TEST: KEF Coda W - Aktivlautsprecher-Ensemble mit kultiviertem Klang, umfangreicher Ausstattung und nobler Optik
Klangwertung
In diesem Abschnitt unseres Reviews möchten wir auf die klangliche Auslegung der KEF Aktivlautsprecher genauer eingehen. Da die Coda W hinsichtlich des möglichen Verwendungsgebietes und der Zuspielung sehr breit aufgestellt sind, starten wir die Klangwertung mit der drahtlosen Signalübertragung mittels Bluetooth. Wie wir bereits eingangs erwähnt haben, bringt das System Bluetooth in der Version 5.4 aptX Adaptive mit, und der Codec aptX Lossless unterstützt eine Auflösung in CD-Qualität von bis zu 16 bit/44,1 kHz.
Wir starten mit dem Cyril Remix des Teddy Swims-Klassikers "The Door". Der ausgesprochen dynamische Titel geht ab der ersten Sekunden mit schnellen Bässen sowie Synthesizer-Klängen massiv voran. Das umfangreiche, nachdrückliche Bassfundament wird von den Coda W tatkräftig, präzise und mit einem hervorragenden Volumen präsentiert. Fürs relativ kompakte Gehäusevolumen sind die Ergebnisse wirklich beachtlich. Ebenfalls Begeisterung auslösen kann die Präsentation von Teddy Swims außergewöhnlicher Stimmfarbe - charismatisch und klar kommt sie zum Ausdruck. Die vokalen Elemente lösen sich darüber hinaus ausgezeichnet von den KEF Coda W Aktivlautsprechern. Verschließt man die Augen, könnte man beinahe denken, vor einem stehen Standlautsprecher. Die verwendeten Synthesizer werden zu keinster Zeit schrill oder aggressiv dargestellt, und, wie wir es von KEFs Uni-Q-Treibern kennen, das Timing ist exzellent: Alle Klanganteile kommen zeitgleich zum Zuhörer an.
Weiter geht es in unserer Klangwertung mit "Never Going Home Tonight" von David Guetta, Alesso und Madison Love. Der Track beginnt mit einem E-Piano, das natürlich und detailreich präsentiert wird. Nach wenigen Momenten steigt Madison Love, eine amerikanische Songwriterin, mit ihrer gefühlvollen und zerbrechlich wirkenden Stimme ein. Ein weiteres Mal sind wir von KEFs Uni-Q Treiber überzeugt. Die Stimmfarbe wird sauber getroffen und mit in vielen, auch kleinen Details präsentiert, die gefühlvollen Elemente treten stets glaubhaft heraus. Als der Titel dann deutlich an Fahrt aufnimmt, präsentieren die Coda W eine vielschichtige Gesamtwiedergabe, die von einem sehr akkurat aufgebauten und voluminösen Bassbereich begleitet wird. Das Bassfundament wirkt zu keinem Zeitpunkt zu massiv, zugleich fehlt es aber nicht an Durchschlagskraft.

Panasonic OLED TV-65Z95B
Da die Coda W über ein HDMI-Terminal für die komfortable Einbindung eines Smart-TVs verfügen, möchten wir natürlich auch hier die Klangqualität checken. Hierfür verbinden wir den vor kurzen getesteten Panasonic OLED TV-65Z95B mit unseren Coda W. Wichtig dabei ist es, die Tonausgabe des TVs auf PCM zu ändern. Kommen wir nun zum ersten Klang-Test. Häufig verwenden wir den Blockbuster "Kingsman: The Golden Circle". Für unsere Überprüfung hinsichtlich der Fähigkeiten des Coda W-Systems wählen wir die Anfangssequenz aus, als sich Eggsy und Charlie im Kingsman "Taxi" einen harten Schlagabtausch liefern. Die facettenreichen Szenen werden von den Coda W differenziert und klar dargeboten. Die wilde Schlägerei untermalen die Lautsprecher auch im Tieftonbereich kräftig, dadurch entsteht eine voluminöse und glaubwürdige Gesamtwiedergabe. Uns persönlich gefällt die Performance besser als bei manchen Soundbar/Subwoofer-System, auch gehobener Preisklassen. Das Zerbersten der Glasscheiben und Charlies hartes Aufschlagen auf dem Asphalt werden mit ausgzeichneter Kontrolle und mit dem nötigen Nachdruck von den KEF Coda W umgesetzt.
Nicht einfacher für unsere Testkandidaten wird es beim nächsten Filmtonbeispiel. Ebenfalls oft ziehen wir das Kapitel Nr. 10 von "The Expandables 3:A Man's Job" heran. Das Expandables-Team muss sich den Weg aus einem Hochhaus, Stockwerk um Stockwerk, förmlich freischießen und steht unter massiven Beschuss von zahlreichen Maschinengewehren sowie Panzern. Die Dialoge der Protagonisten werden klar sowie harmonisch präsentiert und selbst akustische Einzelheiten wie das Durchladen der Schusswaffen kommen sorgfältig heraus. Die darauffolgenden Kampfszenen setzen unsere Testkandidaten glaubwürdig strukturiert und mit hervorragenden Volumen um. Die Explosion einer Handgranate präsentieren die Coda W mit einem erstaunlichen Tiefgang und kraftvollen Konturen. Als dann die Panzer das Team mehrfach unter Beschuss nehmen, gelingt auch bei dieser Szene ein überraschend vehementes Bassfundament - und wer in Bezug auf den maximalen Tiefgang und enormen Nachdruck noch mehr Leistung hören möchte, kann über den Subwoofer-Pre-Out des Hauptlautsprechers einfach per Kabel einen aktiven Subwoofer anschließen. Wer auf Dolby Atmos-Effekte verzichten kann, findet inn den KEF Coda W eine echte Alternative zu einem herkömmlichen Soundbar/Subwoofer System - und meist wird, so vermuten wir, nicht einmal ein zusätzlicher Subwoofer für die Filmtonwiedergae nötig sein.

KEF Coda W und Thorens TD 403 DD Plattenspieler
Jetzt kommen wir langsam zum Ende unserer Klangtestreihen. Das KEF-System ist mit Plattenspielern, die mit einem MM-Tonabnehmersystem ausgestattet sind, kompatibel und verfügt über einen integrierten Phono-Vorverstärker, der eine direkte Verbindung mit dem Plattenspieler möglich macht. Als "Vinyl-Laufwerk" haben wir uns für den Thorens TD 403 DD entschieden, ein eher puristischer Kandidat ohne eigenen Phono-EQ. Wir starten die Wiedergabe von "Smells Like Teen Spirit" von Nirvana aus dem Album "Nevermind". Der Kult-Titel startet mit einer E-Gitarre, und innerhalb weniger Momente explodiert die Wiedergabe mit aggressiven E-Gitarren, harten Drums und einem kräftigen Bassfundament. Die KEF Coda W bleiben auch bei diesem Titel unbeeindruckt und zeigen auf, aus welchem "Holz" sie geschnitzt sind. Der sehr spezielle und ausgeprägte Gesang von Kurt Cobain wird mit hervorragend getroffener Stimmfarbe und in sich schlüssig gelindert präsentiert. Selbst bei höherem Pegel wird die Darbietung nie zu metallisch oder zu anstrengend, sondern wirkt in sich einfach stimmig.
Abschließen möchten wir unsere Klangeindrücke mit Hans Zimmer und "Gladiator Rhapsody". Der Titel arrangiert zwei Themen aus dem Film "Gladiator" von Ridley Scott und wird von Lang Lang, dem weltbekannten chinesischen Pianisten, auf einem Klavier eingespielt. Auch hier begeistern die KEF Coda W mit einer ausgezeichneten Klarheit und Souveränität. Das Klavier erklingt kultiviert und erstaunlich authentisch aus den Lautsprechern. Selbst, als das Tasteninstrument mit mehr Nachdruck gespielt wird, ermöglichen unsere Testkandidaten eine schlüssige Differenzierung, und die Akustik wird dabei akustisch nie zu harsch oder aggressiv.
Konkurrenzvergleich

- Elac Debut Connex DCB41 Adsum: Wir starten unseren Konkurrenzvergleich mit den Elac Debut Connex DCB41 Adsum. Die Kieler Schallwandler sind für einen Paarpreis von 649 EUR und ausschließlich in der von uns getesteten weißen Farbvariante im Handel erhältlich. Das Set verfügt über Class D-Verstärker mit einer Leistung von 2 x 50 Watt - deutlisch weniger als bei den teureren KEF Coda W. Bestückt sind die ELAC Lautsprecher mit einen 2 cm Soft Dome-Hochtöner sowie einen 11,5 cm messenden Langhub-Tieftöner mit breiter Sicke. Durch die sehr kompakten Abmessungen von 14 cm Breite, einer Höhe von 31,5 cm (inklusive Standfüsse) sowie einer Tiefe rund 20 cm (Masterbox) fühlen sich die Debut ConneX Adsum Aktivlautsprecher auf einem Sideboard oder auch direkt neben einem TV positioniert wohl. Die Verarbeitungsqualität möchten wir als sehr gut einstufen. Die Gehäuse sind lackiert und nicht mit einer Folie beschichtet, was einen edlen Look unterstützt. Der Lack ist größtenteils ohne Makel aufgetragen, leichte Staubeinschlüssen sind allerdings bei unseren Testsamples vorhanden. Die Kantenverarbeitung ist war bei unseren Protagonisten tadellos gestaltet. Die Lautsprecherabdeckungen sind aus Metall gefertigt und ebenfalls in weiß lackiert. Erfreulicherweise werden die Abdeckungen magnetisch an den Schallwandlern befestigt und störende Löcher in der Schallwand sind dadurch nicht vorhanden. Die Elac Debut Connex DCB41 Adsum sind nach dem Master/Slave-Prinzip ausgeführt. Das heißt, dass der Hauptlautsprecher über die Anschlusssektion sowie die Elektronik verfügt und mit dem passiven Speaker mittels Lautsprecherkabel verbunden wird. Die Elac Schallwandler sind ebenfalls nicht mit einem Display ausgestattet. Eine kleine LED informiert am Hauptlautsprecher über den gewählten Eingang. Etwas mysteriös ist die Aktivierung der XBass Funktion mittels der Fernbedienung. Der LED zeigt hier nichts an und der Nutzer muss sich auf seine Wahrnehmung verlassen. Interessant fällt die Anschlussbestückung aus. Hier befindet sich auf der Rückseite der Masterbox ein breites Spektrum. Der Hauptlautsprecher verfügt über einen HDMI-ARC Anschluss und Bluetooth inklusive aptX, einen USB-B Port (gekoppelt an einen 96 kHz/24-Bit-DAC) und einem optischen Digitaleingang und endet mit einem 2-Kanal-Cinch-Eingang, den man über Kippschalter wahlweise in einen Phono-Input verwandeln kann. Dank des Subwoofer Pre-Outs können die beiden kompakten Lautsprecher in größeren Lokalitäten von einem zusätzlichen aktiven Subwoofer unterstützt werden. Klanglich erfreuten uns die Debut ConneX Adsum mit einer sauberen Stimmdarstellung, einer tadellosen Räumlichkeit und mit einem kräftigen Bassbereich. Insgesamt sind die KEF Coda W noch leistungsstärker und noch besser ausgestattet, daher ist der Mehrpreis absolut gerechtfertigt.

- HECO Aurora 200P: Weiter geht es mit Aktivlautsprechern aus dem Hause HECO. Das kompakte Aurora 200 P-Set ist ausschließlich in der von uns getesteten schwarzen Farbvariante für einen Paarpreis von rund 575 EUR (Marktpreis) erhältlich. Bluetooth 5.0 mit aptX-Standard wird unterstützt. Darüber hinaus verfügen die HECO Lautsprecher über einen HDMI-Eingang für die Einbindung eines TVs. Somit können Inhalte vom TV mittels HDMI-ARC ohne Aufwand auf den Speakern wiedergegeben werden. Die Lautsprecher bieten ebenfalls keinerlei Netzwerkschnittstellen und können somit auch nicht in einem Multiroom-Verbund eingesetzt werden. Die HECO Aurora 200 P sind als Master/Slave-Lautsprecher konzipiert. Da im passiven Lautsprecher keinerlei Elektronik verbaut ist, erfolgt die Signalübertragung klassisch über Lautsprecherkabel. Die Gehäuse der kompakten Lautsprecher bestehen aus MDF, die Front sowie die Oberseite besitzen ein hochglanz-lackiertes Finish, die Seitenwangen sowie die Rückseite sind mit Furnier beschichtet. Die lackierten Flächen weisen ein sehr gute Oberflächenqualigtät auf und auch das verwendete Furnier ist ordentlich aufgebracht. Unserer Meinung nach könnten die Ecken der Gehäuse etwas besser abgerundet sein, wirken diese doch etwas scharfkantig. Weitere Quellen wie z.B. ein CD-Player, Netzwerkspieler oder eine Spielekonsolen lassen sich mittels eines optischen Digitalkabels und der optischen Anschlussbuchse realisieren. Für die Einbindung eines externen Subwoofer steht ein Subwoofer-Vorverstärkerausgang zur Verfügung. In unseren Klangtestreihen boten die Aurora ein breites Stereobühnenbild und punktete mit einer ordentlichen Differenzierung im Hochtonbereich. Die HECO Speaker meisterten ruhigere Stücke tadellos, bei dynamischeren Titeln mussten wir stellenweise Einstellungen am Hoch- sowie Tieftonbereich vornehmen, um eine gefällige Klangqualität zu erzielen. Positiv überrascht hat uns die Performance bei der Wiedergabe von Filmton. So wirkten die Dialoge zwischen den Protagonisten absolut klar und authentisch und selbst dynamische Szenen mit vielen parallel stattfindenden Effekten präsentierten die HECO Speaker für ihre Preisklasse tadellos. Bilanhzierend eine solide Leistung des HECO-Ensembles, die Coda W bieten zum höheren Preis allerdings eine noch bessere Ausstattung und noch mehr akustischen Feinschliff.
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