TEST: Q Acoustics 3000er Serie 5.1-Heimkinosystem – britische Klangkultur im Kompaktformat?

Q-Acoustics 3000 Serie Gruppenbild2

Neu aus der 3000er Serie von Q Acoustics ist das aus vier kompakten Satelliten 3010, einem querformatigen Center 3090 und dem aktiven Subwoofer 3070S bestehende 5.1-Set in der Redaktion eingetroffen. Q Acoustics lässt dem potentiellen Käufer die Wahl zwischen attraktiven Farbversionen: Für 119 EUR pro Stück gibt es den 3010 Satelliten in Graphit matt und in Amerikanischer Walnuss, für 149 EUR/Stück kann man nicht nur wahlweise hochglänzendes Weiß oder Schwarz auswählen, sondern auch einen schwarzen Lederlook. Im Lederlook traten im Testbetrieb die Satelliten an, während der Center in Graphit matt vor Ort war – er war, da es noch eine neue Serie ist, derzeit im Lederlook nicht verfügbar, und so können wir auf den Bildern gleich auch noch zeigen, wie die Graphit matt-Variante aussieht. Der Center 3090 kostet 199 EUR in den beiden Standardausführungen und 239 EUR in den anderen drei Versionen. Der aktive Subwoofer 3070S liegt bei 429 EUR in den beiden Varianten Walnuss und Graphit, in hochglänzendem Weiß, Schwarz oder im Lederlook liegt er bei 569 EUR. 

Q-Acoustics 3000 Serie 3010 Bestueckung

3010 Satellit als 2-Wege-Bassreflexkonstruktion mit 100 mm Tiefmitteltöner und 25 mm Hochtöner. Geeignet für Verstärker von 15 bis 75 Watt/Kanal

Der 3010 Satellit ist hochwertig verarbeitet, der Lederlook sieht attraktiv aus. Die Schallwand des Satelliten ist in schwatz-hochglänzender Form ausgeführt, ohne sichtbare Schrauben sind der 100 mm Tief-/Mitteltöner und der 25 mm Hochtöner eingelassen. Unten ist das Logo des Herstellers in silbern recht dezent zu finden. 

Q-Acoustics 3000 Serie 3010 Front Seitlich1

Mit Stoff-Abdeckgitter

Der kleine 2-Wege-Bassreflex-Lautsprecher weist 6 Ohm Nennimpedanz auf und einen Frequenzgang (bei +/- 3 dB) von 68 Hz bis 22 kHz. Die Empfindlichkeit (2,83V/1m) wird mit 86 dB angegeben. Der 3010 Satellit eignet sich für Verstärkerleistungen von 15 bis 75 Watt pro Kanal. Das effektive Gehäusevolumen beträgt 3,8 Liter. Mit 150 mm Breite, 235 mm Höhe und 200 mm Tiefe ist der 3,6 kg pro Stück wiegende Lautsprecher angenehm kompakt und kann sich auch im kleineren Hörraum optisch vorteilhaft in Szene setzen. Auch durch die von leichten Rundungen geprägte Form fügt sich harmonisch in viele Wohnlandschaften ein.

Q-Acoustics 3000 Serie 3010 Rueckseite Seitlich

 Hochwertige Lautsprecherkabel-Anschlussterminals in unkonventioneller Ausrichtung

Auf der Rückseite des kleinen Satellitenlautsprechers finden sich hochwertige Lautsprecherkabel-Schraubanschlüsse in interessanter Anordnung. Das Anschlussfeld ist solide verschraubt und sauber in die Rückwand eingelassen. Auf dieser ist auch die Bassreflexöffnung zu finden, so dass man den 3010 Satelliten nicht direkt an die Wand stellen sollte. 

Q-Acoustics 3000 Serie 3090C Front Seitlich1

Der Center 3090 hier mit Stoff-Abdeckgitter, das wie auch bei den 3010 Satelliten magnetisch haftet – sehr gut für die Preisklasse 

Der Center ist deutlich größer als die Satelliten, was sich in 10,3 Litern effektivem Gehäusevolumen, 6 kg Gewicht und einer Breite von 430 mm, einer Höhe von 150 mm und einer Tiefe von 200 mm niederschlägt. Er ist für Verstärkerleistungen von 25 bis 100 Watt/Kanal ausgelegt und weist 89 dB (2,83V/1m) Empfindlichkeit auf. 

Q-Acoustics 3000 Serie 3090C Front Seitlich2

3090C offen

Bestückt ist der 2-Wege-Bassreflex-Center mit 2 x 100 mm Tiefmitteltönern und einem 25 mm Hochtöner. Die Nominalimpedanz liegt auch hier bei 6 Ohm.  In mattem Graphit sieht der Center zeitlos-attraktiv aus, wie bei den 3010 Satelliten sind die Chassis ohne sichtbare Verschraubung in die Schallwand integriert. Geringe Spaltmaße und ordentliche Materialqualität zeigen auch hier, dass Q Acoustics fürs investierte Geld stets ein sauberes Finish bietet. 

Q-Acoustics 3000 Serie 3090C Rueckseite Seitlich1

Center von hinten – mit zwei Bassreflexöffnungen

Q-Acoustics 3000 Serie 3090C Bassreflexrohr

Bassreflexöffnung im Detail 

Q-Acoustics 3000 Serie 3090C Bestueckung

2 x 100 mm Tiefmitteltöner umrahmen den 25 mm Hochtöner, keine sichtbaren Schrauben stören die Harmonie

Q-Acoustics 3000 Serie 3090C Anschluesse Rueckseite

 Anschlussterminal beim Center

Der 3090C hat die gleichen, unkonventionell angeordneten Anschlussterminals und zwei kleine Bassreflexöffnungen hinten links und rechts.

Q-Acoustics 3000 Serie 3070S Front Seitlich3

Der aktive Subwoofer 3070S liefert 140 Watt RMS-Leistung und passt bezüglich des Designs perfekt zum Rest der 3000er Serie

Das, was viele nicht realisieren, schafft Q Acoustics: Dass der aktive Subwoofer der 3000er Baureihe mit 140 Watt RMS-Leistung optisch optimal zu den passiven Komponenten passt und die Formensprache der Satelliten und des Centers perfekt aufnimmt. Vier schlanke Füße befinden sich unter dem aktiven Bassisten, der mit zwei 165 mm Langbub-Tieftönern bestückt ist. Die zwei recht kleinen Tieftöner garantieren eine hohe Impulstreue und ein sensibles Ansprechen auch bei kleinen Bassimpulsen. Dadurch, dass sich zwei dieser Chassis finden, ist die insgesamt vorhandene Membranfläche aber gleichzeitig groß genug. Ein souveräner, satter Bass ist, wie später die Testreihen zeigen werden, der Erfolg dieser Bemühungen. 

Q-Acoustics 3000 Serie 3070S Front Seitlich1

Aktiver Subwoofer mit Abdeckgitter

Der aktive Subwoofer wiegt 13,6 kg und ist 200 mm breit, 400 mm hoch und 425 mm tief. Dank dieser doch noch recht kompakten Abmessungen kann man ihn auch in kleineren Lokalitäten problemlos unterbringen. 

Q-Acoustics 3000 Serie 3070S Rueckseite Seitlich

Rückseite

Q-Acoustics 3000 Serie 3070S Tieftoener

Ohne sichtbare Schrauben sind die beiden 165 mm Langhub-Tieftöner in die Schallwand eingelassen 

Q-Acoustics 3000 Serie 3070S Bedienelemente Rueckseite

Pegel und Übernahmefrequenz, 0/180 Grad Phase schaltbar, An-/Abschaltautomatik

Q-Acoustics 3000 Serie 3070S Anschluesse Rueckseite

Cinchanschlüsse und Netzanschluss. Keine Hochpegeleingänge

Der aktive Subwoofer ist hinsichtlich Einstellmöglichkeiten und Anschlüssen eher spärlich bestückt. 2 x Cinch, Regler für Pegel und Übernahmefrequenz, An-/Abschaltautomatik und Phasen-Umschalter 0/180 Grad – das war es. Es finden sich keine EQ-Programme (z.B. Musik/Film) oder Hochpegeleingänge.

Insgesamt erhält der Käufer mit dem 5.1-Surroundset der 3000er Serie ein sauber verarbeitetes, optisch sehr attraktives kompaktes Lautsprechersystem zum fairen Preis. Wir sind gespannt, wie sich die Q Acoustics-Schallwandler nun in den Klangtestreihen schlagen.

Klang

Als AV-Receiver haben wir den außerordentlich leistungsstarken Onkyo TX-NR3030 verwendet, um aufgrund des bei kompakten Satellitenlautsprechern meist eher durchschnittlichen Wirkungsgrades stets ein Optimum an Leistung anliefern zu können. Wir haben in den ersten Testreihen unser iPhone 6 Plus mit dem Onkyo per Bluetooth verbunden und Musik drahtlos zugespielt. Der Onkyo hat das Material dann mittels DTS Neo:X aufpoliert. Wir starten mit „Heartless“, einem tollen Trance-Track von Dave Schiemann. Der aktive Subwoofer kann sich sofort hervorragend behaupten.

Mit sauberem, kraftvollem Bass schiebt er an, und lässt sich keinesfalls vom Wunsch des Hörers abschrecken, auch eine forschere Gangart mit höherem Pegel auszuwählen. Der Sub bleibt souverän und liefert ohne störende Nebeneffekte puren Bass – ausgezeichnet. Die vier Satelliten und der Center garantieren ein gleichmäßiges, homogenes Klangbild und sind von der Auslegung her erneut typisch Q Acoustics. Heißt: Harmonie ist Trumpf, gepaart mit guter Lebendigkeit. Die Komponenten der 3000er Serie „schreien“ einen im Hochtonbereich nicht an, sondern spielen rund und etwas dezent. Wer es enorm brillant und transparent mag, kommt hier vielleicht nicht ganz auf seine Kosten, wer aber gern ausgewogen und angenehm hört, findet hier beinahe ideale Partner in Relation zum investierten Geld. Die beiden Satelliten vorn, der Center und der aktive Bass gehen eine überaus gelungene Verbindung ein, denn der Hörer hat den Eindruck einer in sich geschlossenen Front-Klangkulisse ohne störende Klanglöcher.

Bei „Raptor“ von Digital X, ebenfalls eine Trance-Hymne, das identische Bild: Der aktive Subwoofer trifft genau den Punkt, der Bass ist hart und schwingt nicht unschön nach. Im Kickbassbereich agiert der 3070S dank der beiden recht kleinen, aber mit langem Hub ausgestatteten Tieftöner ungemein flink. Effekte werden mit akkurater Struktur in den Hörraum geschleudert, kleinere dynamische Differenzen berücksichtigt das System tadellos.

Erstaunlicherweise klingt das 3000er System auch im 2.1 Stereo-Betrieb richtig gut. Bei „California Dreaming“ von Diana Kralls „Wallflower Deluxe“-Album (48 kHz/24-Bit) trumpfen die Lautsprecher groß auf und liefern eine tadellose Stimmpräsentation. Nur im Bassbereich fehlt es etwas an Feindynamik. Für die Preisklasse kann man aber sehr zufrieden sein. „Flowers Of Sendai“ (FLAC 96 kHz/24-Bit) vom Jan Lundgren Trio kommt ebenfalls in Stereo sehr gut heraus, der Piano-Track wirkt erstaunlich detailreich und kultiviert. Die Räumlichkeit, die geboten wird, ist tadellos. Insgesamt erstaunt uns, welches hohe Maß an atmosphärischer Dichte die beiden kleinen Satelliten erzeugen können.

In 96 kHz/24-Bit liegt auch das erste Allegro aus Wolfgang Amadeus Mozarts Violinenkonzert in D-Dur vor. Schwungvoll und mit durchaus feststellbarem Elan machen sich die Q Acoustic-Schallwandler im 2.1-Betrieb an eine gefällige Wiedergabe. Und man kann durchaus sogar genauer hinhören, ohne entsetzt zu sein. Die offerierte Detailarbeit ist für ein solches Set mehr als respektabel. Die Violinen-Soli ertönten mit guter Differenzierung und angenehmer Klangcharakteristik. Die orchestralen Einsätze werden mit tadelloser Dynamik präsentiert, so dass selbst der Klassikhörer, der keine Referenzansprüche, sondern etwas gehobene Ansprüche stellt, mit dem Set der 3000er Serie prima zurecht kommen wird. 

Bei der DTS-HD Master Audio-Tonspur der Lichtmond 3 „Days Of Eternity“ Blu-ray haben wir uns „Nightflight To Chronos 1 + 2“, „Feel The Spirit“ sowie „Wheel Of Time“ angehört. Das Set der 3000er Serie kommt mit dem anspruchsvollen, weil sehr dynamischen, kraftvoll abgemischten Material überragend zurecht und sichert einen gleichermaßen energiegeladenen wie facettenreichen Sound. Kultiviert die Streicher-Sequenz, massiv greift, wenn er gefordert ist, der 3070S ein und unterfüttert das Klangerlebnis mit nachdrücklichem Bass. Die Räumlichkeit, die bereit gestellt wird, ist für ein so kompaktes System ausgezeichnet.

Man taucht richtig ins akustische Erlebnis „Lichtmond“ ein und erlebt so einen umfassenden, lebendigen, aber nie unharmonischen Klang – auch gern bei deutlich gehobenem Pegel. Die Pegelfestigkeit der Komponenten ist nicht nur ohne Fehl und Tadel, sondern extrem gut. Hier wird auch derjenige seine Freude haben, der das kleine Set sogar in einem dedizierten Heimkinoraum verwendet. Das Abklingen von Effekten, die Effektübergänge und die durch alle Channels alternierende männliche Stimme kommen impulstreu heraus. Der Aufbau jedes Tracks ist jederzeit klar nachvollziehbar und sehr akkurat. Die kurz darauf folgende weibliche Gesangstimme hat tadellos gezeichnete Konturen und eine recht neutrale Tonalität. 

Im 2. Kapitel von „Fluch der Karibik 3“ (Dolby Digital 5.1) beweist uns das Q Acoustics Set, wie gut subtile Effekte wiedergegeben werden und eine hohe atmosphärische Dichte erzeugt wird. Der Spannungsbogen, der akustisch vorhanden ist, wird sehr überzeugend dargestellt. Der Singsang der Frauenstimme, das Knarzen von Gebälk, die Schritte, die männlichen Stimmen, das Plätschern von Wasser – all das arbeiten die kompakten Satelliten und der Center glaubwürdig heraus. Facettenreichtum und Räumlichkeit im Detail sind ausgezeichnet, man sitzt hier inmitten der Ereignisse und bekommt auch dank der gelungenen Front-Surround-Übergänge ein beinahe komplettes Filmton-Erlebnis präsentiert. Das Auflösungsvermögen ist gut, was für die Preisklasse alles andere als eine Selbstverständlichkeit ist.

Gerade bei der Wiedergabe kleiner, subtiler Effekte, die hier teilweise von einem unterschwelligen Basseinsatz ergänzt werden, scheitern viele günstigere Lautsprechersysteme. Nicht so das 5.1-Set der 3000er Serie – hier kann man sich wirklich ein kleines „Home Cinema“ mit einer Größe von ca. 12 bis knapp 25 Quadratmeter einrichten und sich über einen fesselnden Klang freuen. Dazu passt auch die Stimmwiedergabe mit lobenswerten Konturen. Nur der Wirkungsgrad ist trotz Bassreflex-Bauweise lediglich durchschnittlich. Man sollte also demnach einen AV-Receiver verwenden, der mit ausreichend Leistung ausstaffiert ist. Modelle der Einsteigerliga eignen sich nicht so gut, hier sollte man sich schon in der 500 bis 600 EUR-Klasse (bezogen auf die UVP) orientieren. Es reicht oft, ein Vorjahresmodell anzuschaffen, dann werden für Geräte, die einst eine UVP von 600 EUR hatten, nur noch rund 400 EUR fällig. 

Nun hören wir uns den 007-Film „Skyfall“ in DTS-HD Master Audio ab Filmstart an. Zunächst ist der britische Doppelnull-Agent in einer Wohnung in Istanbul, in der er schwer verletzte bzw. getötete Kollegen vorfindet. Der eiskalte Killer Patrice hat eine Festplatte mit wichtigen, sensiblen hochgeheimen Daten gewaltsam entwendet und flüchtet. Die Schritte von 007 auf dem Weg zur Wohnung sowie der Music Score werden mit guter Dynamik erfasst. Die Stimme von Bond ertönt minimal zu dumpf. Hier könnte etwas mehr Charisma nicht schaden. Als 007 mit seiner Waffe hantiert, kommen auch diese kleinen Geräusche prima heraus. Nach kurzer Zeit setzt er Patrice, der im Audio A5 Sportback die Flucht ergreift, hinterher. Seine Kollegin steuert den Land Rover Defender Pickup. Die Effekte (z.B. als der Land Rover beide Außenspiegel verliert) könnten noch detailreicher und massiver herauskommen. Der Music Score ist im Verhältnis etwas zu dominant.

Das Quietschen der Reifen beim von Bond eingeleiteten Fahrmanöver, als der Audi gerammt wird, kommt hingegen ebenso überzeugend heraus wie der sich anschließende Crash von Patrice, der aber unverletzt aus dem Autowrack steigt und sofort mit seiner Automatikwaffe das Feuer eröffnet. Durchdringend und dynamisch werden die Schuss-Salven wiedergegeben. Es folgt eine wilde Verfolgungsjagd auf gestohlenen Enduros zwischen dem englischen Geheimagenten und dem Killer Patrice. Diese führt auch über die Dächer Istanbuls. Die Fahrgeräusche der Motoren kommen sehr gut heraus, auch das Hochschalten. Als die beiden mit ihren Maschinen quer durch den Grand Bazar im Herzen der türkischen Metropole rasen, werden auch hier die zahlreichen, teils parallel stattfindenden Effekte anstandslos herausgearbeitet. Die wilde Fahrt der Kollegin im Land Rover mit zahlreichen Crashs anderer Verkehrsteilnehmer wirkt dynamisch, der aktive Subwoofer untermauert die Unfallsequenzen mit kraftvollem Bass. Aufgrund der recht kompakten Abmessungen fehlt es dem Sub nur unten im Frequenzkeller an Tiefgang. 

Konkurrenzvergleich

Wählt man eine der Sonderfarben, kommt ein 5.1-Set der 3000er Serie von Q Acoustics auf gut 1.400 EUR, in der Standard-Variante liegt der Preis mit 1.095 EUR niedriger. Ein fairer Preis, wer aber noch 950 EUR drauflegt und landet dann beim Klipsch Reference Premiere Serie 5.0-Set, bestehend aus RP-260F Stand-LS, RP-250C Center und Dipolen RP-240S. Hier ist kein aktiver Subwoofer enthalten, den braucht man aber auch keinesfalls zwingend. Das liegt an den exzellenten Bassqualitäten der RP-260F und deren sehr hohen Wirkungsgrad. Das Klipsch-Set als Alternative für „echte Männer“ ist ein klassischer Gegenentwurf zum 5.1-Ensemble der 3000er Serie. Mehr Dynamik und Pegelfestigkeit gibt es hier für den Mehrpreis, und natürlich einen noch solideren Grundtonbereich. Wer wenig Platz hat und auf eine unauffällige Integration Wert legt, auf sehr guten Klang aber nicht verzichten möchte, kann ebenso das Q Acoustics Set wählen und spart auch noch einiges an Geld, das z.B. gleich in einen passenden AVR investiert werden kann. Wer es dauerhaft richtig „krachen“ lassen möchte und gestandene Boxen im klassischen Design favorisiert, wird mit dem Klipsch-Ensemble glücklich, das für die gebotenen Leistungen auch sehr fair kalkuliert ist. 

Es geht auch deutlich günstiger als beim Q Acoustics-Set: Das Definitive Technology ProCinema 600 kommt auf 799 EUR und ist gut verarbeitet sowie akustisch durchaus überzeugend. Wer ein reines Wohnzimmer-Set sucht, ist hier gut bedient. Klar ist allerdings, dass weder die Pegelfestigkeit noch die Dynamik des kraftvollen Q Acoustic Ensembles offeriert werden können. Daher ist der kräftige Preisunterschied voll gerechtfertigt. 

Vom selben Hersteller, also ebenfalls von Q Acoustics, kommt das 5.1-Set 7000i zum Preis von 1.299 EUR. Die Formensprache ist etwas anders, das Set aus der 3000er Serie wirkt im direkten Vergleich klassischer. Gut verarbeitet sind beide Sets, auch klangstark. Beide Subs sind hervorragend, der 7000i Sub schenkt bei hohem Pegel ein Gläschen mehr Leistung ein. Der Wirkungsgrad der Satelliten des 7000i Systems war in unseren Testreihen unter dem Wirkungsgrad der 3010-Satelliten. Das 7000er 5.1-System verlangt also noch mehr nach einem entsprechend leistungsstarken AV-Receiver. Akustisch klingt das 7000er Set eine Spur weniger harmonisch, obwohl, typisch Q Acoustics, der Gedanke eines harmonischen Sounds auch dort groß geschrieben wird. Dafür detaillieren die 7000er Satelliten eine Spur besser. Letzten Endes ist es demnach eine Frage des persönlichen Geschmacks. 

Fazit

Q-Acoustics 3000 Serie Gruppenbild1

Mit dem Kauf des 5.1-Surroundsets aus der Q Acoustics 3000er-Serie trifft man eine sehr gute Entscheidung. Gerade mit dem Kunstleder-Bezug wirken die Lautsprecher optisch sehr schick, edel und gefällig. Die gut 1.400 EUR bzw. 1.095 EUR für die Standardausführungen Gesamt-Investition für ein Mehrkanal-Ensemble sind als sehr fair einzustufen. Dafür bekommt man eine sehr hohe Pegelfestigkeit, eine tadellose Räumlichkeit und eine ordentliche Dynamik serviert. Gerade für musikalisches Material ist das Set ausgezeichnet geeignet. Im Filmtonbereich merkt man, dass es dem recht kompakten Sub im Frequenzkeller etwas an Tiefgang fehlt, zudem wird der Music Score manchmal etwas zu dominant eingearbeitet. 

Optisch schickes, akustisch starkes 5.1-System aus Großbritannien
ueberragend
Subwoofer-/Satellitensysteme Mittelklasse bis 2.000 EUR
Test 12. Juni 2015

+ Im Musikbetrieb, Mehrkanal und Stereo, hervorragend
+ Räumlich dicht aufspielend
+ Sehr gute Dynamik
+ Angenehmer, harmonischer Klang
+ Pegelfest
+ Schicke Optik und gute Verarbeitung
+ Fairer Preis

– Wirkungsgrad nur durchschnittlich
– Tiefgang des Subwoofers im Filmtonbetrieb

Test: Carsten Rampacher
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 12. Juni 2015




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