TEST: Phonar 5.1-Lautsprecherset Ethos-Serie S180G/Surround 100G/C140/AS180

Phonar Ethos Surround Set Gruppenbild3 

In einer höchst interessanten, weil noch „bürgernahen“ Preisklasse tritt das Phonar Ethos 5.1 Surroundset bei uns zum Praxistest an. Insgesamt 2244 EUR kostet das ganze Ensemble, das im einzelnen aus den Standlautsprechern Ethos S180G (Stückpreis 399 EUR),  den Dipolen Ethos Surround 100G (Stückpreis 299 EUR/Stück), dem Center Ethos C140G (Stückpreis 349 EUR) und dem aktiven Subwoofer Ethos AS180 (Stückpreis 499 EUR) besteht. 

Optisch sind die Lautsprecher gefällig gezeichnet, heraus sticht der Center, der eine geneigte Frontwand aufweist und mit 323 mm (mit Gitter) recht tief ausfällt – ideal für die Wandmontage ist dies nicht. Besonderheit des Sets sind die beiden Surround 100G Dipole, die allerdings optisch nicht 100 % – bei unserem Test-Set – zum Rest passen: Auf denn Chassis ruhen hier weiße Stoffabdeckungen, während die Chassis der anderen Komponenten von schwarzen Abdeckungen geschützt werden.  Alle Ethos-Lautsprecher sind in mattem Weiß oder mattem Schwarz lieferbar. Die Verarbeitung ist in allen Belangen überzeugend, scharfe Kanten findet man nirgendwo, und auch die Oberflächenqualität ist tadellos, Natürlich gibt es hinten Schraubterminals fürs Lautsprecherkabel.

Phonar Ethos S180G Front Seitlich3

S180G: 2-Wege-Standlautsprecher mit 2 x 1300 mm Tiefmitteltöner und 26 mm Hochtöner

Phonar Ethos S180G Bassreflexrohr1

Bassreflexöffnung bei der S180G

Phonar Ethos S180G Anschluesse2

 Anschlussterminals

Phonar Ethos S180G Rueckseite Seitlich1

 Rückseite

Phonar Ethos S180G Front Seitlich1

 Front mit Gitter über den Chassis

Phonar Ethos S180G Standfuss

 Elegant integrierter Sockel

Phonar Ethos S180G Hochtoener2

 Hochtöner

Phonar Ethos S180G Tiefmitteltoener2

 Tief-/Mitteltöner

Die Ethos S180G ist ein 2-Wege-Bassreflexkonstruktion mit einem 26 mm Hochtöner und zwei 130 mm Tief-Mitteltönern. Die Nennbelastbarkeit liegt bei 110, die Maximalbelastbarkeit bei 150 Watt. Die Nennimpedanz beträgt 4 Ohm. Mit 89 dB (1W/1m) wird der Wirkungsgrad angegeben. Der Frequenzgang reicht von 35 Hz bis 20 kHz. Der recht schlanke Schallwandler ist 920 mm hoch, 160 mm breit und 250 mm tief. Er wiegt 15 kg und kostet 399 EUR pro Stück. 

Phonar Ethos Surround100G Front Seitlich3

Surround 100G – ein waschechter Dipol ist heute selten geworden

Phonar Ethos Surround100G Rueckseite Seitlich2

 Rückseite

Phonar Ethos Surround100G Wandhalter2

 Wandhalterung

Phonar Ethos Surround100G Gruppenbild1

 Hier ohne Schutzgitter

Phonar Ethos Surround100G Unterseite1

 Bassreflexöffnung unten

Der Zweiwege-Dipol Ethos Surround 100G ist mit 75 Watt dauerhaft und mit 100 Watt kurzzeitig belastbar. Den Wirkungsgrad gibt der Hersteller mit 87 dB (1W/1m) an, der Frequenzgang geht von 54 Hz bis 20 kHz. Die Impedanz liegt bei 4 Ohm, verbaut sind ein 95 mm Tiefmitteltöner und ein 19 mm Hochtöner pro Seite. Der Dipol ist 300 mm hoch, 330 mm breit und 130 mm tief. Er wiegt pro Stück 6 kg und kommt auf 299 EUR Stückpreis.

Phonar Ethos C140G Front Seitlich1

Center mit angeschrägter Front

Phonar Ethos C140G Front Seitlich3

 Mit Schutzgitter

Phonar Ethos C140G Rueckseite Seitlich3

Rückseite

Phonar Ethos C140G Tiefmitteltoener ausgebaut1

 Ausgebauter Tieftmitteltöner

Phonar Ethos C140G Tiefmitteltoener ausgebaut2

 Von unten

 Der C140G Centerlautsprecher arbeitet ebenfalls nach dem 2-Wege-Prinzip und hat 75 Watt Nennleistung sowie 150 Watt Maximalleistung. Der Wirkungsgrad beträgt 89 dB, die Impedanz wird mit 6 Ohm angegeben. Bestückt ist der Center mit einem 26 mm Hochtöner und zwei 130 mm Tiefmitteltönern, also identisch wie die Standlautsprecher. Der Frequenzgang: 43 Hz bis 20 kHz. Er ist 155 mm Hoch, 456 mm breit und 323 mm tief. Das Gewicht: 13 kg. Der Center kostet pro Stück 349 EUR.

Phonar Ethos AS180 Front Seitlich4

Subwoofer AS180 mit Schutzgitter

Phonar Ethos AS180 Front Seitlich2

Und ohne Schutzgitter

Phonar Ethos AS180 Rueckseite Seitlich1

 Rückseite des aktiven Subwoofers

Phonar Ethos AS180 Innenleben Gesamt2

  Layout der Elektronik

Phonar Ethos AS180 Innenleben1

 Netzteil

Phonar Ethos AS180 Bedienelemente Rueckseite

 Regler hinten – Phase nur zwischen 0 und 180 Grad umschaltbar, dafür Automatikschaltung

Phonar Ethos AS180 Anschluesse Rueckseite

 Hochwertige Schraubverschlüsse, wenn man den Sub über die Hochpegeleingänge einbindet

Der aktive Subwoofer Ethos AS180 bietet 170 Watt an dauerhaft zur Verfügung stehender Leistung und 240 Watt als kurzzeitige Spitzenleistung. Der Freuqenzgang reicht von 29 bis 160 Hz. Die Trennfrequenz ist in einem Bereich von 50 bis 150 Hz stufenlos einstellbar. Das Basschassis misst 210 mm, was einen Hinweis darauf gibt, dass der AS180 ein recht kompakter aktiver Subwoofer ist. Er kostet 499 EUR und ist 380 mm hoch, 280 mm breit und 340 mm tief. Er wiegt 19 kg.

Wie sieht es mit den klanglichen Fähigkeiten des mattweißen Ensembles aus? Wir haben uns Paul Kalkbrenners „Altes Karmuffel“ in DTS-HD Master Audio von der Blu-ray „2010“ angehört. Und hier schiebt sich gleich der AS180 Aktiv-Subwoofer in den Vordergrund: Er gefällt mit sattem, präzisem und zugleich kraftvollem Bass. Man kann auch mit clubtauglicher Lautstärke hören, ohne den Bassisten aus der Ruhe zu bringen. Dafür, dass das Chassis nur 210 mm misst, sind die Leistungen, was Tiefgang und Volumen angeht, extrem gut. Für den weitläufigen Raumeindruck im Rearbereich sind die Dipole verantwortlich. Sie bieten eine breite Soundkulisse und bringen dadurch den Live-Effekt des Konzertes besonders gut zur Geltung. Der Center gliedert sich harmonisch in die Frontklangkulisse ein und profitiert akustisch durch die identische Bestückung wie bei den beiden Front-Säulen. Bei „Dockyard“, ebenfalls von „2010“, baut das Phonar-Ensemble die kleineren Effekte zu Beginn sorgfältig auf. Als dann der eigentliche Song losgeht, beeindruckt der aktive Subwoofer erneut mit kraftvoll-sattem Bass. Viel haben wir über die Bässe geschrieben, wie sieht es denn beim Hochtonbereich aus? Hier agieren die Phonar-Boxen bei dieser Blu-ray etwas zurückhaltend. Manch einer würde hier im  oberen Frequenzbereich mehr Brillanz erwarten – die Ethos-Lautsprecher aber setzen eher auf Harmonie und Homogenität, so dass auch hohe Pegel ohne unschöne Nebenerscheinungen gehört werden können. 

Harmonisch und rund, mit druckvollem, aber präzisem Bass geht es bei „New Kid In Town“ (DTS-HD Master Audio) zur Sache. Der Eagles-Titel von der BD „Farewell Tour“ kann über das Phonar-Lautsprecherset auch durchaus laut angehört werden – die auf Homogenität bedachte Gesamtauslegung sorgt dafür, dass auch die Stimmen nicht mit einem etwas zu prägnanten Unterton herausgestellt werden. Die Räumlichkeit überzeugt auch bei diesem Musikbeispiel wieder ohne Abstriche. Gut, in Anbetracht der Preisklasse gut bis sehr gut ist die Detaillierung. In den vorderen musikalischen Ebenen kann man sehr zufrieden sein, erst in den  hinteren Ebenen nimmt das Detaillierungsvermögen ab und der Kenner merkt, dass es sich doch um ein Lautsprecherset der angehenden Mittelklasse und nicht um ein enorm luxuriöses Set handelt. Hört man etwas oberflächlicher hin, könnte dieser Eindruck allerdings durchaus aufkommen, weil das Phonar Ethos-Boxenset so fundiert, rund und kultiviert klingt und nirgendwo direkt auffällige Schwächen aufweist. 

Nun müssen sich die Phonar-Lautsprecher bei klassischer Musik beweisen, genauer gesagt beim Opening und beim ersten Duett Susanna-Figaro aus Wolfgang Amadeus weltberühmter Oper „Figaros Hochzeit“. Die Aufführung liegt in DTS-HD High Resolution Audio vor und ist blendend besetzt – Anna Netrebko singt die Susanna, und Ildebrando D’Arcangelo den Figaro. Orchestral begeistern die Wiener Philharmoniker unter Nikolaus Harnoncourt. Aufgenommen wurde die Aufführung 2006 in Salzburg. Die Phonar-Lautsprecher wissen bei der Präsentation des orchestralen Auftakts zu überzeugen, denn die Wiedergabe des kompletten Orchesters ist kraftvoll, aber gleichzeitig angenehm und mit fließenden, stimmigen Übergängen. Die Streicher mögen manchem eine Idee zu weich vorkommen, wir finden diese sehr harmonische, etwas liebliche, aber nie langweilige oder fade Art der Präsentation sehr gut gelungen. Der aktive Subwoofer stellt erneut ein solides und nachdrückliches, aber nicht überzogenes Fundament sicher und schafft eine großzügige Front-Klangkulisse, die den Zuhörer, ebenso wie die Dipole, inmitten des Geschehens versetzt. Wie meistert der Center nun im ersten Duett die Stimmwiedergabe der Stimmen von Anna und Ildebrando? Wir lauschen gespannt. Bei der männlichen Gesangsstimme profitiert der C140G Center von seinem relativ großen Volumen, was es ihm ermöglicht, eine glaubhafte Abbildung herauszuholen. Die vokalen Konturen sind klar umrissen, das Klangbild weicht nicht auf. Das gilt auch für die Stimme Netrebkos, allerdings wird im Hochtonbereich auch hier auf Harmonie anstatt auf maximale Transparenz gesetzt. Die Trennung der Stimmen von den Instrumenten gelingt überzeugend, die Klangkulisse ist weitläufig und wird vom Zuhörer als intensiv wahrgenommen. 

Im 2.1 Stereoeinsatz haben wir uns die Kombi aus vorderen Stand-LS und dem aktiven Subwoofer auch angehört. Bei „Lucifer“ (Alan Parsons Project) ist der satte Bass ebenso hervorzuheben wie die ausgezeichnete Tiefenstaffelung. Das ist das hervorstechende Merkmal – man hat das Gefühl, „im Klang zu versinken“, etwas pathetisch gesprochen. Dass diese Wirkung von einer pro Stück lediglich 399 EUR kostenden Box erzeugt wird, hat uns sehr erstaunt. Die akustisch angenehme Auslegung ist auch im Stereobetrieb kennzeichnendes Merkmal. Bei Andrea Bocellis „Dell’Amore Non Si Sa“ punkten die Phonar-Komponenten mit der hervorragenden Basswiedergabe gleich zu Beginn. Andreas Stimme kommt mit sehr gutem Volumen heraus, vokale Einzelheiten werden gut berücksichtigt. Jedes Instrument wird flüssig eingearbeitet, die Steigerung des Stücks wird prima herausgearbeitet.  Souverän und kraftvoll agiert das 2.1-System auch bei hohem Pegel und bleibt auch dann seiner Auslegung treu. 

Wir starten, um die Güte des Phonar Ensembles beim 6. Kapitel des 4. Mission Impossible-Films „The Phantom Protocol“ (BD, Dolby TrueHD) zu überprüfen. Der Soundtrack wird sehr gefällig und druckvoll präsentiert, auch die Stimmen arbeiten die Boxen sehr gut ins tonale Gesamtgefüge ein. Der Spannungsbogen, der sich in den Tiefen des Kremls bis zur großen Explosion aufbaut, kann akustisch sehr gut nachvollzogen werden. Trotz des Music Score, der sehr dominant ist, kommen Hunts Schritte, wie er eine Treppe herunterläuft, noch heraus, ebenso das Öffnen der Metalltüre und die Rufe.  Im Bassbereich läuft wieder das volle Phonar-Supportprogramm: Massiv, präzise und mit tollem Tiefgang. Selbst die Explosion überfordert das Equipment kaum. Mit viel Wucht donnern Trümmerteile von vorn nach hinten, die Dipole agieren mit guter Präzision und ordnen die Effekte impulstreu ein. Wir springen einige Kapitel, und das Team von Hunt ist mittlerweile auf dem Weg nach Dubai. Die Fahrgeräusche und das Hupen sowie die Dialoge im Inneren des Land Rovers werden gut herausgestellt. Das Tippen auf der Notebook-Tastatur des Apple MacBooks kommt ebenfalls tadellos heraus.  Wieder einige Kapitel weiter verfolgt Hunt inmitten des tobenden Sandsturms seinen flüchtenden Gegner. Die herumwirbelnden Sandkörner werden ausgezeichnet dargestellt, woran die Dipole nicht ganz unschuldig sind, die diesen Effekt besonders weitläufig darstellen. So fühlt sich der Zuhörer wirklich von den umherfliegenden kleinen Objekten umgeben. Der muntere Bassbereich kommt enorm gut zum Ausdruck, der kompakte aktive Subwoofer agiert wie ein „Großer“ und sichert massiven Tiefbass, auch dann, als Hunt vom grauen BMX X3 „Auf die Hörner“ genommen wird und in der Windschutzscheibe landet. 

Konkurrenz ist in diesen Preisgefilden natürlich auch vertreten. Stark ist das Dali Zensor 5.1-Set, das, allerdings mit vier großen Standlautsprechern für vorne und hinten, für knapp 2.600 EUR zu haben ist. Optisch sehr klassisch gehalten, aber prima verarbeitet, erfreuen die Dänen mit sehr guter Pegelfestigkeit, ebenfalls einem angenehmen Klang und akkurater Detaillierung. Im Surroundbereich wird durch die beiden Stand-LS mehr Präzision geboten, während die Phonar-Dipole mehr Weitläufigkeit vermitteln, typisch Dipol. Das merkt man besonders bei Regentropfen oder Windgeräuschen. Insgesamt ist das Dali-Set eine sehr gute Alternative – das Phonar-Set klingt noch eine Idee runder, homogener, während Dali im Hochtonbereich mehr Transparenz offeriert  und auch nie klanglich unangenehm wird. Insgesamt also eine „Geschmacks-Entscheidung“. 

Das Canton Chrono 5.1-Set trifft ebenfalls einen ähnlichen Preispunkt. Es kostet gut 2.600 EUR und überzeugt mit gekonnter akustischer Abstimmung und hoher Pegelfestigkeit. Störend sind die hinteren, nicht gerundeten Gehäusekanten. Überdies muss man einen recht kräftigen AVR verwenden, der Wirkungsgrad liegt nicht allzu hoch. Hier allerdings bietet das Phonar-Set auch nicht so viel mehr, mit AVRs der Mittelklasse als Minimum sollte man hier schon antreten. Weitläufiger agieren die Phonar-Dipole im Surroundbereich, was aber zu erwarten war. 

Fazit

Phonar Ethos Surround Set Gruppenbild4

Das Phonar Ethos 5.1-Set gefällt mit attraktiver Optik, guter Verarbeitung und einem sehr angenehmem, rundem Klang. Dank der hinten verwendeten Dipole sind Weitläufigkeit und akustische Tiefe ausgezeichnet. Vorn beeindruckt die Homogenität der Klangkulisse, der Center und auch der leistungsfähige, recht kompakte aktive Subwoofer fügen sich glänzend ein – dadurch wirkt das gesamte Klangbild wie aus einem Guss. Der Hochtonbereich ist ausgesprochen angenehm und räumlich tadellos, holt allerdings nicht die maximal mögliche Brillanz aus dem Quellmaterial. Wer gern höchst harmonisch mit hohem Pegel auf souveräne Art und Weise hören möchte, liegt beim preisgünstigen Ethos-Ensemble genau richtig und kann bedenkenlos zugreifen. 

Harmonisch-kraftvoller Klang und hohe räumliche Dichte zeichnet das Phonar Ethos 5.1-Ensemble aus
ueberragend
Mehrkanal-Lautsprechersysteme Mittelklasse
Test 11. April 2014

+ Attraktive Optik
+ Angenehmer, harmonischer Klang
+ Aktiver Subwoofer mit Nachdruck, Präzision und Tiefgang
+ Dipole im Rearbereich sorgen für viel Weitläufigkeit
+ Fairer Kaufpreis

– Front-Lautsprecher ohne Bi-Wiring-Terminal

Test: Carsten Rampacher
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 11. April 2014 




Alle aktuellen Tests auf AREA DVD
  ZURÜCK