XXL-TEST: Denon 7.2-Kanal-AV-Netzwerk-Receiver AVR-X1500H - Denon 2018er Mehrkanal-Offensive für 549 EUR

Und schon ist er bei uns im Testraum, der nagelneue Denon AVR-X1500H (549 EUR, ab diesem Monat erhältlich). Wir sind später sehr gespannt, wie sich der AV-Receiver im 7.2 Kanal-Layout akustisch schlägt. Nun befassen wir uns zunächst mit Design, Verarbeitung, Technik, den Anschlüssen und natürlich den On Screen-Menüs inklusive dem Assistenten für die Ersteinrichtung. Der AVR-X1500H mit analogen Endstufen bietet 145 Watt pro Kanal (6 Ohm, 1kHz, 1% Klirrfaktor, 1 Kanal ausgesteuert) beziehungsweise 80 Watt/Kanal (8 Ohm, 20Hz bis 20kHz, 0,08% Klirrfaktor). So gerüstet, ist laut Denon schon der relativ "kleine" AVR-X1500H in der Lage, auch Lautsprecher mit niedriger Impedanz souverän zu unterstützen. Der Support für DTS:X, DTS Virtual:X und Dolby Atmos gehört natürlich mit zum "guten Ton".

Stand Pate bei manchem Design-Merkmal: AVC-X8500H

Der AVR-X1500H lehnt sich hinsichtlich seines gefälligen Designs an das Spitzenmodell mit 13 Kanälen, den AVC-X8500H, an. Im Gegensatz zum Topliner ist der AVR-X1500H natürlich ein AV-Receiver und kein AV-Verstärker. und erweist sich hinsichtlich der Abmessungen als deutlich kompakter Der ausschließlich in schwarzer Variante lieferbare neue Denon 7.2-Kanal-Receiver wiegt 8,5kg, ist 434 mm breit, 151mm hoch und 339mm tief.

Die Gestaltung des Lautstärke-Drehreglers betont beispielsweise die Verwandtschaft zum 8500H, das neue Denon-Design umfasst aber auch eine besonders schnörkellose Frontblende. Uns gefällt es in jedem Fall richtig gut, auch beim kleinen Modell mit Kunststoff-Frontblende, die aber prima eingepasst ist.

Großer, schön integrierter Lautstärke-Drehregler

Quellwahl-Regler

Display

Haptisch und optisch erweckt der 1500H einen ausgezeichneten Eindruck, auch bei der Detailverarbeitung. Quellwahlregler und der schon erwähnte große Lautstärkedrehregler sind überdies gerastert und laufen ziemlich präzise.

Tadellose Fernbedienung

Was können wir zur Fernbedienung sagen? Für die Preisklasse ist sie absolut in Ordnung, natürlich ist sie nicht so hochwertig wie die IR-Schaltzentralen der größeren Denon AVRs. Das Layout ist übersichtlich, die Tasten sind großzügig dimensioniert und weisen einen tadellosen Druckpunkt auf. Das Aufleuchten einer LED unterhalb der MAIN-Taste ist für visuelles Feedback bei erfolgtem Eingabebefehl zuständig. Die Fernbedienung ist relativ lang, und daher mit einer Hand nicht ohne Umgreifen zu bedienen. Die Oberfläche im gebürsteten Aluminium-Look und der sehr gute Kontrast zwischen den fluoreszierenden Tasten und dem schwarzen Gehäuse sind zuständig für weitere Pluspunkte. Für die Verwendung des Eco-Modus zum Stromsparen und fürs Heos-Modul finden sich dedizierte Tasten, ebenso für jeden Eingang.

Layout innen in der Übersicht

Im Inneren präsentiert sich der AVR-X1500H als einfach, aber sauber aufgebaut. Vorn links ist der solide mit dem Boden des Gehäuses verschraubte Transformator, daneben der Kühlkörper aus Blech. Im hinteren Teil des Gehäuses finden sich die zahlreichen Platinen für die unterschiedlichen Funktionen. Im Inneren des AVR-X1500H arbeitet ein leistungsstarker DSP-Chip mit vier Kernen, die jeweils mit 300 MHz getaktet sind.

Trafo

Kühlkörper

Platinenlayout

Schicke Optik und saubere Verarbeitung - der AVR-X1500H führt sich sehr gut ein. Nun ist es an der Zeit, weitere Merkmale des Denon-Neulings unter die Lupe zu nehmen.

Anschlussseitig befinden sich Mikrofonanschluss, einmal HDMI, der 6,25mm Kopfhörerausgang und der USB-Slot auf der Frontblende. Beim recht "kleinen" Modell AVR-X1500H gibt es keine separate Abdeckung für die Terminals, was wir aber als nicht besonders störend empfinden. Besser freiliegende Anschlussbuchsen als eine billig wirkende und schlecht sitzende Abdeckung.

Rückseite

Selbstverständlich Schraubanschlüsse für alle Kanäle

HDMI-Sektion hinten

Phono-Eingang, Cinch-Audio-Anschlüsse, FBAS-Anschlüsse, Antennenanschlüsse, zwei optische Digitaleingänge und Netzwerkanschluss

Der AVR-X1500H verfügt über sechs HDMI-Eingänge (einer vorn, fünf hinten, alle mit HDCP 2.2, kompatibel zu HDR10, HLG und Dolby Vision) und bringt den für Denon AV-Receiver schon seit längerem typischen Setup-Assistenten mit. Für die immer größer werdende Zahl an Vinyl-Liebhabern gibt es auch einen Phono-Eingang. Des Weiteren an Eingängen vorhanden sind 2 x Composite Video, 2 x Analog-Audio, 2 x digital-optisch, 1 x USB (vorne). Koaxiale Digitaleingänge gibt es nicht. An Ausgängen sind zu finden: 1 x HDMI-Monitor, 1 x Composite-Video, 2 x Subwoofer Pre-Out, Zone2/Zone3 Pre-Out sowie ein Kopfhörer-Ausgang.

Wie sieht es mit Hi-Res-Audio aus? Natürlich ändert sich auch nichts daran, dass der AVR-X1500H ebenso wie der AVR-X1400H zahlreiche Hi-Res-Audioformate wiedergeben kann. WAV, FLAC, ALAC und DSD (2,8/5,6MHz) stehen in der Liste. Eingebaut ist ein Heos-Modul für Streaming und Multiroom, ebenso sind WLAN und Bluetooth vorhanden. Das Heos-Modul bietet vielfältige Möglichkeiten. Gestreamt werden können beispielsweise Spotify, Amazon Music, TuneIn, Deezer und andere Dienste, hinzu kommen AirPlay, Internet Radio und Netzwerk-Audiostreaming. Der AVR-X1500H arbeitet mit Amazon Alexa, ein entsprechend entwickeltes Skill sorgt für die Zusammenarbeit mit Amazon Echo oder Echo Dot Systemen.

Kommen wir nun zur Ersteinrichtung. In diese ist auch die Einmessung des angeschlossenen Lautsprecher-Systems mittels Audyssey MultEQ XT eingebunden. Der Einrichtungsassistent ist grafisch einfacher gehalten als bei den größeren Modellen ab AVR-X2500H, aber trotzdem nützlich und funktional. Wir starten mit den Screenshots:

Wahl der Sprache

Erläuterung des Nutzens

Weitere Hilfe für die Verwendung

Übersicht über alles, was für die Einrichtung benötigt wird

Wichtig: Das mitgelieferte Audyssey-Mikrofon sollte bereit liegen

Nun geht es mit den Lautsprecher-Einstellungen los

Natürlich müssen alle Lautsprecher korrekt an der richtigen Position aufgestellt sein

Tipps gibt es auch zur richtigen Verkabelung

Detaillierte Verbindungsanweisungen

Nicht ganz korrekt. Der AVR-X1500H hat sieben Endstufen, wer also 2 Atmos-Module nutzt, kann Surround- aber keine Back Surround Speaker bedienen

Lautsprechersystem in der Übersicht

Nun wird der korrekte Anschluss überprüft

Erklärung zum Einsatz von Audyssey MultEQ XT

Das Mikrofon sollte idealerweise auf einem Stativ montiert werden. Notlösung ist der mitgelieferte Mikrofon-Ständer

Ratschläge für den Aufbau der Dolby Atmos-Lautsprecher

An mindestens 8 Positionen? An maximal 8 Positionen ist richtig

Audyssey Dynamic EQ ist ebenfalls im Ausstattungsumfang

Kalibrierung beendet

Details zu den Boxen

Abstände in einem räumlich kompakten Setup

Übernahmefrequenzen

Netzwerk-Konfiguration

Überprüfen der Netzwerkverbindung

Steuerung über Netzwerk aktivieren

Aktivieren der automatischen Update-Funktion

Netzwerk-Konfiguration, Wahl der Zeitzone

Herstellen einer TV-Audio-Verbindung

Eingangseinrichtung

Apps, die man in den jeweiligen Stores herunterladen kann, werden angezeigt

Neue Firmware verfügbar, problemlose Installation

Der Assistent für die Ersteinrichtung funktioniert im Wesentlichen tadellos. Nur zwei Dinge passen bei den Hilfetexten nicht: Zum einen ist es falsch, dass man bei Verwendung von zwei Atmos-Modulen für vorn keine Surround-Lautsprecher verwenden kann. Diese sind in einem 5.1.2 Setup enthalten, nur auf die Surround Back-Boxen muss man verzichten, nutzt man zwei Atmos-Module. Zum zweiten: An maximal 8 Positionen wird eingemessen und nicht an mindestens 8. Ansonsten ist alles im grünen Bereich, Audyssey misst aber mit zu geringem Pegel ein. Hier muss man meist manuell etwas nachkorrigieren, möchte man nicht eine insgesamt zu leise Lautstärke. Nun folgen noch Screenshots der Menüs im normalen Betrieb:

TuneIn Internet Radio

Einrichtungsmenü

Audio-Menü

Video-Menü

HDMI-Konfiguration

Menü "Eingänge"

Manuelle Lautsprecher-Konfiguration

Netzwerk-Menü

Die Menüs, die man jederzeit im Betrieb aufrufen kann, sind im Wesentlichen übersichtlich gegliedert und grafisch so, wie sich auch der Ersteinrichtungsassistent präsentiert: Einfach, aber für die Preisklasse in Ordnung. Wer mehr grafischen Luxus möchte, muss mindestens zum AVR-X2500H greifen.

Klang

Wir starten mit der Blu-ray (DTS-HD MA) von Antonio Vivaldi – Vier Jahreszeiten durch und hören uns Frühling und Sommer an. Der AVR-X1500H beweist hier, dass Denon es nun sehr gut versteht, akustisch reaktionsschnelle AV-Receiver mit hoher Impulstreue zu bauen. Keine Spur von Trägheit, keine Spur von kurzen lethargischen Pausen, stets erweist sich der 1500H als reaktionsschnell und flink. Wie Denon es verspricht, gibt es auch mit großen Nubert- und Canton-Standboxen aus dem nuLine und sogar dem Reference K-Sortiment keine Berührungsängste. Stabil und kraftvoll steuert der kleine 7.2-Receiver die Schallwandler an. Auch drastische Dynamiksprünge verarbeitet de 1500H sofort. Der Klang ist äußerst klar und sauber, die für frühere Denon AVR-Modelle typische Wärme im Sound wurde allerdings etwas zurückgeschraubt. dafür gibt es mehr Feingefühl und bessere Durchhörbarkeit.

Zu loben sind auch die geschlossene Frontkulisse mit nahtlosen Übergängen, die sehr gute Staffelung der Bühne mit präziser Platzierung der unterschiedlichen Streichinstrumente und der flotte Antritt in allen Situationen. Bei hohem Pegel wird in Kombination mit anspruchsvollen Lautsprechern dem Denon AVR-X1500H aber schon einiges abgefordert, so dass sich dann ein aktiver Subwoofer empfiehlt; hier in diesen klassischen Beispielen genügt die Leistung aber auch untenrum noch, um mittelgroße Wohnzimmer zu beschallen. Immer präsent ist die dichte Atmosphäre, die auch bei größerem Pegel transparent bleibt. Immer wieder auffällig: Bei komplexerem Geschehen agiert der Denon AVR immer noch sehr schnell und liefert einen detaillierten, präzisen Sound.

Akustisch völlig anders geartet: Die zweite Blu-ray (DTS-HD MA) des Dj Tiesto – Elements of Life Tour-2er BD-Sets. Auch hier wird der AVR-X1500H stark gefordert, kann aber in kleinen bis mittelgroßen Wohnzimmern mit kräftigem Antritt und starkem Punch auch bei höherem Pegel überzeugen. Einzelne Synthesizer-Elemente werden sauber im Raum platziert und können präzise nachvollzogen werden, und auch bei enormen Lautstärken (70%) fallen die ausgeprägte Räumlichkeit und die gute Dreidimensionalität auf. Natürlich ist hier noch Luft nach oben, aber für knapp 550 EUR ist die Leistung ausgezeichnet.

Die Vokalstimme von Teagan & Sara gibt der 1500H auch bei der hohen Komplexität des akustischen Geschehens sauber und nicht bedeckt wieder. Dank guter Struktur und der hohen atmosphärischen Dichte kann der Zuhörer ins Geschehen eintauchen, das gilt für alle Tracks, ganz besonders aber für mitreißende Tracks wie "He's a Pirate". Generell gilt: Sowohl Kickbass als auch tiefere Elemente wirken kraftvoll und nachdrücklich, ein pulsierendes Fundament unterstützt die Clubatmosphäre. Der Denon schafft es, auch parallel stattfindende tieffrequente Ereignisse einwandfrei aufzubereiten.

Wie schlägt sich der Denon AVR-X1500H denn bei "a-ha The Final Concert – Live at Oslo Spektrum", wiederum in DTS-HD Master Audio?

Der kleine Mehrkanal-Receiver beeindruckt mit einer sehr guten Stimmdarstellung trotz sehr komplexem akustischen Geschehen und setzt mit einem sehr gut nachvollziehbaren Bühnenaufbau für Freude. Auch die Instrumentaldifferenzierung gelingt problemlos. Die kaum verzerrte Gitarre bei „Move to Memphis“ wirkt sehr natürlich und ist bei Solo-Einlagen sehr präsent. Die Stakkato-ähnlichen Klänge im Solo werden ausgezeichnet dargestellt und auch als die für einen kurzen Moment die beiden Ukulelen hinzukommen, ist eine Differenzierung der einzelnen Instrumente leicht zu erfassen. Auffällig ist die erneut sehr dichte Atmosphäre trotz der Kombination mit hochwertigen Lautsprechern, so dass beim Zuhörer ein tolles Live-Konzert-Feeling aufkommt. Das Schlagzeug und die einzelnen Percussion-Elemente gefallen bei „The Blood that moves the Body“ auf ganzer Linie - so wie auf der Bühne leicht im Hintergrund platziert, zeigt sich das Schlagzeug auch im Klangbild, dennoch können die wichtigen Details akkurat wahrgenommen werden und das komplexe Klanggeschehen überlagert nichts.Die Stimme von Morten Harket bildet eine saubere Einheit mit dem gesamten Klanggeschehen; sie steht nicht zu sehr im Vordergrund, viele charakteristische Feinheiten werden aber entsprechend. berücksichtigt.

Musik liegt dem AVR-X1500H definitiv, aber wie sieht es mit Filmton aus? "The Avengers ", eine BD mit DTS-HD Master Audio-Tonspur, gibt Antworten.  Wir haben noch DTS Neural:X für die Über-Kopf-Ebene aktiviert. Zunächst zu loben ist die sehr gute räumliche Abbildung. Einzelne Effekte werden präzise im Raum platziert, selbst bei vielen Elementen, wie z.B. Geschossen, kann man die Richtung nachvollziehen – Denon legt Wert auf eine dreidimensionale Soundstage und dies wird hier deutlich. Auch der Überkopfbereich wird berücksichtigt: Z.B. als gleich zu Beginn der Helikopter über den Zuschauer hinwegfliegt. Die Sprachverständlichkeit ist auf hohem Niveau und auch während Action-Sequenzen exzellent. Im Tieftonbereich wird es in der Szene, in der der Tesseract reagiert und Loki aus dem Weltraum zur Erde reist, schwierig: der AVR-X1500H meistert diese Aufgabe sehr gut und liefert ein sattes Fundament und kräftigen Antritt. Auch die Geschwindigkeit, mit der der Denon Receiver Leistung bereitstellt, kann sich problemlos sehen lassen - so dass sich die Feststellung ausgezeichneter Impulstreue, die wir bereits bei Musikmaterial machten, auch auf die Präsentation von Filmton übertragen lässt. Auffällig ist, wie nahtlos die Frequenzbereiche ineinander übergehen. Der Tieftonbereich schließt sich nahtlos an die höheren Frequenzbereiche an, es entsteht auf diese Art und Weise eine harmonische Gesamtkulisse. Der Denon bleibt bei hohem Pegel souverän und wird auch an der Grenze seines Leistungsbereiches nicht schneidend oder aggressiv - nur zu groß sollte der Hörraum nicht sein, gut 15 bis knapp 25 Quadratmeter passen hier sehr gut. Was der AVR-x1500H kann, beweist er auch bei akustischen Einzelheiten: Unterschiedliche Geschosskaliber werden akkurat dargestellt. Kleinkalibrige Pistolen gelingen authentisch, schwerere Maschinengewehre fühlen sich kraftvoll an – die enorme Durschlagskraft der Waffe des Antagonisten Loki schlägt sich auch in der Magengrube des Zuschauers nieder, was die Glaubwürdigkeit der gesamten Klangkulisse stärkt.

James Bond 007 – Skyfall, hier geht es gleich ab Filmbeginn richtig zur Sache. Nachdem 007 die schwer verletzten beziehungsweise getöteten MI6-Agenten in einer Wohnung in Istanbul entdeckt hat, verfolgt er zusammen mit seiner Kollegin mit einem Land Rover Defender Pickup den flüchtenden Killer Patrice im schwarzen Audi A5 Sportback. Dabei geht es zunächst quer durch Istanbul, ehe 007 den Killer auf einem belebten Markt nach einem Crash stellen möchte. Doch Patrice gelingt auf einer Enduro die Flucht, und die zwei Kontrahenten rasen über die Dächer des Gran Bazar und schließlich durch die Markthallen. Auffällig ist die sehr flinke Reaktion, auch bei schnellen Szenewechseln in diesen Action-Sequenzen. Dabei baut der 1500H eine sehr dichte, authentische Atmosphäre auf, die den Zuschauer in den Bann zieht, was man bei Auto-Jagd und bei der Enduro-Verfolgung sehr gut merken kann: Authentische Motorengeräusche bei der Verfolgungsjagd in den ersten Szenen: der Audio A5, der Land Rover Discovery und die aufheulenden Motoren der Motorräder werden sehr authentisch präsentiert. Typisch 1500H: Auch bei komplexem Geschehen können Hintergrundgeräusche in der Klangkulisse noch wahr genommen werden. Die Stimme Daniel Craigs wirkt sehr charakteristisch und natürlich, nicht selbstverständlich in der Preisliga, in der der Denon zu Hause ist. Grundsätzlich zu loben ist die exzellente räumliche Präsentation der zahlreichen Effekte, die eine hervorragende Kombination mit der darüber gelagerten Musikspur bilden. Unterscheiden kann der Denon exzellent: Die Szenewechsel zwischen der Action-Sequenz, in der sich Bond befindet, und den ruhigen Büroszenen mit seiner Chefin M bereiten dem Denon AVR-X1500H keine Probleme, auch Dynamiksprünge wirken mühelos umgesetzt. Power beweist der Receiver erneut, als Bond mit dem großen Radlader die VW Beetle Modelle vom Zug befördert und diese mit kräftigen Schlägen auf die Kiesstraße einschlagen. Auch das Fahrgeräusch der Ketten der schweren Maschinerie werden innerhalb der ohnehin komplexen Kulisse sauber umgesetzt. Mit aktiviertem DTS Neural:X erscheint die Dreidimensionalität der Akustik ausgeprägter, ohne dass wir massive Präzisionsverluste notieren müssten. Damit kann man den 3D Audio-Upscaler auch beim 007-Movie fast bedenkenlos empfehlen.

Natives Dolby Atmos Material kann der 1500H auch sehr treffend darstellen. Die BD "Mission Impossible - Rogue Nation" haben wir zur Rate gezogen und die berühmte Wien-Sequenz angehört. Schon als kurz die nächtliche Skyline der österreichischen Hauptstadt zu sehen ist und klassische Musik ertönt, macht der 1500H klar, dass er eine räumlich lebendige, vielschichtige Wiedergabe fokussiert. Mit sauberer Differenzierung kommen dann die Geräusche in der U-Bahn-Station nahe der Oper heraus, als Benjamin Dunn aus dem U-Bahn-Zug steigt. Das Gemurmel der Menschen, das Geräusch des aus der Station fahren Zuges - toll, wie gut der 1500H alles akustisch ausbreitet. Als kurze Zeit später der österreichische Bundeskanzler mit seiner Ehefrau im Blitzlichtgewitter der Pressefotografen steht, erzeugt der Denon ein weiteres Mal viel Atmosphäre. Nun befinden wir uns im Inneren des berühmten Opernhauses, genauer gesagt im Zuschauersaal, und "Turandot" von Puccini beginnt. Souverän, lückenlos, baut der AVR-X1500H die Überkopf-Ebene mit ein. Der Zuhörer fühlt sich, obwohl nur 5.1.2 und nicht 5.1.4, voll mit einbezogen, er erlebt die Oper sehr intensiv, und nicht nur die: Auch die parallel stattfindende massive Auseinandersetzung zwischen Ethan Hunt und seinem hartnäckigen Widersacher arbeitet der 1500H gelungen ein.

Natürlich haben wir auch Stereo gehört, und zwar "Royal Philharmonic Orchestra, James Bond Themes", also zahlreiche Stücke aus 007-Filmen. Erstaunlich ist die dichte Bühne im Stereo-Betrieb und die authentische Darstellung des Bühnenaufbaus. Bläser und Streichinstrumente bei „Goldfinger“ sind räumlich klar getrennt, das akustische Geschehen dennoch ein harmonisches Ganzes. Eine absolut geschlossene Frontkulisse sehen wir ebenfalls nicht als Selbstverständlichkeit bei einem relativ preisgünstigen AV-Receiver an. Was wir schon von der Mehrkanal-Wiedergabe her kennen, ist die Souveränität bei hohem Pegel. Die klaren, brillanten Höhen lassen fast die Preisklasse vergessen; bis zu hohem Pegel agiert der Denon souverän und angenehm, an der Grenze des Leistungsbereichs leichte Tendenz zu Spitzen - hier ist dann "die Luft raus". Wer es mit dem Pegel nicht völlig übertreibt, wird reichlich belohnt: Geschmeidige, seidige Darstellung der Violinen bei „Thunderball“, feine, gefühlvolle Wiedergabe von "For Your Eyes Only". Generell für alle Stücke mit dieser Instrumentierung gilt: Die Holz- und Blechbläser könnten noch einen Tick mehr Klarheit vertragen, fügen sich aber grundsätzlich sehr gut in das harmonische Gesamtgeschehen ein.

Unser akustisches Fazit: Insgesamt also ein durchaus glorreicher Start von Denon in die AV-Receiver-Saison 2018. Mehr Transparenz, mehr Detailtreue, etwas weniger Wärme, und eine sehr gute Hochtonwiedergabe zeichnen den 1500H aus. Auch an der Pegelfestigkeit gibt es kaum etwas auszusetzen. Stimmen gibt er sauber und stimmig wieder, zudem arbeitet er sie ausgezeichnet ins tonale Gesamtgefüge ein. Mit seiner gelungenen, sorgfältigen Auslegung eignet sich der 1500H gleichermaßen für Musik und Filmton. Und: Selbst im Stereo-Betrieb weiß er zu gefallen.

Gesamt-Fazit

Der Denon AVR-X1500H bietet zum moderaten Preis eine komplette Ausstattung. Gut, eine Videosignalverarbeitung gibt es nicht, auch kein GUI mit enorm hoher Auflösung. Wer diese beiden Dinge sucht, muss zum mit 699 EUR deutlich teureren AVR-X2500H greifen - oder er nimmt ein 2017er Modell: der AVR-X2400H ist schon für rund 400 EUR zu haben. Aber die sehr feine, sehr gut durchhörbare Wiedergabe des 2018er Modells 1500H hat der für sich betrachtet nach wie vor sehr gute 2400H nicht. Wer meist actiongeladene Filme und nachdrückliche Musik hört, kann sich den 2400H aber problemlos ins Haus holen, denn wie erwähnt: gerade zu den aktuellen Marktpreisen ist er hervorragend. Doch der 1500H lohnt sich auch: Er klingt überraschend fein und ausgewogen im Stereo-Betrieb, agiert für seine Preisliga sehr präzise und impulstreu. Die 2018er Optik gefällt uns überdies ausgesprochen gut, der AVR-X1500H überzeugt auch mit seiner sauberen Verarbeitung. Was die Anschlussbestückung angeht, muss ein HDMI-Ausgang reichen, ebenso fünf HDMI-Eingänge hinten und einer vorn.

Sehr ausgewogener, klangstarker 7.2-Kanal-Receiver mit üppiger Ausstattung und feiner Optik

AV-Receiver bis 600 EUR
Test 14. Juni 2018

Test: Philipp Kind, Carsten Rampacher
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 14. Juni 2018

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