XXL-TEST: Philips 65OLED806 - hochmoderner 4K OLED-TV mit Ambilight, P5-Prozessor und umfangreichen audiovisuellen Justagemöglichkeiten

Unser Sample der im Herbst 2021 vorgestellten OLED806 Serie von Philips kommt mit einer Bildschirmdiagonale von 65 Zoll daher. Außerdem gibt es das Modell, das direkt unterhalb der exklusiven OLED+ Serien rangiert, auch in 48, 55 sowie in 77 Zoll. Die 806 Serie ist mit Philips leistungsstarker P5-Engine mit Künstlicher Intelligenz ausgestattet. Diese ist für die Bildsignalverarbeitung verantwortlich und  bietet in der aktuellen Generation in Kombination mit einem intelligenten Lichtsensor die permanente Anpassung diverser Bildparameter in Abhängigkeit vom Raumlicht.

Essentiell ist heutzutage die Kompatibilität zu verschiedenen HDR-Formaten - hier gibt es bei Philips nichts zu kritisieren: Der OLED806 verarbeitet problemlos HDR10, HLG, Dolby Vision und HDR10+ Adaptive. Auch bei letztgenanntem HDR-Standard kommt der Helligkeitssensor zum Einsatz, denn die dynamischen Metadaten von HDR10+ werden mit den Real-Time-Werten des Raumlichtsensors abgeglichen und das Helligkeitsniveau des Bildschirms kann für jede Szene optimal justiert werden.

Neu bei den OLED806-Modellen, und so auch bei unserem 65OLED806, ist Philips' spezielle Anti-Burn-In-Technologie für OLED-Bildschirme. Die Technologie ist zwar nicht gänzlich neu, war bislang aber den OLED+ Serien vorbehalten. Die Anti-Burn-In-Technologie erkennt beispielsweise Senderlogos, aber auch sonstige statische Inhalte, und reduziert in diesen Bereichen die Leuchtstärke. Das soll Burn-In vorbeugen, ohne andere Bildzonen visuell negativ zu beeinflussen.

Der Philips TV ist selbstverständlich mit HDMI 2.1 bestückt und unterstützt den eARC, VRR und ALLM. FreeSync Premium für die problemlose Kombination mit AMD-Grafikkarten ist ebenfalls an Bord. Das Betriebssystem ist Android 10 und der 65OLED806 kann sowohl mit Google Assistant als auch mit "works-with-Alexa"-Kompatibilität aufwarten. Was sonst noch im aktuellen Premium-Modell unterhalb der OLED+ Serie steckt und wie sich der Philips OLED im Handling sowie bei der Wiedergabe von Entertainment-Inhalten visuell und akustisch schlägt, lesen Sie im Testbericht. Erhältlich ist der Philips 65OLED806 im Handel zu Preisen ab etwa 1.999 Euro.

Verarbeitung

Im oberen Bereich OLED-typisch sehr dünn

Im unteren Bereich steigt die Tiefe des Gehäuses an

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Detail unten hinten

Sehr gute Qualität und Passung des Rahmens

Ambilight-Integration

Standfuß

Abdeckung für die Anschlüsse hinten

Der TV überzeugt mit dem für Philips typischen, eleganten Design. Optische Erkennungsmerkmale zu diesem Thema sind der dünne Metallrahmen und die zwei unauffälligen Stabfüße aus zweifarbigem Metall. Der Kunde kann Silber oder Anthrazit für die sichtbare Vorderseite wählen und schiebt die Standfüße entsprechend in die vorgesehene Öffnung am TV ein.Der OLED ist, ein charakteristisches Merkmal für nahezu alle OLED-TVs, im oberen Bereich extrem dünn, unten, wo das Lautsprechersystem und die Anschlusssektion verbaut sind, steigt die Tiefe dann an.  

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Edle Fernbedienung

Lederbezogene Rückseite

Die Verarbeitung ist grundsätzlich als sehr solide zu bezeichnen. Noch mehr Noblesse wird bei den OLED+ Modellen geboten, aber auch der 806 tritt insgesamt hochwertig und edel auf. Sauber integriert ist auch das vierseitige Ambilight. Viele Punkte sammeln kann die erstklassige Fernbedienung mit weiß beleuchteten Tasten, gutem Tastendruckpunkt und praktischen Direktzugriffstasten im Metall-Finish. Die Seiten und die Rückseite bestehnd aus Muirhead-Leder, was sehr griffig ist und einen exklusiven Eindruck vermittelt.

Anschlüsse

Anschlussübersicht gesamt

Übersicht seitlich

Übersicht hinten

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Die Anschlüssbestückung umfasst 4x HDMI 2.1, darunter eine Buchse mit eARC und 2x ARC. An HDMI 2.1 Features vertreten sind  die Variable Refresh Rate (VRR) für 4K von 40 Hz bis 120 Hz mit einer Bandbreite von 48 Gbps (4:4:4, 12 Bit), und die Kompatibilität zu AMD FreeSync Premium. Weiterhin vorhanden sind 3x USB, ein digitaler optischer Audioausgang und ein 3,5 mm Kopfhörerausgang.

Ersteinrichtung

Zunächst die Screenshots in der Übersicht:

Die erste Einrichtung beginnt mit der Sprachwahl

Es folgt die heutezutage essentiell wichtige Verbindung mit dem Netzwerk

Android-Betriebssystem

Erklärung zum Herunterladen von Apps

Google Assistant ist integriert

Streaming auf den TV - einfach möglich dank Chromecast

Sender und Schnelleinstellung mit Wahl der Empfangsform

Die Installation der DVB-s2-Sender folgt jetzt

Nachdem die Sender installiert wurden, werden die Apps auf dem OLED806 aktualisiert

Erstinstallation abgeschlossen

Der Prozess der ersten Einrichtung verläuft problemlos. In diesen eingebunden ist die Netzwerk-Integration, die wahlweise kabelgebunden oder kabellos erfolgen kann. Auch sucht man im Verlauf der ersten Inbetriebnahme das Tunersignal aus. Der Philips, dafür gibt es einen Punktabzug, ist lediglich mit einem Single-Tuner für DVB-C/DVB-S2/DVB-T2 ausgestattet, während die Konkurrenz auf Doppeltuner setzt und Panasonic gar einen Doppeltuner mit insgesamt sechs möglichen Empfangswegen kombiniert (hinzu kommen noch TV>IP und IPTV). 

Menü

Sehr praktische Fernbedienung

Typisches Android Home-Menü

App-Favoriten

Übersichtliche Darstellung, sodass auch weniger versierte Anwender sich schnell zurechtfinden

Der Philips arbeitet mit dem Android 10 TV Betriebssystem. Dieses reagiert sehr flott, es ist keinerlei Verzögerung erkennbar, sowohl auf der Home-Oberfläche als auch im eigentlichen Einstellungsmenü. Die Fernbedienung lässt ebenfalls eine präzise und zügige Steuerung zu. Trotz des Funktionsumfangs kann man von einer durchdachten Bedienung sprechen, da alle Menüs im Wesentlichen nachvollziehbare Strukturen aufweisen. Google Assistant ist ebenfalls integriert

Bild und Ton - KI-Anpassung

Der OLED806 bietet nicht nur den P5 Bildprozessor mit Künstlicher Intelligenz, sondern auch die Option, einige Parameter so anzupassen, dass die KI-Wirkung genauso zur Geltung kommt, wie man es persönlich schätzt. Wir finden, dies ist ein tolles, sehr praxisgerechtes Feature. Hier die Screenshots dazu:

KI-Perfektionierung der Quelle: Rauschen und Artefakte

KI Perfekte Schärfe - verschiedene Intensitätsstufen wählbar

KI Perfekte Farbe - anpassbare Farb-Optimierung

KI Perfekter Kontrast - Individuelle Einstellung für die Kontrastoptimierung durch den P5 Prozessor mit KI

KI Perfekte Bewegung - hier geht es nun um das richtige Maß an Bewegungsanpassung durch die Künstliche Intelligenz

 

Bild - Video-EQ

Nastürlich wird nicht jeder die KI-Funktionalität verwenden, sondern auch auf andere Bildmodi und Einstellmöglichkeiten zurückgreifen. Beim OLED806 finden sich überdurchschnittlich viele Optionseinstellungen, insbesondere beim Video-EQ bezüglich dynamischer Bildoptimierer, Kontrast- und Bewegungsverbesserer. Hier die Screenshots zum Video-EQ:

Sehr umfangreicher, nützlicher Video-EQ

Der Video-EQ bietet die folgenden Untermenüs: KI-Bildeinstellung, Farbe, OLED-Kontrast, Schärfe, Helligkeit, Erweitert,, Bildformat, Dolby Vision-Benachrichtigung und Schnelleinstellungen für Bild.

Bildmodi bei SDR

Sehr üppig ist die Anzahl der verfügbaren Bildprogramme: Persönlich, Lebhaft, Heimkino, Standard, Filmmaker Mode, Spiel, ISF Day, ISF Night, CalMAN (der OLED806 ist kompatibel zum verbreiteten CalMAN Bild-Kalibrierungssystem)

Farbeinstellung, sehr präzise und übersichtlichm, typisch Philips

Regler für OLED-Kontrast

Menü "Erweitert"

Unter dem Menüpunkt erweitert finden sich die folgenden Untermenüs: Scharfe Bilder, Schärfe, Farbe, Farbkontrast und Bewegung

Submenü Schärfe: Ultra Resolution steht hier als Parameter zur Verfügung

Parameter bei "Farbe": Farboptimierfung, Farbspektrum, Farbtemperatur, Weißpunktanpassung, Farbsteuerung, Modus nur RGB

Weißpunktanpassung, 2-Punkt oder 20-Punkt

Weißpunktanpassung - 20-Punkt

Lichtverstärkung

Perfect Natural Reality, optimiert Kontrast- und Helligkeitseindruck für einen HDR-Effekt bei Standard-Quellen

Perfekter Kontrast: Aus, Minimum, Mittel, Maximum

Lichtsensor, aus oder an

Bewegungseinstellungen: Aus, Pures Kino, Film, Standard, Gleichmäßig, Persönlich

Perfect Natural Motion

Perfect Clear Motion

Fast Motion Clarity

Bild

Der Philips OLED806 ist, wie eingangs erwähnt, mit der P5 Engine mit Künstlicher Intelligenz ausgestattet. Mit den Schnelleinstellungen lässt sich praktischerweise in drei Stufen festlegen, wie stark die KI bezüglich Farbgebung, Kontrast, Schärfe und Bewegung in die Bildsignalverarbeitung eingreifen soll. Die Empfehlung lautet hier stets, den mittleren Modus zu wählen, was auch wir während unserer Testsequenzen getan haben. Nach individuellen Vorlieben kann man hier feiner justieren, grundsätzlich empfinden wir die Empfehlung aber als grundsolide Werkseinstellung.

Die einzelnen Bildmodi unterscheiden sich vorwiegend bezüglich der Farbtemperatur, geringfügig aber auch bei der Helligkeit, Kontrast und Schärfe. Erwartungsgemäß liefert "Lebhaft" die kühlste und leicht überzogene, zu intensiv wirkende Darstellung. "Persönlich" hingegen wirkt schon etwas angenehmer und authentischer, was die Farbdarstellung betrifft und ähnelt stark dem Bildfeld "Heimkino". Da man hier für eigene Justagen ansetzen kann, ist es wichtig, dass die Grundeinstellung ab Werk möglichst authentisch ist. Hier sollte man auch hinsichtlich des Umgebungslichtes auswählen - bei aktiviertem Lichtsensor (zu finden in den allgemeinen Einstellungen) passt der Fernseher Helligkeits- und Kontrastwerte automatisch im Hintergrund an.

Wir entscheiden uns dennoch für den Filmmaker Mode. Dieser wirkt zwar für weniger geschulte Augen auf den ersten Blick etwas zurückhaltender und dezenter, bietet aber insgesamt den natürlichsten Bildeindruck. Darüber hinaus werden beim Filmmaker Mode zahlreiche dynamische Bildverbesser deaktiviert, die man dann einzeln hinzuschalten kann. Insbesondere empfiehlt sich der Filmmaker Mode bei der Darstellung von hochwertig produzierten Kinofilmen und Serien, da hier schlicht weniger Optimierungspotential vorhanden ist, da bereits bei der Produktion auf eine sehr gute visuelle Darstellung Wert gelegt wird. Aber auch bei der Wiedergabe von Live TV bietet er eine solide Grundlage. Wer sich von den wirklich zahlreichen zuschaltbaren Algorithmen ein wenig "erschlagen" fühlt, kann natürlich hier auch auf einen anderen Bildmodus setzen, der bereits einige Anpassungen im Hintergrund vornimmt.

TV-Tuner

Bei kontrolliertem Umgebungslicht und bei der Wiedergabe von HD-Sendern kann man den Filmmaker Mode problemlos verwenden. Der Philips TV liefert hier (Das Erste HD, 720p) ein sauberes, rauscharmes Bild mit authentischer Farbgebung und angenehmer, nicht überzogener Schärfe. Bei der Plastizität und Tiefenstaffelung, die hier einen sehr soliden Eindruck macht, kann man mit anderen Bildmodi und zugeschalteten Bildverbesserern noch etwas mehr herausholen. Man muss allerdings aufpassen, dass dann nicht übers Ziel hinausgeschossen wird und der Realismus des Bildes leidet, denn auch der Filmmaker Mode liefert ein differenziertes, gut strukturiertes Bild. Das Scaling wirkt ebenfalls sauber, störende Artefakte sind kaum auszumachen. Auch wenn am Senderlogo und an weiteren harten Kanten Treppenstufen durchaus mal erkennbar sind, es handelt sich nun mal um ein 720p-Signal, dass auf 3.840 x 2.160 Pixel gebracht werden muss.

Was die Panelhelligkeit betrifft, sehen wir hier keine Probleme. Selbst bei starkem externen Lichteinfall wirkt das Bild noch lebhaft und eindrucksvoll, mit Spiegelungen muss man aber aufgrund des nicht matten Displays rechnen. Sie sind nicht extrem ausgeprägt, die direkte Platzierung des TVs neben einem Fenster oder direkt unterhalb einer Lampe sollte man aber doch in jedem Fall vermeiden. Sehr gut ist die hohe Bildruhe und die Stabilität, die sich auch von Panorama-Aufnahmen mit längeren Kamerafahrten sowie auch bei schnellen Bewegungen von Objekten nicht beeindrucken lässt.

Beim Umschalten nehmen sich die aktuellen Tuner in allen TV-Geräten, auch anderer Hersteller, nicht viel. Zu den schnellsten gehört der OLED806 nicht, etwa zwei Sekunden muss man beim Umschalten in Kauf nehmen. Ausgezeichnet, das fällt bei einer Naturaufnahme nochmals positiv auf, ist es um die Detailschärfe im Bild bestellt. Trotz der doch eher niedrigen Auflösung schafft der Philips OLED TV ein gestochen scharfes, imposantes Bild. Das Fell eines Wasserbüffels gefällt mit sauberer Differenzierung der einzelnen Fellhaare, auch die Nase an der Schnauze ist sehr fein durchzeichnet. Nur in seltenen Fällen scheint die KI es mit der Nachschärfung ein wenig zu übertreiben. In Kombination mit der exzellenten Bildstabilität wird hier eine sehr gute visuelle Gesamt-Qualität geboten.

Ultra HD Blu-ray, Mord im Orient-Express

Der Philips OLED TV erkennt automatisch die Zuspielung von HDR-Material und wechselt entsprechend in einen HDR-Bildmodus. Wir behalten den Filmmaker-Modus bei, schließlich ist er für die Wiedergabe eines solchen hochwertig produzierten Hollywood-Blockbusters prädestiniert. Außerdem gehen wir hier von einem gemütlichen Filmabend aus, haben also das externe Umgebungslicht drastisch reduziert und befinden uns in einer nahezu dunklen Umgebung. Hier kommt auch das Ambilight am besten zur Geltung und wir müssen gestehen, auch wenn wir grundsätzlich ein Freund totaler Dunkelheit beim Filmgenuss sind, dass die dynamische Beleuchtung der Rückwand durchaus etwas für sich hat. Noch vor Filmstart empfängt uns das 20th Century Fox Logo und die Weiterführung des (Logo-beleuchtenden) Scheinwerfers mittels Ambilight-Spots in passender Farbgebung, erweitert tatsächlich gefühlt die Bildschirmgröße.

Der OLED806 liefert in kontrollierter Umgebung - ganz OLED-typisch - ein außerordentlich plastisches, kontrastreiches, intensives Bilderlebnis, dass die volle Aufmerksamkeit des Zuschauers schnell gewinnt. Über den Schwarzwert müssen wir wenig Worte verlieren, denn Schwarz ist hier schlichtweg schwarz, ein Vorteil der selbstleuchtenden Pixel der OLED-Technologie. Auch, was die Helligkeit betrifft, ist keine Kritik vonnöten. Gleißend sind die Sonnenstrahlen in der ersten Szene, die auch direkt mit einer elementaren Aufgabe für eine stabile 24p-Wiedergabe aufwartet. An dieser Stelle muss erwähnt werden, dass trotz Filmmaker Mode die Frame-Interpolation im Modus "Film" aktiviert ist. Dies ist sinnvoll, da im deaktivierten Zustand der OLED806 nicht völlig ohne Ruckeln auskommt und die Darstellung bei vielen bewegten Objekten nicht von völliger Bildstabilität geprägt ist.

Die meisten umherwuselnden Pilger vor der Klagemauer bleiben zwar ihren Objektkanten treu, der Kameraschwenk nach unten sorgt aber schon für ein wenig Zittern und Ruckler, die sich negativ auf den Gesamtbildeindruck auswirken. Ganz anders bei der Zuschaltung der Bewegungverbesserung, hier meistert der OLED806 die Aufgabe in exzellenter Manier und zeigt nur sehr geringfügiges Zittern an den Gesteinsfugen, als die Kamera recht flink nach unten schwenkt. Ebenso verhält es sich bei den zahlreichen Personen, die flink vor der Klagemauer umherlaufen. Nahezu sämtliche bewegten Objekte bleiben ihren Objektkanten treu und wirken stabil. Das komplexe Geschehen, die Kombination aus Kameraschwenk und vielen bewegten Objekten im Bild, bringen den neuen Signalprozessor so nicht in Bredouille und ein ruhiger, angenehmer Gesamteindruck entsteht.

Dabei ist es natürlich elementar, dass der ursprüngliche Film-Look beibehalten wird. Auch das schafft die Zwischenbildberechnung erfreulicherweise im Modus "Film" und liefert weiterhin eine authentische Darstellung ohne gefürchteten Seifenoper-Look mit authentischer, natürlicher Farbgebung. Das Bildgeschehen wirkt, wie zu Beginn schon erwähnt, stets sehr räumlich und plastisch. Die Bildschärfe ist über alle Zweifel erhaben, eine hohe Detaillierung geht mit einer sauberen, klar definierten Bildstruktur einher. Bei der nativen 4K-Darstellung muss man sich über Scalingartefakte ohnehin keine Gedanken machen, lediglich eine Überschärfung könnte zu Treppenstufen o.ä. unschönen Ausprägungen führen. Die Schärfe ist durchweg auf hohem Niveau, zu stark angezogen wird in diesem Filmbeispiel aber nicht.

1080p Blu-ray Disc, Skyfall

Bei der Zuspielung der konventionellen Blu-ray Disc von Skyfall mit einer Auflösung von 1.920 x 1.080 Pixeln hingegen muss der Fernseher das Bild, ebenso wie beim TV-Tuner, auf die native UltraHD-Auflösung des Panels hochrechnen. Das erledigt der OLED806 bei dieser Blu-ray, es handelt sich bei Skyfall selbstverständlich auch um eine aufwändige Produktion, hervorragend und zeigt eine Gesamtpräsentation, die einer durchschnittlichen Ultra HD Blu-ray durchaus nahekommt. Ohne im Übermaß zu überschärfen, wird ein sehr detailreiches, sauberes Bild mit hoher Kantenschärfe realisiert, das auch einem geschulten Blick bei geringem Betrachtungsabstand zweifellos standhält.

Was die Farbgebung anbelangt, bleibt der Philips-Fernseher natürlich und dem Kino-gerechten Look entsprechend. Der Zwischenbildberechnung mit dem Modus Film können wir hier erneut explizit eine Empfehlung aussprechen. Skyfall wirkt sehr Kino-like, in keinster Weise zu digital und typische Berechnungsartefakte, die man häufig an Kanten schnell bewegter Objekte nachvollziehen kann, bleiben aus. Selbst bei der problematischen Verfolgungsjagd über den Dächern Istanbuls, während Bond und sein Gegenspieler auf Motorrädern die Stadt durchqeueren, können wir hier keine negativen Einflüsse auf das Bild feststellen.

Die Kino-gerechte Darstellung und die damit einhergehende subtile Herangehensweise der Zwischenbildberechnung haben zur Folge, dass der typische 24p-Judder und das ein oder andere Ruckeln bei Kamerafahrten und schnellen Schwenks nicht völlig ausbleiben. Auch das kann man während der Verfolgungsjagd beobachten. Das nimmt allerdings kaum negativen Einfluss auf den ausgezeichneten Gesamteindruck, so dass wir hier von einem hervorragenden Kompromiss sprechen können, der sowohl das Lager der Frame-Interpolationsfans als auch der cinephilen 24p-Verteidiger zufriedenstellen könnte. Einziger Nachteil: möchte man unbedingt auf die Frame-Interpolation verzichten, sind der 24p-Judder und einzelne Ruckler etwas stärker ausgeprägt als bei vergleichbaren OLED-Fernsehern. Was den Schwarzwert und Kontrast anbelangt, können wir zur UHD-Darstellung keine Unterschiede feststellen. Ein sehr plastisches, kontrastreiches Bild mit ausgezeichneten Hell-/Dunkel-Übergängen und ein tief sitzender Schwarzwert zeichnen die Darstellung auch in diesem Fall aus. 

Klang

Basslautsprecher auf der Rückseite

Der Philips OLED806 ist mit einem 2.1-Soundsystem mit einer Gesamtleistung von 50 Watt ausgestattet. Hier muss man gegenüber den OLED+ Modellen, die mit Komponenten und Technologie des britischen Lautsprecher-Herstellers Bowers & Wilkins ausgestattet sind, Abstriche machen. Dennoch liefert der 2021er Philips TV  eine ansprechende, satt klingende und räumliche akustische Performance ab, die durchaus auch im Tieftonbereich den ein oder anderen Akzent setzen kann. Hierfür soll sich ein neu entwickelter, nach hinten gerichteter "Triple-Ring"-Basstreiber auszeichnen, der von vier passiven Radiatoren unterstützt wird. Der Pegel ist völlig ausreichend, auch für größere Wohnzimmer. Ans Maximum sollte man den TV nicht bringen, da dann Zischlaute etwas spitz werden. Hier kann man gegebenenfalls mit dem integrierten Equalizer entgegenwirken.

Auch die Möglichkeit einer Raumkalibrierung ist gegeben. Hier werden über den TV Audiosignale ausgegeben, die dann über das Mikrofon in der Fernbedienung erfasst und analysiert werden. Darauf basierend nimmt der Fernseher eine Anpassung der akustischen Parameter vor. Ebenfalls bietet der OLED806 die Möglichkeit der "Mimi Sound Personalization" in Kombination mit dem Smartphone für bessere Sprachverständlichkeit und einem Sound, der auf das persönliche Hörvermögen des Anwenders zugeschnitten ist.

Die Tonwiedergabe soll mithilfe der Mimi-Technologie, die manchem vielleicht von beyerdynamic Kopfhörern bekannt sein wird, präzise auf das eigene Hörvermögen abgestimmt werden. Eine besonders gute Verständlichkeit und eine Klarheit bezüglich der Darstellung vokaler Elemente (Sprache) sowie ein insgesamt besseres akustisches Ergebnis sollen die Folgen sein.

Der für die Anpassung notwendige Hörtest kann über eine Smartphone-App für iOS und Android durchgeführt werden. Das ermittelte Ergebnis wird dann an den Philips Fernseher übertragen, indem mit dem Smartphone ein QR-Code auf dem TV-Bildschirm fotografiert wird. Mimi beurteilt das Hörvermögen des Anwenders im Wesentlichen anhand von zwei Faktoren. Zum einen betrifft dies den leisesten Ton, den der Zuhörer wahrnimmt, sowie die Fahigkeit, maskierte Geräusche zu verarbeiten. Der Maßstab dabei ist das leiseste wahrgenommene Geräusch, während es von Hintergrundlärm übertönt wird.

Klangeinstellungen

Und hier noch die Screenshots zum Klang-Menü:

Zahlreiche Ton-Modi mit sehr guten Anpassungsmöglichkeiten

KI-Moduis, Original, Film, Musik, Spiel, Dialog sowie der persönliche Modus stehen an Ton-Programmen bereit.

Zu den akustischen Optionen des Philips gehört auch DTS Play-Fi

Wenden wir uns jetzt der Raumkalibrierung zu

Wie auch z.B. Sony oder LG besitzt der Philips die Option, eine Raumkalibrierung vorzunehmen.

Gleich geht es los

Die Raumkalibrierung wird mittels der Fernbedienung durchgeführt. Natürlich ist es dafür zwingend erforderlich, dass die Fernbedienung mit dem TV gekoppelt ist. 

Ausgabe des Testtons

Kalibrierung abgeschlossen

Weiter an Bord: Mimo Klang-Personalisierung

Kennt man in ähnlicher Form von beyerdynamic-Kopfhörern: Mit Hörtest der eigenen Ohren

Insgesamt bietet der Philips auch hinsichtlich der akustischen Optionen ein Maximum, inklusive Kalibrierung und sogar mit der Möglichkeit, den TV mittels Mimi aufs persönliche Gehör abzustimmen. 

Konkurrenzvergleich

Starten wir mit einer Analyse unseres Testkandidaten:

Pro Philips:

  • Sehr gute Justagemöglichkeit für die Parameter des Eingreifens beim KI-Processing
  • Sehr umfangreicher und wirkungsvoller Video-EQ, trotzdem ist es einfach, schnell ein optimales Bild zu bekommen (Auto AI Modus aktivieren und dann rasch die paar Parameter für die eigene Abstimmung nutzen)
  • Ambilight für besonders intensiven Bildeindruck, subjektiv erscheint der Screen sogar größer
  • Mit Abstand beste und hochwertigste Fernbedienung 
  • Im Filmmaker mit aktivierter Frame Interpolation extrem störungsarmes, zudem sehr Kino-likes Bild
  • Extrem viele akustische Optionen inklusive Kalibrierung und Abstimmung aufs eigene Gehör (Mimi Hearing Technology)
  • OLED-Einbrennschutz

Contra Philips

  • Vergleichweise teuer
  • Bei nativer 24p Darstellung ohne aktive Zwischenbildberechnung: Bei Kameraschwenks und vielen bewegten Objekten zeigt der Philips erkennbares Ruckeln und Zittern
  • Kein AirPlay 2
  • Nur Single-Tuner, kein Doppeltuner 
  • Alexa nur mit zusätzlichem Smart Speaker möglich

LG OLEDG19LA

Wenden wir uns nun dem LG OLEDG19LA zu. Diesen hatten wir zwar in 55 und nicht in 65 Zoll im Test, aber wir kennen auch die 65 Zoll-Variante sehr gut.

Pro LG:

  • Helleres Panel mit noch mehr maximalem Kontrast
  • Exzellentes Preis-/Leistungsverhältnis
  • Google Assistant und Amazon Alexa gleich integriert
  • In Verbindung mit LG Soundbar kann der leistungsstarke Prozessor des TVs für das Sound-Processing verwendet werden
  • Apple AirPlay 2 und Apple Home Kit an Bord
  • Doppeltuner

Contra LG:

  • HDR10+ wird nicht unterstützt
  • Weniger hochwertige Fernbedienung 
  • Kein separates Menü zum Einstellen der AI-Bildparameter
  • Standfuß nur optional

Panasonic JZW984

Kommen wir zum Panasonic JZW984, auch diesen hatten wir in 55 Zoll zum Test, konnten aber auch mit dem 65 Zoll-Modell zahlreiche Eindrücke sammeln.

Pro Panasonic

  • Kompromisslos flexibler TV-Tuner (Doppeltuner für DVB-S2, DVB-C und DVB-T2 plus TV>IP und IPTV)
  • Setzt Maßstäbe bei Detailkontrast und Detailschärfe bei jeder Quelle
  • Überwältigende Farbtreue
  • Sehr einfaches Handling und enorme Zuverlässigkeit
  • Erstklassige Bildprogramme

Contra Panasonic:

  • Soundsystem weniger gut gelungen
  • Materialanmutung der Fernbedienung schlechter
  • Fixer Auto AI-Modus

Samsung QN94A

Wenden wir uns dem Samsung QN94A zu.

Pro Samsung:

  • Unerreichte Spitzenhelligkeit
  • Praktische Antireflex-Beschichtung eliminiert störende Reflexionen
  • Enorme maximale Bildschärfe, ohne dass sich Doppelkonturen bilden
  • Solarfernbedienung, die sehr gut in der Hand liegt
  • "Q Symphony": In Verbindung mit einer entsprechend kompatiblen Samsung-Soundbar arbeiten TV-Soundsystem und Soundbar überzeugend zusammen für ein umfassendes Klangerlebnis

Contra Samsung:

  • Keine Unterstützung von Dolby Vision
  • Vergleichsweise schmal bestückter Video-EQ
Fazit

Der OLED806 ist bei Philips sozusagen die "normale" Liga, was man allerdings beim Ausstattungsumfang, der Anmutung und der Performance des Gerätes nicht merkt. Würde er in der Ober-/Luxus-Klasse angesiedelt sein, ginge das genauso durch. Erste Indikatoren sind bereits die exzellente Verarbeitung, die sehr edle Optik und die qualitativ Maßstäbe setzende Fernbedienung mit Beleuchtung und Echtleder-Rückseite aus verantwortungsvoll produzierter Tierhaut.

Weiter geht es mit dem Philips-exklusiven Ambilight in vierseitiger Ausführung. Man kann geteilter Meinung über den praktischen Nutzen sein, wir jedenfalls sind sehr angetan und vertreten die Auffassung, dass Amblight ein intensiveres, zugleich aber nicht überforderndes Seh-Erlebnis bietet. Dass Philips sowohl visuell als auch akustisch enorm reichhaltige, nützliche Menüs und Funktionen anbietet, ist ein weiteres Anzeichen dafür, dass beim OLED806 Vollausstattung groß geschrieben wird.

Dafür sprechen auch die Multi HDR-Funktionalität und die Anti Burn-In-Technologie, die Einbrenneffekte verhindert. Das Bild ist exzellent, ganz besonders dann, wenn man die Kombination aus dem Filmmaker Mode mit der sewhr gekonnt abgestimmten Frame Interpolation verwendet. Auch akustisch gibt es nichts am OLED806 auszusetzen. Dass er teurer ist als mancher Konkurrent, istin Anbetracht der Performance und den zahlreichen USPs absolut zu verschmerzen, was uns als einzige beiden Punkte wirklich negativ auffällt: Es gibt keinen Doppeltuner, und Apple AirPlay 2 ist nicht direkt integriert.

Edler, innvativ und reichhaltig ausgestatteter 4K OLED-TV mit enormer Gesamtperformance

4K OLED-TVs Oberklasse
Test 04. Februar 2022

Test: Philipp Kind
Redaktion: Carsten Rampacher
Fotos: Philipp Kind
Datum: 04. Februar 2022

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