XXL-TEST: Teufel Rockster Air 2 - erstklassiger neuer Bluetooth-Lautsprecher, der auch im Stereoeinsatz überzeugt?

Klang

Der Teufel Rockster Air 2 bringt hervorragende Voraussetzungen für ein qualitativ hochwertiges Klangerlebnis mit. Der High-Definition-Kompressionstreiber (25mm, Polypropylen) mit Constant-Directivity-Waveguide soll für seidige Höhen auch bei hohen Lautstärken sorgen und wird von einem 250mm Langhub-Tieftöner (Zellulose) komplettiert. In Kombination soll, auch wenn der Rockster Air 2 sich neben Musik, Bühne und Parties auch für Reden und Aufführungen eignet, kein typischer PA-Sound, sondern eine echte audiophile HiFi-Kulisse geboten werden. Und das bei enormen Lautstärken: 115dB geben die Berliner Audioexperten bei 1m als Spitzenwert an. Damit wird es nicht nur im Partykeller, sondern auch in Außenbereichen, richtig laut. Für mehr Performance lassen sich recht unkompliziert zwei Rockster Air 2 zum Stereo-Setup zusammenschließen - oder gleich bis zu 10 Stück im DJ-Setup. Dafür werden jeweils XLR-Kabel verwendet (nicht im Lieferumfang enthalten).

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Der Rockster Air 2 ist akustisch ein großer Schritt nach vorne

Zunächst darf sich der Partybox-Neuzugang im Teufel-Sortiment aber im Alleingang beweisen. Die beiden Klangregler für Bass und Treble lassen wir ebenfalls in Mittelstellung. Den Anfang machen die Elektronikklänge von Einmusik und Jordan Arts "The One's", die der Rockster Air 2 sehr direkt und antrittsschnell umsetzt. Bei moderat hohem Pegel gefallen uns die klaren und durchhörbaren Höhen mit samtig-weicher, durchweg angenehmer Klangfarbe. Unsere Neugier können wir allerdings nicht im Zaum halten und muten der Komponente schon nach wenigen Sekunden die Maximallautstärke zu. Übrigens: wer maximalen Pegel fahren möchte, muss nicht nur den großen Drehregler auf Anschlag bringen, sondern auch die Eingangslautstärke hochdrehen. Der Teufel Party-Lautsprecher quittiert unsere Pegel-Eskapaden mit absoluter Souveränität und wirkt nicht einmal angestrengt. Geringfügig spitzer klingt es obenrum, ohne anstrengend zu werden. Selbst in spartanisch eingerichteten Umgebungen mit Steinfußboden liefert der Rockster Air 2 ausgewogene Höhen mit sehr guter Detaillierung.

Laut kann er definitiv! Für den knapp 30qm großen Partykeller reicht die Einzelkomponente problemlos aus und stellt auch anspruchsvollere Pegelfans absolut zufrieden. Harte Punches stellen ihn, trotz hoher Lautstärke, vor keine Herausforderung. Auch die hohe Geschwindigkeit bleibt ihm erhalten und so präsentiert er harte, trockene Kickbässe mit kraftvollem Punch. In den untersten Regionen fehlt es dem Klang-Connoisseur ein wenig an Nachdruck, das voluminöse Fundament (ab ca. 2:00 Minuten bei "The One's") bildet er aber satt ab und lässt uns die Tiefen in der Magengrube spüren. Bei den Mitten gibt er sich keine Blöße und überzeugt hier mit einer charakteristischen Stimmwiedergabe und tadellosem Präsenzbereich. Die Räumlichkeit ist ausgeprägt, die Kulisse weitläufig und umhüllend.

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Elementar wichtig ist auch ein breiter Abstrahlwinkel, der Rockster Air 2 soll schließlich allen Party-Gästen ein mitreißendes, lebendiges Klangerlebnis bieten. Unabhängig davon, wo man sich im Raum befindet. Das schafft er in exzellenter Art und Weise. Sicher, eine Stereo-Bühne wird vom Einzellautsprecher nicht in absolut perfekter Manier abgebildet, dennoch löst sich das Geschehen sauber vom Lautsprecher und einzelne Effekte lassen sich ihrer Position im Raum zuordnen. Selbst weit abseits des Sweet Spots, nahezu neben der Box, erfährt man noch eine ausgezeichnete Klangperformance ohne eklatante Schwächen.

Bevor wir uns weiteren Party-Klängen eines anderen Genres widmen, kann der Rockster Air 2 seine tatsächlichen HiFi-Qualitäten unter Beweis stellen. D'Angelos "Unshaken" hört man nun weniger auf Events und Feiern, sondern eher zuhause an der hochwertigen HiFi-Kette. Trotzdem schlägt sich der Party-Lautsprecher erstaunlich gut. Die Gitarre geht leider ein klein wenig unter, die klare Herausarbeitung von Feinheiten wie dem Saitenanschlag wäre hier zuviel verlangt. Dafür punktet die Komponente mit einer überraschend klaren und gut detaillierten Wiedergabe der Vokalstimme des US-Amerikaners.

Auch die dichte Atmosphäre der Klangkulisse kommt exzellent heraus. Die Percussion-Elemente arbeitet der Rockster Air 2 sehr gut heraus und wieder schafft er eine sehr gute räumliche Abbildung. Anspruchsvolle HiFi-Fans wünschen sich eine klarer strukturierte Bühne mit differenzierter Platzierung der einzelnen Klangerzeuger. Für einen einzelnen Party-Lautsprecher wird hier aber ein erstaunlich audiophiles Resultat erzielt. Sehr dynamisch, durchaus auch spritzig und lebendig, aber niemals übertrieben und effektheischend. Unter Berücksichtigung der Produktkategorie erübrigt sich jegliche Kritik.

Das wird bei Billy Talents "Red Flag" erneut bestätigt. Hier macht sich die hohe Geschwindigkeit bezahlt, die insbesondere dem Schlagzeug zugute kommt. Der Rockster Air 2 berücksichtigt hier das gesamte Ensemble mit identischer Aufmerksamkeit und liefert satte, trockene Bässe mit einer für die Gerätekategorie überdurchschnittlich hohen Präzision ab. Trotz der komplexen Kulisse und Maximallautstärke wirkt die Bühne durchhörbar und differenziert. Die raue Stimme des Frontmannes Ian D'Sa gelingt besonders gut, aber auch die Gitarre kommt hier in voller Klarheit zur Geltung. Mitreißend, emotional, aber mit überraschend hoher Natürlichkeit gelingt dem Rockster Air 2 das Geschehen.

Und das bei Maximallautstärke in einem akustisch nicht optimiertem Raum. Wer es etwas voller untenrum mag, darf auch ruhig ein wenig mit dem Bass-Klangregler spielen. Das musikalische Gesamtgeschehen bleibt auch mit ein paar dB Aufschlag im Bassbereich insgesamt recht ausgewogen. Bei den Höhen bietet sich gegebenenfalls eine Anpassung in Räumen an, die mit Teppichböden, dicken Vorhängen, o.ä. grundsätzlich stark bedämpft sind. Bei typischer Einrichtung oder auch in sehr offenen Umgebungen gefällt uns die Auslegung ausgezeichnet. Der Rockster Air 2 versteift sich nicht darauf, das letzte Quäntchen Brillanz abzubilden. Lieber bleibt er selbst bei maximaler Lautstärke angenehm und bietet dennoch gut durchhörbare, transparente Höhen und eine harmonische Gesamtdarstellung.

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Was kann der Rockster Air 2 im Stereobetrieb?

Da Teufel so freundlich war und uns zwei Exemplare des neuen Rockster Air 2 zukommen hat lassen, schließen wir die beiden Komponenten natürlich zum Stereo-Setup zusammen - wir haben uns für den klassischen, kabelgebundenen Weg entschieden. Mit dem passenden XLR-Kabel zur Hand ist die Verbindung auch wirklich mit wenigen Handgriffen erledigt. Der Lautsprecher, mit dem wir bereits über Bluetooth verbunden sind, hält als Master-Lautsprecher her. Auf dessen Rückseite stellen wir nun von Mono auf Rechts oder Links um und schließen das XLR-Kabel an die Schnittstelle an, die mit "Companion Out" markiert ist. Unter Configuration ist er bereits als "Master" eingestellt. Der zweite Rockster Air 2 wird hier auf "Companion" eingestellt und logischerweise schließt man das Kabel an den "Companion In" an. Eine Einstellung von links und rechts ist hier nicht notwendig, das übernimmt der Master-Lautsprecher. Die komplette Bedienung inklusive Lautstärkeregelung erfolgt ebenfalls über diesen Rockster Air 2. Damit man nicht durcheinander kommt, erlischt beim Slave auch konsequenterweise die Beleuchtung der Bedienelemente.

Die Stereo-Kopplung bringt ausschließlich Vorteile. Das mag kaum überraschen, der Zugewinn an Performance ist aber absolut beachtlich. Vorher einfache Party-Box (zugegeben mit bereits sehr guter Leistungsfähigkeit), hat man nun ein echtes HiFi-Setup vor sich. Die Bühne ist breit, sehr sauber strukturiert, mit ausgezeichneter Differenzierung und klarer Zuordnung der Stimmen und Instrumente. Auch was die Leistung betrifft, spielt die Stereo-Kombi beinahe in einer anderen Liga. Mittelgroße Räume beschallt der Rockster Air 2 mühelos in sehr guter Qualität. Die erreichbare Lautstärke reicht auch hartgesottenen Pegel-Enthusiasten absolut aus, wird diese aber nicht an ihre Grenzen führen.

Im Stereo-Betrieb allerdings ist die Maximallautstärke, bei der der Rockster Air 2 schlicht weiter souverän anschiebt und sich keine Verzerrungen oder sonstigen klanglichen Einbußen erlaubt, dann auch für dieses Klientel doch im unangenehmen Bereich. Eine Blöße gibt er sich nicht, die Bässe sind äußerst kraftvoll und nachdrücklich, bleiben aber erfreulich präzise und schwingen nicht nach. Stimmen begeistern und die weiterhin angenehmen, aber klaren Höhen runden die lebendige, emotionale Kulisse nach oben hin ab. Wenn es den Geldbeutel nicht juckt, lohnt sich die Investition in ein zweites Modell - unabhängig der Größe des zu beschallenden Raums - in jedem Fall!

Die "HiFi"-delen Eigenschaften des Rockster Air 2 kommen nicht nur komplexen Punkrock-Kulissen zugute. Auch wer gerne Oldie-Klängen der 60er und 70er lauscht, kommt hier auf seine Kosten. Die Stimmen der Bee Gees bei "To Love Somebody" wirken authentisch und auch der volle, atmosphärisch dichte Sound von Gitarre und Bass werden glaubhaft herausgearbeitet. Die vollmundigen Bässe sind satt, wirken aber nicht künstlich aufgedickt. Klare, aber nicht im geringsten aggressive Blechbläser komplettieren den gesamtharmonischen Auftritt.

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Abschließend wollten wir noch wissen, ob Teufel zur Trickkiste greift und im Akkubetrieb ein wenig die Leistung zurückfährt. Wir konnten jedoch keinerlei Unterschied feststellen und die Metal-Klänge von "None" werden uns auch nach Abziehen des Netzsteckers von beiden Komponenten regelrecht um die Ohren gehauen. Selbst wenn wir es forcieren wollen, und mit dem Bass-Regler einen überbetonten Tieftonbereich herausfordern, knickt die Komponente nicht ein. Mit sehr guter Struktur und Differenzierung wird die komplexe Klangkulisse mitreißend wiedergegeben. Der extreme Genrewechsel zu Eminems "Rap God" ändert daran auch nichts und wer hier dem Bass ein paar mehr Dezibel geben möchte, ist herzlich dazu eingeladen. Ohne Auffälligkeit lädt die Teufel Party-Box nach und verleiht den tiefen Punches des Titels mehr Nachdrücklichkeit und Substanz, ohne eklatant an Präzision einzubüßen. Die Stimme der Hip-Hop-Legende wirkt ebenfalls authentisch und glaubwürdig.

Konkurrenzvergleich

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Teufel Rockster Air 1. Generation: Das Vorgängermodell hat in keiner Disziplin eine Chance gegen den Nachfolger. Akustisch deutlich ausgewogener, grade bei hohem Pegel, mit mehr Liebe zum Detail, weniger harsch - kurzum: Der Sound ist zwei Klassen besser. Auch das erkennbar höherwertige Finish und das elegante, trotzdem markige Design sorgen für einen Klassenunterschied. Die erweiterte Ausstattung ist auch als Pluspunkt zu nennen. Wir können daher nur empfehlen, auf den Rockster Air 2 zu setzen.

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Wer ordentlich Geld sparen, aber nicht auf einen großen BT/Partylautsprecher verzichten möchte, kann zum Klipsch Gig XXL greifen, der bereits für 399 EUR zu haben ist. Mit seinen maximal 8 Stunden Akkulaufzeit schafft sich der Klipsch zwar keine Freunde (ebenso wenig wie mit fehlender IPX-Zertifizierung, gilt leider auch für den Rockster Air 2), aber mit maximal 110 dB Schalldruck (Abstand 1 m) und mit einem erstaunlich sauberen, authentischen Klang wirkt er tatsächlich erwachsen und nicht plump und krawallig. Die Beleuchtungseffekte sind ein nettes Zusatzfeature, aber eigentlich klingt der Gig XXL viel zu ehrlich und zu gut, um solche Spielereien nötig zu haben. Mit 8,2 kg ist er zudem recht leicht und lässt sich gut transportieren. Klar, der Rockster Air 2 klingt noch fundierter, tritt noch wertiger auf und hinterlässt den professionelleren Gesamteindruck, aber dafür kostet er auch deutlich mehr Geld. 

Magnat Bulldog 7 Frontansicht

Eigentlich wäre der Magnat Bulldog 7 eher mit dem "Ur-Rockster" von Teufel vergleichbar. Groß, massiv, mit Rollen unterm Gehäuse, befindet er sich genau auf den identischen Pfaden. Auch preislich ist die Nähe spürbar, rund 850 EUR kostet der Ur-Rockster, rund 920 der Bulldog 7. Er ist robust verarbeitet und sieht richtig "rough, tough & dangerous" aus. Da wirkt der Rockster Air 2 optisch richtig kultiviert. Bis zu 20 Stunden Akkulaufzeit sind gut, und der Akku ist zudem austauschbar. Mit einem Mischpult auf der Oberseite und Instrumenten/Mikrofoneingang zeigt sich der Bulldog 7 tadellos gerüstet. Klanglich lässt er weit weniger die Muskeln spielen als es die Optik hätte erwarten lassen. Der Bulldog 7 klingt erstaunlich kultiviert und klar, bringt in alle Songs Struktur und einen sauberen Sound. Der Rockster Air 2 kann alles kaum schlechter, ist aber weitaus kompakter und günstiger. Nur, wenn es wirklich laut wird und der Raum über 25 Quadratmeter ist, spielt der Bulldog 7 seine größeren Reserven umgehend aus. 

Fazit

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Der neue Teufel Rockster Air 2 kann in allen Belangen praktisch restlos überzeugen und stellt einen großen Sprung nach vorne im Vergleich zum Vorgänger dar. Er wirkt optisch deutlich harmonischer, ohne "weichgespült" oder langweilig aufzutreten. Die Verarbeitung und die Materialqualität sind weitaus besser als bei der ersten Generation, hier kann man äußerst zufrieden sein. Klanglich erfreut uns der Rockster Air 2 mit einem runden, kräftigen und lebendigen Sound - auch hier hat der Rockster Air der ersten Generation im direkten Vergleich keine Chance. Die Ausstattung und die Akkulaufzeit sind ebenfalls hervorragend, und wer die Invesition tätigt und sich gleich zwei Rocksiter Air der neuen Generation besorgt, erhält ein veritables HiFi-System mit enormen Pegelreserven und einem räumlich dichten Klang. Zugegeben, wirklich günstig ist der Rockster Air 2 nicht, aber definitiv jeden Cent wert. 

Rundherum erstklassiger großer Bluetooth-/Partylautsprecher mit homogenem, dynamischen Klang
Referenz neu
Gesamtreferenz Bluetooth-Lautsprecher
Test 25. September 2023

 

Test: Philipp Kind, Carsten Rampacher
Fotos: Philipp Kind
Datum: 25. September 2023

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