TEST: NAD C 3050 - nostalgisch anmutender Stereoverstärker mit feiner Klangqualität und solider Ausstattung

Klangwertung

Wharfedale Elisian 3 Gruppenbild1

3-Wege Standlautsprecher Wharfedale Elysian 3

Nun möchten wir auf die klangliche Auslegung des NAD C 3050 genauer eingehen. Hierfür verbinden wir unsere 3-Wege Standlautsprecher Wharfedale Elysian 3 mit dem NAD Stereo-Vollverstärker. 

Cambridge Audio Cxn100 Frontansicht

Als moderner Netzwerk-Streamer kommt der Cambridge Audio CXN100 zum Einsatz

Anzeige

Wie wir bereits eingangs erwähnt haben, ist unser NAD C 3050 nicht mit den optional erhältlichen MDC2 Modul bestückt und verfügt somit über keine Netzwerkschnittstelle. Als Streaming-Zuspieler verwenden den Cambridge Audio CXN100, und wir starten unsere Klangwertung mit der Wiedergabe mit Titeln, die wir von TIDAL und Spotify streamen.

Wir starten unseren Klangcheck mit dem deutschen DJ und Producer Mike Mana und seinem Track "No Fear of Tomorrow". Das zu Beginn des Tracks elektronisch erzeugte "Streichinstrument" ist kein einfacher Fall, ebensowenig die darauf folgenden vokalen Elemente. Hier stehen Stereoverstärker der Einsteigerklasse und der unteren Mittelklasse oftmals vor deutlichen Problemen. Unser Testkandidat zeigt, dass es sich definitiv lohnt, ein paar Euros mehr in die Hand zu nehmen, denn er garantiert beim elektronischen Streichinstrument eine saubere Durchhörbarkeit, und hinsichtlich der Ausarbeitung der Stimme können wir uns lobend über den breiten Dynamikumfang und die Betonung stimmtypischer Charakteristika äußern. Und das Schöne ist, dass die akkuraten Abstufungen auch dann erhalten bleiben, wenn er Titel merklich nach vorne schreitet, was den gesamten Dynamikumfang anbetrifft. Das durchaus massive Bassfeuerwerk treibt das akustische Geschehen mit Nachdruck voran und wirkt dabei äußerst voluminös und kontrolliert, und der NAD C 3050 kann die Fähigkeiten der Tieftöner unserer Wharfedale Elysian 3 eindrucksvoll in Szene setzen. Selbst bei höherem Lautstärkepegel bleibt ein enormes Maß an klanglicher Harmonie und Ausgewogenheit vorhanden, die Akustik wird nicht harsch oder disharmonisch. 

Als nächstes haben wir uns für eine Coverversion des Chris Isaak-Klassikers "Wicked Game" entschieden. Da es mittlerweile zahlreiche Coverversionen dieses Titels gibt, ist die Wahl auf die Version der englischen Künstlerin und Musikproduzentin Raign gefallen, die wir für akustisch durchaus anspruchsvoll halten - hier muss die Wiedergabekette schon durchaus talentiert sein, um viele der klanglichen Facetten auf tadellosem Niveau zu berücksichtigen. Die zu Beginn des Tracks ertönenden atmosphärischen Klänge werden vom NAD C 3050 mit einer tadellosen Auflösung, einer ausgezeichneten Klarheit und einer homogenen akustischen Gesamterscheinung dargeboten - das gilt auch für die vokale Präsenz. Hier tauchen einige Schwierigkeiten auf, denn das parallele Wiedergeben der beewusst harten, auf den Punkt kommenden Drum-Elemente und der ausdrucksstarken Stimme bringt manchen Stereoverstärker doch etwas in Verlegenheit- nicht aber den NAD C 3050, der sehr klar und fokussiert vorgeht. Daher können sich beide klanglichen Bestandteile sehr gut präsentieren, und der Hörer freut sich über eine fundierte, charismatische Wiedergabe. Auch, als der Titel in seinem Verlauf deutlich an Facettenreichtum zunimmt, gelingt weiterhin eine hervorragende akustische Gliederung. Unterstrichen wir die Gesamtwiedergabe von einem kräftigen und präzisen Bassfundament, und selbst die teils dominant auftretenden Synthesizer bleiben in vollem Umfang erhalten und wirken nicht wie "weichgespült".

Wir wechseln das Genre und starten die Wiedergabe "Edge of The Darkness" von der Alternative-Rock/Metal-Band EverFading, die für ihre Mischung aus dunkler Atmosphäre und massiven Klängen bekannt ist. Der Track weist zu Beginn eine  leicht verzerrte E-Gitarre auf, welcher der NAD C 3050 umgehend das richtige Maß ab Ausdruckskraft zuteilt. Darauf folgen nach wenigen Momenten harte Drums, die sich mit einem ausgezeichneten Volumen bei uns im Hörraum niederlassen. Lediglich wenigen Momente vergehen, bis der Frontmann mit seiner außergewöhnlichen Stimmfarbe loslegt, und wir sind erstaunt, wie genau der NAD C 3050 die Stimme trifft und wie intensiv sie sich ausbreitet, aber immer realistisch und klar, nie mit künstlicher Räumlichkeit. Auch im weiteren Verlauf des Tracks wird eine sehr saubere Differenzierung der musikalischen Elemente ermöglicht, was dazu führt, dass man jede Sekunde klar nachvollziehen kann, so auch das kurze E-Gitarren-Solo, das fundiert und kraftvoll präsentiert wird. 

Als nächstes Klangbeispiel wählen wir "11 Minutes" von Yungblud, der US-Sängerin Halsey und den Drummer von Blink-182, Travis Parker. Hier sind es stets einige akustischen Elemente, die der NAD C 3050 von Anfang an unter Kontrolle halten muss. Er agiert immer präzise, lässt es aber auch nicht am nötigen Nachdruck fehlen, wenn ein forsches Agieren gefragt ist. Diese Qualitäten merkt man direkt ab dem Anfang. Der Titel beginnt mit beginnt mit einer E-Gitarre, die vom NAD C 3050 sauber und strukturiert herausgearbeitet wird. Als kurz darauf die Künstlerin Halsey mit ihrer klaren, zugleich partiell filigranen, partiell fordernden und bewusst leicht hallenden Stimme in den Track einsteigt, meistert diese Herausforderung der C 3050 mit Bravour und arbeitet für seine Preisklasse viele stimmtypische Attribute tadellos heraus. Das Zusammenspiel aus der prägnanten E-Gitarre, den mehrstimmigen Gesang, den zahlreichen Nebeneffekten und dem straffen Bassfundament managt unser Test-Verstärker auf sehr hohen Niveau. Als sich im weiteren Verlauf des Titels Yungblud mit seinem Sprechgesang in den Track einbringt, werden die beiden Stimmcharaktere akkurat durchmodelliert und mit klarer Differenzierung dargestellt. Die bereits erwähnte, ab dem Beginn des Titels erklingende E-Gitarre, die den Titel komplett begleitet und eine spezielle Melodie spielt, bleibt selbst bei erhöhtem Pegel in ihrer Klarheit und Prägnanz nahezu vollständig erhalten. Das Bassfundament tritt voluminös und präzise in Erscheinung. 

Anzeige

Klang Vinyl

Thorens Td 403 Dd Frontansicht1

Thorens TD 403 DD Plattenspieler

Da der NAD C 3050 über eine integrierten Phono-MM-Stufe verfügt, möchten wir dessen Qualität ebenfalls unter die Lupe nehmen. Hierfür verwenden wir unseren Thorens TD 403 DD Plattenspieler mit MM-Tonabnehmersystem.

Als erstes Vinyl-Klangbeispiel haben wir uns vom vom Album "Let The Hard Times Come" (DALI-Edition) des dänischen Künstlers Jacob Dinesen den Titel "Ocean Bed" ausgesucht. Hier kann man gleich vom Start weg auf die Umsetzung auch subtiler akustischer Elemente achten, die zum Beispiel den Klang der akustischen Gitarre merklich beeinflussen. Der NAD C 3050 setzt hier auf eine feinfühlige Präsentation, die es praktisch vergessen macht, dass nicht konventionelle analoge Endstufen, sondern digitale Exemplare ihrer Arbeit nachgehen. Dass man noch vor nicht allzu langer Zeit digitalen Verstärkern gern nachsagte, sie hätten zwar enorm viel Kraft, aber auch ein leicht synthetisch wirkendes Klangbild, kann man sich hier kaum noch vorstellen. Digitale Verstärker + Wiedergabe von Vinyl - das Ergebnis ist eine harmonische Einheit, die sich auch bei der Einarbeitung von Jacobs Stimme bewährt. Stimmtypische Besonderheiten, wie das leicht Kratzige, Raue, kommen tadellos heraus. Die Staffelung der musikalischen Ebenen bekommt der NAD-Verstärker sauber auf die Reihe, und erst bei sehr kleinen Feinheiten lässt die Detaillierung etwas nach - klassische Beispiele, wo man merkt, dass teure Vollverstärker eben ihre volle Daseinsberechtigung haben. Die unterschiedlich ausgelegten Drum-Einsätze werden souverän und mit akkurater Balance gehandhabt. 

Bevor uns dem Konkurrenzvergleich widmen, lassen wir förmlich nochmal "die Fetzen fliegen." Hierfür legen wir die LP "Hybrid Theory" von Linkin Park auf, als Track haben wir "In the End" ausgewählt. Das zu Beginn des Titels erklingende E-Piano und die elektronisch erzeugten Effekte werden detailreich und mit klarer Struktur vom NAD C 3050 dargeboten. Als nach wenigen Momenten Chester Bennington durchstartet und Mike Shinoda mit seinem Sprechgesang loslegt, gelingt eine feine Abzeichnung der beiden Stimmcharaktere. Bereits nach wenigen Momenten geht der Track massiv nach vorne, und zwar mit schnellen Gitarren, harten Bässen und den vokalen Parts. Auch hier gibt sich der NAD C 3050 keine Blöße und liefert ein differenziertes und ausgewogenes Klangbild. Selbst die gefühlvollen Gesangspassagen von Jester Bennington werden vom Stereo-Vollverstärker erstaunlich behutsam und mit dem passenden Einfühlungsvermögen umgesetzt.

Anzeige

Konkurrenzvergleich

Quad 3 Frontansicht Mit Beleuchtetem Display

  • Quad 3: Wir starten unseren Konkurrenzvergleich mit einem äußert kompakten Stereo-Vollverstärker, den Quad 3. Dieser setzt ebenfalls auf Retro-Elemente, allerdings aus den 80er Jahren, und ist für eine unverbindliche Preisempfehlung 1.490 EUR im Handel erhältlich. Zu haben ist das Device ausschließlich in der von uns getesteten silberfarbene/schwarzen Farbvariante. Der QUAD 3 verfügt über ein HDMI ARC-Terminal, Bluetooth inklusive aptX HD sowie über USB. Auch hier verrichtet eine exakt arbeitender ESS-DAC seinen Dienst bei der Umwandlung digitaler in analoge Signale.  Im Inneren des Quad 3 arbeitet eine Class AB-Endstufe mit großzügiger Stromversorgung: Ein 235 VA-Ringkerntransformator und 30.000 µF Siebkapazität stehen für eine hohe Gesamtbelastbarkeit des Systems. So gerüstet, erzielt der QUAD 3 eine Ausgangsleistung von 2 × 65 W an 8 Ohm (bis 100 W an 4 Ohm). Umfangreiche Filteroptionen in den Menüeinstellungen und weitere Parameter, die zum klanglichen Feintuning verwendet werden können, komplettieren die Ausstattung des QUAD 3, der sich akustisch von seiner lässigen, ausgewogenen, kraftvollen Seite zeigt. Er ist ein Vollverstärker, der ganz anders klingt, als die kompakten Abmessungen es vielleicht vermuten ließen. Er bietet eine ausgeprägte Räumlichkeit bei beinahe allen Titeln und brilliert darüber hinaus mit einer hohen akustischen Homogenität. Der NAD wirkt grobdynamisch noch etwas versierter und bringt die hinteren musikalischen Ebenenen deutlicher heraus.

Arcam A25 Frontansicht

  • ARCAM RADIA A25: Weiter geht mit unserem Vergleich im Konkurrenzumfeld mit dem Arcam A25 aus der RADIA Serie. Der A25 Stereovollstärker ist für eine unverbindliche Preisempfehlung von 1.799 EUR im Fachhandel erhältlich und bringt hochpräzise ESS-DACs und eine klanglich sorgfältig abgestimmte Phonovorstufe mit. Der Hersteller gewährt auf die RADIA-Komponenten eine Garantie von 5 Jahren. Der ARCAM RADIA A25 verfügt über hochwertige Class G-Endstufen, die das Beste aus Class A (höchste akustische Reinheit) und Class AB (höchste Belastbarkeit) vereinen sollen, was in der Klangwertung auch tatsächlich gelingen kann. miteinander zu vereinen. Wie beim NAD beträgt auch beim RADIA die Leistung 100 Watt pro Kanal (hier an 8 Ohm). Die Ausstattungsliste umfasst beispielsweiwse einen USB-C-Eingang für den Rechner, ganz gleich, ob PC, MAC oder Raspberry Pie. Diese Auswahl wird durch Bluetooth inklusive Qualcomm aptX Adaptive-Technologie mit 24-Bit-HD-Audio ergänzt. Der RADIA A25 kann dank des bidirektionalen Bluetooth-Moduls auch mit Bluetooth-Kopfhörern kommunizieren. Klanglich sind sowohl ARCAM als auch NAD ausgesprochen gelungene Alternativen, mit denen man nichts falsch macht. Der sehr feine, sehr homogene Klang der Class G-Endstufeneinheit im A 25 ist gerade für Klassik und Jazz exzellent. Aber auch die digitale Verstärkersektion des C 3050 schlägt sich sehr gut und agiert erstaunlich sensibel. Insgesamt spielt der RADIA A 25 noch etwas voller, voluminöser, während der NAD dynamische Sprünge noch eine Idee direkter herausarbeiten kann.

Fazit

NAD C 3050 Frontansicht1

Der NAD C 3050 zitiert die erfolgreiche NAD-Firmengeschichte und schafft so ein im Trend liegendes Retro-Flair, das immer authentisch und überzeugend auftritt. Die Verarbeitung unseres Testmodells ist tadellos, das gilt für die schwarze Frontblende ebenso wie fürs Holzgehäuse. Mit einem Kaufpreis von 1.699 EUR, ohne das optional erhältliche MDC2-Modul für BlOS und Dirac Live, bewegt sich der C 3050 aus preislicher Sicht in der angehenden Mittelklasse, die bei Käufern derzeit ausgesprochen beliebt ist. Geräte der absoluten Einsteigerliga werden nicht mehr so gern genommen, weil man in Zeiten der Nachhaltigkeit lieber nach Komponenten sucht, die einen die nächsten Jahre zuverlässig begleiten. Das tut der C 3050 zunächst mit seiner durchdachten Anschlussauswahl inklusive HDMI-eARC, MM-Phonostufe mit Infraschall-Filterschaltung, Bidirektionales Qualcomm aptX HD Bluetooth.

Aber auch aus akustischer Sicht kann unser Testkandidat definitiv überzeugen. Er bietet kraftvolle und sauber klingende digitale Endstufen, die zudem mit einer überzeugenden Pegelfestigkeit aufwarten können, Dadurch ist der NAD C 3050 in der Lage, sich auch im mittelgroßen Hörraum erfolgreich durchsetzen zu können. 

Anzeige

In unserer Klangwertung überzeugte der Retro-Vollverstärker weiterhin mit einem homogen und differenzierten Klangbild. Auch kritische Stimmcharaktere meisterte der C 3050 auf einem überraschend hohen Niveau. Dynamische Tracks liegen dem Stereovoll-Verstärker ebenso gut wie feinfühlige Titel. Die Umsetzung bei der Wiedergabe von klassischer Schallplatte mit einem warmen und vielschichtigen Klangbild konnte uns ebenfalls überzeugen.

Potenter Stereo-Vollverstärker im Retro-Look, der mit sinnvoller Ausstattung und homogenem Klangbild überzeugen kann 

Überragend 2024

Stereovollverstärker bis 2.000 EUR
Test  18. Mai 2026

 

 

 

Test: Sven Wunderlich
Fotos: Sven Wunderlich 
Redaktion: Carsten Rampacher
Datum: 18. Mai 2026

Anzeige


Weiter auf: Vorherige Seite

Seiten: 1 2

Tags: • • • • •

Alle aktuellen Tests auf AREA DVD

Themen-Schlagwörter (nach Häufigkeit sortiert)

Lautsprecher Blu-ray Disc-Review Samsung Panasonic IFA TV Kopfhörer Ultra HD Ultra HD Blu-ray-Review Soundbar LG Sony AV-Receiver Teufel CES Fernseher OLED Denon Subwoofer Verstärker nubert Bluetooth-Lautsprecher Yamaha Special Dolby Atmos Smartphone Aktivlautsprecher Bluetooth Stereo Canton Dali Beyerdynamic Marantz JBL Philips aktiver Lautsprecher AVR Wireless-Lautsprecher KEF Info-Special

Privacy Manager
  ZURÜCK