TEST: Magnat Quantum 1003 S Regallautsprecher

Magnat Quantum 1003 Gruppenbild7

Magnat Quantum 1003 S ohne Schutzgitter

Magnat Quantum 1003 Gruppenbild3

Magnat Quantum 1003 S mit Schutzgitter

Neu von Magnat ist die 2-Wege-Bassreflex-Regalbox Quantum 1003 S. Der Stückpreis von 799 EUR ist in Anbetracht der exzellenten Verarbeitung und hochwertigen Materialqualität als durchaus gerechtfertigt einzustufen. Die Weiterentwicklung basiert auf der Quantum 1000-Serie – mit einigen interessanten Änderungen: So kommt eine neue Hochtonkalotte zum Einsatz, die mit besonders breiter Sicke für eine optimierte Abstrahlung von Frequenzen über 20 kHz ausgelegt ist. Viele konstruktive Merkmale der verbauten Chassis, in Falle der 1003 S ein 170 mm Tiefmitteltöner, wurden vom Topmodell Quantum Signature übernommen, so kommt nun hoch entwickelter Hightech auch in die bürgerliche Mittelklasse.

Magnat Quantum 1003 Hochtoener1

Neu entwickelter Hochtöner

Magnat Quantum 1003 Tiefmitteltoener1

170 mm Tief-/Mitteltöner

Magnat Quantum 1003 Hochtoener ausgebaut1

Hochtöner ausgebaut

Magnat Quantum 1003 Tiefmitteltoener ausgebaut2

Tief-/Mitteltöner ausgebaut

Magnat Quantum 1003 Tiefmitteltoener ausgebaut1

Aus seitlicher Sicht

Magnat Quantum 1003 Rueckseite Seitlich3

Rückansicht

Magnat Quantum 1003 Anschluesse Rueckseite1

Hochwertige Anschlussterminals

Magnat Quantum 1003 Bassreflexrohr

Sauber gearbeitetes und fest verschraubtes Bassreflexrohr

Magnat Quantum 1003 Verarbeitung1

Tadelloses Finish auch im Detail

Lieferbar ist die edle Regalbox in hochglänzendem Weiß oder Schwarz. Da aktuell auch matte Farben wieder im Trend liegen, könnte man bei Magnat über weitere Farbvarianten nachdenken. Optisch wirkt der Lautsprecher ohne die magnetisch hafteten Stoffgitter, die akkurat bezogen sind, noch attraktiver. Dies liegt daran, dass zum einen das Gehäusedesign noch besser zur Geltung kommt, zum anderen aber die Alu-Ringe um die Chassis erst richtig wahrgenommen werde. Die dicken Seitenwangen der Box vermitteln gekonnt das Flair teurer HiFi-Komponenten.

Mit einer RMS-Belastbarkeit von 150 und einer maximalen Belastbarkeit von üppigen 230 Watt werden, zumindest auf dem Papier, sehr gute Werte erzielt. Als minimale Verstärkerleistung spricht Magnat von 30 Watt, der Wirkungsgrad (2,8V/1m) liegt bei 91 dB. Die Impedanz gibt der Hersteller mit 4 bis 8 Ohm an. Von 27 Hz bis hoch auf 75 kHz reicht der darstellbare Frequenzbereich, somit eignet sich der Schallwandler auch sehr gut zur Wiedergabe von aktuell stark nachgefragten High Resolution Audio-Dateien. Mit einer Breite von 230 mm, einer Höhe von 360 mm und einer Tiefe von 315 mm ist der Lautsprecher noch relativ kompakt. 

Und wie schlägt sich Magnats Neuzugang aus klanglicher Sicht? Wir haben mit HiRes-Audiodateien im Flac-Format mit Auflösungen von 88,2 kHz, 96 kHz und und 192 kHz gearbeitet, um dieser Frage auf den Grund zu gehen. Bei „Gentle Rain“ von Diana Krall hören wir ein erstaunliches Volumen und einen ausgezeichneten Tiefgang. Die Stimme löst sich überdies sehr gut vom Lautsprecher. Wer der 1003 S zuhört, ohne sie zu sehen, könnte durchaus auch von einer kleineren Standbox als Schallquelle ausgehen. Koaxialchassis – Hochtöner im Zentrum des Mitteltieftöners – wie die Konkurrenz von KEF oder Teufel verbaut Magnat nicht, trotzdem sind die Gruppenlaufzeiten gut und der Zuhörer hat den Eindruck, dass alle akustischen Anteile zeitgleich bei ihm ankommen.

Praxisgerecht ist, dass Magnat der Quantum 1003 S keine Monitor-Klangcharakteristik mit auf den Weg gegeben hat, sondern einen breiten vertikalen und horizontalen Abstrahlwinkel. Daher steht dem Einsatz auch in größeren Hörräumen nichts im Wege. Bis rund 25 Quadratmeter kann man mit der Magnat-Konstruktion auch durchaus höhere Pegel souverän hören. Minimale Überbetonungen im oberen Mittelton- und Hochtonbereich stellen sich zwar dann heraus, halten sich aber im Rahmen. 

Bei „I Miss You So“, ebenfalls von Diana Krall, sammeln wir ähnliche akustische Eindrücke. Das Piano wird gut herausgearbeitet, den Vorteil deutlich teurerer Boxen sehen wir in einer besseren Darstellung von Anschlagdynamik und feinsten Konturen. Für ihren Kaufpreis kann man der 1003 S aber nichts ankreiden. Sie bringt auch bei diesem Titel ein erstaunliches Volumen zustande und trennt Dianas Stimme treffend von den Instrumenten. Nicht nur die Räumlichkeit an sich, auch die Platzierung instrumentaler und vokaler Anteile im Raum gelingt dem Quantum-Regallautsprecher überzeugend. 

„Alone For You“ vom Jan Lundgren Trio beweist direkt am Anfang des Stückes, wie emotional und direkt die Quantum 1003 S wiedergeben kann. Man fühlt sich von der Musik umgeben, und denkt nicht, dass sich das gesamte klangliche Geschehen vor einem abspielt. Vielmehr taucht man richtiggehend ein, und das ist für eine doch relativ kompakte Box sehr überraschend. Man sollte allerdings nicht den Fehler machen und die 1003 S zu tief platzieren – dann kann man die eben geschilderten Vorzüge nicht voll ausnutzen. Feindynamisch wie auch grobdynamisch wird ein für die Preisliga tadelloses Niveau geboten. Bedingt durch den neuen Hochtöner, konnte das Abstrahlverhalten verbessert werden, was positive Auswirkungen auf die Räumlichkeit hat.

Wenden wir uns der Wiedergabe von Musik in CD-Qualität zu. Wir wechseln nicht nur die Auflösung, sondern auch den Stil, mit „Awakening“ von Skyfreak steht nun energiegeladener Trance aus Herbst 2013 auf dem Programm. Mit einer gelungenen Effektwiedergabe und einem harten, impulstreuen Bass bereitet die Quantum 1003 S auch hier Freude. Diesen Schallwandler als „zurückhaltend ausgelegt“ zu definieren, ginge allerdings gründlich daneben. Empfindliche Naturen seien schon mal im Voraus gewarnt. Die Quantum packt vielmehr entschlossen zu, und scheut sich auch nicht, wenn nötig, mit der entsprechenden Schärfe elektronische Effekte aller Art in den Hörraum zu schleudern. Effekte, die sich im Hintergrund aufbauen, werden sofort erfasst und keinesfalls außen vor gelassen. 

„Prayer In C“ von Lilly Wood, the Prick und Robin Schulz (im Robin Schulz Radio Mix) präsentiert uns die Quantum 1003 ebenfalls mit hartem, treffsicherem Bass, sehr gut ausgeformten Vocals und räumlich dichter Effektdarstellung. Verschiedene, parallel stattfindende akustische Ereignisse behandelt die 1003 S mit passender Gewichtung. Deutliche Verbesserungen sind nicht nur im Hochton- , sondern auch im Bassbereich gemacht worden. Hier wird im Vergleich zur Vorgängerserie mehr Nachdruck erzeugt, flankiert von höherer Impulstreue und verbessertem Tiefgang. 

„Red Lights“ von Tiesto vervollständigt unseren Eindruck, dass dieser Lautsprecher mit Trance- und House-Musik zeitgemäßen Zuschnitts sehr gut zurecht kommt. Der Bass wieder wuchtig, aber gleichzeitig präzise und richtig gut gestaffelt. Die Stimme löst sich prima von den Lautsprecher-Chassis, und kleine dynamische Differenzen werden impulstreu berücksichtigt. Im Hochtonbereich ist die 1003 S schon recht prägnant, managt diese Prägnanz aber auf eine im Vergleich zu früheren Magnat Quantum-Serien souveräner. Dadurch entsteht der Eindruck einer nach vorn drängenden, sehr dynamischen Box, die mitreißend und fetzig aufspielen kann. 

Was setzt die Konkurrenz entgegen? Nubert hat für 570 EUR/Stück die recht große und enorm klangstarke nuVero 4 im Programm. Sie tritt im Bassbereich mit tollem Tiefgang an und klingt ansonsten lebendig und neutral. Sehr gut gefällt uns das Metall-Lautsprechergitter. Die Magnat Quantum 1003 S wirkt noch aufwändiger gemacht, ihr Vorteil liegt in der sehr spritzigen, gleichzeitig feinen Gesamtwiedergabe. 

Weiterer Konkurrent ist die Canton Chrono SLS 720, die uns im Test sehr gut gefallen hat. Auch sie ist in hochglänzendem Schwarz und Weiß lieferbar und bietet eine hohe akustische Gesamtharmonie. Sie ist ausgezeichnet verarbeitet – auch hier Ähnlichkeiten zur Magnat. Akustisch klingt die Canton auch brillant im Hochtonbereich, allerdings minimal zurückhaltender und insgesamt sehr angenehm. Im Bassbereich ist die Canton überzeugend, hier kann die 1003 S aber kleine Vorteile beim Tiefgang für sich verbuchen. 

Fazit

Magnat Quantum 1003 Front Seitlich5

Die Magnat Quantum 1003 S erfreut durch noble Optik, ausgezeichnete Verarbeitung und durch einen dynamischen, räumlich dichten Klang. Die Box gibt sich kultiviert, wenngleich sie schon eher in Richtung einer relativ prägnant und nachdrücklich aufspielenden Konstruktion geht. Der neu entwickelte Hochtöner offeriert mehr Brillanz bei gleichzeitig gestiegener Räumlichkeit, im Bassbereich wurden Volumen, Präzision und Tiefgang verbessert. Die Mitten sind im Vergleich zur Vorgänger-Generation klarer umrissen und wirken besser integriert. 

Edler Regallautsprecher mit sehr guter Dynamik und ausgezeichneter Räumlichkeit – zum fairen Kaufpreis
ueberragend
Regallautsprecher Obere Mittelklasse
Test 11. Juli 2014

+ Impulstreue sehr gut
+ Räumlichkeit überzeugt
+ Stark im Bassbereich bei Tiefgang, Volumen und Struktur
+ Saubere Verarbeitung
+ Schicke Optik

– Nur 2 Hochglanzfarben lieferbar

Test: Carsten Rampacher
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 11. Juli 2014

 

 




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