TEST: Elac Adante AS-61 – Hightech-Kompaktlautsprecher für 3.000 EUR Paarpreis

Elac Adante AS-61 Gruppenbild2

Elac macht mit der Adante-Lautsprecherserie eine klare Hightech-Ansage in der Oberklasse. Die Adante AS-61 Kompaktbox, die zu einem Paarpreis von 2.998 EUR (ohne Ständer) angeboten wird, beeindruckt bereits optisch und haptisch mit einer sensationellen Verarbeitungs- und Materialgüte, die wir in diesen Preisklassen bislang selten erleben durften. 

Elac Adante AS-61 Front Seitlich2

Grandiose Verarbeitung, wertvolle Materialien

Highlights finden sich aber nicht nur optisch, sondern auch technisch, zahlreiche Innovationen stehen bei der Adante-Serie im Fokus. Kernstück der Kieler Lautsprecher sind die ICC-Gehäuse. 

ICC (Interport Coupled Cavity) Gehäuse sind hinsichtlich ihrer konstruktiven Merkmale und ihrer Eigenschaften äußerst komplex, beeindrucken aber durch direkt wahrnehmbare enorme Leistungsfähigkeit bei tiefen Frequenzen. Die Entwicklung verlangt höchstes Know-How, und die Anforderungen an eine sorgsame Fertigung sind immens hoch. Aus diesen Gründen sind derartige Designs bei preislich noch erschwinglichen Lautsprechern selten. Andrew Jones, der unter anderem auch schon für die Elac-Erfolgsserie Debüt verantwortlich ist, nahm die Herausforderung an, einen Lautsprecher ohne Kompromisse und mit bestem Preis-/Leistungs-Verhältnis zu entwickeln

Elac Adante AS-61 Rueckseite Seitlich

Rückseite komplett

Jedes Adante-Gehäuse besteht eigentlich aus mehreren Einzelgehäusen. Der koaxiale Mittel-/Hochtöner ist in einem eigenen, von der Umgebung isolierten Raum im Gehäuse untergebracht. Alle Baugruppen für die Basswiedergabe sind ebenfalls separiert. Die Elemente, bestehend aus je einem aktiven und einem passiven Chassis, befinden sich in eigenen Kammern, die intern mit 2 Bassreflexrohren verbunden sind. Im Falle der AS-61 eine Kammer, beim Center zwei und beim Standlautsprecher drei Kammern. Der generelle Vorteil eines ICC-Gehäuses ist, dass bauartbedingt es keine Bassreflexverbindung nach außen gibt. Somit ist diese Konstruktion frei von störenden Ventilationsgeräuschen oder anderen Verzerrungsartefakten, wenn in unserem Fall der AS-61 Kompaktlautsprecher übersteuert wird.

Das ICC-Konzept offenbart aber noch eine weitere Besonderheit: Denn das aktive Lautsprecherchassis ist von außen nicht sichtbar im Inneren des Gehäuses verborgen und gibt seine Energie, wie auch das Bassreflexrohr, über den von der Fläche her größeren passiven Radiator ab, der die musikalische Information präziser und kraftvoller präsentiert, als es bei einem konventionellen System mit konventionell von außen sichtbarer Bassreflexöffnung möglich wäre.

Die hoch entwickelte Gehäusekonstruktion offeriert auch für die Bearbeitung der elektrischen Signale durch die aus hochwertigen Bauteilen bestehende Frequenzweiche entscheidende Vorteile. Mit dem Einsatz der ICC-Technologie geht ein akustisches Tiefpassverhalten mit der Charakteristik eines Filters 2. Ordnung einher. So können nicht nur die elektrischen Filter der Frequenzweiche besonders effizient gestaltet werden, sondern auch mögliche Artefakte von Verzerrungen werden durch das akustische Filter wirksam unterdrückt. Wir sind in den Klangtestreihen später sehr gespannt, wie sich die Adante schlägt. 

Elac Adante AS-61 Tiefmitteltoener

Sichtbarer 200 mm Passiv-Radiator

Der aktive Aluminium-Kalotten-Tieföner selber ist ein 165 mm Bauteil, der Passivradiator misst 200 mm Der Passivradiator ist mit einer steifen Aluminiumklatoote und mit einem Gusskorb ausgestattet. Aufgrund des geringen Gewichts kann er sehr schnell, das heißt impulstreu, agieren, zudem ist er nahezu unempfindlich gegenüber störenden Verzerrungen im Vergleich zu einem aktiven Chassis in identischer Größe. 

Elac Adante AS-61 Hochtoener

Neu entwickelter Koax-Treiber

Einige Elac-Baureihen sind für den legendären JET-Bändchenhochtöner bekannt, doch zu diesen Serien zählt die Adante-Baureihe nicht. Hier arbeitet ein neu entwickelter Koaxial-Mittel-Hochtöner. Im Sinne bestmöglicher Gruppenlaufzeiten sitzt, nach dem Prinzip der Punktschallquelle, der Hochtöner im Zentrum des Mitteltöners. Elac möchte nach eigenen Angabe mit der Koaxialchassistechnologie Maßstäbe in Sachen Linearität, maximaler Belastbarkeit und Detailtreue setzen. Der recht große 135 mm Mitteltöner, dessen Membran aus reinem Aluminium besteht (für maximale Stabilität bei gleichzeitig geringster tonalen Verfärbung), bietet ein spezielles Layout mit 50 mm Schwingspule, was zu einem höheren maximalen Schalldruck und gleichzeitig zu höherer Empfindlichkeit als bei vergleichbaren Koaxialchassis führt. Die üppig dimensionierte 50 mm Schwingspule offeriert gleichzeitig mehr Raum für den neu entwickelten Hochtöner. Für eine bestmögliche Performance wurden sowohl eine breite Sicke, als auch ein neues Basismaterial verwendet, welches eine niedrigere Grenzfrequenz gestattet. Überdies ist das Koaxialchassis mechanisch mit Hilfe von Vibrationsdämpfern von den anderen Chassis und dem Gehäuse entkoppelt, um die Übertragung von Vibrationen auf das Koaxialchassis zu minimieren und die Klangreinheit zu stärken.

Elac Adante AS-61 Standfuesse1

Passender Ständer

Der „Stand der Dinge“ ist Elac natürlich auch sehr wichtig. Daher sind sowohl für den Kompaktlautsprecher AS-61, als auch für den Center Lautsprecher AC-61 entsprechende passende Ständer erhältlich, die nicht nur optisch erstklassig zu den Lautsprechern passen, sondern auch noch die mögliche maximale Performance verbessern.

Elac Adante AS-61 Standfuesse2

Fuß

Die beiden Aluminium-Säulen sind hohl und können beispielsweise mit Quarzsand oder Bleikugeln befüllt werden, um die Masse wesentlich zu erhöhen. Die obere Platte ist mit den nötigen Bohrungen versehen, die mit dem Lochbild der Gewindeeinsätze auf den Unterseiten der Lautsprecher korrespondieren. Um die Stabilität weiter zu erhöhen, wird die Grundplatte eines jeden Ständers aus 4 mm dickem Stahl gefertigt. An jeder Ecke befinden sich speziell entwickelte höhenverstellbare Spikes.

Elac Adante AS-61 Verarbeitung2

So sieht eine mustergültige Verarbeitung aus

Elac Adante AS-61 Verarbeitung

Geringe Spaltmaße

Die Adante AS-61 ist, wie schon eingangs erwähnt, auf Referenzniveau verarbeitet. Der 3-Wege-Interport Coupled Cavity-Lautsprecher ist mit einem 25 mm Gewebehochtöner, einem 135 mm Alu-Mitteltöner, einem 165 mm Alu-Tieftönerund einem 200 mm Passivradiator, ebenfalls mit Aluminium-Membran, bestückt. Das extrem steife, solide Gehäuse überzeugt qualitativ bis ins letzte Detail, so z.B. die überragende Kantenverarbeitung oder die präzise Einpassung der Aluminium-Schallwand vorn. Auch die Lautsprecherschutzgitter sind von exzellenter Qualität. 

Elac Adante AS-61 Detail Anschluesse

Ohne Worte: Extrem hochwertige Bi-Wiring-Anschlussterminals

Die Bi-Wiring-Anschlussterminals gehören zum besten, was wir in 20 Jahren Test-Erfahrung gesehen haben. Der Frequenzgang der AS-61 reicht von 41 Hz bis hoch auf 35 kHz, somit kann auch Hi-Res-Audio-Material bestens präsentiert werden Die Empfohlene Verstärkerleistung liegt bei 50 bis hin zu satten 160 Watt pro Kanal. Der 4-Ohm-Lautsprecher bringt eine durchschnittliche Empfindlichkeit von 85 dB mit. Daher sollte man schon einen kraftvollen Verstärker verwenden, der die AS-61 auf Trab bringt. Wahlweise gibt es die 485 mm hohe, 245 mm breite und 400 mm tiefe Box in Hochglanz Schwarz, Hochglanz Weiß oder in Palisander Furnier. 

Klang

Wir beginnen in Flac 48 kHz/24-Bit und Diana Kralls Adaption von „Desperado“ unsere Testreihen. Und schon von der ersten Sekunde an spielen die AF-61 ihre Qualitäten aus: Sehr klar, mit einem fein aufgebauten, aber sehr soliden Fundament, und mit einer hervorragenden Loslösung des Klangs von den Chassis. Mit wohl dosierter Temperatur und hörbarer Anschlagdynamik zeigt die Präsentation des Klaviers enorme Talente. Gegenüber Elac-Lautsprechern mit dem legendären Jet-Bändchenhochtöner hat sich die Auslegung etwas geändert. Der Hochtonbereich löst exzellent auf, ohne Frage,, Bändchen-Liebhaber werden aber unter Umständen dieses enorm luftige, feinperlig-brillante Spiel des Jet 5 etwas vermissen. Wer hingegen immer Boxen mit Kalottenhochtönern betrieben hat, wird absolut begeistert sein.

Mark Knopflers „Basil“ in 192 kHz/24-Bit erfreut als nächster Titel unser Ohr. Sehr detailreich, sehr dynamisch in der Ausformung – Marks Stimme steht präzise mitten im Raum und die Stimmfarbe kommt sehr gut heraus. Die Gitarre mit dem Anzupfen der Saiten erscheint ungemein authentisch, sauber ausbalanciert. Ein Klang-Erlebnis wie aus einem Guss,, filigran, im Bassbereich straff und bei Bedarf entsprechend kraftvoll. Die Adante AS-61 ist eine Meisterin der kleinen Zwischentöne, über den gesamten Frequenzbereich detailliert sie in überragender Manier. 

„Flowers Of Sendai“ (Flac, 88,2 kHz/24-Bit) vom Jan Lundgren Trio beweist ein weiteres Mal, wie gut die Adante AS-61 mit dem Klavier umgehen kann. Das virtuose Spiel kommt feindynamisch ausgezeichnet zur Geltung. Die nahtlosen Übergänge zwischen den einzelnen Frequenzbereichen ist ein großer Vorzug der AS-61: So hat der Hörer den Eindruck, in einem Klangfeld zu sitzen, das ihn völlig umgibt. Die schöne, weitläufige, aber gleichzeitig präzise räumliche Klang-Charakteristik gefällt uns sehr gut. 

Till Broenners „The Good Life“ (Flac, 96 kHz/24-Bit) liegt der Adante AS-61 ebenfalls. Charismatisch, mit einem exakten, aber auch kräftigen Bass macht sie sich ans Werk. Das Saxophon, sehr schwierig korrekt wiederzugeben, bereitet dem Elac-Lautsprecher zu keinem Zeitpunkt Probleme. Die Box aus Kiel zeigt sich auch hier wieder als Meisterin eines kompletten, kultivierten Klangbildes, das durch die bis ins Detail präzise kontrollierte Dynamik für Begeisterung sorgt. 

Geht es auch klassisch? Wir lauschen der Arie „Nessun Dorma“ aus Puccinis Turandot, gesungen von Jonas Kaufmann (Flac, 96 kHz/24-Bit). Mit ungeheurer Präsenz transportiert die AS-61 Kaufmanns Stimme in den Hörraum, man wird richtig gefesselt, vor allem, wenn man den Pegel erhöht, was die Adante souverän und ohne Ermüdungserscheinungen mitmacht. Hohe Lautstärken gehen der Box leicht von der Hand, und Verzerrungsartefakte stören die Harmonie in keinem Frequenzbereich. Die Streicher werden mit hervorragender Balance eingearbeitet, der Chorgesang ebenfalls – so fein und stimmig hören wir ihn nur selten. Dynamische Differenzen werden impulstreu und mit dem nötigen Gefühl angegangen.

„Ave Maria“ in der Adaption von Voces 8 (Flac, 96 kHz/24-Bit) stellt erneut nachdrücklich unter Beweis, wie sauber die Adante Stimmen wiedergibt. Ein Stück ganz ohne instrumentale Begleitung eignet sich zur Feststellung dieser Tatsache naturgemäß besonders gut. Direkt, klar, fein – alle Attribute, die eine erstklassige Präsentation vokaler Elemente auszeichnen, stellt die Elac-Box bereit. Man kann auch genauer hinhören und ertappt den talentierten Lautsprecher trotzdem nicht bei leichten Fehlern. Nein, hier sitzt jeder Ton, die vokalen Übergänge sind herausragend, und das Volumen der jeweiligen Stimme wird schon fast mustergültig, vor allem für diese Preisklasse, herausgestellt. 

Nun wird es deftiger, und die Adante A-61 präsentiert uns, diesmal in 44,1 kHz/16-Bit, den 007-Titelsong „A View To A Kill“ von Duran Duran. Das kraftvolle Zupacken im Bassbereich, die enorme Gesamtdynamik und erneut das freie, gleichzeitig präzise Verteilen des Klangs im Hörraum sorgen auch diesmal für Begeisterung. Selbst bei nur durchschnittlichem Quellmaterial ermöglicht die AS-61 eine komplette, räumlich dichte Wiedergabe. 

Und Bon Jovis „It’s My Life“ bringt auch die nötige Wucht mit – Spitzenklasse, was die Adante bei diesem ebenfalls in CD-Auflösung vorliegenden Track zustande bringt. Auch bei hohem Pegel nimmt das Differenzierungsvermögen nicht ab, und der Hochtonbereich übersteuert nicht unschön, wie wir es leider schon des Öfteren herausgehört haben.

Wir beenden unsere Testreihen mit dem KLF-Klassiker „Last Train To Trancentral“ und geben richtig Gas. Mit Nachdruck, Verve und einem extrem kontrollierten, knallhart zupackenden Bass setzt die Adante Maßstäbe in ihrer Klasse. Der Rhythmus wird in einer Klarheit herausarbeitet, die wir bislang selten hören durften. Alle elektronischen Effekte arbeitet die AS-61 impulstreu ein und schießt sie weit auch in den knapp 30 Quadratmeter messenden Hörraum. 

Konkurrenzvergleich

Canton-Reference-9-K-Front-Seitlich2

Für einen Paarpreis von 2.600 EUR, also 400 EUR günstiger, gibt es die Canton Reference 9 K als ebenfalls kompakte Box mit großartigen akustischen Eigenschaften. Das Klangbild wirkt bei der Adante AS-61 noch eine Idee runder, umfassender, nahtloser, während der famose Keramik-Hochtöner der Reference 9 K noch einen Hauch brillanter agiert. pegelfest sind beide Boxen, im Detail erscheint die Elac noch liebevoller gemacht, aber Material- und Fertigungsqualität sind auch bei der Reference 9 K über jeden noch so kleinen Zweifel erhaben. 

Dali Epicon 2 Front Seitlich4

Nun ziehen wir mal eine absolute Luxus-Kompaktbox hinzu: Die Dali Epicon 2 kommt auf rund 4.600 EUR Paarpreis (ohne Standfüße) und ist damit deutlich teurer als die Adante AS-61. Verstecken braucht sich die Kieler Box trotzdem keinesfalls. Klar, die edle Dali stellt z.B. die Anschlagdynamik eines Klaviers noch geschliffener dar, aber die AS-61 ist in dieser Disziplin auch schon sehr gut unterwegs. Die enorm fein gestaffelte Basswiedergabe ist ein weiterer Punkt, der beweist, dass die Epiocon 2 mit zum Besten gehört, was es zum Thema Kompaktlautsprecher auf dem Markt gibt. Aber die Reife der Adante zeigt sich auch hier, denn sie bleibt nur knapp hinter der Epicon. Wer alles möchte, nimmt die Dali, wer eine hervorragende Box zum fairen Preis sucht, die Elac. 

Teufel Definion 5S Front Seitlich1

Natürlich geht es auch preiswerter. Nicht nur preiswerter als bei der Dali, auch preiswerter als bei Canton und Elac. Die Definion 5S von Teufel beeindruckt mit aufwändigem Koaxial-Chassis und Tiefton-Treibern mit Flachmembran. Ohne die optional erhältlichen Standfüße kostet der Spaß aus Berlin 2.000 EUR. Dafür gibt es dynamischen und ausgewogenen Klang, eine tolle Bass-Performance und eine ausgezeichnete Pegefestigkeit. Ihren Mehrpreis rechtfertigen die Adante AS-61 mit noch besserer Auflösung über den gesamten Frequenzbereich und mit ihrer mustergültigen Verarbeitung und Premium-Materialqualität.

Fazit

Elac Adante AS-61 Gruppenbild2

Die Elac Adante AS-61 profilieren sich als exzellent verarbeitete Hightech-Kompaktboxen, die akustisch mit ihrer Liebe zum Detail und dem nahtlosen Klangbild für Begeisterung sorgen. Der Kaufpreis ist in Anbetracht der Gesamt-Performance als äußerst fair zu bezeichnen. Sehr anspruchsvolle Musikhörer finden zum erstaunlich geringen Kaufpreis einen Schallwandler, der optisch jedes Wohnzimmer schmückt und bei jedem Musikstil für lang anhaltende Hörfreude sorgt.

Die Elac Adante AS-61 brilliert mit mustergültiger Verarbeitung und grandiosem Klang
referenz
Regallautsprecher Oberklasse
Test 12. März 2018

Test: Carsten Rampacher
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 12. März 2018

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