TEST: Hama/Canton Mate Pro - preislich fairer Bluetooth-Lautsprecher mit Freisprecheinrichtung und Powerbank-Funktion

Klang

Kommen wir nun zu den wichtigsten Eigenschaften eines Lautsprechers. Wir starten mit unserer Klangwertung und möchten zunächst wissen, wie gut die integrierte Freisprecheinrichtung funktioniert. Der Besitzer des Mate Pro kann gute Ergebnisse erwarten, recht rauscharm und mit angenehmer vokaler Wahrnehmung von beiden Seiten. Nur ab und zu, wenn beide Gesprächsteilnehmer über Freisprecheinrichtung telefonieren, mischen sich für 1 - 2 Sekunden leichte Artefakte ins Telefonat. 

Nun beginnen wir mit der Wiedergabe von Musik. Wir spielen dem Mate Pro zunächst "Blood In The Water" von Ayron Jones zu. Hier managt der Mate Pro den instrumentalen Start erstaunlich gut, und auch, als der Gesang beginnt, ist der Bluetooth-Speaker erstaunlich präsent und verleiht der vokalen Darbietung das nötige Gewicht - was uns wirklich gut gefällt: Man merkt den Einfluss der erfahrenen Lautsprecher- und Elektronikspezialisten aus dem Taunus sofort, denn uns ist kaum ein anderer BT-Speaker, sogar bis zu Preisen von 180/200 EUR bekannt, der Stimmen so sauber ertönen lässt. Als es dann vehementer wird mit dem Treiben, behält der Mate Pro den Überblick, auch wenn die E-Gitarren noch etwas fetziger klingen könnten. 

Weiter geht es mit Within Temptation und dem aktuellen Track "Wireless". Sharon den Adels charakteristische Stimme kommt sauber heraus, könnte aber noch etwas mehr fokussiert werden, wenn parallel die E-Gitarren und das Schlagzeug Vollgas geben. Die Synthesizer sind ausgezeichnet eingearbeitet, und die erzielbaren Pegel sind im "Power Sound" Modus hier wirklich prima. Es wird kein neuer Maßstab gesetzt, aber für schmale 109 EUR Kaufpreis geht das Gebotene definitiv in Ordnung. Lebendig und zugleich homogen ist die gesamte Auslegung, die auch bei gehobener Lautstärke praktisch identisch bleibt. Einzele Instrumente kann man ordentlich auseinander differenzieren, klar muss aber sein, dass hier den überdurchschnittliches Niveau erwartet werden kann. 

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"Nothing Else Matters" (Metallica) in der instrumentalen Kurz-Version von "Jungle Cruise" beweist, dass der Mate Pro mit solchen vielschichtigen Stücken überraschend gut zurecht kommt. Sehr schön werden dynamische Differenzen und akustische Erweiterungen wiedergegeben, prima auch die Räumlichkeit. Im Hochtombereich kann die Canton/Hama-Ko-Produktion hier rundherum überzeugen, prima durchhörbar und zugleich harmonisch.

"Ain't No Sunshine" (Eva Cassidy) liegt dem Mate Pro deutlich mehr, als wir erwartet hätten. Hier merkt man Cantons "HiFi-Einfluss" äußerst deutlich, was erstaunt, denn bei einem so Preispunkt-orientierten Produkt bleibt die Auswahl einer gelungenen akustischen Abstmmung nicht selten außen vor. Hier einmal das Gegenteil, sauber und fein die Stimmwiedergabe, mit gelungener Loslösung von den Chassis, mit sehr schönem räumlichen Gefühl und einer guten Lebendigkeit, sogar bei den Piano-Passagen.

Das One-Hit-Wonder "Break My Stride" hören wir in der Cover-Version von Blue Lagoon und wird sind über die runde, gefällige Wiedergabe ebenso erfreut wie über den hier richtig kräftig auftretenden Bassbereich. Klar, mit solider Staffelung, und einer ein weiteres Mal tadellosen räumlichen Wirkung macht der Mate Pro wirklich Spaß und arbeitet darüber hinaus auch die Stimmen sehr gut ein. Hier reicht auch der maximale Pegel aus, wenngleich unsere Bedürfnisse noch ein wenig höher liegen als das, was der Mate Pro maximal an Schalldruck freisetzt. 

Bei "Fly So High"  muss der Mate Pro beweisen, dass er mit dem Musikgeschmack der Jugend gut zurecht kommt, denn bei diesem günstigen Kaufpreis wird der Mate Pro beim ein oder anderen Heranwachsenden unterm Weihnachtsbaum liegen. Und er managt den Trance-Track gut, der Bass ist exakt, es fehlt aber etwas an Druck ganz untenherum. Das ändert sich etwas, wenn man die "Bass Sound" EQ-Kurve anwählt. Dann steht ein wenig mehr Punch bereit. Die Vocals kommen sauber heraus und die Impulstreue ist für die Preisklasse wirklich gut. In Ordnung gehen die maximalen Pegel(Akkubetrieb) für unseren Geschmack könnte die maximal mögliche Lautstärke noch etwas höher liegen. Und: Zu viele parallel stattfindende kraftvolle akustische Ereigbnisse sorgen für einen leichten Dynamikeinbruch bei hohem Grundpegel. 

Sehr gut kommt der Mate Pro mit "It Burns" von Alle Farben zurecht. Schon den Anfang gibt er mit gut erkennbaren Konturen wieder, der ganze Aufbau, bis es dann "zur Sache" geht aus akustischer Perspektive, wird impulstreu herausgestellt. Kleinere dynamische Differenzen präsentiert uns der Mate Pro mit tadelloser Sorgfalt, und der Bassbereich ist zwar nicht überbordend nachdrücklich, aber schon deutlich vorhanden und punktet mit einer guten Präzision. Bei diesem Track überzeugen uns ein weiteres Mal Stimmwiedergabe und Weitläufigkeit des Klangs.

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Yamaha True X 800x600

Auch für die Wiedergabe von Filmen werden mobile Bluetooth-Speaker immer wieder gern verwendet. Kommt der Mate Pro mit "Transformers - Ära des Untergangs", gestreamt von Netflix (iPhone 14 Pro) akustisch zurecht? Wir setzen auf den Power Mode, da dieser höhere Pegel verspricht, was für den Genuss eines Blockbusters durchaus wichtig ist. Und der Mate Pro macht sich gut - die verschiedenen Töne rund um die ganzen prähistorischen Tiere und die Effekte der Besucher aus dem All werden sehr exakt wiedergegeben - das hat uns erstaunt. Große Effekte wie der Flächenbrand gehen natürlich etwas unter, zaubern können Canton und Hama auch nicht. Dann erfolgt der Wechsel in die heutige Zeit, und kurz fliegt ein Flugzeug übers Display, dessen Flugbahn recht präzise wiedergegeben wird. Die folgenden Dialoge und der Music Score können vom Mate Pro ebenfalls sehr ansprechend und klar dargestellt werden. 

Konkurrenzvergleich

JBL Charge 5 Seitenansicht

JBL Charge 5: Für aktuell rund 140 EUR präsentiert sich der Charge 5 als ein ausgesprochen stark aufgestelltes Produkt. Das Finish wirkt deutlich hochwertiger als beim Mate Pro, und dank 40 Watt Gesamtleistung geht es munter voran. 20 Stunden maximale Akkulaufzeit sind tadellos, wie beim Mate Pro gibt es eine Powerbank-Funktion. Anmerkung: Der in der Größe vergleichbare JBL Xtreme 3 ist mit rund 250 EUR (aktueller Preis) schlichtweg zu teuer. 

Teufel Rockster Go 3

Teufel Rockster Go: Für knapp 130 EUR ist auch der Teufel deutlich kleiner als der Mate Pro, aber der Rockster Cross wäre schlichtweg zu kostspielig für einen Konkurrenzvergleich. Mit einer sehr guten Verarbeitung, einer tadellosen Materialqualität und mit dem Teufel-eigenen, akustisch sehr gelungenen Dynamore-System setzt der Rockster Go durchaus Akzente. Die Akkulaufzeit ist mit 12 Stunden allerdings nicht mehr "up to Date" nach heutigen Maßstäben, und das nicht bei einem "Klopper" wie dem Mate Pro, sondern bei einem harmlosen, kompakten BT-Lautsprecher.

Lamax Sounder2 Frontansicht2

Lamax Sounder 2: Für lediglich 65 EUR ist der BT-Speaker des tschechischen Unternehmens ein wahrer Preis-/Leistungs-Champion. 2 x 15 Watt, kompakte Abmessungen, eine überraschend gute Klangqualität und ein einfaches Handling sorgen für ein tadelloses Abschneiden des Sounder 2. 

Fazit

Hama Canton Mate Pro Frontansicht2

Der Mate Pro als Gemeinschaftsproduktion von Canton und Hama kann sich im Test durchaus profilieren. Das beginnt mit dem wirklich günstigen Kaufpreis von gerade einmal 109 EUR. Dafür bekommt der Käufer einen großen, solide verarbeiteten Bluetooth-Lautsprecher mit drei gut funktionierenden unterschiedlichen EQ-Modi und der Option, zwei der Speaker wireless zu einem Stereo-Paar zu koppeln. Spritzwasser- und staubgeschützt ist der Mate Pro auch, und mit 60 Watt ist die Leistung der eingebauten Verstärkereinheit großzügig bemessen. Das Zweiwege-Lautsprechersystem wird von passiven Radiatoren unterstützt. 

Der Mate Pro brilliert mit praktisch unschlagbarem Preis-/Leistungsverhältnis und richtig gutem Klang
Ueberragend neu
Bluetooth-Lautsprecher bis 150 EUR
Test 13. Oktober 2023

 

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Test: Sven Wunderlich, Carsten Rampacher
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 16. Oktober 2023

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