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Filmkritik: „Guardians of the Galaxy Vol. 2“

Die Wächter der Galaxie kehren zurück: Aus der unfreiwillig zusammengeschweissten Underdog-Truppe ist in „Guardians of the Galaxy Vol. 2“ ein eingespieltes Team geworden, das untereinander trotzdem recht streitbar bleibt. Als nach einem ursprünglich ehrenvollen Einsatz Diebesbeute abhanden kommt, haben die „Guardians of the Galaxy“ die ganze Armada eines Planeten auf den Fersen und können nur in letzter Minute von einem geheimnisvollen Retter vor dem Untergang bewahrt werden, der mit einer nahezu göttlichen Macht ausgestattet ist …

„Guardians of the Galaxy“ war 2014 der große Überraschungs-Hit, der in das bereits ziemlich routiniert organisierte Marvel Cinematic Universe frischen Wind brachte. Die Erde ist für die Guardians nur eine Welt von vielen und obwohl die Geschichte wesentlich gigantischere Ausmaße als bei den „Avengers“ hatte, drehte sich „Guardians of the Galaxy“ doch viel mehr um die schrägen Figuren, eine Menge Humor und einen schrägen Retro-Soundtrack, der geschickt mit dem Schicksal des Helden Peter Quill verknüpft war.

In „Guardians of the Galaxy Vol. 2“ setzt James Gunn, der erneut für Drehbuch und Regie verantwortlich war, wieder auf das gleiche Erfolgskonzept und neben gigantischen Action-Sequenzen in teilweise spektakulärer 3D-Optik wird vor allem für die Dialoge zwischen den Darstellern noch deutlich mehr Zeit eingeräumt.  Kleinere Gags gibt es am laufenden Band und Gunn gelingt es immer wieder wunderbar, das Gezänk zwischen den Figuren selbst dann in den Vordergrund  zu bringen, wenn die Guardians sich eigentlich vor allem darauf konzentrieren sollten, ihre eigene Haut zu retten.

Der Ur-Walkman TPS-L2 von Sony mit dem „Awesome Mix Tape Vol. 2“ wird noch öfter als im ersten Teil in Szene gesetzt und zum Teil auch als Handlungselement genutzt. Mit der Musik gelingt es auch, die wechselnden Stimmungen immer wieder zu transportieren. Denn auch wenn „Guardians of the Galaxy Vol. 2“ überwiegend ein sehr lockeres Abenteuer ist, so gibt es durchaus auch einige ernste Momente.

James Gunn gelingen diese Übergänge ebenso elegant wie der ständige Szenen-Wechsel zwischen den Figuren. Denn oft ist die Truppe nicht in kompletter Besetzung am gleichen Ort sondern in Zweier- oder Dreier-Teams in Aktion. Und auch wenn Peter Quill (Chris Pratt) wieder der Hauptdarsteller ist, wird auch allen anderen Figuren wie Gamora, Drax, Rocket und Groot fast genauso viel Zeit gewidmet.

Mit 136 Minuten Laufzeit ist „Guardians of the Galaxy Vol. 2“ noch länger geworden als der erste Teil und die vielen langen Dialoge sorgen auch dafür, dass der Film eine ganze Weile braucht, um überhaupt in Fahrt zu kommen. Die eigentliche Story des Films ist wieder recht simpel konstruiert und erst in der zweiten Hälfte geht es etwas spannender zu.

Und zwar gibt es neben einigen neuen Gaststars auch wieder einige Neuigkeiten aus der Vergangenheit der Guardians zu erfahren, doch das flotte Inszenierungstempo und die vielen Überraschungen, die der erste Teil bei der Vorstellung seiner Helden bot, fehlen bei „Guardians of the Galaxy Vol. 2“ etwas. So bleibt es zu hoffen, dass James Gunn für den bereits bestätigten dritten Teil noch wesentlich mehr Neues einfällt, um wieder etwas Schwung in die Galaxie zurückzubringen.

„Guardians of the Galaxy Vol. 2“ läuft seit dem 27.04.2017 in den deutschen Kinos und erscheint voraussichtlich im August/September auf Blu-ray Disc & Blu-ray 3D.

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