TEST: JBL Bar 5.1 – Soundbar-Transformer für echten Surround-Klang?

JBL Bar 5.1 Gruppenbild1

Convenience is King! Das hat sich vermutlich auch JBL bei der Entwicklung des neuen Soundbar-Topmodells, der JBL Bar 5.1 für 749 EUR gedacht und die für ein vollwertiges Surround-Setup notwendigen Rear-Lautsprecher direkt in die Klangleiste integriert. Und das funktioniert? Auf den ersten Blick definitiv: Links und rechts der Soundbar sind die zwei kompakten Lautsprecher scheinbar nahtlos integriert und fallen in dieser Form beinahe gar nicht auf. Ob das Abstecken und die Nutzung der separaten Komponenten als Surround-Töner ebenso unauffällig und unproblematisch abläuft, muss sich zeigen. Abgesehen von diesem Gipfel der Flexibilität stecken natürlich sämtliche aktuellen Technologien in der JBL Bar 5.1. Darunter 4K-Support mit HDCP 2.2, drei HDMI-Eingänge und Bluetooth für komfortable Musik-Zuspielung mit dem Smartphone.

Bei der Audio-Dekodierung setzt man klassisch auf Dolby Digital und DTS – hochauflösendere Formate werden, trotz der möglichen 5.1-Konfiguration, nicht unterstützt. Auch wenn einige darüber nicht begeistert sein werden, begründet JBL die Entscheidung damit, dass man bei einer solchen Soundbar schlichtweg nicht das akustische Potential einer Dolby TrueHD- oder DTS-HD MA-Tonspur ausschöpfen kann. Womit man natürlich nicht ganz unrecht hat.

JBL Bar 5.1 Soundbar Front Seitlich

Soundbar ohne seitliche Lautsprecher

JBL Bar 5.1 Soundbar Display

Display vorne

JBL Bar 5.1 Soundbar Bedienelemente

Bedienelemente an der Soundbar

Grundsätzlich entspricht das Design der bereits im Dezember 2017 getesteten JBL Bar Studio, die als Kompakt-Komponente natürlich deutlich kürzer ausfällt. Dabei kommt auch bei der Bar 5.1 ein schickes und solides Hexagon-Metallgitter zum Einsatz, welches sich um beinahe alle Gehäuseseiten der Soundbar schmiegt. Wo kein Metallgitter ist, zeigt sich das Kunststoffgehäuse des Klangriegels. Auch die Bedienelemente und das Display kommen uns bekannt vor. Problematisch ist das jedoch keinesfalls, denn hier gefiel uns schon damals Material und Haptik und auch beim aktuellen Testgerät ist die Integration passgenau und sauber.

In der Soundbar stecken insgesamt sechs 56mm-Racetrack-Treiber sowie drei 32mm Hochtöner.

JBL Bar 5.1 Soundbar Anschluesse Rueckseite2

Anschlüsse

JBL Bar 5.1 Soundbar Anschluesse Rueckseite1

Anschlüsse 2

Selbiges gilt auch für die Anschlüsse an der Rückseite, die links und rechts seitlich untergebracht sind. Der HDMI-Ausgang mit ARC sowie der erste Eingang sind einzeln angeordnet, während bei Eingang 3 und 4 zusätzlich der optische Digitaleingang, ein 3,5mm Klinkeneingang sowie ein USB-Slot sitzen. Die Integration der Eingänge mit großzügigen Aussparungen ist für die Wandmontage unerlässlich.

JBL Bar 5.1 Surroundspeaker 3

Surround-Lautsprecher einzeln

JBL Bar 5.1 Surroundspeaker 1

liegend

JBL Bar 5.1 Surroundspeaker 5

Nahtloses „Andocken“

Die Surround-Lautsprecher gleichen sich obligatorisch an das Design der Hauptkomponente an und docken nahezu nahtlos an die Soundbar an. Wer die 5.1 Bar nicht kennt und nicht allzu genau hinsieht, der wird vermutlich gar nicht merken, dass es sich um abnehmbare Geräte handelt. Beim Andocken oder Abnehmen der Surround-Lautsprecher benötigt es kaum Krafteinsatz, der proprietäre Anschluss funktioniert ohne Probleme. Besonders praktisch ist, dass man keine zusätzlichen Netzteile für das Laden der Akkus in den kompakten Zusatzlautsprechern benötigt. Sie werden einfach über den Anschluss an die Soundbar geladen. Beim Ladevorgang leuchten zwei kleine LEDs auf der Oberseite der Lautsprecher rot, zudem wird einmalig im Display „Charging“ angezeigt.

Die Lautsprecher sind eindeutig mit L/R für links und rechts markiert. Einmal aufgesteckt, muss man sich keine Sorgen machen, dass die Einzel-Lautsprecher sich wieder von der Soundbar lösen. Das ist dank der zusätzlichen magnetischen Befestigung selbst dann nicht der Fall, wenn man den Klangriegel installiert. Hängt bzw. steht sie an ihrem vorgesehenen Ort, kann man auch einmal daran stoßen, ohne dass gleich ein Speaker geflogen kommt.

Das erleichtert und vereinfacht natürlich auch die Nutzung als Surround-Lautsprecher. Einfach hin- und loslegen, kein zusätzlicher Stromanschluss notwendig. Zumindest in der Theorie, es klingt aber ohne Zweifel vielversprechend.

JBL Bar 5.1 Einmessmikro

Beiliegendes Mikrofon

Nun, ganz so einfach ist es dann doch nicht! Zumindest bei der Erstinstallation, die Einmessung muss nämlich nur einmal durchgeführt werden. Das beiliegende Messmikrofon ermittelt über Testtöne Parameter, wie z.B. die Position der einzelnen Lautsprecherkomponenten, um dann eine möglichst authentische Surroundkulisse zu generieren.

JBL Bar 5.1 Fernbedienung

Fernbedienung

Die beiliegende Fernbedienung liegt gut in der Hand und ist, auch wenn mit zwei AAA-Batterien bestückt, sehr leicht. Das Navigationsrad und die Mute-Taste sind in hochglanzschwarz abgesetzt, auch Power- und Quellenwahl-Taste sowie die Intensitätseinstellung für Wireless Surround und Bass heben sich von den konventionellen Drucktasten im unteren Bereich ab. Das ist praktisch, da die Buttons in der unteren Hälfte der Fernbedienung nicht allzu häufig benötigt werden, während der Power-Button und die Lautstärke bei jeder Verwendung der Soundbar zum Einsatz kommen. Das Design ist schlicht, der Tastendruckpunkt gut, hier gibt es nichts zu beanstanden.

JBL Bar 5.1 Sub Front Seitlich

Wireless Subwoofer

JBL Bar 5.1 Sub Rueckseite Seitlich

Rückseite

JBL Bar 5.1 Sub Unterseite

Chassis des Downfire-Woofers

JBL Bar 5.1 Sub Bassreflexrohr

Großzügige Bassreflexöffnung

Der quaderförmige Subwoofer wirkt mächtig, weist ein großes 25cm Chassis und eine großzügig bemessene Bassreflexöffnung auf. Der Subwoofer mit den gerundeten Gehäusekanten ist mattschwarz foliert. Die Folierung ist sauber aufgebracht und weist keinerlei Bläschen oder ähnliche störenden Makel an der Oberfläche auf, lediglich an der geraden Kante zur Oberseite ist der Übergang sichtbar. Das Design ist schlicht, mit einer Größe von 44 x 30,5 x 30,5 (HxBxT) cm lässt er sich allerdings, trotz kabelloser Anbindung, nicht mehr so leicht im Wohnzimmer verstecken. Vorne am Gehäuse ist ein kleines JBL-Logo angebracht, seitlich in Grau angedeutet das mittlerweile typisch gewordene JBL-Ausrufezeichen. An der Rückseite befindet sich der Stromanschluss sowie die Taste zur Kopplung mit der Soundbar. Die gummierten Standfüße sorgen für absolut ausreichende Bodenentkopplung.

JBL Bar 5.1 Gruppenbild1

JBL Bar 5.1

Wie bereits erwähnt, führen wir nach der Installation der Soundbar und des Subwoofers zunächst einmal eine Audio-Kalibrierung durch. Dafür müssen die einzelnen Surround-Lautsprecher an ihre für den Surround-Betrieb vorgesehene Position gestellt werden. Die JBL Lautsprecher werden von der Soundbar einfach abgenommen liegend positioniert, mit der schmalen Seite zum Hörer gerichtet. Leuchtet an den Lautsprechern die LED weiß, ist die Verbindung zur Soundbar stabil.

Danach schließen wir das beiliegende Mikrofon an der rechten Seite der Soundbar an – nicht am AUX-Eingang auf der Rückseite. Der Anschluss ist nur möglich, wenn der rechte Surround-Lautsprecher nicht angeschlossen ist. Dann drücken wir drei Sekunden lang die Taste „Calibration“ auf der Fernbedienung und die Anpassungen werden automatisch vorgenommen. Die Einmessung ist binnen einer Minute erledigt. Es werden allerdings nur Soundbar und Surround-Lautsprecher eingemessen, der Subwoofer bleibt außen vor. Zudem darf man diese Einmessung nicht mit einer akustischen Raumanpassung, wie es z.B. Audyssey in einem AV-Reciever vornimmt, verwechseln. Hier werden lediglich grundlegende Basis-Parameter gesetzt.

Für die Verbindung des Subwoofers mussten wir übrigens nicht einen Finger rühren. Beide Komponenten einschalten hat genügt. Sollte das im Einzelfall nicht funktionieren, findet man in der Bedienungsanleitung eine detaillierte Beschreibung der Vorgehensweise. Nach dem Druck der Subwoofer Pairing-Taste auf der Rückseite des Woofers wird die DIM-Taste 5 Sekunden lang gehalten und im folgenden die Tasten Bass +/- gleichzeitig kurz gedrückt.

Um sämtliche Initialvorgänge abzuschließen verbinden wir auch noch unser Smartphone via Bluetooth mit der Soundbar. Nach dem Wechsel auf die Quelle BT mit der Fernbedienung erscheint „JBL Bar 5.1“ ohne weiteres Zutun in den verfügbaren Bluetooth-Geräten. Nach einem Druck wurde unsere Verbindung auf dem Display auch schon bestätigt.

Keine Probleme hatten wir während des Testbetriebes mit dem Handling. Die Soundbar agiert flink und zielführend, dank des dimmbaren Displays, dass für die notwendigen Informationen ausreichend groß ist, waren wir uns auch nicht über irgendwelche Vorgänge im Unklaren.

Wir starten mit den „The Fratellis“ eine kurze Bluetooth-Wiedergabe und werden von einem lebendigen und schwungvollen Klangerlebnis willkommen geheißen. Da wir nach der Einmessung die Surround-Lautsprecher noch nicht wieder an der Soundbar angeschlossen haben, fiel uns direkt auf, dass auch hier auf den Kompakt-Komponenten eine Wiedergabe erfolgt. Jetzt darf man natürlich nicht erwarten, die JBL Bar 5.1 generiert auf Basis des Stereo-Signals via Bluetooth mithilfe eines speziellen Algorhitmus virtuellen Surround-Klang – es handelt sich hier wohl nur um die interne Aufteilung des Stereo-Signals auf die vorhandenen Töner. Dennoch ist es wohl sinnvoller, bei der Wiedergabe von konventionellen Audio-Signalen, also keine Dolby Digital oder DTS 5.1-Tonspuren, die Einzel-Lautsprecher wieder anzubringen. Wer natürlich gerne von allen Seiten beschallt wird und wem die Kulisse zusagt, kann es natürlich auch so belassen.

Wir haben uns bei unseren Stereo-Testreihen aber dennoch für die gewöhnliche Konfiguration entschieden und können bei der Wiedergabe der ersten Lieder, die in eher gemäßigtem Pegel stattfindet, von einer sehr angenehmen Tonalität berichten. Insgesamt wirkt die JBL Bar 5.1 recht ausgewogen, ein leichter Hang zum „mitreißenden“ Sound und zum Spektakel ist zu erkennen, auch da der Subwoofer bei vergleichsweise geringem Pegel bereits recht präsent ist. Wirklich überbetont oder aufgedickt wirkt es aber nicht, wir müssen hier auch noch nicht zum EQ greifen.

Beim Wechsel auf „Grow or Pay“ und der Anhebung des Pegels um ein paar dB wird uns der Sub dann aber doch etwas zu forsch. Bei der EQ-Einstellung stellen wir fest, dass er auf +17 (max 30) eingestellt ist. Die Reduktion auf die mittlere Einstellung führt dann zum Ziel, immer noch kraftvoll und nachdrücklich – vielleicht dem empfindsamen Klassik-Hörer immer noch zuviel – aber nicht unpräzise und überbetont. Bislang basieren unsere Eindrücke auf der Standard-Einstellung, die ein gutes Mittelmaß darstellt. Der Wechsel der Soundmodi gelingt einfach mit der Fernbedienung: Die Einstellung „Music“ bietet zwar ebenfalls Vorzüge, hier wirkt die Bühne etwas auf die Mitte fokussierter und bietet etwas mehr Feindynamik im Mitten- und Hochtonbereich, allerdings fehlt dem Ganzen dann ein wenig die Emotion. Gerade bei schnellen Rocksongs oder auch elektronischem Sound würden wir dennoch bei der Standard-Einstellung bleiben.

Paul Kalkbrenners Interpretation von „You Want it Darker“ von Leonard Cohen zeigt dem JBL-Subwoofer seine Grenzen auf. Bleibt man hier auf der mittleren Einstellung von +15 und hört nicht im akustisch optimierten Raum, ist hier ein sehr dicker und runder Bass, der dann auch nicht unbedingt mehr mit Präzision glänzen kann, beinahe unumgänglich. Auch ein leichtes Anschlagen des ansonsten souveränen Töners ist bemerkbar. Hier hilft es nur, sich im Pegel zu mäßigen bzw. den Bass per EQ etwas niedriger zu stellen. Schwierig wird es für den JBL Sub also, wenn er wirklich tief hinunter spielen muss. An gleicher Stelle können wir direkt attestieren, dass die JBL Soundbar enorme Pegelfestigkeit aufweist und extrem laut aufspielen kann, selbst größere Wohnküchen werden hier mühelos beschallt. Handelt es sich vorwiegend um Kickbässe oder auch voluminöse und dichte Atmosphären, schlägt sich der Sub exzellent. Überhaupt keine Probleme hat die Soundbar mit der sauberen und charakteristischen Vokalstimme des Kanadiers, auch die übrigen synthetischen Klangelemente werden hervorragend in die räumliche Kulisse integriert.

Natürlich wollen wir nicht nur komprimierte Musik über Bluetooth wiedergeben, sondern uns auch das akustische Potential der Bar 5.1 gönnen, wenn Blu-ray-Sound dort ankommt. Zunächst bleiben wir aber bei Stereo und hören uns ein Konzert der Farewell-Tour der Eagles aus Melbourne an. Sofort begeistert uns das Differenzierungsvermögen und die gute Bühnenstruktur, die die Soundbar aufbaut. Die einzelnen Gitarren werden sehr gut herausgearbeitet und auch der Stahlsaiten-Sound ist unverkennbar. Selbst das Piano, das hier natürlich leicht hintergründig arbeitet, gefällt uns bei „Heartache Tonight“ mit ausgezeichneter Natürlichkeit. Die Stimmen sind zentral und stehen im Fokus, übrige akustische Elemente werden aber nicht überlagert. Auch das Schlagzeug kann überzeugen, der Subwoofer spielt nachdrücklich, voluminös und recht präzise. Unangenehm wird die Soundbar nie, auch bei sehr hohem Pegel bleiben die Blechbläser ohne unschöne Schärfe.

Die Eagles Blu-ray hat aber noch mehr zu bieten, denn die Aufnahme des Konzerts wurde auch in 5.1 in DTS-HD MA abgemischt. Wenngleich die Soundbar in konventioneller Konfiguration bereits eine sehr gute Räumlichkeit bietet, wird mit den zusätzlichen Einzelkomponenten im Surround-Bereich noch eine zusätzliche Dreidimensionalität der gesamten Kulisse erreicht. Jetzt fühlt man sich wirklich vom Klang umgeben und in die Reihen der Besucher in Australien versetzt. So gut einzelne Soundbars mittlerweile sind, ein direktes akustisches Signal ist nicht zu ersetzen. Die Kulisse offeriert eine ausgezeichnete atmosphärische Dichte, wenn natürlich musikalisch anspruchsvolle Elemente hinten platziert werden sollen, ist das für die kompakten Lautsprecher aber kein Kinderspiel. Für Musik sicherlich im Rahmen geeignet, ist der größte Benefit doch bei der Filmwiedergabe zu erwarten. Dennoch wollen wir nochmal die Darstellung der Gitarren und der Stimme bei „Hotel California“ loben und die enorme Kraftentfaltung der Bar 5.1 erwähnen. Unbändig wird hier nach vorne geschoben, extreme Pegel werden anstandslos und ohne negative Auswirkungen realisiert.

Jetzt ist es allerdings Zeit für Film-Spektakel. Da kommt uns Mad Max: Fury Road gerade recht und entführt uns in eine spektakuläre Verfolgungsjagd in die Wüste. Generell lässt es sowohl Soundbar als auch Subwoofer kräftig krachen und schleudern uns Explosionen, Kugel- und Pfeilgeschosse sowie umherfliegenden Schutt mit hoher Geschwindigkeit entgegen. Dank der zusätzlichen Surround-Lautsprecher lassen sich auch die direktionalen Elemente klar nachvollziehen und tragen bei der Darstellung der Kulisse zu mehr Authentizität bei. Generell wirkt die Kulisse sehr dicht und reißt den Zuschauer mehr mit, als es nur eine einzelne Komponente vorne könnte. Die Immersion ist deutlich ausgeprägter und das visuelle und akustische Gesamtbild passt besser zusammen. Bei hohem Pegel und großem Kaliber bzw. schweren Explosionen bleibt die Performance des Subwoofers etwas zurück. Hier könnte man schlichtweg auf etwas Tiefgang verzichten, stattdessen muss man insgesamt ein wenig zurückregeln, da es sonst zu Vibrationen kommen kann, wenn der Raum nicht allzu stark gedämpft ist. An sich ist die Lautstärke, wie bereits weiter oben erwähnt, keinesfalls ein Problem. Wir beschallen mühelos 40 qm mit der JBL Bar 5.1 und selbst für Pegel-Fanatiker wäre noch Luft nach oben. Eine komplexe Kulisse meistern die JBL-Komponenten ebenfalls ausgezeichnet, als sich der Film-Score über die explosive Verfolgungsjagd legt und zahlreiche weitere Komponenten hinzufügt, bleibt die Struktur erhalten und einzelne akustische Elemente können weiterhin in der dreidimensionalen Kulisse nachvollzogen werden.

Gleiches gilt auch für den Blockbuster aus dem Marvel-Universum: Die Avengers liefern sich mit Loki direkt zu Beginn des Filmes einen erbitterten Kampf und die JBL Bar 5.1 liefert die passende Bühne. Die grollende Stimme in den ersten Sekunden nach dem Logo gelingt mit passendem Echo und wird auch in den verschiedenen Stellen im Raum sauber platziert. Auch als der Helikopter durch das Bild fliegt, wird der Benefit durch die kompakten Surround-Lautsprecher deutlich. Denn selbst wenn die akustische Leistungsfähigkeit gegenüber der Soundbar vorne obligatorisch geringer ist – gerade im Filmbetrieb sind die Rear-Lautsprecher häufig für die Darstellung von akustischen Akzenten, wie z.B. der Rotor-Sound des Hubschraubers, zuständig. Dem Zuschauer wird die Atmosphäre des Films sehr gut näher gebracht, die Größe des Raumes, in dem der Tesseract steht, wird authentisch dargestellt. Interessanterweise hat der Subwoofer mit der Präsentation des extremen, tief liegenden Pulsieren des Tesseractes weniger Probleme und schlägt nicht an. Insgesamt liefert die JBL Bar 5.1 auch hier ein hervorragendes Gesamtergebnis mit dem Fokus auf exzellenter Räumlichkeit, schnelle Reaktionsgeschwindigkeit und Emotion.

Die JBL Bar 5.1 bietet mit den integrierten und somit sauber aufgeräumten Surround-Lautsprechern ein Alleinstellungsmerkmal. Lediglich Philips hat bereits seit 2013 ein ähnliches Konzept im Portfolio, die Fidelio Soundbar kommt aber mit einem eher extravaganten Design daher und dekodiert kein DTS. Einen präziseren Vergleich können wir leider nicht ziehen, da wir das Philips-Gerät nicht näher kennen. Teufel bietet mit der kürzlich getesteten Cinebar Duett zwar ein futuristisch anmutendes Design, abnehmbare Lautsprecher bietet die „Star Wars-Requisite“ aber nicht. Sie spielt etwas feiner aufgelöst auf und hat einen souveränen Subwoofer im Gepäck. Teufels Dynamore Ultra-Technologie ist ein ganz exzellentes Werkzeug, um mehr Räumlichkeit und Breite zu erzielen, an die Immersion mit zusätzlichen Rears kommt man aber nicht heran.

Fazit

JBL Bar 5.1 Gruppenbild2

Eine völlig neue Erfindung ist die JBL Bar 5.1 zwar nicht, aber eine sehr gelunge Umsetzung des interessanten Konzeptes allemal. Nahtlos und beinahe unsichtbar ist die Verbindung des Hauptgerätes mit den kompakten Drahtlos-Lautsprechern realisiert. Selbst im laufenden Betrieb kann man die Komponenten an- und abstecken. Automatisch startet der Ladevorgang und dank der integrierten Akkus ist keinerlei Aufwand bei der Verwendung als Rear-Lautsprecher nötig. Selbst bei der Installation gibt es keinen überdurchschnittlich hohen Aufwand, lediglich eine kurze Einmessung der Komponenten ist notwendig. Praktisch sind auch die zahlreichen Anschlüsse. Akustisch veranstaltet die pegelfeste Bar 5.1 ein wahres Spektakel und zeigt viel Emotion. Der Subwoofer agiert hierbei dann auch schon mal überschwänglich und ist nichts für sensible Gemüter. Sicherlich ist das Konzept nicht als Ersatz für ein vollwertiges Surround-System zu sehen. Heimkino-Enthusiasten und anspruchsvolle Cineasten greifen weiterhin zu einem ausgewachsenen Setup. Wer aber keine großen Lautsprecher im modernen Wohnzimmer haben möchte, aber bei mitreißenden Filmen dichte Atmosphäre und höhere Immersion als bei einer Einzelkomponente, greift vielleicht lieber zur Bar 5.1 als zu einer konventionellen Soundbar.

Flexibles Soundbar-Chamäleon mit unkompliziertem Handling und immersivem Sound
ueberragend
Soundbar-Subwoofer-Systeme bis 1.000 EUR
Test 03.02.2018

 

Test: Philipp Kind
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 03.02.2018




Alle aktuellen Tests auf AREA DVD
  ZURÜCK