XXL-TEST: Panasonic High-End LCD-UHD-TV mit Direct LED Backlight TX-65AXW904

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UVP 5.800 EUR für einen 65 Zoll UHD-TV – das ist eine Ansage, gerade wenn man bedenkt, wie gnadenlos Dumping bei Ultra-HD-TVs in allen Größenklassen derzeit betrieben wird. Schon ab Marktpreisen von rund 2.200 EUR geht es los, und zwar für Markengeräte von LG oder Samsung. Also muss Panasonic einiges tun, um diesen immensen Preis zu rechtfertigen. Dass dies durchaus gelingt, verdeutlichte letzten September schon unser kleiner Vorbericht direkt von der IFA in Berlin, als dieses Ausnahme-Talent das erste Mal der Öffentlichkeit präsentiert wurde. Damit ist auch direkt klar, dass der AXW904 noch nicht mit Firefox-Betriebssystem antritt wie die neuen Panasonic TV-Armada, die erst kürzlich auf der Panasonic Convention 2015 in Frankfurt präsentiert wurde. 

Verarbeitung

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Eleganter silberner Rahmen 

Panasonic TX-65AXW904 Standfuss Rueckseite

Standfußsystem von hinten

Panasonic TX-65AXW904 Rueckseite Seitlich

Rückseite mit Lüftern, die im Betrieb aber nie wirklich akustisch störten

Panasonic TX-65AXW904 Standfuss Front

 Eleganz im Detail

Gut, hoher Preis, keine neueste Plattform – was spricht dann für den AXW904? Die edle, hochwertige Optik auf jeden Fall. Das Finish ist sehr gut, alle Spaltmaße fallen gering und zudem gleichmäßig aus. Die schicke blaue LED vorn unterstricht den Anspruch von Noblesse im Detail. Der ungewöhnliche Standfuß hat nicht nur Vorteile, sondern er sorgt dafür, dass der AXW904, im Gegensatz zu TVs mit mittig zentriertem und nicht über die ganze Breite gehenden Standfuß verlangt der Panasonic somit nach einem entsprechend ausladenden Rack,l auf dem er sich in voller Breite platzieren kann. Der Bildschirm ist leicht nach hinten geneigt, man kennt ein ähnliches Design von ausgesuchten Sony TVs. Mittlerweile ist diese Design-Spielart bei Sony aber nicht mehr zu finden. Der Panasonic wiegt satte 52 kg und eignet sich somit nicht eben perfekt für im Trend liegende aktive TV-Lautsprecher – das ist aber auch nicht die passende Liga für einen solchen High End TV. Ohne Standardsockel ist der TV 1.457 mm breit, 864 mm hoch und 60 mm tief, mit Standardsockel ändert sich die maximale Tiefe unten auf 356 mm, wie im Bild weiter oben zu erkennen ist (Standfußsystem von hinten). 

Anschlüsse

Panasonic TX-65AXW904 Anschluesse Rueckseite Gesamt

Anschlussauswahl: 3 x USB, Nummer drei ist für Anschluss einer HDD für Personal Video Recording Aufnahmenn vorgesehen

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4 x HDMI, 3 x an der Seite, einmal unten im Bild neben dem DisplayPort Anschluss

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Hier nochmal deutlich zu sehen. Ethernet-Buchse, des weiteren doppelter Sat-Anschluss bei Verwendung der Twin Tuner-Funktion

Panasonic TX-65AXW904 Bedienelemente Rueckseite

 Bedienelemente am Gerät

Anschlussseitig offeriert Panasonic auch beim AXW904 wieder erweiterte Anschlussmöglichkeiten dank des Display Port 1.2a Anschlusses. HDMI 2.0 Terminals inklusive HDCP 2.2 sind wie  bei allen Panasonic High End TVs selbstverständlich Bestandteil der Ausstattung des 65-Zöllers.

Features – Bild/CPU

Was zeichnet den TX-65AXW904 des Weiteren aus? Mehr als das Doppelte an finanziellem Aufwand gegenüber Standard-65-Zöllern wollen schließlich gerechtfertigt sein. Wir versuchen, dieser Frage genau nachzugehen. Zunächst einmal bietet die CPU-Unit des AXW904 mehr als genug Rechenpower. Der Quad Core Pro 5 Prozessor kann sich, wie auch die Testreihen später zeigen, immer sehr gut in Szene setzen. Was uns positiv auffällt: Der AXW904 setzt jede Art von per Fernbedienung gegebenen Bedienbefehlen unverzüglich um. Ebenfalls gibt es, eine zügige Internetverbindung vorausgesetzt, keine Probleme z.B. beim Betrachten internetbasierter App-Inhalte und beim  Herunterladen neuer Apps. Bei allen Operationen merkt man demnach, dass der Quad Core Pro 5 Prozessor selbst in extremen Situationen nie überfordert ist und immer souveräne Performance bereitstellt. 

Panasonic TX-65AXW904 3D Brille

3D-Polfilter-Brille. Zwei Stück sind im Lieferumfang 

Ganz gleich, ob Upscaling, Multitasking oder Downloads, stets gibt es genug abrufbare Performance, beim Upscaling nie Ruckeln, ebenso nicht im 3D-Betrieb. Hier setzt Panasonic auf Polfilter-Technik und nicht auf aktive Shutterbrillen. 

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Besonders hochwertige THX- und ISF-Bildmodi kennzeichnen den AXW904 

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Zahlreiche Bild-Justagemöglichkeiten

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 Bildschirmeinstellungen

Während andere TV-Hersteller oft nur eine spärliche oder aus technischer Sicht nicht befriedigende Auswahl an vordefinierten Bildfeldern anbieten, tanzt Panasonic hier in positiver Hinsicht „aus der Reihe“. Neben dem „Normal“-Bildprogramm, das einen guten Kompromiss bei praktisch allen Bildquellen und unterschiedlichen Lichtverhältnissen am Aufstellungsort bietet, sowie den Modi Dynamik, Monitor und Custom finden sich zwei THX-Modi (für helle und abgedunkelte Räume) sowie zwei Professional-Betriebsarten (ISF Day und ISF Night). Der Video-EQ bietet eine Vielzahl sinnvoller Schaltungen. Zu diesen gehört auch die 3.000 Hz Hochleistungs-Frame Interpolation namens 3.000 Hz Intelligent Frame Creation. Panasonic setzt beim AXW904 auf 2Studio Master Drive“ für präzisere Farbwiedergabe und weichere Übergänge. Hier hat man es sich zur Mission erklärt, neue Maßstäbe für LCD-TVs zu setzen, gerade in dunklen Sequenzen. Technisch realisiert wird dies durch die Anpassung des Bildes in extrem fein dosierten Helligkeitsstufen, welche einen präzisen Farbausdruck bei jeder Helligkeitsstufe ermöglichen. 

Im einzelnen besteht Studio Master Drive aus dem Super Chroma Drive, diese Funktion stellt eine naturgetreue Farbwiedergabe in dunklen Szenen durch Anpassungen an den REC-709-Farbraum sicher. Panasonic setzt ferner auf ein Panel mit extrem breitem Farbraum, das 3D Colour Management System ermöglicht die Nutzung des REC.709-Farbraums in ungemein feinen Helligkeitsschritten – für exakte Farbwiedergabe, unabhängig von der gerade aktuellen Bildhelligkeit. „Black Gradation Drive“ steht für weichere Übergänge in Bereichen mit geringer Bildhelligkeit, und sichert eine satte, tiefe Schwarzwiedergabe. Hierbei handelt es sich im Speziellen um eine Technologie als Erweiterung zum Local Dimming. Bedingt durch die Tatsache, dass es sich beim AXW904 ohnehin um einen TV mit Direct LED handelt, sind die Voraussetzungen sehr gut. Bei einem LCD-TV mit Direct LED Hintergrundbeleuchtung sitzen die LEDs nicht, wie bei einem EDGE-Gerät, in den Bildschirmecken, sondern direkt hinter dem Panel. Weil sich die ganze Technik immer kompakter unterbringen lässt, ist der AXW904 noch nicht einmal besonders tief. Der AXW904 analysiert das Histogramm jedes Bildes, die Darstellung von dunklen Übergängen wird korrigiert, um das Bild besonders gleichmäßig und die Übergänge besonders fließend zu gestalten. Neue Bestwerte im Hinblick auf den Black Level bei einem LCD-basierten TV sollen die sichtbare Folge sein. 

Installation

Wie es heute üblich ist, besitzt der Panasonic einen Installationsassistenten. Dieser führt nicht nur Netzwerkverbindungs-Check, Sendersuchlauf etc. durch, sondern beinhaltet auch text- und bildbasierte Hilfestellungen zu erweiterten Funktionen.

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Menüsprache

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Shop-Modus oder Aufstellung zu Hause

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Für alle erweiterten medialen Funktionen wird eine Netzwerkverbindung gebraucht

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Netzwerk-Statusanzeige

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Landesauswahl

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Jede Menge Empfangsspielarten

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DVB-S-Suchlauf-Modus

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Einstellung der Satelliten-Signalverbindung

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Ca. 30 Minuten dauert der komplette Sendersuchlauf

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Anbieterauswahl für DVB-C

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DVB-C  – weitere Einstellungen

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Automatischer Sendersuchlauf DVB-C

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Info Bar als praktische Hilfe

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Anleitung zu den Funktionen, die per Touchpad steuerbar sind

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Weitere Tipps zum Handling der Touchpad Remote 

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 Sprachsteuerung ist ebenfalls möglich. In die Touch Remote ist ein Mikrofon eingebaut

Smart TV/Multimedia

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Großes App-Angebot 

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 Der AXW904 arbeitet noch nicht unter Firefox wie die 20156 Panasonic Viera Smart-TVs

Panasonic stattet den AXW904 selbstredend mit einer umfangreichen Smart TV Plattform und flexiblen Multimedia- sowie Empfangs-Features aus. Highlight ist hier klar die Möglichkeit dieser TVs, nicht nur als SAT>IP Client, sondern sogar als SAT>IP Server aufzutreten. Das erweitert die Nutzungsmöglichkeiten weiter. Der HD Triple-Tuner ist als Doppeltuner ausgeführt, neu hinzu kommt DVB-T2 als Tuner-Empfangsnorm. Dies führte Panasonic 2014 bereits ein. Steuern lässt sich der TV entweder über die beiden mitgelieferten Fernbedienungen, von denen eine klassisch, die andere im modernen Smart Remote-Stil gehalten ist, oder über die Panasonic Remote 2 App. Sehr gut gefallen uns beide mitgelieferten Remotes, zu loben ist, dass die edle konventionelle Fernbedienung auch noch per Knopfdruck komplett beleuchtet ist – klar unsere derzeitige Referenz auf dem Gebiet der herkömmlichen Tasten-Remotes. Der Druckpunkt ist ebenfalls sehr gut, allerdings sind die silbernen Tasten nicht gummiert, so kann man leichter abrutschen als bei einer gummierten Version. Die Touchpad-Remote liegt prima in der Hand, sie ist sehr kompakt, und bereits nach kurzer Eingewöhnung arbeitet man mit dem Touchfeld im wahrsten Sinne des Wortes „ohne Berührungsängste“. 

Panasonic TX-65AXW904 Fernbedienungen

Zwei hochwertige mitgelieferten Fernbedienungen

Weitere innovative Funktionen sind ebenfalls Bestandteil des Gesamtkonzeptes. Mit der Funktion “My Stream” merkt sich der VIERA TV übrigens die Sehgewohnheiten des Anwenders und stellt daraus resultierend ein individuelles Programm zusammen, Man kann den Knopf “My Button” auf der Fernbedienung des TVs drücken, dann merkt er sich gleich, dass einem diese Art von Inhalt gefällt. Mittels der Panasonic TV Remote 2 App wird eine komplette Tablet- oder Smartphone-basierter Möglichkeit geboten, den Panasonic TV zu steuern. Freigegebene Inhalte können mit dieser App z.B. sogar unterwegs betrachtet werden, auch ist man in der Lage, Aufnahmen aus der Ferne zu planen und zu starten.

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Vorgefertige Startbildschirme zur Auswahl

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 Lifestyle-Bildschirm

Natürlich fehlt auch ein sehr umfangreiches Angebot an Apps nicht, beim entsprechenden App Market kann man sich neue Applikationen zügig herunterladen. Die “My Home Screen” Funktion ermöglicht es dem Anwender, bezüglich der Anwendungsauswahl und des Designs einen individuellen Start-Screen zu erstellen. Ein paar Muster sind vorprogrammiert, weitere Muster kann sich der Anwender in großer Anzahl herunter laden. Praktisch ist zudem die Info Bar in Balkenform unten im Screen. Hier kann man sich wichtige Informationen anzeigen lassen, z.B. das aktuelle Wetter, aufgenommene Sendungen oder neue Infos zu “My Stream”.

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Übersicht von PCs und Servern im Heimnetzwerk

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 TV goes HiRes – zumindest wiedergeben kann der TV 96 kHz FLAC-Dateien, wenn auch die Auflösung nicht voll beibehalten wird 

Der eingebaute Media Player spielt eine Vielzahl von Formaten ab. HEVC/H.264/AVCHD 3D/Progressive, SD-VIDEO/AVI/MKV/WMV/MP4/M4v/FLV/3GPP/VRO/VOB/TS/PS, MP3/AAC/WMA Pro/FLAC/Apple Lossless/WAV, JPEG/MPO werden akzeptiert. Selten, dass ein TV mit Apple Lossless klarkommt. Auch FLAC und WMA Pro sind eher die Seltenheit. Aufs Netzwerk kann, selbstverständlich bei einem so elitären Gerät, wahlweise per WLAN oder per Ethernetbuchse und passendem Kabel zugegriffen werden. 

Features – Klang

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 Ton-Menü

Akustisch sollen VR-Audio Master Surround 2.1 mit zwei schlanken Frontlautsprechern plus Woofer für angemessene Hörfreude sorgen. 18 Watt Gesamtleistung, vier pro Frontlautsprecher plus 10 Watt für den Bass-Woofer, liegen an. Standard, Musik, Ambiente und ein Speicherplatz für eine benutzerdefinierte Einstellung sind an Sound-Modi vorhanden. 

Energieeffizienz

Nicht so zeitgemäß ist die Energieeffizienzklasse B, der der AXW904 entspricht. Im Standbybetrieb werden wenigstens nur 0,30 Watt konsumiert. In Betrieb liegt die durchschnittliche Leistungsaufnahme bei 229 Watt.

Display Basic Check

Bevor wir anhand unserer Burosch Testbilder und dem Display Basic Check mit Calman die einzelnen Bildparameter des Panasonic TVs bewerten, wählen wir eines der verschiedenen Bildfelder aus, um schon mal subjektiv nahe an einer authentischen Bildeinstellung zu sein. Im Menü unter Bild und dann Bild-Modus können wir aus Dynamik, Normal, Kino, THX Cinema, THX Bright Room, True Cinema, Monitor, Benutzereinst., Professionell 1 und Professionell 2. Bei der Auswahl bietet sich ein Hintergrundbild mit Grau- und Weißtönen an. Mit etwas Erfahrung sieht man schnell, ob das Weiß zu kalt ist oder zumindest annähernd korrekt ist.
Professionell 1 und Professionell 2 liefern die größtmöglichen Einstellungsmöglichkeiten und sollten definitiv verwendet werden, wenn man das Fernsehgerät präziser kalibrieren möchte. Wer sich aber auf vordefinierte Bildfelder verlässt, bleibt bei Kino, True Cinema oder den THX-Modi. Aus Convenience-Gründen wählen wir THX Cinema, da hier bereits der Overscan deaktiviert ist und eine pixelgenaue Darstellung erreicht wird. THX Bright Room sollte man nur verwenden, wenn man häufig bei hohem Lichteinfall Filme genießt.

Mit dem Black Level-Testbild überprüfen wir die Helligkeitseinstellung des Panasonic Fernsehers. Dabei müssen die Balken ab dem Wert 17 sichtbar und differenzierbar sein, während die Unterschwarzbalken 16-1 verschwinden müssen. Bei der Helligkeit +-0 bietet der Panasonic bei keinem bis sehr geringem Umgebungslicht eine sehr präzise Grundeinstellung, die nicht verändert werden sollte. Hier können wir uns auch einen ersten Eindruck von der Helligkeitsverteilung machen, die auf den ersten Blick einen hervorragenden Eindruck macht, lediglich in den Ecken ist eine leichte Erhellung sichtbar. Den Kontrast prüfen wir mit der Grautreppe und erkennen, dass man den Wert von 90 auf 100 setzen muss, um die absolut korrekten Werte zu erreichen, das Überweiß bleibt sonst differenzierbar. Die Schärfe ist beim Mittelwert von 50 sehr gut eingestellt und sollte weder angehoben noch abgesenkt werden. An unseren Burosch 4K-Realtestbildern sind keine Doppelkonturen oder Ringing zu sehen, dennoch liefern sie Schärfe bis in die hinteren Ebenen und wirken enorm plastisch.

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Übersicht 1

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Übersicht 2

Panasonic 65AXW904_uebersicht1

 Übersicht 3 

Panasonic_65AXW904_gamut_luminance

Farbhelligkeitsverteilung

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Gammapunkt, gut, aber nicht perfekt

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Gammakurve

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Sehr gut: Farbraum-Treffsicherheit und Weißpunkt 

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Teilweise, je nach Bildhelligkeit, etwas zu kaltes Bild, aber nicht dramatisch

Obwohl der THX Cinema-Modus recht solide Ergebnisse im Display Basic Check erzielt, sollte man doch out of the box einen der beiden „Professionell“-Modi wählen und natürlich gleichzeitig hier den Overscan deaktivieren. Besonders beim Gamma bietet der Professionell-Modus deutlich bessere Ergebnisse und auch die Farbtemperatur ist näher am Ideal. Der HD-Farbraum rec.709 wird sehr gut getroffen und sowohl Primär- als auch Sekundärfarben liegen allesamt im Toleranzbereich, die größte Abweichung liegt bei Blau vor. Beim Weißpunkt im Detail sehen die Ergebnisse ebenfalls gut aus, je höher der IRE-Wert, desto näher am perfekten Weißpunkt. Auch bei der Farbhelligkeit in Relation zum Referenzweiß bleibt der Panasonic souverän und zeigt nur relativ geringe Abweichungen – hier sind besonders die Sekundärfarben im Fokus. Das Gamma ist, wie bereits erwähnt, im Professionell 1-Modus sehr solide, lediglich beim IRE-Wert 90 reißt das Gamma nach unten hin aus. Insgesamt kommt es auf einen Wert von 2,35 – hier wiederholt sich die klare Verbesserung des AX804, das Gamma wird mittlerweile auf 2,3-24 optimiert und nicht mehr auf 2,2. Der THX Cinema-Modus kommt hier auf einen Durchschnittswert von knapp 2,1. Die Farbtemperatur ist nicht ganz auf perfektem, aber schon gutem Niveau, besonders in den IRE-Bereichen bis IRE 60 sind die Farben zu kalt. Bilanzierend präsentiert sich der AXW904 aber mit einem ausgezeichneten Gesamtergebnis mit geringen Schwächen.

Bild

Dass nativer 4K- bzw. UHD-Content exzellent auf einem solchen Schmuckstück wie dem AXW904 aussieht, davon gehen wir stark aus. Aus diesem Grunde verschieben wir diesen Teil der Bildwertung auf später und betrachten zunächst, in welcher Qualität der edle Panasonic Blu-ray 1.080p/24 Hz-Signale auf die native Bildschirmauflösung hochskaliert. Einen Einblick in sein Können gibt uns der Panasonic, betrieben im Bildmodus „Professionell 1“, beim Upscaling der BD „Samsara“. Hier starten wir gleich im ersten Kapitel und sind tief beeindruckt, wie ruhig, scharf und farbecht der Hightech-Flatscreen die tanzenden, prächtig gewandeten und üppig geschminkten Mädchen wiedergibt. Die pudrige Oberfläche der Haut mit dem Wangen-Rouge kommt ebenso brillant heraus wie der Glanz in den dunklen Augen. Kleine Kontrastdifferenzen holt der Panasonic vorzüglich ans Tageslicht. Selbst bei genauem Hinschauen sind dank des extrem leistungsstarken Prozessors keine störenden  Micro-Ruckler und Artefakte zu erkennen. Flächenrauschen, z.B. auf den Wangen der tanzenden Mädchen gerade im Verlauf von Bewegungen selbst bei guten TVs durchaus zu erkennen, tritt beim AXW904 nicht auf. Farbecht wird das Gold dargestellt, nicht überzogen und übersättigt, wie wir es oft beobachten, und auch nicht zu bläßlich – dies passiert manchmal, wenn man bei TVs, die Farben übersättigt darstellen, Intensität herausnehmen – dann ist das Ergebnis gleich zu blass und fade, es fehlt ein Mittelweg. Genau diesen beschreitet der AXW904 und beschert uns somit ein Bild, das dem sehr nahe kommt, das von den Bild-Abmischern des Films beabsichtigt sein dürfte. Wer „Samsara“ auf der großen Leinwand im Referenzkino kennt, wird begeistert sein, in welchem Maße der Panasonic exakt diesen Bildeindruck in die eigenen vier Wände übertragt. Die Detaillierung, die der AXW904 aufbietet, setzt neue Maßstäbe, ebenso die gebotene, überaus authentische Bildtiefe. Das ist auch Verdienst des superben Schwarzwertes, auch dieser setzt Maßstäbe und der Satz in der Produktbeschreibung des Herstellers, dass man Plasma-gemäße Bildgüte nun in einem LCD offerieren möchte, scheint so falsch nicht zu sein. Dank Direct LED Technik ist nicht nur der Gesamt-Schwarzwert sehr tief, auch der Detailkontrast überragt selbst leistungsstarke Konkurrenten. Trotz Direct LED ist die Helligkeitsverteilung aber nicht perfekt, es gab bei unserem Testgerät eine hellere Stelle oben links, das geht noch besser. Dass das Panel nebst Ansteuerung außergewöhnlich performant ist, zeigt auch der enorme Bild-In-Bild-Kontrast, von strahlender Helligkeit bis zu tiefstem Schwarz. Extrem feine Abstufungen, ohne Artefakte, im Graubereich sind auch ein kleiner Meilenstein in der LCD-Technik. Wer braucht da noch OLED, wird man sich fragen, bei so einem fesselnden Bild, und bei der viel höheren Lebensdauer eines LCD-Panels derzeit. Umwelt-Apostel und Gralsritter des Stromsparens allerdings heben mahnend den Zeigefinger – Energie-Effizienzklasse B! Stimmt, hier müssen wir Recht geben, das sollte besser gehen. Aber bedingt durch die enorme Lebensdauer, so viel an die Adresse der Umwelt-Liebhaber, hat man einige Jahre mehr etwas vom großen Panasonic im Vergleich zu einem OLED, der viel früher entsorgt und recycelt werden muss. 

Schauen wir uns den Vulkanausbruch im zweiten Kapitel vom Samsara genau an. Wieder beeindruckt der Panasonic und deklassiert die Konkurrenz teilweise gnadenlos. Praktisch das erste Mal sehen wir die Aschewolken mit perfekten, nicht von Mini-Artefakten oder Unschärfen geprägten Konturen, und die Farbübergänge innerhalb der glühend heißen Lava sind schlichtweg perfekt. In den dunklen Bildbereichen rund um die fließende Lava beweist uns der AXW904 erneut, was es heißt, im Detail eine akkurate Kontrastdynamik zu erzielen. Die Tempelanlagen inmitten der grünen Flora kommen mit sehr feiner Detaillierung sehr gut zum Ausdruck, bei der langsamen Kamerafahrt treten praktisch keine Ruckler auf, die Schärfe bleibt stets in vollem Umfang erhalten. Bei den Grünflächen, die im Bild sichtbar sind, ist oft bedauerlicherweise festzustellen, dass einzelne Grashalme nicht sichtbar sind, sondern dass die Fläche „zusammengematscht“ und weich gezeichnet erscheint. Der AXW904 wird hier dem hohen Anspruch an ein High End-Gerät der Luxusklasse voll gerecht und modelliert die einzelnen Grashalme perfekt heraus. Die Tiefenwirkung und Tiefenstaffelung des gesamten Bildes sind erstklassig.

Als nächstes haben wir uns die beiden ersten Kapitel von „Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels“ auf Blu-ray angesehen. Beim ersten Kapitel, das bei Tageslicht spielt, fällt gleich die sehr gute Detaillierung des Hot Rods auf. Beim Blick von der Seite auf das getunte Fahrzeug sieht man den offenen Motor sehr detailliert, kurze Zeit später, als der Armee-Fahrzeugkonvoi in den Bildfokus rückt, punktet der AXW904 mit einer gelungenen Darstellung der mattgrünen Außenhaut der Fahrzeuge. Als kurze Zeit später der Fahrer-Fußraum der Armeelimousine zu sehen ist, gibt der TV die Pedalerie sehr scharf und ohne auch nur kleinste Artefakte wieder. Die Soldaten, die auf dem LKW hinten im Halbdunkel sitzen, werden in nahezu allen Einzelheiten trotz der diffusen Lichtverhältnisse – praktisch Dunkelheit unter der Plane, Sonnenschein draußen – dargestellt. Die Panoramaaufnahmen, als die Fahrzeuge abbiegen, sind imposant, in den hinteren Bildebenen gibt es praktisch keine gravierenden Schärfeverluste. Farblich wird echtes Kino-Feeling geboten, zudem ist das Bild augenfreundlich, also sehr angenehm. Im zweiten Kapitel des Films ist das Innere einer riesigen Halle auf dem Gelände der sagenumwobenen AREA 51 im Mittelpunkt. Hier suchen die russischen Eindringlinge nach einer wichtigen, stark magnetischen Kiste mit extraterrestrischem Inhalt.  Das Innere der Halle, der Hallenboden und die Hängelampen an der Decke, kommen in natürlicher Bildschärfe zum Ausdruck. Die Holzstruktur der Kisten, selbst im Halbdunkel, wird klar und facettenreich abgebildet. Die blasse Haut von Oberst Irina Spalko wird ebenso realistisch präsentiert wie die von der Sonne gebräunte Haut von Indy, die Schweißperlen sind ebenso gut zu erkennen wie die Bartstoppeln. Einzelheiten wie die kleinen Bleikugeln, die an der Außenhaut der gesuchten Kiste haften bleiben, und die Rüstung des toten Aliens in der Kiste holt der AXW904 einwandfrei ans Licht. Insgesamt erneut eine beeindruckende Vorstellung – Bild wie im Kino, mit stimmigen Grundparametern und erneut einer ruckelfreien Wiedergabe von Bewegungsabläufen sowie Kameraschwenks. 

Mit Bestwerten kann der Panasonic auch bei der Wiedergabe von 3D-Blu-rays aufwarten. Wir haben uns den Beginn von „Amazing Spiderman – The Rise Of Electro“ angesehen und stellen fest: Bezüglich Bildschärfe und Bildstabilität werden Ergebnisse erzielt, die man nur als Meßlatte bezeichnen kann. Gleich die ersten Bilder, als man das Uhrwerk der Uhr am Handgelenk von Mr. Parker sieht, besitzen enorme Tiefenwirkung und fesseln den Zuschauer. Das Innere des Labors bei Oscorp wird in allein Einzelheiten so gut wiedergegeben, dass man denkt, man würde selber die Behälter mit den Spinnen darin vor sich haben. Auch Einzelheiten wie die abgegriffene braune Aktentasche von Parker wirken plastisch, zugleich treten selbst bei Bewegungen keine störenden Artefakte auf. Im 3D-Betrieb ist nur in sehr geringem Maße und dann nur in den hintersten Bildebenen minimal Crosstalk festzustellen, das liegt auch daran, dass diese negative Eigenart bei Polfilter-basierten 3D-Systemen ohnehin nur in sehr geringem Ausmaß auftritt. Helligkeitsverluste treten minimal auf, Farbverfälschungen gibt es praktisch keine. Bewegt man den Kopf nicht extrem nach oben oder unten, gibt es keine Einbußen bei kleineren und nicht zu heftigen Bewegungen zu befürchten. Im nächsten Kapitel, als Spiderman im Himmel über New York unterwegs ist, kann man besonders gut die 3D-Fähigkeiten des AXW904 betrachten – wie plastisch, scharf und facettenreich Spiderman inmitten der Häuserschluchten und vor dem stahlblauen Himmel zu sehen ist, beweist eindeutig: Hier kommt ein Meister der dreidimensionalen Bildwiedergabe. Objekt- und Gesamt-Plastizität sind gleichermaßen überzeugend, bestechend ist überdies die Sauberkeit des gesamten Bildes, das keine Unschärfen oder Artefakte erkennen lässt. 

Nutzt man die Funktion des Panasonic, 2D-Blu-ray-Inhalte in 3D anzeigen zu lassen, dann sind wir ebenfalls ausschließlich erfreut von den Ergebnissen. Schon mehrmals im Text haben wir es erwähnt, aber es darf auch diesmal nicht fehlen: Dank der hohen Rechenleistung gelingt die Umsetzung von 2D- in 3D-Signale auf einem enorm hohen Niveau, das wir bislang kaum kennen. Beim 007-Film „Ein Quantum Trost“ brilliert der AXW904 mit einem 3D-Bildeindruck, der auf gefühlte 85 Prozent an einen real in nativem 3D vorliegenden Film heranreicht – das ist top. Der Aston Martin DBS von 007 wird auch bei der rasanten Jagd am Gardasee entlang stets scharf und stabil dargestellt. Bei der Sequenz im Steinbruch kommt besonders überzeugend der Zugewinn an Gesamt-Bildplastizität heraus. Man hat den Eindruck, im Vergleich zum normalen 2D-Bild tiefer ins Geschehen blicken zu können, die Tiefenstaffelung gelingt dem AXW904 ohne Abstriche hervorragend. 

Nun wenden wir uns der Wiedergabegüte bei nativem 4K-Content zu. Hier haben wir einen Demo 4K Videpclip von Florian Friedrich verwendet. Unter www.uhdcontent.de kann man diesen auch gegen entsprechenden Obolus herunterladen. 

Der Clip beginnt mit beeindruckenden, farbenfrohen Bildern der griechischen Insel Symi, einer Nachbarinsel von Rhodos. Hier beweist der Panasonic Stärke durch die optimale Wiedergabe auch feinster Farbnuancen. Die Buldschärfe ist enorm hoch, trotzdem aber natürlich, und selbst im Ansatz ist kein Ringing zu erkennen.

Eine Fahrt über das Wasser mit vorgeschobener Landzunge und dahinter liegenden Felsklippen zeigt die überragende Räumlichkeit und Plastizität der vierfachen FullHD-Auflösung, und dank hervorragender Panel-Qualität sorgt der AXW904 dafür, dass dieses intensive Erlebnis ungefiltert und direkt an den Zuschauer weitergegeben wird. Trotz der Bewegung wird eine exzellente Kantenstabilität und Detailschärfe geboten, der Panasonic modelliert auch das letzte Detail konsequent heraus und brilliert durch eine auch in den hinteren Ebenen gleichbleibend hohe Schärfe. Auch in der folgenden Einstellung am Hafen mit den im Wind wehenden Fahnen und der kontinuierlichen Bewegungen der Wasseroberfläche wird ein absolut ruhiges und angenehmes Bild geboten, die Bewegungen des Wassers stellt der AXW904 so gut dar, dass man denkt, man würde gleich daneben schwimmen.

Panorama-Aufnahmen demonstrieren ebenfalls die Stärke des Quellmaterials und die Güte des Panasonic-TVs. Sowohl die mediterranen Landschaften auf Symi als auch ein Ausblick von der Zugspitze auf knapp 3.000 m in die Ferne beweisen, dass auch in hintersten Bildebenen hohe Feinauflösung und Detaillierung möglich ist. Fest steht aber, dass 4K-Aufnahmen beileibe nicht auf jedem UHD-TV identisch gut aussehen. Da stellt der Panasonic zweifelsohne die Spitze des derzeit Machbaren dar. Kontinuierliche Kameraschwenks wirken geschmeidig und stabil, auch beim Transport des Ursprungsmaterials und der Enkodierung der aufgenommenen Inhalte mit 30 Bildern pro Sekunde wurde hier sehr sauber gearbeitet – diese Finesse bringt der AXW904 optimal zum Ausdruck. 

Zahlreiche Nahaufnahmen von Blumen stellen besonders den Detailreichtum, die Detailschärfe und Durchzeichnung von Feinheiten im hochfrequenten Bereich heraus, makellos und ohne Neigung zu mikrokleinen Artefakten begeistert der Panasonic restlos. Ebenfalls im Video zu sehen sind verschiedenen Winterlandschaften, Aufnahmen aus San Francisco, Mexico und des Kolosseums in Rom. Mit einer kurzen Einlage eines mittels CG erstellten Baumes im Schnee und “Zirkus”-Sequenzen, die ebenfalls am PC erstellt wurden, wird Kompetenz auch in diesem Bereich vermittelt – und wiederum bringt der AXW904 die Qualität des Quellmaterials herausragend zur Geltung. Der breite Betrachtungswinkel des Displays ermöglicht es auch mehreren Zuschauern, optimal das visuelle Geschehen verfolgen zu können, und der exzellente Detailkontrast stellt sicher, dass unter allen Lichtverhältnissen Inhalte überdurchschnittlich fein detailliert gezeigt werden können.

Wenden wir uns nun nach dem Schwelgen in Florian Friedrichs 4K-Welten der harten Realität von niedrig auflösendem Quellmaterial zu. Von einem so teuren Hightech-Flatscreen kann man auch erwarten, dass selbst SD-Inhalte noch akzeptabel aussehen, darum ließen wir die Star Wars Episode III-DVD von 576p auf 2.160p hochskalieren. 576p und nicht 576i deshalb, weil die meisten BD-Spieler minimal 576p und nicht 576i ausgeben. 576i geben meist nur sehr hochwertige BDPs aus, denen man auch getrost die gesamte Scaling- und De-Interlacing-Arbeit überlassen könnte. Nun also 576p – und wir sind gespannt. Der Panasonic enttäuscht uns nicht. Dass es sich hier einst um SD-Material handelte, wird geschickt verborgen, und nur der Bild-Kenner bemerkt es an der fehlenden Detailschärfe und den etwas gröberen Farbübergängen. Ansonsten ist die Bildgüte in Anbetracht des Quellmaterials ausgezeichnet, selbst die Gesichter von Obi-Wan und Anakin in den Raumjägern kommen gut heraus, und der Kopf von R2D2 wird so scharf und mit nur so geringem Rauschen präsentiert, dass man nur staunen kann. Panoramabilder von der Raumschlacht oberhalb von Coruscant wirken authentisch und zeigen eine für hochskalierte SD-Material-Quellen sehr ansprechende Detaillierung. 

Bleibt der TV-Tuner, und Panasonic-typisch zeigt dieser bei der Wiedergabe von SD- und HD 720p-Inhalten im DVB-S2- und im DVB-C-Betrieb eine starke Leistung: Tadellose Farbwiedergabe, sehr gute Bewegungsdarstellung und geringe Rauschneigung sind zu loben. Das Bild wirkt auch im 2D-Betrieb plastisch, und gerade bei 720p-Signalen ist die Detaillierung zu loben. So passt die Qualität des Tuners nahtlos zum hervorragenden Gesamteindruck. 

Klang

Verglichen mit den visuellen Leistungen und verglichen mit der akustischen Performance der aktuellen Sony Top-Modellreihen sind die Ergebnisse der Klangtestreihen befriedigend. Vergleichsweise einfach sind die Soundkomponenten von der Hardware her aufgebaut und reicht lediglich für den normalen Alltagsgebrauch, z.B. beim Anhören von Nachrichten oder der Lieblings-TV-Serie, aus. Zwar bietet die aktivierte Surroundfunktion schon Anflüge von Raumklang, durch die eher fade Gesamtauslegung aber kommt keine richtige Freude auf. Der in der Klangeinstellung „Benutzer“ verfügbare EQ bringt auch keine wirkliche Besserung, kleine Bewegungen an den Reglern des grafischen Equalizers merkt man akustisch praktisch nicht, während große Bewegungen dann für Disharmonien im Klangbild sorgen. 

Konkurrenzvergleich

Im Vergleich zum günstigeren Panasonic TX-65AXW804 bietet das teurere Modell nicht nur die exklusivere Optik, sondern auch das noch bessere Bild. Aufgrund besonders aufwändiger, in diesem Test beschriebener Technologien erzeugt der AXW904 noch satteres, tieferes Schwarz, einen besseren Detailkontrast und liefert beim Upcaling von niedriger auflösenden Quell-Inhalten die nochmals stabilere, schärfere Leistung ab. 

Aus der 2014er Kollektion der Südkoreaner stammt noch der Samsung UE65HU7590, ein Flat- und kein Curved-TV, mit UHD-Auflösung und üppiger Ausstattung. Damals, 2014, betrug die UVP 4.499 EUR, der Marktpreis liegt freilich darunter. Der Samsung bietet solide Leistungen im Display Basic Check, skaliert beinahe so gut hoch wie der Panasonic. Der AXW904 aber kontert knallhart – der Tuner ist deutlich besser, das Schwarz ist satter und tiefer, der Detailkontrast ist besser, und die unglaubliche Faszination von nativem 4K Content bringt der teure AXW904 praktisch perfekt zur Geltung. 

Fazit

Panasonic TX-65AXW904 Front Seitlich2

Der Panasonic TX-65AXW904 brilliert in unserem Testbetrieb gerade bei der Bewertung der praktischen Bildeindrücke über alle Maßen. Das Bild ist äußerst stabil und plastisch, hinzu kommen kaum Schärfeverluste selbst in den hinteren Bildebenen. Das erstklassige Upscaling von Blu-rays auf die native UHD-Aufösung setzt Maßstäbe. Hohe Farbtreue, enormer Detailkontast und im entsprechenden Modus ein sehr augenfreundliches Bild sind weitere Vorzüge des zwar sehr teuren, aber auch außerordentlich leistungsstarken Panasonic-TVs. Für das hochwertig auftretende und sehr sauber verarbeitete Gerät spricht auch die konkurrenzlos gute Auswahl an Bildprogrammen. Zwei THX- und zwei ISF-Modi bietet kein Konkurrent, auch dank des enorm hellen, brillanten Bildes kann man somit selbst bei starkem externen Lichteinfall in hervorragender Qualität Inhalte betrachten. Richtig entfalten kann der Panasonic seine Qualitäten freilich am besten im komplett abgedunkelten Raum, dann in Verbindung mit THX Cinema oder ISF Night werden Leistungen möglich, die superb sind. Ein kleines Ärgernis stellt allerdings die bei unserem Testgerät nicht perfekte Helligkeitsverteilung dar, wir hatten oben links im Screen einen leichten Hot Spot. Da wir gerade bei den Kritikpunkten sind – eine bessere Einstufung hinsichtlich der Energieeffizienz wäre überdies wünschenswert. Die gebotenen klanglichen Eigenschaften reichen aus, setzen aber im Gegensatz zu der visuellen Performance keine Bestwerte. Multimedial entspricht der AXW904 dem Panasonic-Jahrgang 2014, das heißt, die 2015 präsentierte Firefox-Plattform kommt beim AXW904 noch nicht zum Einsatz. Das ist aber kein Problem, auch so steht der Panasonic multimedial blendend da, die „my Home Screen“ Funktion ist praktisch, denn hier kann man sich einen Startbildschirm nach Wunsch konfigurieren. Ist nichts passendes bei den ab Werk mitgelieferten Vorschlägen dabei, kann man sich sogar aus dem Internet direkt über den TV neue Vorlagen herunterladen. Der Panasonic gibt sogar FLAC und Apple Lossless an Sound-Dateiformaten wieder, ebenso WMA Pro. Das ist sehr lobenswert. Konkurrenzlos ist auch die Auswahl an Empfangsarten: Doppeltuner für DVB-S2, DVB-C und DVB-T2, hinzu kommt die Sat>IP-Funktion als Master und Client – mehr Flexibilität geht nicht, hier muss sich die Konkurrenz hinten anstellen. Klares Fazit: Sündhaft teurer, aber extrem leistungsstarker TV für ambitionierte Bild- und Design-Liebhaber. 

Optisch edler, hochwertiger High End-TV mit Bild auf höchstem Niveau
referenz
TVs bis 65 Zoll Luxusklasse
Test 05. März 2015

+ Exzellente Bildstabilität in allen Betriebsarten
+ Hervorragender Schwarzwert und Detailkontrast
+ Hohe Farbtreue nahe am Original
+ Erstklassige THX- und ISF-Bildfelder
+ Brillantes Upscaling aller Inhalte auf UHD-Auflösung
+ Herausragende Leistungen im 3D-Betrieb
+ Konkurrenzlose Flexibilität bei den Empfangsformen
+ Umfangreiche Multimedia-Ausstattung
+ Schickes Design und edle Verarbeitung
+ Zwei hochwertige Fernbedienungen inkludiert

– Helligkeitsverteilung nicht perfekt
– Akustisch nur durchschnittlich
– Hoher Kaufpreis

Test: Carsten Rampacher
Display Basic Check: Philipp Kind
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 05. März 2015




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