XXL-TEST: Soundbar/Subwoofer-System Sony HT-ZF9 mit Dolby Atmos/DTS:X Decoder und Vertical Surround Engine

Für 799 EUR steht das 3.1 Soundbar/Subwoofer-System ZF9 von Sony bereit. Decoder für DTS:X und Dolby Atmos sind an Bord, und wer sich wundert, dass oben auf der Soundbar keine dediziert in Richtung Decke abstrahlende Lautsprecher-Arrays zu finden sind, den verweisen die Japaner auf die „Vertical Surround Engine“, die 3D-Audio-Feeling auch über die drei auf der Frontseite der Soundbar untergebrachten Lautsprecher-Chassis ermöglichen soll. Neben den Decodern für DTS:X und Dolby Atmos finden sich auch noch die Audio-Upscaler DTS Neural:X und Dolby Surround in der Ausstattungsliste der ZF9.

Der S-Master HX Digitalverstärker hält satte 400 Watt maximale Systemleistung bereit. Die laut Sony auch für die HI-Res-Audio-Wiedergabe geeignete Soundbar wiegt 3,1 kg und ist 1 Meter breit, 64 mm hoch und 99 mm tief. Der kompakte Subwoofer wiegt 8,1 kg und ist 190 mm breit, 382 mm hoch und 386 mm tief. Integriert in die ZF9 ist ein Google Chromecast Modul, unterstützt wird auch Google Assistant. Nachteil: Derzeit wird Spotify Connect noch nicht unterstützt, hier kommt erst später ein entsprechendes Firmware-Update. Das liegt daran, dass es bei Spotify Connect einige interne Umstellungen gegeben hat und alles erst entsprechend angepasst werden muss.

Verarbeitung

Die Chassis sind ohne sichtbare Schrauben in die Schallfront eingelassen

Display

Soundbar mit Materialübergängen aus seitlicher Sicht

Blick auf die Soundbar-Unterseite. Gute Verarbeitungs- und Materialqualität

Kleine Gummifüße für soliden Stand auf jedem Untergrund

Magnetisch haftendes Lautsprechergitter

Magnete im Detail

Fernbedienung in voll befriedigender Qualität

Die ZF9 präsentiert sich in einer ordentlichen Verarbeitungsqualität. Im Gegensatz zu manchen anderen Produkten dieser Spezies ist das tadellos verarbeitete Frontgitter hinter den drei Chassis des 3.1 Systems (3 Chassis in der Soundbar plus Wireless-Subwoofers) magnetisch haftend und problemlos abnehmbar. Es hält an vier einzelnen Magneten. Die Chassis dahinter sind ohne sichtbare Verschraubung auf der Frontblende eingelassen. Rechts unten prangt stolz das goldene HiRes-Audio-Logo, das auf die HiRes-Audioqualitäten der HT-ZF9 hinweist. Die Rückseite der Soundbar ist aus genarbtem Hartplastik, die Mitte zwischen Gitter und Rückseite besteht aus Kunststoff im schwarzen Hochglanz-Finish.

Aktiver Wireless-Subwoofer von vorne

Wireless-Subwoofer von oben

Verarbeitung im Detail

Sehr einfach gemacht - die Rückseite im Detail

Einfaches Material

Bassreflex-Öffnung

Der aktive Subwoofer, der zum Set gehört, ist befriedigend verarbeitet. Die Materialqualität ist eher einfach, wie besonders die Rückseite beweist. Für ein Subwoofer-/Soundbar-System für 799 EUR hätten wir uns hier etwas mehr Opulenz gewünscht. Mitgeliefert wird auch eine gut in der Hand liegende Fernbedienung, die zur Preisklasse passt. Besondere Hochwertigkeit zeichnet aber auch die Fernbedienung nicht aus.

Anschlüsse

Anschlussbestückung

Wie sieht es mit der Anschlussbestückung aus? Die Anschlüsse sind zwar so auf der Rückseite untergebracht, dass man die Stecker gut „verstecken“ kann, aber richtig praktisch ist das Anschlussterminal nicht. Aufgrund des schräg montierten Terminals für die HDMI-Slots ist es schwierig, z.B. HDMI-Kabel mit ausladendem Stecker anzuschließen. Das geht nicht, im wahrsten Wortsinne „eckt“ der Stecker an. Bei den zwei HDMI Eingängen (4K-tauglich, HDCP 2.2, Support für HLG, HDR10, Dolby Vision) ist das Problem noch nicht so akut, sehr wohl aber beim HDMI-Ausgang für die Verbindung zum TV, der sich hinten im Eck befindet.

Es gibt es Weiteren eine LAN-Buchse, 1 x USB, einmal 3,5 mm Analog-Audio sowie einen optischen Digitaleingang. Ann drahtlosen Modulen gibt es Bluetooth 4.2 und WLAN (IEEE 802.11a/b/g/n, 2,4/5 GHz).

Darstellbare Audioformate
  • HDMI EINGANG: Dolby® Digital, Dolby Digital Plus™, Dolby® TrueHD, Dolby Atmos®,Dolby® Dual Mono, DTS®, DTS-HD High Resolution Audio™, DTS-HD Master Audio™, DTS-ES,DTS 96/24,DTS:X™, LPCM (2-Kanal/5.1-Kanal/7.1-Kanal), DSD (2-Kanal/5.1-Kanal),
  • OPTISCHER EINGANG: Dolby® Digital, Dolby® Dual Mono, DTS®, LPCM 2-Kanal USB
  • DSD(.dsf/.diff), Wav, Flac, Alac (nur .m4a), AIFF, HE AAC, AAC, mp3, Monkey Audio, WMA, Ogg Vorbis
  • BLUETOOTH EMPFÄNGER: SBC, AAC, LDAC™
  • BLUETOOTH (TRANSMITTER): SBC, LDAC™
Verfügbare Apps

Mittels der Google Home App oder über die Sony Music Center App kann man Funktionen der ZF9 steuern. Über Google Home kann sie Bestandteil eines Mehrraum-Setups aus Google Chromecast-Komponenten werden, und die Sony Music Center App tritt die Nachfolge der „SongPal“ App von Sony an. Hier kann man ausgewählte Sony Lautsprecher und Soundbars gruppieren und ebenfalls Musik in verschiedene Räume streamen.

Bedienung

Easy Setup

Sprachwahl

Weiter geht es

Drahtloslautsprecher-Verbindung

Jetzt folgt die Internet-Verbindung

Zusätzliche Erklärungen

Einbindung per Kabel oder per WLAN

Einrichtung beendet

Wenden wir uns nun dem Menü, der Bedienung und der allgemeinen Handhabung der ZF9 zu. Die Soundbar lässt sich mit einem sogenannten „Easy Setup“ erstkonfigurieren. Es gibt  ein „Easy Initial Setup“ (umfasst Wahl der Menüsprache), ein „Easy Speaker Setup“ und „Easy Network Setup“, die nacheinander durchgeführt werden. Nach Auswahl der Sprache geht es weiter mit der Verbindungsprüfung für die drahtlosen Lautsprecher, der sofort erkannt wird. Damit ist nicht nur der serienmäßig mitgelieferte aktive Wireless-Subwoofer gemeint, sondern auch optional erhältliche Wireless-Rear-Lautsprecher. Neben der automatischen Erkennungsmethode gibt es alternativ den manuellen Weg.

Bei der nun folgenden Herstellung einer Internet-Verbindung kann man wahlweise kabelgebunden oder, wie in unserem Falle, kabellos als Option wählen. Bei der kabellosen Verbindung werden, wie üblich, die Netzwerke gescannt, und das passende wird im Anschluss ausgewählt. Die Verbindung kann auch über WiFi Protected Setup (WPS) hergestellt werden, sofern der verwendete Router diese Funktion unterstützt.

"Sehen"

"Hören"

"Setup"

Chromecast ist auch an Bord

Ist die Soundbar dann eingerichtet und geht man ins Hauptmenü, so finden wir drei Haupt-Punkte: Sehen, Hören und Setup. Bei „Sehen“ und „Hören“ werden einem jeweils die Anschlüsse angezeigt, die man z.B. für einen TV oder einen Beamer verwenden kann (Sehen, HDMI) oder für eine angeschlossenes Smartphone bzw. eine analoge Quelle (Hören, Bluetooth und 3,5 mm Audio). Da die ZF9 auch über Google Chromecast verfügt, taucht diese Möglichkeit ebenfalls unter der Rubrik „Hören“ auf.

Erweiterte Einstellungen: Hauptmenü

Zahlreiche Einstell-Optionen verbergen sich im Menü „Setup“. Man kann von dort aus das „Easy Setup“ erneut durchführen, es finden sich zusätzlich die „erweiterten Einstellungen“. Diese gliedern sich in die Lautsprechereinstellungen, die Toneinstellungen, die HDMI-Einstellungen, Bluetooth-Einstellungen, die Systemeinstellungen, die Netzwerkeinstellungen, das Rücksetzen auf die Werkseinstellungen und der letzte Punkt betrifft das Update der Firmware.

Lautsprecher-Einstellungen

Manuelle Lautsprecher-Einstellungen

Drahtloslautsprecher-Einstellungen

Die Lautsprechereinstellungen unterteilen sich in die manuellen Einstellungen und in die Drahtlos-Lautsprechereinstellungen. Bei den manuellen Einstellungen können Abstand und Pegel mit Hilfe eines Testtons angepasst werden. Mit der „Back“ Taste der Fernbedienung kommt man, wie üblich, zurück in die Menü-Ebene vorher.  Bei den Drahtlos-Lautsprechereinstellungen stehen zur Verfügung: Verbindungsmodus, manuelle Verbindung starten, Drahtlosverbindung überprüfen, HF-Kanal, Qualität der Drahtloswiedergabe und die aktuelle Software-Version.

Toneinstellungen

Sound-DSPs ein- und ausschalten

Bei den Toneinstellungen gibt es DSEE HX zum Aufpolieren von komprimierten Audioquellen, eine schaltbare Dynamikbegrenzung und die Option „Klangeffekt folgen“, hier kann man entscheiden, ob DSP-Verarbeitung stattfinden soll oder nicht. Es finden sich des Weiteren noch eine „erweiterte Lautstärkenautomatik“, hier wird die Lautstärke gemäß dem Eingangspegel automatisch justiert.

HDMI-Einstellungen

Bei den HDMI-Einstellungen findet man die Steuerung für HDMI, Standby mit TV gekoppelt, Standby-Umleitung,  der TV Audio-Eingangsmodus und das HDMI-Signalformat. In den Bluetooth-Einstellungen untergebracht ist der Bluetooth-Modus. Hier kann man festlegen, ob die ZF9 als Empfänger oder Sender verwendet werden soll. Ferner gibt es die Geräte-Liste, Bluetooth-Codec AAC, Bluetooth-Codec LDAC und die Qualität der Drahtloswiedergabe.

System-Einstellungen

Bluetooth-Einstellungen

Empfänger oder Sender

In den Systemeinstellungen kann man die Systemsprache einstellen und den Einsatz eines IR-Repeaters bei ungünstiger Platzierung der Soundbar festlegen. Netzwerk-/Bluetooth-Standby, automatisches Standby, die Software-Updatemitteilung, Einstellung für automatische Updates, die Gerätenamen-Einstellung und die Systeminformation.

Die Netzwerkeinstellungen gliedern sich in Internet-Einstellungen (Kabel oder WLAN), und den Netzwerk-Verbindungsstatus.

Fernbedenung

Wie sieht nun die Handhabung der ZF9 in der Praxis aus? Die Fernbedienung hat eine gute Größe, richtige Tasten und man kann alle Eingänge inklusive Bluetooth mittels dedizierter Taste komfortabel anwählen. Ferner finden sich verschiedene, ebenfalls direkt anwählbare DSP-Modi: Cinema, Music, Game, News, Sports und Standard. Dazu kommen ein Voice- und ein Night-Modus. Wählt man „Auto Sound“, so sucht die ZF9 immer selbstständig den DSP-Modus aus, der nach Auffassung des Systems am besten zum gerade anliegenden Quellmaterial passt.

Tasten für die direkte Anwahl des passenden DSPs, zudem "Vertical Surround" Taste

Nun wird es interessant, weil wir auf die „Vertical Surround“ Taste, in Hellgrau gehalten und größer als die anderen Knöpfe, auf der Fernbedienung stoßen. Die Engine der ZF9 ist schließlich in der Lage, eine dreidimensionale Sound-Verteilung zu realisieren, inklusive der Über-Kopf-Ebene, demnach soll man also nicht nur horizontal, sondern auch vertikal einen atmosphärisch dichten Klang genießen können. Da die ZF9 Decoder für Dolby Atmos und DTS:X an Bord hat, können entsprechende objektbasierte Audioformate decodiert und mittels der Engine entsprechend für die Wiedergabe über die ZF9 aufbereitet werden. Und nicht nur bei nativem Dolby Atmos und DTS:X Material funktioniert dies, sondern die Audio-Upscaler DTS Neural:X und Dolby Surround sind ebenfalls vorhanden. Demnach kann auch „klassisches“ Mehrkanal-Material zum Beispiel in DTS HD oder Dolby TrueHD entsprechend nachbehandelt werden, dass die dritte Sound-Ebene bei der Wiedergabe ins Spiel kommt. Die Sony-DSPs, die wir vorhin aufgezählt haben (z.B. Cinema, Music….) funktionieren zusätzlich auch. Das heißt, wir aktivieren Vertical Surround und können dann noch den Kino- oder den Musik-Modus für eine gezielte Behandlung der Quelle „obendrauf“ setzen.

Unterhalb der DSP-Tasten stoßen wir auf der Fernbedienung auf das zentral untergebrachte Navigationskreuz, darum gruppieren sich Music Service, Dimmer, die Zurück-Taste und „Options“, dann die Home-Taste. Darunter finden sich drei Pegel-Einsteller für die Gesamtlautstärke, potentielle Wireless Rears und deren Lautstärke sowie für den Subwoofer.  Ganz unten auf der Fernbedienung untergebracht sind Play-/Pause-Taste, eine Mute-Taste, die Taste „Display“ und die Taste „Audio“. „Display“ gibt dabei detaillierte Informationen (wird rechts oben auf dem Screen eingeblendet) über das gerade laufende Tonformat beziehungsweise die Decodier-Methode.

Klang

Wir haben, um die Klangqualität zu beurteilen, von Filmbeginn an die 007-Blu-ray „Skyfall“ angehört. Die englische Tonspur, die unserer Bewertung zugrunde liegt, ist in DTS-HD gehalten und wird mittels DTS Neural:X „fit“ gemacht für die 3D-Audio-Wiedergabe. Als DSP-Modus verwenden wir „Cinema“. Wir waren sehr angetan, wie sich das Klangbild weitet, nämlich keinesfalls übertrieben oder unglaubwürdig, sondern wir sprechen über einen homogenen, glaubwürdigen Klang mit einer subtilen vertikalen Weitung, die geschickt eingebracht wird und trotz der Feinheit immer zu spüren ist. Demnach ist die Engine, die Sony hier verbaut, wirklich praxistauglich. Das merkt man in jeder Sequenz von „Skyfall“, so zum Beispiel bei der wilden Verfolgungsjagd, als 007 zusammen mit Moneypenny im Land Rover Defender Pickup in Istanbul dem flüchtenden Killer Patrice im Audi A5 Sportback hinterherhetzt.

Schon zuvor, in der Wohnung, als Bond seine getöteten beziehungsweise schwer verletzten Kollegen entdeckt hat, werden die Klanggefüge mit einer sehr treffenden räumlichen Tiefe und Weite präsentiert. Zurück zur Verfolgungsjagd, die abrupt endet, als sich Patrice nach einem Rammstoß von Bond überschlägt und sofort wild um sich schießend aus dem Wrack klettert. Diese Schüsse zusammen mit den Schreien der verängstigen Menschen auf dem großen Markt zusammen mit dem Music Score, der weitere Spannung aufbaut, verbindet die ZF9 zu einem explosiven Sound-Cocktail, erstaunlich für eine Soundbar. Gut, die ZF9 ist auch alles andere als preiswert, 799 EUR in Anbetracht der eher durchschnittlichen Verarbeitung beim Subwoofer sind schon eine Ansage. Aber der kleine Sub enttäuscht in der Praxis nicht, schiebt überraschend gut an, und die Zusammenarbeit mit der Soundbar erfolgt mit fließenden, passenden Übergängen. Störende „Klanglöcher“, die sich gern zwischen der oberen Grenzfrequenz des Subwoofers und der unteren Grenzfrequenz der Soundbar ergeben, lassen sich beim flotten Sony-Duo nicht ausmachen. Man darf auf der anderen Seite des Frequenzspektrums, im Hochtonbereich, natürlich keine Sensationswerte erwarten. Als „gut“ kann man die Klarheit und die Differenzierung im Hochtonbereich aber durchaus umschreiben, für ein Soundbar-/Subwoofer-System ein beachtlicher Erfolg.

Die Pegelfestigkeit verdient sich die Note gut bis sehr gut. Man kann auch noch mit deutlich erhöhter Lautstärke (bis ca. 80 Prozent des maximal möglichen Pegels) hören, ohne dass der Subwoofer durchschlägt oder Verzerrungen Überhand nehmen. Die nach der Schießerei auf dem Markt anstehende Verfolgungsfahrt auf den Gelände-Motorrädern wird sehr gut wiedergegeben, die hochdrehenden Motoren der Maschinen kommen ebenso gut zum Ausdruck wie das wegspritzende Glas, als Patrice mit seiner Enduro durch ein geschlossenes Fenster springt. 007 folgt sofort, und beide rasen mit quietschenden Reifen mitten durch den Gran Bazar.

Patrice flüchtet sich auf einen fahrenden Güterzug, 007 springt hinterher. Nachdem seine Waffe leer ist, möchte er den Killer mit einem großen Caterpillar-Bagger, der mit dem Zug transportiert wird, zur Strecke bringen. Als Bond das Baugerät startet und kurz darauf neue VW Beetles vom Güterzug stürzen, denen die nachfahrende Moneypenny ausweichen muss, wird dieses actionreiche Spektakel von der ZF9 sauber und effektiv aufbereitet – gerade auch die Einarbeitung der vertikalen Ebene gelingt gut, so dass der Anwender auch in dieser Szene einen nachvollziehbaren Nutzen von der akustischen Aufbereitung hat.

Schalten wir Vertical Surround aus, so wirkt alles nicht mehr so plastisch und der Zuhörer fühlt sich nicht mehr so deutlich im Mittelpunkt des klanglichen Geschehens. Daher kann man, gerade bei Filmton, wirklich empfehlen, die Funktion zu aktivieren. Wir können uns gut vorstellen, wie das Klangbild nochmals authentischer wird, wenn man die optional erhältlichen Wireless Rears anschließt: Dann hat man eine respektable 5.1.2 (lait Sony-Website maximal 7.1.2) Lösung, die gerade für kleinere bis mittelgroße Hörräume bis knapp 25 Quadratmeter eine solide Performance bereithält.

Als 007, nachdem seine Kollegin anstatt Patrice ihn getroffen hat, einen Wasserfall herunterstürzt, wird das heftige Rauschen des Wassers mit sehr gelungener räumlicher Wirkung wiedergegeben. Auch hier merkt man den Nutzen von Vertical Surround sehr gut.

Stimmen werden immer sehr gut eingearbeitet und mit tadelloser Verständlichkeit wiedergegeben. Dabei begeht die ZF9 nicht den Fehler und stellt die Stimmen akustisch zu weit in den Vordergrund.  In weiteren Sequenzen des Filmes, zum Beispiel in den Dialogszenen mit M, bemerkt man, dass selbst in dialoglastigen Teilen Vertical Surround nicht alles verzerrt. Nur minimale Präzisionsverluste bei den vokalen Konturen sind festzustellen.

Sehr gut schlägt sich due Vertical Surround-Funktion wieder, als in London heftiger Regen niederprasselt. Die Geräusche des Regens und vor allem die gebotene Weitläufigkeit in allen Dimensionen bei der räumlichen Aufbereitung haben uns überzeugt.

Wie sieht es mit musikalischen Parts aus? Wir hören uns mit dem DSP „Music“ den Titelsong „Skyfall“ von Adele an. Skyfall hat eine sehr intensive Wirkung in Verbindung mit der Vertical Surround-Funktion. Nur diejenigen Anwender, denen es um die höchstmögliche vokale Präzision beim ZF9-System geht, deaktivieren Vertical Surround, alle anderen, die tief auch ins musikalische Geschehen eintauchen möchten, verwenden die Funktion auch hier. Wenige Kapitel später, Bond befindet sich aktuell in Shanghai, wird der kraftvolle Soundtrack vor der nächtlichen Skyline mit ausgezeichneter Ausdruckskraft präsentiert.

Nun lauschen wir verschiedenen Sequenzen aus der 2017er Version von "Jumanji" (Ultra HD Blu-ray), wir wählen die englische Dolby Atmos Tonspur und aktivieren Vertical Surround. Die ZF9 setzt sich extrem gut in Szene, die bei nativem Dolby Atmos-Material empfundene Räumlichkeit überzeugt sowohl in der horizontalen als auch in der vertikalen Ebene.

Die Soundbar schafft, in Verbindung mit dem kompakt bauenden Wireless-Subwoofer, sogar ein wirkliches Spektakel, laut genug, atmosphärisch dicht genug und dynamisch genug, um die Bedürfnisse des Hörers, der auf einfache Art und Weise Kino-Feeling erleben möchte, zufrieden zu stellen.

Bei den Punkten Präzision und Auflösung gibt die ZF9 überdies nicht klein bei. Sicherlich leisten hochwertige AV-Receiver/Lautsprecher-Kombinationen hier mehr. Man darf aber auch nicht den Fehler begehen und die Produkt-Kategorie, im Falle der ZF9 die Kategorie "Soundbar", aus den Augen verlieren.

Die ZF9 gibt auch hier den Music Score sehr gut wieder und überzeugt mit authentisch-nachdrücklicher Darstellung, zum Beispiel in der Sequenz ziemlich am Anfang, als die vier Schulkameraden in komplett anderer Gestalt inmitten des Dschungels von Jumanji mit einem lauten Aufschlag landen. Auch kleinere Geräusche, wie laufendes Wasser oder das Zwitschern der Vögel, arbeitet die Sony-Soundbar sicher ein. Dialoge sind gut eingearbeitet und zugleich allzeit verständlich.

Die vertikale Sound-Dimension ist auch hier wieder gut nachvollziehbar vorhanden, beim nativen Atmos-Material und der sehr gut abgemischten Tonspur von "Jumanji" noch ausgeprägter als beim hoch skalierten "Skyfall". Dichte Raumwirkung, die den Zuhörer selbst ohne die optionalen Wireless Rears überzeugend umschließt, und eine tadellose Nachdrücklichkeit zeichnen die ZF9 aus. Das zeigenauch größere Effekte, z.B. auf dem Basar, als Fridge fälschlicherweise den Pancake probiert hat und sich mit einem lauten Knall verabschiedet, kann der kleine Subwoofer mit seinem Fundament und das gesamte System mit seiner Räumlichkeit Akzente setzen.

Yamaha YAS-207

Für 799 EUR kann man aber auch etwas erwarten. Denn bereits für weniger als 400 EUR findet man im Yamaha Front Surround-System YAS-207 einen überraschend harten Gegner, der mit dem sehr guten DTS Virtual:X ausgestattet ist. Die Verarbeitung der YAS-207 ist für den kleinen Kaufpreis sehr gut, und die akustische Performance sprengt den preisklassenüblichen Rahmen klar. Natürlich, die mitgelieferte Fernbedienung ist einfacher, und es gibt weniger Anschlüsse und keine Netzwerkfunktion. Dafür aber eine tadellose Bluetooth-basierte App zur Steuerung. In der Praxis ist die ZF9 pegelfester, noch dynamischer, man bekommt einen noch plastischeren Eindruck für den Mehrpreis. Aber schon die YAS-207 ist, gerade im Hörraum zwischen 15 und 20 Quadratmeter, eine sehr gute Alternative zu den Soundsystemen im TV.

JBL Bar 5.1

Wer keine Vertical Surround Funktion braucht, für 749 EUR aber schon Wireless-Rears inklusive wünscht, kann zur JBL Bar 5.1 greifen. Die Rears sind normalerweise rechts und links an der Soundbar angedockt, lassen sich dann entfernen und auf den Surround-Positionen aufstellen. Gleich drei HDMI-Eingänge (4K Support und HDCP 2.2), Decoder für klassisches Dolby Digital und DTS und eine gute Verarbeitung: Zweifellos bietet auch die JBL-Bar ihre zahlreichen Reize.  Sogar ein Einmesssystem und eine gut verarbeitete Fernbedienung finden sich, akustisch bietet die JBL Bar 5.1 kraftvollen und dynamischen, dabei angenehmen 5.1-Sound.

Fazit

Das Sony ZF9 System überzeugt mit glaubwürdigem 3D Audio-Sound und umfangreicher Ausstattung. Der kleine Wireless-Subwoofer hat deutlich mehr Kraft, als man spontan erwarten würde, und liefert auch bei gehobenem Pegel noch ein solides Fundament. Die Vertical Surround Engine hat uns überzeugt, da sie bei nativem Atmos/DTS:X Material ebenso gut arbeitet wie im Falle des Einsatzes der Audio-Upscaler DTS Neural:X und Dolby Surround. Die Ausstattung inklusive WiFi, Bluetooth, Google Chromecast, umfangreichem OSD, der Wireless Rear-Option und den verschiedenen DSPs erfüllt gehobene Ansprüche. Die Verarbeitung des Subwoofers ist aber unter Preisklassen-Niveau, und auch die Fernbedienung könnte edler daherkommen.

Formschöne Soundbar mit kraftvollem kleinem Subwoofer und überzeugenden 3D-Audio-Qualitäten

Soundbar-/Subwoofer-Systeme bis 1.000 EUR
04. Juni 2018

Test: Carsten Rampacher
Datum: 04. Juni 2018

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