TEST: Portabler Bluetooth-Lautsprecher JBL Pulse – Licht-Künstler und talentierter Akustiker?

 

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Für rund 160 EUR Marktpreis gibt es mit dem JBL Pulse einen sehr speziellen, ultrakompakten Bluetooth-Lautsprecher. Sehr speziell deshalb, weil er nicht nur klangliche Reize verspricht, sondern dank eingebauter 64 LEDs auch zahlreiche Lichteffekte offeriert, die der Anwender mittels kreisender Fingerbewegungen oben an den kleinen Punkten auf dem Gehäuse auch noch selber farblich steuern kann. 5 Lichteffekte sind vorprogrammiert. Die Schnelligkeit bzw. der Takt der Lichteffekte richtet sich nach dem gerade laufenden Song. Auf Wunsch können die Lichteffekte auch deaktiviert werden. 

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Zahlreiche Lichteffekt sind verfügbar.

Zusätzlich ist es möglich, mittels der für Apple iOS und Android Devices erhältlichen „JBL Music“ App noch weitere speziell kreierte Effekte wie „Meteor“ oder „Fire“ auf dem Pulse laufen zu lassen. Mit Hilfe der App ist es auch möglich, Updates durchzuführen. Die App bietet eine Bibliothek für Lichteffekte, 5 davon lassen sich per Drag&Drop in die obere Leiste ziehen, durch längeres Drücken auf den jeweiligen Button werden sie dann mit dem Pulse synchronisiert. An Effekten gibt es: Meteor, Equalizer, Club, Chill, Fog, Fire, Breath, Dance, Robot, Wave, Neon und Rainbow. Hier einige Screenshots der Android-App:

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In die App integrierte Bedienungsanleitung

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Effektbibliothek

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Weitere Effekte

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Download neuer Firmware

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Installation der neuen Firmware

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Light Editor

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Grundmenü für die Licht-Funktionen

Wenden wir uns weiteren technischen Merkmalen des JBL Pulse zu. Der eingebaute Verstärker leistet 2 x 6 Watt.  Maximal 86 dB Schalldruck können laut JBL erzeugt werden. Zwei 40 mm Vollbereichstreiber haben die Aufgabe, für guten Sound zu sorgen, dabei wird ein Frequenzbereich von 100 Hz bis 20 kHz abgebildet. NFC für eine besonders einfache BT-Kopplung ist auch integriert.

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Micro USB-Terminal zum Aufladen und 3,5 mm Miniklinken-Stereoanschluss

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JBL Pulse: Unterseite

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Netzteil

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Bedienelemente fürs Pairing sowie zum Einstellen der Lichteffekte

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Gummierte Gehäuseteile

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Gitter über den LEDs

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Der eingebaute Lithium-Ionen-Polymer-Akku mit 4.000 mAh schafft maximal 10 Stunden Laufzeit im reinen Musikbetrieb und 5 Stunden Laufzeit im kombinierten Licht-/Sound-Einsatz – die Akku-Lebensdauer richtet sich natürlich auch nach Hörlautstärke und danach, wie oft und intensiv die Lichteffekte genutzt werden. Hat das portable Quell-Device kein Bluetooth, ist auch ein 3,5 mm Miniklinken-Stereoeingang vorhanden. 

Der JBL Pulse ist sauber verarbeitet,  ein solides Metallgitter sitzt vor der Lautsprecher- und LED-Konstruktion. Die Seitenteile sind leicht gummiert, was sie haptisch angenehm und optisch attraktiv macht. Das silberne JBL-Logo ist in der gummierten Fläche eingelassen. 

Klang&Licht

Die Lichteffekte machen richtig Spaß, gerade dann, wenn man House- oder Techno-Musik hört. Die Auswahl an unterschiedlichen Lichteffekten ist tadellos, die rasche manuelle Eingriffsmöglichkeit für den User über den Ring oben bzw. seitlich (je nach Lage) am Pulse bringt einen zusätzlichen Gewinn. Je nach Laune und Musik kann man die Lichteffekte auch farblich gut abstimmen. Das Ganze wirkt hochwertig integriert und keinesfalls billig gemacht. 

Wie steht es um die klanglichen Fähigkeiten des Pulse? Wunder kann man von einem so kompakten Device definitiv keine erwarten, Wir füttern den kleinen Lautsprecher mit „flottem“ Material, bei dem wir denken, dass es zu Optik und Anspruch passt. Aviciis „Addicted To You“ startet recht verhalten, der aktuelle Charthit der Schweden wird vor allem von den Vocals getragen sowie eingestreuten akustischen Instrumenten sowie selektierten elektronischen Effekten. Dann, nach ca. 1 Minute, geht es sozusagen los und der kleine Pulse macht seine Sache recht gut. Der Klang ist klar, die Stimme kommt ordentlich heraus, nur bezüglich des Nachdrucks im Bassbereich sollte man keine zu hohe Erwartungshaltung mitbringen. Für einen so kleinen Bluetooth-Lautsprecher ist die Basswiedergabe tadellos, aber wer hier verwöhnt ist, muss schon mit Abstrichen leben. 

Bei „Misfit“ von Darius&Finlay geht der Pulse BT-Lautsprecher sogar mit einer recht ansprechenden Grobdynamik ans Werk. Elektronische Effekte werden mit einer für einen kompakten Aktivlautsprecher tadellosen Räumlichkeit herausgearbeitet. Die Vocals präsentieren sich stimmig eingearbeitet und wirken nicht unterrepräsentiert. Kleinere dynamische Unterschiede stellt der JBL Pulse besser da als erwartet. 

Wechseln wir zu 007 – zumindest musikalisch: „Skyfall“ von Adele kommt erstaunlich gut zur Geltung, was daran liegt, dass die Stimme wiederum gut eingearbeitet wird und zudem der Klang des Pianos überraschend klar ist und keinesfalls so matt und oberflächlich, wie wir es befürchtet hatten. 

„You Win Again“ von den Bee Gees schmälert die Bilanz des Pulse ebenfalls nicht. Sogar Ansätze eines kräftigen Auftritts sind zu Beginn herauszuhören. Sicher, hier von „Wucht“ oder „Nachdruck“ zu sprechen, wäre schon etwas vermessen, aber für den musikalischen Blitzeinsatz unterwegs oder bei der abendlichen Grillparty am Badesee ist der JBL Pulse sehr gut geeignet und wirkt bilanzierend akustisch auch nicht ärmlich, Vielmehr erfreut die runde, lebendige und natürliche Klangauslegung – nicht blechern und monoton, sondern mit solidem Bühnenaufbau und nachvollziehbarer Räumlichkeit. 

Konkurrenzvergleich
  • JBL Charge: Mittlerweile gibt es den verbesserten Charge 2, unsere Feststellungen beziehen sich auf die erste Charge-Generation. Vorzug gegenüber dem Pulse ist die Möglichkeit des Charge, einem leeren Smartphone die Möglichkeit zum Aufladen zu geben. Dafür fehlen natürlich die Lichteffekte. Vorteil aus monetärer Sicht – der JBL Charge der ersten Generation ist mittlerweile für knapp unter 90 EUR zu bekommen. Der Klang ist auch beim Charge klar und dynamisch, kleinere Details arbeitet der Pulse noch etwas besser ein. 
  • MEDION LIFEBEAT Black Box: Größer, aber auch recht schick, mit natürlichem Klang und guter Pegelfestigkeit – MEDIONs preislich günstigere Beitrag zum Thema portable BT-Lautsprecher gefällt durchaus.  Die eingebaute Freisprecheinrichtung hat uns nicht begeistert. Für recht wenig Geld erhält man ansonsten einen sehr gut verarbeiten Bluetooth-Speaker, der auch NFC an Bord hat. 
  • Audiovox Twiek 6: Für rund 70 bis 80 EUR Marktpreis (je nach Farbe) zu haben, ist der Audiovox Twiek 6 mit maximal 18 Stunden Laufzeit bei normalem Lautstärkepegel ein Meister der Akkulaufzeit. Auch die Verarbeitung gefällt. Der mögliche Maximalpegel ist nicht allzu hoch, der Klang ist zwar recht klar, doch im Bassbereich tut sich sehr wenig. 
Fazit

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Originell und klanglich klar – der JBL Pulse

JBL bietet mit dem Pulse einen konkurrenzlosen Bluetooth-Lautsprecher an. Konkurrenzlos deshalb, weil er sehr kompakte Abmessungen mit einer LED-basierten Lichtshow verbindet, und zwar auf eine elegante Art und Weise. Sehr gut verarbeitet und per App zu steuern, lässt sich der Pulse auch akustisch nichts nachsagen: Der Klang ist klar und recht dynamisch. Der Kaufpreis geht in Anbetracht von Qualität, Einsatzmöglichkeiten und Ausstattung in Ordnung. 

„Industrial Light&Sound“ – was Hollywoods Effekt-Genies miteinander auf hohem Niveau verbinden, schafft der JBL Pulse für den mobilen Einsatz
ausgezeichnet
Portable Bluetooth-Lautsprecher Mittelklasse
Test 21. August 2014

+ Konkurrenzlose, kompakte Kombination aus Licht und Klang
+ Klare und recht dynamische Akustik
+ Ordentliche räumliche Wirkung
+ Verschiedene Lichteffekte abrufbar
+ Per App zu steuern
+ Sehr gute Verarbeitung

– Keine Auflademöglichkeit fürs Smartphone
– Bei Licht- und Soundeinsatz recht geringe Akku-Lebensdauer

Test: Carsten Rampacher
Fotos: Philipp Kind
Datum: 21. August 2014




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