XXL-TEST: Teufel 3sixty Radio - Die Neuauflage mit Farbdisplay und zahlreichen Wiedergabemöglichkeiten

Für derzeit 299,99 EUR Kaufpreis schickt Lautsprecher Teufel aus Berlin die Neuauflage des beliebten 3Sixty Radios ins Rennen. Schon die erste Generation konnte bei uns im Test in vielen Belangen - besonders aus akustischer Sicht - punkten. Das weiter entwickelte All-In-One Radio besitzt neben dem klassischen FM-Radioempfang ein integriertes DAB+ Radio und dank der Netzwerkkonnektivität plus Internet Radio-Funktion erhält man Zugriff auf tausende Internet Radio-Sender. Auch lokal abgelegte Dateien können über das Heimnetzwerk abgespielt werden. 

Der Anwender hat des Weiteren Zugriff auf Spotify und (neu bei der 2. Generation) auf Amazon Music, ein Abo natürlich vorausgesetzt. Dank eines integrierten AUX-Eingang auf der Rückseite können auch andere Zuspieler an das 3Sixty Radio angeschlossen werden. Bluetooth 5.0 mit aptX Technologie für die Wiedergabe in CD-ähnlicher Qualität ist des weiteren im Ausstattungsumfang enthalten. AirPlay 2 besitzt das 3Sixty allerdings nicht - das ist ein Nachteil, denn die beliebte Funktion ist mittlerweile praktisch Standard.

Das neue 3Sixty Radio ist in den Farben schwarz oder weiß im Onlinestore von Teufel zu haben. Wenn der Lockdown wieder gelockert wird, sind die Produkte selbstverständlich auch in den verschiedenen Teufel-Flagship-Stores erhältlich.

Dynamore Surround Sound

Das 3Sixty Radio verfügt über die Dynamore-Technologie, wie auch schon die erste Generation. Durch Dynamore erweitert sich das Stereo-Panorama eines Gerätes virtuell, sodass mehr räumliche Weite entsteht - ohne deutliche Abstriche bei der Präzision der Wiedergabe, verspricht Teufel. 

Das Gerät besitzt zwei Breitbandlautsprecher, die nach oben abstrahlen, um so ein virtuelles 360-Surround-Sound Erlebnis zu ermöglich. Auf der Unterseite sorgt ein 90 mm großer Tieftöner für den Nachdruck im Bass Bereich, dieser arbeitet nach dem Bassreflexprinzip. Der 2.1 DSP-Verstärker versorgt die Chassis mit 30 Watt Leistung. Klingt nicht nach viel, erweist sich aber als absolut ausreichend, wie wir später feststellen werden. 

LCD-Display

An der Front befindet sich nun ein farbiges LCD-Display, dass über den gewählten Eingang und die Wiedergabe informiert. Das Display ist sehr gut ablesbar und sogar dimmbar - hier kann das monochrome, weniger gut auflösende Display der ersten Generation nicht mithalten.

Lautstärkeregler

Auf der linken Seite des Gerätes, neben dem Display, befindet sich der Lautstärkeregler. Der Regler verfügt über eine Rasterung und drückt man den Regler, wird das Radio stumm geschaltet.

Select-Regler

Auf der rechten Seite des Radios befindet sich der Select-Regler, mit dem zum Beispiel das Untermenü des Internetradios geöffnet wird. Drückt man den Regler lange, können z.B. Menüpunkte bestätigt werden. Links neben dem Select-Regler befinden sich noch die Menütaste, um in das Hauptmenü des Radio zu gelangen. 

Weitere Bedienelemente an der Front

Im unteren Bereich sind weitere Bedienelemente angebracht, die wir gerne näher erläutern möchten. Links in der Bedienelementeleiste befindet sich der Taster, um das 3Sixty Radio ein- und auszuschalten. Daneben sind die Quellenwahl und der Knopf für die Bluetooth-Kopplung untergebracht. Darauf folgen vier Favoritentasten, mit der sich z.B. Lieblingssender abspeichern lassen. Die Sterntaste wird genutzt, um die Favoritenliste aufzurufen oder auch um Favoriten zu speichern. Zusätzlich ist das 3Sixty mit einem Wecker ausgestattet, der mittels der nächstfolgenden Taste eingestellt werden kann. Durch die letzten beiden Tasten kann man den Radiosender ändern sowie vor- und rückwärts springen. Ein langer Druck aktiviert den Sendersuchlauf. Die Tasten haben einen sehr guten Druckpunkt und sind sehr gut in die Frontpartie integriert und sitzen fest.


Die Rückseite des 3sixty

Nachdem wir die Frontpartie des 3Sixty genauer unter die Lupe genommen haben, wenden wir uns in diesem Abschnitt der Rückseite zu. Wie an der Front schon zu sehen war, befindet sich umlaufend ein grauer Akustikstoff inklusive Rahmen auf der Oberseite des Gerätes und schützt dadurch die Lautsprechereinheiten. Der Stoff ist sauber angebracht, könnte aber auf der Oberseite etwas straffer gespannt sein. Das 3sixty Radio besitzt im unteren Teil einige Anschlüsse. So finden wir hier den Stromanschluß, mit dem das Radio mittels des separaten Netzteil mit Saft versorgt werden kann. Daneben befindet sich der USB 2.0 Anschluss, der dank einer Powerbank-Funktion zum Laden vom Smartdevice genutzt werden kann oder auch ein USB-Stick für die Musikwiedergabe eingesteckt werden kann. Ebenfalls befindet sich im Anschlußsegment ein AUX-In, um analoge Audio-Quellgeräte mit dem 3sixty zu verbinden.

Mittig im Gerät ist noch die ausziehbare Teleskopantenne untergebracht. Diese ist für den guten Empfang für das FM-Radios zuständig.

Anschlüsse in der Detailansicht

Teleskopantenne in der Detailansicht

90 mm Tieftöner aus Zelluslose und Bassreflexrohr

Auf der Unterseite befindet sich der Tieftöner des 2.1 Systems. Dieser ist mit 90 mm recht üppig gestaltet und ist aus Zellulose-Material gefertigt. Daneben sitzt das dazugehörige Bassreflexrohr.

Damit das 3Sixty auf der heimischen Kommode auch sicher steht, sind die Standfüsse mit rutschhemmenden Gummielelementen ausgestattet. Dieses sind, wie jetzt üblich bei Teufel, in einem schönen Rot gestaltet. 

Gummierte Standfüße in rot

Remote in Checkkartenformat

Erfreulich bei der Neuauflage ist, dass Lautsprecher Teufel nun eine Fernbedienung in den Lieferumfang beilegt. Diese hat Scheckkartenformat und ist aus Kunststoff gefertigt. Die Tasten haben einen knackigen Druckpunkt. Das 3Sixty quittiert unsere Befehle sehr zackig.

Einrichtung und App

Nachdem wir uns den technischen und optischen Finessen des 3Sixty gewidmet haben, kommen wir nun zur Ersteinrichtung und der Teufel Remote App, auch das ist neu bei der zweiten Generation. Erfreulicherweise kann das All-In-One Radio mittels App, oder auch direkt am Gerät eingerichtet werden. Wir haben uns für die Variante Ersteinrichtung mit der App entschieden und haben davon wieder einige Screenshots erstellt, die wir nachfolgend gerne erläutern möchten:

Zur Ersteinrichtung muss die Teufel Remote App auf das Smartdevice geladen werden. Diese gibt es selbstverständlich kostenlos für iOS und Android. Um die Inbetriebnahme zu starten, muss das 3sixty eingeschaltet sein und die App gestartet werden. Die App sucht sofort nach dem Start nach geeigneten Audiosystemen.

Da wir aber ein neues Audiosystem installieren möchten, wählen wir den Punkt "Audiosystem einrichten" aus

In den WLAN Einstellungen vom Smartphone muss in diesem Punkt das 3Sixty als eigenes WLAN erscheinen

Und das tut es auch

Nun müssen wir das 3sixty WLAN auswählen und kehren dann zur Teufel Remote App zurück

In diesem Punkt kann Audiosystem umbenannt werden

Der Nutzer kann nun die Sprache einrichten

Das 3Sixty kann nur in ein WLAN eingebunden werden. Über eine Netzwerkbuchse verfügt das Radio nicht

Suche nach dem Heimnetzwerk

Unser Testkandidat wird nun gesucht und konfiguriert

Nachdem unser 3Sixty erfolgreich eigebunden wurde, kann nun die Wiedergabe starten. Im Screenshot zu sehen, ist die Auswahl an Wiedergabequellen

Wiedergabe von Radio Bob mittels Internet Radio

Senderauswahl bei der DAB+ Wiedergabe

Unser 3Sixty in der Übersicht

Im Punkt Equalizer kann der Benutzer zwischen der Klangkurve "Normal" oder "Mein EQ" auswählen. Bei "Mein EQ" können persönliche Einstellungen am Bassbereich und an den Höhen vorgenommen werden.

Im Punkt "Tonqualität" kann zwischen "Geringe Qualität", "Normale Qualität" und "Hohe Qualität" ausgewählt werden.

Die Ersteinrichtung gestaltete sich wieder sehr unproblematisch und ging in wenigen Momenten vonstatten. Die App zeigt aufgeräumt und lässt sich intuitiv bedienen. Was aber auch positiv zu erwähnen ist, dass für die Ersteinrichtung nicht zwingend ein Smartdevice vorhanden sein muss und das Gerät sich auch direkt konfigurieren und bedienen lässt.

Klang

Nun möchten wir aber wissen, was hat die Neuauflage im Klangbereich zu bieten. Da zum Redaktionsalltag mehrere Vorgängermodelle gehören, sind wir gespannt, was das neue 3sixty zu leisten im Stande ist. Wir beginnen mit der Wiedergabe von DAB+ und starten den Sender Antenne Bayern, auf dem gerade der Titel "Say it right" von Nelly Furtado abgespielt wird. Der Titel wird kraftvoll wiedergegeben und der 90 mm messende Tieftöner liefert einen anständigen Bass ab. Die Stimmwiedergabe kann uns ebenfalls überzeugen und die Dynamore Surround Technologie bietet eine sehr große räumliche Darbietung. Verglichen mit dem Vorgänger hat der Bass noch eine bessere Kontur, die Stimme hebt sich richtig gut ab, und die Räumlichkeit scheint noch eine Idee dichter zu sein.

Für das nächste Stück starten wir Spotify und lassen uns vom 3Sixty "Hold on to Memories" von Disturbed wiedergeben. Das 3Sixty spielt für diese Leistungsklasse überragend bei diesem Titel aud. Der langsame Gesang gepaart mit einem ordentlichen Punch, kann uns begeistern. Man merkt hier, dass die Präzision bei der zweiten Generation gesteigert werden konnte - obwohl sich eigentlich hauptsächlich bei der Ausstattung etwas tat und nicht an grundsätzlichen akustisch-technischen Merkmalen, verwundert dies zwar, wird aber erfreut zur Kenntnis genommen.

Ebenfalls bietet das Teufel Radio eine tolle Räumlichkeit. Wahnsinn, wie dieses kleine Radio hier anschiebt, und wir sind vom Maximalpegel immer noch weit entfernt. Wenn man an die Watt-Zahl denkt, die Teufel angibt, kann man nur stauen. Die Stimme wird überraschend facettenreich abgespielt und klingt dabei tonal angenehm neutral.

Weiter geht es mit dem Techno Track "Nova" von Kaspar. Dynamore kann hier voll den Vorzug der erweiterten Räumlichkeit ausspielen, gleichzeitig aber sinkt die Präzision nicht. Einzele Effekte sind nach wie vor exakt im virtuellen Raum zu orten. Der Bassbereich glänzt erneut: Differenziert, satt und mit einem erstaunlichen Tiefgang gesegnet. So erwachsen, wie das Radio 3Sixty auftritt, eignet es sich für kleine Lokalitäten als vollwertige Erst-Anlage. 

Beim nächsten Titel lassen wir alte Zeiten aufleben und starten die Wiedergabe von "Perfect Strangers". Da die Stimmfarbe des Sängers Ian Gillan nicht gerade unkritisch ist, sind wir gespannt, wie die Wiedergabe aus dem dennoch kompakten Teufel Radio erklingt. Auch auch beim diesem Titel dürfen wir verkünden, dass das 3Sixty abliefert. Die Stimme klingt zu keiner Zeit zu spitz, sondern immer lebendig, aber zugleich homogen. Der Bass wird präzise und dynamisch in den Raum abgegeben, ohne dabei aufdringlich oder gar zu dick wahrgenommen wird. 

Und beim letzten Track möchten wir dennoch dem 3Sixty einen sehr fordernden Titel zuspielen. Von Lady Gaga und Bradley Cooper lassen wir uns "Shallow" wiedergeben. Das Gitarrensolo von Bradley erklingt wirklich natürlich und und in sich stimmig. Auch Bradleys Stimme wird ansprechend dargestellt, was selten bei solchen Komponenten der Fall ist. Tonal erneut recht neutral, zugleich sauber auch bei hohem Pegel. Natürlich muss man immer in Relation setzen, was man für ein Device vor sich hat, aber das Radio 3Sixty sprengt aus akustischer Perspektive definitiv die üblichen Maßstäbe. Gerade auch, was die Wiedergabe eines glaubwürdigen räumlichen Effekts angeht, verweist es auch teurere Kontrahenten klar auf die Plätze. Lady Gagas Stimme ertönt lebhaft und klar, allerdings fehlen uns leichte Nuancen, die gerade ihre Stimme ausmachen. Die Stimmfarbe wirkt fast etwas stumpf und das Rauchige geht bei der Wiedergabe fast etwas unter. "Der Kracher" kommt aber, als die Bassgitarre einsetzt: So ein Volumen und so ein Nachdruck, das muss dem Teufel-Radio ersteinmal ein Konkurrent nachmachen.

Konkurrenzvergleich

  • Denon Home 150: Für rund 250 EUR geht der Denon Home 150 in den Konkurrenzvergleich. Die Denon Home Serie gefiel in unseren Testreihen durch das edle und dennoch nicht aufdringliche Design. Da wir in der Redaktion auch einige Kandidaten aus der Serie betreiben, gefällt uns die Betriebsicherheit der Denon Lautsprecher sehr gut. Auch die App macht einen sehr guten Eindruck und lässt fast keine Wünsche offen. Bei Thema Klang zieht aber das 3sixty gnadenlos an den Denon Home 150 vorbei. Das Teufel Radio hat deutlich mehr Kraft und Tiefgang. Auch die Räumlichkeit ist dank der Dynamore Surround Technologie überragend. Wer aber bei knappen räumlichen Verhältnissen auf guten Sound setzen möchte, trifft mit dem Home 150 die richtige Wahl.

  • Knapp 350 EUR kostet Yamahas MusicCast 50 Streaming-Lautsprecher. Spezielle Optik, homogener Klang und eine ordentliche Verarbeitung stehen auf der Habenseite. Das Radio 3Sixty kostet allerdings weniger, ist aber flexibler und akustisch noch deutlich stärker, besonders bei Räumlichkeit und Bass.

  • Radio 3Sixty, erste Generation: Schon die erste Generation hat uns sehr gut gefallen. Mit noch mehr Klarheit bei Stimmen, einer weitläufigeren Räumlichkeit, zudem mit einer Fernbedienung und einem Farbdisplay sowie erweiterten Streaming-Optionen ausgestattet, ist die zweite Generation ein echter Fortschritt. 

Fazit

Für knappe 300 EUR erhält der Käufer ein schickes All-In-One Gerät mit äußerst flexiblen Wiedergabeoptionen. Mit dem 3Sixty ist es möglich, konventionelles Radio zu hören, DAB+ empfangen oder auch, dank der Netzwerkkonnektivität, Zugriff auf Interradiosender zu erhalten. Die Wiedergabe von Spotify & Amazon Music komplettiert das Sortiment. An der Front ist, eine Neuerung der zweiten Generation, ein tolles Farbdisplay untergebracht ist.  Löblich zu erwähnen ist auch, dass sich im Lieferumfang noch eine Fernbedienung befindet - diese hatten wir bei der ersten Auflage des Radio 3Sixty vermisst. Klanglich hat uns das 3sixty erneut total begeistert. Mit einer nochmals verbessertenStimmwiedergabe und satten Bässen konnte das Radio in den Klangtestreihen punkten. Auch eine in dieser Liga Maßstäbe setzende Räumlichkeit wurde uns, dank Dynamore Surround, dargeboten. 

Das Teufel Radio 3Sixty NG ist ein erstklassiges All-In-One Gerät mit einer weiter optimierten Klangqualität und sattem Bass
Internet/DAB+ und DAB-Radio Mittelklasse
Test 11. Februar 2021

 

Test und Bilder : Carsten Rampacher
Datum: 11. Februar 2021

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