TEST: beyerdynamic MMX 300 PRO - Klangstarkes Gaming-Headset mit hohem Tragekomfort
Tragekomfort

Blick auf das Kopfband mit Fontanellenaussparung

Detailansicht Kopfband

Mit Druckknöpfen befestigt

Velours-Ohrpolster, hinter der strukturierten Oberfläche verbirgt sich der für Gaming optimierte STELLAR.45-Treiber
Beim Tragekomfort wird der MMX 300 PRO unseren hohen Erwartungen voll gerecht. Selbst nach stundenlangem ununterbrochenem Tragen fällt es kaum auf, dass man einen Kopfhörer trägt. Das für einen Over-Ear-Kopfhörer inklusive Mikrofon eher geringe Gewicht wirkt sich hier natürlich positiv aus. Aber auch die grundsätzlich ergonomische Form, die weichen Velourspolster und das formstabile, aber bequeme Kopfband. Inwieweit sich die Fontanellenaussparung relevant bemerkbar macht, ist schwer zu sagen. Jedenfalls gibt es keinerlei unangenehme Druckstellen an der Oberseite des Schädels. Häufig eine Problemstelle, selbst wenn ein Kopfhörer an den Ohren bequem sitzt. "Heiße Ohren" vermeidet das Gaming-Headset ebenfalls gekonnt und trotz des heißen Wetters der letzten Tage schwitzt man nicht übermäßig. Hier hat beyerdynamic nicht zuviel versprochen. Ausgiebige Gaming-Sessions sind kein Problem und selbst danach kann man sich zur Entspannung noch das ein oder andere Musikalbum gönnen, ohne unangenehme Nebenwirkungen.
Klang
Der beyerdynamic MMX300 PRO ist ein passiver Kopfhörer. Er wird direkt per Klinke mit PC oder Konsole verbunden, die D/A-Wandlung findet also im Rechner bzw. der Spielekonsole statt. Der Einfluss der angeschlossenen Elektronik, hochwertige dedizierte Soundkarte oder einfacher Onboard-Sound, ist nicht zu unterschätzen. Dennoch soll sich das Gaming-Headset flexibel zeigen und in Kombination mit einer Vielzahl an Komponenten ein detailliertes, dynamisches und präzises Klangbild bieten. Wir starten zunächst an einem MacBook Pro und hören uns direkt einige Musikbeispiele an.
Der Over-Ear-Kopfhörer in geschlossener Bauweise bietet dank der eng, aber nicht unangenehm, anliegenden Ohrpolster bereits eine sehr gute passive Abschirmung und dämpft Umgebungsgeräusche erstaunlich konsequent ab. Wer mit aufgesetztem Headset mit einer weiteren Person direkt im Raum kommunizieren möchte, muss schon laut sprechen bzw. dem Redner hohe Aufmerksamkeit schenken. Doch zurück zu unseren Klangeindrücken.
Der erste Titel, den wir dem MMX 300 PRO zuspielen, ist "New Born" von Muse. Wir behalten uns moderaten Pegel vor und nehmen eine klare, aber angenehm harmonische Darbietung der Synth-Pianoklänge der ersten Sekunden wahr. Bei der einsetzenden Vokalstimme können wir eine sehr präzise Abbildung der charakteristischen Eigenschaften des Frontmannes attestieren. Zudem gliedert sich die Vokalstimme exzellent ins musikalische Geschehen ein, bildet ein Zentrum, überlagert aber nicht die übrigen akustischen Elemente. Der verzerrte Gitarrensound ist für das Gaming-Headset kein Problem und wir sind erstaunt, wie authentisch und natürlich die Bühne mit schnellen aufeinanderfolgenden Komponenten abgebildet wird. Die Räumlichkeit ist ausgeprägt, gleichzeitig lassen sich die Instrumente aber einem klaren Ort innerhalb der Kulisse zuordnen. Wir muten dem Kopfhörer etwas mehr Lautstärke zu und auch dabei gibt er sich keinerlei Blöße. Der höhere Pegel kann der ausgezeichneten Differenzierung und präzisen, transparenten Bühnendarstellung nichts anhaben. Die verzerrten Gitarrensounds bleiben souverän, von Schärfe nichts zu vernehmen. Untenrum wird Kraft und Nachdruck geboten. Eine leichte Betonung, aber nie zu dick aufgetragen. Ein voluminöses Fundament mit gut gezeichneter Struktur bei den Kicks und auch die sonstigen Percussion-Elemente gelingen sauber und klar nachvollziehbar.
Gaming ist längst in allen Altersklassen angekommen und natürlich möchten wir auch nicht behaupten, dass in jüngeren Jahrgängen klassische Musik keine Fans hat. Der MMX 300 PRO muss sich daher auch mit einem echten "Klassiker" auseinandersetzen, in diesem Fall den Vier Jahreszeiten von Antonio Vivaldi. "Der Frühling" empfängt uns mit strahlenden, aber ähnlich zum vorherigen Beispiel, samtig-angenehmen Streichern. Exzellent gefällt uns, wie detailliert, mit genau der richtigen Portion Brillanz, die oberen Mitten und Höhen gelingen. Das Zupfen wird nachvollziehbar und auch ein leichtes Nachschwingen der Saiten kann man erfassen. Die Bühne wirkt ein wenig konzentrierter zur Mitte hin, dennoch erschafft das beyerdynamic Gaming-Headset eine glaubwürdige Bühne mit sehr guter Differenzierung der einzelnen Streichinstrumente. Als nicht mehr gezupft, sondern der Bogen zum Einsatz kommt, wird auch hier der etwas sanftere Sound authentisch herausgearbeitet. Die schnellen Triolen stellen den Kopfhörer ebenso vor keine Probleme und auch der leichte Hall der Aufnahme fehlt nicht. Die Schlaginstrumente fügen sich harmonisch ein, packen an entsprechender Stelle zu, überlagern aber zu keinem Zeitpunkt das übrige akustische Geschehen.
Die elektronische Musik ist heute "handgemacht" und kommt vom Techno-Spielmannszug MEUTE. Das praktisch beliebteste Werk "You & Me" beginnt mit einem sanften Glockenspiel und einem Blechblasinstrument, welches mit ganz leichter, passender, Schärfe wiedergegeben wird. Als sich mehrere Blasinstrumente hinzugesellen, fällt es recht leicht, die einzelnen Instrumente auseinanderzuhalten. Hoher Pegel kann dem MMX 300 Pro kaum etwas anhaben. Die Klarheit und Transparenz bleibt auf exzellentem Niveau, der Kopfhörer bringt aber kaum aggressive Schärfe ins Geschehen. Zudem bleibt er vollkommen kontrolliert und behält stets die Übersicht. Die Kulisse wirkt daher besonders glaubwürdig und nimmt den Zuhörer auch emotional mit. Hart, nachdrücklich und präzise gelingen sowohl die Kick- als auch Tiefbässe. Durchweg wirkt die Abbildung ausgewogen, harmonisch. Voluminöse Paukenschläge mit nachvollziehbarer Struktur in Kombination mit klaren, detaillierten Glockenklängen und charakteristischen Mitten. Der MMX 300 Pro präsentiert hier eine gefällige, weitläufige Bühnenkulisse, die einen absolut gelungenen Mix aus Direktheit und Spielfreude erkennen lässt. Die atmosphärischen Sounds von Gizmo Varillas' Paraiso werden ebenfalls exzellent umgesetzt. Ein dichtes, aber jederzeit sauber differenzierbares Klangbild mit kristallklaren Percussion-Sounds wird geboten, auch feindynamisch erfasst der beyerdynamic Kopfhörer den Saitenanschlag und die klickenden Rasseln tadellos. Ein tiefes, voluminöses Fundament wird bei der Piano Version von "Invisible" von NTO und Sofiane Pamart geboten, dabei kann das Gaming-Headset sogar mit einer sehr natürlich wirkenden Klangtemperatur des Tasteninstrumentes punkten.
Der beyerdynamic MMX 300 Pro eignet sich erstaunlich gut für den HiFi-Genuss und gibt sich dabei auch bei unterschiedlichen Genres keinerlei Blöße. Klarheit, Präzision und Transparenz stehen im Fokus, trotzdem wird ein sehr stimmiges, harmonisches Stereo-Abbild realisiert, dem man über einen langen Zeitraum auch bei höherer Lautstärke völlig ohne Anstrengung zuhören kann. Für ein Gaming-Headset ist die Performance bei der Musikwiedergabe zweifellos außergewöhnlich, aber aufgrund der integrierten Komponenten auch nicht verwunderlich.
Für Gaming-Sound haben wir das MMX 300 PRO sowohl an einen PC als auch eine PlayStation 5 angeschlossen. Beim Rennspiel Gran Turismo 7 wird ein authentischer und glaubwürdiger Motorensound generiert. Auch was die räumliche Positionierung unterschiedlicher Klangeffekte betrifft, macht der Kopfhörer eine exzellente Figur. Seitlich fahrende oder überholende Fahrzeuge lassen sich akustisch problemlos identifizieren, auch unterschiedliche Fahrbahnuntergründe werden sorgfältig herausgearbeitet und mit der notwendigen Aufmerksamkeit bedacht. Knackig, präzise und schnell werden Gangwechsel, quietschende Reifen, etc. umgesetzt. Jedes Detail scheint der MMX 300 PRO auf akribisch exakte Art und Weise herauszuarbeiten und abzubilden. Dabei generiert er ein harmonisches Gesamtbild für ein mitreißendes Klangerlebnis.
Schon bei der Darstellung einzelner Button- und Klick-Sounds zeigt der beyerdynamic-Kopfhörer seine recht klare Abstimmung. Dabei, und das empfanden wir bei der Musikwiedergabe genauso, realisiert er zwar Transparenz und Klarheit, zeigt aber keinerlei Schärfe oder eine Überrepräsentation der Höhen und Mitten. Angenehm und ausgewogen ist das Klangbild und dennoch arbeitet der MMX 300 PRO scheinbar jedes Detail und jeden Akzent detailliert heraus.
Bei Spider-Man Remastered stellt es sich identisch dar. Klar, detailliert, transparent wirkt das Klangbild. Aber auch mit entsprechend dichter Atmosphäre geladen und einem glaubwürdigen, kraftvollen, nicht überladenem Fundament. Selbst wenn die Kulisse bereits rechts komplex ist, kann das Headset einzelne akustische Elemente sauber und harmonisch integrieren. Sirenen im Hintergrund lassen sich einer Richtung zuordnen, ein Helikopterflug gelingt authentisch von hinten rechts nach vorne links und auch Verkehrsgeräusche kann man, während man sich durch die Viertel von New York City schwingt, noch wahrnehmen. Auch die Richtung, in die man seine eigenen Spinnweben feuert, kann man akustisch nachvollziehen. Besonders gut aber gefällt uns, wie der MMX 300 PRO trotz der zahlreichen Geräusche in der belebten Stadt die Übersicht behält und jedes Element sauber berücksichtigt. Und er verzerrt nicht oder lässt eine eklatante tonale Veränderung zu. Bei Maximalpegel kann es manchmal eine Spitze geben, das ist aber auch schon alles. Auch untenrum wird es nicht aufgedickter, wenn man etwas mehr Pegel möchte. Insgesamt weiterhin druckvoll und voluminös, aber stets auch auf den Punkt und präzise.
Beim blitzschnellen Overwatch-Match mit vielen Jumps, umherfliegenden Geschossen und Explosionen behält der MMX 300 PRO ebenfalls den Überblick und begeistert hier besonders mit seiner präzisen, durchhörbaren und detailreichen Wiedergabe. Die gelungene Kombination aus Musik-Score und vielen Effekten stellt das Gaming-Headset vor keinerlei Probleme. Im Gegenteil, hier bei den schnellen Schlagabtauschen und wechselnden Sounds scheint er sich besonders wohlzufühlen. Stets arbeitet er Effekte kristallklar heraus und integriert diese stimmig ins Gesamtbild. Einen wirklichen Vorteil, d.h. dass man den gegnerischen Spieler früher wahrnimmt, wollen wir nicht unterstellen. Dennoch bietet der MMX 300 PRO grundsätzlich alle Voraussetzungen für eine präzise Bestimmung des Ursprungsortes jeglicher Geräusche. Dank seiner hohen Präzision und Detaillierung im gesamten Klangbild, auch bei komplexem Geschehen und schnell aufeinanderfolgenden Effekten.
Während unserer Gaming-Sessions haben wir uns natürlich auch mit der Mikrofon-Qualität des MMX 300 Pro beschäftigt. Wir konnten in einer größeren Runde in Discord keine negativen Auffälligkeiten feststellen. Im Gegenteil, das im Gaming-Headset integrierte Kondensatormikrofon arbeitet praktisch rauschfrei und überzeugte unsere Mitspieler mit stets hoher Verständlichkeit, Klarheit und charakteristischer Stimmaufnahme. Auch die Empfindlichkeit passte hervorragend und musste Software-seitig kaum nachjustiert werden. Bei ausgeprägten Popp-Lauten muss man vielleicht etwas aufpassen, wirkliche Probleme hatten wir damit aber nicht. Reaktionsschnell erfasst es jegliche Sprachaktivierung, unnötige Hintergrundgeräusche, wie z.B. Tastatur- oder Mausklicks werden nicht übertragen. Schon die Vorgängermodelle waren hier auf exzellentem Niveau und das Mikrofon im MMX 300 Pro steht hier in nichts nach.
- Auf der letzten Seite findet man das Fazit und das Prädikat des beyerdynamic MMX 300 PRO Gaming-Headsets
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Tags: Beyerdynamic • Gaming Headset • Gaming-Kopfhörer • Kopfhörer






