinen dedizierten Subwoofer-Ausgang. Die Leistungswerte von 2 x 50 Watt an 8 Ohm und 2 x 75 Watt an 4 Ohm lesen sich wenig beeindruckend, und man sieht einmal mehr, wie weit Theorie und Praxis voneinander entfernt sein können: In unserem Testraum entpuppt sich der Audiolab 6000A MKII als äußerst kräftiger, dynamisch aufspielender Spaßbringer, der erst bei sehr hohem Pegel und entsprechendem Material etwas harsch klingt. Er bietet einen sauberen räumlichen Aufbau und ein enormes Detaillierungsvermögen über den gesamten Frequenzbereich. Wie bereits die Vorgängergeneration, schafft es auch der 6000A MKII, in seiner Preisklasse ganz vorne mitzuspielen.
Audiolab baut mit dem 6000A MKII einen kraftvollen, hochwertig aufgebauten und sehr gut ausgestatteten Vollverstärker

Vollverstärker bis 1.000 EUR
Test 04. April 2025
Test: Sven Wunderlich, Carsten Rampacher
Bilder: Sven Wunderlich
Datum: 04. April 2025
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Tags: Audiolab • IAD • Stereo-Vollverstärker • Vollverstärker






