PREVIEW: dCS Lina DAC X - D/A-Wandler, Vorverstärker und Streamer der Luxusklasse

Display und Menü

Dcs Lina Dac X 3 (1)

Display auf der Frontblende

Unter dem eigentlichen Display sind vier Touch-Buttons vorhanden. Man kann über Touch-Buttons, wenn man den Home Screen vor sich hat, auf vier Shortcuts zugreifen. Ist man im Menü des Gerätes, ist der erste Touch-Button (von links nach rechts) dafür da, um innerhalb des Menüs ein Level hochzugehen oder um das Menü zu verlassen. Der zweite Touch-Button nutzt man innerhalb des Menüs, um zur vorherigen Seite zu wechseln. Der dritte Touch-Button wird innerhalb des Menüs verwendet, um zur nächsten Seite des Menüs zu blättern, und der vierte Touch-Button dient dazu, einen Menüpunkt auszuwählen oder um eine Einstellung zu ändern. Zwischen den Touch-Buttons, unterhalb angebracht, ist die Power-Taste. Drückt man ihn kurz, kommt man in den Sleep Mode, um das Gerät komplett auszuschalten, wird das Bedienelement gedrückt und gehalten. 

Menü auf dem Display

Hier sieht man das Menü auf dem Display: Links der Pfeil steht für ein Level nach oben, mit den beiden anderen Peilen geht man im Menü vor oder zurück, das rechte Symbol steht für Enter/Auswahl bestätigen. 

Was kann man im Menü einstellen? Unter "Source" wird die Quelle ausgewählt. Die Note steht für "Processing" und damit für den nächsten Haupt-Menüpunkt. Hier kann man zunächst beim Hören über Kopfhörer (bei zusätzlicher Verwendung des dCS Lina Kopfhörerverstärkers) die Crossfeed-Funktionalität einstellen. Crossfeed ist generell dazu gedacht, um ein intensiveres Stereo-Hörerlebnis mit mehr Räumlichkeit beim Hören über Kopfhörer bereitzustellen. Dazu werden Teile des rechten Kanals in den linken Kanal gemischt und umgekehrt. Spezielle Filter und Verzögerungen werden fürs Erreichen eines besseren Stereo-Effekts angewendet. Hier bietet der dCS Lina DAC die Optionen Off, Crossfeed, Expanse 1 und Expanse 2 (die Expanse-Modi sind von dCS entwickelte, patentierte Crossfeed-Algorithmen). Als nächstes kann man den gewünschten Filter (Filter 1 bis Filter 4 und Filter M1, genau auf jeweilige Musikstile oder Samplingraten sowie MQA-Files zugeschnittene Filter mit speziellen Eigenschaften, hier sucht man den Filter aus, der am besten zum Quellmaterial passt) bestimmen.

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Für DSD gibt es dann folgende eigene Filter (DSD F1 bis DSD F5 mit jeweils unterschiedlicher Charakteristik bezüglich Bandweite und dem Out-Of-The-Band-Rauschen). Anschließend folgt das DSD-Upsampling (DXD/Standard-PCM-Oversamplung-Prozess, DSD/ein zusätzlicher DSD Upsampling-Schritt wird vor dem Ende des PCM-Oversampling-Prozesses eingefügt, DSDx2/DSDx2-Upscampling-Step) sowie der Mapper (M1 bis M3) Der Mapper-Modus kontrolliert, wie Daten bezüglich des Ring DAC-Kerns präsentiert werden. M1 als neues, voreingestelltes Mapper-Layout steuert den Ring DAC Core entweder mit 5,644 oder mit 6,14 MHz an. Mapper 2 ist das klassische dCS Mapper-Design, verwendet bei der ersten Version von dCS-Produkten. Dieses Design steuert den Ring DAC Core mit 2,822 oder 3,07 MHz an. Das alternative Mapper-Design verbirgt sich hinter der 3, hier wird der Rong DAC Core ebenfalls mit 5,644 oder mit 6,14 MHz angesteuert.  Gehen wir weiter im Menü, hier kommt jetzt die Phase (In Phase oder Inverted) und die Einstellung der Balance.

Hinterm Zahnrad verbergen sich die "Device Settings" des Menüs. Hier sind vorhanden: Volume Lock (Locked/Unlocked), Sync Mode (W Auto, Audio, Master, W/C 1, W/C 2), Dual AES (Off, On, Auto), USB Class (Class 1/Class 2), Buffer (On/Off), Line Output (0,2 V, 0,6 V, 2 V, 6V), Textgröße im Menü (small/large), Display (On/Off), Display-Helligkeit (Brightness, 1 bis 15), IR Control (dCS Remote, Remote disabled), Sprache (Englisch oder Chinesisch, kein Deutsch), Factory Reset und der Punkt Test (Channel Check, Burn in) sowie "Information". 

Möchte man die drei Shotcuts verwenden, muss man zunächst wissen, wie sie ab Werk belegt sind: Eingangswechsel, Crossfeed umschalten (On/Off), sowie der Wechsel des Crossfeed-Modus. Wenn die Volume Control entsichert wird, ist die Belegung die folgende: Eingangswahlwechsel, Lautstärkeeinstellung, Mute/Unmute (für AES, SPDIF, USB2) beziehungsweise Play/Pause (für Netzwerk/USB 1). 

Um die Shortcuts selbst belegen zu können, wird die Menü-Taste im Haupt-Screen berührt und gehalten. Drei weiße, quadratische Reset-Symbole tauchen auf dem Display auf. Der Button für den Shortcut, der gewechselt werden soll, wird berührt, um eine andere an den Shortcut gekoppelte Aktion festzulegen. Der Pfeil nach oben wird gedrückt, um die Änderungen zu speichern.

Insgesamt bietet der dCS Lina DAC X viele professionelle Einstelmöglichkeiten. Um diese sinnvoll nutzen zu können, ist es ratsam, sich mit den jeweiligen zugrunde liegenden Thematiken genau auseinander zu setzen. Als Nicht-Experte lässt man am besten zunächst die Werks-Voreinstellungen aktiv.

Fernbedienung
Dcs Lina Dac X Remote

Fernbedienung, Vorderseite

Dcs Lina Dac X Remote Back

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Fernbedienung, Rückseite

Die mitgelieferte, kompakte und hervorragend verarbeitete Aluminium-Fernbedienung verfügt, von oben nach unten, über folgende Bedienelemente: ganz oben Power/zum Anschalten des dCS Lina DAC X, anschließend folgen links die Quellwahl- und die Stummschalttaste (Mute), und rechts daneben die Regler zum Erhöhen oder Absenken der Lautstärke. Drückt man die Taste "Menu", wird das Hauptmenü des Gerätes geöffnet. Mit den Pfeiltasten kann man sich durchs Menü navigieren, ähnlich wie mit den Touch-Buttons unterm Gerätedisplay. Mit der "Exit"-Taste verlässt man das Menü, und mit der Enter-Taste wählt man die gewünschte Menü-Option aus. es folgt das Bedienelement für Play und Pause, wiederum darunter sind die Knöpfe für den Titelsprung vorwärts oder rückwärts. Die beiden Tasten, über denen eine Note zu sehen ist, schalten das Setting der beiden mittleren zugewiesenen Touch-Buttons um. Ganz unten sind die Bedienelente "Phase" sowie "Filter" zum Umschalten der Filter. Leider vermissen wir eine Beleuchtung - dann wäre die Handhabung nochmals besser. 

Die dCS Mosaic App

Die dCS Mosaic App ist schlicht gehalten und lässt sich komfortabel handhaben. Sie ist allerdings nur in englischer Sprache verfügbar.

Hauptmenü der App

Wahl der Quelle

Audio-Detaileinstellungen auch für die Takt-Sychronisierung und die Aktivierung des dualen AES-Modi (wie weiter oben beschrieben)

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Informationen zum laufenden Material

Mittels der dCS App kann man auch zahlreiche, tiefergehende Audio-Einstellungen justieren. Zudem kann auf sämtliche Quellen zugegriffen werden, und die App zeigt genau die Audio-Eigenschaften des gerade anliegenden Signals. 

Equipment

 

Dcs Lina Dac X Setup 1

Unser Setup

Klang

Titel:

  • Nothing Else Matters/Jungle Cruise, Metallica & John Newton Howard
  • Ain‘t No Sunshine/Eva Cassidy: 
  • The Look Of Love, Diana Krall
  • Kings & Queens, Fritz Kalkbrenner
  • Resonance, Boris Blank
  • Imperial March, John Williams

Hauptmerkmal des dCS Lina DAC X ist der auergewöhnlich akkurat gestufte, feinfühlige Klang, der sich besonders dadurch auszeichnet, dass auch jede kleinste dynamische Bewegung im Titel exakt dargestellt wird. Mit deutlichen Dynamiksprüngen wie bei „Nothing Else Matters“ gibt es keine Probleme, das Direkte, Unmittelbare kommt exzellent heraus. Aber auch der verhaltener Anfang des Titels wird mit enormer Sorgfalt präsentiert. So schafft es der dCS Lina DAC X, den enormen dynamischen Umfang des Titels praktisch komplett abzubilden. Wenn man einen nochmals leistunfgsfähigeren Verstärker einsetzt, wird das Hörerlebnis vermutlich nochmals umfassender, der Lina DAC X ist so gut, dass hier hinsichtlich des restlichen Equipments kaum Grenzen nach oben gesetzt sind - und das, obwohl der Lina DAC X innerhalb des Portfolios von dCS dem Einstiegssegment zuzuordnen ist.

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Das Piano bei „Ain‘t no Sunshine“ ertönt außergewöhnlich sauber, die Temperatur wird präzise getroffen. Und natürlich ist die Anschlagdynamik der Tasten hervorragend eingebunden. Evas Stimme zeigt genau die Präsenz, die sich der äußerst anspruchsvolle Hörer wünscht, und auch die kleinen vokalen Einzelheiten stellt unser Testkandidat mit viel Geschick dar. Es ist dieses abnormal hohe Maß an akustischer Kultur, an messerscharfer, aber nie aufdringlicher Präzision, das den Lina DAC X ausmacht. Man ist als Zuhörer so fasziniert, dass man beginnt, wirklich genau hinzuhören und auf alles zu achten. 

„The Look of Love“ entwickelt, wie auch schon die Titel zuvor, eine enorme atmosphärische Dynamik und Dichte. Die spezielle Stimmfarbe Dianas wird wunderbar getroffen. Kleine stimmtypische Charakteristika, die man sonst nur selten vernimmt, weil sie selbst in sehr guten Ketten unterschlagen werden, kommen plötzlich zum Vorschein – ebenso wie beim Titel zuvor. Das Klavier wird auch bei diesem Beispiel wieder famos präsentiert: So schlüssig, so genau und so nachvollziehbar natürlich, dass es eine große Freude ist, zuzuhören.

Erste Klasse ist auch die Darstellung von „Kings & Queens“: mit Substanz und einer sehr gut herausgestellten Stimme. Der Bassbereich trifft genau den richtigen Punkt, und jedes Element ist im virtuellen Raum genau an der richtigen Stelle. Natürlich weist dieser Track nicht so komplexe Strukturen und akustische Ebenen auf. Trotzdem beeindruckt uns, was auch aus diesem Quellmaterial geholt wird. Konturen sind besser wahrnehmbar, die Abbildung im Gesamten wird präzisiert und die räumliche Ausbreitung erfolgt absolut gleichmäßig und kontrolliert.

Das gesamte tonale Gefüge und jeder kleine akustische Effekt bei „Resonance“ kommen sehr klar definiert heraus. Mit viel Dynamik, aber zugleich mit einem hohen Maß an Klangkultur erfolgt hier die Präsentation. Immer genau ausbalanciert, sehr direkt und mit breiter, jedoch präziser Räumlichkeit - es ist verblüffend, dass wir "nur" in Stereo hören, aber uns trotzdem von Klang umgeben fühlen. Das Ganze wirkt immer im höchsten Maße authentisch, nie erscheint der Klang künstlich oder "aufgeblasen".

Extrem beeindruckend ist der ikonische „Imperial March“. Klar, dass diese Kette hier ein akustisches Feuerwerk abbrennt. Ungemein reich an exakt definierten Konturen, zugleich extrem kraftvoll. Das Mächtige, Bedrohliche des Imperiums kommt hier sehr deutlich heraus. Das ist ein Titel, der all das, was der dCS Lina DAC X kann, ziemlich genau auf den Punkt bringt: Mit jeder Art von Dynamik extrem souverän umzugehen, einen bis in die hinterste Ebene exakt definierten virtuellen Raum zu generieren, und die Tonalität so homogen und so stimmig wie möglich auszugestalten. 

Erstes Fazit

Dcs Lina Dac X 3 (1)

Der dCS Lina DAC X ist ein ausgesprochen luxuriöses Gerät, das als Vorverstärker, D/A-Wandler und Streamer verwendet werden kann. Die möglichen akustischen Leistungen sind kompromisslos exzellent. Hier wird aus jedem von uns angehörten Musikstück praktisch alles herausgeholt und homogen & stimmig wiedergegeben. Die Detailierung ist auf höchstem Niveau, ebenso beeindruckt uns die Räumlichkeit. Jedes akustische Element ist im Raum präzise zu orten und wird mit höchster Impulstreue eingearbeitet. Die Ausstattung des dCS Lina DAC X ist sehr umfangreich, und auch sehr versierte, erfahrene Anwender werden damit glücklich. Dass Verarbeitung und Materialqualität des von Hand gefertigten Devices auch absolut erstklassig sind, vervollständigt unsere Eindrücke. 

Preview und Fotos: Carsten Rampacher
Datum: 24. Dezember 2025

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