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TEST: Yamaha Musiksystem Restio ISX-B820
11.02.2013 (cr/sw)

Unser Partner für hochauflösende Audiodateien aus dem
Internet:

Das Produkt
Yamaha offeriert für rund 600 EUR mit dem Restio IX-B820 ein komplettes,
formschönes Musiksystem, das in verschiedenen Farben erhältlich ist: Weiß,
Magenta oder Emerald Green stehen zur Auswahl. Optisch erscheint das
quadratische Restio-System äußerst stilvoll und gradlinig. Am besten werden
die formalen Vorzüge im schlicht und elegant wirkenden Weiß sichtbar. Die
beiden anderen Farben sind Geschmackssache, und unserer Meinung nach schon
beinahe zu "schreiend". Gerade bei jungen Leuten aber dürfte Yamaha
durchaus im Trend liegen. Dadurch, dass die Restio-Anlage in der Gehäusedicke
nur 9 cm misst, lässt sie sich auch trefflich zum Flachbildschirm kombinieren.
Daher ist die Wandmontage (extra dafür liefert Yamaha den AT-800 Wandhalter
für gut 80 EUR) eine verheißungsvolle optische Art der Präsentation.
Alternativ aber kann man Restio auch auf dem einbeinigen, sehr soliden
Metallstativ frei im Raum aufstellen - das ist ein beinahe noch größerer
Hingucker. Das Gewicht der Anlage beträgt mit Standfuß 12 und ohne 6,44 kg.
Die Abmessungen (B x H x T): 410 mm x 997 mm x 295 mm mit Standfuß, 410 x
410 x 85,7 mm ohne Standfuß. Im Zentrum von Restio steht ein großformatiges
Display, dessen Hintergrund- und Schriftfarbe sich genau nach der gewählten
Gehäusefarbe richtet. Großformatig wird im Normalfall die Uhrzeit
angezeigt.

Display

Dock

Sehr solider Standfuß

Auf der Rückseite des Restio: Dimmer/Clock/Alarm-Typus-Justage

Oberseite mit geschlossenem Dock, verschlossenem USB-Anschluss
(optisch schöner und zudem kann kein Staub eintreten) und Bedienelementen, die
sogar beleuchtet sind

Rückseite komplett

Fernbedienung
Elegant wirkt der silberne Rahmen rund um das Display. Die
Lautsprecherabdeckung bestimmt die restliche Optik - sie ist im Gittermuster
gehalten und sitzt sehr gut. Rund im Restio spannt sich ein Rahmen aus leicht
angerautem und recht griffsympathischen Kunststoff. Die Funktionselemente
befinden sich auf der Oberseite und sind sehr gut eingepasst. Auch an den Ecken
zwischen anthrazit-schwarzem Kunststoff und farblich abgesetztem
Lautsprechergitter ist die Verarbeitung tadellos. Sehr gut gefällt uns, dass
die Funktionstasten auf der Oberseite einen leuchtenden Punkt zur besseren
Orientierung haben. Die Tasten sprechen mit solidem Druckpunkt an und führen
das gegebene Kommando sofort aus. Alternativ kann man auch die von der
Wertigkeit her überzeugende, aber entschieden zu dick geratene Fernbedienung
mit silberner Oberfläche und schwarzem Mattkunststoff-Gehäuse verwenden,
leider sind hier die Funktionstasten unbeleuchtet, heben sich aber in ihrer
dunkelgrauen Farbgebung gut von der silbernen Blende ab. Arbeitswinkel und
Ansprechverhalten der Fernbedienung sind nicht zu kritisieren. Hinter dem
Lautsprechergitter sitzen 2 x 3 cm Hochtöner und 2 x 10 cm Tieftöner. Auf ein separates
Subwoofermodul verzichtet Yamaha, es bleibt beim 2.0 Zweiwege-System - also eine
klassische Konfiguration.

AUX-Anschluss
Die Restio-Anlage verfügt über eine Vielzahl an Funktionen. Beginnen wir
mit der simpelsten und altbekannten - natürlich können Audio CDs im
klassischen 44,1 kHz/16-Bit Format wiedergegeben werden. Neben der klassischen
Audio-CD werden auch MP3- und WMA-CDs verarbeitet. Das dafür erforderliche Slot
In-Laufwerk sitzt auch auf der Oberseite der Anlage und liest die CD recht leise
und auch flott ein. Mit leichten Kratzern hat das CD-Laufwerk keinerlei
Probleme. Ausgestattet ist Yamahas Restio-System auch mit Bluetooth (Bluetooth
Version 2.1 + Enhanced Data Rate, EDR, A2DP, AVRCP, Audiocodecs SBC, AAC,
maximale Übertragungsreichweite 10 m). Mit dem Apple iPhone 5
und mit dem HTC One X gab
es keine Probleme, mit dem Samsung Galaxy SIII mini GT-I I8190
hat die Verbindung nicht funktioniert. Beide Geräte haben sich zwar
gekoppelt, es kam jedoch keine Verbindung von Seiten des Samsung zustande. Die
Klangqualität über Bluetooth ist sehr gut, auch die Verbindungssicherheit hat
uns überzeugt. Oben auf dem Restio ist auch ein iPod/iPhone-Dock mit dem
konventionellen Apple-Anschluss eingelassen. Zieht man einen im Zubehörhandel
erhältlichen Adapter zur Rate (vom neuen Lightening-Anschluss auf den
konventionellen Anschluss, Preis recht happige 27 EUR), ist es kein Problem, das
iPhone 5 mit dem Restio zu verbinden.
Die Steuerung erfolgt dann mittels der Fernbedienung. Mit der Menü-Taste macht
man immer einen "Rundgang" durch alle Ebenen, bis man am gewünschten
Punkt, z.B. "Wiedergabelisten" angekommen ist. Mit den "Folder"
Tasten wird dann die Wiedergabeliste, die abgespielt werden soll,
angewählt. Auch innerhalb der Wiedergabeliste navigiert man mit den
Folder-Pfeilen zum jeweiligen Titel, der Wiedergabewunsch wird mit "Enter"
bestätigt. Der gesamte Steuerungsprozess funktioniert einfach und zuverlässig.
Der gute Druckpunkt der gummierten Fernbedienungstasten ist eine sehr gute
Hilfe. Natürlich ist auch - ebenfalls auf der Geräteoberseite - ein
USB-Anschluss vorhanden, an den USB-Sticks mit Musikdateien angeschlossen
werden. Hier ist die Anzahl der Formate, die wiedergegeben wird, aber
beschränkt. Nur MP3 und WMA sind möglich, also weder AAC noch FLAC. Leider
gibt das Display bis auf die Nummer des Folders keine Infos zum gerade laufenden
Stück preis. Überhaupt, auch im iPod/iPhone-Betrieb: Mehr Informationen und
eine feinere Auflösung würden dem Display nicht schaden.
Was die Art des verbauten Tuners angeht, hält sich Yamaha ausschließlich
auf klassischem Terrain auf. Da Restio weder eine LAN- noch eine
WLAN-Schnittstelle mitbringt, ist werksseitig nicht die direkte Möglichkeit zum
Empfang von Internet Radio-Stationen gegeben. Also gibt es nur einen
konventionellen UKW-Tuner mit fünf Senderspeichern - eher eine
Minimalbestückung. Auch die verschiedenen Alarm-Funktionen (Alarm, Snooze,
Sleep) und die drei EQ-Reglern für Low, Mid und High können es nicht ganz
wettmachen, dass eine Restio-Anlage mit Netzwerkfunktionen uns nochmals besser
gefallen würde. Optimal wäre es, wenn sich Yamaha bei einem potentiellen
Nachfolger dazu entschließen könnte, gleich ein WPS-fähiges WLAN-Modul mit
einzubauen. Der Empfang von Internet Radio über eine Yamaha-App ist derzeit
nicht möglich, die DTA Controller-App funktioniert derzeit nicht mit der
Restio-Anlage. Die Eingangsbestückung fällt mit 3,5 mm Stereo-Miniklinke und
dem bereits erwähnten USB-Anschluss auch eher dürftig aus. Maximal 20 Watt
beträgt der Stromverbrauch, im Energiesparmodus bei ausgeschalteter Anlage
werden 0,5 Watt oder weniger verbraucht.
Klang
Kommen wir zur generellen Klangcharakteristik. Hier ist besonders
hervorzuheben, dass das ISX-B820 einen überraschend vollen, gefälligen Klang
erzeugt. Tonal sehr angenehm und erstaunlich neutral aufspielend, eignet sich
die kompakte Yamaha-Lösung gerade in kleineren Räumen zwischen 10 und knapp 20
Quadratmeter sehr gut zur vollwertigen Musikwiedergabe. Durch diese sauber
ausbalancierte Klangcharakteristik eignet sich die Restio-Anlage für praktisch
alle Musikrichtungen. Ganz gleich, ob Trance, House, Rock/Pop oder auch Klassik
- nie wirkt Restio deplaziert, sondern schafft sich durch die gekonnte
Verbindung erstaunlich voller Räumlichkeit und impulstreuer Umsetzung neue
Freunde. Die Pegelfestigkeit reicht absolut aus - selbst bei höherer
Lautstärke verzerrt die quadratische Anlage nicht, nur bei sehr bassintensiver
Musik sollte man etwas aufpassen. Mittels des dreibändigen Equalizers kann man
den Klang in gewissem Ausmaß noch manuell anpassen.
Beginnen wir mit "Dance Again" von Jennifer Lopez. Die ISX-B820
schafft von Beginn an ein sehr gutes Raumgefühl. Jennifers Stimme wird gut von
der Anlage gelöst und recht frei im Raum platziert. Die angenehme, homogene
Klangauslegung sorgt dafür, dass man gern auch etwas lauter hört: Der Klang
bleibt souverän, im Bassbereich hängt die Restio einen Großteil der
Konkurrenz mühelos ab. Kraft, Tiefgang und auch die Impulstreue sind im
tieffrequenten Bereich sehr zu loben. Die Mitten weisen tadellose Konturen auf,
sind im direkten Vergleich minimal zurückgenommen - was man aber nur dann
bemerkt, wenn man sehr genau hinhört. Die Grobdynamik ist ausgezeichnet,
und selbst aus feindynamischer Sicht kann man der Restio-Anlage nicht viel
vorwerfen. Das Megasonic 2K12-Mix des Sunbeam-Klassikers "Outside
World" wird vom schicken Yamaha-Gerät ebenfalls wirkungsvoll im Hörraum
platziert. Der anfängliche Aufbau des Stücks bis zum Einsetzen des kraftvollen
Basses wird klar nachvollziehbar präsentiert, der dann folgende Bass plus den
elektronischen Effekten kommt tadellos zum Zuhörer. Auch hier fällt wieder die
erstaunlich gelungene Loslösung des Klangs von den Lautsprechern auf. Kleinere
Dynamik-Differenzen werden prima herausgearbeitet.
In den 80er Jahren fühlt sich Restio aus musikalischer Sicht ebenfalls sehr
wohl. Bei Europes "Final Countdown" liefert das Yamaha-System durch
die überzeugende Dynamik und die authentische Räumlichkeit eine Performance
ab, die überrascht - so "vollwertig" spielen nur wenige Systeme
dieser Art auf. Der fetzige Klang der E-Gitarre wird ohne störende Verzerrungen
aufbereitet, der obere Mittelton- und der Hochtonbereich neigen nicht zum
Dröhnen. Ein aggressiver, metallischer oder schriller Unterton ist der
Restio-Anlage nicht eigen. Auch beim Erasure-Klassiker "Sometimes"
liefert Yamahas moderne Soundzentrale eine harmonische Performance - man kann
auch über längere Zeit zuhören, nie wirkt der Klang der ISX-B820 aufdringlich
oder störend. Trotzdem entfernt sich die Restio weit vom langweiligen,
oberflächlich dahinplätschernden Durchschnitt - dazu spielt sie zu
facettenreich und zu dicht.
Mit Andrea Bocellis "L'Attesa" bekommt Restio nun vokalorientierte
Kost vorgesetzt - Andreas gewaltige Stimm-Präsenz wird prima erfasst,
wenngleich sich natürlich bei solchen Beispielen auch die Grenzen von
Komplettlösungen wie der ISX-B820 zeigt. Die Stimme könnte noch etwas mehr
Kontur im Detail vertragen. Sehr gut gefallen hat uns die stimmige, angenehme
Tonalität und die gelungene Einbindung der Instrumente, gerade des Klaviers.
Wir nehmen mitten im Winter schon einmal den Frühling vorweg - zumindest
musikalisch. Den Auftakt zu Antonio Vivaldis Vier Jahreszeiten gibt die ISX-B820
so homogen und schlüssig wieder, dass wir wahrhaftig überrascht sind. Alles
Ärmliche, Dünne, Lethargische geht Yamahas Klang-Station ab. Sie ist aufgrund
ihrer Auslegung absolut nicht nur für junge Anwender geeignet, sondern genauso
für reiferes Publikum - da passt auch das einfache, leicht verständliche
Bedienkonzept gut dazu.
Konkurrenzvergleich:
- Kenwood C-BX3: Mit 399 EUR ist
das Kenwood-Tonmöbel deutlich günstiger und kann mit besserer
Anschlussbestückung, die sogar einen Vorverstärkerausgang für den
Direktanschluss eines aktiven Subwoofers umfasst, auftrumpfen. Akustisch ist
das C-BX3 alles andere als "mau", es liefert einen fundierten,
recht homogenen Sound. Das teurere Yamaha-System wirkt bezüglich der
Materialqualität noch edler, zudem ist Bluetooth mit an Bord. Die
Fernbedienung ist deutlich hochwertiger, der Klang noch etwas detailreicher
und spürbar räumlicher. Beide Systeme können in der jeweiligen
Preisklasse klar empfohlen werden.
- Klipsch Gallery G-17 Air:
Klangstark, optisch attraktiv und sauber verarbeitet präsentiert sich der
AirPlay-Lautsprecher von Klipsch, der es ermöglicht, auf drahtlosem Weg die
iTunes-Mediatheken auf Apple Mobile Devices und auf dem PC/Notebook
wiederzugeben. Der Preis fällt mit rund 550 EUR recht drastisch aus.
- Teufel AirPlay-Soundstation iTeufel
Air: In die selbe Kerbe wie der Klipsch Gallery-Lautsprecher schlägt
auch der iTeufel Air. Optisch sehr schick und klanglich frisch und neutral,
trifft der iTeufel Air den breiten Publikumsgeschmack. Zudem ist er recht
kompakt. Was Bassstärke und Räumlichkeit angeht, ist die größere Restio
erwartungsgemäß besser.
- Teufel iTeufel Magnum:
Groß und schwarz - das iTeufel Magnum hat auch akustisch viele Reserven,
überzeugt ebenso wie die stabile Bluetooth-Signalübertragung und das
insgesamt problemlose Handling. Auch iTeufel Magnum hat ein integriertes
Dock für Apple iOS-Devices und ist preislich sehr attraktiv. Die Optik
wirkt aber leicht antiquiert, und die Materialqualität liegt nicht auf dem
Level der Restio-Systemlösung.
Fazit

Yamaha liefert mit der Restio einen vor allem aus klanglicher
Sicht überzeugenden Beitrag zum Thema moderne, stilistisch interessante
Audio-Komplettlösungen. Mit räumlichem, ausgesprochen angenehmen, dabei aber
dynamischen und nie langweiligen Klang spricht Restio eine breite Masse an
Anwendern an. Durch die Kombination aus kultivierter Akustik, schicker, edler
Optik und einfacher Bedienung dürften sich Menschen vieler Altergruppen für
die quadratische Anlage interessieren. Verarbeitung und Materialqualität haben
uns auch überzeugt. Kritik gibt es für den fehlenden Netzwerkanschluss und die
daraus resultierende Streamingmöglichkeit. Überdies sieht das Display zwar gut
aus und gefällt durch großformatige Anzeige, der Informationsgehalt und die
Auflösung wären aber zu optimieren.
Optisch sehr elegante, klangstarke und leicht bedienbare
Komplettlösung

CD/iPod/iPhone/Bluetooth-Soundsystem Obere Mittelklasse
Test 11. Februar 2013
+ Sehr gute Verarbeitung und Materialqualität
+ Einfaches Handling
+ Sehr gute Klangqualität, sehr angenehme und gleichzeitig lebendige Akustik
+ Sehr solider mitgelieferter Standfuß aus Metall
+ Bluetooth-Signalübertragung sehr stabil
+ Leises und schnelles CD-Laufwerk
- Display löst nicht fein genug auf
- Kein Netzwerkanschluss und kein WLAN
Test: Carsten Rampacher
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 11.02.2013
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