Test mit Display Basic Check: Toshiba 48L5441DG

Toshiba 48L5441DG Front Seitlich2

Die L5-Serie von Toshiba präsentiert sich im Bereich der oberen Mittelklasse als Multitalent und möchte neben einer Vielzahl an Smart TV- und Online-Features natürlich eine hohe visuelle Performance bieten. Der FullHD-TV ist für TV-Empfang mit einem Triple Tuner ausgestattet und nimmt Sendungen bei angeschlossener USB-Festplatte auf. Mit HbbTV steht die vernetzte Interaktion und der Zugriff auf sämtliche Mediatheken zur Verfügung. Für niedrigen Stromverbrauch steht die Energieeffizienzklasse A++. Im 3D-Betrieb arbeitet der TV mit aktiven Shutterbrillen, eine Brille liegt bei. Die UVP des Toshiba 48L5441DG liegt bei 849 EUR, am Markt ist er schon deutlich günstiger zu haben.

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Mattschwarzes Bezel

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Silberne Leiste im unteren Bereich

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Standfuß, ebenfalls silbern

Toshiba 48L5441DG Standfuss Rueckseite

Standfuß Rückseite

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Rückseite des Toshiba TVs

Toshiba 48L5441DG Bedienelemente Rueckseite

Stationäre Bedienelemente

Der Toshiba TV ist beinahe vollständig aus Kunststoff gefertigt. Der Rahmen, der sich unmittelbar dem Display anschließt, ist mattschwarz gehalten, während der Rahmen um das Gerät hochglänzend ist. Im unteren Bereich schließt sich eine silberne Leiste an, in der die Status-LED und IR-Empfänger sowie links der Toshiba-Schriftzug untergebracht ist. Der Standfuß ist ebenfalls silbern und aus Kunststoff, solide verschraubt bietet er dem 48-Zöller festen Halt. Die Bautiefe des L5 ist weder extrem gering noch überdurchschnittlich stark ausgeprägt. Das Spaltmaß ist durchweg gering und gleichmäßig. Die Rückseite des Gerätes ist ebenfalls aus Kunststoff und mit mattschwarzer Oberfläche versehen. Hier befinden sich auch stationäre Bedienelemente, darunter Programmwechsel-, Quellen- und Lautstärke-Tasten, selbst das Menü kann hier im Notfall bedient werden. Insgesamt wirkt der TV recht schick. Bei der Materialqualität setzt man aber, wie bereits erwähnt, beinahe vollkommen auf Kunststoff.

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Anschlüsse Gesamt

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Kompaktes Anschlussfeld Rückseite

Die Anschlüsse sitzen, wenn man frontal auf das Gerät blickt, auf der linken Seite. Das rückseitige Anschlussfeld wirkt etwas dicht gedrängt und kompakt: Hier sitzen die drei integrierten HDMI-Anschlüsse, ein Scart AV- und VGA-Slot sowie der Anschluss für Sat-LNB und Kabel. Ebenso ist ein Ethernet-Anschluss und ein koaxialer digitaler Audio-Ausgang untergebracht. Seitlich sitzt der Slot für ein CI+ Modul und zwei USB-Eingänge, außerdem ein Kopfhörerausgang und zwei Anschlüsse, die via Adapter als Komponentenvideo und FBAS-Eingang dienen. Drei HDMI-Slots sind für die Preisregion des Toshiba L5 noch in Ordnung, vier wären ebenfalls angemessen, auch ein zusätzlicher USB-Slot wäre möglich. Davon abgesehen sind die elementaren Ein- und Ausgänge vorhanden, das rückseitige Anschlussfeld könnte etwas größer sein.

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Aktive 3D-Shutterbrille

Toshiba 48L5441DG Fernbedienung

Beiliegende Fernbedienung

Das Zubehör umfasst neben den Anschlussadaptern sowie den üblichen Dingen wie eine Bedienungsanleitung und Garantiekarte selbstverständlich eine Fernbedienung und eine aktive Shutterbrille für den 3D-Betrieb. Die aktive Shutterbrille ist nicht ganz so leicht wie ein passives Pendant, allerdings von deutlich geringerem Gewicht als es noch früher bei aktiven Brillen der Fall war. Die Brille wird mit CR20 Knopfzellen betrieben und besteht bis hin zu den Scharnieren komplett aus Kunststoff. Sie fühlt sich allerdings haptisch gut an und macht auch einen recht widerstandsfähigen Eindruck. Obenauf sitzt ein Power-Button, mit der die Brille mit langem Druck in Betriebsbereitschaft gesetzt wird. Eine kleine LED unter dem Button zeigt den Status an.

Die Fernbedienung nimmt die silbern-schwarze Kombination des TV-Gerätes auf und zeigt sich mit silberner Oberfläche und schwarzer Rückseite. Das Layout ist nicht zu beanstanden. Mittig sitzt ein Navigationskreuz mit OK-Taste, darüber sitzen Programmwechsel- und Lautstärketasten. Ganz oben ist der Power-Button und, praktisch, die Quellenwahltaste, untergebracht. Etwas mehr Feedback würden wir uns beim Tastendruckpunkt wünschen, der wirkt etwas lapidar. Eine Beleuchtung der Tasten gibt es nicht.

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Spracheinstellung bei erster Inbetriebnahme

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Erstinstallation

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Auswählen des Sendersuchlaufs

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Voreingestellten Satelliten wählen und nach Programmen suchen

Ein kleiner Installationsassistent startet automatisch bei der Inbetriebnahme des L5 TV-Gerätes. Hierbei wird zunächst die Menüsprache sowie Standort gewählt und ob nur nach digitalen oder auch analogen und verschlüsselten Programmen gesucht werden soll. Auch ob via DVB-T oder Kabel/Satellit empfangen werden soll, muss geklärt werden. Bei der Auswahl „Satellit“ kann man direkt den angepeilten Satelliten wählen (häufig Astra 19.2) und eine vorgefertigte Senderliste laden. Dann ist zwar kein Suchlauf nötig, allerdings dauert das Laden der Liste auch zwei bis maximal drei Minuten. Weitere Einstellungen, z.B. für das Netzwerk, werden in den eigentlichen Einstellungen vorgenommen.

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„Home“-Menü

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Bildeinstellungen

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Erweiterte Bildeinstellungen

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Toneinstellungen

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Equalizer-Einstellungen

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„Einstellungen“

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Bearbeiten der Senderliste

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EPG des Toshiba TVs

Toshiba hat die grafische Benutzeroberfläche gründlich überarbeitet, in Form und Funktion. Das GUI kommt nun in sanften Blautönen daher und ist grob in die Kategorien „Bild“, „Ton“ und weitere, grundlegende Einstellungen unterteilt. Weiterhin gibt es den Punkt Installation, der hauptsächlich für den Sendersuchlauf zuständig ist sowie einen dedizierten Punkt für die Bearbeitung der Programmliste und natürlich den Medienbrowser für Netzwerk-Funktionen.

Die Bildeinstellungen umfassen verschiedene Bildmodi, deren Auswirkung direkt an den Schiebereglern der einzelnen Parameter abzulesen ist. Zudem sind hier Einstellungen wie Rauschunterdrückung, Hintergrundbeleuchtung, Frame-Inteprolation, etc. zu finden. Auch beim Ton gibt es verschiedene Presets sowie einen Equalizer und virtuellen Surround-Klang. Der TV klingt im alltäglichen Betrieb bei sprachlastigen Sendung absolut ok, grobe Verzerrungen oder ein Durchschlagen der Woofer gibt es nicht. Allerdings muss man sagen, dass von den tiefen Bereichen ohnehin nicht viel zu vernehmen ist. Die Einstellungsmöglichkeiten wie „Dynamischer Bass“ oder „Virtueller Raumklang“ machen keine großen Unterschiede aus. Der Pegel ist ok, für größere Räume aber könnte der TV auch etwas lauter sein.

Das Bearbeiten der Senderliste geht relativ problemlos, allerdings scheint es keine Favoritenlisten zu geben. Die Navigation grundsätzlich geht durch die simple und übersichtliche Kategorisierung sehr einfach von der Hand. Auch Verzögerungen bei Eingabebefehlen muss man nicht hinnehmen, der Toshiba TV reagiert stets flink auf Befehle.

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Medienbrowser

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Auswahl vorhandener DLNA-Server

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Musikwiedergabe vom Server

Mit dem „Medienbrowser“ gibt man Dateien von einem im selben Netzwerk befindlichen DLNA-Server auf dem Toshiba TV wieder. Dazu gehören Musik-, Foto- und Video-Dateien. Eben diese Kategorien sind auch im Medienbrowser ersichtlich. Nach der Auswahl einer Kategorie wählt man die gewünschte Quelle aus, dann folgt die Übersicht der auf dem Server befindlichen Ordner und Dateien. Unter Musik werden AAC- und MP3-Dateien wiedergegeben, bei FLAC streikt der TV. JPEG, Bitmap- und PNG-Dateien werden unter Fotos abgespielt, hier kann man auch problemlos eine Diashow starten. Unter Videos präsentiert sich der L5 sehr flexibel, hier werden DiVX-Avi-Videos, MP4- und Quicktime MOV-Trailer sowie MKV Dateien mit h.264 HD-Inhalt und AVCHD-Videos wiedergegeben. Auch HDTV TS-Aufnahmen, WMV- und MPEG-Files sind kein Problem.

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Vor der Nutzung der Toshiba Cloud TV-Dienste sind ein paar Schritte notwendig

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Gerätenamen eingeben, Benutzerkonto erstellen

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Startbildschirm „Toshiba Cloud TV“

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Auswahl an Internetapplikationen

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Integrierter Web-Browser

Mit der „Home“-Taste (Button mit „Häuschen“) greift man direkt auf Toshibas Cloud-TV Portal zu. Beim Start des Portals wird geprüft, ob eine neue Version vorliegt und sollte die der Fall sein, das Portal automatisch aktualisiert. Wie auf den Bildern zu sehen, muss man dem verwendeten TV einen Portal-Namen geben und kann einen Toshiba Cloud TV-Account erstellen. Hier kann man sich theoretisch sogar mit seinem Facebook-Account anmelden oder eben diesen Schritt einfach überspringen. Im Portal selbst kann man dann auf Applikationen verschiedenster Genre zugreifen, darunter News, Internetradios, Sport, Video-on-Demand, etc.

Natürlich umfasst der Toshiba weitere Features wie PVR oder die Steuerung mit dem Smartphone. Ob Timeshift, Direktaufnahme oder ein gesetzter Timer über das EPG – Voraussetzung ist lediglich eine angeschlossene Festplatte mit ausreichend Kapazität. „Toshiba Remote“ gibt es sowohl im App Store als auch im Google Play Store als kostenlosen Download.

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Wie üblich wählen wir vor den Messungen ein Bildfeld aus, was unserer subjektiven Meinung nach zumindest der korrekten und authentischen Farbtemperatur entspricht. Beim Toshiba L5 haben wir hier Dynamisch, Natürlich, Sport, Spiele und Kino zur Auswahl. Die meisten Modi liefern eine recht kühle Farbtemperatur, „Natürlich“ geht in die richtige Richtung aber wirklich wohl fühlen wir uns erst bei Kino. Die früher integrierten, sehr guten „Hollywood“-Presets für Tag, Nacht und „Pro“ sind hier nicht dabei, wir nehmen also „Kino“.

Jetzt geht es an die Testbilder – Mit dem PLUGE-Testbild erkennen wir eine korrekte Helligkeitseinstellung. Bei völliger Dunkelheit ist die Kino-Einstellung vom Wert 32 exzellent, der Unterschwarzbalken wird bei höherer Einstellung gerade so sichtbar. Auch beim Kontrast macht der Toshiba TV einen ausgezeichneten Eindruck, hier wird bis ins Überweiß sauber differenziert und auch ein Farbstich ist nicht zu sehen, die Kontrasteinstellung sollte so beibehalten werden. Beim Overscan-Testbild sehen wir außerdem, dass Overscan im Kino nicht mehr aktiv ist und keine weiteren Einstellungen notwendig sind, top! Kritik müssen wir bei der Schärfe üben, der L5 ist deutlich zu scharf. Der voreingestellte Wert ist 12 und bei Zuspielung von nativem FullHD-Material sollte man hier auf 0 gehen, damit keinerlei zusätzliche, lediglich künstliche Schärfung, die nicht zu höherer Detaillierung führt, erfolgt. Die Hintergrundbeleuchtung steht immer auf „Auto“ – wer Filme stets im Dunkeln genießt, kann hier bedenkenlos auf „Niedrig“ stellen, bei Auto passt sich die Hintergrundbeleuchtung dynamisch an.

uebersicht1

Übersicht 1

gamut_weisspunkt

HD-Farbraum und Weißpunkt

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Übersicht 2

uebersicht3

Übersicht 3

farbtemperatur

Farbtemperatur

Der Toshiba TV trifft den HD-Farbraum recht solide, sowohl die Primär- als auch Sekundärfarben liegen innerhalb des Toleranzbereiches, Blau ist nicht ganz perfekt. Beim Weißpunkt sieht die Performance ähnlich gut aus. Minimal abseits des absoluten Ideals liegen die Weißpunkte aller IRE-Bereiche nahe beeinander. Bei der Farbhelligkeit gibt es kaum etwa zu kritisieren, lediglich Grün liegt über dem absoluten Abweichungswert 5, hier liegen aber ohnehin die Sekundärfarben im Fokus. In der Gamma-Übersicht zeigt sich die größte Schwäche des L5, mit einem Durchschnittswert von unter 1,6 ist der Wert viel zu niedrig, was zu einem nicht ganz so knackigem Bildeindruck im Praxisbetrieb führen wird. Die RGB Balance ist recht gut, die Linien der Primärfarben sollten näher beieinander liegen und Rot ist zu stark repräsentiert. Die Farbtemperatur ist ein wenig zu warm, insgesamt aber über das Helligkeitsspektrum gleichmäßig verteilt und den 6500 K recht nahe.

Praxisbetrieb

Die Blu-ray 2D-Wiedergabe prüfen wir mit unserer beliebten Casino Royale BD. Wir spielen die zweite Szene in 1080p24 zu und erkennen, dass bei langgezogenen Kamerafahrten leichtes Ruckeln zu sehen ist. Hier handelt es sich nicht um 24p Micro-Judder sondern einen nicht ganz perfekten Pulldown. Wir müssen aber ebenfalls anmerken, dass dies sehr wahrscheinlich nur Filmenthusiasten auffallen wird. Legt man nur gelegentlich mal eine Blu-ray Scheibe ein, ist dies sicherlich zweitrangig, geschulten Augen fällt es aber auf. Die Farbgebung wirkt zwar sehr natürlich und authentisch, kommt aber nicht ganz so farbenfroh, dynamisch und „knackig“ heraus, wie wir es eigentlich gewohnt sind, das kann durchaus auf das klar zu niedrige Gamma zurückzuführen sein. An der ausgezeichneten Ebenenstaffelung ändert dies erfreulicherweise kaum etwas. Die Zuschauer, die auf verschiedenen Ebenen um die provisorische Kampfarena stehen und die „Gladiatoren“ anfeuern, werden differenziert herausgearbeitet und sind den einzelnen Bildebenen klar zuzuordnen. Auch die verfallenen Häuser und Wellblechhütten im Hintergrunden machen einen dreidimensionalen Eindruck. Die flinken Handbewegungen, als die Zuschauer ihre Wetteinsätze tätigen oder Frettchen & Schlange tatkräftig anfeuern, bereiten dem Toshiba L5 keine Probleme, hier bleibt das Bild ruhig und stabil. Dabei wird auch eine sehr solide Kantenschärfe geboten, die kaum durch die Bewegungen beeinträchtigt wird. Auch die Detailschärfe macht einen ausgezeichneten Eindruck, besonders bei Nahaufnahmen werden feine Strukturen, sei es an der Kleidung der Protagonisten oder Feinheiten im Gesicht, sehr gut herausgearbeitet. Der Kontrast und die Schwarz-/Graudifferenzierung bietet ebenfalls sehr gute Werte, Details im Dunkeln sind weitgehend gut ersichtlich, manch Grauton geht aber verloren. Bei der Verfolgungsjagd zeigt der Toshiba TV erneut ein ruhiges und stabiles Bild.

Bei der 2D- in 3D-Wandlung des Toshiba TVs können wir positiv festhalten, dass Kontrast, Helligkeit und auch die Farbgebung aus dem 2D-Betrieb erhalten bleibt. Auch scheinen Kamerafahrten geschmeidiger und ohne Ruckeln zu erfolgen. Allerdings hat die Wandlung einen sehr unschönen Nebeneffekt, die Auflösung wird trotz des Verfahrens mit aktiver Shutterbrille reduziert. Subjektiv auch niedriger als 720p, an vielen Stellen sind Treppenstufen und Verpixelungen zu erkennen, die mit einer hohen HD-Auflösung unvereinbar sind. Von simuliertem 3D sollte man also bei konventionellem 2D-Material absehen.

Im nativen 3D-Betrieb stellt sich dies ebenfalls ähnlich dar. Zwar wirkt die Auflösungsreduktion nicht so stark ausgeprägt, ist aber im Detail schon sichtbar. Treppenstufen an Kanten sind zu sehen und auch bei der Detailschärfe erkennt man schnell, dass es sich hier mit höchster Wahrscheinlichkeit nicht um FullHD-Auflösung handelt. Warum man dann nicht auf eine passive 3D-Variante setzt, können wir nicht ohne weiteres beantworten. Die 3D-Wirkung selbst ist recht gut ausgeprägt, Bildebenen kommen klar heraus und auch die Objektplastizität ist ausgezeichnet. Auch Bewegungen im Bild wirken geschmeidig und flüssig.

Das DVD-Upscaling von 576 Bildzeilen auf die native Auflösung von 1080p des Toshiba L5 TVs erledigt das Gerät zuverlässig und solider Qualität. Wir spielen die dritte Episode der Star Wars-Saga zu. Die gelbe Laufschrift läuft sauber und ruhig nach hinten ab, leichtes Zittern der Buchstabenkanten ist ab der Mitte und im hinteren Bereich des Bildes zu erkennen, die Wellenbewegungen bleiben aber minimal und auch die Farbe bleicht nicht aus. Sterne werden sauber herausgearbeitet und der Schwarzwert wirkt subjektiv ganz ordentlich. Der Kameraschwenk auf den Zerstörer läuft flüssig ab und das Raumschiff steht kantenstabil und plastisch im Raum. Als die beiden kleinen Raumjäger den Schattenbereich am Heck überqueren, sieht man gute Detaillierung und nur leichtes Überstrahlen an der Turbine. Die kleinen Raumjäger bleiben ihren Objektkanten treu und knicken an der Kante des Zerstörers nach unten hin ab. Hier sehen wir ein weites Panorama mit guter Ebenenstaffelung. In den hinteren Bereichen nimmt die sonst hohe Bildschärfe ein wenig ab. Trotz des hektischen Kampfgeschehens und vieler fliegender Objekte bleibt das Bild ruhig und stabil. Insgesamt eine ausgezeichnete Performance im Bereich Upconversion.

Der Toshiba TV macht im alltäglichen TV-Betrieb einen insgesamt ausgezeichneten Eindruck. Die öffentlich-rechtlichen HD-Programme, die ihre Sendungen in 720p ausstrahlen, werden vom L5 auf seine native Auflösung von 1920×1080 Pixeln hochskaliert. Unschöne Artefakte wie ausgeprägte Treppenstufenbildung oder stärkere Pixelwölkchenbildung ist dabei nicht zu sehen. Das Gerät liefert ein detail- und kantenscharfes Bild mit exzellenter Farbgebung. Leichtes Rauschen im Bild ist aber stets zu erkennen und vermindert ein wenig den sauberen Bildeindruck. Dennoch ist das Sehen dank stabilem Bild sehr angenehm. Bei Bewegungen bleiben die Objektkanten stabil und mindern die Bildstabilität nicht. Auch die Plastizität und die räumliche Staffelung der einzelnen Ebenen macht einen sehr guten Eindruck. Programme in 1080i, wie z.B. sämtliche Privatsender wie RTL, Pro7, etc. gelingen dem Toshiba ebenfalls sehr sauber und artefaktefrei. Die Kantenschärfe wirkt exzellent, beim DeInterlacing gibt es keine Probleme. Im SD-Betrieb bleibt der sehr gute Eindruck des Toshiba L5441DG erhalten. Das Bild wirkt hier nicht mehr ganz so ruhig, leichtes Kantenzittern ist häufiger zu entdecken und auch Treppenstufen machen sich bemerkbar. Das sind alles Auswirkungen der deutlich reduzierten Auflösung von 576 Bildzeilen. Das Bild bleibt aber angenehm und wird nicht anstrengend, die Detaillierung ist gut und auch die Kantenschärfe kann sich für SD sehen lassen. Das Bildrauschen ist natürlich ebenfalls etwas ausgeprägter, wird aber aufgrund der geringeren Detailschärfe als kaum störender empfunden. Die Farbgebung bleibt im Kino-Modus recht natürlich, die Farben sind aber nicht ganz so ausdrucksstark und dynamisch wie bei den HD-Programmen.

Konkurrenzvergleich

In die Preisregion des Toshiba L5 TVs reiht sich auch die 6er Serie von Samsung, der H6470, ein. Wir haben zwar den UE55H6470 getestet, schätzen aber bezüglich der Performance den 48-Zöller sehr ähnlich ein. Im 3D-Betrieb haben beide Geräte Probleme. Während der Samsung mit Doppelkonturen zu kämpfen hat, scheint beim Toshiba eine Auflösungsreduzierung zu erfolgen, die mit Verlust an Detailschärfe und Treppenstufenbildung an Kanten einhergeht. Im 2D-Betrieb liefern beide Geräte recht solide Ergebnisse, aufgrund der Probleme mit dem Gamma liegt der Samsung hier aber vorne und bietet ein knackigeres, dynamisches Bild. Das Upscaling erledigen beide mit ausgezeichneten Ergebnissen, der Tuner ist beim Samsung etwas rauschärmer. Das Handling überzeugt bei beiden Geräten mit exzellenter Reaktionsfähigkeit, die grafische Benutzeroberfläche gefällt uns beim Samsung etwas besser.

Deutlich günstiger, aber nur in 40 Zoll erhältlich, ist der erst kürzlich getestete Orion TV. Beide TVs bieten im Alltagsbetrieb ein solides TV-Bild und wer nur gelegentlich einen Film sieht, wird mit beiden Geräten ebenfalls glücklich. Der Toshiba ist, wenn auch nicht perfekt, etwas 24p-stabiler und liegt auch im Bereich Kontrast vorne. Einen 3D-Betrieb bietet der Orion nicht, auch beim Upscaling ist der L5 besser. Die Netzwerks-Features bleiben außen vor, während der Toshiba hier recht umfangreich ausgestattet ist.

Fazit

Toshiba 48L5441DG Front Seitlich2

Der Toshiba 48-Zöller der L5-Serie präsentiert sich mit einfachem Handling, ansprechender grafischer Benutzeroberfläche und umfangreichen Multimedia-Eigenschaften als ausgezeichneter Alltags-TV. Im Detail zeigen sich ein paar Schwächen, die Filmfans schnell herauskristallisieren werden. Aufgrund eines sehr niedrigen Gamma-Wertes wirkt das Bild nicht so dynamisch und knackig, wie man es als Enthusiast gewohnt ist, auch wenn die Farbtemperatur grundsätzlich dem Ideal sehr nahe kommt. Nur gelegentliche Filmkonsumenten werden sich daran weniger stören. Im 3D-Betrieb und auch bei der Wandlung fehlt es zudem etwas an Detail- und Kantenschärfe. Sehr gut gibt sich der L5 beim Upscaling, sei es DVD-Filmmaterial oder der normale TV-Betrieb. Insgesamt bietet der TV, besonders zum aktuellen Marktpreis von etwa 600 EUR sehr solide Leistungen, die aufgezeigten Schwächen verhindern ein noch besseres Ergebnis.

Günstiger 48 Zoll FullHD-TV mit Toshiba Cloud TV-Portal und solider 2D-Performance
ausgezeichnet
09.10.2014

+ Problemloses Handling
+ Schnelle Reaktion auf Eingabebefehle
+ Übersichtliches Menü
+ Ausgezeichnete Upconversion
+ Solider Tuner

– Detailverlust im 3D-Betrieb
– Zu niedriges Gamma

 

Test: Philipp Kind
Fotos: Sven Wunderlich




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