TEST: Bluetooth-Lautsprecher JBL Clip 3 - rund, kompakt und klangstark für knapp 60 EUR?

Der JBL Clip 3 für exakt 59,99 EUR gehört zur 2018er Generation von JBLs beliebten Bluetooth-Lautsprechern und zeigt sich im runden, gefälligen Design mit integriertem Karabinerhaken. JBL selbst hat für den Clip 3 das Motto "anklippen und einschalten" kreiert. Und das Hören von Musik kann ohne Nachladen bis zu 10 Stunden in Anspruch nehmen, solange hält der eingebaute Akku.

Karabinerhaken, der innen gummiert ist und so besser befestigt werden kann

Karabinerhaken und Laut-Leiser-Tasten

Schriftzug - darunter befinden sich die Anschlüsse

Anschlüsse

Bedienelemente

Mitgeliefertes Ladekabel

Die Verarbeitung und Materialqualität verdienen sich sehr gute Zesnuren. Der Clip 3 erscheint robust und gleichzeitig stylish. Der Stoff über dem Lautsprecher-Chassis wirkt langlebig, die restlichen Teile des Gehäuses sind gummiert. Der Clip 3 ist nach IPX7-Norm wasserdicht, so erweist er sich auch bei der Wanderung oder am Strand als perfekter Begleiter. Als Bluetooth-Norm wird 4.1 verwendet, unterstützt werden AsDP, AVRCP 1.5, HFP V1.5 sowie HSP V1.2. Der 3,7 V Lithium-Ionen-Akku fasst exakt 1.000 mAh. Das Aufladen dauert mit 3 Stunden (bei 5V, 0,6 A) relativ lange. An Leistung stehen 3,3 Watt nach RMS bereit. Ein 40 mm Breitbänder sorgt für den akustischen Output und gibt Frequenzen zwischen 120 Hz und 20 kHz (bei - 6 dB) wieder. Der Clip 3 wiegt 220 Gramm und misst 137 x 97 x 46 mm.

Klang

Beim "Party Rock Anthem" von LMFAO zeigt uns der Clip 3 eine ordentliche Performance. Klar dürfte sein, dass er den kräftigen Bassbereich nicht zur Gänze abbilden kann. Hierzu fehlt es an Leistung und an Gehäusevolumen. Aber: Die Stimme kommt gut heraus, und auch die Räumlichkeit ist prima. Zudem ist der Sound nicht zu mittenbetont, sondern kann mit voll befriedigender Auflösung punkten.

"Anywhere" von Rita Ora liegt dem Clip 3 mehr. Hier kann er seine Fähigkeit, weibliche wie auch männliche Stimmen erfreulich klar darzustellen, besser unter Beweis stellen. Er arbeitet überdies den Rhythmus ordentlich heraus und lässt sogar das gelassene Hören bei gehobenem Pegel ohne ein zu großes Maß an Verzerrungen zu. Der Bassbereich wirkt auch hier, was an den im ersten Beispiel genannten Rahmenbedingungen liegt, etwas unvollkommen. Aber das ist eben der Nachteil, den man bewusst in Kauf nimmt, wenn man einen besonders kompakten Bluetooth-Lautsprecher kauft.

Olé von Adam Trigger im Hugel Remix steht dem JBL-Speaker jetzt zur Verfügung, und er macht tatsächlich etwas draus. Das hätten wir aufgrund des harten Basses nicht unbedingt erwartet, aber der Flip 3 bekommt doch die Luftmassen besser bewegt, als wir spontan dachten. Auch der Rhythmus wird gut herausgestellt, dynamische Wechsel impulstreu präsentiert. So macht das Hören durchaus Freude, auch der maximal erreichbare Pegel verdient Lob.

Und wie sieht es bei Bon Jovis "Living On A Prayer" aus? Den Aufbau direkt zu Beginn des 80er Jahre-Titels gibt der Speaker brauchbar wieder, und auch, als es "richtig zur Sache" geht, versagt er nicht, sondern liefert eine anständige Herausarbeitung der Stimme und der akustischen Effekte. Das Auflösungsvermögen ist für knapp 60 EUR nicht zu beanstanden, für den anspruchsvollen Hörer eignet sich der Flip 3 weniger - was aber die Preisliga auch gleich vermuten lässt.

"Think Twice" von Celine Dion überzeugt durch den überraschend differenzierten Aufbau von Anfang an. Auch schafft es der Flip 3, die Stimme klar zu fokussieren. Die Instrumente sind nicht zu weit im Hintergrund, so dass die klangliche Gewichtung durchaus als realistisch zu bezeichnen ist. Es fehlt insgesamt, aber das erwähnten wir schon bei anderen Klang-Beispielen, etwas an Volumen, gerade untenherum erscheint der Klang etwas dünn.

Der 007-Klassiker "Moonraker", gesungen von Shirley Bassey, entlockt dem Flip 3 eine bessere Leistung. Hier wirkt das akustische Gesamterlebnis intensiver, tiefgehender, umfangreicher. Klangliche Lücken werden hier vom Kenner zwar umgehend entdeckt, sind aber weit weniger offensichtlich als bei "Think Twice".Selbst die Streicher im Hintergrund formt der JBL-Bluetooth-Lautsprecher relativ klar aus. Die Stimme Shirleys steht klar im Mittelpunkt, die Gewichtung stimmt demnach.

Sam Smiths "Writing On The Wall", ebenfalls ein James Bond-Titelsong, allerdings aus "Spectre", gibt sich der Flip 3 trotz recht hoher Anforderungen keine Blöße. Das ist höchst erstaunlich, denn hier hätten wir vor allem bei der schwierig darzustellenden Stimme größere Probleme erwartet. Aber der JBL-Speaker stellt die vokale Dynamik relativ glaubwürdig dar, vergisst aber gleichzeitig die ebenfalls wuchtigen instrumentalen Anteile nicht. Mit einer gelungenen Balance und einer tadellosen Klarheit verschafft sich der Flip 3 bei diesem Stück Respekt.

Konkurrenzvergleich

  • JBL Go 2: Mit 35 EUR kostet der Go weniger Geld, ist aber akustisch nicht entschieden schlechter. Auch beim Go überzeugt die große lieferbare Farbvielfalt, auch der Go 2 hat eine tadellos arbeitende Freisprecheinrichtung. Im Detail ist der Clip etwas besser verarbeitet, zudem - Nomen Est Omen - sorgt der integrierte Clip für weitere praktische Einsatzmöglichkeiten.

  • Schon älter, aber immer noch pfiffig und je nach Farbe für rund 60 EUR zu bekommen: Der Monster Superstar ist gut verarbeitet, sieht prima aus und bietet eine klare, lebendige Akustik. Er ist spritzwassergeschützt nach IPX 4 und hat eine ordentlich arbeitende Freisprecheinrichtung. Hier geht es um individuelle Vorlieben, welcher Bluetooth-Spaker bevorzugt wird.

  • Im hochwertigen Metallgehäuse, FM-Tuner und mit Micro SD-Slot tritt für knapp 50 EUR der Dockin D Solid an, der ebenfalls extrem kompakt ist. Klanglich schafft er etwas weniger Pegel als der JBL, an Features fehlt ihm ein zumindest spritzwassergeschütztes Gehäuse.
Fazit

Der JBL Flip 3 klingt prima, ist zudem robust und hochwertig verarbeitet, überdies stehen zahlreiche Farben zur Auswahl. Er bringt eine gute Freisprecheinrichtung mit und bietet dank des integrierten Clips viel Flexibilität. Größter Konkurrent des Clip 3 kommt aus dem eigenen Hause: Der JBL Go 2 für rund 35 EUR kann praktisch alles genauso gut.

Der JBL Clip 3 ist ein flexibel einsetzbarer, kompakter und klanglich ausgewogener Bluetooth-Lautsprecher

Bluetooth-Lautsprecher bis 100 EUR
Test Mittwoch, 25. Juli 2018

Test: Carsten Rampacher
Bilder und Redaktion: Philipp Kind
Datum: 25. Juli 2018

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