TEST: Dali Oberon 5.1-Lautsprecher-Ensemble (Oberon 7/Oberon Vokal/Oberon On-Wall/SUB E-12F) - Spitzenqualität für 2.500 EUR

Wir haben uns mit der neuen Lautsprecher-Serie Oberon von Dali schon ausgiebig auseinander gesetzt und Tests von der Oberon 7 und von den Oberon On-Wall angefertigt. Nun, in diesem Testbericht, nehmen wir ein 5.1-Set, bestehend aus zwei Oberon 7, dem Oberon Vokal Center, zwei Oberon On-Wall für den Rear-Bereich und einem aktiven Subwoofer SUB E-12F unter die Lupe. Gesamtpreis des Pakets: Knapp 2.500 EUR. Dafür gibt es eine rundherum gute Verarbeitungsqualität und optisch sehr attraktive Lautsprecher-Schutzgitter.

Die Frontabdeckungen der Oberon Serie wurden neu gestaltet. Die abgerundeten, mit einem speziell strukturierten Stoff bespannten Abdeckungen verleihen den Lautsprechern ein schickes Aussehen. Die helleren Gehäuseausführungen weiß und Eiche hell werden mit grau melierten Frontabdeckungen geliefert, die Boxen mit den dunkleren Gehäusefarben schwarz und Nussbaum liegen schwarze Abdeckungen bei. Als optionales Zubehör ist zudem eine weiße Ausführung verfügbar.

Wenden wir uns den einzelnen Komponenten zu und starten mit der Oberon 7, Stückpreis 499 EUR.

Oberon 7

Oberon 7

Die Oberon 7 mit dem neuen 29 mm Hochtöner gibt Frequenzen von 36 Hz bis 26 kHz wieder, weist eine Empfindlichkeit von 88,5 dB auf und bringt 6 Ohm Nennimpedanz mit. Der 2-Wege-Bassreflex-Standlautsprecher erzeugt 110 dB maximalen Schalldruck. Die von Dali empfohlene Verstärkerleistung liegt bei 30 bis 180 Watt. Die Oberon 7 ist 1015 mm hoch, 200 mm breit und 340 mm tief. Das Gewicht: 14,8 kg.

Hochtöner der Oberon 7

Tiefmitteltöner

Oberon 7 Standfuss

Anschlüsse auf der Rückseite

Frequenzweiche der Oberon 7

Gesamtansicht des Standlautsprechers

Typisch für Dali: Die beiden 180 mm Tief-/Mitteltöner mit Holzfasermembran. Die Membranen bestehen aus einer Mischung aus einem durch die Beigabe von Holzfasern verstärkten, feinkörnigen Papierbrei. Das ergibt als Resultat eine besonders steife Struktur mit geringem Gewicht. Heißt: Hohe Belastbarkeit und ebenso hohe Impulstreue. In Kombination mit extrem verlustarmen Sicken und Zentrierspinnen können auch Klarheit und Detailreichtum überzeugen.

Die Oberon 7 ist sorgfältig mit, in unserem Falle schwarzer, Vinylfolie bezogen und ruht auf einem formschönen Sockel, der sicheren Stand gibt. Der Lautsprecher hat eine separate Schallwand, die hochglänzend ausgeführt ist, während die Folierung des Gehäuses in matter Optik vorgenommen wurde. Die Chassis sind präzise eingepasst, die Schrauben sind sichtbar und nicht verdeckt. Gut gefallen uns das hochwertige sowie schicke Lautsprecher-Schutzgitter und die großen Anschlussterminals, die auch Bananenstecker ohne Schwierigkeiten aufnehmen Die Ecken des Gehäuses sind allesamt ordentlich verarbeitet, so dass insgesamt für die Preisklasse ein gutes Zeugnis für das Finish ausgestellt werden kann.

Oberon Vokal

Dali Oberon Vokal

Der Center-Lautsprecher Oberon Vokal ist zu einem Stückpreis von 349 Euro erhältlich. Das Gehäuse des Centerlautsprechers besteht wie bei den anderen Boxen aus CNC-gefrästen MDF-Platten, die mit hochwertig erscheinenden Vinylfolien beschichtet sind.

Mit seiner 29 mm großen, extrem leichten Gewebekalotte und zwei 130 mm (5 1/4‘‘) großen Tiefmitteltönern mit Holzfasermembranen und SMC-Magnetsystemen liefert der neue Center ein exaktes Klangbild mit allzeit verständlicher Stimmdarstellung sowohl bei Filmsoundtracks als auch bei Musikwiedergabe.

Hochtöner

Tiefmitteltöner

Bassreflexöffnung

Rückseite

Auch für den Oberon Vokal gilt: Das Polstück der in den Oberon Tiefmitteltönern eingesetzten Magnetsystemen besteht aus einer Kombination von Eisen und dem patentierten Magnetmaterial SMC. Dank der hierdurch deutlich reduzierten Verzerrungen dritter Ordnung ermöglichen die Lautsprecher der Oberon-Serie ein längeres entspanntes Hörerlebnis mit unaufdringlichen Mitten und einem in dieser Klasse erstaunlichen Detailreichtum. Erstmals bringt Dali die SMC-Technologie in eine so günstige Preisklasse.

Im Interesse eines optimalen Timings sind – mit Ausnahme der Rückseite der Schallwand – alle Innenseiten des Gehäuses mit einem akustischen Dämmmaterial ausgekleidet. Auf diese Weise ist ein direkterer Kontakt zwischen dem Tieftöner und der Bassreflexöffnung sichergestellt. Das zeigt sich in Form eines präziseren Basses und eines offenen, besonders durchsichtigen Mitteltonbereichs, gerade der letzte Punkt ist sehr wichtig bei einem Center.

Die Bassreflexöffnung befindet sich an der Gehäusefront, um auch eine sehr wandnahe Platzierung in einem Regal unter- oder oberhalb des TV-Bildschirms zu ermöglichen.

Hier alle Daten:

  • Frequenzbereich (+/- 3 dB) [Hz] - 47 - 26.000
  • Empfindlichkeit (2,83V/1m) [dB] - 89,5
  • Nennimpedanz [Ω] - 4 Ohm
  • Maximaler Schalldruckpegel [dB] - 109
  • Empfohlene Verstärkerleistung [W] 25 - 150
  • Übergangsfrequenzen [Hz] 2.600
  • Frequenzweichenprinzip 2-Wege
  • Hochtöner / Anzahl - 1 x 29 mm
  • Hochtöner, Art der Membran - Gewebekalotte
  • Tiefmitteltöner / Anzahl - 2 x 130 mm ( 5 1/4") ø
  • Tiefmitteltöner, Art der Membran - Holzfasermembran
  • Gehäusetyp - Bassreflex
  • Bassreflex-Abstimmfrequenz [Hz] -46
  • Empfohlener Wandabstand [cm] - 0 - 50
  • Maximale Abmessungen mit Basis und Abdeckung (HxBxT) [mm] - 161 x 441 x 295
  • Gewicht [kg] - 7,45
Oberon On-Wall

Oberon On-Wall

Flache Lautsprecher liegen im Trend - so kann man z.B. Surroundboxen optisch sehr gefällig integrieren. Daher haben wir uns für die Rear-Beschallung für zwei Oberon On-Wall entschieden, die pro Stück 249 EUR kosten.

Optisch kommen die speziellen Merkmale der Oberon-Serie bei der On-Wall besonders gut zur Geltung. Dänische Designer haben den Boxen eine nordisch-schnörkellose, klare Optik mit auf den Weg zum Kunden gegeben. Ok, unsere Testboxen sind in schlichtem Schwarz-matt gehalten. Da gibt es gibt spannendere Farben im Oberon-Portfolio (zusätzlich finden sich die Farbvarianten Eiche hell, Nussbaum sowie Weiß), aber die abgerundeten Gehäuseecken und der hochwertige, bewusst grobmaschige Stoff des Abdeckgitters kommen sehr gut heraus.

Hochtöner

Tiefmitteltöner

Für die Preisliga ist die Verarbeitung wirklich ordentlich, nirgendwo scheinen echte Schwächen durch. Das Gehäuse besteht aus CNC-gefrästen MDF-Platten, die Folierung wird mittels hochwertigen Vinylfolien bewerkstelligt. Die Chassis sind präzise eingepasst, die Folierung ist ohne erkennbare Fehler aufgetragen und typisch für Dali kann man auch die Lautsprecherkabel-Anschlussterminals kaum kritisieren.

Die Membranen der Tiefmitteltöner fertigt Dali auch bei der Oberon On-Wall aus einer Mischung aus einem feinkörnigen Papierbrei und Holzfasern, die diesem Brei beigemischt werden- für eine besonders steife und leichtgewichtige Struktur. Die Dänen kombinieren dieses spezielle Membranmaterial mit extrem verlustarmen Sicken und Zentrierspinnen - für einen harmonischen und zugleich präzisen Sound.

Sehr solide Verarbeitungsqualität

Rückseite

Hochwertige, gekapselte Schraubanschlüsse

Der On-Wall ist ebenfalls mit dem neu entwickelten 29 mm messenden Kalottenhochtöner und einem 130 mm Tiefmitteltöner bestückt. Zum Hochtöner - das gilt natürlich für alle Oberon-Lautsprecher - möchten wir noch hinzufügen, dass er dank der verhältnismäßig großen Membran einen höheren Schalldruck bei kleinerer Ausrenkung realisiert, was der Präzision bei hohem Pegel zuträglich ist. Die Membran selbst ist aus einem besonders leichten Gewebe gefertigt, das im Vergleich zu den meisten anderen Kalottenhochtönern, die der Markt bereit hält, mit nur 0,060 mg pro mm2 weniger als die Hälfte wiegt - gut für eine ansprechende Impulstreue. Auch einer hohen Belastbarkeit kommt die Kühlung des Hoctöners mit Ferrofluid zugute. Der Hochtöner wird von Dali selbst gefertigt und ist überdies für eine größere Bandbreite in unteren Arbeitsbereich optimiert. Das hat einen praktisch nicht spürbaren und somit nahtlosen Übergang zum Tiefmitteltöner als Folge. Unsere Testreihen belegen, dass diese Mission gelungen ist.

Typisch für den Oberon On-Wall ist zudem die von Dali entwickelte, nach unten abstrahlende Bassreflexöffnung. Durch die clevere Konstruktion verfolgte Dali bei der Entwicklung der Oberon On-Wall das Ziel, dass die Box deutlich "größer" klingen soll, als sie tatsächlich ist. Dass auch dieses Vorhaben erfolgreich zu Ende geführt wurde, beweisen später unsere Hörtestreihen. Dali selbst sieht zahlreiche Einsatzmöglichkeiten für die Oberon On-Wall: Als 2.1-Lösung oder auch in Heimkinosystemen.

Die Oberon On-Wall gibt (bei +/- 3dB) Frequenzen zwischen 55 Hz und 26 kHz wieder und weist eine Empfindlichkeit von 86,5 dB auf. Die Nennimpedanz beträgt 6 Ohm. Der maximale Schalldruckpegel liegt bei 107 dB, die vom Hersteller empfohlene Verstärkerleistung bewegt sich zwischen 25 und 100 Watt. Die Übergangsfrequenz liegt bei 2.100 Hz. Der 2-Wege-Bassreflex-Lautsprecher ist 385 mm hoch, 245 mm breit und nur 120 mm tief. Das Gewicht beträgt 4,9 kg pro Box.

SUB E-12F

Dali Sub E-12F

Für tatkräftige Unterstützung im leistungsintensiven Bassbereich sorgt der Sub E-12F für einen Stückpreis von 649 EUR. Die eingebaute digitale Endstufe liefert 170 Watt Sinus, welche von einem 300 mm Langhub-Treiber umgesetzt werden.

Der E-12F ist mit einem formschönen Aluminium-Sockel ausgestattet, was ihn optisch edler macht. Nach unten strahlt die Bassreflex-Öffnung ab, störende Strömungsgeräusche leistet sich der aktive Däne auch bei hohem Pegel nicht.

Das massive und robust wirkende MDF-Gehäuse hat eine separate, eng sowie präzise sitzende Schallwand, die Lautsprecher-Abdeckung haftet magnetisch. So kann man den aktiven Subwoofer auch ohne Abdeckung aufstellen, und keine unschönen Vertiefungen stören das Gesamtbild.

Großzügig dimensioniertes Chassis

Rückseite des E-12F

Wahlweise erhältlich ist der SUB E-12F in Esche Schwarz, Nussbaum Hell oder Weiß laminiert, die Schallwand bei den beiden ersten Varianten ist in hochglänzendem Schwarz, bei der letztgenannten Version in passendem, hoch glänzendem Weiß ausgeführt. Der SUB E-12F bringt 14,7 kg auf die Waage und ist 370 mm hoch, 340 mm breit und 380 mm tief.

Der SUB E-12 F soll unter allen Umständen immer erstklassig klingen. Daher hat Dali im Verstärkerteil einen Limiter integriert. Dieser arbeitet auf zweierlei Weise: Er vergleicht die Amplitude des Eingangssignals mit dem potenziellen Ausgangssignal sowie die verfügbare Versorgungsspannung des Netzteils mit dem zu erwartenden Ausgangssignal. Zeigt einer dieser Vergleiche ein Problem, reduziert der Limiter den Signalpegel sorgfältig und wohldosiert, so dass praktisch keine Einbußen hinsichtlich der Impulswiedergabe wahrzunehmen sind.

Bassreflexöffnung nach unten

Anschlüsse und Bedienelemente

Die 300 mm messende Alu-Membran des SUB E-12 F soll sich laut Hersteller durch ein hervorragendes Impulsverhalten auszeichnen, da Aluminium gleichermaßen steif wie leicht ist. Nicht umsonst gibt es zahlreiche Hersteller wie z.B. auch Canton, die viele Membrane aus Aluminium fertigen und in ihren Lautsprechern verwenden. Durch das präzise Ein- und Ausschwingverhalten integriert sich der E-12F harmonisch in die Front-Klangkulisse, argumentiert Dali. Stimmt, konstatieren wir, die Zusammenarbeit mit den Oberon On-Wall wird, so zeigen die Testreihen, ausgezeichnet funktionieren.

Dali verzichtet beim E-12F auf eine separate Staubschutzkappe im Zentrum der Membran. Vielmehr besteht die Membran aus einem Stück - das hat zur Folge, dass sich die Schwingbewegung dem Ideal eines Kolbens annähert. Vor allem in den untersten Frequenzbereichen, die der Subwoofer wiedergeben soll, werden Verzerrungen deutlich reduziert.

Der Antrieb des Tieftöners besteht aus einem groß dimensionierten Ferritmagneten, der ein kräftiges Magnetfeld innerhalb des Schwingspulenbereichs bereitstellt. Aufgrund dieser konstruktiven Rahmenbedingungen reicht der Frequenzgang des SUB E-12 F bis auf 28 Hertz herunter, was für einen recht kompakt gehaltenen aktiven Subwoofer als hervorragend einzustufen ist. Im Interesse möglichst geringer Signalverluste kommt eine enorm flexible Sicke zum Einsatz, die große, aber zugleich lineare Auslenkungen ermöglicht.

Klang

Kennzeichnend für alle Oberon Boxen, und somit für das gesamte Set:

  • Offenes, klar gestaffeltes Bühnenbild
  • Exzellente Loslösung des Klangs von den Komponenten
  • Sehr charismatische Stimmwiedergabe
  • Bass sehr präzise
  • Ausgezeichneter Tiefgang
  • Tolle Instrumentaltrennung
  • Hervorragende Detaillierung
  • Hohe Detailtreue
  • Kultivierter, erwachsener Klang
  • Homogene Frontkulisse
  • Sehr harmonisch
  • Breiter Abstrahlwinkel

Wenden wir uns nun den einzelnen Klangbeispielen zu.

Vivaldi, Vier Jahreszeiten, Konzert in E-Dur, Allegro

Den Anfang machen als klassisches Beispiel die vier Jahreszeiten von Antonio Vivaldi, eine Aufnahme in DTS-HD Master Audio und zugespielt via Blu-ray von unserem Cambridge Audio CXUHD. Den Antrieb des Dali-Ensembles übernimmt der leistungsstarke AVR-X4500H. Die einzelnen Komponenten des 5.1-Setups kennen wir bereits, der Center-Lautsprecher Oberon Vokal integriert sich allerdings ganz hervorragend in die Frontkulisse der Oberon 7. Ein enorm offenes und klar gestaffeltes Bühnenbild ist die Folge. Gepaart mit der exzellenten Loslösung des Klangs von den Komponenten und der insgesamt sehr harmonischen Auslegung kann sich der Zuschauer richtig in die Konzert-Atmosphäre hinein versetzen und fühlt sich wie in der ersten Reihe. Besonders eindrucksvoll gelingt die Trennung der Instrumente, die den Eindruck der authentischen Bühne weiter fördert. Für Komponenten dieser Preisklasse wirken gerade die Detaillierung und die feindynamischen Akzente der Streicher, die auch mit hoher Geschwindigkeit agieren, außerordentlich gut. Bereits bekannt war uns der kultivierte und erwachsene Sound der Dänen, der auch hier wieder klar zur Geltung kommt. Diese Souveränität legen die Lautsprecher auch bei hohem Pegel nicht ab und beschallen problemlos größere Wohnzimmer. Der kraftvolle Subwoofer unterstützt die Kulisse in den tiefsten Bereichen und greift schnell und präzise ein. Er kann natürlich in den tiefsten Regionen noch etwas prägnanter und kraftvoller aufspielen als die Oberon 7, die bereits eine sehr solide Performance im Bassbereich bieten.

Metallica, Through The Never 3D, "Master of Puppets" (Blu-ray, Dolby Atmos)

Mit Metallica wird es härter: Wir gönnen uns einen Konzert-Auftritt der US-Amerikanischen Metal-Ikonen der "Through The Never"-Tour und lassen direkt den "Master of Puppets" auf unsere Ohren los. Erstaunlich ist, welche atmosphärische Dichte die vergleichsweise günstigen Oberon-Komponenten realisieren. Trotz der hohen Komplexität des akustischen Geschehens bleiben feine Details nicht unbeachtet, das lässt sich auch an der charismatischen Stimmwiedergabe sofort nachvollziehen. Die Staffelung der Bühne ist solide, hier ist eine eindeutige Ortungsmöglichkeit der Instrumente nicht immer gegeben, dies liegt allerdings auch an der nicht ganz perfekten Abmischung dieser Live-Blu-ray. Dass die Dali eine sehr saubere Trennung können, haben sie bereits mehrfach bewiesen. Das Schlagzeug spielt, wie man sich unschwer vorstellen kann, bei Metallice eine sehr wichtige Rolle. Absolut präzise und schlagkräftig wird hier agiert. Nicht nur die einzelnen Percussion-Elemente sondern auch tiefe und kraftvolle Punches werden blitzartig und mit viel Nachdruck dargeboten. Zudem ist innerhalb der untersten Frequenzen noch Stuktur erkennbar. Die geschlossene Kulisse und das harmonische Zusammenspiel der einzelnen Lautsprecher, das absolut lückenlos wirkt, überzeugt auch bei der hohen Komplexität und schnellen Spielart gegen Ende des Liedes.

Tiesto, Elements Of Life, Copenhagen, "Traffic" (Blu-ray, DTS-HD Master Audio)

Auch Freunde der elektronischen Musik sollen auf ihre Kosten kommen, also haben wir die bewährte "Elements of Life"-Tour eingelegt, bei der der niederländische DJ und Produzent Tijs Michiel Verwest alias DJ Tiestö die riesige Halle in Kopenhagen zum Beben bringt. Es bebt aber nicht nur die Halle sondern auch das Wohnzimmer, wenn man mit einem geeigneten AV-Receiver das Oberon-Ensemble zu Höchstleistungen auffordert. Die hohe Pegelfestigkeit zahlt sich hier absolut aus, ohne mit der Wimper zu zucken schiebt das Dali-Setup nach vorne und überzeugt mit kräftigsten Kickbässen sowie einer sauberen Integration der Synthi-Elemente in der Kulisse. Dabei finden wir besonders erstaunlich, dass bei der angenehmen und harmonischen Gesamtauslegung eine Veränderung kaum wahrnehmbar ist. Weder gibt es in den oberen Frequenzbereichen Schärfe, noch fehlt es an Struktur untenrum. Bei Traffic gelingt sowohl das pulsierende im subsonischen Bereich als auch der harte Kickbass mit hoher Präzision und viel Nachdruck. Geschlossen und mit dichter Atmosphäre verwandelt sich das Wohnzimmer in einen Danceclub für das anspruchsvolle Publikum.

Ultra HD-BD, Mad Max, Teil 4, Kapitel 2 (Dolby Atmos)

Natürlich begnügen wir uns nicht nur mit Musikbeispielen, sondern wollen auch die Performance der Dali-Schallwandler bei actiongeladenen Hollywood-Spektakeln untersuchen. Hervorragend eignet sich hierfür der vierte Teil der postapokalyptischen Mad Max-Reihe. Charlize Theron und Tom Hardy schlagen sich hier durch die Wüste, werden von mehreren Kampfeinheiten der Warboys verfolgt und erfreulicherweise von einem exzellenten Film-Score von JunkieXL begleitet. Für die Karawane, in denen sich u.a. die begehrten "Brüter" verstecken, wird es im zweiten Kapitel zum ersten Mal brenzlig. Als die Warboys versuchen, die Reifen des großen LKWs zu zerstören, kann man die vielen direktionalen Effekte exzellent nachvollziehen. Auch kleine Feinheiten werden berücksichtigt und die Komponenten agieren erfreulicherweise so schnell, dass dem Zuschauer kaum Einzelheiten entgehen. Grollend nähern sich, begleitet durch den exzellenten Tiefgang des Subwooofers, die Verfolger, die direkt für brachiale Explosionen sorgen. Dabei gelingt die Einbeziehung der einzelnen Komponenten ausgezeichnet, so dass sich für den Zuschauer ein authentisches Bild bereits nur durch den Ton ergibt. Die Sprachverständlichkeit ist trotz der komplexen und sehr dichten Kulisse stets auf einem hohen Niveau. Der Center-Lautsprecher sticht aber nicht aus dem gesamten Ensemble hervor, alle Komponenten verschmelzen zu einem natürlich wirkenden Ganzen, dass den Zuschauer in seinen Bann zieht. Auch untenrum vermag das Dali-Ensemble absolut zu begeißtern. Ein sattes und massives Fundament gelingt ebenso wie blitzschnelle, kräftige Punches, die präzise daher kommen.

Ultra HD-Blu-ray, Deadpool, Kapitel 2 und 3 (DTS-HD MA)

Als zweites Filmbeispiel nehmen wir Deadpool her. Der mit Satire vollbepackte Actiontitel mit Ryan Reynolds in der Hautprolle, der nebenbei auch als Produzent verantwortlich ist, kann ebenfalls mit einem treibenden und mitreißenden Soundtrack aufwarten. Überraschenderweise zeichnet sich auch hier Tom Holkenborg alias JunkieXL für die Vertonung des Filmes verantwortlich. Im zweiten Kapitel macht sich der Marvel-Superheld zunächst mit dem indischen Taxi-Fahrer bekannt. Die Wiedergabe der beiden Stimmen gelingt sehr sauber und natürlich, auch kommt klar heraus, dass der Hauptproganist durch seinen Anzug spricht. Bei der eher ruhigen Umgebung erwartet man sonst kaum bemerkenswertes, doch das Fahrgeräusch wirkt dank der stets dichten Kulisse und der nahtlosen Übergängen zwischen Front- und Surround-Lautsprecher sehr authentisch, so dass sich der Zuschauer bereits hier gut hineinversetzen kann. Auch die folgende Helikopterlandung gefällt mit Ausdrucksstärke und authentischem Rotorgeräusch. Turbulenter wird es im dritten Kapitel: Zunächst begeistern die Motorengeräusche. Der Unterschied zwischen den kleinen Motoren der Motorräder und der großen SUVs kommt exzellent heraus, der Subwoofer agiert präzise und nachdrücklich. Ebenso werden die verschieden großen Kaliber der verwendeten Waffen sehr gut differenziert und mit unterschiedlicher Durchschlagskraft wiedergegeben. Der schnelle Wechsel zwischen Film-Score, kurzen Dialog-Szenen mit dummen Sprüchen von Deadpool und sehr lauten Explosionen bereitet keinerlei Probleme. Eine überragende Grobdynamik können wir attestieren, die der sauberen Detaillierung feiner Elemente in nichts nachsteht.

Konkurrenzvergleich

Von Pioneer gibt es ein 5.1.4 Lautsprecher-Set der Serie 7, das 2015 ebenfalls auf einen Gesamtpreis von rund 2.500 EUR kam. Sogar vier Top-Firing-Module sind dabei, das sorgt für guten 3D-Sound. Von der absoluten Klangqualität her aber kann sich das Oberon 5.1 Ensemble hörbar absetzen. Feinere, besser abgestimmte Höhen, ein insgesamt homogenerer Klang und ein deutlich leistungsstärkerer sowie präziserer aktiver Subwoofer sind die Gründe für diese Einschätzung.

Wie extrem gut das Dali Oberon Ensemble für den vergleichsweise günstigen Kaufpreis agiert, beweist ein Vergleich mit dem praktisch doppelt so teuren Canton Ensemble (5.1-Lautsprecherset Chrono SL 586 DC/SL 556/SL 526/Sub 900). Sicherlich, noch etwas mehr Finesse im Hochtonbereich und etwas höhere Pegelfestigkeit sind schon zu verzeichnen, aber wie nahe die Könner aus Dänemark dem anerkannt guten hessischen Mehrkanal-System kommen, ist höchst beachtlich.

Fazit

Das Dali Oberon 5.1-Ensemble bietet einen nahezu optimalen Gegenwert fürs Geld. Eine attraktive und moderne Optik, eine tadellose Verarbeitung, für diese Preisliga aufwändige Technik und einen fesselnden, homogenen, räumlich dichten Klang. Da stellt man sich die Frage: Wozu noch  mehr investieren? Meist völlig zurecht, denn alles, was auch der anspruchsvollere Hörer schätzt, hält das Oberon 5.1-Set schon bereit: Einen räumlich weitläufigen und doch präzisen Hochtonbereich, eine klare, saubere Mitteltonwiedergabe, und eine hervorragende Räumlichkeit bezüglich der gesamten Klangkulisse. Der SUB E-12F passt mit seinem tollen Tiefgang und den exakten Strukturen hervorragend zu den passiven Oberon-Lautsprechern.

Sehr leistungsstarkes, klanglich äußerst sauber abgestimmtes 5.1-Ensemble zum erstaunlich günstigen Kaufpreis

Mehrkanal-Lautsprechersysteme bis 3.000 EUR
Test 21. November 2018

Test: Philipp Kind, Carsten Rampacher
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 21. November 2018

 

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